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Full text of "Die Gedichte Oswalds von Wolkenstein. Mit Einleitung, Wortbuch und Varianten"

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Oswalds  von  Wolkenstein. 


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Einleitung,  Wortbuch  und  Varianten 


* 


herausgegeben 


von 


Beda  "Weber« 


Innsbruck  ^ 

im  Verlage  der  Wagnerischen  Buchhandlung. 

1847. 


»  \N-'V> 


^ 


p  2  1  DEC  195* 

OF  OXfC;\D 


Oft^raldft  lieben« 


▼^om  Geschlecht  der  Wolkensteiner  geschieht  im  Jahre  1018,  wo 
Kuno  von  Yillanders  als  Zeuge  der  Stiftung  des  Klosters  Sonnenburg 
im  Pnsterthale  auftritt ,  die  erste  Erwähnung.  Des  letztern  Beiname 
schreibt  sich  von  den  Besitziingen  auf  dem  Sonnenberge  von  Yillan- 
ders, anweit  Klausen  am  Eisack,  her.  Daselbst  blühten  mehrere  Ge- 
schlechtszweige  dieses  Namens,  aus  denen  für  uns  die  Herren  von 
Yillanders  zu  Pradell,  und  die  von  Yillanders  zu  Gravetsch*)  beson- 
ders wichtig  sind.  Die  erstem  erwarben  im  13.  Jahrhundert  die  Feste 
Trostbarg  bei  Kollman  am  linken  Ufer  des  Eisacks ,  und  nannten  sich 
davon  auch  Herren  von  Yillanders  zu  Trostburg.  Aus  ihnen  ging  das 
Geschlecht  der  Wolkensteiner  hervor.  Ger  loch  von  Yillanders,  ein 
Zeitgenosse  Meinhards  des  Zweiten ,  aus  der  Linie  der  Herren  von 
Pradell,  war  ums  Jahr  1173  Richter  in  Botzen.  Er  zeugte  mit  Diemuth 
von  Gufidaun  kräftige  S#hne,  'Untier  denen  Randolf  sich  vorzüglich 
auszeichnete.  Er  wurde  Barggraf  auf  Sehen  im  Dienste  der  Fürst- 
bischöfe von  Brixen.  In  den  Kriegen  des  Kaisers  Rudolf  mit  seinem 
Nebenbuhler  Ottokar,  Könige  von  Böhmen,  leistete  er  als  Dienstmann, 
des  Grafen  Meinhard  des  Zweiten  von  Tirol  so  wichtigen  Beistand, 
dass  .er  im  Jahre  1286  auf  dem  Reichstage  zu  Augsburg  als  Reichs- 
ritter feierlich  anerkannt  wurde.  Unter  ihm  kam  1309  nach  langen 
Yerhandlungen  der  Erwerb  des  Schlosses  Wolkenstein,  im  Hinter- 
grunde des  Thaies  Gröden,  für  seih  Haus  zu  Stande,  das  die  edlen 
Maulrappen  ,  jetzt  ein  längst  ausgestorbenes  tirolisches  Edelgeschlecht, 


0  Pradell  und  Gravetsch ,  ursprünjglich  Ansitze  der  Herren  von  Yil- 
landers und  Wolkenstein,  auf  dem  Berge  Yillanders ,  jetzt  in 
Hunden  von  Bauern. 

1      , 


yerdasserten.  Zum  Danke  für  sein  Lebensglfiek  machte  er  ansehnliche 
Stiftungen  ins  damalige  noch  junge  Kloster  Neustift  bei  Brixen  ^  und 
erhielt  dafür  -das  Recht  des  Begräbnisses  für  sein  Geschlecht  innerhalb 
der  Mauern  des  religiösen  Vereins.  Sein  Sohn  Konrad  blühte  unter 
Meinhard  des  Zweiten  Nachfolger,  dem  Könige  Heinrich  von  Böhmen, 
und  diente  dem  letztern -mit  Leib  und  Gut,  besonders  in  seinen  un- 
glücklichen  Versuchen ,  die  Krone  von  Böhmen  zu  behaupten ,  wozu 
er  als  Gemahl  einer  böhmischen  Prinzessin  ein  Recht  hatte ,  aber  den 
mächtigeren  Luxenburgern  weichen  musste.  Nach  dem  Tode  seines 
Vaters  im  Jahre  1319  trat  er  in  den  Besitz  einer  ansehnlichen  Güter- 
masse  am  rechten  und  linken  Eisackufer ,  vereinigte  1325  di^  Wappen 
von  Pradell  und  Wolkenstein,  drei  blaue  Spitzen  mit  drei  Wolken  im 
doppelten  Felde ,  und  nannte  sich  zuerst  von  Wolkenstein ,  während 
die  übrigen  Zweige  seines  Geschlechtes  die  Namen  von  Villanders 
oder  Trostburg  beibehielten.  Diese  letztern  traten,  von  jetzt  an  immer 
mehr  in  den  Hintergrund,  bis  sie  in  der  Hitte  des  16.  Jahrhunderts 
ganz  ausstarben.  Auf  dem  Schlosse  Trostburg  sass  damals  der  alte 
Ekart  von  Villanders,  ein  reicher,  im  14.  Jahrhundert  in  allen  Lan- 
dessachen sehr  mächtiger  Mann,  der  als  besonderer  Liebling  der 
Margaretha  Maultasche  bekannt  ist.  Dieser  hatte  eine  einzige  Tochter 
Katharina,  von  gleichzeitigen  Urkunden  die  berühmte  Erbin  von 
Trostburg  genannt.  Durch  Konrads  von  Wolkenstein  geschickte  Unter- 
handlung wurde  sie  die  Gemahlin  seines  erstgebomen  Sohnes  Fried- 
rich, und  aus  dieser  Ehe  stammen  alle  noch  blühenden  Wolken- 
steiner. Friedrich  von  Wolkenstein  besass  nebst  Trostburg  auch  die 
Herrschaft  Kastelrutt  als  PfandsehafI  von  der  Landesregierung ,  die 
Feste  Hauenstein  ob  Seis  dnrch  Kauf  von  den  Herren  dieses  Namens, 
und  einen  Theil  der  Feste  Aichach  als  Lehen  der  FürstbisehöCe  von 
Brixen ,  wozu  später  durch  Kauf  auch  der  andere  Theil  gefügt  wurde. 
Durch  glückliche  Erbschaften  und  weise  Berechnung  in  allen  Wirth- 
schaftsangelegenheiten  gewann  er  einen  so  ansehnlichen  Reichthum, 
dass  er  sich  unter  die  ersten  Adelsgeschlechter  des  Landes  rechnen 
konnte. 

Er  bekam  von  seiner  Frau  drei  in  der  Landesgeschichte  berühmte 
Söhne,  Michael,  Oswald  und  Leonhard,  die  als  die  einfluss- 
reichsten Zeitgenossen  Friedrichs  mit  der  leeren  Tasche  zu  betrachten 


sind ,  wetcher  im  Jahre  1406  die  Regierung  des  Tirolerlandes  ange- 
treten hatte.  Michael ,  der  erstgebome ,  war  ein  Mann  von  eisernem 
Willen,  und  mit  seinem  Sinn  auf  den  Erwerb  und  die  Yergrösserung 
seiner  Hausmacht  gestellt.  Oswald  schwärmte  schon  als  Knabe  in  den 
Ritterromanen  und  Minneliedern  der  damaligen  Zeit.  Dadurch  erwachte 
in  ihm  einerseits  der  Drang  y  seine  eigenen  Gefühle  in  ähnlichen  Lie- 
dern auszusprechen )  andererseits  ein  abenteuerlicher  Hang,  als  Rit- 
ter in  allerlei  Fährlichkeiten  nach  dem  Muster  seiner  Buchhelden  um«- 

m 

herzufahren.  Leonhard  war  und  blieb  stets  ein  rauher  Krieger.  Ihre 
Erziehung  war  von  den  Aeltern  sehr  nachlässig  betrieben  worden,  da- 
her Willkür  und  Stolz  im  Gefühle  der  Macht  ihres  Hauses  die  vor- 
herrschenden Triebfedern  in  ihrem  Thun  und  Lassen.  Oswalds  Ge- 
burtsjahr fällt  nach  aller  Wahrscheinlichkeit  ins  Jahr  1367.  Er  war 
der  zweitgeborne  Sohn  seiner  Aeltern.  Schon  als  Knabe  hatte  er  das 
Unglttck,  durch  einen  Schuss  bei  einer  Fastnachtfeierlichkeit  das  rechte 
Auge  zu  verlieren.  Daher  nannte  man  ihn  von  Jugend  auf,  zum  Un- 
terschiede von  seinen  Namensvettern  ,  Oswald  mit  einem  Auge ,  oder 
auch  Oswidd  den  Aelteren,  um  ihn  von  seinem  gleichnamigen  Sohne 
zu  unterscheiden*  Er  hielt  sich  mit  seinen  Aeltern  im  Sommer  ge- 
wöhnlich auf  dem  Schlosse  Wolkensteiii  in  Gröden  auf.  Die  BevOlke- 
mng  dieses  Thaies  redete  eine,  romanische  Mundart,  die  dem  Proven- 
Qalisehen,  Katatonischen,  Kastilischen  und  Altfranzösischen  näher 
stand,  als  der  heutigen  italienischen  Sprache  in  Toskana.  Oswald 
lebte  sich  mit  knabenhafter  Leichtigkeit  in  dieses  Idiom  hinein ,  und 
gewann  dadurch  den  Schlüssel  zum  Verständnisse  Ats  ganzen  roma- 
nischen Südens  ,  wo  sich  die  einzelnen , ,  aus  dem  Latein  gebildeten 
Sprachzweige  noch  nicht  so  scharf  auseinander  geästet  hatten.  Er 
spielte  mit  Geschick  die  Harfe ,  die  Geige ,  die  Trommel ,  die  Pauke 
und  A\e  Pfeife,  Besonders  geschätzt  wurde  seine  metallreiche  Stimme 
im  Vortrage  eigener  und  fremder  Lieder.  Zugleich  übte  er  sich  in 
allen  Diensten  eines  gemeinen  Reiterknechtes,  und  war  im  Stall  und 
ia  der  Küche  ein  gewandter  Arbeiter. 

Die  Uebertreibungen  seiner  Ritterbücher,  an  denen  er  mit  ganzer 
Seele  hing,  brachten  ihn  in  einem  Alter  von  zehn  Jahren  auf  den  Ein- 
fall ,  in  die  weite  Welt  zu  wandern ,  und  durch  kühne  Abenteuer  die 
Würdr  elftes  Ritters  in  der  That  zu  verdienen.  Gelegenheit  dazu  zeigte 

1* 


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sich  bald.  Ums  Jahr  1^86  hatten  sich  die  Ritter  des  deutschen  Or- 
dens an  der  Weichsel  niedergelassen,  um  gegen  die  heidnischen 
Preussen  und  Lithauer  zu  streiten.  Sie  gründeten  einen  mächtigen 
Ordensstaat,  dessen  stehende  Aufgabe  es  war,  den  heidnischen  Nor-« 
den  mit  Waffengewalt  der  christlichen  Gesittung  zu  unterwerfen.  Da- 
her fanden  daselbst  kampflustige  Streiter .  aus  der  ganzen  Christenheit 
immer  ein  weites  Feld,  ihre  Tapferkeit  im  Wehrdienste  für  die  Kirche 
zu  erproben.  Auch  aus  Tirol  zog  man  häufig  dahin.  Im  Jahre  1377 
unternahm  Herzog  Albrecht  der  Dritte  von  Oesterreich  eine  soge- 
nannte Preussenfahrt.  Hugo  der  Zweite  von  Hontfort  -  Bregenz  nahm 
daran  Theil ,  und  eine  Schar  Tiroler  folgte  seinen  Befehlen.  Den 
letztem  gesellte  sich  Oswald  bei ,  und  fand  bei  seinen  sorglosen 
Aeltern,  wie  es  scheint,  weder  Unterstützung  noch  Hinderniss.  Er 
lief  zu  Fuss  neben  den  Reitern  her ,  drei  Pfenninge  und  ein  Stück 
Brot  im  Sacke,  das  man  ihm  als  Wegzehrung  aus  dem  Vaterhause 
mitgegeben  hatte.  Er  versah  die  Dienste  eines  Knappen  ,  besorgte  die 
Rosse  und  putzte  die  Waffen.  Bei  Nacht  schlief  er  in  einem  Winkel 
des  Stalles ,  oft  auch  unter  freiem  Himmel ,  und  litt  Hitze  und  Küke, 
Hunger  und  Durst.  Durch  Gesang  und  Saitenspiel  suchte  er  sich  und 
Andere  in  Notk  und  Trübsal  zu  trösten.  Die  Fahrt  des  Ostenreichischen 
Herzogs  endete,  wie  damals  fast  alle  dergleichen  Unternehmungen, 
mit  einem  Yerheerungszug  ins  Land  der  Heiden,  wo  mehrere  der 
letzteren  theils  gefangen ,  theils  getOdtet  wurden.  Ungünstige  Jahrs- 
zeit nöthigte  das  Kreuzheer  zum  frühzeitigen  Rückzage. 

Oswald  blieb  in  Preussen  zurück  ,  und  diente  daselbst  acht  Jahre 
als  gemeiner  Krieger.  Er  lernte  schnell  die  slavischen  Sprachen,  und 
konnte  in  seiner  Sprachfertigkeit  als  Eingebomer  gelten.  Während 
dieser  Zeit  wurde  er  auch  mit  dem  nachherigen  Kaiser  Sigmund ,  aus 
dem  Hause  Luxenburg,  bekannt,  der  als  neunjähriger  Jüngling  in  die 
Markgrafschaft  von  Brandenburg  eingesetzt  worden  war.  Gleichheit  der 
Charaktere  vereinte  sie  bald  in  lebenslänglicher  Freundschaft,  die  nicht 
ohne  wichtige  Folgen  für  Tirol  und  für  sein  eigenes  Leben  bleiben 
sollte.  Nachdem  Oswald  Preussen,  Lithauen,  Polen,  Rothrussland 
nach  allen  Richtungen  durchzogen ,  und  Gefangenschaft  und  tOdtliche 
Verwundungen  im  Kriege  erduldet  hatte,  wanderte  er  an  die  Ostsee, 
wo  er  die  mächtigen  Handelsunternehmungen  der  Hansa  zu  bewundern 


Gelegenheit  hatte.  Er  besuchte  von  dort  aus  die  Hauptniederiage  ihrer 
Gewerbsthfltigkeit ,  Nowgorod  in  Russland ,  Bergen  in  Norwegen, 
BrOgge  in  Flandern  nnd  London  in  England.  In  Dänemark  diente  er 
wieder  als  Freiwilliger  unter  der  Königin^  Margaretha  in  den  Kriegen 
gegen  Schweden ,  und  half  zum  Theil  die  kalmarische  Union  miter- 
fechten.  Von  dort  begab  er  sich  nach  Britannien,  und  durchzog  Eng- 
land, Sehottland  und  Irland,  und  trat  überall  theilnehmend  ein,  Wo 
ein  Krieg  ihn  beschäftigen  konnte,  namentlich  1388  unter  dem  schot- 
tischen Heeresftthrer  James  Douglas  gegen  die  Engländer. 

Das  Jahr  darauf  finden  wir  ihn  wieder  im  Norden  von  Deutsch- 
land. Er  schloss  sich  Handelsleuten  an  und  ging  mit  ihnen  durch 
Polen  an  das  schwarze  Heer.  Hier  hatten  die  Genuesen  und  Venetia- 
ner  auf  der  Halbinsel  Krimm ,  welche  man  damals  mit  einigen  Gränz- 
ländem  die  kleine  Tartarei  niinnte,  Handelsniederlassungen  gegründet, 
und  eine  Sprache  ging  unter  den  Kaufherren  im  Schwange,  welche 
mit  der  in  Gröden  viele  Aehnlichkeit  hatte.  Oswald  trat  in  die  Dienste 
eines  Seefahrers ,  und  machte  den  Schiffskoch  und  Ruderknecht.  Auf 
einer  Fahrt  liach  Trebisonde  litt  er  Schiffbruch,  war  jedoch  so  glück- 
lich, sich  mittelst  des  Hauptmastes  ans  Ufer  zu  retten.  Er  benützte 
seine  Anwesenheit  an  dieser  Küste  zu  einem  Ausfluge  nach  Armenien 
niid  Persien,  und  ging. nach  seiner  Zurückkunft  in  seiner  frühem  Ei- 
genschaft  als  Sdiiffskoch  nach  Kandia  unter  Segel,  und  konnte  auf 
diese  Weise  mit  den  Ländern,  die  das  Hittelmeer  bespült,  näher  ver- 
traut werden.  Er  verdiente  sich  in  seiner  untergeordneten  Stellung 
kaum  SO' viel,  dass  er  sich  nothdürftig  kleiden,  konnte ,  ertrug  Jedoch 
alles  Drangsal  gern  im  Gedanken ,  dass  ihn  diese  Leidensschule  zum 
ächten  christlichen  Ritter  machen  müsse.  Mittlerer  Weile  hatte  sein 
Jugendfreund,.  Sigmund  von  Luxenburg,  Ludwigs  des  Grossen,  Königs 
von  Ungarn,  einzige  Tochter  Marie  geheirathet,  und  wurde  dadurch 
1385  sdn  Nachfolger  in  der  Beherrschung  des  ungarischen  Reiches. 
Seine  Stellung  n^thigte  ihn  zu  unaufhörlichen  Kriegen  gegen  die 
Türken,  an  denen  Freiwillige  aus  allen  christlichen  Ländern  Theil 
nahmen.  Oswald,  davon  unterrichtet,  verliess  Kandien  im  Jahre  1391, 
und  schloss  sich  als  Diener  Sigmunds  dem  Kreuzheere  an,  das  sich 
gerade  damals  zu  einem  entscheidenden  Schlage  zusammenzog.  Es 
kam    am  28.  September   1396  zur  Schlacht  bei  Nikopolis,    wo   die 


6 

Christen  eine  ungeheure  Niederlage  erlitten.  Sigmund  konnte  sich  nur 
mit  genauer  Noth  auf  ein  Schiff  in  der  Donau  retten.  Oswald  war 
unter  seinem  kleinen  Gefolge.  Er  fuhr  mit  ihm  nach  Konstantinopel, 
von  dort  nach  Dalmatien  und  ging  hierauf  über  Venedig  wieder  nach 
Tirol  zurück. 

Er  stand  jetzt  in  einem  Alter  von  25  Jahren ,  so  verändert,  dass 
man  Mühe  hatle ,  ihn  wieder  zu  erkennen ,    mit  grauen  Haaren ,  tief- 
gefurchten  Gesichtszügen  und  der  Kenntniss  von  zehn  Sprachen.    Es 
fehlte  weder  an  wohlwollender  Theili^ahme,  noch  an  höhnischem  Neide 
für   den    Weitgereisten.    Durch  seine  Liederfertigkeit  machte  er   als 
Dichter  und  Sänger   zur  Harfe  tiberall  Eindruck.   •Zufällig    wurde  er 
mit  einem  Edelfräulein  Sabina    Jäger  von  Tisens   bekannt,    und 
gewann  sie  unmässig  lieb,    ohne   aufrichtige   Gegenliebe   zu   finden. 
Daraus  entsprang  für  ihn  eine  Reihe  von  Trübsalen,    die  sein  ganzes 
Leben  verbitterten.     Sie  zeigte  ihm  ein  freundliches  Gesicht,  und  ge- 
währte mit  Leichtigkeit  auch   andere  Gunst ,    aber  zur  Ehe  wollte  sie 
sich  nicht  entschliessen.  Um  seiher  los  zu  werden ,  gab  sie  ihm  nach 
dem   Geiste  der  damaligen  Zeit  und    gemäss  .  seiner    abenteuerlichen 
Gemttthsart  auf,    seine  Liebe  zu  ihr  durch  eine  Wallfahrt  nach  Jeru- 
salem zu  beweisen.     In  seiner    überspannten  Denkweise  ging  er  auch 
gern   diese   Bedingung   ein.  -  Er  zog  als  Pilger  nach    Genua ,    hier 
verflog  sein  frommer  Eifer  wieder  vollends.    Er  warf  die  Kutte  weg, 
segelte  mit  Kauffahrem  nach  Aegypten,  und  wanderte  von  dort  durch 
Arabien  ins  gelobte  Land,    wo  er  zu  Jerusalem,  «um  Ritter  des  heili- 
gen Grabes  geschlagen,  wurde.    Was  er  während  dieser  Zeit  dichtete, 
dachte  und  that,  kann  man   füglich   mit  dem  Worte   Liebeswahnsinn 
bezeichnen.     Heimkehrend  besuchte  er  Rom ,   Florenz  und  andere  ita- 
lienische Städte.    Als  er  im  Dezember  1400  Tirol  erreichte ,   fand  er 
Sabina  mit  dem  alten  Hausmann  in  Hall  verheirathet,  und  sdnen  Va- 
ter Friedrich  auf  dem  Todbette.    Der  letztere  starb  auch  wiitiich  bald 
darauf.    Wie  tief  er  von  diesen  Ereignissen  ergriffen  v^urde,  erzählen 
uns  viele  seiner  Gedichte. 

Bei  der  Theilung  der  väterliche»  Güter  bekam  Oswald  Hauenslein 
und  Kastelnitt  mit  den  dazu  gehöfigen  Rechten  und  Besitzungen,  wäh- 
rend sein  Bruder  Michael  Trostburg,  Yilland^s  und  Wotkenstein  er- 
hielt,   und  Leonbard  grösstentheils  mit  Gülten  un^  Kapitalien  abge- 


fertiget  wurde,  mit  denen  er  später  die  ganze  Burg  Aichach  mit  al* 
len  dasu  gehörigen  Gefällen  erkaufte.  Oswald  kennte  sich  aber  nicht 
zum  rahigen  Leben  in  der  Heimath  entschliessen ,  sondern  zog 
1401 — 1402  mit  dem  Kaiser  Rupert  von  der  Pfalz  nach  Italien,  als 
dieser  das  Kaiserrecht  daselbst  wieder  geltend  machen  wollte.  Ein 
eigener  Verwalter  besorgte  indess  sein  Vermögen  in  Tirol.  Bekannt- 
lich war  Rupert  in  seinem  Unternehmen  nicht  glücklich.  Er  scheiterte 
gleich  beim  Eintritte  in  Italien  an  der  Macht  des  Herzogs  von  Hai- 
land. Er  m'usste  mit  Schimpf  nach  Deutschland  zurückweichen.  Os- 
walds Abwesenheit  dauerte  aber  fast  drei  Jahre,  da  er  sich  in  der 
Lombardie,  namentlich  zu  Mailand,  sehr  gefiel,  und  in  der  Heimath 
wenig  Gutes  erwartelt. 

Und  hieriir  betrog  er  sich  auch  nicht.  Denn  als  er  gegen  das 
Jahr  1405  heimkehrte,  fand  er  das  Land  im  Gebirge  in  grosser  Gäh- 
rung.  Der  unruhige  Adel  dehnte  seine  Ansprüche  und  Rechte,  den 
österreichischen  Herzogen  gegenüber ,  immer  weiter  aus ,  und  steuerte 
unverholen  der  Reichsunmittelbarkeit  zu ,  falls  Oesterreich  ihm  in  der 
Anerkennung  seines  Uebergewichtes  nicht  ganz  zu  Willen  seyn  würde. 
Die  Spannung  wuchs,  als  da«  Jähr  darauf  Friedrich  mit  der  leeren 
Tasche  in  die  Regierung  Tirols  eintrat.  Dieser  gab  unzweideutig  zu 
verstehen ,  dass  er  die  Allgewalt  der  Barone  und  ihr  Pochen  auf  den 
Kavier  zur  Beschönigung  ihrer  Uebergriffe  zu  brechen  entschlossen 
sey.  Dagegen  wehrten  sich  nun  die  letztern  mit  guten  und  schlechten 
Mitteln  auf  alle  mögliche  Weise  ,  und  Oswald  ging  mit  seinem  vor- 
schnellen Wesen  ganz  ein  in  die  Adelsbewegung  gegen  diie  Neuerun- 
gen des  Herzogs  Friedrich.  Auf  sein  Betreiben  kam  1407  der  Ele- 
phantenbund  zu  Stande,  worin  die  Edelherren  von  Tirol  sich  gegen 
jed^rmännigiich  verblinden  sur  Schirmung  ihres  alten  Rechtes ,  das 
keisst,  zu  thnn  was  sie  wollten.  Kaiser  Sigmund ,  der  spfiter  an  Ru- 
perts Stelle  zum  Reichsoberhaupte  gewählt  wurde ,  begünstigte  diese 
Einigung ,  offenbar  in  der  Absicht ,  die  österreichischen  Herzoge  zu 
schwachen,  und  Tirol  unmittelbarer  mit  Laxenburg  und  dem  deutschen 
Reiche  tu  veriiinden.  Daraus  entwickelte  sich  in  stets  weiterer  Aus- 
dehnung der  Adelsbun)!  an  der  Etsch ,  an  dessen  Spitze  Heinrich  Von 
Rottenbui^  stand ,  und  der  Machtausdehnung  des  LandesfUrsten  aus 
pUen  Kräften  heimlich   und  öffentlich   entgegenarbeitete.    Oswald  liess 


'8 

sieh  9is  Diener  tles  Kaisers  in  sein  nächstes  Gefalge  auibehmen,  und 
machte  den  Vermittler  zwischen  ihm  und  dem  Bunde  ohne  viele.  Rück- 
sicht auf  Friedrich,  welcher  desshalb  eine  tödtfiche  Feindschaft  gegen 
ihn  fasste«  Die  Bundesmacht  gewann  eine  solche  Ausdehnung ,  dass 
selbst  der  Landesfürst  es  für  gerathen  fand  ,  demselben  beizutreten, 
am  nicht  gats  auf  die  Seite  geschoben  zu  werden.  Der  Adel  schien 
vollständig  gesiegt  zu  haben. 

Diese  Ruhe  benützte  Oswald  zu  einer  Reise  nach  Spanien ,  wo 
die  chrisdichen  Ritter  ein  stets  offenes  Feld  fanden,  sich  Ehre  im 
Kampfe  gegen  die  Hauren  zu  verdienen,  und  das  ihm  noch  gänzlich 
unbekannt  war.  Er  brachte  seine  Angelegenheiten  durch  ein  Testa-  ' 
ment  in  Ordnung,  und  stiftete  im  Dome  zu  Br«|[en  eine  ansehnliche 
Pfründe  mit  zwei  Kaplänen.  Dafür  erwarb  er  sich  das  Recht  des  Be- 
gräbnisses daselbst,  und  Hess  sich  1408  einen  Grabstein  setzen,  wor- 
auf er  als  Kreuzritter  abgebildet  ist,  mit  jenem  vorsorglichen  Eif^, 
der  sein  Wesen  auszeichnet.  Er  verliess  Tirol  in  der  Mitte  des  Jah- 
res 1409.  In  Hohenschwangau  lernte  er  seine  erste  Gemahlin  Marga-  / 
retha  kennen  ,  und  es  scheint ,  dass  schon  damals  ein  wechselseitiges 
Heirathsversprechen  zwischen  beiden  stattfand.  In  Heidelberg  machte 
er  Bekanntschaft  mit  dem  Pfalzgrafen  Ludwig  dem  Bärtigen ,  die  sich 
später  zur  innigsten  Freundschaft  ausbildete.  Von  hier  eilte  er  den 
Rhein  entlang  nach  Holland ,  England  und  Portugal.  Im  letztern 
Lande  rüstete  man  so  eben  eine  Flotte  und  Heerschar  aus ,  um  die 
Mohren  in  Afrika  anzugreifen.  Oswald  nahm  um  so  lieber  daran 
Theil,  da  er  so  eben  Kompostella  besucht  und  mit  den  iSöhnen  des 
portugiesischen  Königs  schon  seit  der  Schlacht  von  Nikopolis  her  ver- 
traui  war.  So  half  er  1411  das  Felsennest  Genta  auf  der  afrikani*- 
schen  Küste  erstürmen,  und  schied  vom  portugiesischen  Königshause 
mit  Ehren  aller  Art,  deren  er  sich  durch  seine  Tapferkeit  würdig  ge- 
macht hatte.  Er  durchwanderte  hierauf  das  noch  maurische  Könige 
.  reich  Granada ,  wo  ihn  der  maurische  Herrscher  Zousuph  mit  der  zu- 
vorkommendsten Freundlichkeit  empGng,  und  seine  Dicht-  und  Ge- 
sangkunst mit  kostbaren  Geschenken  belohnte.  Im  Königreiche  Kasti- 
lien  hielt  er  sich  ebenfalls  längere  Zeit  auf,  und  bewunderte  beson- 
ders die  Handelsschätze  der  Seestadt  Barcelona.  Wie  es  scheint,  gab 
er  sich  auf  der   ganzen  Reise    durch  Spanien   und  Südfrankreich  viel 


mit  der  proveit^aHschen  Peeae  ab,  und  es  bemächti^ö  sicK  seiner 
eine  Weltvergessenheii ,  an  die  er  im  spätem  Alter  nur  mit  Erröthen . 
zurückdenken  konnte.  Er  ernttchterte  erst  wieder,  als  er  in  der  Lom- 
bardie  die  Anwesenlieit  des  Kaisers  Sigmund  erfuhr,  welcher  1413 
einen  Yersoch  machte.,  das  deutsche  Ueberge wicht  itt  Italien  wieder 
herzustellen.  Von  ihm  erfuhr  er,  was  während  seiner  Abwesenheit  in 
Tirol  vorgegangen  war.  Herzog  Friedrich  hatte  mit  Muth  und  Glück 
den  Heinrich  von  Rottenburg,  Nikolaus  den  Vtntler  und  den  Bischof 
Georg  von  Trient  'Iberwältiget ,  .und  dadurch  die  Macht  des  Adels-* 
bundes  an  der  Etsch  grösstentheils  gebrochen.  An  die  Stelle  offenen 
Widerstandes  von  Seite  der  Barone  gegen  Friedrich  war  hdmliches 
Grollen  und  Brüten  4H)er  abenteuerlichen  Plänen  getreten,  um  dureh 
den  Kaiser  aus  Friedrichs  strenger  Regierung  erlöst  zu  werden.  Os- 
wdd  machte  sich  in  alter  Weise  zum  Vertreter  dieser  Gelüste  bei 
seinem  Freunde  Sigmund ,.  und  lud  gefährlichen  Verdacht  der  Untreife 
und  des  Verrathes  auf  sein  Haupt. 

Aber  die  Kirchenangelegenheiten  der  damaligen  Zeit  rückten  für 
den  Augenblick  diese  tirolisehen  Zwiste  in  den  l|[yitergrund.  ^  Aus  d^r 
Verlegung  des  Pabstsitzes  nach  Avignon  und  von  dort  wieder  zuriick 
nach  Rom  entstand  die  grösste  Verwirrung  in  der  Christenheit.  Man 
zählte  nicht  weniger  als  drei  Päbste  zu  gleicher  Zeit,  die  sich  wech- 
4selseitig  die  Kirchengewalt  streitig  machten.  Kaiser  Sigmund  wollte 
sich  durch  Beilegung  dieser  Spaltung  ein  Verdienst  erwerben.  Zu 
diesem  Ende  schrieb  er  im  Einverständnisse  mit.  Johann  dem  Drei- 
undzwanzigsten ,  einem  der  drei  Päbste ,  eine  allgemeine  Kirchenver- 
sammluBg  nach  Konstanz  aus.  IMeselbe  trat  im  Herbste  des  Jahres 
1414  zusammen.  Friedrich  mit  der  leeren  Tasche  hatte  von  derselben 
nichts  Gutes  zu  erwarten,  denn  es  war  vorauszusehen,  dass  seine 
Feinde  »ch  an  die  Kirchengewalt  hängen  würden  ,  um  ihn  in  seinen 
Neuerungen  in  Tirol  zu  hemmen.  Um  die  Folgen  eines  solchen  Bünd- 
nisses zu  vereiteln,  versprach  er  zu  Meran  dem  durchreisenden  Johann 
dem  Dreiundzwanzigsten  Hülfe  gegen  alle  Angriffe ,  die  man  auf  ihn 
als  Oberhaupt  der  Kirche  machen  «würde,  und  erhielt  von  ihm  die 
geheime  Zusage,  dass  er  in  seinen  tirolischen  Angelegenheiten  von 
kirchlicher  Seite  unbehelligt  bleiben  sollte.  So  erschien  er  in  Kon- 
stapz  mit  einem  ansehnlichen  Gefolge,   worin  man  Oswald  von  Wol^ 


10 

kenstein  bemerkte,  der,  zwiefidtigen  Sinnes,  äusserlieh  des  Herzogs 
Genosse  war ,  innerlich  ein  entschiedener  Anhänger  des  Kaisers. -Es 
dauerte  nicht  lange,   so    zeigten   sich   auf   dem  Konzil   in  Be^ug  anf 

O  Tirol  zwei  scharfgesonderte'  Parteien.  Die  eine,  mit  dem  Herzog  an 
der  Spitze,  wölbe  den  Fortschritt  der  landesherrlichen  Macht  auf  Ko- 
sten des  übermächtigen  und  stets  unruhigen  Adels;  die  andere,  deren 
Vertreter  Oswald  war  ,  strebte  durch  den  Kaiser  Sigmund  unmittelbar 
zum  deutschen  Reiche  zu  kommen,  und  dadurch  die  alte  Uebermacht 
und  Vielherrschaft  des  Adels*  zu  behaupten.  Es  war  ein  Streit  zwi- 
schen der  alten  ufid  neuen  Zeit.  Als  Friedrich  die  Unklugheit  hatte, 
sich  des  Pabstes  Johann  des  Dreiundzwanzigsten  anzunehmen,  welcher 
wie  die  zwei  übrigen  Päbste  seine  Würde  niederlegen  sollte,  um  eine 
neue  Pabstwahl  möglich  zu  machen^  brach  die  Wuth  seiner  Feinde 
gegen  ihn  los.  Kaiser  Sigmund  erklärte  ihn  seiner  Länder  für  ver-' 
lustig,  nnd  setzte  ihn  später  in  Konstanz  gefangen,  während  er  alle 
Mittel  der  Unterredung  aufboth ,-  die  Tiroler  für  sich  zu  gewinnen. 
Friedrichs  Bruder  Ernest  der  Eiserne,  Herr  in  Steiermark,  weit  ent- 
fwnt,  dessen  Unglü|)s  abzuwehren,  erschien  vielmehr  selbst  1416  in 
Tirol,  und  wojlte  das  Land  für  sich  in  Besitz  nehmen.  Dadurch  spal- 
teten sich  die  tirolischen  Gegner  Friedrichs  wieder  in  zwei  Hälften, 
wovon  die  eine  grössere  für  den  Kaiser  Sigmund,  die  andere  von 
geringerer  Bedeutung  für  Ernest  stand.  Es  wurden  vom  Kaiser  An- 
stalten getroffen^  das  Land  Tirol  mit  Reichstruppen  einzunehmen. 
Dafür  arbeitete  Oswald  in  Konstanz,  und  unterhielt  einen  sehr  aus- 
gebrdteten  Briefwechsel  mit  den  Häuptern  des  Adels  an  der  Etsch, 
die  für  das  Unternehmen  bereits  gewonnen  waren.  Man  wollte  sich 
md  kurzem  Wege  beider  herzoglichen  Brüder  entledigen. 

Eni  Zwischenereigniss  verzögerte  indess  die  Ausführung.  Zwei 
Päbste  hatten  tkdls  freivrillig ,  theils^  gezwungen  ihre  Würde  in  die 
Hände  der  Väter  des  Konzfls  niedergelegt.  Peter  von  Luna  in  Spa- 
nien, der  dritte  Pabst,  weigerte  sich  dessen  noch.  Un  ihn  zum 
Nac^9d)eit  zu  knngen  ^  unternahm  Sigmund  mit*  grossen  Gefolge  ei- 
neu  Zug    nach  Perpignas,  und  Oswald   folgte   ihm  ebenfi^  dahin. 

V  Vide  Monate  verflossen  mit  Unterhandlungen  ohne  Erfolg,  indNn  Pe- 
ter von  Luna  durchaus  Pabst  bleiben  wollte.  Als  seine  Haisstörrig- 
keit  hinlänglicli  an'  den  Tag  getreten  war,  verJiessen  ihn  auf  Sigmuivls 


11 

Zureden  jeae  Völker  iiiid  Fttrsleii ,  die  ihn  bish«  als  Pahsl  anerkannl 
hatten.  Somit  war  £e  nothweadige  Einheit  in  der  Kirche  enielt,  und 
man  feierte  zn  Avignon  mit  weltliehen  und  geistlichen  Festen  dieses 
glfickliche  Ereigniss.  Von  hier  brach  Sigmund  nach  Paris  auf  ^  «m 
die  Zwistigkeiten  zwischen  den  Königen  von  FrankFeich  und  England 
zu  schlichten.  Oswald  trug  auf  dieser  Reise  das  Kosttim  eines  maa- 
rischen Fürsten,  und  spielte  eine  der  Hauptrollen  im  lustigen  Kreise, 
der  sich  um  den  Kaiser  schlang.  Zum  Lohne  fttr  sdne  Mummerei 
erhielt  er  von  der  französischen  Königin  einen  kostbaren  Diamanten, 
den  sie  ihn  selbst  in  den. Bart  einband,  nachdem  in  seinen  Ohren 
bereits  zwei  Königs«>Ringe ,  ein  eigenhändiges  Geschenk  der  Königin 
von  Arragon,  glänzten.  Auch  die  Ehrenzeichen  des  von  Sigmand 
eben  erst  gestifteten  Draehenordens  wurden  ihm  bei  dieser  Geldgen- 
heit  zu  Theil. 

Aber  auf  die  FtiUe  von  Lust  und  Ehre  folgte  eine  Periode  von 
Angst  und  Noth ,  die  er  sich  wohl  selbst  kaum  jemals  geträumt  hatte. 
Friedrich  mit  der  leeren  Tasche  war  während  der  Abwjesenheit  Sig- 
munds  aus  seiner  Haft  in  Konstanz  entflohen,  und  hatte  sich  in  Tirol 
ein  Heer  gesammelt ,  womit  er  seinen  Brüder  EmesC  zdr  Nachgiebig-« 
keit  und  zum  Vergleiche  nöthigte.  Dadurch  von  dieser  Seite  frmge^ 
worden,  wendete  .er  sich  zurück  an  die  Etsch,  und  ztichtigte  1417 
seine  ärgsten,  mit  Sigmund  einverstandenen  F6inde.  Bei  dieser  Gele-» 
genheit  wurden  auch  Oswalds  Schlösser,  namentlich  Hauenstein,  aus-^ 
gebrannt.  Diese  Nachricht  traf  den  Kaiser  zu  Paris.  Sogleich  smdle 
er  Oswald  nach  Konstanz,  uiii  daselbst  alle  Mittel  gegen  Friedrich 
aufzubieten.  Und  in  der  That  ward  dieser  in  den  Kirchenbann  ge^ 
than ,  und  das  Aufgeboth  des  Reiches  gegen  Tirol  im  Namen  dea 
Kaisers  bekannt  gemacht. .  Oswalds  Bruder  Michael ,  Peter  von  Spam 
auf  dem  Nonsbwg  und  die  Herren  von  Starkenberg  maditen  sieh  fax 
^toi  eUfcUändisehen  Adel  verbtntf  ich ,  zum  Reichsheere  zu  stc^ssen, 
das  durch  Sngadein  ins  Tirol  einhicüdien  sollte.  Aber  es  fehlte  an 
den  »otbw^MKgMi  Gddmitteln ,  den  gut  angdegten  Plm  ansaiftihfen. 
Umsonst  wagte  sieh  Oswald  als  kaiseflieker  UnterhftncHer  ins  Tirol. 
Er  ward  von  Friedrich  aus  einem  Schlösse  ins  andere  verfolgt ,  «nd 
mdetzt  seihst  ii  C^ifenstein  belagctt.  Gelang  ^  «uch  nioh»,  Aiesa 
Borg  d^r  gtaAenberger  einsranehmen ,  so  verschwand  dmch  aeUnl  def 


Sehein  einer  Möglichkeit,  dass  die  kaiserlichen  Absichten  auf  Tirol 
ausgeführt  werden  könnten.  Sigmund  verglich  sich  1418  zu  Konstanz 
mit  Friedrich,  der  im  Besitze  seiner  Länder  blieb,  und  sich  verpflich- 
tete,.  die  an  diesem  Plane  betheiligten  Häupter  de^  tirolischen  Adels 
zu  begnadigen.  Für  Oswald  ward  noch  insbesondere  ausbednngen, 
dass  ihm  vom  Lahdesfürsten  voller  Ersatz  geleistet  werden  sollte  ftfr 
das,  was  ihm  verwüstet  oder  ausgebrannt  wdrden  war,  ohne  dass 
man  nachzuweisen  im  Stande  wäfe ,  dass  diese  Bedingung  auch  wirk- 
lich in  Erfüllung  gegangen  sey.  ,         ' 

Wir  finden  ihn  um  diese* Zeit  einsam  und  verlassen  auf  Hauea- 
stein,  das  er  wieder  wohnbar  gemacht  hatte,  khum  getröstet  durch 
den  Besitz  seiner  jungen  Frau  Hargaretha  von  Schwangau,  die  er 
nach  aller  Wahrscheinlichkeit  auf  dem  Konzil  zu  Konstanz  geheirathet 
hatte.  Nach  seiner  Beschreibung  war  sie  ein  Ausbund  von  Geist, 
Schönheit  und  Liebe  zu  ihm.  Die  Geburt  seines  ersten  Sohnes,  Oswald 
des  Jüngern,  fällt  in  diese  Zeit.  Er  trug  in  schmerzlicher  Vereinsamung 
die  Folgen  des  missglückten  Planes,  Tirol  von  Friedrichs  Neuerungen 
zu  befreien , '  und  die  Adelshüupter  schoben  auf  ihn  alle  Schuld  des 
Unterfangens ,  obgleich  er  bloss  nach  ihrem  Sinne  gehandelt  hatte. 
Es  wurdie  ihm  von  allen  Seiten  gedroht,  und  seine  Feinde  glaubten 
gegen  ihn  alles  wagen  zu  dürfen.  So  namentlich  seine  ehemalige 
Geliebte  Sabiiia  Hausmahn,  die,  mittlerer  Weile  zur  Wittwe  geworden, 
am  Hofe  zu  Innsbruck  eine  Stellung  einnahm,  die  sie  zu  einer  furcht- 
baren Gegnerin  machte,  weil  sie  Friedrichs  Gunst  im  hohen  Grade 
genoss.  Sie  hatte  von  ihren  Aeltem  her  Ansprüche  auf  Nachzahluit- 
gen  geerbt,  welche  die  Wolkensteiner  nach  der  Behauptung  ihrer 
Gegner  zu  leisten  hatten,  aber  sich  dessen  in  einem  36jährigen 
Rechtsstreite  stets  weigerten.  Sie  beschloss ,  wohl  auch  heimlich  von' 
Friedrieh  da^  angetrieben,  kein  Mittel  zu  verschmähen,  um  zu  ihrem 
Zweeke  zu  gelangen.  Freundliche  Miene  gegen  Oswald  annehmend, 
erinnerte  sie  ihn  an  ihre  Jugendliebe,  und  der  leider  mehr  phantasie- 
reiche  als  feste  Mann  ging  ohne  viel  Besinnens  in  ihre  Schlingen  ein. 
Es  ward  eine  Wallfahrt  verabredet,  um  des  nähern  überein  zu. kom- 
men. Als  sich  Oswald  wehrlos  und  voll-  guter  Hoffnungr  dazu  einge- 
stellt, ward  er  von  ihren  Leuten- überwältigt  und  gefangen.  Er  macht 
i^n  seinen  Gedichten    eine  schreckenerregende  Beschreibung   von  der 


13 

Gnuisamkeil,  womit'  sie  ihn  zwingen  woUte ,  entweder  Haaeiistein  her- 
aussiigeben  oder  6000  Gulden  zu  zaUen. 

Diese  G^waitthat  machte  nicht  bloss  auf  die  Woltensteiner,  son- 
dern auf  alle  Edelherren  an  der  Etsöh  bdsen  Eindruck ,  um  so  mehr, 
da  man  die  Fflden   des  ganzen  Werkes   in  Friedrichs  Hflnden    nicht 
raisskennen  konnte.    Leonhard  von  Wolkenstein  antwortete  raü  einer 
ahnliehen  ^Vergewaltigung,^    wie   man    sich    damals    auszndrttckeg 
pflegte.    Er   nahm    ohne    viele  Umstünde    den  Probst  von  Neustift, 
Heinrich  Millauner,   einen  besondem  Frennd  des  Herzogs,  gefangen, 
und  drohte  ihn   so  lange   zu  .peinigen,   bis   Oswald    wieder    los  sey. 
Der  l^irchenfluch ,  .den  der  Bischof  Berchtoldvoa  Brixcfti  wegen  die- 
ser That  auf  Leonhard  schleuderte,    änderte  in  der  Sache  nichts.    Da 
legte  sich  Friedrieh  als  scheinbarer  Vermittler  dazwischen ,.  übernahm 
Oswald   aus  den  Händen   der  Hausmannin,   und  versprach,   ihn  nacd 
Trostburg  zu  stellen,   wenn  Millauner  freigegeben  und  die  .Streitsache 
wegen  Hauenstein  erlediget  wäre,  ohne  sich  jedoch  mit  der  Erfttllung 
dieses  Versprechens  zn  beeilen  ,  nachdem  von  Seiten  der  Wolkenstei- 
ner das  Verlangte   geschehen  war.    Da   brach  Michael   von  Wolken«» 
stein  furchtbar  los ,    und  «drohte  mit   eigner   und  fremder  Kraft  den 
Herzog  als  Feind  des  Landes  und  sdner  Freiheiten  zu  befehden.  Zu- 
gleich langten  Briefe  vom  Kaiser  Sigmund   bei  Friedrich   an,   welche 
das  Gefangenhalten  Oswalds   als  Verrath   an   den  Konstanzerverträgen 
bezeichneten.  Das  machte  Wirkung.  Oswald  wurde  in  der  ersten  Hälfte 
des  Jahres  1422  freigegdien ,    nachdem  die  Summe .  von  6000  Gulden 
zu  Gunsten  der  Sabina  Hausmann   erlegt    war.     So  ging  der  Vielge- 
prüfte mit  grossen  Verlusten  an  Ehre  und  Gut  aus  diesen  Streite  her- 
vor, und  musste  seitdem,  wenn  er  zu  Fuss  ging,  eine  Krfli^e  brau- 
chen ,  da  er  mit  eisernen  Fesseln  dergestalt  eingezwängt  worden  war, 
dass  er  mit  einem  Fasse  hinkte*    Seine  Gemahlin  Margaretha ,.  schon 
früher  kränkelnd,  unterlag  so  unerwarteten  Erlebnissen   immer  mehr^ 
und  starb  nach  wenigen.  Jahren  an  einer  auszehrenden  Krankheit,  nach^ 
dem  sie  ihrem  Hanne  fünf  Söhne  geboren.    Man  begreift   im  Anbe- 
trachte so   herben  Unglückes  die  bittem   Klagen    Oswalds    in   seinen 
spätem  Gedichten  über  die  Untreue  und  Vergänglichkeit  dieser  Welt 
nur  allzu  sehr. 

Aber  trqtz  aller  dieser  .misslichen  Zufiille  blieb  er,  seiner  politi- 


14 

«chen  Gesinnmig  unvmrückl  Iren,   enge  mit  dem  Kaiser  Sigmand  und 
seinen  Anhängern  in  Tirol  verbunden,  um  g^en  Friedriehs  Neu^nin- 
gen  jede  günstige. Gelegenheit  des  Widerstandes  und   der  Abwehr  zu 
benutzen.    Ulrich  und  Wilhelm  von  Starkenfoerg,    welche  sich  oiPen- 
bar  an  den  Kaiser  angeschlossen,  und  des  letzten  Zorn  gegen  Fried- 
Tieh  mit  ihren  Klagen  hervorgerufen  hatten,    traten  an  die  Spitze  der 
Bewegung,   und  bekriegten  aus  ihren  Sehlössem  ungescheut  die  lan- 
desfärstliche  Macht«    Besonders  diente  ihnen  das  feste  Schloss  Grei- 
fenstein gut,   um  dem  Herzoge    und   seinen  Leuten  allen    möglichen 
Schaden  zu  thun.    Es  kam   zwischen  I^riedrich  und  dem  Adel  an  der 
£tsch  im  Jahre  1433  zum   offenen  Kriege,   der  mit  allen  Gräueln  der 
Grausamkeit  befleckt  war ,  ohne  entschiedenen  Erfolg  für  beide  Theile. 
Aus  diesem  Grunde  nahm  Friedrich  seine  Zuflucht  zur  Unterhandlung, 
^r  berief  einen  Landtag   nach  Heran ,    und  ^uf  demselben  wurde  mit 
grosser  Mühe  endlich  das  neue  Landesrecht  festgestellt,  nach  welchem 
idle   Selbsthülfe  des  Adels   aufhörte,    und    die    Oberherrlichkeit   des 
Landesfürsten  über  alle   grossen  und  kleinen  Herren   von   Tirol'  ohne 
Appellation  an  den  Kaiser  Anerkennung  fand.    Dafür  gewährte  Fried* 
rieh    dem  Lande    die    vollständig    ausgebildete   Verfassung    der   vier 
Stände  zur  Ordnung    aller   innem  Angelegenheiten ,   jedoch  mit  der 
Beschränkung,  dass  er  selbst  das  Recht  hatte,  dem  Lande  seine  Frei- 
heiten anzusagen,    nicht  wie  es  früher  der  Adel   gegen    den  Landes- 
fttrsten  in  Anspruch  genommen  hatte. 

Kaiser  Sigmund  war  mit  diesem  Abfindniss  nichts  weniger  als 
zufrieden.  Er  berief  Oswald  zu  sich  nach  Ungarn,  angeblich  zu  ei- 
nem Zuge  gegen  die  aufrührerischen  Hussiten  in  Böhmen,  welche  die 
ganze  Christenheit  in  Schrecken  setzten.  Es  wurde  noch  einmal  der 
Plan  entworfen,  Tirol  mit  Reichstruppen  zu  überziehen,  und  der 
Uebermacht  Friedrichs  ein  Ende  zu  machen.  Zu  diesem  Ende  eilte 
Oswald  als  kaiserlicher  Geschäftsführer  nach  dem  Rheine,  um  die 
deutsche»  Fürsten  Air  iea  bevorstehenden  Einfall  ins  Tirol  vorzube- 
reiten. Friedrich,  der' um  diese  Zeit  selbst  in  Ungarn  erschien,  sei- 
ner Gerechtsamen  vor  dem  Kaiser  wahnmaehmen,  erfuhr  frühzeitig 
das 'ganze  Gewebe,  das  man  gegen  ihn  angezettelt  hei^e.  Er  benutzte 
einen  günstigen  Augenblick,  wo  Sigmunds  Politik  sich  nothgedmnfen 
auf  Oeslerreich  stflizeii  musste,    um  in  Böhmen  nickt   allen  Halt  zu 


15 

verlieren,  die  hnge  s€hwd>ende  tirolfsche  Sache  zu  erledigen.  Die 
Foif e  der  klugeii  ITnlerliandlungen  wtr  1424  eine  vOilige  Aussöhnung 
mit  dem  Kaiser,  weleher  den  neuen  Reehtszustand  in  Tirol  aner- 
kannte, und  dabei  Oswald  ginzHdi  vergass.  So  war  der  krttppel- 
hafle  unglttckliehe  Sendhothe  auf  einmal  blossgestelltJ  Die  noch  hie 
und  da  in  Tirol  widerstrebenden  Edelherren  wurden  mit  Gewalt  fillr 
die  neue  Ordnung  dar  Dinge  gewonnen,  nachdem  die  Burg  Greifen«^ 
stein  um  die  nämliche  Zeit  an  des  Herzogs  Krieger  flber^gegangen 
und  die  Macht  der  Starkenberger  gebrochen  war. 

In  unglaublich  kurzer  Zeit  war  fttr  Oswald  jeder  Anhalt  verloren. 
-Sein  Bruder  Michael  trat  1426  zu  Friedrich'  über ,  und  zog  den  Rest 
des  Adels  in  gleicher  Richtung  toiit  sich  fort.  Sein  Bruder  Leonhard 
musste  einlenken,  indem  er  durch  Michaels  Scharen  auf  Aichach  selbst 
zum  Frieden  gezwungen  wurde.  Er  suchte  heimlich  ins  Tirol  zu 
kommen,  und  dort  eine  gute  Gelegenheit  zur  Aussöhnung  mit  dem 
Herzog  abzupassen ,  wurde  aber  in .  den;  Verlanden  bei  Wasserburg 
eikannt,  und  als  gemeiner  Verbrecher  auf  das  Schloss  Vellenberg  bei 
Innsbruck  gebracht.  Dort  Hess  man  ihn  in  einem  unreinen  Loche 
längere  Zeit  gefesselt  liegen ,  bis  er  endlich  zum  Entscheide  seiner 
Sache  ins  Gefüngniss  nach  Innsbruck  abgeführt  wurde,  wo  man  ihn 
auf  die  demathigendste  Weise  behandelte.  Viele  Rflthe  des  Herzogs 
drangen  auf  Bestrafung  des  Gefiingenen  mit  dem  Tode ,  den  er  durch 
vieljährige  Untreue  verdient  habe;  aber  die  klugem  riethen  zur  Be- 
gnadigung. Dazu  war  Friedrich  selbst  geneigt.  Nach  seiner  Meinung 
war  ein  Dichter  leichter  geköpft  als  fttrs  Land  neu  gewonnen.  Dess- 
halb  verfügte  er  ,  nicht  ohne  grossen  Widerstand  in  seinem  eigenen 
Rathe  zu  finden,  Oswalds  Befreiung.  Dieser  erkannte  in  einer  Urkunde 
die  eingeführte  Landesordnung  an,  und  versprach  einen  Zug  gegen 
die  Hussiten  in  Böhmen  zu  thun.  So  ward  er  Im  Jahre  1427  ohne 
weitere  Beschädigung  in  die  HeiiAath  an  der  Etsch  entlassen. 

Er  schritt  bald  darauf  zur  zweiten  Ehe  mit  Anna  von  Embs, 
weldie  ihm  ebenfalls  mehrere  Kinder  gebar.  Im  Jahre  1490  zog  er, 
sdner  flbemommenea  Verpflichtung  getreu,  nach  Ungarn  zum  Streite 
gegen  die  Tarken  und  Hussiten ,  und  von  dort  mit  dem  Kaiser  auf 
den  Reichstag  nach  Nttmberg ,  der  sieh  Im  Jahre  1481  daselbst  ftir- 
sammelte.  *Es  wurde  eHi  neuer  Angriff  auf  die  HussHen  mit  100,000 


16 

Mann ,  unter  den  Befehlen  Friedrichs  von  Brandenburg ,  beschloissei^. 
Oswald  diente  im  Kreuzheere  mit  zwei  berittenen  Knechten.  Aber  das 
ganze  Unternehmen  scheiterte  an  der  Tapferkeit  der  Hussiten  unter 
der  Führung  Procops  des  Grossen.  Die  Deutschen  warfen  dich  in 
schmähliche  Flucht ,  und  Oswald  entkam  dem  verfolgenden  Schwerte 
mit  genauer  Noth.  Der  Kaiser  Sigmund  beschloss  nach  diesem  Un- 
fall einen  Römerzug  zu  thun,  um  sich  in  Rom  krönen  zu  lassen. 
Oswald  reiste  mit  ihm  in  seiner  alten  Eigenschaft,  als  Hitglied  der 
kaiserlichen  Kanzlei,  und  litt  mit  seinem  Gönner  alle  Noth,  die  auf 
solchen  Romfahrten  den  unmächtigen  deutschen  Kaisern  nie  ausblieb. 
Indess  gelang  es  der  Beharrlichkeit  Sigmunds,  den  Pabst  Eugen  den 
Vierten  zu  seiner  Krönung  zu  vermögen.  Er  kehrte  hierauf  durch 
Tirol  nach  Deutschland  zurück ,  wo  das  Konzil  zu  Basel  seine  Gegen- 
wart sehr  wünschenswerth  machte.  Oswald  trennte  sich  von  ihm  in 
Südtirol ,  und  diessmal  für  immer. 

Er  war  bereits  67  Jahre  alt,  und  durch  Leiden  aller  Art  gedrückt. 
Seine  zweite  Gemahlin  starb  um  diese  Zeit,  und  dieser  Unfall  machte 
sein  Alter  noch  einsamer.  Er  lebte  grösstentheils  auf  Kastelrutt  oder 
Rauenstein ,  und  seine  Gedichte  aus  dieser ..  Periode  schildern  eine 
sehr  freudelose  Einsamkeit,  an  der  tausend  böse  Erinnerungen  aus 
seinem  vorigen  Leben  nagten.  Er  wurde  gegen  das  Ende  seines  Le- 
bens unfähig  zu  gehen.  Man  fand  ihn  Tag  und  Nacht  in  sitzender 
Stellung.  Er  litt  an  einer  Wassersucht,  die  am  2.  August  1445 
sein  Leben  endigte.  Er  hinterliess  fünf  Söhne  und  zwei  Töchter. 
Maria,  eine  der  letztern,  wurde  Aebtissin  des  Klarissenklosters  zu 
Heran.  Sein  Sohn  Georg  starb  als  Kanonikus  in  Brixen.  Die  beiden 
Männer,  welche  so  entscheidenden  Einfluss  auf  sein  Leben  geübt 
hatten ,  Kaiser  Sigmund  und  Friedrich  mit  der  leeren  Tasche ,  waren 
ihm,  der  eine  1437,  der  andere  1439,  im  Tode  vorausgegangen. 
Sein  Bruder  Leonhard  starb  1438;  Hichae],  der  älteste  unter  den 
Dreien,  erst  im  Jahre  1451  in  einem  Alter  von  90  Jahren.  Oswalds 
Beisetzung  erfolgte  nicht  im  Dome  zu  Brixen,  sondern  zu  Neustift, 
wahrscheinlich  aus  dem  Grunde ,  weil  'er  die  letzte  Zeit  seines  Lebens 
mit  den  Bischöfen  zu  Brixen  nicht  besonders  gut  gestanden  hatte, 
und  seine  zwei  Gemahlinnen  ebenfedls  in  Neustift  begraben  worden 
waren.  Der  ihm  dort  gesetzte  Grabstein   aus  weissem  Marmor  ging 


47 

beiin  Umbau  der.Kyehe«!»  Uiiachtsfliiikeii  Yerloren.  Km  vor  seinem 
Tode  sammelte  st  aocJi  seine  Lieder,  und  hiBteiMess  zwei  sehr  leser- 
liche Handschriften  ,  vdft  denen,  neeh  besondecsr  die  Rede  seyn  wird. 

Von  seinen  Nachkommen  ist  sein  Sohn  Oswald  der  Zweite 
am  merkwürdigsten,  als  iltammvater  der  Grafen  von  Wolhitisteifi- 
nodenegg.  Denn. des  letztern  Sohn,  Veit  von  Wottenstein,  eia 
tapferer  Krieger,  erhielt  vom  Kaiser  Maximilian  für  seine  treuen 
Dienste  das  ScMoss  Roden  egg,  in  der  Gemeinde  gleiches  Namens 
ob  Brixen ,  zum  Geschenke.  Als  er  kinderlos  starb ,  trat  sein  Bruder 
Michael  in  seine  Erbschaft  ein,  .und  pflanzte*  das  Geschlecht  der 
Grafen  von  Wolkettstein«>Rodeneg^  fort.  Die  Grafen  von  WolkensteiHL 
Trostburg  stammen  vi)n  Oswalds  Bruder  Michael  ab,  während  die 
Linie  des  wolkensteinischen  Geschlechtes  vom  dritten  Bruder  Xeon- 
hard  längst  ausgestorben  ist.  Michaels  Enkel,  Wilhelm  der  Erste, 
wurde  vom  Kaiser  Maximilian  zum  Freiherm  erhoben,  eine  Wtitde, 
die  bald  auch  auf-  die  Herren  von  Woikenstein  -  Rodenegg  ttberging. 
Gegen  das  Jahr  1628  wurde  den  Wolkensteinern  auch  die  Grafen- 
wftfde  zu  TheiL 

Oswalds  Gedichte  sind  noch  in  drei  mir  bekannten  und  zur  nach* 
folgenden  Herausgabe  derselben  benutzten  Handschriften  vorhanden. 
Die  beste  derselben  beskzt  ein  (ihraf  von  Wolkenstein  in  Innsbruck, 
in  Grossfolio  auf  Pergament ,  .  mit  liem  eingezeichneten  Porträte  des 
Dichters,  und  den  von  Oswald  seihst  komponirten  Sangweisen  im 
Choral.  Sie  wurde,  nach  einer  Anmerkung  im  Schlosse  Rodenegg, 
im  Jahre  1442  von  Oswald  selbst  voHendet.  Die  zweite  Handschrift 
im  Quartformat  auf  Papier  mit  einem  fehlenden  Blatte  ohne  Sangwei- 
seD,  im  Ferdinandeum  zu  Innsbruck,  ist  eine  Abschrift  der  erstge- 
nannten  durch  die  nämlidie  Hand,  aber  mit  sorgloser  Scfaieibart,  und 
weil  am  spätesten  gegen  das  Jahr  1444  verfasst,  mit  einigen  bed^- 
lenden  Gedichten  vwmehrt.  Die  dritte  Handschrift  mit  Sangweisen 
auf  Papier  befindet  sich  in  der  Hofbibliothek  zu  Wien.  Der  grösste 
Theil  derselben  wurde  schon  im  Jahre  1425  verfertiget,  wid  der  Rest 
später  ohne  viel  Scharfsinn  in  der  Auswahl  und  in  der  Schreibung 
angeflickt,  jetzt  in  einer  Abschrift  von  Goldhann  vorfindig  im  Ferdi- 
nandeum zu  Innsbruck.'  Daher  ist  sie  in  kritischer  Bezieiiiung  die 
mangelhafteste  aus  allen  dreien.  Eine  vierte  einst  in  Trostburg  befi»d- 

2 


18 

liehe  Handsekrift  soll  Jus  Ausländ  gekommen  ^  und  jetzt  in  Jena  zu 
ünden  seyn,  Ich  konnte  darüber  nickts  Zuverlässiges  in  Erfahrung 
bringen.  Der  Mgenden  Ausgabe  Hegt  die  Inhsbrucker  Handschrift  zu 
Grunde,  mit  beständigem  Beiratk  dtr  Wolk^steiner -*  und  Wiener- 
handsollrift ,  so  dass  sie  nicht  bloss  vc^lstSndtg  abgedruckt,  sondern 
mit  den  ihr  fehlenden  Gredicbten  aus  den  zwei  übrigen  ergänzt  wor- 
den ist.  Schön  aus  der  fasi  gletchM^tigen  Entstehung  der  beiden  vor- 
züglicheren Handschriften  seUiesst  jeder  Sachverständige  wohl  von 
selbst,  dass  die  Varianten  aus  denselben  für  den  Text  nidit  von  Be- 
deutung waren.  Fühlbarer  verschieden  war  dagegen  die  Bildung  des 
Textes  in  der  Wienerhandschrift  im  Vergleiche  mit  dem  Texte  der 
zwei  spätem.  Die  Neigung  des  Schreibers ,  das  Tirolische  und  Hund^ 
artlicbe  auf  das  Strengmittelhochdeutsche  zurückzuführen ,  und  selbst 
ein  theilweises  Hinüberspielen  ins  Niederdeutsche  ist  darin  nur  allzu 
bemerkbar,  während  in  den  beiden  andern  ein:  Herausgehen  aus  den 
älfem  Sprachformen  ins  gewöhnliche  Idiom  von  Tirol ,  wie  es  damals 
4tt  Schriftweriten ,  namentlich  der  wolkensteinischen  Archive,  anzu- 
treffen ist,  überall  zu  Tage  tritt.  Ich  hielt  diese  chiffakteristische 
Beweglichkeit  der  Sprache  fest ,  und  deutete  die  altern  Sprachformen 
grösstentbeils  in  den  Varianten  an. 

Die  Gedichte  selbst  wurden  nach  ihrem  Inhalte  in  historische, 
erotische  und  religiösmorarlische  eingetheilt.  Was  lür  den 
Standpunkt  der  hochdeutschen  Sprache  ungewöhnlich  oder  schwer  ver- 
stättdlich  schien,  habe  ich  in  einem  eigenen  Worthuche,  mit  beson- 
derer Rücksicht  auf  die  tjroiische  Volkssprache,  eiiättterli.  Daran 
schliessen  sich  ein  Variantenverzeichniss  mit  den  ndAige«  Ajimerkun-* 
gen  über  den  Sinn  jedes  einzeln«!  Gedichtes,  «sd  Musler  der  Sang- 
weisen, welche  für  den  Stand  der  Husik  im  15.  Jahrhundert  nicht 
ganx  uninteressant  seyn  werden. 


•swaMs  Clctfchf». 


2* 


A. 


Htetertoclie  CvetUcliie. 


I. 


i. 

!s  faegt  siek,  A6  ich  was  von  zehen  jAren  all, 

ich.  wolt  besehttif  wie  die  werlt  wer  gestak; 

mit  eilend,  annut  mangen  winckel,  Jiais  iiiid  kalt, 

hab  ich  gepaut  bey  cristen,  kriechen,  haiden. 

Drey  pfeaning  in  dem  pewtel  und  aln  stucklfn  .pr6t, 

Das  was  von  haim  mein  zenmg,  dd  ich  lieff  in  ndl, 
7.    von  fromden  freunden  sd  hab  ich  mangen  tropfen  rdt 

gelassen,  seyder  ^t^a  ich  wandt  verschaiden. 

Ich  lleff  ze  ftiess 

mit  swerer  puess, 

bis  das  mir  starb     '  - 

mein  vater  iwftr, 

vol  vierz^n  jär 
14.    nye  ros  erwarb, 

wann  ain(e)s  raubt,  stal 

ich  halbs  zu  mal 

mit  valber  varb, 

und  des  geleich  schied  ich  davon  mit  laide. 

Zwar  renner  koch 

s6  bas  ich  doch. 
21.    und  marstaler^ 

auch  an  dem  rueder 


zoch  ich  zu  mir, 
das  was  swer 
in  kandiä 
und  anderswä, 
auch  biderhär 
28.    vil  mangeiT  kytel  was  mein  pestes  klaide. 

2.  • 

J.    66n  i^aipien,  HltvTiint  tarMirey,  tirckey«  ub«r  mtx 

g^n  franckreich,  lampart,  yspanien,  mit  zwayeu  kunges  her 

traib  mich  die  mynn  auff  meines  aigen  geldes  ber, 

rueprecht,  Sigmund,  baid  mit  des  adlers  streiffen. 

Frahzoisch,  morisch,  katlönisch  und  kastiliän, 

teutsch,  latein,  windisch,  lampartisch,  reuschisch,  und  romän, 
7.    die  zehen  s{M*äch  h^b  ich  gepraucht,  wann  mir  zerftn. 

auch  kund  ich  fidlen,  trummen,  paugken,  pfeiffeiu 

Ich  hab  umbfarii, 

ins!  und  arm, 

manig  land 

auff  seheffen  gros; 

der  ich  genos 
14.    von  Sturmes  band, 

des  hoch  und  nider 

meres*  gelider 

vast  berant. 

die  schwartzen  see  16rt  mich  ain  vas  begreifen, 

Dö  mir  zerbrach 

mit  ungemach 
21.    mein  wargatein, 
.  ain  kaufman  was  ich, 

doch  genas  ich, 

und  köm  hin, 

ich  und  ain  reuss, 

in  dem  gestreuss 

haubtgut  gewin, 
28.    das  sucht  den  grund,  und  swam  ich  zu  dem  reifen. 


23 

i .  .  Ain  kunigin  von  aivagdo  was  schdn  uiul  lart, 

dafür  ich  knyel  zu  willen,  raucht  ich  ir  den  part, 

mil  hendiein  weis  bant  sy  darein  ain  ringltn  zart 

lieplich  und  sprach :  non  mayplus  dislig«des ! 

Vo|»  yren  handen  ward  ich  in  dieören  mein 

gestochen  durch  mit  ainem  messin  nedelein,. 
7.    nach  ir  gebonhait  slös  sy  mir  zwfin  ring  darein^ 

die  trug  ich  lang,  und  iient  man  sy  raicAdes. 

Ich  sucht  zu  stund 

kunig  Sigmund, 

wo  ich  in  vand, 

den  mund  er  spreut^t, 

und  madit  ain  krentz. 
14.    &6  er  mich  kant, 

er  nieft  mir  schir: 

in  zaigest  mir 

hie  diesen  tant, 

fireuntlich  mich  fragt:  tun  dir  die  ring  nit  laides? 

Weib  und  auch  man 

schauten  mich  an 
21.    mit  lachen  so 

mein  persdnier 

kungltcher  zier, 

die  waren  dft     . 

zu  parpiän, 

ir  pabst  von  lün, 

genant  petrö^ 
28.    der  romisch  kSnig  der  zehent  und  die  von  praides* 

4. 

1.    Mein  tummes  leben  wolt  ich  verkem,  das  ist  wär^ 
und  ward  ain  hialber  weg^rt  wol  zbay  gantze  Jftr. 
mit  andacht  was  der  anfang  sicherltcben  zwdr, 
h^t  mir  die  mynn  das  ende  nit  erstoret. 
Die  weil  ich  rait  und  suechet  ritterliche  spjl 
und  dient  zu  willen  ainer  fraucn,  des  (der?)  ich  hil, 


i 


24 

7.    die  woU  mein^nie  genäden  ainer  nusseii  vil, 

bis  das  ain  kutteti  meinen  leib  p«doret. 

fr ' 
Yil  manig  ding 

mir  dd  gar  ring  -  *    -    - 

zu  banden  ging, 

da  mich  die  kappen 

mit  der  läppen 
14.    umbeflng. 

zwar  vor  und  seyt         •        . 

mir  nie  kain  maid 

so  wol  verhing, 

die  m^ine  wort  freuntlich  gdn  ir  geboret. 

Mit~  kurtzer  snur 

die  andacbt  für 
21.    zum  gibel  aus,    ■ 

dö  ich  die  kutt 

von  mir  dft  schutt 

in  nebel  raus. 

seyd  hi%  mein  leib 

mit  laid  vertraib 

mit  mangem  straus  * 

28.    gellten  und  ist  mein  freud  halb  erstoret. 

5. 

1.    Es  wer  zu  lang,  solt  ich  erzelen  all  mein  ndt, 

ja  zwingCeDt  mich  erst  ain  ausser  weites  mundiein  röt, 
davon  mein  hertz  ist  wunt  bis  in  den  pittern  tdd. 
vor  ir  mein  leib  hat  manger  savais  berunnen, 
Dick  rdt  und  plaich  hat  sich  verii6rt  mein  angesicht, 
wann  ich  der  zarten  diem  hab  genomen  pflicht, 

7.    vor  zittren,  seiiflftzeu  hab  ich  oft  empfunden  nicht 
des  leibes  mein,  als  ob  ich  wer  verbrunnen. 
Mit  grossem  schrick 
sd  pin  ich  dick 
zbay  hundert  meil 
von  ir  gerosst, 


35 

und  nie  getrost 
14.*  zu  kainer  weil. 

kelt,  regen,  snee  .      ' 

tet  nie  ^  wee, 

mit  frostes  eyl 

ich  brunne,  waim  mich  hitzt  die  lieb  snnn^.  . 

Won  ich  ir  pey, 

so  ist  unfrei 
21.    mein  mitt  und  mäss, 

von  ainer  fhiuen 

so  muss  ich  pauen 

eilend  strdss 

in  wildem  rAt, 

bis  das  gei^d 

\k%  yren-  hass 

28.    hulf  mir  die,  mein  traur^  kim  zu  wunne. 

» 

6. 

1.    Yierhwidert  weib  und  m6r  ftn  aller  manne  zal 

vand  ich  zu  nyö,  die  wonten  in  der  insl  smal, 

kain  schöner  pild  besach  nie  mensch  in  ainem  aal, 

noch  mocht  ir  kaine  diesem  weib  gehanaen, 

Von  der  ich  trag  auff  meinem  «rugk  fliii  sbere  hSrd. 

ach  got,  wesst  sy  doch  halbe  meines  laides  burd, 
7.    mir  wer  vil  dester  ringer  offi,  wie  wee  mir  wSrd^ 

und  hdt  geding,  wie  es  ir  must  erparmen. 

Wann  ich 

in  eilend  dick 

lyein  hend  oft  winden  muss, 

mit  grossem  leiden 

tun  ich  meiden 
4^4.    Iren  grus, 

spät  und  auch  fru' 

mit  kainer  ru 

so  slaff.ich  süess, 

das  klag  ich  yren  zarten,  weyssen  armen. 


26 

Ir  knaben,  maid, 

bedenkt  das  laid,  ,  ' 

21.    die  inyni\e  pflegen, 

wie  wol  mir  ward^  *. 

•da  mir  die  eart^ 

pot  yrcjp  ßeg^en. 

zbftr  auf  mein  6r,    ' 

west  ich  nit  m^r 

ir  widergegen, 
28.    des  must  mein  aug  in  zähem  dick  erbaripen» 

7. 

i.    Ich  hftn  gelebt  wol  vierzigk  jAr,  leicht  mynder  zway, 
mit  toben,  wüeten,  tichten,  singen  mangerlai, 
es  wer  wo!  zeit,  das  ich  meins  aigen  kindes  gesohray 
^Itdhen  hört  in  ainer  wiegen  gellen.  "   . 

So  kan  ich  der  vergessen  ymmer  ewigkllch 
die  mir  hat  geben  mut  auf  disem  ert(e)r!ch 

7.    in  aller  werit  kund  ich  nit  vinden  Iren  g(e)l(e)lch, 
auch  furcht  ich  s€r  M!oh«r  weibe  pellenn. 
In  urtail,  rdt 
vil  weiser  hfti 

»  I 

gescbetzet  mich, 

dem  foh  gevallen 

hftn  mit  schallen 
14.    liederltch. 

Ich  wolkenstain 

leb  sicher  klain 

vemuffigkltch,  .^ 

das  ich  der  werlt  alsd  lang  begynn  zu  hellen ; 

Und  wol  bekenn 

ich,  wais  nit  wenn 
21.    ich  sterben  sol, 

das  mir  nit  scheiner 

volgt  wann  meiner 

werche  zol. 


h^t  ieh  dann  got 
m  60iiii  gebol 

gedienCe)^  woi 
26.   sd  Toroht  ich  klain  ion  haisser  flamme  wellen. 


1. 
i.    IX^ie  vil  ich  sng  und  lichte, 
den  lauf  d^  werfde  not, 
das  achatz  ich  ala  für  nichte, 
4.    wann  ich  hedench  den  töd, 
der  mich  nit  wil  begaben, 
wie  verr  idi  von  im  Ur, 
und  atelt  mir  nach  dem  lebeni,' 
8.    sein  giiig  mir  nahen!  sdr« 
An  widerpdt  in  «atzen 
zettdn  er  «as  all  hiadan, 
mit  scharfen  Mi^en  latzen 

12.    er  yedem  richten  kann« 
gut  frid  ist  im  zerunnen,* 
gar  snell  walt  sein  gevert, 
wer  ich  im  nit  entruimen,' 

16.    er  hdt  mich  langst  verzert. 
In  wassw  und  auff  lande^ 
ze  rdsse^  fuessen  dick 
h^t  er  mich  an  dem  pande 

20.    verknüpft  mit  snellem  strick, 
h^  ich  all  schetze  fanden^ 
die  soldan  ye  erkds, 
die  mnesi  er  hin  verslunden, 

.  24.    wer  iclf  gewesen  Ids,  . 

Mit  vaUei),  wassers  trencke, 
und  grösser  wunden  tieff, 
siben  mal  ich  gedencke, 

28.    noch  hab  ich  kainen  brieff. 


28 

•     das  er  mich  sichmi  welle 
zeit,  weil,  minul,  noch  quist, 
er  ist  mein  zergeseUe, 
32.    got  wais,  wie  er  mich  vindt. 

1.    Mit  wärhait  wil  ich  sprechen, 
von  6rst  ain  not  gezalt, 
mit  ainem  pflag  ich  zn  stedien, 
4.    auf  rdssen  gros  und  valt, 
ain  tur  von  klafters  klymme, 
und  dreyer  fuesse  weil, 
da  für  ich  durch  mit  grymme, 
8.    dannocht  was  es  nit  zeit. 
Wol  vier  und  zbainzig  Staffel 
tieff  in'  ains  keler  grund, 
die  viel  ich  ab  mit  raffel, 

12.    mein  ros  zerbrach  den  slund, 
mich  daucht  ich  woll  vensincken 
in  ainem  vass  mit  w^, 
yedoch  pdt  ich  zu  trincken 

16.    den  guten  gesellen  mein. 
Darnach  über  ettlfch  wochen 
got  l^h  mir  seinen  hfit, 
ain  scheff  ward  mir  zerbrochen 

20.    auff  wildem  meres  flut. 
ich  1^  ein  vas  begreiffen 
mit  gutem  malfasir, 
das  roch  mich  zu  den  reiffen, 

24.    verzagt  s6  h^.  ich  schir. 
Und  nach  derselben  raise 
so  was. mein  6rste  gftb, 
gefangen  und  ain  wayse 

28.    ward  ich  all  meiner  hab. 
mein  haubt  h6t  volgesungen, 
von  siegen  ward  es  kranck  . 


39 

aach  ward  in  mich  gedrungen 
32.    ain  swert  nfteh  halbes  langk. 

3. 

1.    Auch  swymmen  wolt  ich  Idren 
auif  aineih  tieffen  see, 
dd  schös  ich  zu  der  erden,   " 
4.    das  mich  saeh  nyemant  mee, 
vil  über  ain  gute  stunde 
dd  kdm  ich  aus  der  hitz, 
visch  sucht  ich  an  dem  gründe 
8.   jnit  meinem  nasen  spitz. 
GeAihgen  und  gefuret 
ward  ich  ainst  als  ain  dieb, 
mit  sailen  zu  gesnuret, 

12.    das  sehuff  meins  hertzen  lieb, 
von  der  ich  hab  erworben 
mein  aigen  ieideh  swer, 
wer  sy  noch  ainst  gestorben 

16.    noch  ist  sy  mir  gevar. 
Des  pin  ich  worden  inne, 
dd  ich  g^n  ungern  rait, 
noch  von  derselben  mynne 

20.    kdm  ich  in  grosses  laid. 
in  wasser,  wetter,  wegen  , 
husch  l^rt  ich  mayerol, 
und  was  auch  hftch  belegen, 

24.    der  tauggel  ward  ich  vol. 
Das  ist  ain .  wasi^er  isnmpern 
von  höhen  klapffen  gros, 
darin  viel  ich  mit  pumpern 

28.    des  gaugels  mich  verdrös, 
ich  wett  umb  all  die  stainer  •■" 
palirt  durch  ed(e01  dach, 
ob  doch  aus  hundert  ainer 

32.    plib,  gaugelt  er  mir  nach. 


30 


1.    Darnach  pey  ärkbitb  |ftren 
mir  trauren  ward  bekant, 
von  haim  sÖ  wolt  ich  varen 

4.    ain  rais  in  fromde  landt, 
in  Portugal,  grdndten; 
yspanii,  barbarey, 
.    darinn  kdm  mir  zu  staten 

8.    vil  krumper  siampSiney. 
Ain  hertzog  hochgdK)ren, 
gehaissen  fridereich, 
bebeist  mir  seinen  soren, 

12.    des  ward  ich  lutz(e)l  reich, 
durch  in  ward  ich  gefimgen 
an  schuld  auf  meinen  leib, 
ich  wand  es  wer  zei^angen 

16.    auif  diser  erden  plefb. 
G(ü  llt  nit  ungestraffet 
von  seinem  höchsten  stuel, 
des  pin  ich  wild  gezaflfet, 

20.    danck  hab  mein  alter  puel, 
die  mir  häl  au  gepfiffen 
vil  meines  Idhes  not, 
wie  wol  sy  hat  begriffim 

24:    vor  lang  der  bittre  töd. 

Ir  letz  die  slach  der  schauer, 
und  kratz  der  wilde  per, 
die  ist  mir  worden  sauer 

28.    das  ich  ir  nymmer  ger. 
hiet  ich  die  lieb  versudert 
pey  ainem  haissen  glut; 
des  wer  ich  bas  gefiidert    . 

32.  an  leib,  s61,  ^r  und  gut. 

5. 
1.    Es  wer  noch  vil  zu  sagen, 

dd  wil  ich  lassen  von. 


31 

was  ich  In  jungen  tagen 
4.    geabenteuerl  Min 

•  mit  kristan,  reussen,  häiden, 
in  krieoben  gute  seit, 

der  schnpff  wil  mir  erlaiftenn, 
8.    seyd  micli  das  alter  reit, 

•  Und  wäis,  wann  er  nich  zmket, 
davon  ich  lu|b  gesait, 
stumpfflichen  nid^  pucket, 

12.    wie  schöa  wer  ich  beniH. 

wurd  mich  der  ricbter  hauen 

mit  seinem  strengen  sail, 

0  wee  des  grossen  grauenn, 
16.    wem  wurd  ich  dann  zu  taiK 

Darunb,  ir  fimten,  herren, 

so  gebt  enek  selber  räty 

ich  tarif  euch  nit  xu  l^ren, 
20.    ir  secht  wol,  wie  es  gät. 

all  menig,  arm  und  reiche, 

macht  euch  der  siinde  keusch 

das  euch  nit  ubersleiehe 
24.    der  tdd'mit  seim  gereusch. 

Werlt,  mich  nymbi  ymmer  wunder, 

wer  dick  nur  hab  gepki^, 

und  siehst  teglfch  besunder, 
28w    das  uns  der  töd  entrent 

heut  friseh,  starek,  morgen  krancklich 

und  über  morgen  tdd, 

dein  lob  ist  unverfanckltch, 
32.    bedenckst  du  nit  die  not. 


f. 
1.    Durch  barbarey,  änlbiä 
dureK  liermany  in  persia . 


Il 


38 

durch  lartary  in  suriA, 
durch  rdmant  in  turgift^ 
5.    ybenud, 

der  Sprung  hab  ich  vergessen« 
Ihirch  reussen,  preussen,  eyffenlandt 
g^n  littd,  liffen  ubem  strsuit 
g^n  tennmarch,  sweden,  in  prabant, 

10.    durch  ilandem,  fninkreich,  engelandt 
und  schottenlandt 
hab  ich  lang  nit  gemessen. 
*     Durch  arragöo,  kastilie, 
grändteu  und  affiren, 

15.    aus  Portugal,  yspanie, 

bis  g^n  dem  vinstern  stereii, 
von  profentz  gön  marsilie, 
in  räces  vor  saldren, 
daselbs  belaib  ich  an  d^  ee, 

20.    mein  eilend  da  zu  m^ren 
fast  ungeren. 

Attff  ainem  runden  kpf(e)l  smal 
mit  dickem  wald  umbfangen, 
vil  kdher  perg  und  tieffe  tal, 

25.    stain,  standen,  stock,  snee,  Stangen, 
der  skk  ich  teglteh  äne  zal, 
noch  aines  tut  mich  pangen, 
das  mir  der  klainen  kinditn  schal, 
mein  ören  dick  bedrängen, 

30.    band  durchgangen. 

2. 

1.    Wie  vil  mir  6ren  ye  beschach 
von  fursteno,  kiTnigin  gefach, 
und  was  ich  freuden  ye  gesach, 
das  puess  ich  alls  under  ainem  dach, 

\    mein  ungemach 

der  hftt  ain  langes  ennde. 


38 

Yil  guter  witz  der  ging  mir  n6t, 
seyd  ich  muss  sorgen  umb  das  prdt, 
dazu  so  wirt  mir  vil  gedröt, 
10.    und  t|;ost  micli  nit  ain  munditn  rdt, 
den  ich  ee  pöt, 
die  lassen  mich  eilende, 
wellent  ich  gugk,  so  hindert  mich 
köstlicher  ziere  sinder, 
15.    der  ich  ee  pflag,  dafür  ich  sich 
nur  kelber,  gaiss^  pock,  rinder, 
und  knospöt  leut,  sbartz,  hesseltch, 
Yast  ruessig  g^n  dem  winder, 
die  geben  mut,  als  sackwein  tut, 
20.    vor  angst  slach  ich  mein  kinder 
vast  hinhinder. 

Sd  kumbt  ir  mueter  zugepraust, 
zwar  die  begynnt  zu  schelten 
geb  sy  mir  aines  mit  der  faust 
25.    des  must  ich  s^r  entgelten. 

sy  spricht :  wie  hdstüs  nü  erzaust 
die  kind  zu  ainem  zelten, 
ab  yrem  zor(e)n  mir  da  graust, 
doch  mangel  ich  sein  selten 
30.    scharff  mit  spelten. 

3. 

1.    Mein  kurtzweil  die  ist  mangerlay, 
nur  esel  gesang  und  pfäben  geschray, 
des  bunscht  ich  nit  m^r  umb  ain  ay, 
vast  rauscht  der  pach  nur  hurlachay, 

5.    mein  haubt  enzbay, 

das  es  begynnt  zu  krancken. 
Also  trag  ich  mein  aigen  swer 
teglicher  sorg,  vil  poser  mer 
wirt  hauenstain  gar  seiden  1er 
10.    mocht  ichs  gewenden  an  gever, 


34 

oder  wer  das  wer, 

dem  woU  ich  ymmer  dancken. 

Mein  landes  fürst  der  ist  mir  gram, 

durch  poser  leute  neyde, 
15.    mein  dinst  die  sein  im  widerzam, 

das  ist  mir  schad  und  laide, 

wie  wol  mir  sust  kain  fürstlich  stam 

pey  meinem  guten  ayde, 

nye  hat  geswecht  leib,  6r,  gut,  nam 
20.    in  seinner  fursten  waide, 

köstlich  raide. 

Mein  freunt  die  hassen  mich  uberain, 

ftn  schuld  des  mus  ich  greysen, 

das  klag  ich  aller  werlt  gemain 
25.  den  frummen  und  den  weysen, 

darzu  vil  höhen  fursten  rain^ 

die  sich  ir  6r  Iftnd  breisen, 

das  sy  mich  armen  wolkenstain, 

die  wolff  nit  län  erzaisen, 
30.    gar  verbaisen. 

IV. 

I. 

1.    IBITer  machen  well  den  peut(e)l  ring, 
und  im  desselben  wol  geling 
der  frag  den  beg  g^n  überling,  . 
dft  gelten  Yierzeh(e])n  pfifferling 
5.    funffzehen  Schilling 
der  costnitzer  geslagen, 
und  sechzeh(e)n  haUer  umb  ain  ay, 
der  zb^n  und  dreissigk  gelten  zbay, 
fleisch  lütz(e)l,  kraut  ain  gross  geschray, 
10.    aus  klainer  schiissCe)!  gät  der  ray 
von  mangem  lay, 
dem  hungrig  ist  sein  magen» 


35 

Ain  wassermiis  in  ainer  pfann^ 

die  prdten  kurtz  gemessen, 
15.    bildprat  und  viscii  sein  in  dem  pann, 

der  turrent  ir  nit  essen. 

damit  wol  auff,  hebt  euch  von  dann, 

ir  seit  zuiang  gesessen, 

zb^n  groschen  so  geh  yedermam, 
20.   des  sult  ir  nit  vergessen, 

wol  anhin  hessen. 

Nit  lenger  ich  gepeiten  mag, 

nü  ziecht  die  riem,  gesellen, 

nach  dem  sd  ist  kain  andre  frftg, 
25.   ich  gib  euch  kurtze  eilen, 

und  nym  die  langen  ndch  dem  tag, 

das  gelt  läl  von  euch  snellen. 

zal  gilt,  du  must,  das  ist  mein  sag, 

ich  wolts  nit  anders  welen 
30.    mit  ainer  kelen. 

t 
1.    Vast  suesser  wein  als  slehen  tranck 
der  reuhet  mir  die  kel  so  kranck, 
das  sich  veryert  mein  hels  gesangk, 
dick  g^n  tramynn  st^t  mein  gedanck, 
5.    sein  herter  tbanck 

pringt  scharffen  ungelimpffen. 
Wann  er  gibt  freud  und  hdhen  mut, 
recht  als  der  sack  dem  esel  tot, 
sein  rass  erschrecket  mir  das  plut 

10.   davon  sd  wird  ich  svrach ,  unfiriit, 
sein  wilde  flut 

Schaft  mir  den  triel  verrimpffen. 
Zbdr  guter  kui*tzweil  sieht  man  vil 
da  mitten  auff  dem  platze 

15.    mit  tantzen,  singen,  saittenspil 
von  ainer  rauhen  katze. 


36 

g^n  uberltng  ich  nit  enwil 
mdr  frdgen  nach  dem  schätze, 
ich  holt  dann  ainen  siegelstil 

20.   da  kauifen  umb  ain  ratze 
in  zu  tratze. 

Mein  wiert  der  was  beschaiden  zbär, 
er  schied  das  gold  von  leder, 
das  nam  ich  ^n  der  pettstat  war, 

25.    zbellf  Pfenning  gulten  ain  veder , 
und  kom  ain  alter  karren  dar, 
er  Hess  im  nit  die  reder, 
sein  lob  ich  nit  gepreysen  tar 
als  ainen  paum  von  zeder 

30.   des  selben  fleder. 


3. 

1.   Den  pessten  schätz  ich  dd  verschreib, 
zbär  das  was  mist,   und  alte  weib, 
und  faiste  swein,  gemesst  mit  kleib, 
vil  floch  mit  langer  weil  vertreib, 
5.   der  pauren  leib 

wolt  mir  nit  lenger  smecken. 
Doch  reut  mich  noch  ain  klainat  kraus 
das  was  die  dierCe)n  in  dem  haus, 
zbai  prijstlein  als  ein  Oedermaus 

10.    trug  sy  vor  an  irs  hertzen  paus, 
ir  kratzen ,  zaus 
vi!  mangen  tet  eCr)schrecken. 
Zwdr  smale  fSsltn  als  ain  schilt 
trait  sy  in  paiden  schuehen, 

15.   darob  zbay  painlin,  klain  gedilt, 
recht  als  ain  dicke  puehen , 
ir  ermltn,  hendltn  sind  gevilt 
weis,  als  ain  swartze  ruehen, 
vil  grösser  sieg  der  was  sy  milt , 


37 

20.   mit  sweren  und  mit  fluehen 
kund  sy  das  tuhen. 
Verporgen  was  der  liechte  glantz 
von  perlfn  und  von  spangen 
zu  Überlingen  an  dem  tantz, 

25.   und  dö  man  inn  solt  prangen, 
unlobltch  was  des  mayen  krantz 
pey  rosoldchten  wangen, 
nur  pey  dem  ofen  stund  mein  schantz, 
mit  kinds  geschray  umbfangen , 

30.   das  tet  mich  pangen. 


V. 


(Wienerhandschrift.) 

1. 

i.  Der  seines  laids  ergeczt  well  sein, 
und  ungeneczt  beschoren  fein 
der  ziech  g6n  costnicz  an  den  rein 
ob  im  diß  rayss  wol  füge, 
darinn  sd  wont  manCi)g  frewlein  czart, 

6.  dy  kunnen  grasen  in  dem  part, 
ob  sich  kain  hftr  darinn  verschart, 
daz  er  nil  geren  trüge, 
mit  ainer  sd  traib  ich  den  schimph, 
zwar  des  gewan  ich  ungelimph, 
des  IM  sy  mich  ain  süssen  rimph, 
12.  als  der  mich  wol  erslige. 

ain  band  sy  mir  imm  part  vergass, 
dy  langen  hftr  sy  darauss  las, 
dy  weil  der  kurczen  aines  was, 

16.   sy  daucht,  es  waren  kryege. 


38 

2. 

1.   Hör,  trawt  gesell,  was  ich  dir  aeg^ 
genesch  wil  haben  allezeit  sieg, 
ain  andre  dy  zaigt  mir  die  weg 
mit  ainer  fewst  zwn  ören, 
das  mir  das  besser  aug  vergieng, 

6.   wie  ich  die  ^rtrunck  zarg  Vervieng, 
und  meinen  triel  vast  darumb  hieng, 
dest  6  wurd  ich  zum  tdren. 
und  wer  aim  leicht ,   das  ist  ain  gelt, 
schon  Eis  und  All  (die)  gänt  den  zeit 
hin  gitrappen  über  twerches  veld, 

12.    des  hab  wir  nie  verloren, 
der  leib  mich  da  erfrewet  ser 
des  wart  mein  armer  part  entwer 
gestrowet  in  dy  Stuben  hin  und  her, 

16.    recht  als  der  sat  das  korCe)n. 


1.  Dö  ich  gedacht  am  podemsee, 
zestund  tet  mir  der  pewtel  w6, 
mit  Schilling  ich  das  a  b  c 
must  ISren  pey  der  wyde. 
Zal.  gilt,. du  must,  was  ir  gesangk, 

6.   dem  (der?)  stainbrecher  von  Nesselwangk, 
vil  zomickleichen  g^n  mir  Jdangk, 
wes  ich  dort  hann,  nit  plybe. 
in  daucht  ains  wo) ,   ich  war  ain  Oasch, 
er  nam  das  gelt  Hess  mir  die  tasch, 
ich  wil ,  daz  er  des  klainen  gnasch 

12.   noch  kainem  nit  verczigen. 
Ich  han  gewandelt  manig  her 
g^n  preussen ,  rewssen ,  über  mer, 
zwar  ich  gesach  nie  scherpffer  wer 

16.   von  schinden,  schaben  germe  (gme?) 


39 

4. 

1.   Ain  hdch  gepraBg  von  klainem  glancz, 
▼ast,  edel,  nottig,  swacher  swancz 
was  uns  nicht  tewr  an  dem  tancz 
czu  costnicz  dort  in  swäben, 
und  h^t  ich  funden  in  solchem  lauf 
6.  so  wolfail  aller,  hendltn  kauf , 
der  peitel  wer  mir  selten  auf 
getan  in  ainem  gelt  zu  schaden, 
was  ich  in  ein  tag  gehab  geirrt, 
das  dawcht  die  frewltn  gar  unwert. 
sy  sprach:  ich  wer  ir  hewr  als  verd, 

12.   die  ab  mir  wand  den  kragen. 

Ich  sayt,  Junckfraw,  pleibt  inn  der  hewt, 
jft  seyt  ir  auch  als  ander  lewt, 
oder  ist  ewer  leib  von  gold  gedrewt, 

16.   das  mocht  ir  uns  doch  sagen. 

5. 

1.   Zwar  mir  sayt  ainst  ain  weyse  mugg, 
geleiche  purd  prech  nymd  den  rugg, 
und  siechte  gwin  ain  edle  brugg, 
dy  mocht  man  g^n  und  reiten, 
wer  über  well,  der  über  walczt 

6.  vil  manig  went,  sy  sey  gephalczt, 
und  dy  gar  hdchlfchen  kalczl, 
sy  mocht  der  lewt  noch  peuten. 
ain  yegklfcfas  geveit^im  selber  wol, 
des  ist  die  weit  der  t^ren  vol, 
wenn  ich  von  costnicz  schaiden  sol, 

12.   des  enphind  ich  an  der  seuten. 

ich  preyss  den  edlen  guldtn  schlegel, 
zu  dem  so  kSr  ich  meineA  segel, 
ett  wo  ich  in  der  weit  hin  kör, 

16.   des  lob  ich  seiden  meyde. 


i 

40 


VI. 

i.   Es  ist  ain  alt  gesprochner  rät 
m6r  dann  vor  hundert  jären, 
und  wer  nye  laid  versuechet  hat 

4.   wie  mag  er  freud  ervaren  ? 
auch  ist  mir  ye  gewesen  wol^ 
das  hab  ich  schon  bezalt  für  vol 
in  katldn  und  yspanien, 
8.    dd  man  isst  gern  kastanien, 

Und  was  mein  part  von  freulfn  rain 

zu  constentz  hat  erliten, 

und  meiner  taschen  der  siglstain 

12.  ward  maisterlich  gesniten, 
es  ist  ain  ungeleicber  syn 
ye  zb^n  an  ain(em)  ziehent  hin, 
also  gingCe)s  mir  zu  arragdn 

16.   und  in  der  stat,  haist  parpiän. 
Der  ainen  vogCe)l  vahen  mus, 
das  er  im  nit  entfliege, 
der  tu  im  richten  locken  sues, 

20.   damit  er  in  betriege, 

in  netzen ,  la  tzen  auf  dem  kloben 
vil  edler  vog(e)lwirt  betrogen, 
den  solich  list  umbgeben, 

24.   davon  er  fleust  sein  leben. 
Pfeiffen  ,  trummen ,  saittenspil 
die  mdren  sumpern,  slnegen 
dorczu  ain  volk,  gerichtet  vil, 

28.  die  tum  und  vesten  truegen, 
mit  engein  wol  gezieret  schön 
die  sungen,  klungen  manchen  ddn, 
ir  yetzlfcher  besunder, 

32.   mit  fromder  stymme  wunder. 


41 

Entgegen  rait ,  lieff  arm  nnd  reich, 

vor  staub  sd  ward  ich  haisee^ 

empfangen  ward  dd  wirdigkl(e)ich 
36.  Sigmund  kuniftiger  kaiser 

g6n  parpidn  all  in  die  stat. 

dd  ward  gehaitzet  im  ain  päd 
%^%  man  die  leck  auff  gössen, 
40.  uns  hiet  sein  all  verdrossen. 

Von.kunigen,  kunigln,  jung  und  alt, 

bard  er  gegrtiest  mit  küssen,  • 

doch  nach  den  jungen  sach  ich  halt, 
44.   tet  er  sich  nit  vast  wischen. 

wer  zbaiung  an  den  frau(e)n  gelaint, 

wir  hdten  uns  leicht  ee  veraint, 

wann  mit  dem  peter  schreuf(e)], 
48.   und  seinem  knecht  dem  tewf(e)]. 

Zwar  lenger  schwäntz  kund  ich  nie  schauen, 

an  leben  und  an  phaben, 

wann  in  dem  selben  land  die  frauen 
52.   binden  an  den  rocken  haben, 

ring  in  den  dren  nag(e)]  r6t 

ee  das  ir  ain(e)  ain  hendltn  pöt, 

sy  torst  aim  ee  gepieten 
56.  ain  smutz  mit  suessem  nyeten. 

Kunig  Sigmund  teglich  zumäl, 

sich  arbait  achzeh(e)n  wochen 

mit  pabsten,  pischof,  cardindl, 
60.   und  wer(e)n  sy  erstochen, 

der  seinen  valsch  darinn  erzaigt, 

und  zu  der  cisma  was  genaigt, 

ich  wolt  sy  all  verklagen 
64.   mit  pfeiff(e)n  auff  aineln  wagen. 

Manig  hämisch  list  sd  ward  volbracht 

von  in  mit  naigen ,  pucken, 

des  hab  ich  oft  ain  lange  nacht 
68.   ain  mattras  muessen  drucken, 


42 

auff  seinem  här  Mi  ich  kain  ru, 
es  was  von  ainer  alten  kue, 
die  was  gehaissen  mumme, 

72.   das  sagt  mir  vert  ain  stumme. 
Und  der  von  oting  leuttet  mir 
gSn  tag  auff  meinem  kopffe, 
recht  als  ain  rapp  aim  tdten  stir    '' 

76.   tut  picken  zu  dem  sehopffe, 

des  hab  ich  im  vil  mangen  straich 

mit  meinem  schuch,  was  gar  nit  waieh, 

nich  seiner  heut  gesmissen 

80.   das  man  im  sach  die  rissen. 

Herzog  von  prfg  was  nit  ain  tdr, 

der  lag  gevach  in  sorgen, 

ich  stund  offt  hinden  auff  ee  vor, 

84.   und  zaigt  im  gueten  morgen 

des  ward  mir  offt  ain  herter  schuch 
geborffen  zu  mit  willdem  fluech, 
da»  ich  must  von  im  fliehen 

88.   die  deck  herüber  ziehen. 

Zwar  dise  mer  die  wer(e)n  langk, 

biet  ich  sy  recht  besunnen, 

der  paumgartter  herr  firitzen  schank 

92.   ains  morgens  weichenprunnen 
aus  ainem  kubel  ungesmach, 
sein  wang,  die  Joppen  und  leilach 
merckt  er  mit  gelben  sbreimen, 

96.  «das  solt  herr  fritze  reymen. 

Wann  ich  der  grossen  glogken  klangk 
hört  ndch  der  zal  erklingen, 
ain  kurz(e)weil  ward  mir  zu  langk, 
100.  und  lust  mich  klain  zu  singen, 
ich  dacht:  du  faiges  glogkelein, 
und  wer  ich  auff  dem  wolkenstain 
mit  herren  und  gesellen, 
104.    zwar  ich  vörcht  klain  dein  schellen. 


43 

Deraelben  staimglogken  schal 
jagt  mich  mit  yrem  snmppeni 
das  ich  ain  stiegen  viel  zu  tal 

106.  in  seuberltehem  pttmppern, 

dö  fand  ich  meinen  herren  stdn 

in  seinem  harnasch  als  ain  andern  man, 

umbgurt  mit  ainem  swert, 

112.   sich  hub  ain  wilds  gevert. 

Mein  guter  strich  der  reut  mich  nicht, 
von  golde  was  sein  name, 
seyd  das  die  kristenhait  yerricht 

116.   ist  worden  zu  narbdne. 

Herzog  von  prtg ,  bischolF  von  rfg, 
grfts,  graflp,  kunig  Sigmunds  sig, 
was  euch  bevolhen  eben 

120.  der  I6n  wirt  euch  gegeben. 

Und  allen  den ,  die  harnasch ,  ros, 
zu  letz(e)  dort  hab(e)n  gelassen 
auch  ob  ir  kainer  durch  ain  mos 

124.   muest  watten  in  der  Strassen, 
die  haben  all  genftd  davon, 
ob  sy  mit  andacht  geren  gdn. 
von  meinen  rossen  allen 

128.  sd  bracht  ich  auch  drithalben. 
Zwdr  peterlein ,  dü  pose  kata;, 
ain  kind  mit  valscher  laune 
dir  hdt  gevalt  der  alte  glatz, 

132.   ich  hört  zu  affiftne 

ain  brieff  von  kunigen ,  herren ,  land, 
die  vor  an  dich  gelaubet  hftnd, 
die  pffeiffent  dir  mit  grillen 
136.  zu  tantz  auff  ainer  tyllen. 
Des  trat  wir  die  processidn 
ze  hauffe  mit  gedrange 
mit  pfeifen ,  trummen ,  glogken  d6n 
140.  und  löblichem  gesange. 


44 

I 

des  nachtes  bard  der  tantz  berait, 

secht  dö  ward  peters  glatz  beklail 

von  manger  schdnen  dier(e)ii 
144.   mit  springen  und  hofier(e)n. 

Zwar  alle  ding  verkamt  sich  knaus, 

der  strich  leit  mir  im  synne, 

ye  ainer  füret  zwdn  heraus, 
148.   so  Hess  ich  ainen  dynne, 

der  ging  ze  rund  umb  meinen  leib, 

vil  manger  nymbt  ain  edel  weib 

er  deucht  sich  gar  geheu(e)r, 
153.   wurd  im  sd  vil  haimsteuCe)r. 

Noch  ist  es  alls  ain  klainer  tad(e)], 

seyt  mir  die  schone  margarich  (margarit?) 

stach  durch  die  6ren  mit  der  nadCe)l 
156.   ndch  yres  landes  sitt. 

Dieselbig  ed(e)l  kunigtn 

zwdn  guldin  ring  slös  sy  mir  dryn, 

und  ain  in  hart  verhangen 
160.   also  hiess  sy  mich  prangen. 

Ain  edler  nam  ward  mir  gelesen 

bisskunte  von  turckey , 

vil  manger  want,  ich  sey  gewesen 
164.   ain  haidenischer  frey, 

morisch  gewant  von  golde  röt 

kling  Sigmund  mirs  kostlich  erbot, 

darinn  kund  ich  wol  swantzen, 
168.  und  haid(e)nisch  singen,  tantzen. 

Zu  pdrfs  manig  tausent  mensch 

in  heusern,  gassen,  wegen, 

kind,  weib  und  man,  ain  dicks  gedenns, 
172.   stund  wol  zbö  gantzCe)  lege(n), 

die  teten  alle  schauen  an, 

kunig  Sigmund  romischen  man, 

und  hiessen  mich  ain  läppen 
176.    in  meiner  narrenkappen. 


45 

Die  nacid  von  aller  schneie 
mit  yrem  gülden  wen^Ce)! 
Men  in  auff  seinem  stuele 

180.   noch  hoher  dann  aln  engl, 

und  yede  schuel(e)  besttnderlfch, 
die  lobt  in  sicher  malsterlich 
in  ainem  grdssen  sal, 

184.   dd  stuenden  maister  dne  zal. 

Auff  baiden  knyen  so  lernt  ich  gdn 

in  meinem  alten  tagen 

zu  fuessen  torst  ich  nit  bestän, 

188.   wolt  ich  ir  nahend  pägen, 

ich  mein  frau  eis  von  franckereich, 
ain  kiinigin  gar  birdigkl(e)ich, 
die  mir  den  part  von  banden 

192.  verkront  mit  aim  dyamandenn. 
In  grossen  wassern  michel  visch 
vacht  nian  mit  garen  strecken, 
des  ward  mir  geldes  auff  aim  tisch 

196.   wol  funffthalb  grösser  secke. 

kunig  Sigmund  füllet  mir  den  strich 
mit  mangem  groschen  zier, 
was  ich  dn  als  verzagen 

200.  selb  drit  nur  mocht  gelragen. 
Ehafft  not  mich  dar  vermut, 
von  dannen  must  ich  reiten, 
kunig  Sigmund,  das  ed(e)l  blut, 

204.   schneff  pald,  ich  solt  nit  peiten. 
von  pdrfs  bdt  er  mir  die  band, 
und  sigelt  ub(e)r  in  engelant, 
die  kunge  zu  verainen 

208.  anzu  ich  das  maineCn). 

über  all  die  franzos  breis  ich  ain 

getrewen%,  permafoyd, 

des  frumckait  dunckt  mich  sicher  rain, 

212.   der  edCe)i  von  sophtd. 


46 

das  wort  er  von  ies  Kaisers  band 
ain  hertzog  MTirdigklfch  genannt, 
da  manger  an  den  rugken 

216.   viel  mit  des  stueles  bragken. 

Wie  vii  ich  sich,  bor,  sing  und  sag 
den  lauff  der  werlde  streime, 
s6  ist  recht  an  dem  jüngsten  tag- 

220.   ain  wätsack  als  ain  rieme, 

ain  glogkbans  gilt  ain  essigkrug, 
dient  wir  der  s6l  nach  yrem  fug, 
das  sy  wer  unbetbungen, 
80  h^t  ich  wol  gesungen. 

VlI. 

1. 
i.   fSolt  ich  von  sorgen  werden  greis, 

und  nach  dem  schaden  klug  und  weys, 

des  danck  ich  meines  puelen  preis, 

4.   den  sy  mir  hat  gemessen, 

Der  ich  zu  willen  ain  mal  trug 

ain  guidein  kettenlein  gefug 

haimlich  am  arm  verslossen  klug, 

8.   des  h6t  sy  rain  vergessen, 

Seyd  mir  mit  solcher  unterschaid 

ain  eysen  dreyer  vinger  prait 

von  yren  züchten  eng  berait 

12.   was  an  die  stat  gesessen. 

Und  ich  den  tratz  must  sehen  an, 
das  sy  ain  andern  treuten  kan, 
der  mir  vil  laides  h^t  getan, 

16;  das  laidot  mir  mein  essen. 

2. 

1.   AuflP  wolgetrau(e)n  ich  mich  verschös 
zu  ir  von  rechter  liebe  grds, 
des  hab  ich  mangen  herten  stös 


47 

4,  desselben  gangs  erliten, 
Dö  ich  ir  kirchfart  übersah, 
die  sy  woll  reilen,  als  sy  sprach, 
kain  heiig  Mi  ir  verschrieben  nach, 

8.   hiet  sy  die  varl  vermiten. 
Doch  hab  ich  es  alsd  betracht, 
die  rais  wer  mir  zu  gut  erdacht, 
wann  hdt  sy  mich  gdn  hym(e)l  pracht, 

12.  so  musst  ich  dort  fiir  sy  piten, 
Darumb  das  sy  mir  an  gever 
mit  ainem  böyen,  mich(e)l  swer, 
die  schinpain  freuntlfch  hin  und  her 

16.   hles  reiben  dne  sitten. 

3. 
1.  Wolhin  das  wendt  ain  ringer  mut, 

es  ^chadt  nit,  was  die  liebe  tut, 

ye  zerter  kind,  ye  grosser  rüt, 

4.   ain  liebt  ich  ir  gedrange. 

Das  pruflPt  ich  wol ,  wann  sy  ist  stat, 

untasche  lieb  wil  hdn  gerat, 

des  ward  ich  hubschltch  auflP  gedrat 

8.   mit  suessen  an  die  Stange. 

Viertausent  marck  begert  ir  hertz, 

und  hauenstain  es  was  ir  schertz, 

das  prufft  ich  bol,  dd  mich  der  smertz 

12.  macht  kerren  an  dem  stränge, 
dö  sy  mir  pfaiff  der  katzen  lön, 
>  dd  dart  ich  ir  der  meuse  ddn, 
fünf  eysen  hielsen  mich  gar  schdn 

16.  durch  yren  willen  lange. 

YHtm 

I. 

1.   ÜITes  mich  mein  puel  ye  hat  erfreut, 
das  hUt  ich  seyder  wo)  verdeut 


mit  mangem  ungefegten  rösl 

den  ich  durch  yren  billen  kost, 

und  ist  das  laider  äne  zal, 
6.  geluckes  hab  ich  klainen  val, 

seyd  das  sy  nüch  mit  grossem  quftl, 

hieng  mit  den  füessen  lieplfch  an  ain  Stange 

dn  andern  grossen  überlast, 

den  mich  ir  lieb  hdt  angetast, 

sol  ich  ir  darumb  dancken  vast, 
12.  des  mus  sy  von  mir  warten  eben  lange. 

Repeticio.     Von  ir  ich  dol 

zu  ungern  wol 

der  kinder  vol 

genant  mit  siben  fuessen, 

die  trotten  mich, 
18.  und  yetten  mich, 

und  knetten  mich, 

und  fretten  mich, 
21.   das  ich  mein  sund  mocht  püessen. 


1.    Zu  prespurg  vor  dem  ovenloch 
ich  und  der  ebser  h^ten  rät, 
zbdr  schüren,  haitzen  kund  ich  doch, 
das  ich  den  kunig  furher  jagt, 
ich  melt  mich ,  das  er  es  ersach, 

6.   er  sprach  zu  mir:  dein  ungemach 
leidst  du  von  der,  die  an  dir  prach, 
darumb  das  dir  die  saitten  nymmer  klangen. 
Ich  antbort  im  kn  als  gever: 
biet  ich  gehabt  ain  peutCe)!  swer, 
als  eur  genftd  vernembt  die  mer, 
12.   von  meiner  frauen  wer  mir  bas  gelungen. 
Repeticio  uts. 


49 


1.    Ich  hoff  mein  sach  mocht  werden  gut, 
liess  herzog  fridrtch  seinen  straus, 

wie  er  desselben  nil  entui,  ^ 

s6  ist  dem  schimpf  der  poden  aus. 
sechs  tausent  guidein  wil  er  hdn 
6.   die  puelsckaft  kam  mich  sauer  an, 
dd  sys  verpdt,  hdt  ichs  gelftn, 
sd  torfft  mein  rugk  yetz  g^n  der  panck  nit  krachen. 
In  ungernlant  die  lange  nacht, 
dö  man  die  kuss  aus  sateln  macht, 

darumb  ain  yeder  mynner  tracht,  s^ 

12.  damit  er  puel,    das  er  des  schimpff(e)s  mufg  gelachen. 
Repeticio  uts. 

i. 

1.   IlTolauff,  wir  wellen  slaffen,    - 

Hausknecht,  nü  zunat  ain  liechtel, 

wann  es-  ist  an  der  zeit, 
4.    damit  wir  nit  verkaffen, 

der  letzt  ^  sey  Werheit,  '.  • 

das  laVen,  mSnch  und  pfaffen 

zu^nsern  beiben  jütT^staffen, 
8.   sich  hueb  ain  poser  streit. 

2. 

1.   Heb  auff,  und  Idss  uns  trincken, 

das  wir  also  nit  schaiden 

von  disem  guten  wein,  .  ^ 

4.   und  lembt  er  uns  die  schincken, 

s6  mus  er  doch  herein. 

herr  kopff,  nü  Ut  euch  bineken, 

ob  wir  zu  pette  hkicken, 
8.   das  ist  ain  klainejf'^pein. 


/ 


(.  ( 


i 


w 


/ 


50 

3. 

o^  n        1.    Nü  sleich  wir  zu  der  turen, 

f      secht  zu,  das  wir  nit  wenigen      <'■'' 

mit  uiigeleichem  tritl. 
4.   was  gilt  des  staubs  ain  yren,  ^   u 

hert  wiert,  nü  halt  es  mit,  . 

wir  wellen  doch  nit  zuren,        '^ 

ob  ir  euch  werd  bekuren  / 

8.   nach  polanischem  sitjt'. 


(iV 


1.    Her  tragt  den  fursten  leise, 

damit  er  uns  nit  velle  ^  ^ 

auflP  got4s  erterfeich,     i 
4.   sein  lob  ich  ymmer  breise, 

er  macht  uns  freudenreich  . 
l       ye  ainr  den  andern  weyse,  / 

wij^rt,  slipff  nit  auf  "dem  eyse,     ' 
8.   wann  es  gät  ungeleich.  /  "  ^ 

5. 

i.   Hin  slaffen  wjeli  wir  walfzen,      S'^( 
nü  fragt  das  hausdiemelein, 
ob  es  gepettet  sey,  i 

4.    das  kraut  hat  sy  versali^zen, 
darzu  ain  guten  pre^,  ^ 

bas  sull  wir  darzu  kaltzen,     '  \j- 
es  was  nit  bol  gesmaltzen, 

8.    der  scheden  wären  drey.  ^ 


V. 


X. 

i. 
1.  0ü,  huss,  sprach  der  michel  von  bolkenst(ain) , 

so  hetzen  wir,  sprach  bswalt  von  wolkenstain, 

zu ,  huss ,  sprach  her  lienhart  von  wolkenstain, 

4.   iSy  muessen  alle  fliehen  von  greiffenstain  geleich. 


51 

2. 

i.    Dö  hub  sich  ain  gestober  aus  der  glut 
all  nider  in  die  kofel ,  das  es  alles  plüt, 
pantzer,  und  armbrost,  darzü  die  eysenhüt, 

4.    die  Hessen  sy  uns  zii  letze,    dö  burd  wir  freudenreich. 

3. 

1.    Die  hantberch,    und  hutten ,  und  ander  ir  gezelt, 
das  ward  zu  ainer  aschen  in  dem  obem  veld, 
ich  hör  wer  ub(e)l  leihe,  das  sey  ain  poser  gelt, 

4.    also  well  wir  bezalen,  herzog  fridereich! 

4. 
1.    Schalmutzen,  schalmeussen  niemant  schied, 

das  beschach  vorm  raubenstain  in  dem  ried, 

das  mangem  bard  gezogen  ain  spannlange  niet 

4.    von  ainem  pfeil  geflogen  durch  armbrosts  gepiet. 

5. 
1 .    Die  pauren  von  sand  jdrgen ,  die  gantz  gemaine, 

die  betten  uns  gesworen  valsch  unraine, 

dö  komen  gut  gesellen  vom  raubenstaine ; 

4.  got  gruess  euch,  nächtgepauren ,  eur  treu  ist  Maine. 

1.  Ain  berffen  und  ain  schiessen,  ain  gross  gepreuss, 
hub  sich  an  verdriessen ,  glogg(e)l  dich  und  seuss, 
nü  rur  dich ,  gut  hofeman ,  gebin  oder  fleus  I 

4.    auch  barden  daselbs  besegnet  vil   dacher  unde  meuss. 

7. 

1.    Die  potzner,  der  riten  und  die  von  merän 
hafning ,  der  melten ,  die  zugen  oben  heran, 
serntner,  senesier,  die  fraidigen  man, 

4.    die  wolten  uns  vergnen ,  dö  komen  wir  davon. 

XI. 

i. 
i.   O  phaltzgrafl^  ludCe)weig 

bey  rein, 

so  vein, 

dein  steig 

4* 


52 

gibt  praite, 
6.    schraiUe 

tugent  gros, 

kainer  dein  gends, 

Dir  nicht  geleichen  mag, 

hör  mich, 

was  ich 
42.   dir  sag, 

sich  klerlfch, 

perllch 

vindet  das 

nach  adelfcher  mäss, 

Die  rurstu, 
18.  üurstu 

in  stetem  schilt 

durch  manhait, 

weishait, 

wdrhaift,   milt; 

auch  freuen 
24.   dich  die  frauen,  permafoy, 

hört  ich  von  deim  getreuen 
26.   gemäh(e)l  von  sophoy. 

2. 

1.    Ich  nun  dich  haid(e)lberg, 

lob(en), 

oben 

auf  dem  perg, 

das  schone 
6.   frone 

mundlfn  rdt 

dk  zeren  mues  und  prdt, 

Mit  züchten  wolgemut, 

ir  6r 

ist  sdr 
12.   behut, 


53 

durch  metzlyn  , 

ketzlyn 

katrichin , 

agnes  ,  und  engichin , 

Der  jugent  ^ 
18.  tugent 

wolgezieret 

mit  band(e)I, 

handel 

ungefieret , 

des  lob  ich  got  den  milden, 
24.  was  ich  kan, 

das  er  alsd  kan  pilden 
26.   schon  kindichtn  wolgetän. 

3. 

1.   Dd  ich  den  necker  k6s, 

der  pach 

gemach 

nit  flds 

in  rein , 
6.   der  main, 

darzue ,  die  nau , 

umb  pingen  neckerau. 

Dein  scher(e)n  ungenetzt 

der  laschen 

maschen 
12.   setzl, 

an   rueff 

schueff , 

ich  mir  gut  gemach 

zu  manhaim,  pacherach, 

Unfrostltch , 
18.  köstlich 

mein  da  ward 

gepflegen 

engegen 


54 

von  dem  lieben  part , 

der  mich  hat  schön  bedecket 
24.   mit  fuchsen  swer, 

durch  marder  s^r  erschrecliet, 
26.    das  spil  liefT  mir  nit  i^r. 

XH. 

I. 
i.   'Von   wolkenstain 

wolt  ich  zu  coln  guter  laun, 

und  köm  gtn  saltzburg  eu  ainem  wirt,  gehaissen  praun, 
4.    der  h^t  ain  also  tugenthafte  schone  fraun, 

frolfch  mit  Sren 

hoflich  ir  gemuete. 

In  guter  main 
8.    vil  zucht  ist  mir  entgagent  zwkr 

von  ir  unsträflich  ;  danck  hab  die  seuberlfche  klär, 

mit  gutem  hertzen  wünsch  ich  ir  vil  lieber  jär, 

got  bell  ir  mSren 
12.   hail  durch  all  sein  gute. 

Zbär  meiner  kunst 

durch  gut  vernu(n)fft 

des  ynnen  ward 
16.    ain  bischofi*  gros, 

ertz  wi  erden  gnös, 

herr  eberhart. 

der  schickt  nach  mir 
20.    kurtzlichen  schir 

ich  zu  im  kart, 

ob  seinem  tisch 

dick  essens  ward  ich  muede. 
24.   Vil  grösser  freud 

zierlicher  geud, 

wellend  ich  kumm, 

ward  mir  bekant, 


55 

28.    der  ich  da  vand 

ain  mich(e)l  drumb 

durch  mangen  trit; 

das  weis  ich  mit 
32.    dem  reuUer  frumm 

der  praitHch  frisch 
34.    besach  der  werlde  plude. 

2. 

1.   Iq  freym  gelaiu 

sd  ward  ich  aber  wegehafft 

g^n  münchen  pald,  ich  danck  der  edl(e)n  ritterschaft, 
4.   die  mich  da  lud. zu  guten  frauen,  schon  gezafft; 

nach  unserm  lug 

begund  wir  singen,  schallen. 

Von  guter  hait 
8.   vil  manger  bein  ward  mir  geschanckt 

i&  augspurg,  ulmen,  des  in  mein  dinst  noch  willig  danckt. 

zu  ulmen  vand  ich  ainen  tantz ,  köstlich  verschranckt, 

von  freulein  klug, 
12.   die  künden  hoflich  schallen. 

Ain  edelman 

der  weist  heran 

sein  61ich  kan, 
16.  für  mich  zu  stdn: 

„nü  haiss  mir  den 

bilkomen  schon.  ^ 

sy  sprach  zu  im : 
20.    yyich  wol  vemym 

dein  krumben  d6n; 

was  mocht  mir,  ach, 

der  weghart  wolgefallen  ?  "^ 
24.    Sdr  ich  engalt, 

das  mein  gestalt 

fürt  halbs  gesiebt. 

wer  ainen  wigt 
28.    nach  schauen,  der  pfligk 


56 
der  bitze  nicht; 

« 

ain  siecht  gewant 

tet  mir  die  schant, 
32.    als  oft  geschieht. 

mein  mant(e)l  sprach: 
34.    „wes  liesstü  nit  dein  wallen?*^ 

3. 

1.    GSn  HaidCe)lberg 

rait  ich  zu  meinem  herren  reich, 

fSnff  forsten  Von  der  kur  vand  ich  da  birdigkiCe)ich, 
4.   von  colen,  maintz  und  triel  drei  bischoff  höher  zeich, 

pfaltzgraff  pey  rein, 

margkgraff,  brandburg  gemachet. 

Hoch  auif  den  perg 
8.   schrait  ich  g^n  hoff  gar  an  die  tur 

für  hertzog  ludwtg,  d^i  ich  für  all  fursten  spur 
.  an  frum(i)kait ,  gotlicher  milt.  dö  körn  ich  fiir, 

gutlichen  vein 
12.   bard  ich  von  im  versprächet, 

Schir  must  ich  singen, 

hell  erklingen 

manig  liet 
16.   an  allen  jftmer; 

in  sein  kftmer 

ich  geriet , 

darinn  zu  ligen, 
20.   unverzigen 

solcher  miet, 

und  er  ward  nie 

den  freuden  mein  erbachet. 
24.   Von  mant(e)l,  rock, 

recht  als  ain  tock, 

ward  ich  beklait 

durch  fuchs  und  ma(r)der, 
28.   mein  wallgehader 

von  mir  lait  ^ 


57 

huet,  underzogen, 

körn  geflogen 
32*  auflp  mein  schait(e)I , 

sein  rät  ich  ye 
34.   must  sberen ,  still  verdachet. 

4. 

1.   Auf  ainem  volen, 

und  schiffe  ich  zu  colen  für, 

von  dann  gdn  auch  miet  ich  ain  karren  bilder  rur, 
4.  nur  plitz  und  platz  bielg  er  ndch  ungeleicher  snur, 

des  ich  empfand 

durch  kümmerlich  gep6sse. 

Hein  herr  von  colen, 
8.   und  der  von  perg ,  zb^n  fursten  süss , 

bebeisten  mir  genedigkllchen  iren  grus , 

wes  ich  aldä  begert,  des  ward  mir  sorgen  pues , 

gunstltch  an  schand 
12.   durch  furdemisse  grosse. 

Nit  m^r  ich  sprach , 

was  mir  darnach 

kuntlfchen  bard, 
16.   ab  nach  dem  rdn  ' 

sucht  ich  gut  wein. 

die  widerfart 

von  furstenberg 
20.   gdn  haid(e)lberg 

zu  meinem  part, 

herzog  genant  ^ 

pfaltzgraff,  kurfursts  gendsse, 
24.   Der  zerung,  spers 

mit  gutem  fleis 

für  mich  pagart; 

bellend  ich  kös, 
28.    sd  was  ich  16s 

mit  kne«ht  und  pherd. 


58 

nü  pin  ich  hie , 

und  bais  noch,  bie 
32.    es  sich  verdarl , 

ee  ich  zu  land  kom 
34.   in  meins  beibes  schösse. 

2un. 

1.   Durch  abenteii(e)r,  tal  und  perg 
so  wolt  ich  varen,  das  ich  nit  verlege, 
ab  nach  dem  rein  gdn  haidCe)Iberg , 
in  engeland  stund  mir  der  syn  nit  trage, 
5.   gdn  Schottland,  yreland  über  see, 

auff  holgen  gros  g6n  portugäl  ze  siglen, 
nach  ainem  plumlein  bas  mir  wee, 
ob  ich  die  liberey  dft  mocht  erstiglen , 
von  ainer  edlen  kunigtn 
iO.   in  mein  gewalt  verriglen. 

2. 

1.    Von  lizabdn  in  barbarey 

gdn  zepta ,  das  ich  weylent  halff  gewynnen, 
dö  manger  stoltzer  m6r  sd  frey 
von  seinem  erb  must  binden  aus  entrynnen, 
^.    gränäten  hSt  ich  bas  versucht, 

wie  mich  der  röte  kunCi)g  noch  hiet  empfangen, 
zu  ritterschaft  was  ich  geschucht, 
vor  meinen  kindlein  wer  ich  darin  gangen, 
dafür  must  ich  zu  tisch 
10.    mit  ainem  stubenhaitzer  prangen. 

3. 

1.   Wie  wol  ich  manchen  herten  straiff 
ervaren  höt,   des  hab  ich  klain  genossen, 
seyd  ich  ward  zu  dem  stegeraiff 
mit  baiden  sporen  seuberlich  verslossen. 


59 

5.    dieseibig  kunst  ich  nie  gesach 

doch  hab  ich  sy  an  schaden  nit  gel^ret, 
dd  klagt  ich  got  mein  ungemach 
das  ich  mich  hdt  von  hauenstein  verferret 
ich  vorcht  den  weg  g6n  Wasserburg 
10.    benn  sich  die  nacht  versternet. 

4. 

1.    In  ainem  winckel  sach  ich  dort 

zu  vellenberg  zwo  pöyen  eng  und  swere, 

ich  swaig  und  redt  da  nit  vil  wort^ 

ye  doch  gedacht  ich  mir  notücher  mere, 

5.    burd  mir  die  ritterschaft  zu  tail, 

in  disen  sporen  mocht  ich  mich  bol  streichen, 
mein  gogCe)Ihait  mit  aller  gail 
geriet  vast  traurigkitch  ab  in  ain  keichen. 
was  ich  gut  antids  darumb  gab, 
iO.    das  t^t  ich  haimeieichen. 

5. 

i.    Alsd  lag  ich  etlichen  tag 

der  romisch  kung  die  sorg  mir  nit  vergulde 
das  ich  nit  wesst,  wann  mir  der  nack 
verschroten  ward,  wie  wol  ich  höt  kain  schulde. 

5.    zblr  oben ,  niden ,  binden ,  vor 

was  mir  die  huet  mit  leuten  wol  bestellet, 
wart,  peter  merckel  zu  dem  tor 
,  er  ist  bescheid,  das  er  uns  nit  entsnellet, 
mein  listikait  h^t  in  der  fürst 
10.    die  ören  vol  erschellet. 

6. 

1.   Darnach  sd  ward  ich  g^n  insprugk 

ein  preui^sen  vart  g6n  hoff  köstlich  gefuret 
dem  meinen  pferd  all  über  rugk 
verporgenltchen  nyden  jzü  versnuret , 

5.    eilender  rait  ich  hinden  ein, 

und  h^tt  doch  nit  des  kaisers  schätz  verstolen, 
man  parg  mich  vor  der  sunne  schein, 


60 

für  springen  lag  ich  zbainzig  tag  verholen, 
was  ich  dft  auff  den  knyen  zerais, 
10.   das  spart  ich  an  den  solen. 

7. 

1.    Ain  alter  swab,  gehaissen  planck, 

der  bard  mir  an  die  seitten  dick  gesetzel. 

ach  got,   wie  pitterlich  er  stanck, 

von  seinem  leib  bird  ich  sein  nit  ergetzet. 
5.   er  trug  ain  pain  mit  ainer  kluft, 

der  fttem  ging  im  wilde  von  dem  munde. 

darzu  s6  velscht  er  oft  den  luft 

vast  ungehabig  niden  an  dem  gründe, 

und  ob  er  noch  den  rein  versbelt , 
10.    wie  wol  ich  im  des  gunde. 

8. 

1.   Der  peter  haitzer  und  sein  beib, 

planck,  und  ain  Schreiber,  der  was  teglfch  truncken, 

die  machten  grausen  meinem  leib , 

bann  wir  das  pröt  ze  samen  bürden  tuncken 
5.   symm  ainer  grotzt,  der  ander  hielt 

den  pommhart  niden  mit  der  langen  mässe , 

als  der  ain  puchs  vonander  spielt, 

die  überladen  wer  durch  puIvers  Msse. 

hofier(e>i  das  was  mangerlay 
10.    von  in  durch  volle  Strasse. 

1.    Mein  frolfchait  gab  tunckeln  schein, 

dd  mich  gedanck  hinhinder  machten  switzen, 
das  mich  der  pfaltzgraff  von  dem  rein 
vor  kurzlich  pat  ob  im  zu  tische  sitzen , 

5.    wie  gleich  der  valck  den  kelbern  was. 

der  romisch  kung  h^t  mein  sogar  vergessen , 
pey  dem  ich  auch  vor  zeiten  pas, 
und  halff  das  kraut  aus  seiner  schussel  essen, 
dawider  was  ich  von  dem  vierst 
10.   abgfallen  ungemes^en. 


61 

10. 

i.    Noch  wais  ich  ainen  in  der  lauss, 

mit  namen  kopp,  den  kund  ich  nie  geswaigen, 

der  snarcht  recht  als  ain  hafenreuss, 

wann  in  der  starchk  Iramynner  drang  zu  saigen. 

5.    zwar  solhen  slaff  ich  nie  gehört , 

des  must  ich  baide  ören  dick  verschieben , 
mein  haubt  hdt  er  mir  ofl  bedort, 
das  es  mir  vonenander  bolde  klieben. 
wer  ich  ain  weib  umb  alles  gSi 
iO.    sd  mocht  er  mir  nit  lieben. 

11. 
1.   0er  kreyger  und  der  greisnegker^ 

moll  trugsatz  redten  all  darzu  das  pesste, 

der  saltzmair  und  der  neydegker, 

freyn,  grdfen,  saldenhorn,  freunt  und  gesste, 

5.   die  pdten  all  mit  rechter  gier, 

den  fursten  reich  ,  durchleuchtig  hochgeboren  ^ 

damit  er  wer  genedig  mir, 

und  tet  kain  gach  in  seinem  ersten  zoren. 

er  sprach  :  jd  werden  solich  leut 

10.   von  pomen  nit  geboren. 

12. 

1.   Dieselbig  red  was  wol  mein  fueg, 

mit  meines  puelen  freunt  miist  ich  mich  ainen, 

die  mich  vor  jären  auch  beslug 

mit  grossen  eysen  niden  zu  den  painen. 

5.   bas  ich  der  mynn  genossen  hab, 

des  werden  meine  kindlein  noch  wol  innen,, 
wann  ich  dort  lig  in  meinem  grab, 
sd  müssen,  sy  yre  hendlein  darumb  winden, 
das  ich  den  namen  ye  erkant 
10.   von  diser  hausmanynnen. 

13. 

i.   Da  sprach  der  herr  aus  zornes  wän 
g^n  seinen  reten  gar  an  als  verdriessen: 


62 

wie  lang  sol  ich  in  ligen  län, 

kund  ir  die^taiding  nymmer  m^r  besliessen? 
5.    was  hilfft  mich  nü  sein  trauren  da, 

mein  zeit  getraut  ich  wol  mit  im  vertreiben , 

wir  mu essen  singen  (ä  s61  \ä 

und  tiehten  höflich  von  den  schonen  weyben. 

pald  ist  die  urfech  nit  berait, 
10.    so  Idt  sy  kürzlich  schreiben. 

f4. 
1.    Dem  Kanzler  ward  gepoten  zbdr 

aus  meiner  vancknuss  halff  er  mir  behende, 

geschriben  und  versigelt  gar, 

des  danck   ich  herzog  fridrich  bis  an  mein  ende. 

5.  der  marchschalk  sprach:  nü  trit  mir  zu, 

mein  herr  hat  deines  gsanges  kaum  erbitten, 

ich  kom  für  in,  dö  lacht  er  fru, 

secht  dö  hueb  sich  ain  honen  dne  sitten. 

vil  manger  sprach :  dein  ungevell 

10.    soltü  nicht  hän  verriten. 

15. 
(WienerbRQdsclirift  1  — 10.) 

1.    Dd  batt  ich  in  an  allen  hass 

für  meinen  frewnd,  der  ist  für  war  ain  freye, 

der  newnthalp  jär  gelegen  was, 

gevangen  in  des  edlen  fürsten  kreyge. 
5.    er  sprach:  nü  für  in  mit  dir  haim 

und  hilf  im  durch  sein  frewnd  genäde  suchen. 

also  kärt  ich  gdn  hawenstain 

zwftr  disem  fursten  sol  ich  nymmer  fluchen, 

das  er  mir  noch  s6  wol  getrawt, 
10.    des  helf  mir  got  geruchen. 

ie. 
1.   Der  wlrdig  got,  der  haimlich  got, 

der  bunderlfch  in  den  vil  auserkoren, 

der  liess  mir  nye  kain  freis  gepot 

die  leng ,  des  hin  ich  oft  ain  spil  verloren. 


63 

5.    mein  teutschikait  und  üppig  6r 

ist  mir  durch  in  dn  waciser  ofl  erloschen, 
wann  zeuch  ich  hin,  so  wil  er  her, 
in  disem  streit  wird  ich  vil  uberdroschen, 
verdiente  sträss  zwdr  umb  die  mynn, 
10.    gestdt  mich  mangen  groschen. 


UV. 

i. 
is  komen  neue  mer  gerant 
von  ainem  gräfen  süss  genant, 
wie  sauer  der  sein  gesst  empfächt 
dort  in  Runtzeliftn. 
5.   Hin  für  den  pabst  gelangt  der  schal 
g6n  R6m  für  mangen  cardinäl, 
daraus  so  ward  ain  grösser  pracht 
von  beiben  und  auch  man. 
Die  kirchweich  was  bestalt 

iO.   von  pauren  und  von  knappen , 
die  herberg  sy  da  puchten  auff, 
und  luifen  an  die  trappen 
mit  keulen ,  spiessen  wol  betracht 
auff  ainen  posen  wan. 

i5.   Sechzehen  gesst  gezalt 

die  pischoff  wolten  weihen, 
und  welcher  da  kain  peulen  h^t, 
der  dorfft  sein  nit  zu  leihen, 
beraiter  vier  für  ain  gemacht 

20.   ettltcher  pracht  davon. 

2. 

1.   Der  wiert  bard  an  dem  ersten  straus 
geborffen  zu  dem  venster  aus, 
alsd  das  im  derselben  zech 
bard  sein  geleicher  tail. 


64 

5.  Dietrich  fannauer,  jancko  knab 
nur  pey  dem  hdr  die  stiegen  ab 
geschindert  bürden  also  frech, 
das  bas  ir  gross  unhail. 
Mein  öheim  matheis  slick 

10.  der  hub  sich  zu  dem  tache 

recht  als  ain  katz  zum  venster  aus. 
er  sprach:   es  wil  sich  machen, 
ich  holt  und  wer  ich  auf  dem  lech 
in  ainer  zullen  gail. 

15.  Doch  ward  im  auch  ain  pick 
zu  seiner  nasen  gruschel , 
den  er  zu  röm  wol  viertz^n  tag 
liess  sehen  für  ain  musch(e)l. 
germann  sein  knecht,  ain  velss  gerecht 

20.   mdss  hdch  an  alle  sail. 

4. 

1.   Herr  gotschalk  und  herr  mert  von  speir, 

ir  jeder  trug  ain  krumpe  leir 

von  seiner  achsCe)!  auif  den  daum 

in  ainer  pinten  beis , 
5.   und  was  in  freuntschafft  m^r  beschach, 

sy  klagten  s^r  den  ungemach, 

des  hab  ich  wol  genomen  gam 

an  in  mit  gantzem  fleis. 

Herr  hans  von  Denemarch 
10.   ward  auf  ain  loch  gedrungen 

ab  durch  die  pun  in  ainen  stal, 

das  im  die  dr(e)n  klungen, 

als  ob  er  leg  in  ainem  tram 

pey  ainem  feure  hais. 
15.   Rigö  von  wiene  starch 

ward  auch  hin  nach  geschupffet. 

dö  schray  er  laute:  wer  ist  hie? 

wie  pin  ich  des  erklupifet! 


65 

ich  bond,  du  werst  der  pune  pam. 
20.    in  sorgen  wird  ich  greis. 

4. 

1.    Von  siegen  ward  der  steren  pld 

und  schraj  :  misericordid , 

das  halflP  in  lutzel  umb  ain  ay, 

im  bard  sein  rechter  Idn. 
5.    Noch  sind  ir  siben  ungenant , 

darumb  das  ich  sy  nit  erkant, 

die  all  in  disem  hurlachay 

die  beich  empfiengen  schön. 

Ir  rugk ,  fuss ,  lend  ,  und  pain 
10.    die  pischoff  wol  erplauen ,   • 

und  welcher  ye  was  komen  dar, 

den  hdt  es  s^r  gerauen. 

dö  canta  dultz  den  ßrlafay 

pfaif  durch  ain  sauren  dön! 
15.   Ettl icher  dd  ergrain 

recht  als  ain  alter  karren, 

der  nie  kain  smer  empfangen  h6t, 

und  ward  zu  ainem  narren  , 

dd  sich  empferbt  in  dem  geschray 
20.    sein  leib  durch  röten  trön. 

0. 

1.    Der  kirchtag  was  also  besatzt, 
und  belcher  nit  drey  stiegen  platzt, 
secht  oder  zu  dem  mynnsten  zbö, 
der  was  nicht  recht  gewei(c)ht. 

5.    Und  wer  der  keulen  nit  empfandt , 
die  sy  dar  prachten  in  der  handt, 
wie  wol  des  manger  ward  unfrö, 
der  h^t  nit  recht  gepeicht. 
Als  diser  marckt  passart, 
10.  und  es  begund  zii  tagen, 
sy  sprächen  anenander  zii 
mit  senikltchem  klagen  : 

5 


66 

erheb  wir  uns  aus  disem  strO, 

ee  man  uns  pas  bestreicht. 
15.    Ir  kainer  auff  ain  pferd 

mocht  sytzen  äne  kreisten , 

da  ward  gesehen  hend  und  fuess 

verpunden  mit  den  reisten  ^ 

zwar  unvergessen  sunder  drö 
20.    in  yres  hertzen  seicht. 

XV. 

1. 
i .   \¥eT  die  äugen  well  verschuren  mit  den  prenden , 

sein  leben  enden 

mit  guten  zenden, 

übel  essen,  ligen  in  dem  strö 

der  fug  sich  in  die  lambardie, 

6.   iä  vir  manger  wirt  unfrö. 

tieff  ist  das  k6t, 

teuer  das  brdt , 

ungotiich  reu 

mit  valscher  treu 

sol  man  da  vinden  tegltch(en)  new, 

12.    das  ist  ain  speis,  der  ich  nicht  kew. 

2. 

1.    Wer  nach  der  wäge  ringe  hechten  kauffen  welle 
für  ungevelle, 
so  fail,  geselle, 

ainen ,  der .  ain  staine  leber  trag , 
Yorsch  in  des  kaisers  cancellfe, 
6,.  wo  man  soihe  visch  erjag, 
gSlcher,  mach  kund, 
was  gab  *ain  pfund  ? 
pro  zinck  soldtn 
et  tr6  zesin! 

also  galt  sich  das  leberlein  vin 
12.   von  disem  sutten  hechtichtn. 


67 

3. 

i.    Hermän,  marquart,  costnilz,,  ulmen,  wer  das  leben, 

uns  freuden  geben 

von  munditn  eben , 

und  mein  oheim  hinder  dem  ofen  wer ,    ' 

das  wer  ain  pesser  stampanfe, 
6.    wann  das  uns  der  peut(e)l  lär 

wirt  zu  placentz, 

mein  conscientz 

wirt  oft  s6  swach  , 

■ 

wie  wol  ich  lach, 

so  das  mein  Schreiber,  dick  gefach, 
-12.    klagt  seinen  grossen  ungemach. 

* 

1.    Sebastian,  werstüs  ain  ochs  zu  florenzöla, 
oder  ain  canidla, 
und  zugst  cum  ddla 
tegltch  mist  auflp  ainem  wagen  gros  , 
das  nem  ich  fSr  ain  suessen  breye , 
6.   fiirbär  ich  geb  dir  auch  ain  stös 
zu  deiner  prust, 
als  du. mir  tust 
mit  valscher  gier, 
grob  als  ain  stier, 
zwar  desgeleichen  fidelt  ich  dir, 
i2.   und  burd  dir  mdr,  das  stund  zu  mir. 

XVI. 

i. 
1.  Von  trauren  mocht  ich  werden  taub, 
seyd  das  der  vorder  winterktai^b 
herwider  hat  gehauset  sich 
auff  seinen  alten  sitz , 
5.    Der  ist  sd  nfthent  pey  der  lur    ^ 
gelegen  mir  durch  mangen  spur, 

5* 


68 

des  mag  ich  klain  erfreuen  mich 
das  macht  sein  grober  litz. 
Kellt,  reiff,  und  grossen  snee, 

10.   den  pach  verdeckt  mit  eyse 

bracht  er  aus  des  posayers  haus , 
des  nam  ich  auch  nit  preyse, 
wann  raine  frucht  aus  posem  ay 
köm  nie  von  vogels  hitz. 

ib.   Gras,  pluemen  ,  gruener  klee 
gantz  seyder  ist  versbunden , 
verflogen  sein  die  vogelein , 
der  bald  ist  laubs  beschunden, 
die  sunn  verlos  von  seim  geschraj 

30.    zu  hauenstain  den  glitz. 


i.  Nu  mir  der  paüer  ist  gevar, 

und  auch  g^n  brichsen  nit  wol  tar 

darumb  das  ich  erzürnet  hän 

ain  klainen  ungenant. 
5.    Mit  ainem  smalen  widerdries, 

den  ich  p6t  dem  geraden  viess. 

so  reut  mich  klain,  wes  ich  dem  gan, 

der  mir  den  schimpff  da  bandt ; 

Der  freveliche  slupff 
10.   dem  risen  wer  geweret, 

den  er  zu  seiner  metzen  tut, 

und  alle  gassen  keret 

mit  ainem  mantel  gabriel, 

des  faul  dir  m^r  ain  zandt. 
15.    Ich  nam  ain  grossen  klupif, 

als  der  mir  straspurg  gäbe, 

ob  in  allen  wurd  ausgefegt 

mit  ainem  haissen  schabe, 

die  mynn  da  pflegen  sunder  hei 
20.    durch  gogeliche  schanck. 


69 

3. 

1.    Ich  wont  mein  sach  wer  richtig  gantz, 
mir  an  der  treu  aö  lag  der  stds, 
das  merckt  ich  wo]  an  aim  gerün , 
das  stdb  aus  faulem  luft, 
5.   Da  sweigen  was  mein  pesste  schantz 
got  sey  gelobt ,  wes  ich  gends  , 
dö  man  die  rige]  und  die  zeun 
sd  gern  hiet  vermuiFt. 
Noli  me  tangere, 

10.   laich  mich  nit^  pertzly  uüt 
bas  sich  nit  gelimpffen  mag, 
das  rieht  man  auf  ain  stule 
schön  mit  der  neuen  handt  beluckt 
nach  welischer  vernuft. 

15.   Leicht  tun  ich  mir  so  wee 
mit  smucken  und  mit  smiegen , 
ob  ich  den  pauch  noch  reckenn  mocht, 
leicht  hulff  ich  ainen  biegen, 
der  mir  den  staff(e)I  geren  zuckt 

20.   tieflP  in  des  meres  gruflfl. 

4. 

1.   Ach  colen,  wienen,  maintz,  päris 

affidn ,  costnitz ,  nurnberg , 

was  ich  ye  freuden  da  gesach , 

die  g^n  mir  hie  nit  In , 
5.   Darumb  das  ich  von  ebner  bis 

oiFt  hausen  mus  auff  hohem  perg , 

das  macht  ain  beib  under  ainem  tach 

von  swongaw,  der  ich  pin, 

Und  darzu  manig  kynd, 
10.   die  mir  den  schimpff  zerrütten , 

darumb  das  ich  bedencken  mus 

wie  ich  sy  mug  beschütten , 

das  in  die  bolff  verzucken  nicht 

das  protitn  und  den  bein. 


70 

15.    Ain  mu  die  andern  vindt, 
wers  alles  wil  besorgen , 
das  tu  mein  herre  osterrich 
umb  seinen  schätz  verporgen 
der  töd  die  leng  vil  sach  rieht  sucht, 

20.    und  mangen  krumpen  syn. 

XVIL 

1. 

i.   Des  grossen  herren  wunder 

nymant  volsingen  mag, 

doch  wil  ich  ains  besunder 
4.    vast  legen  an  den  tag, 

wie  sich  der  mensch  formiret 

in  der  pldndten  purt. 

von  dem  er  wird  gezieret 
8.    gesbechet  und  gnäturt. 

Zwellf  zaichen ,  klär  durch  yetten , 

die  folgen  auch  darzu 

mit  siben  der  plannten 
12.    tegltchen  spät  und  ffu? 

sich  maisterltchen  senckenn 

tieff  in  des  menschen  prat, 

darnach  es  sich  mus  lencken 
16.    mit  leib,  synn  und  gemut. 

Ain  planet  ich  euch  melde 

von  ärst  der  sunne  Aus, 

darnach  des  manes  zelde, 
20.    mars  und  mercürius , 

jovis,  venus,  zbdn  klage 

zu  recht  nymant  verdringt, 

mit  seuberlfchem  fuege 
24.    säturnus  zu  in  springt. 

Der  leö  in  seinem  zaichen 

ain  zbelfer  ist  genant, 


71 

ain  krebs  mit  seinen  slaichen 

28.   geleichet  dem  torant, 

stier,  bider  ,  die  junckfraue, 
das  zbiling,  visch  and  schütz 
leg  auff  die  wäg  und  schawe , 

32.    wasserman,  den  stainpock  sprutz. 

2. 

i.   Und  welcher  von  der  sunne 
Orient  geboren  ist, 
dem  gibt  der  leo  die  wunne. 

4.   starck,  ring  zu  aller  frist, 
klug  ,  fundig ,  hais  und  fraidig , 
ersam ,  auch  dick  gesunt , 
sleffrig  und  seiden  laidig, 

8.    unbleiblich  zu  aller  stund. 
Smal  fuess,  und  mitten  klaine, 
brait  antlutz,  brüste  gros, 
klain  haubt,  klär  eugltn  raine, 

12.   schon  nas ,  nymbt  ir  genös , 
dick  vorsehen  nftch  dem  schaden, 
vil  mar  der  sind  sie  froh, 
undienstitch ,  hübsch  geladen  , 

16.    und  achtent  klain  der  dro. 
Der  mon  ist  kalt  und  feuchte, 
der  krebs  also  gestalt ; 
ir  menschen  faist^r  euchte, 

20.   der  slaff  tut  in  gebalt. 

gross  haubt ,  und  klaine  äugen , 
sinbel  der  nasenspitz, 
von  lugen  gros  in  laugen, 

24.   seumig,  launiger  witz, 

Cheusch  in  der  mynne  wunder 
vil  frtud  ist  in  ain  gast, 
und  alzeit  gern  besunder, 

28.   von  herter  heut  getast , 


n 

duim  lebsea,  klaine  zen(te, 
der  amplick  langk  g«zafft , 
smal  scIuritOT ,  dicke  hende , 
32.   gebart  gar  tngenthafft. 

1.   Ain  herr  der  bösen  glider, 

mars  dürr  und  grymlfch  hais, 

der  torant  und  ain  bider 
4.    st^nd  in  dem  selben  krais, 

ir  lob  ich  nit  vast  treute 

in  menschlicher  nätür, 

sy  fruchtent  vast  swach  ir  leute 
8.    mit  leib,  synn  und  iigür. 

Ir  volk  ist  gar  verlogen, 

krieg ,  sielen ,  rauben  tut 

unendlich ,  gar  betrogen , 
12.    schennt  fraun  und  briester  gut. 

dünn,  wang  gerumpffen,  rümer, 

teuff  äugen  in  der  prä , 

brait  schulter,  weit  meulig,  lumer, 
16.   valsch  zung,  bcs  hie  und  da. 

Ain  adelar  ifth  vinde 

an  dem  mercurio , 

darnach  ain  hiibsch  gesinde , 
20.  junckfrau ,  das  zbiling  sd. 

die  würcken  gStlfch  kristen , 

reich  ,  mild ,  wärhaft ,  getreu , 

scharff  tichter,  klug  Juristen, 
24.   stainmetzer,  goltsmid  new. 

Die  red  mit  red  verkören. 

hübsch  praun,  ain  mittre  leng, 

vorchtig  und  hören  geren 
28.   fromd  sach,  ir  antlutz  eng, 

lang  nas ,  ain  höhe  stieren , 

schon  äugen  ,  dick  das  h^r , 


73 

» 

versbigen  weis  ir  hieren 
32.   rain  sauber  über  Jdr. 

4. 

ir   Jovis,  der  tugent  kröne, 
über  alle  tugent  frisch, 
der  schütz- hilfft  im  des  schöne, 

4.   darzu  der  edCe)l  viseh. 

feucht,  hais,  zu  fride  schiessen, 
sich  schämen  poser  weis, 
höflich  an  als  verdriessen 

8.   zu  waidenhait  den  breis. 

Klain  haubt ,  schon  här  ,  murr  nasen , 
gross  prust,  ain  rund  persön, 
eng  brä ,  dünn  lebs  dn  vasen , 

12.   lang  zend,  dick  waden  gedön, 
misstraurig  ,  wanckler  synne , 
zu  reiten  gier  von  stat, 
genaiget  zu  der  mynne, 

16.   heugltch  zu  aller  tat. 
Venus  ,  der  wunne  Jiaile , 
sein  menschen  waideltch 
die  wäg,  des  stieres  gaile, 

20.    sy  machet  gog(e)lr(e)tch 
mit  saittenspil  und  singen, 
was  die  nätür  erfreut, 
zu  puelen,  tantzen,  springen 

24.   sy  nymant  ubergeut. 

Dick  haubt ,  klain  hals ,  vil  locke , 
sbartz  äugen,  stieren  brait, 
lang  krump  der  nasen  schocke , 

28.   gross  zend,  schön  hend  gemait, 
kurtz  arm,  klain  dicke  fuesse 
nach  der  persön  wol  lanck, 
die  unkeusch  ist  in  suesse, 

32.   das  nächst  ir  liebster  gedanckh. 


,  « 


74 

5. 

1.    Satur(e)n  kalt,  dürr  geboren, 
sein  kinder  bos  gelart, 
der  stainpock  mit  den  hören 
4.   st^t  in  der  selben  art 
zu  morden,  Stelen,  rauben 
frauen  schenteti  sind  bekant 
zu  spil  sbern,  trinken,  glauben 
8.   untreulfch,  sind  gewant. 

Von  aissen  eng,  ring,  tesig, 
trüb  äugen,  sbartz,  aas  flach, 
dick  här,  prait  hertz,  gar  hessig, 

12.   dick  leibs,  töröt  ir  sach, 

gach  durch  des  zornes  flamme 
zu  wanck(e)lhait  geplunst , 
ausrichtig  von  dem  stamme 

16.   des  Wassermannes  flunst. 
Doch  wird  ir  Aus  gemenget 
vom  zaichen  wasserman 
ain  tail  davon  gesprenget , 

20.  als  ich  euch  sagen  kan, 
sich  schämen  diser  Dinge, 
blaich,  weis  ir  angesicht, 
ir  Zukunft  mit  gelinge, 

24.   natürlich,  nymbt  vernicht. 

Doch  hat  der  mensch  ain  adel 
von  got  natürlich  prait 
ob  in  ain  poser  tadel 

28.    berürt  als  ich  vor  sait, 
das  er  im  mag  entrinnen 
durch  tugenthaflte  spreutz, 
und  fleiss  sich  rainer  synne 

32.    mit  hilff  des  heirgen  kreutz. 


75 


xvin. 

1.   Ich  hab  gehört  durch  mangen  grannss 

mit  ainem  Sprichwort  dich  ain  tdren  triegen , 

sym ,  lippel  wer  ain  gute  ganns  , 

h^t  er  nur  vedern ,  das  ihm  slaunt  zu  fliegen , 

5.    pey  dem  ain  yeder  mercken  sol, 

das  sich  die  leuff  in  mangem  weg  verkdren, 
das  prueft  man  an  den  gensen  hol, 
ir  einvalt  sy  gescheidiklichen  mären 
zu  bäheim  und  auch  anderswo , 
10.   d6  sy  die  vedern  rßren. 

2. 

1.   Dais  federspil  hat  sär  verzagt  , 

die  adler,  falcken,  habich,  sparber  smieren, 

sein  paiss  mir  laider  nit  behagt, 

wann  ich  ir  schellen  vast  hör  tympelieren  ; 
5.   des  wirt  vil  manig  edl  geviecht 

von  ainer  groben  gans  ze  t6d  geslagen , 

gepissen  s6r  und  gar  verdiecht. 

wie  das  beschicht ,  darnach  durift  ir  nit  fragen, 

wann  alte  sund  pringt  newe  schäm 
10.    hör   ich  die  weysen  sagen. 

3. 
1.   Ir  edl(e)n  valken  pilgerin, 

eur  nam  ist  gaistHch  wirdigkltch  gepreiset, 

mit  ewrm  flug  vil  hoher  hin , 

wann  ander  valken ,  kurltch  unterweyset. 

5.   ain  maister  gros  von  oberlandt  < 

eur  8nab(e)l  sSess  hat  vorchtigkltch  verhurnet. 

nü  Ut  euch  reultch  wesen  ant, 

wo  ir  denselben  herren  hdnd  erzürnet, 

und  mausst  die  alten  federn  ab, 

10.    leicht  wirt  die  gans  verdurnet. 


76 


4. 

1.   Ir  saiger  pläfus,  nemet  war, 

als  edl  geviecht  der  kristenhait  besunder, 
seyd  euch  entst^t  ain  genslich  schar 
von  ainem  land,  des  lät  euch  wesen  wunder. 
5.   des  hört  man  oft  ain  genselein 

durch  seinen  vaisten  kragen  spotlich  lachen, 
hol  auff,  all  vogel,  rauch  und  rain, 
hilft ,  adler  gros  ,  dein  sbaimen  läss  erwachen 
fliegt  scherflich  ab  und  stosst  die  gennss , 
10.   das  in  die  rugk  erkrachenn. 

5. 

1.    Nu  huss ,  nü  hass  dich  alles  laid, 
und  heck  dich  lüciper,  pilätus  herre, 
des  herberg  wirt  dir  unversait, 
wann  du  im  kumbst  aus  fromden  landen  verre^ 
5.   und  ist  dir  kalt,  er  macht  dir  warm, 
mit  ainem  pett  so  wirstü  nit  verlassen^ 
vil  gut  geverten,  reich  und  arm, 
die  mochst  du  vinden  auff  derselben  Strassen, 
wildü  den  vorlauff  nit  verlän, 
10.    sein  I6r  die  wirt  dich  hassenn. 

6. 

1.    Ain  yeder  vogCe)l  in  der  werlt 

sein  orden  haltt,  in  dem  er  ist  geboren, 

mit  seinem  gelauben  unvermelt, 

wann  nur  die  ganns  wil  tragenn  krampe  hören, 

5.    damit  sy  ander  vog(e)l  rain 

Verstössen  wil ,  sich  selber  gar  versencken 
mit  tie£Pem  flug  von  der  gemain 
gän  feuerspach  tut  sy  die  federn  schrencken, 
die  gschrift  zu  velschen  m^r  wann  all 
10.   ir  vordem  ye  gedenckenn. 

7. 
1.   Den  pesten  vog(e)l,  den  ich  wais, 

das  bas  ain  ganss ,  vor  zeiten  ward  gesungen, 


77 

das  hat  zu  bdheim  in  dem  krais 
verk^ret  sich,  wann  in  ist  misselungen 
5.  mit  ainem  bort,  bo  vor  das  pesst, 
in  disem  raien  mercklich  ist  gestanden , 
dawider  schreiben  maister,  gest 
das  posst  so  man  es  vindt  in  allen  landen, 
also  hdt  sich  die  gans  verhört 
10.   ddselbs  mit  grossen  schänden. 

8. 

i.   Ir  braiter  fues  mocht  berden  smal, 

holt  nur  ain  man ,  der  uns  all  hdt  beschaffen , 
bie  der  vergass  seins  zornes  val 
und  stiess  durch  parmung  !n  sein  veintltch  waffen, 
5.   das  er  über  uns  gezogen  hat 

mit  ^charffer  sneid  und  grauss(e)l!chem  spitze 
umb  unser  grosse  missetät, 
die  wir  teglich  begän  durch  sunden  glitze, 
der  kaine  ungeschaben  pleibt 
10.   mit  peinikltcher  hitze. 

9. 

1.    Ir  guten  cristen ,  seit  gemant, 

andachttigklich  helft  uns  den  Fürsten  flehen, 
das  im  sein  zorn  berd  gewant, 
den  wir  durch  grosse  zaichen  ra*chltch  sehen 
5.   in  franckreich,  eng(e)lant,  cätalön, 
in  lampart,  und  zu  bdheim  auf  der  mitte 
mit  tnfluss  mansleg  sterben  gän  , 
und  durch  gelauben  ketzerlicher  sitte. 
stee  für,  maria,  b^ndt  dein  kind, 
iO.    ich  wolkenstain  das  pitte.  dmen. 


1. 
1.   Kain  ellendt  tet  mir  nie  so  ant 

von  klainer  sach  in  fromden  land , 

nur  bann  ich  vand. 


78 

4.   die  herberg  voller  kinder. 

Ir  schreyen  hat  mich  dick  bedort, 

das  ich  offt  jselber  nit  gehört 

mein  aigen  bort, 
8.   und  sunder  in  dem  winder, 

S6  ich  den  langen  tag  erfrös , 

muedlichen  rait,  g^m  ^ent  zbär  des  klain  gends, 

ain  Stuben  gros 
12.   die  ward  mir  oft  zu  enge, 

In  manger  biegen  dick  ergal 

ain  kindlfn  klain,  das  es  mir  durch  die  6r(e)n  gal, 

die  nachtigal 
16.  mich  freuet  bas  die  lenge. 

2. 

1.   Ir  rumpeln  gros  mit  hurlachay, 

dafür  lob  ich  den  grünen  may, 

und  sunder  zbay 
4.   freuntlfch  darin  gesellet. 

Noch  ist  sein  vil ,  des  mir  gebirt , 

von  ainem  kinditn,  so  es  kirt 

und  mich  verirt 
8.  mein  singen  und  erschellet 

durch  manche  valsche  dissonantz , 

vals^ten  gros ,   däbey  kam  freuntlfch  concordantz , 

der  resonantz. 
12.    hat  mich  sd  dick  verdrossen. 

Zu  sbaigen  ist  offt  ains  so  tratz , 

mit  biderbertigkait  recht  als  ain  pose  katz, 

von  mainer  tatz 
16.   händ  sy  des  klain  genossen. 

3". 

1.    Zu  prespurg  dort  in  ungern  zbär 

ain  kind  mir  macht  vil  grabe  här 

von  drithalb  jär, 
4.   und  Hess  mich  seiden  slaffen 

Die  langen  nacht  bis  an  den  tag 


79 

und  ander  vich ,  das  ich  da  pflag , 

nur  sw  ich  jag , 
8.    dick  aines  tet  ich  straffen. 

Das  kind  schray  offi ,  bie  s6r   mich  durst , 

man  pracht  imm^t  und  bein,    als  ob  es  wer  ain  fürst, 

visch,  huen(e)r,  burst, 
12.    nur  wes  sein  hertz  kegeret: 

Dannocht  gewan  es  seiden  rast, 

vil  roangen  zbick  hab  ich  im  zu  der  hewt  getast 

haimlfchen  vast 
16.    das  es  sein  stymm  verk^ret. 

4. 
1.    Mich  wundert  sSr  an  ainem  mann, 

das  er  sein  kind  nit  ziehen  kann, 

und  lät  es  gdn , 
4.   sd  gar  an  alle  ruette. 

Der  dunckt  mich  sicherlich  nit  beis, 

und  mocht  wol  slipffen  auf  dem  eys, 

mit  klainem  breis, 
8.   an  seinem  aigen  blute. 

Gut  muter,  hftnd  ir  nie  gelesen 

vor  langer  zeit ,  ye  lieber  kind ,  ye  grosser  pesen , 

das  ewig  wesen 
12.   mugt  ir  an  in  verhonen , 

Das  ir  in  hengt  den  willen  nach 

Davon  oft  ains  die  leng  gebinnt  vil  ungemach , 

darumb  gross  räch 
16.   volgt  euch  mit  posen  Ionen. 


1. 
1.   O  rainer  got, 

gnftd,  tugent,  hoch  der  parmung  tieffer  gründe, 

ain  doctor  aller  weyshait  scharff, 

:ain  Idner  guet^r  dinge, 


80 

ain  recher  poser  berche,  machl 
6.   gewaltiklich ,  ain  herr  der  mechtigkait, 

Ich  klag  den  spot, 

den  du  vertraist  in  diser  werlde  sunde. 

ach  frummer,  klag,  wann  du  sein  darff, 

das  schand  für  eer  sol  dringen, 

und  recht  durch  unrecht  wird  verkart, 
12.   wer  daselb  kan,  der  dunckt  sich  sein  gemait. 

Das  l^rt  man  in  der  fSrsten  schul , 

seyd  ich  es  recht  bedenck , 

darumb  so  dringt  dft  manger  st&l , 

für  alle  tisch  und  penck, 

der  pillfch  wol  ain  seham(e)l  wer, 
18.   wann  man  im  rechnen  seit  der  ären  sw6r. 

2. 
1.    Ich  spiir  dreu  tier 

in  diser  werlt,  die  zbai  jagt  man  gar  seiden, 

dem  dritten  lät  man  nymmer  ru 

und  ist  es  valsch  genennet , 

die  zway  gehaissen  treu  und  ^r, 
6.    der  nam  ich  preis  für  aller  werlde  schätz. 

S6  es  die  vier 

hie  sprechen  tun:  heb  auff,  trag  hin,  Idss  gelden 

sein  schuld  ,  grab  in,  und  deck  in  zu, 

ärst  wirt  sein  nam  erkennet, 

er  ist  gewesen  diser  und  der, 
12.   was  €r  der  valsch,  in  vächt  der  helle  latz. 

Da  vind  er  seiner  gnössen  vil 

gevangen  umb  ir  schuld, 

die  hie  mit  mangem  valschen  spil 

auch  Auren  gottes  huld, 

davon  sy  nyemant  weysen  kund, 
18.   bis  sy  hat  gar  verslichkt  der  helle  grund. 

1.    Wo  in  dem  wald 

wont  treu  und  Sr,  die  suechen  anenander 


81 

und  desgeieichen  pos  und  valsch, 

also  das  gleich  sein  gleichen 

im  ausertöll  mit  liebem  gunst, 
6.   das  pruffi  man  an  vil  grdssen  heubtern  bol , 

Die  sehen  pald 

was  in  dd  fugt,  kom  ainer  dort  aus  flandern, 

ist  er  ain  kraut  von  poser  sals , 

behend  so  mus  er  reichen, 

secht  der  geneust  sein(e)r  posen  kunst, 
12.   des  zbär  ain  frummer  nit  entgelten  soL 

Wen  allzeit  vast  nach  6ren  durst 

und  fleist  sich  guter  sach , 

dem  gibt  der  obrist  himCe)lfurst 

in  seinem  reich  gemach, 

und  darnach  hie  ain  vil  gut  wort 
18.  das  pesser  ist  dann  aller  fursten  hört. 


i. 

1.   Ir  pabst,  ir  kaiser,  du  pauman, 
warumb  seit  ir  nit  gern  heilCi)g9 

3.    seit  das  euch  got  nit  bil  verldn, 
behalt  ir  nur  den  orden  selig, 
der  euch  von  im  ist  auserbelt, 

6.    zu  füren  löblich  entber, 

aus  unserm  glauben  zugesellt, 
mit  namen  lautter  da  gezelt, 

9.   gaistlich,  der  edl  und  arbaitter. 

2. 

1.  Du,  heiiger  vater,  tag  und  nacht 
für  alle  kristenhait  gemain, 

3.   und  wer  da  gaistltch  ist  bedacht, 
andachtigklich  solt  piten  rain 
den  gott,  der  alle  credtür 


82 

6.   beschaffen  hat,  und  uns  erlost 
mit  seines  heilgen  tödes  kur, 
den  er  in  menschlicher  figür 

9.    laid  an  des  heilgen  kreutzes  röst. 

3. 
1.    0  kaiser,  schirm  mit  deinem  swert, 

und  wer  zu  dem"  gesegnet  ist, 
3.   das  recht  und  den  gelauben  m^rt, 

gewaltikltch  zu  aller  frist. 

die  bittwen,  baisen,  arm  und  reich, 
6.    beschützt,  auch  halt  euch  in  der  hut, 

das  man  euch  selber  nit  enzeich, 

das  icht  berur  der  ^ren  teich, 
9.  ee  s6  vergiesst  eur  aigen  plut. 

4. 

1.    Wer  zu  der  arbeit  ist  geborCe)n, 
der  arbait  durch  getreuen  hört, 

3.   tut  er  des  nit ,  so  wirt  verlor(e)n 
sein  arbait  paide  hie  und  dort, 
und  herwidrumb  ist  er  getreu, 

6.  als  ainem  ptuman  zugebiert, 
stirbt  er  alsd  mit  guter  reu, 
sein  freud  mag  im  wol  werden  neu 

9.   dort  ebigkltchen  unveriert. 

5. 

1.  Ach  werlt,  wie  hertigkitch  du  trabst 
noch  alles  dort  vor  gottes  schein! 

3.   geleich  der  kaiser ,  als  der  pabst, 
ain  yeder  in  dem  orden  sein, 
die  fürsten,  gräfen,  ritter  und  knecht, 

6.   ir  purger,  pauren  all  vermelt, 
cardinäl,  pischoff,  preläten  siecht, 
all  gaistlich,  beldich  hört  und  secht, 

9.  recht  tun  wer  giit  in  diser  belt. 


83 

zxn. 

f. 

i.   Der  hie  umb  diser  werlde  lust 
sein  ebig  freud  dort  geben  wil, 
zbdr  des  gewerb,  gebin,  noch  flust 
ich  halten  bil  auff  kainem  spil, 

5.   Secht  der  betreugt  sich  selber  zwdr, 
und  paut  auff  ainen  zweir(e)l  gar 
das  sag  ich  euch  furbär. 
Auch  wer  die  s^l  sein  wil  pebaren, 
damit  sy  wol  versorget  sey, 

10.    der  Idss  die  glust  hie  yerdisch  varen, 
und  huett  sich  vor  den  sunden  frey. 
Wer  mercken  wolt  sein  missetdt, 
der  M%  der  meinen  vil  gut  rät 
zu  melden  fru  und  spät, 

15.   Und  wer  zbain  herren  dienen  sol, 
und  die  ungunstltch  sein  in  ayn, 
zwar  der  bedarff  geluckes  wol, 
das  er  sein  dinst  nutzlichen  lain. 
Von  wew  ain  man  hat  6ren  grundt, 

20.    der  schäm  sich  des  zu  kainer  stund, 
rät  wolkenstainers  mund. 
Repeticio.     Es  ward  kaih  furste  nie  so  reich, 

gleich 

s6  wer  ich  im, 
nym, 
26.   mit  gedencken  ich  das  mayn. 

1.   Wer  mit  dem  fride  welle  sein, 
und  trachten  nach  der  söle  hail, 
mass  sich  der  fürsten  pröt  und  bein, 
wann  ir  gemüt  ist  voller  mall. 

5.    Ich  nam  ains  beisen  mannes  mnt 
für  vier  tdrlicher  fursten  gut, 
und  hielt  mein  s61  in  hut. 


er 


84 

Man  vind  noch  vil  der  tdren  zal, 
sy  gaben  nit  ir  leben  schön 

10.  iimb  allen  schätz ,  der  ^ren  grÜ^ 

noch  umb  die  bird,  des  kaysers  krön; 
Secht  manger  gfellt  im  selber  wol, 
des  ist  die  werlt  der  tdren  vol, 
seyd  man  es  reden  sol. 

15.  Awä  der  armen  lemblin,  das   - 
ain  bolff  zu  ainem  herren  hat, 
auch  ist  dem  bolff  vil  lutzCe)!  bas, 
so  auch  ain  pun  über  in  ergät. 
Vil  manger  beut,  er  kenne  mich, 

20.   und  der  nie  recht  erkante  sich 

■ 

gleich  als  ain  ander  vich. 
Repeticio.     Auch  ber  nie  liebes  beib  gewan 
hän, 

maint  er  die  pesst 
vest, 
26.   pleibt  er  darauff  allain. 

3. 
1.    Wein,  zoren,  spil,  und  schone  beib, 

die  vier  betören  mangen  man, 

und  der  vil  lobt  sein  aigen  leib, 

sechCt),  der  hat  lutz)e)l  dr  davon. 

5.    Wer  mag  die  pessten  aus  gelesen, 

seyd  nyemant  wil  der  posste  wesen 

als  klain  nur  umb  ain  vesen. 

Es  wirt  offt  nach  dem  töd  gerumt 

am  man,  der  lob  hie  nie  geban; 

10.   vil  red  durch  warhait  nyemant  tut; 
gross  tugent  adelt  weib  und  man. 
Wes  sich  die  jugent  hat  gebent, 
das  alter  sich  darnach  versent, 
und  wirt  gar  hart  verklent. 

15.   Dem  wolff  zymbt  nit  wol  scheffen  wät; 
wer  gut  gebunnen  hdt  mit  ndt. 


85 

die  geitikait  nit  poden  hat, 
sy  ]ät  es  hart  bis  an  den  tdjl. 
Sich  vindt,  das  sanft  gebunnen  gut, 
20.    macht  hdchfart  und  üppigen  müt, 
und  offt  ain  sundiges  plut. 
Repelicio.     Zwdr  nyemant  stat  beleiben  mag 

tag 
in  aim  gemut, 

26.   ubl,  ain  k^rltcher  schein. 

4. 
1.   Und  wer  aim  laidt  sein  liebes  leben, 

von  freuden  er  in  schaidet  weit; 

den  armen  ist  nichts  anders  geben, 

wann  gut  geding,  und  ub(e)l  zeit. 
5.   Wer  ain  andachtigs  herze  trait, 

dem  kiimbert  weder  lieb  noch  laid 

in  aller  werlde  prait. 

Die  sunde  ,  nag(e)l  und  das  här 

wachst  an  dem  menschen  jerltch  frut ; 
10.   aim  yegllchen  dem  liebet  zwar, 

nur  bas  er  aller  gemest  tut. 

Ich  main  wol ,  das  ain  milder  man 

zu  geben  nie  genug  geban, 

als  vi!  er  mocht  gehdn. 
15.   Wer  auf  den  leib  gefangen  hais 

lait,  dem  ist  lang  ain  kurtze  weil, 

und  sagt  ich  alles,  das  ich  wais, 

sd  must  ich  räumen  manig  meil. 

Man  höret  selten  tören  rdt, 
20.   vil  grösser  land  betbungen  hat, 

wer  sich  daran  ff  verstät. 
Repeticio.    Man  stehet  selten  weissagen 

tragen 

schöu  die  krön 


86 

dahaim, 
26.    Bor  in  der  framde  rain. 

5. 

1.    Und  für  ain  ochs  durch  alle  land, 

so  hiess  man  in  doch  nur  ain  rind ; 

auch  wer  sich  selber  wol  erkant, 

der  hiess  von  recht  ain  weyses  kind. 
5.   Stillen  sol  man  fraidigen  hund, 

das  er  nicht  grein  zu  aller  stund, 

das  wer  hübsch ,  wer  es  kund. 

Der  mit  im  selbs  zii  aller  frist 

nur  vicht,  das  ist  ain  herter  streit 
10.   gedingen  freuet  mangen  krist, 

und  der  nie  hertzenlieb  gefreit; 

gut  reiche  witz  ist  salikait; 

der  dieb  wirt  selden^  äne  laid 

in  aller  kristenhait. 
15.   Und  mocht  ich  freyen  willen  hftn. 

dem  kaiser  Hess  ich  gar  sein  reich ; 

die  weysen  mochten  nit  bestän 

und  weren  in  die  toren  gleich. 

Wir  wünschen  alters  alle  tag, 
20.    und  wann  es  kumbt ,  so  ist  ain  klag, 

das  ainer  nymmer  mag. 
Repeticio.     Ob  mich  ain  freunt  verzechen  tet, 

pet 

unerlich, 

gerlfch, 
26.   wer  die  schuld  nur  mein  eyn. 

xxm. 

1. 

1.    Und  swig  ich  nü  die  lenge  zbär, 
sd  burd  mein  schir  vergessen  gar, 
durch  kurtze  jär 
nyemant  mein  gedachte. 


87  f 


5.   Darumb  sd  wil  ich  heben  an 

zu  singen  wider,  wo  ich  kan, 

von  manchem  man, 

der  sich  mit  dem  getrachte 

Verk^ren  tut,  so  im  der  wein 
10.   zu  nähen  kumbt  und  im  versßrt  das  hieren  sein 

durch  solhe  schein. 

als  ich  euch  wol  bedeute 

Mit  zbellferlaie  trunckenhait 

darnach  und  yeder  ist  geschickt  mit  unterschaid 

der  synne  prait 
16.    nach  der  nätüre  treute. 

1.    Oft  ainer  duncket  sich  so  weis, 

und  hab  darin  den  höchsten  preis, 

sd  in  das  reis 

der  reben  hat  beslagen 
5.   Der  ander  went,  er  sey  sd  reich 

das  im  der  kaiser  nit  geleich, 

der  solher  zeit 

von  mir  wol  ist  vertragen. 

Der  dritte  fressig  als  ain  gaul, 
10.  das  im  nyemant  durch  speise ,  weder  frisch  noch  faul ; 

sein  beites  maul 

die  zeit  nit  mag  erfüllen. 

Der  vierd  bebaint  sein  grosse  sund, 

durch  mich(e)l  reu  sein  hertz  andechtiklich  erzund, 

tamischer  griind, 
16.   die  nyemant  kan  erhullen. 

3. 
1.   Der  fünft  die  unkeusch  hoch  betracht 
und  pfligt  derselben  tag  und  nacht, 
sd  in  die  nacht 
des  beines  hat  betreten. 


88 

5.   Der  sechste  hat  ain  kleglich  ambt, 

mit  sweren  er  die  s^l  verdambt, 

das  sy  erlambt 

vor  got  an  allen  steten. 

Der  sibent  kriegt,  greint  als  ain  hund 
10.    an  ainer  ketten  ,  der  da  pillt  zu  aller  stunde 

sein  hieren  rund 

zu  vechten  ist  genaiget. 

Der  acht  von  trincken  wirt  sd  gail 

das  im  sein  dr,  gut,  beib  und  kind  ist  alles  vail, 

das  truncken  mail 
16.    sich  an  im  da  erzaiget. 

4. 
1.   Der  neunt  unhaltig  ist  betört, 

nur  bas  er  wais ,  sieht ,  oder  hört, 

das  wirt  embort 

durch  in  aus  unverporgen. 
5.    Der  zehent  ringet  nach  dem  slaiT, 

der  ainlift  singet  buester  zaff, 

und  schreit  dp  straff  den 

den  abent  und  den  morgen. 

Der  zwelft  von  sauffen  wird  so  vol, 
10.   das  er  es  oben  greiffet  in  des  goders  hol, 

und  gibt  den  zol 

dem  wiert  an  alles  aischen. 

Also  hört  ir  des  weines  list, 

daran  ich  nit  vil  loben  mag ,  bie  gut  er  ist, 

in  kurtzer  frist 
16.    man  pessers  mocht  ervorschen. 

5- 
1.    Mich  hundert  nit  an  gmaine  haubt, 

die  höher  klugkait  sein  beraubt, 

ob  die  betäubt 

getranck  der  s wachen  witzen, 

5.   Mich  muet  nur  an  die  weysen  gros 

und  die  der  ören  sein  genös. 


89 

und  die  sich  plds 

in  taubem  tranck  erhitzen 

Da»  yrem  leumet,  leib,  und  gut, 
10.   den  dren,  s^l,  vernuft  mereklfchen  schaden  tut, 

ain  krancker  mut 

sich  gröblich  dd  beweiset. 

Betracht  ain  yeder  mensch  genaw, 

wie  zierHch  ist  ain  stat  vernuft   durch  man  und  frau, 

darauf  sd  pau, 
d6.    löblichen  hoch  gepreiset. 


t 
i .   IW^ol  auff ,   und  wacht 
acht, 

s^r  betracht 
den  tag,  die  nacht 
5.   eur  fraveliche  sunde, 

das  sich  dieselbig  nit  enzünde 
tieflich  in  der  helle  gründe. 
Ritterlich  vecht  mit  den  leuen 
für  ir  peissen  und  das  keuen, 

10.   für  ir  reissen  scharpffer  kleuen, 
reuen 

s^r,  durch  nymmer  preuen, 
Idss  dich  pei  dein  guten  treuen 
g^n  dem  alten  und  dem  neuen, 

15.   wo  wir  die  und  den  erzürnet  hän. 

1.   Gesell  ,  dick  beck, 

reck, 

ranslich  streck 

dich  auf,  und  schreck 
5.   den,  der  uns  nur  bil  verhetzen, 

unser  dinst  swachlicli  ergetzen, 


90 

valschlich  pej  den  snoden  smetzen, 
die  wir  im  gelfhen  haben, 
damit  er  uns  wil  pegäben 

10.   paide  frauen  und  die  knaben, 
schaben, 

aus  den  engen  nahen 
sull  wir  fluchtigklfch  traben, 
das  wir  uns  schön  mügen  laben 

15.    mit  den  höchsten  pluemen  lobesan. 

3. 

1.   Los ,  .hor  mein  dön 

schön, 

dient  den  lön 

von  ainer  krön, 
5.   die  uns  mit  scharffen  doren 

sberltch  erlöst  von  dem  zoren 

der  ebigen  helle  hören, 

die  uns  fraislich  hat  verslunden, 

sär  gevangen ,    und  gepunden 
10.   mit  den  zorniklichen  hunden, 

funden 

trauren  biet  wir  unden, 

das  alles  hat  uberbunden 

ainer,  der  da  ward  geschunden, 
15.   und  genagelt  auf  der  kreutzes  pan. 

4. 

1.   Nu  hört  mich  sain, 
rain, 

ich  euch  main, 
nur  ja  und  nayn, 

5.    beschaid  ich  uns  der  mare 
getreultcher  an  gevere, 
unsre  bort ,  werck ,  und  gepare 
mich  wolkenstainer  yersöret, 
darumb  das  sich  teglleh  m^ret 


91 

10.    alles,  das  die  werlt  enl^ret, 

geret ,    beret, 

nur  bas  un^ret, 

valscher  rät  die  untreu  l^ret 

pos  in  pos  sich  nit  verk^ret, 
15.   darumb  furchtet  gottes  zoren  ergän. 

5. 
1.   Vernembt  mein  schal, 

hal 

ub(e)ral 

auff  perg,  in  tal 

5.   durch  meines  hertzen  schreien : 

dient  dem  ainen  und  den  'dreien, 

damit  das  er  uns  welle  freien 

von  des  widerfalles  schiessen, 

also,  das  wir  doch  geniessen 

10.   höher  gndden,  die  entspriessen, 
und  das  uns  nit  well  vergriessen 
nach  verdienen  haisser  lene  ran, 

13.   pran. 


i.    Durch  tören  weis 

so  wird  ich  greis, 

und  mag  bejagen  klainen  breis 

auff  disem  eis, 

es  well  sich  dann  verk^ren 
6.   Und  schir  gedacht, 

wie  das  ich  macht 

dort  komen  aus  des  tracken  acht, 

derselb  mich  vacht, 

wil  ich  sein  nit  emperen. 

Das  ist  die  hell  mit  seinem  slund 
12.   darinn  wol  siben  kamer  greuslich  sind  erzund, 


92  ^^ 

fund  ich  den.fund, 
mein  laid  das  burd  sich  m^reii, 
Als  sälomön  gemeldet  hat: 

mensch,  wie  dw  sunds,    g(e)leich  vindst  du  die  widerlät, 
gross  freud  umb  quät 
18.   der  kau  ff  ist  nit  zu  l^ren. 

2. 
1.   Gelt  bidergelt, 

got  selber  melt, 

der  ersten  kämer  swach  gezelt, 

zu  hell  da  quelt 

versigelt  haisser  lecken, 
6.   Von  fewre  gram, 

gar  widerzam, 

das  alle  fluss,  des  meres  tarn, 

der  mynnsten  flamm 

ir  rass  nit  mag  erstecken. 

Die  selbig  kämer  pringet  wee, 
12.   wer  sich  unkeusch  begreiffen  lasset  sunder  ee, 

gross  jämeri»  kree 

vind  er  in  haissen  secken. 

Damit  so  wirt  vergolten  das 

ain  yeder  metz  nach  seinem  lehen  mit  der  mäss, 

die  rechten  sträss 
18.    helff  uns  martä  strecken. 

3. 
1.   Die  ander  kämer 

ist  mit  jämer 

voller  kellt,  ain  gross  gewammer, 

dasselb  getammer 

kain  fewr  nit  mag  erhitzen. 

6.   Wer  hass  und  neyd 

mit  widerstreit 

vertrieben  hat  in  diser  zeit, 

derselbig  leit 

darinn  frostlichen  glitzen. 


93 

Die  dritte  kämer  tiinek(e)Ifar, 
12.  das  man  die  vinster  ^eiffen  mag  pey  alnem  hdr, 

des  Scheines  klär 

sol  dd  kain  mensch  besitzen. 

Wer  ungelauben  hat  gefurt, 

all  Juden ,  haiden ,  ketzer  darin  sind  rersnurt, 

das  Hecht  berurt 
i8.  in  mund  und  nas  durch  plitzen. 

4. 
i.   Die  vierd  prisaun 

ist  schwacher  laun 

von  snodem  gsmach  in  wildem  zäun, 

das  kain  allraun, 

noch  wurtz  den  mag  vertreiben. 
6.  Hit  bunder  mail 

sd  vindt  man  vail 

darinn  die  rauber,  prenner,  gail, 

und  die  an  hail 

den  armen  recht  vermeiden. 

Die  fünfte  gilnitz  ungestalt 
12.  von  srcheutzen ,  schrecken ,  greulich  prünsten,  gros  gezalt, 

gar  manigfalt, 

so  ist  darinn  das  leiden. 

Von  hdchfart,  grösser  uppigkait, 

wie  sich  der  mensch  gezieret  hftt  gestalt  und  klaid, 

swer  herzenlaid 
18.   mus  er  dabider  sneyden. 

i 

5. 

1.   Die  sechste  keich 

ist  bunder  reich 

von  burmen,  fttern,  slangen,  sleich, 

der  hessltch  teich 

dem  wuchrer  ist  beschaifen. 
6.   Und  wer  sein  latz 

mit  furkauf,  satz 


94 

hie  richten  tut,  gross  zoll  und  tatz, 

der  sund  getratz 

schreit  alles  darinn  waifen. 

Das  sibent  gadem  ist  beswert 
12.    mit  grösser  zagnuss  ebigklich  darinn  pebart. 

da  sein  vermart 

pos  nunnen,  munch  und  pfaffen, 

Und  alle  die  verzbeifelt  hän 

in  yren  sunden  darzü  an  dem  höchsten  man. 

des  gad(e)ms  pan 
18.    tut  sy  desselben  straffen. 

XZVI. 

1.   IfEich  fragt  ain  Ritter  an  gever, 
der  sich  der  werlde  manig  jdr 
zu  guter  mäss  ervaren  h^t 
durch  manig  kungkreich,  landt  und  stet, 
5.    in  fürsten  hofen  hin  und  her, 
ain  tail  der  haidenschaft  entber 
als  dann  aim  ritter  zu  gebiert, 
in  ainem  so  was  er  veryert, 
das  ich  in  des  beschaiden  solt, 
10.   darumb  und  er  mich  fragen  wolt : 
beschaid  mich ,  lieber  bruder  mein, 
von  welchen  Sachen  mag  das  sein, 
das  gotlfche  gerechtikait 
geordent  ist  an  unterschait 
15.    in  aller  kristenhait  gemain, 

aim  yeden  menschen,  lautter,  rain, 
zu  statten  komen  durch  gericht, 
und  doch  gar  selten  das  beschicht, 
besunderltchen  der  gestalt, 
20.   dd  man  die  leges  nit  enhalt 

nach  den  Gesetzen  kaiserl(e)ich, 
da  wird  betrogen  arm  und  reich. 


95 

Ich  sprach :  als  verr  ich  mich  verstän, 
da  sein  vil  heubter  schuldig  an. 
25.    wer  da  regiert  ndch  seinem  hanbt, 
wie  klug  er  ist,  er  wird  betäubt, 
besetzt  er  nicht  ain  weisen  rdt, 
da  pey  frau  6re  wol  bestftt, 
und  Yolgt  dem  nach  durch  gotlfch.  vorcht, 

30.    in  welchem  land  man  das  verhorcht, 
s6  hftt  gewalt  das  recht  verhagt, 
als  wann  der  abt  die  wurf(e)l  tragt, 
die  prueder  spilen  all  hin  nach 
zu  lieb  dem  herren  wuester  sach. 

35.   Vitztumb,  rfttgeb,  pfleger  und  verg, 
richter,  urtailer,  vorsprech,  scherg, 
die  treten  all  ain  valsche  pan, 
ain  yeder  z(e)lieb  seim  obeman. 
zwar  der  gewissen  wirt  sd  hol, 

40.   damit  man  sich  behelfen  sol 
zu  gotlicher  gerechtikait, 
seyd  das  man  ins  nit  undersait, 
das  nyemant  kain  geleichs  beschicht, 
das  ist  ain  swöre  zuverzicht, 

45.   und  ist  ain  land  ain  herte  puess, 
wo  man  das  recht  erkauffen  mues; 
domit  sd  st6t  des  armen  schantz 
nur  allzeit  binden  an  dem  tantz. 
Der  gebhart  hdt  ain  swachen  nam, 

50.   wie  wol  er  ist  natürlich  zam, 

darumb  das  er  ist  gantz  durchpaist, 
mit  grösser  gierhait  man  das  haist. 
darumb  verlait  sich  mang  guter  gesell 
in  abgrundt  der  hell. 

55.   doch  nemen,  geben,   arm  und  reich, 
secht  aber  es  ist  gar  ungeleich. 
wer  nymbt,  das  man  im  gern  geit 
also  das  er  kain  argen  neid 


96 

well  tragen  der  gerechtigkait, 

60.    weder  umb  gab  lieb  noch  lait, 
dem  geber  welle  pey  besiän 
nur  wes  er  gotlfch  recht  sol  hän 
es  sey  mit  urtail  oder  rät, 
sein  num  ist  ym  dester  mynder  schad. 

65.    Tat  er  es  aber  gar  durch  got, 
das  wer  vil  pesser  äne  spot 
beschach  es  dann  umb  ainen  sust^ 
da  pey  s6  wer  ain  klain  verlast, 
im  wurd  doch  sd  vil  6r  davon, 

70.   das  im  bezalet  wer  der  Idn; 

auch  mocht  er  richten  paid  partey, 
und  tet  sein  guten  flcis  dapey, 
darinn  erwurb  er  lob  und  ör 
von  got  und  von  der  werlde  gör. 

75.    selig  wer  das  recht,  wo  man  es  nem, 
wann  gute  freuntschaft  davon  kem. 
was  man  an  recht  geslichten  mag, 
das  ist  dem  teufe!  grösser  slag. 
durch  recht  verlauft  sich  mange  diet 

80.    mit  urtail,  raten  und  auch  miet, 

valsch  zeugnuss,  aid  und  aufsatz  hol, 
das  fugt  dem  teufel  alles  wol. 
kain  recht  kumbt  seiden  zu  dem  zil 
an  sunde  wenig  oder  vil, 

85.    besunderlichen  in  der  hait, 
da  yederman  auff  seinen  aid 
ertailen  sol  nftch  seinem  haubt, 
darunder  manger  ist  betäubt 
das  er  nit  funffe  zelen  kan. 

90.   wie  mag  derselb(ig)  ain  recht  verstdn, 
und  gilt  als  vil  am  abelesen 
als  wer  er  sälomdn  gewesen, 
und  gerltchen  in  der  gemain 
fugt  sich  das  recht  gar  seiden  rain; 


97 

95.    hat  ainer  nur  ain  urtailer, 

und  dapey  leute  ndch  der  sw^r, 
si  volgen  all  demselben  ndch 
wie  valschltch  ist  sein  anespräch. 
Der  Richter  Idt  auch  Sber  g^n, 

100.   und  wil  das  unrecht  nit  verstau, 
das  dem  ain  tail  beschehen  ist ; 
das  tut  als  gebhart ,  wo  der  isl, 
ileisst  sich  ain  furste  swacher  ret, 
den  s^l  noch  6r  nit  hoher  kr^t, 

105.    nur  wie  in  lust,  wirt  es  erkant, 
wann  sy  wissen  wol  als  die  hund 
irs  herren  will  zu  aller  stund, 
da  hUt  das  recht  kain  andre  g(e)stalt, 
wann  trieb  man  frevel  und  gewalt, 

110.   und  desgeleichen  volgt  der  schein 
von  allen,  die  gewaltig  sein 
das  recht  besitzen  für  und  für 
an  vorcht,  gewissen,  als  ich  spur 
hdch  von  dem  haubt  bis  aufT  den  fus 

il5.   und  nymbt  doch  end  mit  swerer  puess. 
Ain  redner,  der  da  nymet  gut 
von  ainem ,  dem  er  reden  tut, 
der  ist  ain  argkwonlicher  man 
den  solt  man  nit  ertailen  län, 

120.   traut  man  darüber  seinem  aid, 

sund  man  daran ,  das  ist  mir  laid. 
das  recht  hat  gar  ain  waxe  nas, 
es  lät  sich  piegen  als  der  has, 
so  in  der  hund  pringt  in  den  wangk 

125.  nnr  hin  und  her  st6t  sein  gedanck. 
Ich  hör,  das  manger  vorsprech  nymbt 
zu  paider  seitt,  das  übel  zymbt. 
von  ainem  nymbt  er  ofTenltch, 
der  ander  sticht  in  haim(e)]fch, 

7 


98 

130.   der  ainen  part  redt  er  das  wort, 
der  ander  tail  behabt  den  ho^t, 
mit  dem  so  wirt  durch  in  verhaut 
die  ain  partey ,  die  im  getraut, 
ö  jüdas ,  du  unselCi)ger  man, 

135.    was  hästü  brueder  hie  gelän? 

allain  nicht  der  da  vorsprech  h'aist, 
mang  hoher,  der  den  Wechsel  paist, 
gaistlich,  wertUch,  vindt  man  der, 
und  die  doch  wellen  haben  dr 

140.    gSn  diser  werlt,  wie  halt  g6n  got 
daselben  furcht'  ich  ir  mit  spott. 
Noch  ains  läss  ich  nit  unvermelt 
ain  pos  gewonhait,   in  der  werlt 

145.    die  gaistlich  sein  und  werltlich  recht 
regiern  mär  dann  ritter  und  knecht, 
und  wellen  nutzen  paide  swert. 
wie  haben  die  so  guten  wert! 
sand  peter  hat  nur  ains  berait, 

150.   da  er  den  Juden  mit  versnait 

und  slaunt  im  damit  nit  gar  wol, 
und  tat  da  fliehen  in  die  hol, 
und  gdt  der  grund  doch  von  im  hef, 
von  got  gesetzt,  gaistliche  1er. 

155.   offt  gaistlich  vater  sind  so  zäch, 
sand  peter  kainer  volget  nach, 
wo  gaistlich  herschen  leut  und  land 
da  wirt  mdr  ungeleichs  erkant, 
dann  fürsten ,  den  das  zugebiert, 

160.   das  recht  zu  halten  unveriert, 

od(e)r  anderm  adel  gros  und  klain 
in  aller  kristenhait  gemain. 
got  hat  drey  tail  geordent  schön, 
darumb  er  geben  wil  den  Idn 

165.    dort  ebigklichen  sunder  sbdr, 
gaistlich,   edel  und  arbaitter. 


99 

der  gaistlfch  ist  also  bedacht, 
das  er  so]  piten  tag  und  nacht 
far  die  zb6n  tail(e)  gotes  kraft, 
170.    und  streiten  sol  die  ritterschaft 
hert  für  die  andern  vorgenant. 
der  pauer  dartzu  ist  gewant, 
das  er  sein  arbait  teglfch  prauch 
umb  unser  nar,  im  selber  auch. 
175.   das  hat  ain  grosse  unterschaid, 
besunder  an  der  gaistlichkait 
durch  ungeleichs  in  diser  werlt, 
als  ich  das  voran  hab  vermelt. 
ich  wolt ,  wer  gaistltch  wer  gemut, 
i80.    er  hielt  sein  orden  in  der  hut, 
als  er  solt  von  rechten  tun, 
das  wer  der  werlt  ain  grösser  suen. 
m^r  unfrid  kumbt  der  werlde  plds 
von  priesterschafft  und  yrem  g(e)nds, 

185.   wann  sust  von  allen  lay(e)n  beschicht, 
das  hdt  doch  got  beschaffen  nicht, 
durch  sy  vil  ni6r  das  recht  erkrumbt, 
wann  das  anders  sust  von  yemand  kumbt. 
das  hab  ich  mdr  zu  röm  ervaren 

190.   wann  andersbo  in  kurtzen  jären 

Recht  zu  unrecht,  unrecht  zu  recht 
sy  kunnen  machen,  krump  und  siecht; 
aufsatz,  trugnnss,  loicä  spii 
l^rt  man  zu  rdm  als  vil  man  wil, 

J95.   an  die  prelätisch  piekaney, 

die  man  dd  treibt  durch  symaney. 
da  unser  Zuflucht  solde  sein 
zu  waschen  ab  der  sunden  pein, 
das  man  so  pose  16r  da  tragt 

200.   das  sey  dir  got  von  himel  klagt, 
die  unsre  liechter  solten  wesen 
zu  g^n  in  das  ewig  gnesen. 


100 

das  kumbt  als  von  den  heubten  dar, 

die  sich  emplossen  offenbar, 
205.   und  das  unrecht  machen  zam 

an  gotltch  vorcht,  sunder  schäm. 

gaistllch,  werltlich,  wer  das  tut, 

der  ist  von  sunden  nit  behut, 

wann  siecht  das  haubt  durch  ploden  wanck, 
210.    die  glider  werden  alle  kranck. 

Der  kaiser  nymbt  auch  gern  gut, 

vil  Fürsten  hab(e)n  denselben  mut, 

sy  Hessen  etbas  ubergän, 

wo  sy  die  volge  mochten  gehän 
215.   an  raten,  landen  und  auch  leut; 

dafür  ich  gsatzte  rechte  treut, 

wo  man  die  kaiserlichen  halt, 

und  ain  gute  gbonhait  alt, 

die  ist  zu  halten  für  ain  recht. 
220.   wer  sich  des  fliss,  dö  wurd  vil  siecht, 

das  sust  gar  langksam  krump  beleibt 

ndch  duncken  recht;  wo  man  das  treibt, 

wo  kaiserltche  recht  nicht  gdn, 

da  wil  nit  nindert  hören  von, 
225.   das  man  dem  kaiser  nicht  engunn, 

und  ist  doch  aller  recht  ain  prunn, 

daraus  sy  fliessen  gantz  gerecht, 

in  alle  land  natürlich  siecht, 

und  mag  kain  landsrecht  sein  erdacht, 
230.   an  kaiserliche  recht  volpracht, 
»    es  muss  ain  züsatz  davon  haben 

vil  von  den  kaiserlichen  gäben, 

alls  alle  wasser  haben  grund 

Aus  aus  des  meres  slund, 
235.   man  well  dann  velschen  gots  gesetz, 

und  das  gerechte  machen  letz. 

Was  von  dem  reich  zu  lehen  ist,   • 

das  mag  sich  zbär  zu  kainer  frist 


101 

aus  seinem  recht  enziehen  nicht 

240.    mit  kainem  loicd  geticht. 

vil  guter  gewonhait  ist  vergund 
aim  yeden  lande  ndch  dem  grund 
zu  halden  ndch  des  landes  schein 
tegltch  zu  pessern  äne  pein. 

245.   ain  gbonhait  pos  wie  alt  die  ist, 

die  ist  zu  meid(e)n  in  kurtzer  frist, 
und  gotlfch  zu  reformiern  pald, 
das  sy  haiss  gut  gewonhait  alt. 
wo  man  desselben  nit  entut, 

250.  s6  gilt  sy  nit  ain  helbling  gut. 

gewonhait  neu  nyemant  gesetzen  mag, 
pschieht  es  darüber  äne  frag, 
und  dn  gewalt  des  kaisers  gunst, 
pönfellig  ist  dieselbig  kunst. 
255.   wann  so  er  leicht,  er  pstatt  nit  m^r 
nur  i'edltch  alte  gbonhait  her. 
Ainer  yeden  sache  ist  gesetzt 
das  recht  weisitchen  unverhetzt. 
wie  mag  das  ainer  gachling  hals 
260.   bedencken,  der  es  nit  enbais, 
sd  man  in  fragt  auf  seinen  aid 
das  recht  zu  treffen  kldr  gemait, 
wie  weis  er  ist,  er  wirt  betört, 
er  hab  der  recht  dann  vil  gehört, 
265.   und  darzu  dise  werlt  versucht 

nach  nötturft,  als  sich  das  gerucht 
an  enden,  wo  man  recht  und  rät 
vernunfftigkltch  vor  im  hat. 
als  manig  hiern,  als  manig  haubt, 
270.  wie  kund  aim  yeden  sein  erlaubt, 

das  recht  gantz  pringen  an  sein  stät, 
'  darauff  man  lang  gstudieret  hat. 
trifft  ainer  ains ,  so  va'lt  er  zbaj. 
beduncken  recht  schadt  mangerlej. 


1 


102 

375.   des  man  in  rechten  nit  enhielt, 
wo  man  der  kaiserlichen  hielt. 
Ain  paur,  der  nie  geschrifft  verhört, 
und  mit  den  ochsen  ist  betört, 
der  so]  nü  bas  verstdn  das  recht, 

280.   dann  ain  gwanderter  guter  knecht, 
od(e)r  ain  geirrter  weiser  man, 
wo  wolt  er  das  erlesen  hän? 
Noch  wundert  mich  »ins  grossen  auch, 
zu  ainem  richter,  der  nit  hat 

285.   gotitche  vorcht,  noch  weisen  rät, 
und  was  dem  rechten  zu  gehört 
das  er  des  gentzlich  ist  betört, 
wie  sol  der  straffen  weib  und  man, 
der  sich  selb  nit  straffen  k an  ? 

290.    als  ich  euch  das  noch  bas  bedeut, 
wem  man  beuilcht  land  oder  leut, 
ambt,  pfleg,  gericht,  und  desgeleich, 
zu  straffen ,  richten ,  arm  und  reich, 
der  so]  sich  halten  in  dem  schein, 

295.  das  ^r  unstreffltch  mug  gesein, 
und  desgeleichen  all ,  die  hän 
herschafft,  land,  leut  undertän 
gaistlfch,  werltlfch,  wer  die  sind, 
ö  wie  gar  seiden  man  das  vind ! 

300.   ain  fürst  in  seinem  hoff  und  land 
so]  haben  rete,  die  da  händ 
gotlich  ee ,  gewissen  ,  edl  und  weis, 
ain  gmain  gut  wort,  der  ^ren  preis, 
wo  des  ain  furste  nit  enhftt 

305.    das  recht  daselben  übel  gät, 
paide  mit  urtail  und  geding, 
so  hat  das  recht  ain  misceling ; 
und  tarff  sich  nyemant  trösten  siecht, 
wie  vil  er  hat  der  guten  recht, 


103 

310.    im  Wirt  die  schrann  alsd  bestell 
mit  ainer  urtail ,  da  gevellt 
an  seinen  tail  durch  klain  gewin, 
dö  hat  das  recht  ain  posen  syn. 
Yerzickte  wort  und  all  gever 
315.    im  rechten  sein  verpoten  swer, 
man  lät  sein  aber  darumb  nicht, 
und  ist  ain  alts  als  man  da  spricht. 
Ain  weyser  man,  der  rätmessig  ist 
der  tu  sein  fleis  zu  aller  frist, 
320.   damit  er  rät  zu  gleichem  schid 
auff  paid  partey  nach  gutem  frid. 
wil  ainer  sein  ain  schidlfch   man, 
der  mag  an  paide  rat  wol  gän ; 
wil  er  aber  ainem  hilfflfch  sein, 
325.  so  rat  dem  andern  nicht  darein, 
und  hör  auch  seiner  rechte  nicht, 
nur  ba^an  offner  schrann  beschicht, 
damit  pleibt  er  an  mailes  neitt, 
liebt  im  das  recht  zu  paider  seitt. 
330.  kain  rätgeb  der  sol  weib  noch  man 
verfuren  auff  zweyfels  wän, 
zu  weu  er  nit  gedienen  mag 
.    mit  urtail,  kumbt  es  an  die  frag 
verbeist  er  in  darüber,  sust 
335.  so  hat  er  schuld  an  seiner  flust. 
Dil,  richter,  solt  nit  pertig  sein 
in  der  partey  vil  oder  klain, 
noch  nyemant  des  gestatten  pist, 
dem  der  desselben  leders  ist; 
340.   wo  man  ain  solhs  gerichte  hat 
und  dö  ain  richter  des  gestatt, 
das  yede  partey  da  setzt  ir  leut, 
das  recht  ich  weder  lob  noch  treut, 
und  wirt  das  recht  hinhinder  k^rt 
345.   und  durch  die  aid  gröblich  versert. 


104 

da  pistü)  richter,  schuldig  an 
das  du  die  pgrthey  lassest  gftn 
wann  yeder  gst^t  dem  seinen  pey, 
wie  wol  das  recht  sol  wesen  frey, 

350.   an  argen  list,  gruntifch  erklert, 
wie  wol  man  seiden  das  pebert. 
du  soU  auch  kainen  frdgen  nicht, 
zu  dem  du  hdst  so]h(e)  Zuversicht 
der  ainem  tail  sey  genaigt, 

355.   ain  gut  gewissen  das  versaigt, 

und  nyemant  fudren  durch  dein  frftg, 
an  ursach  ich  dies  nit  ensach 
man  vindt  nit  vil  derselben  land, 
darin  so]h(e)  krumpe  recht  ergdnd 

360.    und  ist  dem  teufl  ain  grösser  fluch, 
wo  man  tut  richten  nach  dem  puch, 
darinn  die  recht  sein  wol  betracht, 
aaff  yede  sach  gotltch  verpracht, 
dapey  gewonkait  gut  sind  vergundt 

365.    aim  yeden  land  nach  seinem  grundt, 
und  die  man  halt  paid  arm  und  reich, 
das  ist  aim  land  ain  löblich  zeich 
besunderltch  in  welschem  land, 
durch  manig  küngreich  mir  bekant; 

370.   all  reichstet  haben  auch  den  sit, 
vil  andre  teutsche  land  damit, 
dö  man  durch  zwelff  tut  richten  rain, 
was  man  sust  durch  ganz  gemain. 
selten  durch  geinain  ain  sach  ergftt 

375.    an  schand  und  ettlich  missrtftt 

des  lob  ich  nit,  wo  man  des  pfiigt, 
für  gschribne  recht,  wo  man  die  bigt. 
durch  solhe  leut,  die  es  verstän, 
da  wirt  versorgt  baid  frau  und  man. 

380.    Ain  ebenpild  ich  melden  wil, 
sieht  ainer  zbSn  ob  ainem  spil, 


105 

und  die  er  nie  erkante  sust, 
er  gan  dem  ainen  pas  verlust : 
und  desgeleich  an  ainer  schrann, 

385.    die  man  besetzt  durch  mangen  man 
pstdt  aim  da  nur  gunstltch  gevell, 
er  hat  die  volg,  geejwie  es  weil, 
das  9ll(e)s  an  steten  nit  bescha'ch, 
wo  man  die  recht  gesehriben  sich, 

390.    offt  ains  gewissen  ist  so  lam, 

und  krumbt  sich  als  der  weg  gön  röm. 
darumb  s6  lob  ich  sicher  klain, 
das  man  sich  auff  ain  gemain 
durch  urtail  dick  erkennen  tut, 

395.   ain  solh  gewonhait  ist  nit  gut, 

wann  gotlich  recht  hat  kainen  tbanck, 
zu  noten  auff  ain  hindergangk 
durch  kainer  hande  urtail  frey, 
es  sey  dann  guter  will  dapey. 

400.   noch  ist  der  tadel  äne  zal 

darinn  das  recht  hat  posen  val. 
zwar  wider  dits,  das  man  dä|halt 
geschriben  nach  den  puechen  alt, 
und  die  man  legltch  pessern  tul 

405.   darinn  ist  menikltch  behüt 

wo  man  die  füret,  lautter,  rain, 

407.  bekenn  ich  Oswalt  borkenstain. 


mm 


Minneltefler. 


1. 

i.   Mch  spur  ain  luft 

aus  kuelem  tuft, 

das  mich  wol  dunckt  in  meiner  vernuft, 

wie  er  genennet, 
5.   kennet 

sey  nordosten. 

Ich  bachter  sag, 

mich  prueft  der  tag 

uns  kunfftig  sein  aus  vinstrem  hag; 
10.    ich  sich, 

vergich, 

die  morgenrot  her  glosten. 

Die  voglein  klingen  ubCe)ral, « 

galander,  lerchen,  zeysel,  droschel,  nachtigal 
15.   auf  perg,  in  tal 

hat  sich  ir  gesanck  erschellet. 

Leyt  yemant  hie  in  gueter  acht, 

der  sich  in  Freuden  hat  geniett  die  langen  nacht, 

derselb  betracht, 
20.   das  er  sich  m^r  gesellet. 

Die  junckfrau  h^t  verslaffen, 

der  knab  wacht  lutzel  bas, 

sy  ruefften  baide  waffen 

all  über  des  tages  hass, 


107 

25.   das  freulein  schalt  in  s6re: 

herr  tag,   ir  kunt  nit  ^re 
27.   bewaren  in  der  mäss. 

2.     . 
1.    Ain  schlicklin  weis 

sy  pdt  im  fleis 

dem  knaben  hin  mit  hendlin  gleis : 

stee  auf, 
5.   und  lauf, 

erkies  den  graben  morgen ! 

Ain  vensteipret 

er  fuder  tet, 

der  knab  hin  zu  dem  freulin  redt: 
10.   ach  got, 

an  spot, 

er  kumbt  daher  mit  sorgen, 

Er  dringet  durch  das  firmament, 

der  lucifer  hat  den  schein  von  im  gesendt, 
15.   die  nacht  volendt 

all  g^n  des  tages  greysen. 

Er  kusst  sy  an  den  röten  mund : 

ach  hertzenlieb,   nü  ist  sein  nit  ain  halbe  stund, 

das  wir  verwunt 
20.   uns  teten  zesammen  preysen. 

Sy  wurden  seuffzen  und  klagen 

mit  beslössen  mundlein  vein, 

das  sy  nü  wolt  verjagen 

des  Hechten  tages  schein. 
25.   sy  sprach:  mein  traut  geselle, 

es  gee  recht  wie  es  welle, 
27.   du  bist  gewaltig  mein ! 

3. 

1.  Der  Wächter  rurt, 
ein  stymm  er  fürt 
yal  durch  ain  hörn ,  das  man  in  hört, 


>^-^   108  ^*^ 

er  kunt  ain  gast 
5.   mit  gelast 
-  von  Oriente. 

Das  freulin  dacht 

in  lieber  acht: 

ach  sunne ,  was  hat  dich  furher  pracht  ? 
iO.    ich  wolt, 

an  solt 

du  werst  zu  occidente. 

Ich  traut  deins  Scheines  wol  empern, 

mir  wer  vil  lieb ,  der  uns  kündet  den  abentstern, 
15.    den  sach  ich  gern, 

mocht  mir  der  wünsch  geraten ! 

gar  laut  so  lacht  der  knabe  vein: 

mein  höchster  hört ,  so  mag  es  laider  nit  gesein, 

in  senden  pein 
20.   s6  muss  ich  von  dir  waten, 

Mein  freuden  macherinne, 

meins  hertzen  zucker  nar, 

du  hast  mir  hertz  und  synne 

benomen  sunder  gar. 
25.    sy  viengen  sich  zusammen 

mit  armen  black  umbfangen : 
27.   meinlieb ,  dahin,  ich  far ! 


XXVIII. 

i. 
i.    I^ar,  heng  und  läss, 

halt  in  der  mäss 

bis  das  du  vindst  die  rechten  sträss, 

und  kanstü  das, 
5.    so  bistüs  morner  weise. 

Sag  mir,  wo  hin 

stdt  dir  dein  sin, 


109 

ob  ich  dir  raten  kund  darin, 

spar  mich  nicht  drinn, 
10.    od(e)r  du  wirst  greise. 

Der  knab  der  sprach :  in  dieser  vart 

magstü  mir  wol  erschiessen,  hertzenfreulln  zart, 

gar  unverspart 

ist  dir  meins  hertsen  trachten. 
15.    In  suriä  stdt  mein  gedanck 

zu  frdnem  grab  nach  deinem  rät  gar  sunder  wanck, 

nach  deinem  danck 

s6  wil  ich  tegllch  achten. 

Sy  fiengen  sich  mit  luste 
20.   ze  hauff  mit  ermltn  vol, 

ir  ains  das  ander  kuste 

das  geviel  in  baiden  wol. 

sy  sprach:  var  hin  mit  sitten, 

hut  dich  vor  kalamiten, 
15.   seyd  ich  dir  raten  sol. 

2. 

1.   Die  prueff  zehant 
kSr  in  levant, 
•  und  nym  zuhiiff  dn  allen  tant 
den  wint  ponant 
5.  mitten  in  dem  poppen. 
Des  segeis  last 
zeuch  an  dem  mast 
hdch  auf  dem  gipffei,  vach  den  gast, 
tymün  halt  vast, 
iO.   und  lä  das  schiff  nit  noppen. 

Haistro  proventz  hilft  dir  von  dann 
mit  gunst  des  kluegen  elemente  trumetdn, 
gregd  der  man, 
vor  dem  s6  mustü  ortzen. 
»15.   Challd ,  potzü,  kargä  behend 

mit  der  mensür  und  ndch  des  compass  firmament 


»-^   HO  ^^ 

den  mägnet  leiit, 

levant  lä  dich  nit  fortzen. 

Wassä  alabandä  springen 
20.    teuff  in  die  sutten  hinab, 

forton  lä  dich  nit  dringen, 

du  var  ee  in  die  hab, 

mag  dir  die  porten'  werden, 

so  hSett  dich  vor  der  erden, 
25.    du  wirff  den  ancker  ab. 

3. 

1.   Zu  manger  zeit 

kumbt  dir  mit  neid 

scherock  mit  grossem  widerstreit, 

mit  dem  so  leid  s6r  schrotten  in  dem  wagen. 
5.   Derselbig  wurm 

pringt  gern  stürm, 
-    vach  ain  quart  mit  des  zicies  furm, 

ob  du  wirst  durm, 

so  tu  doch  nit  verzagen. 
10.    Challä,  fellä,  eydiä  ,  grosso,  pald 

pläsublä  rueg  die  mamer,   mit  dem  sträng  nit  halt, 

kumbt  mit  gewalt 

der  osst,  in  tut  vertreiben. 

Derselb  mag  dir  zu  staten  komen 
i5.    mit  halber  macht,   als  ich  es  vormals  hab  vernomen, 

yssd  zu  frummen 

tu  im  chaydlä  reyden. 

Die  stewr  rieht  im  kluege 

engegen  mit  dem  syn, 
20.   kumbt  dan  gorbki 

mit  fuege, 

der  jagt  dich  bald  dahin 

den  weg  gßn  Oriente; 

got  dich  herbider  sende,  ^ 

25.   dö  traut  geselle  mCe)in. 


m  ^ 


1. 

i.   Es  seust  dort  her  von  Orient 
der  windt,  levant  ist  er  genent, 
durch  indiä  er  wol  erkent, 
in  suriä  isit  er  behend, 
zu  kriechen  er  nit  widerwent,     < 
6.   durch  barbarfä ,  das  gelent, 
gränäten  hdt  er  pald  errent, 
Portugal ,  yspanie  erbrent, 
ub(e)rall  die  werlt  von  ort  zu  endt 
regiert  der  ed(e)l  dement 
der  tag  in  hat  zu  poten  gesendt, 

12.   der  nach  im  durch  das  firmament 
schon  dringt  zu  widerstreit  ponent, 
des  freut  sich  dort  in  occident 
das  norbdnische  geslachte. 
Den  Sturm  erhört  ain  freulein  zart, 
d6  es  lAit  armes  banden  hart 

18.   mit  liebem  lust  verslössen  ward. 
sy  sprach:  ich  hör  die  widerpart, 
der  tag  die  nacht  mit  schein  bekart. 
wach  auff ,  mein  hört ,  sich  hdt  geschart 
der  Sterne  glast  von  himels  gart. 
Wächter,  ich  spur  ain  valsche  wart, 

24.  dein  leib  pringt  mich  in  jdmers  art. 
ach ,  wicht ,  wer  hat  dich  das  gelart,  - 
das  du  mich  pringst  in  sendes  mart, 
davon  mein  hertz  in  laid  erstart, 
es  mäst  mich  reuen  hie  und  dart, 
ob  im  misslung  mit  hinefart, 

30.  das  pringt  deins  snodes  getrachte. 

Zwar  sy  began  in  drucken,    Aepeticio. 
zucken 


;  1 


y-*^    112    ^*-< 

.  aus  dem  slaff, 

freuntlich  an  sich  smucken, 

ruc1(en 
36.    äne  straff, 

das  er  began  zii  krachen, 

wachen 

sunder  swachen, 

machen 
41.    lieplfch  zaff. 

1.   Der  knab  erschrack  aus  laures  wan. 
sag,  lieb,  wie  sol  ich  das  verstän, 
das  mich  dein  zertltch  umbefän 
in  grymmer  räche  hie  began 
erschrecken  s^r  mit  widerzan, 
6.  hab  ich  dfr  missCe)vallen  tän  ? 
ach  nain,  du  ausserwelter  man, 
mich  reut  dein  sorgkltch  von  mir  gän, 
des  pin  ich  muetes  worden  an. 
hör  zu  den  voglein  wunesän, 
den  tag  zu  melden  sy  nit  län, 

12.    ain  yedes  vicht  sein  sundern  tän, 
^  ^    rfj  mit  heller  stymm  auf  paumes  pan. 

mein  herlz ,  das  mus  dem  wesen  gran, 
der  uns  hat  uberslichenn. 
Zwar,  liebste  frau  ,  deins  hertzen  quäl 
mich  freuden  ant  zu  manchem  mal, 

18.   wie  bol  dein  ^r  mit  lieber  zai 
mich  hat  erfreut  an  argen  val, 
s6  ist  so  vil  der  mercker  schal, 
die  uns  verdencken  uberal 
mit  snodem  ticht  in  schandental. 
ych  wolt  ee  sein  ain  animäl 

24.    yä  wesen  gleich  der  nachtigal, 
damit  deins  zarten  leibes  sal 
an  schuld  nicht  flur  der  ^ren  gräl. 


113.  ^^ 

doch  lioff  ich ,  üfis  kain  böser  gal 

sich  «n  dir  frew  in  neydes  pal. 

0  Wächter,  dein  verswigen  hal 
30.    mit  treuen  hat  gewichen.  Repetici#. 

Das  zunglfn  gan  sy  im  spitzen, 

schmitzen 

in  den  mund, 

plinde  lieb  hAt  nit  wttzen, 

hitzen 
36.    tzaher  kund 

sy  aas  den  euglln  giessen, 

niessen 

an  verdriessen, 

fliessen, 
41.    schön  verwunl. 

3. 
1.   Ach,  schaiden,  ich  piu  worden  dein, 

sd  redt  das  zarte  frenelein 

gross  freud  an  mir  ist  worden  klain, 

seyd  ich  dich,  auserbeltes  ain, 

hie  meyden  mus  von  tages  schein. 

6.   ö  trumetän ,  wie  hastik  mein  vergessen 
hie  in  solher  pein, 
das  du  hast  län  gewaltig  sein 
den  sud  und  osst ,  spazier(e)n  herein 
ponent,  dein  schricklfch  bidergrein 
verdningen  hat  der  dies  rain, 
12.    auch  lucifer  ,  der  klarhait  vein, 
dein  greisen  du  last  uberfrein, 
des  mus  ich  eilends  magatein 
aus  lieben  slossen  strecken. 
Frau,  nicht  betrüb  dein  euglfn  klär, 
mich  hat  dein  mundlein  wolgevar 

18.   erzunt  mit  rechter  liebe  gar, 

das  mir  kain  not  Yiit  schaden  tar, 
umb  trauren  gab  ich  nit  ain  här, 


8 


114  ^^ 

mein  hertz  sich  an  deins  leibes  nar, 

die  mich  ye  weist  von  tad(e)ls  par, 

dein  ^r  behuett  sand  waltasdr, 
24.    die  von  mir  ungesbechet  gar 

hie  worden  ist  an  zfeifel  zbär. 

das  zeug  ich  mit  der  eng(e)lschar. 

sleus  auf  dein  weisse  ermlin  mar, 

zu  bleiben  lenger  ich  nit  tar. 

gesell ,  dein  biderkunfft  nit  spar. 
30.    sand  peter  muess  dich  decken. 

Dye  magt  Hess  in  mit  synnen  -     Repeticio. 

rynnen 

in  den  grans 

durch  weysse  zendlein  zynne(n) 

der  mynne 
36.    sand  Johanns. 

zbay  liepÜch  umbefähen, 

nähen, 

dft  beschäheu 

zu  gäben 
41.    mit  gerannss. 


1. 
1.    Ir  alten  weib,  nü  freut  euch  mit  den  jungen, 

wa9^uns  der  kalde  winter  hat  betbungen, 

das  wil  der  maye, 

mit  geschraye, 

5.    düngen 

mit  suesser  kraft, 

den  biirtzlin  geben  saft. 

Des  kalden  snees  mag  er  mit  lenger  tauren, 

was  sich  versmogen  hat  in  krumpes  lauren, 

10.    das  wil  er  M-ecken, 

recken 

schir  ans  traureu. 


Hb 

laub,  plumlin,  pJud, 

grab  burmitn ,  tierlln  mud. 
15.    Ir  vogltn,  smirbt  eur  rauhe  kel, 

treu  auff  hoher ,  singet  heJ. 

ir  wilden  tier,  verneut  ewr  fei 

hart  welgt  euch  in  den  bluemlfn  gel. 

ir  freuliD ,  gailt  euch  sunder  quel. 
20.   pauer,  rewU  ain  ander  mel, 

das  du  den  herbst  wilt  pachen. 

Perg,  avv  und  tal  vorseht  das  gewild, 

sich  schön  erzaigt  aus  grundes  mih 

all  creälür,  zam  und  bild, 
25.    nach  junger  frucht  senÜchen  quilt, 

yetz  seim  geleichen  nach  gepilt. 

mein  ros  schreit  gfen  des  mayen  schilt, 
,    des  tut  der  es(e)l  lachen. 

Rayen,  springen 
30.  lauffen  /  ringen, 

geigen,  singen, 

lät  her  bringen, 

klumpern  ,  klingen, 

inundlin  zbingen 
35.    frolich  dringen, 

g^n  den  freuliu  zart. 

An  verlangen 

well  wir  prangen,  " 

in  den  sangen, 
40.    mit  verhangen 

laub  die  wangen, 

mit  ermlein  umbfangen, 

zun  gl  in  Zangen  : 
44.   des  freut  sich  mein  pari. 

1.   Wie  wol  der  gauch  von  hals  nit  schon  quiuliret, 
und  der  frantzoisch  hofifch  discantir«t  : 

8* 


146  ^< 

gttg,    guck, 

lieb ,    nick ! 
5.    der  hal  mir  bas  soniret, 

und  freut  mich  vil 

für  jostlins  saittenspil. 

Hetz  jagen ,  paissen ,   piersen  ,  schiessen  ,  tauben, 

vor  grünem  wald  nach  pfifferlingen  klauben 
10.    mit  ainer  maid, 

beklaid 

von  ainer  Stauden, 

den  lust  ich  breis 

für  alle  hofeweis. 
15.    May,  dein  gezelt  gefeit  mir  wol^ 

wo  man  graslfn  paden  sol, 

ain  yeglich  wild  besucht  sein  hol^ 

dö  es  die  jungen  pirgt  vor  dol, 

trinck  tranck ,  katalön ,  spanidl, 
20.    dasselb  gesangk  ,  und  pagä  den  zol, 

der  drosch(e)l  nit  geleichet. 

In  dem  selben  land  so  nam  ich  war, 

und  secht  ir  mir  icht  grabe  här, 

die  triSg  ich  von  den  freulein  zbär.. 
25.    die  weissen  painltn,  wolgevar, 

verdacht  mit  röten  hosen  gar 

und  yre  Hechle  ewglin  klär 

mit  sbartzer  varb  bestreichet. 

Der  mich  aine, 
30.    die  ich  maine 

freut  allaine, 

leib,  gepaine 

wer  nit  saine, 

mein  trauren  klaine, 
35.    ach  die  raine, 

mitt  sys  hosentSch, 

Mit  den  gepunden 

snuren  unden, 


117 

gar  versbunden 
40.   wer  mein  bunden, 

und  h^t  fanden 

all  mein  künden, 

in  paris ,    landen 
44.    frumbt  ich  ir  zbdn  schlich. 

i.   Gar  waidelich  tritt  sy  den  firlifanlzen, 

ir  hohe  sprüng  unweiplich  sind  zu  tanlzcn., 

auch  hat  sy  pflicht 

das  angesicht 
5.    zu  verglantzen, 

dieselbi^  mait, 

die  ring  in  ören  trait. 

Mein  langer  part  der  hat  mir  oft  verschroten 

vil  mangen  smutz  von  zarten  mundlfn  nUen, 
10.    die  schone  wenglfn 

für  die  hendlfn 

pöten., 

wann  sy  die  leul 

empfiengen  mit  gedreul. 
15.   Ir  neglfn  rot  mich  machen  kranck. 

die  sein  gebunden  krump  und  lanck, 

nider  auff  die  erden  ist  ir  swanck,  , 

sitzen  pfligt  sy  sunder  wanck 

auch  lob  ich  denn  umbehanck 
20.    bey  den  petten  vor  dem  klanck 

zu  ainlitz  von  der  glogken. 

Ispaniä,  preussen ,  soldans  landt, 

tennmarch ,  reussen ,  eyflFenstrant, 

aff^ren  ,  franckreich  ,  engelant, 
35.    flandern  ,  bicardf ,  prabant, 

cippern ,  napel ,  römani ,  duscant, 

reinstram  ,  wer  dich  hi\t  erkanr. 
-   bistüs  der  freude  token. 


-<85      118 

Da  zysly ,  musly, 

3().    fysly,    fusly 
henne ,    klusly, 
kumbt  ins  h(e)üsly, 
vverffen  ain  tusly, 
susä  sSsly 

35.    nyenä   grusly 

well  wir  sicher  häii. 
cleriy,    melzly, 
elly    ketzly 
tunt  ein  setzly, 

40.   rieht  ewr  ietziy, 
lulä    helzly, 
trutzä   tretzly^ 
vacht  das  retzly. 

44.    der  uns  freud  vergaii 


u 
1.   Ain  purger  und  ain  hofman 
begunden  tisputirn, 
die  ndmen  ainen  obman, 
4.    furbär  ain  alte  diern, 

und  welcher  bas  mocht  geben 
den  freultn  höhen  mut, 
darumb  sy  wurden  streben. 
b.    do  sprach  der  hofman  *gut : 
Ich  pin  ain  jungling  kune, 
kraus ,  weis  ist  mir  das  här, 
darauf  ain  krentzün  grüne 
12.    trüg  ich  das  ganze  zär. 

wol  kan  ich  singen,  schallen 
und  schreien  frischlich  ju, 
solt  ich  Mit  bas  gevallen 
1(>.    den  freulein  rain,  wann  du? 


►*«    119    ^e^< 

Ich  piii  ain  purger  weysc; 
gar  slill  ist  mein  gefert^ 
mit  suessen  wortenn  leyse 

20.    wirt  mir  vil  liebs  beschert^ 
und  trag  ain  swere  tascheu, 
die  ist  der  pfenning  vol, 
darinn  sd  läss  ic]i  naschen, 

24.    das  tut  den  freulin  wol. 
Des  frag  die  alten  kewe 
mit  kurtzen  worten  siecht, 
ich  sprich  :  pey  meiner  treue, 

28.    der  purger  hat  wol  recht, 
ich  hab  mein  zeit  verkupelt 
zu  Brichsen  in  dem  kraiss, 
vil  parell  aus  gesuggelt, 

32.  .  das  ich  den  laufP  bol  bais-. 


1.    Ich  pflig  nit  grösser  witze, 
mein  parschaft  die  ist  klain. 
ir  alte  kamer  zitze, 

4.  ja  pin  ich  hübsch  und  rain, 
solt  mir  nit  bas  gelingen«, 
nii  tun  ich  mir  so  we 
mit  reiten ,  tantzenn  ,  springen 
8.    vil  durch  den  grünen  klee. 
Ich  pul  mit  guten  sltten, 
daran  pin  ich  nit  lass 
hab  ich  nit  vil  geriten., 

12.   leicht  mag  ich  dester  pas 
mit  gut  und  an  dem  leibe, 
dann  ir  vil  rosclier  knab. 
auch  fug  ich  mangem  weibe 

16.    mit  kostperl  icher  gab. 

Rain  frau  von  höhen  eren, 
der  ist  dein  gab  enwicht, 


1 


420 


5«»^- 


ir  hertz  mag  nit  embereii^ 
iO.   wann  sy  mich  frolich  sieht, 

verbegenlfchen  sprengen 

über  ainen  graben  tieff, 

ich  hoff,  sy  tu  verhengen, 
24.    send  ich  ir  meinen  brieff. 

Des  mus  ich  aber  lachen, 

sprach  es  die  griesbertlin, 

was  sol  man  daraus  machen, 
28.    die  pnlschaft  hat  nicht  inn. 

ich  h6t  mich  ainst  verschössen 

mit  ainem  knaben  junck, 

ich  biet  sein  nye  genössen 
32.   nur  umb  ain  posen  trunck. 

:?. 
4.    Herr  jungling ,  euch  mocht  frieseir. 
ir  habt  verschroten  zwir, 
wert  ir  das  dritt  Verliesen, 

4.   das  hab  ir  nur  von  ir. 

ich  trau  ain  maid  ersleichen 
zwar  die  ir  nit  erlaufft, 
und  mugt  mir  nit  geleichen, 
8.    ir  wart  dann  recht  getauft. 
Das  musst  der  valant  schaffen, 
ich  sey  von  kristen  art, 
und  weis  das  mit  dem  pfaffen, 

12.   der  mich  teufltch  pebart. 
auch  wil  ich  des  geniessen 
gön  frenlin  weit  für  dich, 
wann  ich  mein  sper  Idss  schiessenn 

16.    mit  ritterlichem  stich. 

turnierCe)n  und  auch  stechen, 
das  ward  mir  nye  bekant, 
ich  hab  ain  peutel  frechen, 

20.    darin  stoss  ich  mein  hand,^ 


r 


121 


gold ,  Silber ,  edl  geStaine, 
zeuch  ich  daraus  genueg 
und  tail  den  freulfn  raine. 

24.    dasselb  ist  bas  ir  fueg. 

Gar  war,  sprach  es  die  alte, 
so  werd  mir  nymmer  holt, 
kain  pesser  lieb  nit  walte, 

28.   dann  silber»oder  golt 

darumb  Hess  ich  mich  nutzen 
auf  den  gerackten  töd, 
•ee  ich  mich  wolt  bekutzen 

32.   mit  kaines  hofmans  not. 

4. 

1.    Seyd  ich  nü  hab  verloren, 
du  alter  poser  sack, 
das  tut  mir  ymmer  zoren, 

4.   ich  slach  dich  auf  dein  nack, 
das  dir  bey  ayndliff  zenden 
enpfallen  nit  gar  schön, 
der  tewf(e)l  mus  dich  sehenden, 

8.   das  gib  ich  dir  zu  Ion. 

Ich  burger  zuck  ain  riem>  gut 
von  ainem  peutCe)!  gros, 
see  hin,  mein  liebe  diemut, 

12.    funff  phund  für  disen  stös. 
kauff  huen(e)r  air  und  bürste, 
und  darzu  gueten  wein, 
und  wann  dich  aber  dürste, 

16.   sd  kumm  herwider  ein. 

Der  lön  der  wirt  mir  sauer, 

nü  hän  ich  kainen  zand, 

den  hofman  slach  der  schauer, 

20.   der  mir  sy  hftt  entrant, 

und  müss  hinfür  derwelchen, 
kauft  ir  mir  nit  ain  kue. 


122 

damit  ich  hab  zu  melhen^ 

24.    ain  mues  des  morgen  fru. 
Ich  kaufP  die  ku  und  kalben, 
und  wes  dein  leib  bedarff, 
seyd  ich  den  hofman  valben 

28.    hab  uberstriten  scharfT 

und  wais  ain  schone  metzen, 
dort  oben  an  dem  egk, 
die  solt  du  mir  erswetzen, 

32.    das  gilt  dir  burst  und  begk. 
Der  streit  hat  sich  verbrauset, 
redt  all  darzu  das  pesst, 
wer  alte  weiber  hauset, 

36.    der  hat  auch  geren  gest, 
wann  alte  weib  und  enten, 
gehörend  in  ainen  see, 
was  sol  man  dran  verquenten, 

40.    kain  vich  das  snattert  md. 

• 

xxxn. 

1.  ,JLin  tun  ekle  varb 

von  occident 

mich  senifchen  erschrecket, 

seyd  ich  ir  darb, 
5.    und  lig  eilend 

des  nachtes  ungedecket, 

die  mir  zu  fleis 

mit  ermlein  weis, 

und  hendlein  gleis 
10.    kan  freuntlfch  zu  ir  smucken, 

Die  ist  so  lang, 

das  ich  von  pang 

in  mein  gesang 

mein  klag  nit  mag  verdrucken. 


123 

15.   Von  strecken 

krecken 

mir  all  pain, 

bann  ich  die  Jieb  beseufte, 

dir  mir 
20.   mein  gier 

nur  beckt  allain, 
22.    darzu  meins  vatters  teuchte. 

1.   Durch  wincken  wanck 

ich  mich  verk^r 

des  nacktes  ungesFaffen, 

gierltch  gedanck 
5.   mir  ndhent  verr 

mit  unhilffHehem  waffen. 

Wenn  ich  mein  hört 

an  seinem  ort 

nit  vind  alldort 
10.   wie  oft  ich  nach  im  greiffe, 

Sd  ist  nur  ach 

mit  Ungemach 

fewr  in  dem  tach 

als  ob  mich  prenn  der  reifFe. 
15.   Und  winden 

pinden 

sunder  sail 

tut  sy  mich  dann  g^n  tage, 

ir  mund 
20.   all  stund 

weckt  mir  die  gail 
22.   mit  senikifcher  kldge. 

3. 
1.   Also  vertreib 

ich,  liebe  grett, 

die  nacht  bis  an  den  morgen, 

Dein*  zarter  leib 


124 

5.    mein  hertz  durchget, 

das  sing  ich  unverporgen. 

Kom  höchster  schätz, 

mich  schreckt  ain  ratz 

mit  grossem  tratz, 
10.    davon  ich  dick  erbache. 

Die  mir  kain  rue 

lät  spät  noch  fni, 

lieb  darzu  tu, 

damit  das  pettlfn  krache. 
15.    Die  freud 

geud 

ich  auff  hohem  stuel, 

benn  das  mein  hertz  bedencket, 

das  mich 
20.    höflich 

mein  schöner  puel 
22.    g^n  tag.freuntlichen  schrencket. 


i. 
1.   Des  himels  trdne 

enpferbet  sich 

durch  tags  gedranck, 

die  voglin  schöne 
5.    erwecken  mich 

mit  suessem  klanck. 

Verswunden  ist  der  snee, 

laub,  gras,  klee 

bunikifch  entspringen. 
10.    des  wil  ich  von  hertzen 

an  schmertzen 

meiner  fraüen  singen. 

Die  mir  kan  wenden 

als  mein  senden, 


—«^   125  ^^ 

15.    trauren,  plendeii, 

mit  .den  hendeii 

mynniklfch. 

freudenreich 

macht  mich  die  raine, 
20.  klaine 

ist  mein  ungemach, 

Wenn  ich  gedenck(e) 

in  ir  gelencke, 

sunder  wencke, 
25.    freuntlich  schrencke 

die  sy  kan, 

undertdn 

sd  ist  mein  leib 

dem  zarten  beib, 
30.    nur  bo  ich  gdch. 

2. 
t.   Pfeiff  auf,  Idss  raien, 
die  lind  ist  grüne, 
der  wald  entsprossen 
g^n  disem  mayen, 
5.   hertz  lieb ,  bis  küne, 
^unverdrossen 

Schau  an  die  pluemlein  kldr, 
wolgevar, 

zierlich  ir  gepflantze, 
10.    darinn  wel  wir  prangen, 
empfangen 

sind  die  Hechten  glentze 
Von  manger  varbe, 
jung  und  marbe, 
15.    smelhlein  garbe, 
burtzlin  harbe 
manigfalt ; 
neu  und  alt 


126 

händ  sich  gesuesset, 
20.    gruesset 

sei  ir  sprintz  und  sprantz. 

Gezbait,  gefieret^ 

scherlfch  tierel, 

schrai]!ch  gieret. 
25.    kurtzlich  schiret 

alle  gnucht, 

beipltch  zuchl' 

gedenck  an  mich, 

bann  ich 
30.   kom  zu  dir  an  den  lantz. 

3. 
1.   Fliehet,  scharff  ivinde, 

lät  uns  an  not, 

ir  seit  genidert, 

die  meinem  kinde 
5.    sein  mundlfn  röt 

hän  durchfidert. 

Dein  amplichk,  hendltn  weis 

so)  mit  fleis 

von  euch  gesichert  sein, 
10.    wenn  sy  durch  die  awe 

mit  taue 

benetzt  ir  schucblfn  klain. 

Wol  auff,  die  lassen 

an  die  gassen, 

i5.    die  vor  sässen 

.  als  die  nassen 

auf  der  panck, 

blöd  und  kranck, 

freut  euch  der  sunne 
20.    kueler  brunne, 

klär  gedingt. 

May  du  kaust  machen 

allen  sachen 


^27 

ain  erbachen, 
25.    des  wir  lachen, 

fraget  wes, 

alles  des, 

das.  nur  ain  got 

an  spot 
30.    uns  sollte  gndd  verzinnst. 


i. 
i.   Erwach  an  schrick^  viel  schönes  beib, 
der  nie  geleieht  kain  yrdisch  leib 
mit  aller  hendlein  visament, 
4.   des  frew  dich  loblich  hewer. 
Blick  durch  des  mayen  obedach, 
und  trost  mich ,  lieb ,  für  ungemach ; 
wenn  man  den  höhen  tag  erkent, 
8.    so  kumm  mir ,   frau  ,  zu  Steuer, 
Das  ich  des  wachters  nit  entgeh, 
und  von  im  bleib  still  unvermelt, 
darumb,  ob  ich  za  lang  geplent 

12.    burd  in  verslaifner  scheuer 

pey  ainer,  der  ich  tag  und* nacht 
gunstitch  mit  gutem  hertzen  pflag, 
und  die  mich  joHch  ndch  ir  zent 

16.   durch  sorgklich  abenteuer. 
Repeticio.     Auff,  jung  und  alt,  ir  macht  euch  kün, 
und  gailt  euch  gSn  des  mayen  grün, 
der  sich  erglentzt,  lustlich  zii  blaen 

20.    über  alle  färbe  gerbe. 

Palirt  euch  klerltch ,  beib  und  man, 
das  wir  den  mayen  nit  veriän, 
mit  dem  wir  siillen  hoher  stän 

24.    gar  wunikltch  an  herbe. 


42«  51^- 

1.    Ich  hör  vil  süesser  vogieki  dön 
in  meinem  haiibt  erklingen  schön 
von  oben  abher  gar  zu  tal, 

4.    das  sich  mein  hertz  erwecket 
G6n  dir,   vil  auserbeltes  ain, 
ich  hoff,  du  last  mich  nit  allain, 
seyt  du  nü  pist  mein  höchster  gräl, 

8.    der  alles  laid  verdecket. 
Dein  steter  diener  ebigklfch 
so  wil  ich  sein  ,  du  mynniklfch, 
kurlich  für  aller  frauen  zai 

12.    mit  reichem  schall  bestecket. 
Das  hdstü  wol  verschuldet  zbdr 
umb  mich ,  durchleuchtigs  freulfn  klär, 
mit  deines  zarten  leibes  sai, 

46.^  der  6ren  vol  verstrecket.     Repeticio  uts. 

1.   Es  nfthent  gSn  des  tages  glantz, 

frau ,  ich  solt  luegen  auf  mein  schantz, 
das  ich  den  barner  nit  versäum, 

4.    der  uns  ye  was  mit  treuen. 
Und  im  so  wol  bevolhen  sind 
mit  grösser  lieb  recht  als  ain  kind, 
das  seiner  muter  nymet  gam ; 
8.   des  miig  wir  uns  wol  freuen. 
-  Die  zeit  dringt  her  aus  kuelem  tiift, 
•das  spiir  ich  wol  an  mangem  luft, 
der  mich  berurt  durch  sweren  tram, 

12.    ich  furch(t)  ain  schidlfch  streuen. 

Hilff,  schätz,  das  ich  dein  schon  gestalt 
kurtzlfch  seh  in  des  maien  wald 
mit  freuden  pey  dem  höchsten  ptm, 

16.    der  sich  grünlich  tet  neuen.     Repeticio. 


-«^  ,129  «^. 


1.  Vil  li^er  gruesse, 

suesse, 

sich  erheben, 

streben 
5,  frolfch, 

zoltch, 

yetten, 

tretten 

in  das  phad ; 
10.  drÄt, 

fru  und  spät 

hört  man  dringen, 

singen, 

klingen 
15,  voglein  in  der  auen. 

durch  helle  don^ 

schone 

in  den  strauben 

rauhen 
20.  esten 

glesten 

fliegen 

knegen 

biderstreit ; 
25.  breit 

i.  Die  blumen  gele, 

hele, 

hübsch  geverbef, 

gerbet, 
5.  pranne, 

schone, 


2. 


augcnbeit 

sol  man  grunltch 

künlich  > 

sunitch 
30.   kurtzlich  äne  schauen 

Winder  kalt, 

ungestalt, 

dein  gewalt 

ist  enspalt 
35.   von  den  suess^en  lufftenf 

liechten  summer 

äne  Immm^r 
bil  ich  tummer 
als  ain  frnmmer 
40.   geuden  und  gfffften, 
grüner  klee 
jagt  den  snee 
jdrlaiig  m6 
in  den  see 
45.   wilder  meres  flute, 
nacht  jo^alle, 
drosch(e)l  sdialle, 
lerchen  halle 
uns  gevalle 
50.   fJTr  des  ofens  g$ße. 

pläbe, 
grabe 
mangerlay. 
10.   may, 

•    dein  geschray 
sich  florieret, 

9 


m)  <^ 


zieret, 

gieret 
15.   kosstlfcher  gelüste, 

und  hiil)sche  weslyi 

gresly 

.sicji  entsliessen^ 

spriessen 
20.    heuglich, 

plüde, 

frude, 

violsprantz, 
25.   glatitz, 
^       iirlafflntz 

aller  pame, 

zame, 

game, 
30.    zier  aus  kalder  früste. 

Stauden ,  stock, 


machet  schock, 

rauhen  rotk, 

als  ain  pock, 
35.    loblicher  bedecket, 

swartzer  dortm, 

weisser  koren ; 

gar  verloren 

ist  der  zoren^ 
40.    den  der  windet  wecket. 

Kueler  brunn, 

barme  sunn 

geit  uns  bunn, 

gail  dich  nann 
45.    binden  aus  dem  ktoster 

pey  dem  reine 

in  dem  schdne 

als  ain  veine 

pul  beg(e)ine 
50.   ralen  nftch  den  dstern. 


:i 


1.   Die  sbammen  stoppfen, 

hipfeii 

aus  der  erde 

herde ; 
5.    wurmly, 

iSrmly,  ' 

bachen, 

m$ßhen 

newen  slauch. 
10;   gauch, 

lock  uns  auch 

durch  die  haide, 

raide; 

ir  maide 
15.    sucht  der  Stauden  winckCe)!* 


Dd  well  wir  kdsen 

16sen 

mit  beslossen 

gössen, 
20.    barmen 

armen, 

liepltch, 

dieplich 

in  dem  pusch, 
25.    tusch, 

mundlein  kuss, 

ob  die  raine, 

klaine, 

saine 
30.   mir  emplost  ain   schinckel 


131 


An   ain  knie, 

ich  wer  hie, 

des   nit  lie 

und  tet,  wie 
35.    ich  das  gefüegen  kiinde 

zu  ir  rucken, 

freuntifch  smucken, 

liepltch  drucken, 

biegten,  pucken 
40.    ob  sy  mir  des  jarrnde. 


So  wer  quitt, 

was  ich  lit, 

hielt  sys  mit, 

disen  str(e)!( 
45.    must  ich  uberbinden, 

sunder  klifen, 

tasten,  grifeo, 

mangen  lifen 

tust  vertrifen, 
50.    pleiben  bey  dem  kiiide. 


1. 
1.   Ain  gut  geboren  edCe)lman 

warb  umb  ain  frenlein  wolgetän. 

er  sprach  ir  zu  aus  tugentltchem  sitten 

Gnäd  ain  freulein  baidelfch, 
5.   weit  ir  ain  klain  verhören  mich, 

wes  ich  euch  untertenikHch  wolt  piten. 

Ich  pin  vereilend  also  sßr, 

an  freuden  miis  ich  armen^ 

und  wais  nit,  wellend  ich  hin  k^r 
10.    das  lät  euch,  frau,  erparmen. 


2. 
1.    Ir  liest  gön  mir  wol  ewern  spot, 
und  seit  fr  kranck,  s6  helff  euch  got, 
der  mag  euch  alles  trauren  wol  empinden. 
An  mir  so  leit  ain  klainer  tröst, 
5.    darumb  so  werdt  ir  hart  erlöst, 

sucht  andersbo,  wo  ir  mugt  freude  vinden 
Wann  ich  mag  kaines  helfer  gesein, 
das  mocht  ain  yeder  an  schauen, 
IcJi  pin  ain  klaines  freuelein, 
10.    was  wellt  ir  auff  mich  pauen. 

9» 


132 

3. 

1.    Ach  frau,  was  so]  der  iingelimpff, 

es  ist  mir  laider  aus  dem  schimpf, 

mang  jdr  bis  her  müst  ich  vil  kumbers  tragen^ 

In  ewern  dinst  verporgenlich, 
5.    und  bais  got  wol  von  him(e)lr(e)ich, 

das  mich  nye  halif  gän  euch  mein  senlichs  klagen  ; 

Wann  mir  kain  beipJich  creälür 

nie  pas  geviel  von  herlzen, 

darumb  mein  leipÜch  kranek  natür 
10.    Ullis  leiden  grossen  smerlzen. 

4. 
1.    Ir  mugt  wol  sagen  ,  was  ir  weit, 

sy  ist  nit  hie,  die  euch  gevellt, 

-  das  wais  ich  wol, mich  triegen  dann  mein  synne. 

Wann  ich  pin  grauselfch  gestalt, 

5.    von  vier  und  zbainzigk  jären  alt,  ' 

bas  mocht  euch  gdn  mir  lusten  klueger  mynne ! 

Und  kan  auch  beder  beis ,  noch  wort, 

das  kainen  mug  erfreuen, 

und  wer  ich  yetz  eur  lieber  hört, 

10.   es  burd  euch  morgen  gereuen« 

5. 
1.    Was  durfft  ir  nur  der  klugen  sprach, 

eur  schon  die  tut  mir  ungemach, 

eur  wand(e)l  klug  der  hat  mein  hertz  betbungen. 

Erhör,  stoltz  freuelein  gemait, 

5.    zwdr  mir  ist  ye  gebesen  laid, 

wer  dich  betrübt  mit  seiner  valschen  zungen^ 

Und  was  dich  liebet,  seiigs  beib, 

zu  nassen  euglin  kläre, 

dasselb  betruebet  mir  den  leib, 

10.    und  macht  mir  grabe  häre. 

f. 
1.    Des  danck  ich  euch  mit  ganzem  fleis, 

davon  s6  habt  ir  lob  und  breis. 


>-«^   1 33  ^i»** 

das  euch  der  freulin  äiiiäch  (ut  niissev allen. 
Yedoch  peswart  es  mich  ain  klains, 
5.    ich  trost  mich  sicherÜchen  ains, 

das  mir  nit  schaden  mag  kain  ubels  kallen. 
Wer  freulein  schendet  dne  sach, 
und  sich  ir  dn  schulde  rumet, 
derselb  verphendet  ungemach, 
10.   sein  lob  wirt  im  enthumet. 

V 

7.  - 

i.  Lät  mich  geniessen  ,  edle  frucht, 
durch  all  ewr  ^r  und  beipHch  zucht, 
da$  ich  nye  gert,  das  euch  mocht  schaden  pringcn. 
Was  hilfft  euch  nü  mein  tegllch  pein, 
5.   ewr  treuer  diener  wil  ich  seyn, 

und  wer  unfrö  von  euch  ain  misselingen. 
Zbär  ich  bedarff  nit  solher  knecht, 
eur  dinst  sind  mir  zu  wahä. 
Nit  redt  als  scharpff,  frau ,  bedeuckt  euch  recht. 
10.    wie  gern  ich  das  sähe. 


XXXVII. 

i. 
1.   Du  auserweltes  schons  mein  hertz, 

dein  buniklicher  schertz, 

hat  benomen  mir  besunder  schmertz. 

ey  mynikliches  valkenlerjz, 
5.   wie  suess  ist  dir  dein  sneb(e)lein  wolgevar ! 

') 
1.    Kain  mensch  gesach  nie  lieber  diern, 

ich  kan  ir  nit  volziern; 

beisse  brustlein  sy(n)bell  als  die  pieni, 

damit  sy  köstlich  kan  hofiern, 
5.    ir  stoltzer  leib  .benymbt  mir  trauren  gar. 


1 


134 

3. 

i.    Und  solt  ich  die  vil  zarten  gesehen  nymmerm6r 

ir  I6r ,  zucht ,  und  beiplich  6r 

mus  ich  bedencken,  wo  ich  in  der  werlt  hin  k^r, 
4.   senltches  schaiden  pringt  sauer  zucker  nar. 

4. 

i.    Tröstlich  gedingen  ich  zu  der  guten  hän, 

bie  sy  mich  nit  well  Idn, 

unvergessen  pin  ich  ir  undertän 
4.    und  harr  auff  guten  wän. 

xxxvin. 

1.    B'rdllchen  s6  well  wir 

schir 

singen, 

springen, 
5.    hoch, 

uns  zbayen, 

schön  rayen 

all  in  des  mayen 

loch, 
iO.    mit  frechen 

abprechen 

der  Pfifferlingen  roch, 

all  wencken 

gedencken, 
15.   wo  mir  die  zart  erapflöeh. 

her  wider  kdr, 

hertz  lieb,  das  ist  mein  g^r. 

du  waist  wol ,  wie  du  mich 
*  und  ich  dich 

20.    lie,  mein  höchster  hört, 

"     zwar  ich  halt  stet  die  wort, 
22.    bijrd  mir  der  krantz  von  rösental. 


135 

1.  Dein  weipliche  gat 

tut 

mich  straffen, 

zaffen 
5.   dick, 

mit  geren 

verkören, 

des  m^ren 

ich  erschrick. 
10.   Idss  varen, 

nit  sparen, 

durch  mich  dein  lieplich  plick. 

mein  quelen, 

dein  helen 
15.   pald  mir  tröstlichen  schick. 

ach  traut  gesell, 

ich  sol ,  was  dein  gnäd  well. 

dein  fromden  gros 

mich  annt  der  synnen  bl6s. 
20.   mach  haimltch  zam, 

gierlichen  sunder  schäm 
22.   ergetz  heuglfch  meins  hertzen  quäl. 

3. 
l.'^Senllche  begir 

mir 

pringt  achen, 

wachen 

5.    vil : 

.  das  leyden, 

und  meyden 

sich  nyndert  schaiden 

wil. 

40.  ich  iamer 

mit  jämer 

nit  treffen  kan  das  zil. 


136 

die  kluge 

durch  fuege 
15.    mich  halt  nur,  wie  sy  wil. 

der  bitler  töd 

mag  helfen  wol  aus  not, 

ob  ir  gnäd 

nit  wendt  engsllfchen  scliad. 
20.    zart  liebstes  weib, 

den  jämer  hie  vertreib,^ 
22.    erkijck  den  man  in  freuden  schal. 


f. 
i.    ff^rau,   ich  eumag, 

I    wann  es  ist  ferre  gön  dem  tag, 

DU  bol, 

wann  sol 

ich  vol 
6.    slaffen  mir  genug? 

zbue  lät  euch  der  weil, 

yä  trag  wir  auch  ain  peyl 

pleib  hie ,  nit  eyl, 

mein  trauter  kuntzel, 

suentzel, 
12,   ist  mir  werlich  lieb. 

Wer  kumbt  hernach, 

der  mir  benndt  meinen  ungemach. 

so  schain? 

unrain, 

allein 
i8i   arbait  ist  ain 

mort. 
'  kuntz,  katrey  ist  unnutz 
jenslfns 

pin  ich 

urdrutz. 


137 

24.    mit  liebem  smutz 

pin  ich 

kuntzltns^ 

pin  ich 

gentzlich, 

aus  dem  edlen  zylerstal. 
30.   Frau,  eur  straffen  ist  enwicht, 

spynnen,  k^ren  mag  ich  nicht, 

pflicht 

trag  ich  zu  dem  kiintzelein, 

wann  er  ist  wol  mein, 

sein  leib  pringt  freuden  vil, 
36.   darnich  sich  sent  mein  gier. 

2. 
i.   Stand  auff,  maredl, 

liebes  gredl, 

zeuch  die  rueben  aus, 

zunt  ein,  setz  zu 

fleisch  und  kraut, 
6.   eyl,  bis  klug. 

gee,  du  faule  tasch^ 

die  schuss(e)I  wasch ; 

wer  pett,  kuntz(e)l  knecht, 

der  diern  siecht? 

aus  dem  haus, 
12.    ir  verleuchter  dteb ! 

Grett ,  lauff  g^n  stadi, 

such  die  nadl, 

nym  den  rechen  mit, 

gab(e)1 ,  drischl , 

reutter,  sich! 
18.  vindst  du  dort. 

Jans ,  katrey  nym  mit  dir, 

der  ku4itz  pleib  mir. 

sweig ,  du  faige  haut. 

und  schrev  nit  laut. 


^ 


138 

dein  schand  wirt  prait, 
24.    und  6r  sicherlichen  smaK 

pfach  dein^ 

gredlein, 

spynn,  kör, 

dich  ner, 

nit  verzer, 
30.    deinen  rock 

lock, 

so  wirstüs  ain  pock, 

tock ! 

vier  schock 

gib  ich  dir 
36.    zu  ainem  manne  vil  schier! 


«. 
1 .    Sag  an  ,  hertz  lieb, 

nü  was  bedeutet  uns  sogar  schricklfcher  hal 

mit  seinem  dön, 

aahü  ,    aahü, 
5.    wo]  auf,  die  nacken  blös! 

Ainiger  man, 

sol  uns  der  gast  erstoren  hie 

so?  ach  eilend, 

wem  last  du  mich? 
10.    aahO,  aahü! 

her  göt  des  tages  schein! 

Pald  ab  dem  weg, 

die  geren  lag!  % 

hör,  hör,  hör,  gesell, 
15.   klügltchen  geschell : 

stand  upp, 

risch  upp, 

sneli  upp! 


»-^s^ 


439 


> 


die  vogelein  klingen  in  dem  hard^ 
20.    amsel ,  droschl  ,  der  vinck 

und  ain  zeyselein. 
22.   das  nennet  sich  guggugk. 

2. 
1.   Los,  frau,  und  hör  des  hornes  schal, 

perg  und  tal, 

überall, 

äne  quäl. 
5.   auch  hor^ich  dye  nachligal, . 

des  Hechten  morgen  rote 

sich  vor  der  pleb  her  dringt, 

blas  schön. 

bachter,  ich  spur  dein  zoren  michel  gros, 
10.    Mich  rurt  ain  wint  von  orient, 

der  entrent, 

auch  plendt 

das  firmament. 

und  der  uns  die  freud  hie  wendt. 
ib.   zart  myniklfche  dieren 

das  hören  pollret  grymiklfch 

Los,  los,  los,  los, 

senitche  klag, 

mordifcher  tag, 
20.    wie  lang  sol  unser  not  mit  dir  bestän  ?^ 

hab  Urlaub,   hochser  schätz, 
22.    kurtzlich  herwiderrugk ! 

XU. 

i. 
i.   Der  may  mit  lieber  zal 

die  erd  bedecket  Sb(e)ral, 

piihl ,  eben ,  perg  und  tal 

aus  sitessen  vogUn  schal 
5.    erklingen ,  singen  höhen  hal 

galander .  lerchen  ,  droschl ,  die  nachtigal, 


»-*^   140  s^^ 

der  gauch  fleugt  hinden  hinnäch 

zu  grossem  ungemach 

klainen  vogelein  gogelreich. 
10.    höret ,  wie  er  sprach : 

cttcü ,  cucü  ^  cucü  ! 

den  zins  gib  mir, 

den  wil  ich  Mn  von  dir, 

der  hunger 
ib.   macht  lunger 

mir 

den  magen  schir. 

Ach  eilend, 

nü  wellend 
20.   sol  ich? 

sd  sprach  das  klaine  vich, 

kungl ,  zeysl ,  mais ,  nü  komen  wir  singen  : 

oct ,  und  tu  ich ,  tu  ich ,  tu  ich ,  tu  ich, 

oct,  ocl,  od,  oci,  od,  od, 
25.   fi ,  ffdeli-,  fideli .  fideli ,  fi, 

cf ,  cieriri ,  et ,  c! ,  cierirt, 

et,  rt,  cidwigk,  ctdiwigk,  fici,  fici. 

s6  sang  der  gauch  nur:  kdwä,  wä,  cü,  cä. 

Raco,  80  sprach  der  rab, 
30.    zwar  sing  ich  auch  wol, 

vol 

mus  ich  sein, 

das  singen  mein : 

scheub  ein, 
35.    herein, 

vol  sein ! 

Itri ,  Itri ,  Itri ,  liri  ,  Itri ,  Jtri  Ion 

s6  sang  die  lerch, 

sd  sang  die  lerch, 
40.   sÖ  sang  die  lerch. 

ich  sing  hei,  ain  droschelein 

ich  sing  hei,  ain  droschelein 


»^^  141   ^-c 

ich  sing  hei,  ain  droseheleiii, 

das  in  dem  wald  erklinget, 
45.    ir  lierent, 

zierent, 

gracket, 

und  wacket 

hin  und  her, 
bO.   recht  als  nnser  pfarrer. 

zidiwigk,  zfdiwigk,'  zidiwigk, 

zifizigö,  zifizigö,  zifizigö,  nachtigal, 

die  selb  mit  yreni  gesang  behub  den  gräl. 
(WienerbandBchrift  bis  anii  Ende.) 

Upchaehi,  so  sprach  das  ful, 
55.   lät  uns  auch  darzu. 

frw 

vert  die  kue, 

der  esel  lue: 

her  sal  auff  meinen  nack. 
60.  rigd,  rigd,  rigö,  rigö,  rigö,  rigö,  kum, 

so  rufft  die  mill^ 

so  ruff(t)  die  mul, 

sO  rufft  die  mul. 

K^r  ab,  so  sprach  die «miilnerfn, 
65.   heb  auff,  schray  die  pawrfn, 

nü  trag  hin,  mein  eselein 
.     da,    da 

prustä, 

gan! ,  leir 
70.    nicht  veir 

bis  dir  der  geir 

die  hawt  abziehen  wirt  bey  dem  veyCe)r, 

Wol  auff, 

wql  auff, 
75.   wol  auff, 

wol  auff, 

saylor  pint  auff, 


142 

schint  dich  wolpurg, 
rugel  dich,  gut  waydmanu, 
H).    mit  Jagen ,  paissen ,  rogken  iu'  den  tan. 

XIiII. 

i 
1.   A.ch  senltehes  leiden 

meiden 

neyden 

schaiden 
5.   das  tut  wee, 

pesser  wer  versincken  in  den  see. 

zart  mynikifches  beib, 

dein  leib 

mich  schreibt, 
10.    und  treibt 

g^n  jösaphät, 

herlz  mut,  syn,  gedanck  ist  worden  malt, 

es  schaidt  der  töd, 

ob  mir  dein  gnäd  nit  helfen  wil 
ib.    aus  grösser  n6t, 

mein  angst  ich  dir  verhil, 

dein  mundlfn  röt 

hat  mir 

s6  schir 
20.    mein  gir 

erbecket  vi), 
22.    des  wart  ich  genäden  an  dem  zil. 

2. 
1.   Mein  hertz  in  jämer  vicht., 

erbricht ; 

bericht, 

und  slicht   . 

5.    den  kummer  jö, 

frau ,  schtdltcher  freuntschaft  wart  ich  so. 


143 

m 

recht  als  der  telphin, 

bann  in 

der  sin, 
ia   fort  hin 

zu  wages  grundt 

vor  dem  stürm  und  darnach  wirt  enzundt 

von  sunnen,  glast, 

die  im  erkuckt  all  sein  gemut. 
15.   hertz  lieb,  halt  vast 

durch  all  dein  beipÜch  gut, 

Iftss  deinen  gast 

nit  sterben, 

Serben, 
20.    werben 

in  unfrut 
22.    in  eilender  pein  ich  tob  und  wuett. 

'^• 
1.    Hein  haubt  das  ist  beklait 

mit  baffen, 

slaffen, 

straffen 
5.    die  ndtür, 

das  mich  zbingt  ain  stund  für  tausent  ur, 

wenn  ich  mein  laid  betracht 

die  nacht, 

sd  wacht 
10.   mein  macht 

mit  klainer  kraft, 

und  ich  freüden  gantz  wird  sigehaft, 

mich  nymant  trost, 

und  ist  mein  leiden  sicher  grds^ 
15.  mein  hertz  das  wirt  gerost 

mit  mangem  seuftzen  stds. 

0  wee,  wann  wirt  erlost 

mein  trauren, 


144 


tauren,  v 

20.    lauren, 

negt  und  post, 
22.    damit  ich  der  synn  wird  ^ar  emplost. 

xiiin. 

i.   Wol  auff,  gesell, 

wer  jagen  well, 

entgagen  im  kain   ungevell, 

wart 
5.   unverkart, 

s6  pringstö  vil  wild  in  mart. 

los,  freud, 

zwar  dein  stymm  ich  geud, 

ich  hör  lieb  und  tröst, 
iO^    der  mich  dick  erlöst 

aus  verhangem  rdst. 

hetz  zu, 

es  ist  noch  fru, 

hin  ruck, 
15.   heng  nach  geluck, 

jagt  nach ,  ir  trauten  hundes  kind ! 

ey  schenck, 

rieht  oben  stat,  und  benck 

ziTpill  und  harr, 
20.    der  vart  pistüs  ain  narr. 

krais  umb,   suech  wider  dar, 

nach  trüb,  das  wild  ist  mued. 

Wol  auff,   gesell 

wer  jagen  well, 
25.    bis,  das  er  sein  netz  recht  stell, 

psetz  die  hdhen  wart^ 

lös  zu,  hin  all, 

mit  laut  und  schalK 


145 

das  es  den  vorstern  wolgevall, 
30.   perg  und  tal, 

nü  kall, 

pläs  ab  der  klingen,  \ 

das  uns  muss  wol  gelingenn. 

hin  lauft  die  stoltze  bind, 
35.   Wart  bunn  und  hail, 

läss  nit  von  dem  sali, 

s6  macbstü  wild  wolfail. 
.  vertrit  die  alten  spur, 

nit  läss  für, 
40.  -geud ,  und  meld  mit  willen  kur. 

see,  läpp, 

setz  von  rugk  und  trapp. 

her  lauft,  gall  und  gsund, 

still,  ir  lieben  hund,  # 

4b.   danck  so  hab  ewr  mund. 

hin  ruck,  4 

heng  nach  geluck, 

heuch,  heuch,  heuch,  heuch,  hoch,  hauch, 

und  jü,-schenck, 
50.   rieht  ob  stat,  und  wenck 

zu  wywill  und  harr,  utsup. 


xuv. 

1.  . 
1.  Frolich ,  zertllch ,  lieplich ,  und  klerltch ,  lustltch ,  stille ,  leyse, 

in  senffter,  suesser,  keuscher,  sainer  beyse 

wach,  du  mynikliches,  schönes  beib, 

reck,  -  m 

5.  streck,         , 

breis  dein  zarten,  stoltzen  leib. 

sleus  auff  dein  vil  Hechte  eugltn  kldr, 

teugenllfch  nym  war, 


,v 


10 


MS 

bie  sich  verschwt 
10.   der  Sterne  gart 

in  der  schonen  haittem  lilaren  sunne  ^mtz, 

wol.äuff  zu  dem  tantz, 

machen  ainen  schonen  kraut« 

von  schönen 
15.   praunen, 

plftben^ 

gräbenn, 

röt,  weis, 
20.   viol,  plümlfn  sprannU^ 

1.   Luntzlot,  mutttzlöt,  kl^intzlot,  und  zysplot,  bifipiot  freuntlfch  sprachen 

aus  waidelfchen ,  rainen ,  guten  sacl^n 

sjfl  dein  poscholochter  rdter  mund, 

der 
5.   s6r  ^ 

mein  hertz  liepltch  hat  erzuBt, 

und  mich  Ciirbär  tausent^  nM  erweckt, 

freuntltchen  erschreckt 

aus  slafFes  tram, 
10.   so  ich  ergam 

ain  so  wolgezierte  röte  enge  spalt, 

lacherlich  gestalt, 

zendlln  weis  darin  gezalt, 

trielisch, 
15.  mielisch, 

vosloeht, 

roslocht, 

hei 

zu  fleis 
20.   baydeltch  gemalt. 

3. 
1.   Wolt  sy,  solt  sy,  tet  sy,  und  kam.sy,  nam  sy  melaein  hertzen 

den  senikifchen  grossen  herten  smertzen. 


t4T 

und  ain  prustlein  weis  darauff  gedruckt: 

secht, 
5.  siecht 

sd  wer  mein  trauren  gar  verzuckt. 

Wie  mocht  ain  zart  seuberliche  diem 

lustlicher  geziern 

das  hertze  mein, 
10.  an  argen  pein,  ^    . 

mit  so  wuniklfchem  zarten  rainen  lust^ 

mund  mundltn  gekust, 

zung  an  züngltn,  prustlfn  an  brüst, 

pauch  an 
15.  pepchlfn, 

rauch  an 

reuchltn, 

snell, 

zu  fileis, 
20.  allzeit  Irisfih  getussl. 

XIiV. 

f. 
1.  S^rollch  geschrai  s6  weli  wir  machen^ 

lachen, 

swachen 

den  zw^,  der  uns  nit  gevelt. 
5«  junckfrau ,  sind  die  air  noch  gar  gezelt  ? 

sd  lauft,  ir  zierenheld, 

und  esst  die  ungescheit. 

fraw  gelt, 

trag  her  des  weines  kelt. 
10.  So  schön,  sprach  des  maiers  diern,  dÄ,  nidea  apf  der  panck, 

mach  lanck, 

gselle  mein^  hab  ymmer  danck, 

dein  gesanck, 

und  getranck, 

15,  and  suesser  wincken  wanck 

10» 


148 

pringt  mir  freuden  vil. 

Smutz,  sprach  mein  firaue ,  nü  welcher  fidelt  mir  nur  auf  meinem 

saitteuspil  ? 

das  tun  ich  haintzl  und  jack(e)l, 

damit  hub  sich  ain  gaggel. 
20.  dö  sprach  sy:  snaggel, 

o  wee ,  haintz  magstü  nymmer  ? 

s6  kum  jacline, 

trauter  socie, 

Ur  mich  das  a  b  c 
^  und  tu  mir  doc)i  nit  wee, 
26.   ite,  venlte!      ^  >  ^       ,  '      ;    - 

ZIiVI. 

I. 

1.    Trostlicher  hört,  wer  tröstet  mich, 

hertzlieb,  wie  lang  sol  ich. dein  wesen  äa, 

dein  fromdikait  mirpringet  pein, 

und  betrübet  s^, 
5.  ich  ger 

gndd  mit  hilff  und  rdt 

in  kurtzer  frist. 

Gesell,  geluck,  freud,  wunn  und  hau, 

pegierlfch  zeit  vertreib  ich  tag  und  nacht 
10.  vil  manger  herter  seuffzen  stös 

mein  hertz  sdr  bekranckt, 

nit  wenckt 

unzbeyfeltchen  gar 

statiklich  in  gut. 
15.  Dein  poschotz  mundltn  freuden  pringt, 

dein  zendltn  zwingt, 

bem  da  gelingt, 

derselb  mugltcher  singt. 

mein  hertz  das  wil  und  mag 
20.  ftn  dich  nit  genesen, 


149 

zu  gevallen  dir 

darumb  pistüs  mir 

erbelt 

m/nikitches  weib 
25.   in  dren  gunst. 

Hein  hertz  das  pruefl  vil  oft  und  dick, 

das  selzam  plick 

pringt  freutttitcfa  schrick 

in  der  lieben  strick. 
30.  frau  •  deine  dreuch  und  netz 

haben  mich  umbfangen, 

und  vergemet  gantz, 

nymant  kan  erlosen  mich, 

nur  dein  stoltzer  leib 
35.  ä»  tadCe)l  frey. 

2. 
1.  Frolich  das  tun  ich, 

mein  auserwelter  man, 

so  bis  gewaltig  meip, 

ye  lenger, 
5.   ye  m6r 

ich  dein  fru  und  spät, 

wann  du  es  werltch  pist. 

Freuntltch  äne  mail, 

ich  dir  bunschltch  betracht, 
10.   an  freuden  sey  es  (er?)  plös, 

der  uns  verdenck, 

das  sol  werden  war, 

vor  arg  werst  düs  behut. 

Nur  dein 
15.  allain 

ich  main, 

mein 

ain, 

all  frenntsdiaft  grAs  und  klain^ 


1 


20.   pillfch  sol  ich  gantzer  frewb  dir 

dancken  schir, 

frö  gezelt 

ich  pflig  tegltch 

steter  mynne  run&t. 
25.  Von  rechter  'gir 

ist  mir  ' 

als  dir 

in  grösser  freuden  zier, 

treuMch  söUü  von  mir 
30.   warten  lieber  schantz, 

wunikltch 

mich, 

dich, 

halt  ^   • 

35.  der  dren  krey! 

XIiVIK 

1.   ilLin  mensch  von  achzeh(e)n  j^ren  klug 
das  hat  mir  all  mein  freud  geswaigt, 
dem  kund  ich  nye  entwynnen  g(e}hug, 

4.    seyd  mir  ain  aug  sein  wandCc)!  zafgt, 
an  underldss  hab  ich  kain  ru 
mich  zwingt  ir  mundlfn  spät  und  fru, 
das  sich  als  lieplteh  auff  und  zu, 

8.   mit  werten  suess  kan  leneken.^ 

1.    Wie  verr  ich  pin,  mir  ndhet  schir 
ir  rains  gesicht  idurch  alle  land, 
ir  zärtlich  plickh  umbvähent  mir 

4.    mein  hertz  in  rechter  lieb  bekant. 
ach  got,  und  wesst  sy  mein  g^dantk, 
wann  ich  vor  ir  senlfchen  krandc 
hert  stän,  und  tar  in  kainem  wanek 

8.  mich  deVgfeleftliea  f^hckeii. 


s. 

i.  WäWfcfaer  weib  mensish  nie  ^esaxih 
so  liederlich  '4n  tadeis  punt, 
ir  schon  gepard  tut  mir  ungemach, 

4.   von  hoch  der  schait(e)l  über  ab  den  grund, 
wann  ich  bedenck  so  gar  die  mdss, 
kSrtz,  leng,  smel,  prait^  zbdr  tun  und  läss, 
wer  tnotht  der  lieben  sein  gehass, 

8.  0  wo\%  sy  mieh  bedencken. 

1.  niehi  {Miel  laist  mir  ge^ellsthafft  Aar 

recht  als  die  monat  tund  dem  jdr. 

von  6rst  den  yenner  ich  nit  spar, 
4.   der  mich  dick  kelltet  und  erfröret : 

Zu  yedem  M%  sy  sich  verpflicht 

mit  mut  und  auch  mit  angesicht, 

der  hornung  lät  michs  liegen  nicht, 
8.   des  freud  der  winter  hat  erstoret. 
'     Sy  macht  mich  siech  dick ,  oft  gesunt 

mit  lieb  und  laid  zu  manger  stund, 

das  macht  der  mertz,  der  irs  tot  kund, 
12.   als  ich  von  arzten  Mn  gehöret, 

Gel&ck  ist  gut  für  ungevell. 

bann  ich  wan,  ich  sey  gut  gesell, 

so  tut  sy  gleich  als  der  abrell, 
16.   halb  hie  und  dort  ist  sy  betöret. 

i.   Zbdr  sy  ist  hübsch  und  wolgetdn, 

das  erbt  sy  von  dem  mayen  an, 

des  geluck^s  ich  ir  zeitlich  gan, 
4.   damftieh  und  sy  mich  fireuen  tut; 

Ir  Mir  ^  ir  mund ,  ir  wenglein  vein, 

ir  engltii  kMr  als  der  'nAein, 


162 

dem  geit  der  junius  liechten  schein 
8.   mit  seiner  kraft  in  huhschem  pl&. 
Der  Julius  hat  seinen  fleis 
gelegt  auff  ir  brustlein  bels^ 
ir  ermlin  planck ,  yre  hendlein  gleis, 

12.    recht  als  das  silber  in  der  glut. 
Sy  ist  ain  waideliche  diern, » 
gedrat  synbell  recht  als  die  pirn, 
die  uns  der  äugst 'kan  furher  ziexn 

16.   mit  lust  und  auch  mit  gutem  mut. 

3. 

1.    Sy  tut  geleich  dem  September, 
der  ist  ain  tail  auch  mit  gever, 
darumb  das.  er  macht  lass  und  swer 

4.   die  leut  an  mut  und  auch  an  macht. 

i 

Des  pin  ich  worden  von  ir  inn, 
das  sy  mich  lät  aus  yrem  s^n, 
ich  hoff,  der  october  mir  pring 
8.   geluck,  als  er  vor  olFt  hat  pracht 
Wol  in  das  haus,  als  du  a^ch  mir 
mein  hertze  vol ,  damit  mein  gier 
erfüllet  werd  von  irer  zier. 

12.   der  november  ist  wol  besacht 

Mit  mangerlay,  des  man  sich  nert; 
seyd  sy  hat  yeder  zeit  ain  gefert, 
so  Wirt  mir  klain  von  ir  beschert, 

16.  kalt  ist  december  tag  und  nacht. 


XlilX. 

1. 

1.   Es  nehnet  gdn  der  vasenacht, 
des  siUl  wir  gail  und  frolich  sein, 
ye  zbay  und  zbay  zu  samen  tracht 

4.   recht  als  die  zarten  teubeleia 


1S3 

doch  hab  ich  mich  gar  schon  gesellt 

zu  meiner  krucken, 

dfe  mir  mein  puel  hat  auserwelt 
8.   far  liepllch  rucken. 
Repeticio.  Und  Ich  die  kruck 

vast  an  mich  zuck, 

freuntlfchen  under  (da)s  vechsen  smuck, 
12.  ich  gib  ir  mangen  herten  druck, 

das  sy  mus  kerren. 

wie  mocht  mir  gdn  der  vasenacht 

nodi  bas  geworren  ? 

plehee, 
17.  nü  Idt  ewr  plerren. 

1.  Seyd  das  die  voglin  wilden  sind 
gezbait  yet  schön  an  allen  neid, 
was  wolten  dann,  die  lieben  kind 

4.  nü  feyren  gdn  der  lieben  zeit 

mit  halsen,  küssen  ain  schönes  weih, 
smutz,  Id  dich  nyessen, 
haimelichen  prauch  dein  jungen  leib 

8.   an  als  verdriessen.    Repeticio. 

3. 

1.  Die  vasnacht  und  des  maien  pfat 
die  pfeiffen  vast  aus  sfinem  sack, 
was  sich  das  jär  verporgen  hat 

4.   das  tut  sich  engen  «an  dem  tag, 
doch  hat  mein  frau  ir  tuck  gespart, 
mit  valschem  wincken 
all  g6n  dem  herbst,  ich  schrau  ir  vart, 

8.   seyd  ich  mus  hincken.    Repeticio. 

1. 
1.   Creluck  und  hail ,  ain  miQh(e)l  schar, 

bunsch  ich  dir,  frau,  zum  neuen  jftr, 


m 

mein  stat  gerechte  trew  'fürMr 
in  deinem  dinst  ich  nymmer  spar, 
5.   des  soll  dü  werden  yntien. 

Das  macht  dein  miinditn  wolgevar 
mit  benglein  rdt,  ain  liepltch  par, 
verglantzt  von  Jiechten  eugltn  klAr, 
die  orltn  fclain ,  darob  das  hdr 
raid,  krisp(e)I,  krump(e))^  krynnen, 
11.  kraus,  guldlocht,  gele  durchfloeket. 

• 

2. 

1,   Nas,  zenditn,  kynn,  kel,  der  hals  zu  tal 
mit  gantzer  milss  hat  seinen  val 
bis  auf  der  weissen  brustltn  sal, 
der  sinckel  hert  geit  reichen  schal, 

5.  ain  yeds  gelid  durchmessen, 

Arm,  vinger  lang,  zway  henditn  smal, 
das  peuchltn  hal  sieicht  uberal, 
und  ain  volkomne  reuch  zu  mftl, 
gros  hindersetzt  gedrplter  zal, 
mit  herrter  mäss  besessen, 
11.  die  fusslfn  klain  geschocket. 

1.    Ir  zarter  leib  nie  mailes  pein 

verschart ,  zucht ,  tugent ,  eyt(e)l  rain 
junck ,  ed(6)l ,  adeifcher  schein 
mit  wand(e)I  sich  probiert  darein 
5.    nftch  maisterltchen  sitten, 
An  allen  tad(e)l  ist  sy  vein. 
zart  traut  gesell ,  vergiss  nit  mein, 
seyd  ich  nü  pin  geheissen  dein, 
sö  Ift  dir  hertz  Heb  ab  erfreyn, 
des  ich  lang  hab  i^epiten, 
11.  utid  das  mich  senlieh  lockiet. 


&b 


I. 

i.   I^on  rechter  lieb  kraft 
Iftnd  mich  gedanck  nit  frey, 
ain  beipitch  pild 
hftt  betbangen  mich, 
5.   läss,  frau,  genäd 
an  mir  beschehen, 
Des  gib  mir  dein  tr^w, 
ich  sey  dein  liebster  man, 
den  schätz  nyemant  parlfcihen 

10.   von  uns  wissen  sol. 
Sag  an,  geselleschafi, 
was  deinem  hertzen  sey, 
mit  genier  milt 
ich  das  hör  und  sich, 

15.   dein  dren  dn  schad 
sd  wil  ich  yehen, 
Nain,  höchster  hört,  an  rew 
musst  dft  mich  hdn, 
so  bis  verswigcn  gerlich, 

20.  diEiran  sd  tust  düwöl.  ' 

1.   Hein  freuden  iiiacher, 
meins  hertzen  zuckidr  tfar, 
dein  aigen  weib 
ich  wil  darumb  sein: 

5.   ach  traut  gesell, 

nur  Heb  und  nymmer  laid, 
So  bis  allzeit  sta%, 
und  zbeyf(e)l  nit  ftn  mir, 
und  halt  dich  gar  taugen 
10.  vor  valscher  ntepcker  i$«g. 
In  hitmm  slMT,  frflu. 


156 

# 

vertreib  ich  lange  zeit, 

treun ,  nayn  ich  zbär, 

auserweltes  ain, 
15.   das  machen  nur 

der  meider  lugenspil, 

Ir  verdencken  valsch 

in  arg  das  tut  mir  wee. 

gib  urlöb  meinem  hertzen, 
20.   wann  es  wil  werden  spät. 

3. 
1.   DU  hast  all  mein  swer 

benomen  sunder  gar,  . 

ewr  stoltzer  leib 

pringt  mir  freud  und  pein, 
5.   was  dein  gnäd  well, 

darzu  bin  ich  berair. 

Wie  geren  ich-  das  tet 

von  rechter  gier, 

mein  hertzen  lieb,  an  laugen, 
10.   das  tu  ich  nacht  und  tag. 

Hast  du  kain  missetreu, 

das  sag  mir  sunder  neyd, 

barumb  sogar 

last  du  mich  allein? 
15.   durch  abenteur 

mus  man  wägen  vil. 

Die  red  aus  yrem  hals 

nit  lang  besst6: 

ich  bunsch  dir  haU  an  smertzen, 
20.    lieb,  kumm  herwider,  drdt. 

IiII. 

I. 
1.    llWol  mich  an  wee  der  lieben  stund, 
d6  mich  ain  poscholochier  mund 


157 

dn  lacht  mit  wunicilchem  smiel, 

und  sich  ain  roselochter  triel 

von  ander  spielt  die  hoch  zu  tal 
6.   mit  zendltn  weis ,  geschaiden  smal, 

Darob  zbay  praune  eugltn  klär 

schelklfchen  spilen  her  und  dar, 

von  plick  zu  plick,  scharff  mit  gewalt, 

schriembs  iib(e)r  ain  neslin  wolgestalt. 

Ich  grdber  prach  noch  disen  trutz, 
12.   und  traut  sy  mir  mit  ainem  smutz 

Das  must  ich  sicherlich^n  wägen 

an  verzagen, 

still  verdagen, 

nyemant  sagen, 

oder  klagen, 
18.  gar  haimUch  in  dem  hertzen  tragen. 

2. 
1.   Denckiseh  zu  sehen  weist  mich  das, 
wann  mir  gerecht  ye  was  gehass, 
wie  sy  vor  trug  zb^n  synbell  knopff 
spitzltch  gedrat  recht  als  die  topflP, 
gedrollen  auff  des  hertzen  bulst. 
6.   0  wee  der  zarten  lieben  geswulst, 
kam  mir  die  plosltch  an  mein  brüst, 
so  wer  mein  greysen  gar  umb  sust, 
der  part  must  weichen  von  der  heut, 
mir  zerunn  dann  messer  oder  leut, 
und  würd  mir  dann  ain  umbefangk 

12.  von  ermlin  blös,  erst  wer  ich  kranck, 
wie  sich  die  lieb  also  umb  mich  bunde, 
freuden  günde, 
ich  da  lunde, 
ob  sy  mir  günde 
solcher  pünde, 

18.  ich  sprach  ir  ablas  für  all  ir  sunde. 


139 


3. 


i.   Und  von  der  gurl(e)l  umbefangk 
bis  auiT  den  fuess  stSt  mein  gedanck, 
wie  sy  wol  hab  die  rechten  mäss, 
doch  mocht  ich  es  gefüegen  bas, 
das  ich  die  lidm.ass  griff  und  sach, 

6.  kom  sy  mir  dann  in  solh  genach, 
das  ich  die  manhait  redten  solt 
ich  fluch  ir  nit,  gult  was  es  wolt, 
ob  ich  des  kriegs  ernider  lag, 
villeicht  s6  wurden  mir  dennocht  tS^, 
ze  laisten  wider  in  ir  haus. 

i2.  darob  s6  höt  ich  klainen  graus, 

ich  holt  mich  dannocht  mit  der  rainen 

schier  verainen, 

ftn  vermayaen, 

umb  die  zainen 

zu  ir  lainen, 
18.   mit  leib,  hend,  fassen  und  gepainen. 

um. 

1. 

1.  Crsr  wuniklich  hat  sy  mein  hertz  besessen, 
in  lieb  ich  ir  gefangen 
pin  mit  stetikait, 
verslossen  gar 

in  der  vil  zarten  ermltn  strick, 
mein  höchstes  hail,  ich  pio^  dein  aigen 

7.  zbftr ,  des  gib  ich  dir  meinen  brieff. 

?. 
1.    la  welcher  main  bästü  dich  freud  vermessen 

giftn  mir  ?  doch  unergangen 

s6  pin  ich  berait. 

hertzlieb,  nym  war, 

das  uns  nit  vdch  der  meider  rick, 

als  ungevell  behüt  die  faigen, 

7.  yA  ttn4  gesc^ecli  in  nymmer  lieff. 


159 

3. 

1.   In  aller  trew,  beib,  du  solt  iiit  vergessen, 

teglich  ist  mein  verlangen 

dir  zu  dinst  berait, 

der  freuden  schar 

ich  wart  von  Hechten  eugltn  blick, 

dein  mündlfn  röt  mit  suessem  liai^n 
7.  schon  mich  beraubt  der  sorgen  tleff. 


lOV. 


i'  SEein  hertz  das  ist  versßrt, 

und  giftiklichen  wunt 

mit  ainem  scharffeA  swert 

zbir  durch  bis  an  den  grundt, 

und  lebt  kain  artzt  auff  erd,  der  mich  veniailen  kan, 
6.  nur  ain  mensch ,  das  mir  den  schaden  hftt  getftn. 

2. 

1.   Frau  krön ,  dein  edle  irt 

pebar  dein  schochsten  sjchatz, 

das  dir  nit  werd  verscbart 

dein  bild  in  schänden  latz, 

damit  kain  zungen  an  dir  nicht  werd  erfreuet, 
6.  so  wirt  mein  hertz  gesunt  gar  und  verneuet. 

3. 

i.  Ich  man  dich,  lieb,  der  wort 

mit  billikltchem  tröst, 

bedenck  das  kleglich  mort, 

damit  ich  werd  erlöst 

vil  pesser  ist  mit  ^ren  kurtz  gestorben  zbdr, 
6.  dann  mit  schänden  hie  gelebt  zway  hundert  jär. 


■>  ! 


160 
liV. 


I. 
i.    IWeib,  röt  mit  praun  verleucht 
in  ainem  runden  veld, 
schufF  mir  vil  manig  teucht 
hertlich,  der  ich  nit  meld. 
5.   gar  eng  ward  mir  die  werft 
dö  sich  zu  fleis  mein  aug 
gierlich  darin  verschös, 
von  krankhait  ward  ich  plaug, 
der  zeit  mich  nit  verdrds, 
10.   mein  ftnmacht  die  was  gross. 

2. 

1.  Ain  varb  von  eyt(e)l  grün 
den  possen  rain  verdeckt, 
der  yedem  fursten  kun 
sein  manhait  wol  erweckt, 
5.   wann  er  sich  pey  im  streckt, 
nach  dem  als  ich  in  sach, 
gar  waydelich  verstampt, 
so  went  er  ungemach, 
der  mir  befulch  das  ambt, 
10.   vil  nfthent  ich  im  zampt. 

3. 
1.   Ain  zwis(e)l  waidellch, 

darob  ain  maser  hert, 

.  die  tragt  zbö  pieren  reich, 

gar  süss  ist  ir  gevert, 

5.  weis,  frisch,  wo  man  sy  zert. 

wer  ich  ain  kindlein  klain^ 

vernuiFlig,  alt  und  weis, 

und  ich  der  pieren  aine 

muest  saugen  für  mein  speis, 

10.  s6  wurd  ich  nymmer  greys. 


i 


161 
liVL 


I. 

1.  üflein  hertz  jungt  sich  in  höher  gaiF, 

und  ist  getrosi, 

erlost        "- 
4.  von  lieber  hand, 

die  mir  zu  fleis  frey  tadeis  mall 

zertlich  erschos; 

entslös 
8.  all  mein  pandt 

sd  gar  an  strefltch  schand. 

Ich  lob  den  tag 

stund,  weyl,  die  zeit,  minut  und  quint, 
12.  dd  ich  es  hört  und  gaistlich  sach, 

das  mir  mein  klag 

unzbeyfelichen  so  geswind 

bard  abgenomen,  dö  zerbrach 
16.  meins  hertzen  ungemach. 

1.  Hit  ^r(e)n,  o  seuberliches  g, 

du  freuest  mich 

gleich  (glich) 
4.  in  der  s61e  grund; 

darnach  ain  ed(e)l  r  und  6 

mich  hosten  sol 

so  wol 
8.  durch  röten  mund, 

froltch  zu  aller  stund. 

An  endt  der  wort 

zbay  tt  beslossen  hän  die  treu 
12.  von  dir  zu  mir  in  ewigkait. 

nain,  höchster  hört, 

das  läss  dir  teglfch  wesen  new, 

und  dessgeleichen  ich  berait 
16.  mit  gantzer  stetikait. 


11 


m 

3. 

1.  Vergis  durch  all  dein  weipltch  6r, 

wo  ich  dein  Äucht, 

Fracht, 
4.  ye  erzürnet  hän; 

far  all  dis  werlt  liebt  mir  dein  ^r 

und  wil 

der  vil 
8.  pas  wesen  undertän 

löblich  an  abeiän 

ungeschaiden 

hie  auJQP  erd  bis  in  den  töd. 
12.  und  darnach  hundert  tausent  jär 

von  uns  paiden 

kain  valsche  zung  das  petenpröt 

sol  freuen  m6r  klain  umb  ain  här, 
16.  hertz  lieb,  got  fug  das  war. 

livn. 

1.  Dd  fraig  amors, 
adjiiva  mä, 
ma  lot,  mfn  ors, 
na  moy  serec§ 
rent  mit  gedanck, 
6.  frau,  pöraty, 

eck  lopp,  ick  slapp, 
vel  quo  vado, 
we  segg,  mein  krapp, 
ne  dirs  dobrd, 
jü  gslaff,  ee  franck, 
12.  merschy  voys  gry. 
Repeticio.     Deutsch,  welisch  mach, 
franzoisch  wach^ 
ungrischen  lach. 


16S 

pröt  bindUch  pach, 

flemming  sd  krach, 

18.  latein  die  isibend  sprich. 

2. 

1.  Mille  scheiinii, 

yme,  man  gür, 

per  omniä, 

des  leibe«  spur 

centza  befui 
6.  met  gschöner  bar 

dut  serviray 

pur  tzscbatti  gais, 

nem  tudem  fray, 

kain  val^idie  rais, 

got  wett  wol  twiu, 
i2.  egk  de  amar.  Repeticio  Qts. 

1.  Demit  mundescb, 

margarita  well, 

ex  profundes, 

das  tu  ich  snell, 

dat  loff,  draga  griet, 
6.  permafoy, 

in  miommmo^ 

dyors  ee  not 
my  ty  commando, 
wo  ich  trott, 
yambre  twcyii, 
12.  allopp  my  tiK^y. 

1.  Dd  fralg  amors,  ach  wftrs  mein  lieb, 
adjuva  me,  hilff  mir,  « 

ma  lot,  mein  pferd, 

4.  myn  ors,  mein  ros, 

11* 


164 

na  moy  sercce,  darzu  mein  hertz, 

rent  mit  gedanck, 

frau,  pur  aty,  frau  nur  zu  dir, 
8.  eck  lopp,  ick  slapp,  ich  lauff  und  slafiP, 

vel  quo  vadö,  oder  wo  ich  gee, 

we  segg^  berlich, 

mein  krappff^ 
12.  ne  dirs  dobrd,  der  halt  nit  vast, 

jü  gslaff,  ich  aigen, 

ee  franck,  und  frey, 

merschy  voys  gry, 
16.  dir  dencklich  rueff. 

2. 
1.  Mille  sthenna,  zart  liebstes  beib, 

*     yme,  see  hin, 

man  gür,  mein  hertz, 
4.  per  omniä,  uberal, 

meins  leibes  spur, 

centza  beful,  an  allen  spott, 

met  gschoner  bar, 
8.  mit  schönem  pard 

dut  serviray, 

ich  dien  dir  gantz 

pur  tschatti  gaisch,  nur  was  du  wild 
12.  nem  tudem,  und  bais  nit, 

fray,  i?rbär, 

kain  valsche  rais, . 

got.wett  wol  twiu,  got  wais  bol  bie, 
16.  eck  de  amar,  ich  dich  lieb  hab. 

3. 

1.  Demit  mundesch,  nur  was  du  wild, 
margarita  well,  mein  schone  gret, 
ex  profundes,  aus  gantzen  gründen 

4^  das  tu  ich  snell, 
dat  loff,  das  glaub, 
draga  griet,  liebe  gr^t, 


165 

permafoy,  auff  mein  treu, 
8.  in  recommisso,  in  dein  bevelchnuss, 
^  diors  ee  not,  tag  und  nacht, 
my  ti  commaudo,  mich  dir  bevilch, 
wo  ich  trott, 
jambre,  liebe, 
twoya,  nur  dein, 
14.  allopp  my  troy,  all  auff  mein  treu. 

ifVin. 

1.  Herr  wirt,  uns  dürstet  also  s6re, 

trag  auf  wein, 

trag  auff  wein, 
4.  trag  auf  bein, 

das  dir  got  dein  laid  verk^re. 

pring  her  bein, 

pring  her  bein, 
8.  pring  her  wein, 

und  dir  dein  seiden  m^re. 
,    nü  schenck  ein, 

nü  schenck  ein, 
12.  nü  schenck  ein. 

2. 

1.  Gretl  wildü  sein  mein  treul(e)l, 

so  sprich,  sprichs, 

sd  sprich,' sprichs, 
4.  sd  sprich,  sprichs. 

ja  kauffst  du  mir  ain  peutCe)l? 

leicht  tun  ichs, 

leicht  tun  ichs, 
8.  Jeicht  tun  ichS, 

und  reis  mir  nit  das  heut(e)l 

nur  stich,  Stichs, 

nur  stich,  Stichs, 
12.  nur  stich,  stichs. 


166 

1.  Sym,  jansei,  wiltüs  mU  mir  taatMii/ 

sd  kumm^aueh, 

s6  kämm  audi, 
4.  s6  kumm  auch. 

pockisch  well  wir  umbhin  rantzen, 

Jans,  nit  Strauch, 

Jans,  nit  stranth, 
8.  Jans,  nit  Strauch, 

und  schon  mir  meiner  schrantzen, 

dauch  schon,  dauch 

daueh  nach,  dauch 
12.  dauch,  jans,  dauch. 

4. 

1.  Pfeiff  auff,  haintzl,  lippl,  snaggCe)!, 

frisch,  frö,  frey, 

frisch,  frö,  frey, 
4.  frisch,  frö,  frey. 

zbait  euch,  rurt  euch,  snurra  baggCe)l, 

jans,  lucey, 

cuntz,  katrey, 
8.  bentz,  klarey. 

spring  kelbrisch,  durta  jackCe)!, 

jü  haig,  haig, 

jü  haig,  haig, 
12.  jü  haig,  haig. 

5. 

1.  Hin  gßt  der  mtie,  seusa  mosl(e)], 

nü  reck  an, 

nü  reck  an, 
4.  nü  reck  an. 

gumpp  auf,  hainreich,  noch  ain  jost(e)], 

rur,  piderman, 

rur,  piderman, 
8.  rur,  piderman. 


107 

metz,  di^QQ»!,  d#at  das  ko6t(e)l, 
dran,  dran,  dran, 
dran,  dran,  dran, 
12.  dran,  dran,  dtan! 

6. 
1.  Nu  fudert  euck,  man  ias4  in  dorffe, 

nembt  kain  weil,  . 

nembt  k^in  i^eU, 
4.  nembt  kain  weil« 

nich  bin,  cunrat,  fatiter  tdistorffe, 

du  lempey], 

du  lempeyl, 
8.  du  lempeyl, 

lug  umb  dich  als  aia  orffe, 

eyl,  held,  eyl, 

eyl,  held,  eyl, 
ISf.  eyl,  held,  eyl. 


UDL. 

I. 
1.  mit  gunstUehm  h^Wi 

wünsch  ich  dir 

ain  vil  gut  jilr 

zu  diesem  p^w, 
5.  und  was  auf  «rd 

dein  hertz  begeret, 

ämän,  mein  hiMPI^ 

zwftr  das  ist  reeht. 

gedenck  an  ini^li, 
10.  geselle  mein^ 

dein  schauen  uad  scberts^n 

liebet  mir, 

das  nym  ich  zwiir, 

dir  Un  mtm  tse», 


166 

15..  der  wünsch,  lieb,  werd 

an  uns  gemäret. 

danck  hab  das  borl, 

idi  pin  dein  knecht. 

nur  freu  es  dich, 
20.  zwar  das  sol  sein. 

1.  Mich  freuet,  traut  beib, 

dein  roter  mund, 

ich  dein  allain 

mit  stetikait, 
5.  ein  kuchtlich  er 

mich  tieflich  senet, 

des  pin  ich  frd 

an  zbeifCe)l  gar, 

das  hör  iph  gern, 
10.  zart  liebe  gret. 

Dein  manltcher  leib 

mich  hat  erzunt, 

dasselb  ich  main, 

ich  dir  berait, 
15.  dein  tugent  mer 

hochlich  mich  zenet, 

dem  ist  also, 

ich  sag  dir  war, 

nach  deim  begem, 
20,  oss,  wie  es  göt. 

3. 

1.  Yergiss,  mein  schätz, 
nit  durch  all  dein  gut, 
wer  ist  mein  hail, 
wer  tröstet  mich,  *  *   ;, 

5.  des  hol  mich  ward, 
der  grossen  freuden; 
du  bendst  mir  wee, 
du  wendet  mir  pein, 


169 

du  wendst  mir  laid 

10.  und  ttofemach. 

Dein  scherflich  gesteht 
mein  hertz  durch^t, 
nur  ich  dn  mail, 
frau,  das  tun  ich, 

{5.  zbar  unverkart 

sol  ich  dich  geuden, 
auch  du  vi!  mß, 
lieb,  das  sol  sein, 
zart  frau  gemait, 

20.  dem  kumm  ich  nach. 


.:* 


i. 

1.  Die  mynne  fuget  nymant, 
wer  da  nit  enhät, 
wann  wo  er  hin  gät,- 
man  spricht : 
dw  wicht, 
6.  wee  dir, 
was  wiltü  mir, 
gee  fürhin  drät, 
hast  nicht 
sd  rieht 

dich  pald  von  hynnen, 
dein  mynnen 
13.  dir  ub(e)I  ane  stät. 

2. 

1.  Der  wiert  wil  uns  nit  porgen, 
,  das  ist  mein  g^sste  klag, 

er  vegt  mich  nacht  und  tag 
«    umb  gelt. 

0  werlt, 


170 

6.  pfui-  dich^ 
wie  kiffstü  mich, 
du  voller  wierl, 
nft  schellt, 
und  pellt 

frau,  knechl,  diera  uttd  kinder, 
der  Binder 
i3.  mich  in  der  ieschf^n  $i&U 

1.  Nu  trinck  wir  aus  d«tt  flSüchelein, 

lassen  wir  den  kopff, 

s6  trendelt  um»  der  »ckopB^ 

schenck  ein, 

henslein,  ' 
6.  das  fleschlln  yoI, 

das  tut  uns  wol 

im  godersnal. 

herr  wein, 

gt\  Ce)in- 

her,  frischlichen  giessen, 

und  fliessen 
i3.  bis  in  der  plater  fal. 

4. 

1.  Die  junckfrau  solt  ich  mynnen, 

das  tet  der  frauen^zorn, 

yedoch  must  ich  sy  porn, 

ich  schob, 

und  kl6b 
6.  dasselbig  ploch 

Yonander  doch, 

ich  armer  knab, 

sich  hob 

das  jitrö(w), 

der  6tad(e)l  ward  üchfitten 

und  rutten 
13.  den  yren  slaiCe)r  ab. 


m 


liZL 

1. 

1.  O  hertzen  lieber  nick(e)l  mein, 

vergiss  mein  nit  auff  alle  treu, 

des  heyah^, 

Sym,  nayn  ich,  zarte  mein  agneslein, 
5.  dein  freantscliaft  ist  mir  allzeit  neu, 

dem  sey  also. 

mein  hertz  das  swindt, 

seyd  du'  dich  scbaid  Ton  iiiire. 
'   sweig,  liebet»  kind, 
10.  ich  kumm  herwider  schire. 
Repeticio.    Aeh  idcki, 

nick(e)l9 

trauter  schöner  kleusly, 

hals  mich, 

kuss  mich, 
16.  leich  mir  her  das  meusiy* 

2. 

i.  Yerhais  mir  pald,  mein  schone  elss, 

das  dA  kain  andern  wellest  hän, 

des  heyahA. 

ich  wolt  ee  springen  über  (de)n  vels, 
5.  ee  mich  beslieff  kain  ander  man, 

dem  sey  idlsd« 

mein  treu  gefug  » 

an  dir  nymmermär  erbiade. 

mein  nick(el)  klug, 
10,  du  leist  mir  in  dem  synne  (synde?).  Repetteio. 

3. 

1.  Gesegen  «lieh  g<ll  mein  lnS^lRiier  Hort, 
kain  schaiden  tet  mir  nie  sd  l)ee, 
dei  keiydid. 


i72 

du  last  mich  hie,  und  pleibst  du  dort, 
5.  bann  kumm  wir  zuenandcr  mö, 
dem  sey  also, 
in  kurizer  vart 
wil  ichs  herwider  k6ren. 
mein  nick(e)l  zart, 
10.  des  tu  mich  schir  geberen.  Rq)eticio. 

um. 

1.  Sweig  still,  gesell,  dem  ding  ist  recht, 
jü,  gib  mir  freuleins  petenbröt, 
des  heyahö. 

sy  ward  mein  herr  und  ich  ir  knecht, 
5.  nü  ist  mir  sicher  ungedröt, 
dem  sey  also. 
Ich  main  die  zart, 
zu  der  ich  pin  verbunden, 
des  bol  mich  ward, 
10.  ^rst  hab  ich  freude  funden. 
Repeticio.  Ach  raines  tock(;e)l 
traute  schone  tocke, 
du  liebst  mir  mit  dem  zypffel 
14.  an  dem  rocke. 

2. 

1.  Mein  dinst  ir  allzeit  ist  berait 

und  hoff,  das  mich  die  lieb  nit  entstöss, 
, des  heyahö, 

mit  yren  horelein  gemait, 
5.  ee  traut  ich  ir  ain  kunglfn  blös, 

dem  sey  also. 

An  als  gever, 

als  meinem  rechten  herrCe)n, 

des  knecht  ich  wer 
10.  gar  willigkitcher  geren.  Repeticio. 


173 

3. 

1.  Ich  freu  mich  noch  der  lieben  stund 

dö  sy  zu  dienen  jnieh  erkös, 

des  heyahö, 

und  hoff  ir  rosolochter  mund, 
5.  sull  mich  von  sorgen  machen  lös, 

dem  sey  also.     . 

Hertz,  mut  und  syn, 

ir  gailt  mit  stetem  fleisse, 

bie  y^r  Ich  bin 
10.  von  ir,  jü,  dar,  die  weisse.  Repeticio. 


1. 

1.  mFol  auff,  wol'  an, 
kind,  weib  und  man, 
seyt  wolgemut, 
frisch,  frolich,  frut, 
tantzen,  springen, 

6.  heipffen,  singen 
gtn  des  zarten 
mayen  garten 


grüne. 


'  Die  nachtigal, 
der  drosch(e)l  hal, 
12.  perg,  aw  erschallet, 
zbay  gesellet, 
freuntlich  kosen, 
haimltch  lösen, 
das  gelt  wunne 
für  die  sunne 
18.  kune« 
Repeticio.  Amplick  herte, 
der  geferte 


174 

well  wir  meiden 

von  den  beiben 

ungestalt. 
24.  mundltn  schone, 

der  gedone 

macht  ims  hone 
27.  manigfalt. 

1.  Ranhü  steudly, 

lupff  dich,  kreadly.^ 

in  das  padly, 

osslin,  gredlin 

plumen  plüede 
6.  wendl  uns  muede, 

kiubes  decke 

rauch  bestecke. 

metzly, 

pring  den  putem 

läss  uns  kujKent^ 
12«  wascM  maidly 

mir  das  p&idly^ 

r^  jHueh  knablf  ' 

umb.das  sably^ 

hilfft  4A  J&ir^ 

leicht  väch  ich  dir 
18.  das  letisly.    Rqieticio  ut  sup. 

a. 

1.  Ja  b^  Jiaig, 

zierltehejr  maig» 

sck^  pfiffcriing, 

die  maaraidi  fcng, 

meni»fifa«  ISBb,  «nd  gras 
6.  woliF^  fuciha,  den  has 

hästü  erfreut. 

die  wecH  beMeü 

grunliclmb 


175 

und  was  der  winder 

vast  hinhinder 
12.  in  die  maner 

tieffer  lauer 

hH  gesmogm, 

abt  betrogen, 

die  sein  erlost, 

may,  dein  getrost 
18.  frolichen.    Repeticio  ut  supra. 


1.  JLin  graserin  durch  kuelen  tau, 

mit  beissen  pjdssen  fussltn  zart, 

hftt  mich  erfreut  in  grüner  aw^ 

das  macht  ir  sichre)!,  praun  gehftrt, 
5.  dö  ich  ir  halff  den  gattern  rucken, 

schmucken 

für  die  schrencken, 

lencken,^ 

sencken 
10.  in  die  seul 

wol  bepart, 

damit  dasfreul 

hinfur  dn  sorg 
14.  nicht  fliessen  moehl  Ir  gensei. 

1.  Als  ich  die  schon  lier  zeunen  «ach, 
aln  kurze  vf^ü  ward  mir  «u  iangk, 
bis  das  ich  ir  den  ungemacb 
tet  wenden  zbischeo  zbBl(;e>r  schranck, 

5.  mein  heckitn  klain  Mt  jidi  ir  inor, 
empor, 
zu  dieoil  gewetsel) 


176 

gCe)hetzet, 

netzet, 
10.  wie  dem  was, 

schubren  half  ich  ir  das  gras, 

zuck  nit,  mein  schätz. 
13.  sym,  nain  ich,  lieber  jensei. 

3. 

1.  Als  ich  den  klee  h^t  abgemat, 
und  all  ir  lucken  wol  verzeunt, 
dannoch  gert  sy,  das  ich  yat, 
noch  ain  mal  in  der  nidern  peunt, 

5.  ze  16n  wolt  sy  vpn  rösen  pinden, 
binden 

* 

mir  ain  krentzCe)!. 

swentz(e)l, 

renlz(e)l 
10.  mir  den  flachs, 

treutt  in,  wildü,  das  er  wachs, 

hertzliebe  gans, 
13.  bie  schön  ist  dir  dein  grens(e)l. 


IjXV. 

1. 
1.  Sym,  gredltn  grel, 
mein  ^edelein, 
mein  zarter  puel, 
hertzlieb  geniait 
5«  dein  zuchtlich  ^r  an  mir  nit  beich. 
Halt  wie  es  gdt, 
mein  oselein, 
in  deiner  schuel 
-  treustetikait 
10.  die  wil  ich  l&ren  ewigklCe)ich. 


iI77 

Die  bort  sol  ich  behalten  mir, 

und  schreiben  in  mefns  hertzen  g^undt 

von  deinem  rosolochten  mund. 

Mein  hört,  dasselb  ist  wol  mein  gier, 

15.  bann  ich  will  nit  benckeii,    < 
das  sol  ich  bedencken,* 
gedenck,  liebs  oselein,  an  mich 

18.  dein  gredlein  sei  erfreuen  dich. 

2. 

1.  Dü  kanst  mich  nr(ch)t 

erfreuen  pas^ 

bann  das  ich  lag 

an  deinem  arm, 
5.  verslossen  als  ain  klausener. 

In  deiner  pfficht 

wird  ich  nit  14ss,  C 

dn  sainlich  trag 

mach  ich  dir  barm, 
10.  und  ist  mir  das  ain  klaine  swer. 

Hab  danck,  mein  trauter  aidgesell, 

das  sol  ich  iit  vergessen  klafn, 

wann  du  pist  wol,  die  ich.  da  main. 

An  wanck  von  mir  kain  ungeveU, 
15.  hertzlieb,  nit  enbarte, 

danck  s6  hab  die  zarte. 

%art  liebster  man,  mir  ist  s6  wol, 
18.  benn  ich  dein  prüst  umbsliessen  sol. 

a. 
1.'  Vor  aller  freud 

trost  mich  deiii  hertz, 

darzfi  dein  wu-  (wo-), 

nikllcher  leib, 

5.  wenn  er  sich  freuntlich  zu  mir  smuckt. 

Gesell,  sd  geud 

ich  vol  den  schertz 

und  gailt  sich  M 

12 


] 


deiii:  amij^  h«l>f 
i&k  Jm»  Blir  dein  hand  alnii  brustitn  druckt. 

Ack  Irau/das  rstNin^  ^ueker  nar, 

und  sSesst  mir  aUe  mein'  güelü» 

seyd  (^  mir  haltst  gSh«lltciieft  frid, 

Getrau  mir  sicberUche«  -aibftr. 
15.  Ssl^inj,  gar  d»  ende 

gredUn,  dits  «il  bendev 

kain  wenden  zbischen  meifi  und  dir 
18.  sey  uns  niU  hfä  be^ehaffim!  sdir. 


1.  SKch  trost  aia  adeltcbe  maid, 

die  ist  furbdr 

durch  klftr 
4r  äa  tad(e^Is  maU'^ 

Dea;  keiuchltcb  ^i*  iM  wol  sö^prait, 

das  sy  verdeckt, 

ersehreckt 
8.  all  streffUch  gail 

mit  birdigltclie9  hau. 

Sy  hat  den  ]^i» 

iU  meinem,  hertzen  eM?igkI(e])ich 
iZ^  für  alle,,  die  ich-ye-gesach, 

Ir  wandCe)!,  beis 

ist  hol  so  reiclii 

das  sy  wendt  unfemaob 

16.  suesslfcit  6q  weel{ch  ai^h. 

•   ■  ■    - 

2. 

1.  Frea  dich,  du,  bertltch  creätdr, 

das  dir  all  nilss, 

tun,  läss 
4.  recht  bol  an  st^ 


m 

Und  da  nftch  Hli6liMM(cli«r  ftitflr 
loblfdhc»  t$ri 

von  «n 
8^  kemscitltüiie  wfti 

f^sitzsl  ta  misseiät. 
.  Dick,  smel,  kifa'tx^  leilg 

von  h^h  2tt  Ht  80  \B%  if  leib 
12.  baideltch  po^Hfert  uAVerhJiit^ 

Und  dein  gemeng 

von  aiii|iliek)  ft#ib) 

plaich,  wei«,  ititA  te4  gettmit, 
16.  fSir  alle  maid  verkront. 

3.  .... 

1.  Junckfrau,  durch  all  dein  kosdtch  £r, 

solt  ich  von  got 

an  spot 
4,  des  wirdig  sein, 

So  wolt  ich  doch  nit  wunischen  mir, 

bann  das  ich  mocht 

gelocht 
8.  nur  besen  dein 

recht  ^iß  ain  ^slefelein. 

Erst  wolt  ich  geuden, 

gaillch  schallen,  singen  hell 
12.  von  meiner  frauen,  der  ich  wer. 

Und  die  mit  freuden 

hertz,  .mut,  leib,  s^l 

wol  hauen  mag  ftn  swer 
16.  mit  bort,  berch  vtid  geper. 

ulth. 

1.  Froltch  sÖl  WiMch 
'  aber  sinsfeta, 
der  üüetk  frauen  sdess. 


180 

Haintz,  hainrtch, 
5.  ßrst  wirt  mir  wol  gelingen, 

seyd  du  mir  haltst  dein  graed. 

Ja,  frau,  und  wer  das  nicht  ewr  spot. 

symm,  nain  es,  hainrtch,  sftmmir  got! 

Wee  heut  wol  ee, 
10.  solt  ich  ewr  huld  erberben, 

darumb  litt  ich  den  tod. 

Ist  dir  s6  wee, 

dannoch  soltü  nit  sferben, 
14.  und  leiden  grosse  not. 

.1.  Mich  freut  ewr  leib, 

darzu  die  guldfn  spangen 

vor  ah  den  erm(e)ln  zart. 

Ich  bin  ain^weib 
5.  mit  .gurt(e)l  umbCe)fangen 

von  adelfcher  art, 

Ir  sacht  rächt  als  ain  volken  kel. 

nü  kan  ich  doch  nit  fliegen  snel. 

Yergieng  das  pau, 
10.  ich  verbage  mich  zbair  ochsen, 

und  burd  mir  nur  ain  smutz. 

Was  Sprech  dein  säu, 

mein  haintzCe)!  ungelochsen, 
14.  und  prechst  du  disen  trutz. 

3. 

1.  Ewr  valbes  här, 

darzu  die  weissen  hende 

mir  gaben  höhen  mut. 

Du  laichst  niich  zbär, 
5.  des  bett  ich  umb  dein  zende, 

deucht  es  dich  wesen  gut. 

Hit  meinen  zenden  fra ss  ich  wo!  drey. 

symm,  benstü,  haintz(e)I,  tritenprey? 


181 

Hkh  nam  blinder, 
10.  oder  ich  sprung  in.  ain  wasser 

von  zom  in  ainer  gach. 

Kombstü  herwider, 

dann  für  mich  also  nasser^ 
14.  wie  geren  ich  das  sacb. 

4. 

1.  Ir  edle  maid, 

was  dürft  ir  mein  ze  SB,oUen,  ^ 

ja  burd  ich  schir  so  frais. 

Zwar  unversait 
5.  ist  dir  mein  dicker  schotten 

vQn  meiner  rOten  gaiss. 

Symm,  topffen  hab  ich  selber  genueg. 

danck  hab  mein  haintzCe)!,  rieht  den  pflueg. 

Ich  wil  es  klagen 
10.  meiner  lieben  mueter, 

das  ir  mich,  habt  versmsrcht. 

Gee,  smirb  den  wagen, 

und  trisch  den  rossen  faeter, 
14.  als  ander  dein  gesiecht. 


lixvni. 

1. 

1.  jAjn  rainklich  weib, 

dnrchjugent  schon, 

klain  aufgedrat 

ftn  tadeis  drö, 
5.  Der  wand(e)l,  leib 

gailt  mich  s6  hon, 

wes  sy  nur  pat, 

des  wer  ich  frö, 

Der  arbait  deucht  mich  nit  zäYll, 
10.  ich.  sprach,  bertzlieb,  nur  .^as  du  wil, 


in 

das  sol  ich  tun  to  eitdes  nä,,  : 

12.  holt  f»  dir  ml  yetswUtm. 

» 

1.  Mich  freut  f urbar, 
ir  röter  mund, 
darzu  ir  frollch  angesicht, 
aufriistig  gar 
5.  zu  alier  stund, 

ir  haubt  undrolich  ist  gericht 
mit  gantzem  fleis,  wort  und  geper 
gar  unverschroteQ  an  gever, 
ir  zarter  leib  frucht  tugend  swer, 
10.  das  tut  mich  senlfch  vähen. 

3.  - 

1.  Sy  hat  mein  hertz 

mit  steter  gir  ^. 

strengklidi  besessen  nacht  nnd  tag, 

frau,  disen  scfaertz, 

den  klag  ich  dir, . 
5.  dein  tröst  mir  wol  gehelJQP^  mag, 

mein  dinst  dir  allzeit  ist  bers^it, 

es  sey  dir,  kind,  lieb  oder  laid, 

erhör  mich,  sloils  freulein  gemait, 
10.  Idss  dir  mein  eilend  nähen. 


liXIZ. 

I. 

1.  (Sweig,  gut  gesell,  ^kimplichen  lach, 
läss  dir  kain  fluech  zu  hertz^en  fia, 
verantbort  nit  all  krampe  sach, 
beiflh  umfo,  wo  du  nit  soll  faestte, 

Si.  Bckteite  uns  Jians  mosmair  nit  geachtty. 


I  Wer  seinem  richter  gibt  bevor, 

'^  und  halt  den  pfarrer  unversmacht, 

der  duQckt  mich  sicher  nit  ain^tdr, 
ob  er  dfe  zbay  nulziteh  Yolbraeht, 
I  iO.  und  hiess  furbar  ain  klneger  lay. 

'  Repeticio.  Wer  ftesselii  cafft^ 

und  gilgen  straift, 
der  wil  das  gertitn  stören  gar, 
und  sein  l^ben 
15.  tut  erlauben 

rappen  und  geyren, 
die  nit  fetreti, 
18.  der  bendt  sein  nuts  die  lenge  tM&f. 

1.  An  hass  hab  ich  die  wort  erzalt, 
nü  sing  wir  von  den  freulein  rain, 
der  ich  kain  frumme  nie  geschalt, 
nur  sy  wer  vor  der  6ren  sain 

5.  in  fräueltcher  weise. 
-  Wer  haimitch  sünd,  dem  wirt  sein  puess 
in  ainer  stille  ^auff  gesetzj, 
dasselb  bedenkt,  liebs  freulin  suess, 
eur  züchtltch  Sr  lUst  unverhetzt,. 
10.  und  halt  ewr  freun tschaft  leyse.     Repeticio. 

3.  ^ 

1.  Seyd  ich  nü  haiss  die  nadttigd^ 
und  lob  auch  vast  die  fipsalth  gät^ 
doch  preis  ich  woi  dttrch  hellen  sckal 
ain  zart  schon  beib^  mit  ^r  behat, 
5.  für  sterck  der  grossen  lei», 
Vnd  pin  auch  got  ton  hertiett  holt, 
das  er  ain  schon  beib  lid(e)ii  frey 
schön  burckt,  der  lob  für  alks  grit 
erleucht,  wont  tugent,  6r  dabey 
10.  An  ofcttbar«  veistmm.    Sqietieto^^  iHL 


1S4 


IiXZ. 


1. 
1.  Cirot  geb  ew  ainen  guten  morgen, 
ir  vil  edle  kaiserinne, 
mich  deucht  vil  wol  in  meinem  muel, 
ir  seit  ain  also  schone  junckfnl 
5.  als  man  sy  farre  kennet. 
D6  pflig  ich  klainer  sorgen, 
darzu  der  gailen  myiine 
mit  ainem  hübschen  knaben  gut, 
der  ist  gesessen  under  krä 

10.  zu  kastelrut  genennet. 

Sacht,  sacht,  des  habet  ymmer  danck, 
das  sol  ör  umb  ew  dienen, 
dassalbig  kiiachlein,  wol  bexail, 
und  furder  sich  gar  rasche, 

15.  das  ir  im  neut  erapfaret. 

Kain  weg  der  ward  mir  nie  s6  langk 
und  wer  es  halt  g6n  wienCe)n, 
ich  hulff  dem  knaben  hübsch  gemait 
aus  ungelück.es  masche, 

20.  damit  er  wer  pebaret. 
Repeticio.  Frisch,  frey,  frö,  froltch, 
jü  jutz  jolich, 
gail,  göl,  goltch 

24.  gogeleichen. 

hurtig,  tumm,  tumbrisch, 
knaus^  bumm  bummbrisch, 
tentsch,  krumb,  rumblisch, 

28.  rogeleichen;. 
S6  ist  mein  hertz 
an  allen  smertz, 
wann  ich 
an  sich 

33.  rnems. liehen  puelenn  geleichen. 


4«5. 


2. 

1.  Awy,  aM^ach,  ir  vil  trautes  golt, 

wie  bol  kund  ir  heur  spachten, 

das  ich  sein  scKdn  derklupffe 

von  rächten  fraden  auf  mein  treu, 
5.  das  macht  ewr  klueg(e)s  geludme. 

Ach  lieber  jnair,  werst  du  mir  holt, 

zbär  du  vorcht  klain  mein  prechten, 

wann  sich  kain  valscher  trupffe 

in  meinem  hertzen  nynndert  preu 
10.  von  kainerlay  gepudme. 

Sich  numerdnmm  und  nnnimee, 

so  keut  man  unvermainet, 

ich  hatt  noch  wol  ain  faistes  rind, 

das  gäbe  ich  drumm,  wer  ich  ew  lewp, 
15.  und  liest  das  knachtltn  gschämpeh. 

Herr  mair,  das  ging  mir  an  mein  ee, 

ich  hän  mich  s6  verainet, 

das  jnich  erfreut  mein  hört,  mein  kind, 

mein  lieb,  mein  knebltn,  kraus  gestreut, 
20.  wenn  es  sein  här  tut  kamppen.     Repeticio  uts. 

3. 

1.  Nü  gesegen  uns  heint  der  vil  haiige  gaist^ 
sand  hedewigk,  und  sand  jenubein, 
bie  gar  seit  ir  versnorpifen 
eett  als  auf  den  versortten  knacht, 

5,  und  hatt  ich  sein  doch  künde. 
Er  ist  der  liebest  und  der  maist 
verslossen  in  dem  hertzen  mein, 
ich  pin  im  unverborffen, 
kund  ich  im  dienen,  wo  ich  mocht 
10.  mit  meinem. röten  mnnde. 
S^,  sa,  nü  gamet,  zierenhelt, 
was  solt  ich  des  gelauben  (gelaben), 
das  ir  s6  Inppiklichen  acht, 


«81 

was  ich  6W  vor  gekeude 

15.  mit  klugen  worten  wacker. 

Lauff,  hau  das  holtz,  wer  dich  der  kelt, 
und  häitz  ein  mit  den  schaben, 
auch  Irisch  das  koren,  tag  und  nacht, 
erlftss  mich  deins  gesneude, 

20.  reutt,  ma,  und  var  gön  agker.    Repeticio. 


1. 
1.  A.in  yetterinn,  junck,  frisch,  frey,  frut 

auf  stickelm  perg,  in  wilder  hoch, 

die  geit  mir  freud  und  höhen  mut 

dort  umb  die  zeit,  wann  sich  die  loch 

^   5.  mit  grünem  laub  verreuhen. 

S6  wart  ich  ir  recht  als  ain  fuchs 

in  ainem  hag  mit  stiller  lauss, 

gugk  aus  der  standen,  smeug  dich  luchs, 

bis  das  ich  ir  die  preun  ermaus, 

10.  auff  allen  vieren  kreuhen 
an  als  verscheuhen. 
Repetici«..  Ir  rtor  mund 
von  «dels  gnmd 
ist  rain  veiaSest  gtr  Kuckeritcb, 

15.  fSeüsteia  ktaine, 
weis  ir  paine, 
prustlfn  hertte, 
bort,  gefearte, 

19.  verg^t  sich  piengisch,  waiddich. 

2. 

1.  Der  amsCe)rt«ii  i«h  tmgemach, 
und  mangar  droschCe)!  auserwdl, 
ze  obrisi  Huf  dem  ienepach 
mit  ainem  klobeä,  der  sj  vdlt, 


t8T 

5.  wann  ich  das  snurlin  zadtt, 
In  ainer  huUen  wolbedeckt 
mit  mhea  tsfiteii,  Instlieb  gran, 
leicht  kumbt  zu  niir,  dfe  mkh  erweckt 
mit  gantzen  freuden  tmifächkun 
gesloifen  durch  die  lucke 
ii.  schön  mit  getucke.    R«|ieticio  uts. 

3.. 

1.  Wann  ich  das  vögeln  zu  geschock 
und  tUer  seug  beynaader  ist, 
sd  bwt  man  zb^  ain  aSess  gelock 
'   durch  grAss  gesneud  in  kartzer  frist, 
5.  des  moehl  die  schon  flachen, 
Das  sy  mir  all  mein  kanst  abstüt,   . 
was  ich  «S  YOglen  hab  gel(ä)rt, 
von  yrem  kloben  mich  beyilt, 
des  gumppeLs  er  zu  oSl  begert, 
das  macht  die  hStten  krachen' 
li.  von  solchen  sacken.    Repeticid. 


1«  Röt,  weis,  ain  A-dlick  angesicht, 
eoplosst  aus  swartzer  varbe  Maid, 
ain  klain  .verdackt  der  stirit  slicht 
mit  ainem  sla(;e)iritn  gemi»t, 

5.  durchsiebtigkltch  g^shitlerl, 
Darinn  ain  mvMlfn  rdsefivar, 
smielish  mit  ze^dltn  weis  bestecket, 
verleucht  von  swartzeni  euglin  kHlr, 
die  meinem  hertzen  freuden  weckt, 
10.  das  es  darinn  erzittert, 
froitchen  kitlert. 


188 

Ir  wort,  geper 

ring^  mir  die  sw6r, 

wann  ich  das  aigentltch  beschau, 
15.  darzu  ir  jugent, 

freuntitch  tugent 

mit  schallen,  schimpffen 

pringt  gelimpffen, 
19.  des  freu  dich,  aller  liebste  frau!' 

2. 

1.  Wie  wol  gedänck  mich  Iftn  nnfrey, 
s6  tar  ich  doch  gesprechen  nicht, 
diciselbig  vorcht  mir  bonet  pey, 
nur  dester  wirserC?)  mir  beschicht, 
5.  das  ich  die  tutzsch  sol  meiden. 
Darzu  üebt  mich  mein  grobe  art, 
das  ich  sd  seiden  wird  getrost, 
von  noten  greiset  mir  der  part, 
seyd  mein  hertz  senlich  wirt  gerosst, 
gar  dick  mit  grossem  leiden 
11.  mus  ich  das  reiden.     Repeticio. 

3. 

1.  Huntlichen  sehen,  hlaine  sprach, 
und  wer  die.  teutsch  nit  wH  verstau, 
das  pringt  offt  ainem  ungemach, 
das  er  sein  not  nit  berben  kan, 

5.  des  nius  ich  offt  engelten. 
Mit  6ren  auserweltes  .  m  . , 
liebst  du  mir  in  meins  hertzen  grundt, 
dein  stoltzer  leib  mich  nit  enklemm, 
der  mag  mir  freude  machen  kund, 
so  gar  an  alles  melden 
il.  tet  ich  es  seiden,     (l^peticio. 


189 


liZzm. 

f. 

1.  ^ier  hundert  jär  auff  erd  die  gelten  nflr  ainen  tag, 

und  wo  sich  lieb  zu  lieb  haimllcb  versliessen  mag, 

da  ber  ich  nit  ain  zag, 
4.  ich  druckt  die  mynicklichen  zu  mir  auff  die  prust, 

nach  meines  hertzen  lust, 

80  wer  mein  laid  vertusst, 
7.  das  hall  -drung  mich  zu  liebem  ungemach. 


2. 
1.  Ich  ruem  den  tag  und  preL»  den  wuniklicfaen  schertz, 

dö  sy-mich  h6t  erweit  s6  gar  dn  allen  schmertz, 

gantz  für  ir  ainigs  hertz^ 
4.  und  desgeleichen  unvergessen  ewigklC^ich 

ir  nymmermdr  gebeich 

in  meines  hertzen  teich, 
7.  als  ich  ir  das  löblichen  hoch  versprach. 

1.  Hit  urlob,  frau,  kain  schaiden  tet  mir  nie  sd  wee, 

solt  ich  dein  stoltzen  leib  gBsehen  nymmermd, 

das  wer  mein  giftlich  kree 
4.  und  rau  mich  s6r  dein  poscholochter,  rdter  mund, 

der  mich  tiefflfchen  wunt 

in  des  tddes  grund, 
7.  des  mordayö,  oy  my,  und  ymmer  ach  I 


1. 
1.  Hertz,  mut,  leib,  sM,  und  was  ich  hdn, 

das  freut  ain  lieplich  angesicht, 

dem  sdI  ich  wesen.  ondeirtän 
4.  zu  dienen .stetiklichgericht. 


Repeticio.  Frau,  dü  solt  unvergessen  sein 
in  meinem  hertzen  ewigkl(e)ich, 
und  wer  das  auch  der  bille  dein, 
8.  sö.ward  nye  kaiser  mein  geleich. 

2. 

1.  Ich  wolt,  dü  wesst  an  als  gever 

mein  freuntschafft  halb,  die  ich  dir  trag,  ' 
zbär  du  erfurst  vil  lieber  mer 

4.  von  dir  zu  mir  an  alle  frag.     Repeticio. 

a. 
1,  Wie  verr  ich  pin,  s6  nähet  Itoir 

inprunstiglich  dein  stoltzer  leib, 

fitenUdk  damdcK*st^  mein  6egir, 

4.  dO:  trevan  mi(A  zM^  fSt  alle  heS>.  R^lSdoulsup. 


1. 
i .  Jkch  gef ,  wer  ich  ain  p11gerCe)i!r,. 

als  ich  vor  zeiten  ainer  was, 

Sift'  tralh  ich  2u  den  i^westei^n  mein 
4r  g»  biiederllchen  ftne  ^as,         "    . 

Vil  abenteu(e)r,  neuer  mer 

böte  ich  m  Idsen 

scharpff  in  das  ori#in  ftif  gcrrer^ 
8.  freuntlichen  kdsen.    Repel^eio. 

Zway  fi^aM^bia  heti  idi  pald  ^ttik 

auff  ainen  mantCe)r,  wie  ich  tat, 

darunder  klösterlich  verdrat 
*  schön  als  aiiF  proedeip^ 
13,  der  seine  swestern  lieber  suechte  dann  die  mueder« 

t. 
1.  Wo  hertzeiilieb  peimmdet  ist, 

dö  werd  die  mcfti  nin  aagenjplick^ 

wie  kund  ieh'  wdfoh  der  kiutzen  fri8t^ 

4.  benugen,  .te  ie|i  ttieht  emchrick,; 


m 

Und  die  mein  herli  beams«!  Mt 
scharff  mit  gewailr, 
ich  kau  ir  nymmer  yrevim  stt, 
S.  die  weil  ich  aide.    Repeti'Mo  sta. 

3. 

1.  Senliches  schaiden  mieh  ertnlit^ 

mit  grösser  Uüg  ich  das  veniol, 

yedoch  mich  tegUch  panget  hart, 
4.  das  ich  mich  aMen  schaiden  sol, 

Und  mir  undiche  wooet  pey, 

die  midi  tut  freuen 

für  aller  werlde  stampaney^ 
8.  das  muea  itBch  mrev*    Repetieio  omnimodo  uts. 


t.  S^reunntlichet  pUek 

wandet  s6r  mdns  bertzca  gcdirein 

mit  ainem  scharpffen  zain, 
4.  zbay  euglfn  fain^ 

lautter,  klar  und  r«i», 

ein, 

seiir  gewdiig  meio«^ 
8.  Aus  slaffes  sdvioii 

vil  gedanph,  meIancoi(e>y7 

dicke  wir  bonen  peyv 

zetter  itk  sttieef 
12.  nach  deü  «den  kiey^ 

ey, 

das  sy  pey  hiir  sei'. 

Ir  gunstlidi  gnis 
16.  von  dem:  nuMlein:  snesB 

mit  ünmuess 

mir  pringt  senÜch  puäiat; 


192 

paide  tag  und  nacht 
20.  so  ich  betracht, 

und  acht, 

das  mich  liedeiltchen  umbefAcht, 

ermlin  macht, 
24.  Hit  herttem  drudk 

kurlich  zu  ir  smuck, 

und  mich  tuck, 

das  sy  nit  enzuck 
28.  bis  ir  rotter  mund 

auff  sleust  den  punt 

verbunt, 

des  sy  maisterlicli  atnen  grund 
22.  schaffen  kund. 

2. 

1.  Traut  selig  weib, 

seiden  sehen  uberal 

tort  mir  der  synne  zal, 
4.  seyd  mich  zumäl 

deines  leibes  sal, 

gral 

werffen  wil  zutal. 
8.  Ellenden  Jeib 

für  ich  auff  der  yrren  pan, 

und  hoff  auff  zweifeis  wän, 

recht  als  ain  man, 
12.  den  man 

wil  Verlan, 

von  freuden  mus  ich  stän 

Und  swebt  mein  klag 
16.  auff  ain  bilden  bag 

teglich  tag, 

das  ich  schir  verzag, 

seyd  mein  höchstes  hail 
20.  mir  machet  fall 

die  gail, 


1«S 

und  in  kaineriay  wanAek  mail 

prach  das  sail. 
24.  Danimb  ist,  aoh, 

feur  in  dem  Uch, 

kain  gemach 

in  meins.  hertzen  vftch, 
28.  bann  ich  recht  bedenck 

di^  zarten  renek, 

gelenck 

mit  sd  mangeriay  hendün  sehrenelc 
32.  sunder  wenck. 

3. 

1.  Ach  raime  firucht, 

Idss  erbarmen  dir  mein  not, 
was  hilft  dich  nü  mein  t6d, 

4.  dein  mundltn  röt 

mag  verhauen  wol  den  schW^t 

den  mir  unfal  pdt. 
8.  Kain  andre  flucht 

nur  allaine,  frau,  zu  dir 

lendt  sich  meins  hertzen  gier^ 

dein  kostlitch  zier 
12.  wil  behelfen  mir 

schir, 

des  ich  hart  empir. 

Wedennckft  yo 
16.  Ueb,  du  waist  bol  bö, 

faab  alsd)  . 

Idss  mich  nit  imfird, 

nü  wenndt  meins  hertzen  laid, 
20.  das  mich  allraid 

beUaid 

durch  dein  seuberlfeh  schon  gemait, 

zierlich  prait. 


13 


194 

24.  Erst  bord  kh  reich, 

nyemant  mein  geleich, 

von  dem  speich, 

suesser  bunne  teich, 
28.  uripb  geb  ich  wee, 

und  gruQt  mein  klee, 

als  eeeee. 

schaiden,  pitterllch  kaUer  snee^ 

scharffer  kree 
33.  kumm  nit  meeeeeee. 


iizzmo. 

j. 

1.  Treib  her, 

treib  tiberher, 

du  trautes  agneslein,     - 

das  mein,  zu  mir  ruck  mit  den  schefflein  dein, 
5.  kumm  schir,  mein  schönes  agneslein. 

Ich  merck,   . 

ich  merck 

dich  wohl,  aber  ich  entun  sein  werltch  nicht, 

dein  waide  die  ist  gar  entwicht, 
10.  mein  haide  st^t  in  grüner  pBicht. 

Mein  baid, 

mein  baid 

die  ist  bol  aus  der  mftssen  kurlfch  gut 

mit  kl6,  laub,  gras,  vil  plumiln  -plut,   • 
15.  der  sn6  g^t  ab  in  meiner  hu^t. 

SO  hör, 

so  hör 

ich  hie  vil  suesser  yo^C^)Iin  gesangk, 

dapey  ist.mir^die  beil  qit  lanck, 
20.  gar  frey  ist  aller  mein  gedanckh. 


195 


2. 

1.  Sö  hän,    • 

so  hUn 

ich  hie  wol  ain  kulen  kMren  prunn, 

darumb  ain  schatten  für  die  sunn, 
5.  nü  kumm  meins  hertzen  höchste  wann. 

Von  durst 

von  durst 

s6  hab  ich  kainerlay(e)  hendlin  not, 

yft  keut  ich  nie  das  kes  und  prö^, 
10.  das  heut  mein  mutter  mir  gebot. 

Vil  sbammen, 
'    swemmelein, 

die  bachsen  hie  in  disem  Strauch, 

darzu  vil  junger  voglein  rauch, 
15.  komstü  zu  mir,  ich  gab  dir  auch. 

Wiltft, 

bildü 

mich  sichern  gentzifchen  niit  gemache  län, 

villeicht  s6  treib  ich  zu  dir  hinan, 
20.  sust  weicht  mein  vich  verrltch  herdan. . 

3. 
1.  Nü  furcht, 

nü  furcht 

dich  nicht,  mein  ausenvelte  schone  tock, 

jft  flicht  ich  dir  deinen  weissen  lock, 

5.  und  sucht  dir  deinen  r6ten  rock. 

das  hast 

das  hast 

du  mir  sd  offt  versprochen  pey  der  wyd, 

vest  stSt  zu  halden  ainen  frid, 

10.  noch  (not?)  tett  du  mir  an  meim  gelid. 

Der  schad, 

der  schad 

was  klaine,  der  deinem  leib  aldü  beschach, 

13* 


in  mäss  als  es  dein  swester  sprach, 
15.  ich  läss  dich  furpas  mit  gemach. 

Das  wirt, 

das  wirt 

sich  sagen,  ^rst,  so  ich  werden  sol  ain  praut, 

ob  sich  verrücket  hat  mein  haCu)t^ 
20.  pfuch  dich,  d$t  tetst  mirs  vil  zu  laut. 

4. 

1.  Bis  will, 

bis  will 

komen,  du  wnnikitcher  schöner  hört, 

du  pist  mir  lieber  hie  dann  dort, 
5.  nü  lisp  mir  zu  ain  freuntlfch  wort. 

Und  ber, 

und  wer 

ich  dort,  wer  wer  dann,  lieb,  bey  dir  alhie, 

mein  hertz  dich  gentzllch  nie  verlie 
10.  dn  smertz,  du  waist  wol  selber  wie. 

Des  wol, 

des  wol 

mich  ward  vil  mdr  dann  hundert  tausent  stund, 

mich  trost  dein  rosolochter  mund, 
15«  der  lost  aus  swöres  hertzen  punt. 

Vil  freud, 

vil  freud 

und  wunne  ir  pmder  leib  alldft  be^t, 

bis  raid  der  abent  zuher  yat,* 
20.  an  laid  schied  sich  ir  paider  wdt. 

iiZZYin. 

.1.  niertz 
rieh, 
prich, 
sich 


197 

smertz  dringt 
6.  and  zwingt 

hie  sfyt  und  pringt 

natürlich  lieb, 

ich  ymmer  ach 

lieh 

ich  grymmiklfchen  sduvy, 
12.  frey, 

gesell,. 
14.  wenn  dein  -treu  bedencken. 

2. 

1.  Hon  mein, 

dein 

ain 

bort 

mort 
6.  mir  gail,   . 

unhail, 

das  sail 

ich  schreiben  tun  an  wäge  schilt, 

wild 

mild 
12.  mein  h^z  b^riffeit  Mit 

quat, 

matt 

nü  snell 

geliick 

jpuck 
18.  mir  lieb  verrencken. 

1.  Tod  maid^ 

laid 

schaid, 

not 
^  röt 
6.  dein  mund, 


198 

trdsl  wuad, 

die  hund 

der  stymm-mir  nie  boU  laaffen  süss, 

pus$ 

muss 
12.  mir  freuden  werden  an 

wän 

man 

gesell 

nye  •  ^ 

lye 
18.  plausen  auff  /^chrencken. 


i. 
1.  liieb  dein  verlanngen 

hat  umbfangen, 

nnergangen, 
4.  wiss,  frauy 

trau, 

schau, 
7.  mich  trosst  dein  eilende. 

?. 
1.  Dein  lieplich  pösseh 

hat  beslossen 

freuntlich  gössen 
4.  die  zang,' 

lang, 

wang, 
7.  mit  suessem  wellende. 

3. 
i.  Ey  was  sol  das, 

mit  geren  pas 

ich  nie  versas 

4.  die  schrenck, 


i99 

weiick, 
lenck, 
7.  berizlieb,  mich  feilende. 


Crrasselick  lif  war,  hef  ick'  dick  verloren, 
all  dlse  lange  sutteu  summer  tyt,    . 
dat  gy  my  komt  tu  vorn 
so  left  myn  hert  in  grftt  yd  lyt. 

2. 
Geilicken  frö  all  telich  sunder  trauren 

tut  yd  freuen  län  eynig  minen  lit 

dat  gscholick  nit  verluren, 

mit  willen  gschin  dein  ewig  wiff. 

3. 
Freuntifcher  gschat  das  slot  mut  gschin  verbunden, 

und  so  kaiserlick  wol  verrigelt  syr, 

£rst  hef  ick  freude  funden, 

und  weit  min  hert  kain  andern  myer. 


IiXXXI. 

r 

1. 

1.  Senlich  mit  hnger  zeit  und  weilvertraib 
'    Schaft  mir  ain  mynnikltches  beib, 

bann  ich  erwach  und  vind  ir  nit, 

die  mein  gebal^g  ist, 
5.  Traureo  mich  besleusset  gentzltch  uberal, 

und  m^ret  sich  mein  grösser  .qüftl^ 

so  mir  an  meinem  arm  geprist 

ain  schätz  an  argen  list, 
,  Huglich, 
10.  toglich; 


rdgltch 

wer  ich  sicher  gail, 
13.  wurd  mir  die  lieb  lioeh  aindt  zetail. 

2. 

1.  Ach  schaid(e)nf  it  pillre  bartz,  verderblich  krül, 

du  yerrest  mir  mein  liebste  brüt,    , 

der  ieh  vor  kaine  nie  gewan, 

so  gar  ftn  tad(e)l  wech. 
-5.  Furbftr,  ich  bolt,  wer  schaiden  biet  erdacht, 

das  im  hinfitr  kain  liebe  nacht 

von  kainer  frauen  wolgetän 

halt  nymmermer  beschech. 

Trauren, 
10.  tauren, 

lauren 

muB  ich  als  äin  kind, 
13.  bis  ich  die  zarten  Wider- vind. 

3. 

1.  Gesell,  geluck,  freud,  wunn,  hail  und  höchstes  g, 

nü  wendt  durch  got  mein  senlich  wee 

verniifftigklich  nach  weysem  rät, 

das  ich  dich  kurtzlich  an  schau, 
5.  Seyd  das  ich  gelauben  sol,  als  du  da  sprichst, 

dein  stete  lieb,  und  nicht  embrist, 

damit  dein  adeltche  s^t 

nlt  Frucht  odlicben  pau. 

Frantze, 
10.  glantze, 

spraUlze, 

waidelfche  jgröt, 
13.  vergiss  meiji  nicht,  halt  wie  e$  g^t.- 


9(H 


.1.  . 
1.  O  wuniklfches  pAradfs, 

wie  gar  zu  kostnitz  vind  ich  dich, 
für  alles  das  ich  hör,  sich,  lis, 
4.  mit  gutein  4iertzen  freust  dA  mich. 
Inbendig,  auss,  und  uberal, 
zu  muDsterling  und  anderswä 
regiert  dein  adellcher  schal, 
8.  wer  mocht  da  ymmer  werden  grab.         ^ 
Repeticio«  Vil  augenbaid 

in  mangem  hiaid 
siecht,  zierlich,  raid 
12.  sieht  man  zu  costriitz  prangen, 
¥on  miindUn  rdt 
ftn  alle  not, 
der  mir  eins  dröt, 
16.  mit  rosolochten  bangen. 

2. 
1.  Gepard,  wort,  beis,  an  tadel  specb 

schaut  man  durch  heugCe)ltchen  trk 

von  manger  stdltzen  frauen  bech, 
4.  sand  peter  Mit  michs  liegen  nit, 

Des  lob  ich  ymmer  preysen  sol 

andachtigitch  in  meim  gepet,' 

wann  er  ist  aller  ^ren  vol, 
8.  und  wer  mir  laid,  wer  anders  redt.    Repeticio. 

3. 

1.  Vil  zarter,  engelischer  beib, 

durchleuchtig,  schon  mit  liechtem  glantz 

besessen  haben  meinen  leib 
4.  all  in  der  katzen  pey  dem  tantz. 

Und  d^  ich  nil  vergesseii  U\ 

das  macht  ir  mynnikUeh  gestalt 

mit  dren,  lustlfch  freuten  spil 
6,  viiidt  inan  zu  costaiitz  nanigMt.    Repeticio. 


ao2 


T.irXTIfl- 

» 

1.  Für  allen  schimpf  des  ich  vil  sich 
zu  nür(e)iiberg,  frolfch  bestellt 
mit  dren,  sd  tut  freuen  mich 

4.  der  hader  wunikllch  gesellt, 
von  langer  lieben  frauen  schon, 
und  der  kain  tadCe)l  nie  geflucht, 
die  sich  dem  hader  machet  hon, 

8.  und  doch  kam  hader  nie  versucht. 
Repeticio.  Wol  auff,  gesell, 
wer  hadren  weM 
für  ungefell, 
12.  der  fleiss  sich  freuden  ungeswacht 
Auff  gleichem  tail, 
der  mag  sein  hail 
wol  machen,  gail 
an  alles  mall, 
17,  ob  er  den  orden  wolbetraeht. 

2. 

1.  Zucht,  ^r,  lob,  tugent  ist  ir  krey, 
wer  sich  der  regel  halten  wil, 
der  mag  dem  hader  bonen  pey 

4.  mit  aller  hendlin  freuden  spil, 
Unhaderlich  an  argen  schein 
frdlichen  fr^,  wer  das  verdacht 
der  mocht  wol  an  im  selber  sein 

8.  verurtailt  in  des  kaisers  acht.    Repeticio. 

3. 

1.  Wo  solher  scfaeitz  dn  argen  wän 
peynander  ist^  vernembt  den  syn, 
wer  mocht' näturltch  das  geldn, 

4.  er  wurff  sein  hader  auch  darein  (darin), 


303 

« 

Ob  yemani  das  verkftren  wolt, 
der  tet  nftch  seiner  groben  art, 
kain  frau  soU  im  nit  werden  holt, 

•  «  

8.  seyd  er  nicht  pessers  hftt  gelftrt.    Repeticio. 


1.    . 

1.  O  wunikltcher,  wolgezierter  may, 

dein  suess  geschray 

0.  pringt  freuden  mangerlay, 
besunderllchCeDn,  wo  zway 
an  ainem  schonen  ray 

6.  niütikltch  verhandelt  hän. 

2. 

1.  Grün  ist  der  wald,  perg,  aw,  gevild  und  tal, 
die  n^chtigal, 

3.  und  aller  yoglfn  schal 

man  höret  ftne  zal 
5.  erklingen  liberal. 

1.  Seyd  nü  die  zeit  wendt  frolich  ungemach, 

s6  wach, 
3.  lieb,  ach, 

zbär  mir  sol  wesen  gäch 

zu  hengen  der  hin  nach, 

der  ich  lang  nie  gesacli, 

7.  und  mich  ir  ermlin  beis  umbfän. 


i.  "VITach  auff,  mein  hört, 
es  teucht  dort  her 
von  Orient  der  Hechte  tag. 


204 

pliek  dareh  die  itfftb, 
5.  vemun  den  glantz, 
'  wie  gar  vein  plftb 
'  des  himels  krantz 
sich  mengt  durch  grab 
von  rechter  schantz, 
10.  ich  farcht  ain  Idirtzlfch  tagen. 

1.  Ich  klag  dasi  mort, 
das  ich  nit  ger, 

man  hört  die  voglhi  in  dem  hag 
mit  hellem  hal 
5.  erklingen  sch6n. 
ö  nachtigal, 
dein  speher  dön 
mir  prfnget  quäl, 
des  ich  nit  Idn, 
10.  unweipltch  mäs  ich  klagen. 

3.   ^ 
1.  Hit  nrlob  fort, 

deins  hertzen  sper 

mich  bunt,  seyd  ich  nicht  bleiben  mag. 

schtdltche  ndt 

5.  mit  trauren  bringt, 

dein  mundlfn  rdt 

mich  senltch  zbingt, 

der  pitter  tdd 

mich  mynder  dringt, 

10.  mich  schaiden  macht  verzagen. 


1. 
1.  Sich  manger  freut  daa-  lange  Jdr 

gtn  des  lieebten  mayeo  scheiB,. 


205 

und  alsA  hab  ich  kmh  geäln 
hört,  wie  es  mir  ergie. 

5.  Ains  alten  weihe»  nam  ich  bar, 
von  der  ich  körn  in  sweren  pein, 
und  heU  sis  halbäi,  wes  ich  ir  gan, 
sy  hanck  an  aiBem  knye^ 
UnrnUn  ist  ir  nam^ 

10.  des  ward  mein  ruc)E  wol  .ynnen, 
dö  sy  mich  zu  der  lieben  pracht, 
und.  ich  nit  mocht  entrynnen; 
unroeb  g^an  mein  armer  leib^ 
ich  wesst  nit  seiber  wie, 

15.  Fürs  gries  und  für  den  kram 
bard  mir  die  haut  erperet 
von  vieren^  die  des  nit  verdrds, 
got  wais,  Was  mich  emerel, 
drst  nttt  mick  sdr,  das  mich  ain  beib 

20.  gar  alt  s6  didk  empfie. 

2.- 
1.  Ich  köm  geriten  für  ir  haus, 

mit  ainem  vinger  winckt  sy  mir, 

ich  must  ye  hören,  was  sy  wolt^ 

das  bunder  mich  sl^r  pais. 

5.  D6  hub  sy  auff  an  allen  graus : 
hans  maier,  ich  wil  sagea  dir, 
die  ,tor(e)l  ist  dir  bunder  holt 
und  gert  dein  alsd  hais. 
Hein  herU  ward  freuden  vol^ 

10.  und  gailt  sich  dts^  mere. 

ich  sprach  tu  ir:  wer  d^u  abd, 
^rst  kani  ich,  wer  ich  were> 
seyd  ich  den  Irtuleia  noch  gefiel, 
und  daucht  mich  des  sd  frais. 

15.  Ir  treue  die  was  hol 

zwir  das  veruiBm  ich  klmne^ 

bis  das  ich  ivard  imh  knuMer  wfdd 


206 

gefuret  vast  unreine, 
zbftr  mir  gelang  sd  ttb(e)l  nye 
20.  in  kainer  solben  reis. 

3. 
1.  Ains  grossen  kriegs  nam  ich  mich  an 

mit  meinem  weih  auf  ainen  tag, 

und  wesst  nit  selber  wol  warumb, 

nur  das  ich  voa,.ir  kam. 

5.  G6n  sand  l^urentzen  solt  ich  gftn, 

und  das  bedorfft  nit  ander  Mg, 

der  kirchfart  nam  ich  klainen  frumm, 

und  bard  mir  wideizam, 

Als  ich  euch  das  bedeut. 

10.  ich  ward  gar  schön  empfangen, 
man  fürt  mich  in  ain  kamerlein 
s6  gar  an  als  verlangen; 
mir  stoltzt  der.mut  von  rechter  gir, 
und  grünet  als  ain  pam. 

15.  Man  legt  mich  m  der  prent, 
pett,  polster,  heiss  4eylachen, 
das  was  nach  lust  gezieret  wol, 
ain  pischoff  solt  Jch  machen, 
daraus  sd  bürden  ungern  vier, 

20.  die  kind  der  teufel  nen». 

4. 
1.  Man  sprach:  lebt  aller  sorgen  pues, 

also  trost  mich  der  alte  hund, 

damit  sy  in  die  tur  auff  sl6s, 

und  tiess  sy  zu  mir  gdn 

5.  Viegga  baniadat,  was  ir  griSs, 

der  teutsch  ich  nit  vernemen  kund, 

bis  das  .ain  aichfn  basser  grds 

von  ungern  mich  heran. 

Der  myn  ward  mir  gelont 

10.  mit  prugdn  und  mit  eysen, 

das  beib  und  man  die  peulen  sach, 


-.  ich  lopft  sein  nit  zu  beisen; 
den  maisten  schaden  ich  dö  nam, 
das  tet  ain  ungerischer  man, 

15.  Ich  wolt,  er  wer  gedont 

vol  zbischen  fleisch  und  palge, 
das  er  nit  m^  i^esprechenn  mocht, 
und  ob  es  tet  der  galge, 
es  wer  dem  reich  ain  klaine  schäm, 

20.  und  hiengens  alle  draa. 

5. 

1.  Vil  suesser  wort  mein  mund  in  gab, 
wie  hol  mein  heftz  des  nit  verjagh, 
das  sy  gefangen  ndmen  mich, 
und  daucht  mich  dannoch  gut ; 
5.  Sy  gerten  vast  der  meinen  hab, 
ärst^dd  m^rt  sich  mein  ungemach, 
yedoch  so  lebt  ich  sicherlich 
gar  vast  nach  yrem  mut. 
Bis  das  ich  von  in  yat 

10.  geprechen  mi{  dem  leibe,.   . 
dö  k^rt  ich  g^n  praunegk 
hinbider  vast  zu  meinem  beibe, 
sy  sach  mich  an  als  ob  ich  trug 
ain  pläben  eysenhut 

15.  Und  gsegnet  mir  das  päd 
mit  fluchen  und  mit  scheiden, 
ich  pat  sy  vast  auff  alle  treu, 
das  sy  es  nit  soh  läelden. 
sy  sprach;  das  sein  hie  alte  mer, 

20.  doch  junget  sich  ir  plut. 

6. 
1.  Wer  alten  belben  wol  getraut, 
der  nymbt  den  teufCe)!  zu  der  ee, 
secht,  alsd  ist  beschehen  mir, 
und  noch  vil  manishem  mär.  . 


f* 


»US 

5.  Man  sott  sy  paissea  in  der  luiut 
und  darnach  werffen  in  den  see, 
das  wer  ain  boehzeitllche  sier, 
der  werlt  ain  kostl!ch(e)  ^t. 
Zauberej  und  kupCe>lspil, 

10.  das  machen  sy  nit  teuer, 
es  Wirt  doch  ye  aine  versdrt 
Aiit^alnem  haissen  feuer, 
darumb  hab  ich  gediegen  giat, 
also  beschecb  auch  der. 

15.  Wann  in  ist  nichts  zavil, 
WO  sy  den  seg(e)l  wenden,    . 
das  prüft  man  an  dem  abenteuer  wpl, 
man  solt  sy  plenden, 
und  all  ir  helfiPer  swach  unfrut, 

20.  das  wer  meins  hertzen  ger. 


iizxzvn. 

1.  nfembt  war  der  schonen  plüede 
frude, 
müde 

ist  der  kalde  winder, 
5.  kinder 

schickt  euch  zu  dein  tantz, 
glantz 

zieret  lustlteh  des  maien  tenne 
Durch  manger  hendlln  varbe 
10.  garbe, 
marbe 

bSrtzlfn,  grüne  grasYy, 
wasly 
mit  den  plumlhi  gel. 


209 

15.  hei 

singt  die  nachtigal  weit  für  die  henne, 
Die  droi?ch(e)l  hat  ain  wett  getan 
mit  ainem  alten  rappen, 
»1  tichten  auff  des  mayen  pan, 

20.  und  gilt  ain. junge  kappen, 

vil  stoltzer  maide  wellen  dran, 
22.   das  wisst,  ir  raschen  knappenn. 

2. 

1.  Des  ward  ich  von  der  schonen 

honen, 

krönen 

wolt  ich  noch  ir  hertze, 
5.  schmertze 

kan  sy  benden  mir 

schir, 

und  benemen  alles  trauren  pitler, 

Die  mich'  so  verr  uorubet, 
10.  trübet, 

übet 

durch  vil  abenteuer. 

getreuer 

was  ichs^  ye  fr  knecht, 
15,  secht, 

desgeleichen  pin  ichs  nü  ir  ritter. 

In  yrem  dmst  dieweil  ich  leb 

sql  ich  mich  lassen  vinden,^ 

ob  sich  ain  klain  ir  biderstreb 
20.  bedacht  gutlich  zu  linden,' 

ich  trag  ain  pürd  swerlicher  heb, 
22.  wolt  sy  mich  der  empinden. 

1.  Ach  wolgemute  Maine, 


raine, 
saine 


14 


290 

ist  g^n  mir  dein  helffe, 
5.  gelffe, 

tapferiteh  gestallt 

walt 

meines  leiiis.^  aiiforGlilIlch  deiner  6ren. 

Mein  ritteriii^h  gesange 
10;  lange, 

pange, 

Idss,  frau,  ainig,  froRch 

joüch, 

lieb  erwecken  dich; 
15.  ich  ' 

nembs  für  gut,  woUtü  mich  noch  geweren 

Darumb  fch  in  dem  achten  jär 

mich  dicke  hab  gewunden 

mit  senikllchem  seuiTzen  zWir 
20.  und  pin  noch  unempunden, 

trost  mich  dein  mundlin  wolgevar, 
22.  6rst  h^t  ich^freude  funden.     ' 

4. 

1.  Aufrustigklfche  wunne, 

suitne, 

brunne, 

meines  hertzen  feuchte, 
5.  leuchte 

deiner,  euglin  klär 

gar 

michr  verzucket  m  der  liebe  sdiricke. 

So  mir  dein  heuptltn  naiget, 
10.  saiget, 

zaiget 

williktfches  gruessen, 

süessen 

bunsch  ich  da  enlpfäch, 
15.  nach 

meines  hertzen  last  bescheeh  es  dicke. 


211 

Dein  unvergessen,  fftti,  aikh'  ficbreib, 

wie  ferr  ich  pin  eilende, 

so  nähet  mir  dein  stoltzer  leib, 
20.  davon  ich  nicht  enbende,  <, 

ach  selten  «dien,  liebstes  beib, 
22.  wann  hat  die  not  ain  einde? 


1. 

1.  KunND,  liebster  man, 

meins  kibs  ich  dir  wol  gan 

In  abelän. 

kumm,  traut  gesell, 
5.  gliekllcb  fleuch  ungwril, 

kumm,  höchster  schätz, 

zu  tratz 

der  valschen  zungen  latz. 

kumm  schir,  meins  hertzen  laid  vertreib, 
10.  und  Irost  mich  vil  aimes  weib, 

dein  mimlick  leib 

rekbt  sjnii  und  mut 
13.  an  mir  für  aller  berlde  gut. 

2. 

1.  Dein  wort,  gepar 

ringt  all  mein  swer, 

frau  lieber  mer, 

seyd  mein  begert 
5.  ain  stoltz  beib,  Jungk,  hoch  und  werd, 

die  mir  das  hertz 

an  smertz 

verjungt  mit  liebem  schertz, 

gar  buniklichen  mänigfalt. 

10.  ir  myB'ikttdi,  schön  gestall  "* 

miMdit  midi  nit  «U, 

14* 


212 

und  pin  ergezt, 
13.  von  klären  eugifn  mich  benetzt. 

3. 
1.  Schaiden  mich  nott, 

dein  schaiden  mich  ertott, 

mein  eugifn  rott, 

und  pin  verzückt, 
5.  der  synnen  ploslfch  entruckt, 

mein  beipltch  zucht, 

die  frucht 

fleust  senlfch  ir  genucht, 

ob  du  mir  kurtzlich  nit  enschreibst, 
10.  und  selb  lang  von  mir  beleibst, 

wie  da  das  treibst, 

so  furcht  ich  s^r, 
13.  oder  ich  gesech  dich  nymmerm^r. 

UKXXIX. 

1. 
1.  Ich  hör  sich  manger  freuen  Iftt 

ain  yglich  frau  geporen  hdch. 

aus  welchem  landt  sl6s  oder  stat 

die  hurtig  sey,  das  wirff  ich  r6ch 
5.  zu  rugk  aus  meines  hertzen  grundt. 

was  ich  der  land  ye  hab  erkunt, 

dafür  liebt  mir  ain  rdter  mund 

von  swäben  her, 

bort, 
10.  fort, 

geper, 

persdn,  gestalt, 
13.  gemainiklich. 

2. 
1*  Ain  stoltze  swebin  das  bebart^ 

an  der  ich  nie  kaio  tad(e)  vand, 


213 

die  meinem  hertzen  ist  vermert 

für  aHe  die  ich  ye  erkant, 
5.  ir  eagtfn,  nas,  mund,'  kinn  und  kel, 

gformiret  schön,  darob  das  fei, 

r6t,  beis/aiA  klain  verpüchen,  hei, 

ir  ermlein,  hend, 

brüst 
10.  lust 

dn  end, 

hert,  weis  vermftlt, 
13.  gar  rainiklich; 

3. 

1.  Klaln  in  der  mitt,  ain  dicken  sitz, 

keyff,  rund  verb,elbt,  schön  underspreutzt, 
zbaj  diechHn  waidelicher  hitz, 
zu  tal  die  painltn  unverscheutzt, 
5.  mit  ainem  fusslin,  smal  und  klain, 
klug  untersetzt,  ir  wand(e)l  rain, 
unstrefflich  ist  der  werlt  gemain. 
der  rechten  miss, 
mit, 
10.  sitt, 
tun,  läss 
,  hat  gebalt 
13.  gantz  ainiklich. 


1.  Zergangen  ist  meins  hertzen  wee, 
seid  das*  nü  fliessen  wil  der  snee 
ab'seuser  alben  und  aus  flack, 

4.  hört  ich  den  mosmair  sagen, 
Erbachet  sind  der  erden  tunst, 
des  mtren  sich  die  basserrunst 


214 

von  cai»t(e)lr(in  in  den  eysack, 
8.  das  wil  mir  wol  behagen. 

Ich  hw  die  vo^tn,  gros  ^ind  klain, 
in  meinem  i)ald  umb  hanenslain 
die  rausick  prechen  dui^ch  die  kel, 

12.  die  schariTen  notlein  j^chellea 
Auif  von  dem  ut  hoch  in  das  lÄ, 
und  hrab  zu  tal  schön  auif  das  fi 
durch  manig  suesse  slymm  s6  hei 

16.  des  freut  euch,  gut  gesellen. 
Repeticio.  Was  g^t  die  red  den  platscher  an, 
mein  singen  mag  ich  nit  gelän, 
wem  das  missval,  der  läss  mich  gön, 

30.  und  sey  mir  heur  als  verd. 
Ob  mir  die  faigen  sein  gevär, 
noc^i  trösft  ich  mich  der  frummen  zbär^ 
wie  bol  das  heuer  an  dem  jär 

24.  valsch  pose  muntz  hat  berd. 

i 

1.  Versbunden  was  meins  hertzen  quftl, 
dd  ich  die  ersten  nachtigal 
hört  lieplfch  singen  nach  dem  pflüg 

4.  dort  enhalb  in  der  matzen. 

Da  sach  ich  vierstund  zBay  und  zbaj 
gepeten' schön  nach  ainem  ray, 
die  künden  nach  des  mutzen  fug 

8.  wol  durch  dye  erden  kratzen. 

Wer  sich  den  winder  hat  gesmuckt, 
und  von  der  posen  werlt  verdruckt,' 
der  freu  sich  gön  der  grünen  zeit, 
^        12.  die  uns  der  may  wil  pringen. 

Ir  armen  tier,  nü  raumbt  eur  hof, 
göt,  sacht  eur  baid,  gehabt  euch  wol, 

•■  perg,  aw,  und  tal  Ist  rauch  und  weit, 
16.  des  mag  euch  wdgrflngen. 


M5 


.  3, 

i.  Wo!  auf,  fr  flammen,  und  seit  gail, 
wer  6reii  pfligt,  der  wSnsch  un«  hall, 
kain  schand  jiyemant  glosieren  mag, 

4.  wie  scharff  man  sy  betrachtet. 
Es  ist  ain  alt  gesprochen  bort, 
recht  tifn  das  sey  ain  grösser  hört, 
wann  es  kumbt  alles  an  den  tag, 

8.  oti  ainer  des  nicht  achtet. 
Herr  cristan  in  der  obem  pfarr 
zbftr  der  ist  sicher  nit  ain  narr, 
wer  in  .wil  teuschen  auf  dem  stfick, 
12.  der  mäs  gar  fru  erbachen. 

Er  peitt  ain  weil  und  doch  nlt  lang,  . 
damfteh  s6  fiermt  er  aim  ain  bang, 
das  im  vergenn  sein  Talsche  tuck, 
16.  des  er  nit  mag  gelachen. 


xci. 

(Wteiiertiandschrirt.) 

i. 

1.  IITol  anf,  geselle»,  an  die  vart 
g^n  aogsburg  ^u  den  frewlin  zart, 
und  wer  i\  hat  ain  langen  parf, 

4.  der  mag  gewinne^  preysCe). 
auch  wer  desselben  lit  enhät, 
der  plaib  dahaim,  das  ist  mein  rät, 
oder  er*  mocht  werben  mat, 

8.  und  darczu  karczleich  greysCe). 

Sein  frewd  mocht  in^  wol  werden  gancz, 
ob  er  mocht  komeo  ai^  4^  taac?f 
all  zu  f}er  fr^wltn  gl^i^P^, 

r 

12.  die  di«€|(an  sich  s6  w#ys8. 


1 


216 

des  hab  ich  wol  genpmen  war,  ' 

d6  körn  ich  auiF  das  tanczhaws  dar, 
ich  trug  ain  part  gar  wolgevar, 
16.  der  geviel  in  schön  mit  fleyss. 

2- 

1.  Zwar  aiae  sprach:  sy  hett  den  sitt 
vormals  mdr  gesechen  nit, 
wann  von  der  gaiss  hielt  ich  es  mit, 

4.  es  dewehte  mich  geschwächt, 
daz  sy  mich  zu  der  gaisse  schaczt, 
mich  dawcht,  sy  wer  auch  vor  gehaczt, 
und  h^t  sich  mit  den  fuxsen.krac;^t, 

8.  also  hab  ichs  petracht.  ' 

Dö  wir  nach  der  snur  hin  sprangen, 
an  den  tancz  all  umb  hin  drangen, 
mich  daucht,  mir  wer  vil  |)ass  gelungen, 

12.  h^t  ich  des  barts  nit  bracht, 
den  solt  ich  haben  abgeschaben, 
do'ich  reiten  wolt  g^n  swäben 
zu  den  frawn  und  zu  den  knaben, 

16.  hett  ich  ßs  recht  pedacht. 

3. 

1.  Dy  sprach:  ich'  wer  'ungeschaffen,  ' 
und  gleicht  mich-  zu  ain^m  äffen, 
also  kan  sy  dy  gastltn  straffen 

4.  für  alle  die  da  sind, 

oder  dy  noch  künftig  werden. 

daz  kan  sy  auch  wol  umbhin  kerCe)n, 

in  den  sprang  hoch  von  der  erden, 

8.  nun  huczsch,  mein  liebes  kind. 
wie  wol  sy  kan  dy  liebe  dock, 
wann  sy  hftt  an  den  weyssen  rock, 
sd  vert,  umbhin  recht  als  ain  bock, 
12.  sy  ges^ier  oder  ich  wer  plind, 


217 

darumb  daz  ick  nicht  wol  gesich, 
zur  grechten  seytten  ungeltch, 
davon  s6  reyb  sich  nit  an  mich, 
16.  ain  narren  sy  an  nur  flndt. 


r 

CWienerhandschrift.) 

1. 
1.  Ajn  ^ren  schacz  an' tadeis  ort 

mort 

synn  und  mut  iii  senlfch  rick, 

dick 

schrick 
6.  durchgert  mir  s^l  und  leib. 

ach  weib, 

seyd  ich  mich  schaiden  so! 

von  dir 

sd  schyer, 

ich  byer, 
12,  mein  frau,  nicht  wöI. 

1.  Dein  leib  der  sol  mich  rewen  ye, 

me 

wol  dein  zorn  mich  betrat, 

wat, 

mat 
6.  ward  alles  mein  gemut. 

dein  gut 

die  klag  an  mir  ersach, 

dft  ward 

verkart 

anhart 
12.  mein' Ungemach, 


218 


1 
1.  0  schaiden,  ich  dich  klagten  muss, 

o. 

süss 

was  gän  mir  ir  straff,  zücht,  6r 
mör, 
1er, 
6.  ir  lieb  mich,  nye  begab, 
ich  hab 

verloren  meinen  trosl 
auf  erd, 
die  werd 
versfert, 
12.  und  unerlöst. 


3CCIII. 

(Wienerhandschrif^O 

I. 

1.  JLin  eilend  schyd     \ 

durch  zahers  flinA 

mir  bey  der  wyd 

verlegt  dea  tins, 
5.  der  frewden 
,   gewden 

ich  wol  mag. 

von  klag, 

sag 

trag 
11.  ich  baide  naeht  und  tug. 

ain  Mrang  beg6ss, 
der  ermlfn  zier 
mich  dd  besldss 
5.  mit  drucken. 


219 

sriiucken 
an  den  leib/ 
ach  weib, 
nicht  treib, 
schreib 
11.  mich  von  dir,  ich  bleib. 

3. 

1.  Urlob  s6  ndiii 

dy  mynikllch 

mit  lie];»er  zam, 

des  frow  ich  mich 
5.  verniinftig 

künftig 

kieicher  beyt 

an  leyd, 

neyd, 

meyd 
11.  mich,  fraw,  ain  klaine  zeit. 


XdV. 

(Wienerbaudschrift.'). 

I.     ^ 

1.  Rue  nit  sorgen, 

mein  verborgen- 

licher  schacz! 

sleius  dein  aagen  schricklich  2U 

g^n  des  liechten  tages  haez, 

im  te  tracz. 
7.  herczen  lieb,  es  ist  noch  frw, 

all  dein  trawren, 

lauren 

Ifts, 

freuden  ho£f  und  halt  die  mAss, 


220 

tustü  das, 
so  bistü  wol  mein. 
14.  ach  liebe  diren,  das  sol  sein. 

2. 

1.  Frau  thu  mich  straiFeiiv 

ich  vershffen  ' 

hab  die  stund, 

lucifer  verswunden  ist. 

ey  du  röselachter  mund, 

mach  gesund, 
7.  kör  dort  hie,  wo  mir  enprist, 

dein  haubt  naigCt), 

saig  ,    r 

auff  mein  hercz. 

ermlein  schrenck  sunder  smercz,  • 

treyb  den  schercz, 

der  uns  fraw  mach  gail.' 
14.  zart  lieber  man,  das  sey  mit  hail. 

3. 
1.  Der  glancz  durch  grebe 

von  der  plebe 

ist  entrant,     ^ 

ich  höre  voglin  done  vil.  , 

tag,  wer  hat  nach  dir  gesant? 

dein  gewant^ 
7.  unser  schäm  nicht  tecken  wil, 

zwar  dein  greys 

ich  preys 

doch  klain. 

gäten.  morgen,  liebstes  ain, 

nichi  s6r  wain, 

meiner  kunst  der  wort  schir, 
14.  mit  Urlaub,  fraw,  hail  wünsch  ich  dir. 


c^ 


Rellg^löse  und  moralisclie  Gediclite. 


xcv. 

1.  In  franckreich, 

yspanien,  arrigün,  castilie,  engelandt, 

dennmarch,  sweden,  beheim,  ungern,  dort 

in  pullen  und  afferen, 

in  cippern  und  cecilie, 
6.  in  Portugal,  gränäten^  soldons  krOn, 

Die  sCchzehCe)n  kunigreich 

hab  ich  nmbfarn,  und  versuecht,  bis  das  ich  vand 

mit  treuen  nur  ain  steten  hört, 

der  wil  mich  trew.geweren 

umb  meinen  dinst,  an  zweifeis  wee, 
12.  mag  ich  ir  nur  zu  willen  leben  schön. 

Doch  hab  ich  trdst,  ob  ich  ir  huld 

verWr  odCe)r  iren  suen, 

das  sis  nit  räch  nach  meiner  schuld, 

als  ander  frauen  tuen, 

und  sey  darinn  genedig  mir, 
18.  bis  das  ich  widerzam  ir  freuntschaflft  schier. 

1.  Kain  schöner  weib 
nie  menseh  gesach  mit  äugen  zwdr,  und  wer  sy  kent, 


222 

der  muest  mir  des  von  schulden  jehen, 

an  ir  ist  nicht  verhonet, 

ir  antlutz  prechent  als  die  sunn, 
6.  liecht  euglin  klar,  und  ainen  röten  mund. 

Wie  mocht  mein  leib 

nü  traurig  sein,  wenn«  ich  gedenck  von  ort  zu  endt, 

das  ich  die  rain  sol  aneseh^n 

vor  mir  köstlich  gekronet? 

ir  zarter  leib  geit  freud  und  wunh,. 
12*  ufid  wer  ich  siech,  isy  siaehl  mich  schir  g>es«<it, 

Zwar  ich  gewiinn  sein  kain  verdries, 

mocht  ich  irsab  erkösen, 

das  sy  mich  in  yrCe)n  garten  Hess, 

dö  sy  swantzt  dut*ch  die  rösen, 

und  wurd  mir  d6  ain  kreutzlln  gruen 
18.  von  yrem  gunst,  so  wer  ich  freuden  kuen. 

3. 
i.  Vier  kunigin 

verkront,  von  den  mir  6ren  vi!  bescheken  iat, 

der  ich  fürbär  nie  wirdig  ward, 

und  mange  Fürstin  schone, 

die  mich  zu  schallen  mit  ir  pat, 
6.  wann  ich  mein  danck  volbracht  auff  aumem'knye, 

Als  ichs  besynn: 

so  ist  mein  frau  hoch  für  sy  :aU(e)  mit  kiuegem  ]i&% 

geworcht  nach  ädelicher  art, 

das  mensch  nie  suesser  dooe 

auff  kainer  zung  vemomen  hat,  ^ 
12.  wann  sy  ir  stymm  ye  fneuntlicJi  iioren  lie. 

Sy  tempfft  die  gantzen  musica 

mit  grösser  resonantz, 

die  recht  mensor  appisitft, 

all  nöten  hol  und  gantz 

Iftt  sy  erzittren  durch  ir  kel, 
18.  das  es  ^Uiftgt  in  «let^es  herlien  sM, 


383 


4. 

1.  Und  wer  paris, 

Venedig,  pruck,  tomaschk,  und  die  trippel  in  barbarey, 

mit  perlein  golt  als  überstreut, 

und  jenau  vol  carfunkel, 

und  persolon  mit  diamant, 
6.  und  munipolirs  vol  aller  maisler  kunst : 

Dennoch  wer  sis, 

die  diesen  schätz  swar  ubenvlg,  mit  6ren  frey, 

die  mich  zu  manger  stund  erfreut, 

wo  ich  in  trauren  tun<^kel 

durch  tausent  maschen  pin^^^verbant, 
12.  sd  lost  sy  mich' aus  mangetoi  tieffen  mnst. 

An  tadel  rain,  diemüetigkßch,   • 

mit  aller  tugenthait 

in  allem  wandel  zuchtigkltch, 

s6  herscht  die  sphone  maid; 

um  trauren  geb  ich  nit  ain  strd, 
18.  wil  sy  mir  wol,  so  furcht  ich  nyemands  dr6.  . 

5. 

1.  Ach  frauen  schar, 

es  wer  wol  zeit  ain  uriob  solt  kh  vou  euch  Uli, 

ewr  leib  betreugt  mich  also  sdr, 

mein  tröst  ist  euch  unmare, 

mein  dinst  der  lauft  nur  binden  nach,  ^ 

6.  seyd  mir  die  weiss  durch  praunen  part  aufdringt. 

Ich  ho£F,  die  klär, 

die  zart,  die  rain,  die  mynigkli<Ji  und  wolgetdn 

wel  an  mir  halten  we^plich  Sr, 

ob  ich  sy  nicht  besware, 

und  wendt  mir  lieplich  angemach. 
12.  dieselbig  lieb  mich  allzeit  pillig  zwingt; 

Ir  kaiser,  kunig,  herzQg,  £reyen, 

dinstman,  wer  sy  sein, 


234 

darüber  wil  ick  gewden,  greyen 
mit  der  frauen  mein, 
und  die  ir  trew  an  mir  nit  bricht, 
18.  ob  ich  dien  mit  willigklfcher  pflicht. 


zcnn. 

i. 

i'  IKVer  ist  die  da  durchleuchtet 

für  aller  sonnen  glantz, 

und  keucklfchen  durchfeuchtet 

uns  den  verdorten  krantz? 
5.  wer  ist  die  voran  dem  rayen 

fürt  den  tantz, 

und  dem  vil  zarten  mayen' 

pringt  seinen  pflantz? 

Ain  edle  junckfrau  kldr, 
10.  die  zwar 

furbär 

ain  sun  gepar, 

der  keuschlich  ain 

ir  vater  was, 
15.  magtlfchen  rain. 

sy  des  genas, 

selb  dreyen,. 

freyenn 

ünitäs, 
20.  davon  wir  sein  getrost, 

erlost  • 

22.  von  scharpiFer  helle  gier. 

2.  . 
1.  Wer  kan  die  magt  volzieren 

nach  ftdeltcher  art, 

auif  erd  kain  lieber  dieren 

zbftr  nye  geporen^  wart. 


225 

5.  ey  du  traut,  mynnkltche,  ketfsChb 

creatur, 

dein  klftrhait  glantzet  ftn  geteusche 

über  alle  figür, 

recht  als  der  Hecht  rubein 
10.  ftit  pein 

pringt  schein, 

durchsichtig  vein, 

sein-  undertän 

in  goldes  runst, 
ISf.  der  6ren  van, 

mit  vollem  gunst. 

trivallen, 

schallen 

sunder  planst, 
20.  sd  wil  ich  von  der  zarten 

warten 
22.  gndden  schier. 

3. 

1.  Wer  ist  die  rös  an  doren, 

davon  man  list  und  sagt, 

und  die  den  grossen  zoren 

all  aber  rugke  tragt? 
5.  wenn  sy  uns  an  dem  jüngsten  tage 

machet  Ids 

aus  manigfaltigkltcher  klage, 

michel  gros, 

wem  denn  der  schössen  saii 
10.  dn  mail 

mit  hail 

schon  wirt  ze  tail 

ain  drum,  der  hat 

dich  frau  erkant, 

15.  der  helle  pfdd 

wirt  im  entrant. 

15 


226 

ey  kläre 
wäre, 
Schildes  rant, 

20.  erbrich  des  teufeis  sper, 
sein  ger 

22.  versetz  im,  junckfrau  zier.     amen. 

xcvn. 

1.  Gesegnet  sey  die  frucht, 

tranck,  essen,  wein  und  pröt 

von  gol, 

den  magtltch  zucht 

gepar, 

furbär 
7.  selbdritt  ain  durch  uns  laid  den  töd. 

Der  ymmer  lebt  an  end, 

ye  was  an  anefangk 

sein  leiplich  speis  uns  hie  send 

schier, 

wann  wir 

in  diesem  leben  werden  kranck. 
14.  Des  hilff,  fraw  krön, 

kyrieeleysön , 

Vater,  heyliger  gaist 

mit  deinem  sun, 

uns  gnäd  vollaist, 

und  nit  den  veinten  gunn, 

das  sy  uns  verlaitten  in  w6. 

21.  Amen!  Benedicit^I 

zcvin. 

1. 

1.  IKVol  au£f  alls  das  zu  hymel  sey, 
die  mynniklichen  wohnen  pey, 


227 

dem  alph(a)  e\  6  der  §ren  krey, 
4.  and  helft  uns  sagen  in  den  danek 
mit  suessem  englischem  gesanck 
umb  zymlich  essen  und  getranck, 
damit  er  speist  die  blodigkait 
8.  an  menschltchem  gesind. 

1.  Des  seyst  du  frau  an  argen  hatz 
gelobt  mit  deinem  höchsten  schätz, 
der  in  dir  wurckt  ain  freyeh  platz, 

4.  vor  dem  ich  sunder  mich  beklag, 
das  ich  in  ellentlicher  wäg 
vil  hän  verzert  unnutzer  tag 
in  diser  snoden  zeit  sd  brait, 

8.  die  mir  verlach  dein  kind. 

1.  Sd  ist  es  laider  vil  zu  spät, 
ich  rueff  in  engestlfcher  wät,  ' 
hilff  magt  mit  ganntzer  trtnitdt, 

4.  und  läss  uns  nit  der  helle  vas, 
so  bistüs,  frau,  der  ich  genas; 
des  sing  wir  ded  graciäs, 
mit  frid,  rew,  herr,  alle  s^len  beklaid 

8.  wo  sich  der  glauben  erBnd.     amen. 


1.  Der  Him(e)lfurst  uns  heut  bewar, 
got  und  sein  liebe  mueter  klär, 
die  eng(e)lschar 

4.  und  all  gots  heiigen  berde, 
Allmechtigkait  ub(e)r  alle  macht, 
und  der  alls  wesen  hat  bedacht, 
kSnstlfch  volbracht 

8.  in  him(e)l  und  auf  erde, 


15* 


228 

Der  sey  uns(er)  schilt  vor  aller  not, 

beschirm  uns  durch  sein  marter  und  den  pittern  töd, 

das  plut  heilig  röt, 
12.  halt  unser  sund  ablasse. 

Läss,  herr,  dein  zor(e)n  nit  ergän, 

nach  unser  schuld,  bie  bol  wir  dik  verschroten  hän 

mit  tun  und  län, 
16.  dein  huld  durdi  suntlfch  rasse. 

2. 

1.  Geseg(e)n  uns  heut  altissimüs, 

darzu  der  mynnifcliehe  fluss, 

den  longinüs 
4.  mit  seinem  spiess  h^t  funden. 

Dasselbig  sper,  krdn,  nagCe)!  drey, 

st^  uns  vor  schaden,  schänden  frey, 

frid  hon  uns  bey, 
8.  und  die  heil(i)gen  TTunf  wunden. 

Verleus  dein  pitters  gallen  getranck, 

herr,  nit  an  uns,  wie  bol  wir  sein  der  Sunden  kranck, 

kreutzlicher  hanck, 
12.  erlös  uns  ebigl(e)ichen. 

Ich  bevilch  uns  heut  dem  l^eilgen  grab, 

und  dem,  der  sich  unschuldig  töten  darin  gab, 

marid,  hab, 
16.  hilff  an  dem  lesten  keichen. 

3. 

1.  Drivaltikait,  sun,  heiiger  geist, 

verslossen  in  ains  vatters  laist, 

seyt  du  nü  traist 
4.  die  macht,  krön  aller  fürsten, 

So  tail  dein  parmung  köstlich  gros 

mit  unser  sei,  benn  sy  gar  plös 

nach  äbrahäms  schöss 
8.  tut  seniklichen  dursten. 

Verheng  dem  teuf(e)l  nit  gebalt, 

das  er  uns  trieg,  verlaitt  durch  grewselteh  gesttdt, 


329 

bann  er  sich  apait 
12.  pey  unserm  krancken  leibe. 

So  wir  hie  räumen  ditz  eilend 

freuntlös  und  stumllch  vechten  n^ii  des  tddes  hend, 

ö  got,  das  end 
16.  uns  gnedigklfch  verschreibe. 


C. 

1. 
1.  Der  oben  swebt 

und  niden  hebt, 

der  Yor  und  binden,  neben  strebt, 

und  ewig  lebt, 

ye  was  an  anefange; 
6.  Der  alt,  der  jung, 

und  der  von  Ursprung, 

trilisch  gefasst  in  ainlitz  zung 

dn  misshellung 

mit  unbegriffner  stränge; 

Der  strengklich  starb  und  was  nit  t6d, 
12.  der  keuschlfch  ward  empfangen,  und  ib  alle  not 

geboren  rdt, 

weis  durch  ain  janekfraun  schöne; 

Der  manig  wunder  hdt  gestift, 

die  hell  erbrach,  den  teuf^^e)!  darinn  sör  ve^ifl, 

g^etult,  geschifft 
18.  all  bortz  durch  stamme&  tröne.     ^ 

2. 

1.  Dem  offen  sein 

all  hertzen  schrein, 

grab,  tad(e)lhafftig,  swach,  gut,  vein, 

das  er  dorCe)in 

sieht  allerlay  gedencke; 
6.  Dem  tun  und  län 

ist  undertAn, 


230 

die  himCe)IsterCe)n,  sunn,  der  man, 

der  erden  plan, 

mensch,  tier,  allei*  wasser  rencke; 

Aus  dem  all  kunst  geflossen  ist, 
12.  von  dem,  der  aller  creätür  durch  spehen  list 

zu  yeder  frist 

ir  zierhait  wurkt  schon  eusset; 

dem  alle  tier  zam  and  auch  bild 

hie  danckper  sein,  das  er  den  sämen  hat  gepild^ 

der  narung  milt 
18.  gar  baid(e)lich  vergreusset;  ^ 

3. 
i.  Der  himCe)l,  erd 

gar  unversert, 

hat  undersetzt  an  grundes  herd, 

das  wasser  k^rt 

darin  durch  fromde  rünste; 
6.  der  wunder  zal  - 

vil  tausend  mal 

wer  mßr  zu  singen  uberal  • 

mit  reichem  schal, 

sd  hindern  mich  die  ktinste. 

Der  mir  die  s61  klär  geben  hdt, 
16.  leib,  ^r  und  gut,  vernufft  und  kristenliche  wät, 

der  geb  mir  rät, 

das  ich  im  also  dancke. 

Damit  ich  all  mein  veint  verpau, 

baid  hie  und  dort,  das  mich  ir  kainer  nit  verhau, 

ö  keuschltch  frau, 
18.  dein  hilff  mir  darzu  schrancke ! 


CI. 

1.  Es  leucht  durch  grä 
die  vein  lasflr 


231 

diirchsichtigkltch  gesprenget, 

plick  durch  die  prd, 
5.  rain  creAtdr, 

mit  aller  zier  gemenget 

Breisitcher  van, 

dem  nyemand  kan 

nach  meim  verstdn 
10.  blassnieren  nur  ain  fuessel. 

an  tadeis  mail 

ist  sy  so  gail, 

wurd  mir  zu  tail 

Yon  ir  ain  freuntltch  gruess(e)l, 
15.  Sd  wer 

mein  swe» 

mit  ringer  bdg 

voUkomenltch  geschaiden, 

Yon  der 
20.  man  6r    . 

lobsingen  mag 
22.  ob  allen  schonen  mayden. 

2. 

,  1.  Der  tag  leucht  gogel— 

eichen  hei, 

des  klingen  alle  awen, 

dorin  mang  vogel 
5.  reich  sein  kel 

zu  dinst  der  rainen  fraiien 
*  Scherpffltchen  pricht, 

susltchen  ticht, 

tröstlichen  flicht 
10.  von  strängen  heller  stymme. 

all  plumlein  sprantz, 

des  maien  krantz 

der  sunne  glantz, 

des  flnnaments  h6h  klymme, 


im 

15.  Dient  schön 

der  krön, 

die  uns  gepar 
I     ain  sun  keusehltch  jeu  fiißiid^n, 

wo  wart 
20.  kain  zart 

junckfrau  so  kldr 
22.  ye  pijlicher  zu  gewdens. 

3. 

1.  Das  wasser,  feur,v 

erd,  luft,  wiadt, 

schätz,  kraft  des  edln  gest^n^, 

{die  abenteur,  .  »- 

5.  die  man  vindt, 

gleicht  nit  der  maget  raine, 

Die  mich  erlost, 

teglichen  trost, 

sy  ist  die  höchst  QiSisiy   . 
10.  in  meines  hertzen  klo^er^ 

ir  leib  so  zart 

ist  unverschart, 

ach  rainer  gart, 

durch  burtz  froltcher  oster, 
15.  Stö  für 

die  tur 

grauslicher  not, 

bann  sieh  me^n  haubt  wirt  sencken, 

gön  deinem 
20.  veinem 

mundlin  röt 
22.  so  tu  mich  lieb  bedencken. 


2SS 
CIL 

1.  In  sorift 

ain  praiten  hal 

hört  man  durch  grias  geschelle,     » 

des  fireunt  sich  da 

die  fnimimi  all 
6.  auff  erden  und  m  helle 

Der  neuen  mer 

wie  das  to  swer 

geboren  wer 

ain  sun  von  rainer  mdide.    s 

des  Wunders  plds 
12.  gar  s6r  verdrös 

den  teufCe)!  grds, 

das  er  durch  zornes  laide 

Prach  in  ain  mau(e)r  Ueff  wn  kluft, 

als  es  die  allen  jehen 

SU  belhleheme  ^b  der  g ruft, 
18.  die  sp.alt  hab  ich  gesehen. 

2. 

1.  0  reicher  got, 

kung  aller  reich,. 

herr  furste  aller  herren, 

der  lebentlg,  r^  (tdt?) 

auff  ertereich 
6.  vergangen  und  noch  werden, 

Wie.  bard  die  nacht- 

mit  armer  mtcht 

sd  bol  bedacht 

durch  dein  gotUdies  wunder, 

als  dich  an  mail 
12.  löblichen  gail 

mit  grossem  hail 

gepar  keuscbltdi  bemiid^ 


234 

Die  schdnste  junckfrau  wolgetAn, 
als  sy  ye  ward  erkoren, 
die  niust  ain  eilend  herberg  hftn, 
18.  dft  sy  dich  h6t  geporen. 

3. 
-1.  Ain  ochs  den  esl, 

tierltch  sipp, 

mit  freunischaft  tet  begeg(n)en, 

Yor  den  mit  vesl 

stund  ain  kripp, 
6.  darin  must  sy  dich  legen, 

Die  dein  genas, 

vor  der  du  säst, 

ir  herr  du  wäst, 

got  vatter,  und  sy  dein  mneter. 

Du  sy  beschoeff 
18.  von  veiner  prueff, 

sy  hat  den  rueff 

du  seyst  ir  kind,  sun  guter 

Freuntltch  veraint,  das*  ich  wolkenstain 

die  lieb  nit  kan  beklaiden, 

gotltch  gepurd  durch  magt  mensch  rain, 
18.  hilff  an  dem  lesten  schaiden. 


cm. 

1.  SEwär  idte  sCnd  pringt  neues  laid, 
des  wird  ich  tegltch  innen, 
umb  das  ich  leid  viel  grdss' arbeit, 

4.  dem  kan  ich  nit  entrynnen 
Wie  wol  der  leib 
von  ainem  beib 
mit  tddes  schred) 

8.  ist  in  der  erd  versöffe]^ 


235 

SA  Hl  ir  letz 
mit  scharffer  wetz 
und  schneller  hetz 

12.  mein  hail  auff  erd  erloffen. 

Ich  baten,  noch  geswymmen  kan, 
und  g6t  mein  pflueg  uneben, 
was  sy  mir  lieb,  laid  hdt  getdn, 

i6.  das  well  ir  got  vergeben. 

1.  Ain  pschaffer  aller  crefttür, 

herr,  mfti^ter  aller  fursten, 

der  sich  ndch  menschlicher  nfttür 
4.  liess  senikllchen  dursten, 

das  er  den  val 

Ton  ddftms  quäl 

mit  seinem  gräl' 
8.  loblichen  widerprachte, 

Til  pittrikait 

er  darumb  lait 

der  marter  brait    . 
12.  von  judischem  gesiechte. 

Ain  schätz  vand  er  mit  seinem  töd 

der  tiefflfch  was  verloren, 

danck  hab  sein  edl  blut  heilCi)g  rAt 
16.  von  rainer  maid  geboren. 

3. 

1.  0  vas  der  parmung  uberflus, 

das  nymant  kan  erschöpfen, 

ich  bdn  vermodelt  mangen  gus 
4.  mit  sundikllchem  trepffen 

von  anefangk 

ains  kindes  gangk 

bis  auff  die  schranck 
8.  schier  gen  den  fnnffzig  jftren, 

Das  ich  dein  huld 

nie  hab  vergult, 


»36 

mein  sünd,  mein  schuld 
12.  tu  mir  zu  grab  nit  sparen. 

Zwar  die  mich  reuen  ynnikltfih 

das  ich  die  hab  begangen. 

hilff  got,  den  ich  unbirdigklich 
16.  auflr  parmung  hän  empfange. 


u 

1.  Keudphllch  geboren 

ain  kind  so  kune 

von  räiner  maid, 

dai6  grösser  zoren 
5.  durch  ewig  süne 

hdt  erlait. 

All  unser  veint  an  zal 

sein. zu  mal 

schricklfch  s^r  erloschen 
10.  von  dein  kindlein  Uaine, 

sein.raine 

lautter,  vein  gedrosdien. 

Derselben  plueder 

freut  euch  brüeder^ 
15.  seyt  ain  mueder 

hat  die  ISed^ 

zu  geschockt, 

süss  gelocki, 

uns  zu  dem  rayen, 
20.  mayen 

zier  hat  er  gewalt. 

Und  alle  freude, 

ubergeude, 

burtzlein,  kreude,  ^ 
25.  laub,  gesteude, 


pluemen,  sprantz 
disem  tantz 
mag  nicht  geleichen, 
weichen 
30.  vor  des  rayen  schalt« 

2. 
1.  Ain  beib,  ain  dirCe)n, 

ain  maid,  und  fraue 

des  kinds  genas, 

wer  kan  volzieren 
5.  so  genaue 

des  degens  vas, 

Das  er  im  selb  erweit 

als  ain  helt 

frischlfch  er  darauid  sprangk 
10.  ftn  sorg,  wee,  sunder  mail, 

so  gar  gail, 

des  hab  er  ymmer  danclr. 

Des  grossen  bunder 

freut  euch  munder, 
15.  seyt  ain  zunder, 

pracht  besunder 

fewres  flunt, 

unertzunt. 

wer  hftt  die  macht 
20.  bedacht, 

der  alles  ding  vermag, 

Des  freu  dich  ymmer 

in  dem  zymmer, 

da  kain  tymmer, 
25.  trauren,  wymmer 

nie  hin  kam, 

nicht  enscham 

dich  rain  figür 

der  kur 
30.  von  dem,  der  in  dir  Ing^ 


238 

3. 

1.  Wer  mag  durchgriinden 

die  abenteuCe)r 

von  dem  jungen, 

aus  dem  erzunden 
5.  mit  gaistes  fewCe)r 

nie  gedrungen 

ward  seiner  werche  spur 

durch  kain  tur, 

sd  beit  volkomner  gib, 
10.  Unzallch  aus  der  mdss, 

sein  tun,  läss, 

gerecht  an  widerhab. 

gerumt  der  steren, 

dein  geperen, 
16.  und  das  m6ren, 

Sterbens  geren 

uns  ze  trdst 

hat  erlöst 

mit  deinner  fruchte 
20.  guffte 

von  dem  höchsten  pam, 

Die  von  dem  zorCe)n 

was  verlor(e)n 

das  ain  doren 
25.  stach  das  koren 

deiner  sät, 

die  du  yatt 

aus  deinem  garten, 

harten, 
30.  sey  wir  gnaden  gam. 

cv. 

1. 
1.  mein  sund  und  schuld  euch  briester  klftg, 

an  stat  der  alle  ding  vermag, 


239 

grob,  lautter,  schamrot,  vorchtltch  das  sag 
durch  andacht  nasser  äugen. 
Und  hab  ain  fursatz,  nfmmmdr 
6.  mit  fleis  ze  sunden,  wo  Ich  k^r; 
diemuetikltch  mit  willen,  herr, 
gib  ich  mich  schuldig  taugen: 
An  dem  gelauben  zweif(e)l  ich, 
pey  gottes  namen  swer  ich  vast, 
mein  vater  und  muter,  ^renreich, 
12.  v.ertragen  hab  mit  überlast. 

1.  Raub,  Stelen,  totten  ist  mir  gich, 
leib, .  6r,  und  gut  dem  menschen  nftch ; 
pan,  veir,  vast  tun  ich  ungemach, 
valsch  zeugnuss  fugt  mir  eben.    . 
Spil,  fromder  hab  wird  ich  nit  vol, 

6.  zöbrey,  lug,  untreu  tut  mir  bol^ 
verraterey,  prandt  gib  ich  zol, 
hdchvertig  ist  mein  leben. 
Vonn  geittikait  ich  seiden  ru, 
spot,  zom,  unkeusch  ist  mir  kund; 
überessen,  trincken  spät  und  fru, 
12.  trag,  neydig  als  der  esl  und  hund. 

3. 
1.  Die  sund  ich  haiss,  die  sufnd  ich  rdt, 

die  sund  ich  tu,  und  lerch  ir  stat 

gunstlich,  ni|  unterstee  die  tat, 

tailhaftig  an  rugltch  melden. 

Den  plossen  hab  ich  nie  erkant, 

6.  armen  durst,  hunger  nye  gebaut; 

kranck,  t6d,  geftmgen,  eilend  hfind 

kain  parmung,  nit  mag  velden, 

Unschuldigs  plut  vergossen  hdn, 

die  armen  leut  beswer  ich  sdr, 

ich  kenn  die  sund  von  sodomftn, 

12.  verdienten  Idn  mit  halb  gewer. 


I  VT  1         1   1.  1  O 

i 


240 

4. 

1.  Die  beishait  gpts,  vernufft  und  kunst 
gotllcher  rät,  gois  slerck^  inbrufist 
gotliche  vorcht,  gotliche  kunsl, 
gotltch  lieb  gat  nie  kande. 
Den  priester  ich  smach,  mein  ee  verbrich, 
6.  mein  tauff  und  flennung  über  sicl% 
gots  leichnim  ich  nym  unbirdigklfch, 
olung,  peicht,  puss  tul  mir  anda. 
Unbillig  armut,  ubCe)lhait 
treib  ich  durch  zeit  verloren, 
das  gots  recht  ftn  barmherzigkait 
i2.  ich  hass  nach  gnnst  mit  zoren. 

1.  Hein  sehen,  hören  suntlfch  prauch, 
mein  kosten,  smecken  lustltch  slauch, 
mein  greiffen  g^n  gedenck  verdauch 
unfruchtigklich  dem  herren. 
Der  himl  und  erd  beschaffen  hat, 
6.  und  bas  darine  bonlfch  stät, 
der  geh  mir  bolkenstainer  rät, 
auch  peichten  solt  ich  l^ren 
Durch  mein  gesangk  vil  hoveleut, 
und  mangen  ungebissen  mensch, 
die  sich  verfliegen  in  der  heut 
12.  recht  als  zu  beheim  tunt  die  gennss. 

1.  Darumb  hab  ich  die  zehCe)n  gebot, 

die  siben  tödsünd,  grosse,  röt, 

die  fromden  sund  an  allen  spot 

bekant  durch  rewlfch  schulde. 

Die  werck  der  heilCi)gen  parmung  rain, 
6.  die  gab  des  hell(i)gen  geistes  stain^ 

vier  rueffend  simd,  funff  synn  verain, 

0  priester  gebt  mir  huklel 


i 


24i 

I 

Darch  heilikait  der  siben  gab, 
sprecht  abifts  meiner  sunde, 
acht  selikait  ir  nembt  Aiir  ab, 
12.  das  ich  gaistlfch  erzunde. 


1. 

1.  In  Oberland 

ain  höher  kujn(i)g,  gewaltigklich  gesessen, 

vor  Zeiten  gantz  sein  her  verlos, 

paid  manne  und  auch  frauen, 

durch  zb6  persdn  dasselb  beschach, 
6.  darumb  das  die  zerbrächen  sein  gepot. 

Der  ward  gesandt 

von  seinem  Vater  verrltch  ungemessen, 

g^n  nidernland  er  in  erkös 

vil  aben teuer  schauen, 

die  er  versucht  mit  ungemach 
12.  verbegenlich  durch  mange  wilde  rot, 

gross  eilend,  armut,  frost  und  hitz 

mit  allem  hofgesind, 

geäultikltch  durch  gruntlds  witz 

laid  seiner  muter  kind, 

die  in  keuschltchen  hie  gepar 
18.  an  wee  und  mail,  das  sag  ich  euch  fürbär. 

?. 
1.  Sein  herltch  krafFt 

herscht  aller  macht  volkomenlfch  allmechtig 

dahaim  in  seines  vater  reich, 

wie  wol  er  hie  zu  lantide 

sein  zeit  vast  hertikltch  verdolt, 

6.  ee  das  er  an  dem  kreutze  laid  die  ndt. 

Senltch  sighafft 

was  sein  gemut,  an  underUs  lur  trechtig, 

16 


242 

zu  prechen  schier  die  vinstern  keick 

mit  seiner  aigen  hande, 

und  die  gerechte»  daraus  holt, 
12.  die  hie  nach  seinem  willen  baren  tdd. 

Gross  wunderzaichen,  suesse  l^r 

er  von  im  sehen  He, 

ee  in  begraiff  des  tödes  s6r, 

den  er  menschlichen  hie 

laid  von  seiner  aigen  creätür, 
18.  die  er  beschuff  in  menschlicher  figür. 

1.  Kain  guten  tag 

er  nie  betrat  in- vierdhalb.dreissig  jären, 

wie  wol  sein  macht  durchleuchtig  was,. 

die  nyemant  kan  durchgrijndeh, 

löblich  an  end  und  anefang 
6.  so  ist  des  fursten  ain  ebig  mäs. 

Es  ist  ain  frag, 

warumb  uns  wolt  isö  hertiklich  erären, 

der  himCe)l  schuff,  erd,  laub,  und  gras, 

all  creätür  erzunden 

lebentig  darin  mit  aim  gedanck 
12.  und  aller  gnaden  ist  ain  volle  sträss. 

Aquinas  thOmas  der  beschaidt, 

ain  kindlin  unversärt 

von  lieb  und  durch  gerechtigkait 

sich  gab  der  marter  swert, 

wie  wol  sein  vater  manigfalt 
18.  erlosen  mocht  den  val  durch  sein  gebalt. 

4. 

1.  Darumb  sd  pat 

der  hochgelobte  kung  vor  an  dem  perge, 

ee  im  sein  jünger  gab  den  kus 

mit  tufftiklichem  tröne, 

sein  vater  yniklichen  suess, 
6.  das  er  in  froite,  ob  es  mugltch  wer. 


243 

« 

Der  vorchte  wat 

was  engestltchen  von  des  todes  ferge, 

doch  gab  er  seines  billen  Aus 

der  väterlichen  krdne 

gantz  in  sein  hend  sSnlfcher  grus, 
13.  wie  wol  im  was  das  hertz  unmässlich  swer 

Als  er  ye  leiden  solt  die  pein 

nftch  totjfchem  gefert, 

dd  k^rt  er  zu  den  jungem  sein, 

die  slieffen  alsd  hert. 

er  sprach:  bacht  auff,  pett  mit  vemufft, 
18.  bann  ir  nit  bisst  tag,  zeit,  des  tddes  kunst. 

1.  In  dem  sd  köm 

jüdas,  der  seinen  herren  hdt  verftten 

mit  ainer  rot  der  jüden  schal, 

und  kusst  in  an  sein  wange, 

darumb  das  man  i»  kennen  tet^ 
6.  bann  er  ain  junger  was  ain  tail  gel. 

Der  wirdig  man 

j6süs  sprach  zu  dem^volk,  die  in  beträten 

mit  swertten,  spiessen,  äne  zal : 

wen  sucht  ir  so  gedrange? 

das  tu  wir  j6sum  näsar^th. 
12.  er  antbort  tugentllchen :  das  pin  ich ! 

Als  er  das  bort  gotlfch  vermelt 

aus  seinem  heiligen  mund, 

sy  vielen  in  das  garten  yelt 

all  rugkling  auff  den  grund. 

da  ward  geprufft  sein  mechtigkait, 

6. 

1.  Sein  löblich  mac^t 

darnach  verhieng,  das  sy  in  viengen,  stiessen, 
hert  punden,  rauften  aus  den  part, 
in  barffen  auff  die  erde 

16* 


244 

hassltch,  ellendfmit  g7*dssem  neid 
6.  bard  er  gefurt  in  aines  richters  haus. 

Diesselbig  nacht, 

der  YinstCe)r  ain  end,  kain  mund  nit  mag  besliessea 

das  leiden  von  dem  herren  zart; 

sand  peter,  der  vil  werde, 

verlaugndt  dreymäl  kurtzer^zeit 
12.  des,  der  uns  erlost  mit  seiner  marter  graus. 

Maria,  die  vil  raine  magt, 

unsäglich  bard  betrübt, 

als  ir  die  mer  ain  junger  sagt, 

hais  balnen  sy  da  übt 

umb  iren  seligen  lieben  schätz, 
18.  den  sy  empfieng,  gepar  durch  keuschen  latz. 

7. 

1.  Als  nü  ir  will 

an  im  erging  strengklich  durch  pos  behagen 

die  langen  nacht  bis  an  den  tag, 

sy  fürten  in  mit  gäben 

cayphä,  pilätd,  und  darnach 
6.  herödd  zu  als  ain  schcdltchen  man. 

Von  dem  noch  vil 

zu  singen  wer,  wes  sy  in  teten  fragen; 

er  antbort  in  mit  klainer  sag. 

das  gunt  in  s6r  versmähen. 

herddSs  in  im  selber  sprach, 
12.  er  ist  unbeis,  seyd  er  nit  reden  kan, 

Und  legt  im  an  zu  ungelimpff 

ain  torltch  klaid  berurt, 

aus  im  so  triben  sy  den  schlmpff. 

widrumb  bard  er  gefurt 

pilätö  für  pas,  ungestillt 
18.  durch  micheln  spot,  als  ainen  tdren  bild. 

8. 

•1.  Mit  grossem  stürm, 

und  ungefuegen  heulen,  schauren,  brausen 


245 

Hess  sich  der  kung,  kung  aller  kung, 

der  herr,  herr  aller  herren, 

gedultigklfch  recht  als  ain  lamp 
6.  pilfttd  smechltch  wider  weysen  für. 

Der  selbig  burm 

krenckt  sein  gewissen  von  des  kaisers  gros 

haimltch  in  seines  hertzen  drung, 

wie  wol  er  wcst  den  keren, 

der  Juden  häss  durch  valsche  wamp, 
12.  noch  Voigt  er  in-  mit  poser  wille  kur. 

Er  liess  in  gaiseln  permkltch 

an  ainer  seule  plös, 

von  im  das  plut  gar  ermklfch 

aus  seinem  leichnäm  flös, 

man  satzt  im  auff  sein  heyligs  haubt 
18.  ain  durnen  krdn  mit  hertem  druck  betäubt. 

9. 
1.  Aus  der  rfttschrauB 

bard  er  geweist  mit  pitterlfchem  smertzen 

den  Juden  für,  pilätus  stimbt : 

den  ewren  k&ng  hie  schauet! 

sy  sprächen:  kunges  hab  wir  nicht, 
6.  nur  ainen  kaiser,  dem  wir  sein  vermant. 

Spottltchen  sann 

s6  knieten  sy  für  in  mit  posem  hertzen 

und  drten  in  hämisch  vergrymt 

mit  valschem  gruss  geprauet: 

Av6  rex  jüdeörum !  spricht, 
12.  gegrust  ain  kung  der  jüden  hergesant ! 

Und  zeugten  valschltch  über  in 

ain  schaeherltchs  gericht 

lät  uns  den  achter  füren  hin 

zu  seines  tddes  pflicht 

unnd  schrieren  hdch  dd  mit  gebalt 
18.  piUtd :  an  kreutz,  kreutz,  in  kreutz  in  pald ! 


n 


10. 

1.  Er  wuesch  sein  hend 

und  sprach :.  ich  pin  ^n  seinem  löd  unschuldig. 

dö  ndmen  sy  den  herren  gut 

und  legten  im  mit  freuden 

ain  kreutz  auff  seinen  rugken  kranck, 
6.  das  er  allain  da  nit  getragen  mocht. 

Ach  bie  eilend  ^ 

sein  liebe  muter  nach  im  trat  geduldig, 

dd  sy  an  sach  ir  aigen  plnt 

gän  vor  den  swachen  leuten 

zu  seinem  tdd  durch  ploden  swan^k 
12.  mit  disem  kreutz,  das  swerltch  was  g^plocht. 

Als  sy  in  prachten  an  die  sXat 

und  er  ye  sterben  solt, 

da  plossten  sy  den  heiren  mat 

als  das  sein  vater  wolt, 

und  legten  in  da  sunder  schäm 
18.  ze  rugke  nider  auif  def  kreutze^  stam. 

11. 
1.  Drey  nagCe)l  murr 

ward  im  geslagen  durch  sein  hend  und  fuesse, 

kreutzltch  gedennt,  gespannt,  venbickt 

von  aim  judischen  manny. 

die  hamersleg  mariH  hört 

6.  und  drangen  dd  durch  yres.hertzen  s^l. 

Pehender  snurr 

ward  er  gesteckt  auff  hober  gar  uQsuess« 

sein  muter  er  da  aneplickt, 

die  er  bevalch  johanni. 

und  pflag  dd  schreien  dise  wort: 

12.  hely,  hely,  mit  lautter  stynime  hei. 

Mein  got,  mein  got,  wie  hast  du  schir 

verlassen  mich  in  töd, 

vater,  in  dein  hend  befilch  ich  dir 

mein  gaist  in  diser  ndt, 


347 

und  starb  da  an  der  menschlichait. 
18.  mir  wolkenstain  werd  dort  sein  nuld  berak! 

1.  Ain  plinder  j^d,  longfnus  hies, 

der  körn  mit  tinem  sper, 

in  sein  heiKg  »seilten  er  das  sties, 

biut,  wasser  drang  im  her, 

gar  an  sein  äugen  er  gesach. 
6.  got  ewiklich  sech  uns  vor  angemach,     amen. 


cni. 

1.  Wort  zu,  was  ellentltcher  mer 

ain  raine  frau  keuschlich  erfur, 

wie  das  ain  fürst  gevangen  wer 

der  himCe)!  erd  und  aller  rur 
5.  gewaltig  was, 

des  sy  genas, 

magt  vor  und  nach 

von  ainer  sprach 

avd,  In  maü  empfing,  gepar. 
10.  Ain  knecht  und  junger,  der  da  flöch, 

verkunt  der  frauen,  als  man  redt, 

wie  man  den  fürte,  gröblich  zöch, 

den  sy  liepltch  erzogen  h^t, 

mit  grösser  smäih 
15.  eilender  gich 

'durch  micheln  praus 

in  annas  haus, 

der  riditer  was  der  jüden  schar. 

Ö  frau,  wie  pitter  was  der  smertz, 
20.  den  da  empfieng  dein  keuschlich  hertz, 

als  es  erhdrt 

das  senlich  mort, 


248 

leib,  Tarb,  gestalt 
des  schridis  engalt, 
25.  das  du  kraftlose  nMersanck. 

2. 
1.  Unzalich  klag  und  senlfch  mat 

gedachtikltch  \yas,  frau,  «rlänbt, 

als  dich  vernuft  wJdramb  beträt, 

und  du  deins  kindes  ward  beraubt 
5.  durch  solche  leut 

der  ich  nit  treut,     \ 

die  in  valschleich 

an  bare  zeich 

verklagten  vor  des  richters  stab. 
10.  0  junkfraunltche,  raine  maid, 

mich  hundert,  das  dir  nit  erbrach 

dein  keuschltch  hertz  von  grossem  laid 

als  du  den  herren  hört  und  sach 

dieselbig  nacht 
15.  mit  grossem  pracht 

peinlichen  verch, 

durch  bort  und  werch, 

s^r  furdren  zu  des  tödes  grab. 

Ach  got,  wie  eilend  was  der  schein, 
20.  das  fliehen  von, den  jungen  dein 

sand  peter  zbär 

verlaugnet  gar, 

an  rü  und  rast 

eilend  du  bäst, 
25.  umbgeben  in  der  veinde  schranck. 

3. 
1.  Du  gots  erweite  creätür, 

durchleucht,  verheiligt  über  alle  beib, 

bie  mocht  dein  adelfch  nätür 

erzeugen  durch  ain  zarten  leib 

5.  den  grossen  schrick, 

und  scharffen  plick, 


24» 

des  gaisel  slag, 

von  dem  dft  lag 

gesbindltch  auff  die  erden  viel. 
10.  Wol  was  die  parmung  mich(e])l  grtfs 

von  menikltch  z«  sehen  an, 

das  man  dm  höchsten  fürsten  plAs 

an  ainer  seul  solt  gaiseln  Iftn, 

das  im  das  plut 
15.  von  solher  rut 

den  leib  verrot 

das  man  in  nSt 

gepnnden  mit  des  sailes  ziel. 

Zart  'mynniklfche  kaiserfn, 
20.  me  was  betrübt  hertz,  mut  und  syn, 

iö  man  verbünd 

des  himels  grund 

spotltchen  schaut, 

6  edle  praut, 
25.  wie  was,  dein,  lieber  sun  sd  kranck. 

4. 

1.  Hit  ainem  krantz  von  dornen  scharpff 
der  him(e)lfurste  ward  gekrönt, 
tielFltch  gedruckt,  das  sich  entbarff 
mit  plut  sein  antlütz,  haubt  betront, 

5.  swerlich  pebegt 
man  in  di  legt 
mit  grossem  valsch 
auff  seinen  hals 

ain  kreutz,  daran  er  sterben  solt, 
10.  Des  er  von  kraiickheit  nit  enmocht 
allain  getragen  von  der  erd, 
wann  es  zu  sberltch  was  geplocht,    . 
und  das  ersach  sein  muter  werd, 
in  seim  eilend 
15,  was  sy  behend 


2S0 

von  rechter  gir 

im  hilfflfch  schir, 

des  man  ir  nit  yerhengen  bolt. 

Bedenck  ain  yede  muter  das, 
20.  wann  sy  ir  kind  in  seiher  mftss 

sech  Yor  ir  stfin, 

und  darnftch  geen 

zu  seinem  tdd 

mit  solcher  not, 
25.  wie  s^r  betrübt  wer  ir  gedanck. 

5. 
1.  0  wee  die  eilend  bainlich  klig, 

der  man  nit  vil  gesohriben  vindt, 

allain  nur  als  die  frau  4ä  i^flag 

umb  ir  keuschlich  geboren  kind, 
5.  das  vor  ir  hals 

sein  plut  und  sbais 

köstlich  verr^rt, 

des  tödes  gert, 

mit  dem  er  uns  all  hat  erl6st. 
10.  Calvarte  ain  stat  genant, 

das  kreutz  sein  rast  daselbm  Mt, 

darauif  man  in  mit  füs  und  band 

schemltehen  plös  vernageln  tet, 

sein  leib,  gepain 
15.  in  ainem  stain 

gesteckt  an  parm 

sd  ward  der  arm. 

dst  flöst  du  martä  dein  trdst, 

Noch  was  er,  frau,  %u  dir  genaigt, 
20.  dö  er  dich  seinem  Junger  zaigt, 

die  hamer  klenek, 

und  gallen  trenck, 

des  speres  stich, 

martft,  dich 
25.  verzuckt,  helff  uns  sei«  kreittzlteh  hanj^.    ftmto. 


m 


1.  Ajn  aaefanfk 

ftn  gotltch  vorcht,  die  leng^  und  krancker  gbissen, 

und  der  von  sunden  swanger  ist, 

das  sich  aH  maifiiter  flissen, 

an  got  allain  mit  böh^m  lint 
6.  noch  mochten  sy  das  ^nd  nit  machen  gut. 

Des  pin  ich  kranck 

an  meiner  s^l,  zwar  ich  verklag  mein  sterben, 

und  pit  dich,  junckfrau  sand  katrein, 

tu  mir  genftd  erwerben 

dort  zu  marie  kindelein, 
12.  das  es  mich  haben  well  in  seiner  huet« 

Ich  danck  dem  herren  lobesao, 

das  er,  mich  alsd  gruesst, 

mit  der  ich  mich  versundet  hän, 

das  mich  die  selber  puesst; 

bey  dem  ain  yeder  sol  verstto 
18.  das  lieb  an  laid  diejeng  nit  mag  erg6n. 

1.  Ain  fwitn  pildt 

mit  der  ich  hän  mein  zeit  s6  lang  vertriben, 

wol  drewzeh(e)n  jftr  und  dannoch  m6r 

in  treuen  atet  belibei^, 

zu  willen  nftch  irs  hertzen  ger, 
6.  das  mir  auff  erd  kain  mensch  nye  liebers  was, 

Perg,  holtz,  gevild 

in  manchem  land,  das  ich  vil  hab  erriten, 

und  ich  der  gueten  nye  vergas, 

mein  leib  hdt  vil  eriiten 

nach  ir  mit  senikltehem  has, 
12.  ir  rOter  mund  h6t  mir  das  hertz  versehart, 


252 

Durch  sy  s6  hän  ich  vil  betracht, 
yil  lieber  hendlin  Ids, 
in  Freuden  sy.  mir  mani^  nacht 
Ycrläch  ir  ermltn  blds, 
mit  trauren  ich  das  uherbindt, 
18.  seyd  mir  die  bain  und  afhi  beslagen  sind. 

3. 
1.  Von  liebe  zwar 

hab  wir  uns  offt  dick  laides  nit  erlassen, 

und  ward  die  lieb  nie  recht  entrant; 

seyd  das  ich  lig  unmässen 

gefangen  sdr  in  yrem  pand; 
6.  nü  stSt  mein  leben  krenckllch  auff  der  wftg. 

Hit  haut  und  här 

sd  hat  mich  got  swerlich  durch  sy  gefeilet, 

von  meiner  grossen  sünden  schein 

des  pin  ich  ubersnellet. 

sy  gibt  mir  puess  und  sendltch  pein, 
12.  das  ich  mein  not  nit  halb  betichten  mag. 

Vor  ir  lig  ich  gepunden  vast 

mit  eysen  und  mit  sail, 

durch  manchen  grossen  überlast 

empfrombt'sy  mir  die  gail. 

o  herr,  du  kanst  wol  richten  sain, 
18.  die  zeit  ist  hie,  das  du  mich  puessest  raini 

1.  Kain  weyser  man 

mag  sprechen  nicht,  er  sey  dann  uhvernu(u)fftig, 

das  er  den  weg  nicht  wandern  well, 

der  im  sol  werden  kunfftig; 

wann  die  zeit  pringt  gluck  und  ungevell 
6.  und  pschaffen  ding  furbdr  nie  bard  gewant. 

Des  siinders  pan 

die  ist  80  abenteurltchen  verrichtet 

mit  mangem  hübschen  klugen  latz, 

kain  maister  das  voltichtet, 


253 

wann  got,  der  yedem  sein  gesäte 
12.  wagUchen  misst  mit  seiner  heylCi)gen  handt. 
~   Er  eyfert  man  und  freuelein, 

auch  alle  creätür, 

er  will  der  Hebst  gehalten  sein 

in  seiner  höchsten  kur; 

wer  das  versaumbt,  des.sund  gereiffl, 
18.  er  henngt  im  nach,  bis  in  ain  latz  ergreifft. 

1.  Lieb  ist  ain  wort 

ob  allem  schätz;  wer  lieb  nützlich  volbringet; 

HA  uberbiiitet  alle  sach, 

lieb  got  den  herren  twinget, 

das  er  dem  sunder  ungemach 
6.  gantz  wendt,  und  geit  ym.  aller  freuden  tröst. 

Lieb,  suesser  hört, 

wie  hast  du  mich  unlieplkhen  geplendet, 

das  ich  mit  Heb  dem  nie  vergalt, 

der  seinen  tdd  volendet 

durch  mich  und  mangen  sunder  kalt; 
12.  des  wart  ich  hie  in  grösser  sorgen  röst. 

Hiet  ich  mein  lieb  mit  halbem  fueg 

got  nutzlich  nach  verzert, 

die  ich  der  frauen  zeitltch(en)  trug, 
*     die  mir  ist  also  hert, 

sd  für  ich  wol  dn  alle  sundt. 
18.  6  wertltch  lieb,  wie  swer  sind  deine  pundt! 

6. 

1.  Erst-rewt  mich  sSr, 

das  ich  den  hab  so  frevelfch  erzürnet, 

der  mir^sö  lang  gebiten  hat, 

und  ich  mich  nye  enthurnet 

von  meiner  grossen  missetät; 
6.  des  wurden  mir  funlF  eysen  latz  berait. 

Nftch  seiner  ger 

s6  viel  ich  in  die  zw^n  mit  baiden  fuessen, 


654 

in  ainen  mit  dtm  teng^ken  am, 
mein  dawmen  muessten  puessen. 
ain  Stachel  ring  den  hats  erwarb, 

12.  der  wurden  funff  als  ich  vor  hab  gesait. 
Also  hiels  mich  mein  frau  9»i  fileis 

mit  mangem  hertten :  druch, 
ach  husch  der  kalten  efrmltn  weis, 
unliepifeh  t^as  ir  smnck. 
was  ich  ir  klagt  meins  hertzen  laid, 
18.  ir  parmung  was  mit  klainem  trdst  berait. 

7. 

1.  Hein  hertz  das  swindt 

in  meinem  leib  und  prieht  toh  grossen  sorgen, 

wann  ich  bedenck  den  pittern  t6d, 

den  tag,  die  nacht,  den  morgen. 

ach  wee  der  engestlfchen  ndl, 
6.  und  wais  nit,  wo  mein  arme  s61  hinfert. 

0  marlä  kind, 

^6  stee  mir  wolkenstainer  pey  in  noteii, 

damit  ich  for  in  deiner  huld, 

failff  allen,  die  mich  toten, 

das  sy  gebuessen  hie  ir  schuld, 

13.  die  sy  an  mir  begangen  haben  hert. 
Ich  nym  es  aüff  mein  sterben  swer, 

'sd  swer  ichs  doch  genueg, 
,       das  ich  der  frauen  nie  gevar 

von  gantzem  hertzen  trueg. 

schaid  ich  also  von  dieser  werlt, 
18.  sd  bitt  ich  got,  das  sy  mein  nit  entgelt. 


cnt. 

i. 

1.  IV  ach,  menschlich  tier, 

praiich  deiii  vet'nufft,  ir  frauen  und  auch  gier 


r 


355 

wie  pist  du  gar  erplunsen  so 

in  deiner  sanden  wanne, 

das  dt  nix  fSrchst  des  herren  drö, 
6.  der  dir  dein  leib  und  sdl  verlihen  Mt. 

Lauf,  suech  in  schir, 

es  vinstert  pald^  dieweil  du  magst  gesehen, 

und  sol  dich  yraant  machen  Ids, 

das  mus  durch  in  beschehen. 

er  brach  die  heU,_die  nie  gefrds, 
12.  zwar  sein  gewalt  all  mugltch  sach  durchgdt« 

Die  sunn,  der  man,  der  steme  krantz, 

den  bluemlein  auff  der  haid, 

den  gibi  er  varb  und  Hechten  glantz; 

pey  manger  eug(e)Iwaid 

sieht  man  sein  wunder  mieb(e)l  swer, 
18.  wer  nit  gelauben  bolt,  das  got  nit  wer. 

1.  Wer  habt  den  himl 

und  die  erd,  das  wasser,  grdsse  staine? 

was  pringt  den  tonCe)r,  snee  und  windt? 

das  firmament  allaine, 

mocht  uns  bedeutten  gottes  kind, 
6.  der  seiner  mueter  vater  ist  und  man. 

In  tieffer  tyml 

s6  freit  er  visch,  damit  sy  nit  ertrincken ; 

er  habt  die  vogel  in  der  höh 

das  sy  nit  abher  sincken; 

er  zieret  perg  und  tal,  die  lob 
12.  mit  mangem^  klaid,  das  nyembt  erdencken  kan. 

Wer  nert  das  wurmlin  in  der  erd, 

das  reblln,  jung  und  marb, 

wann  yater  und  mueter  von  in  kdrt 

und  fleucht  sein  weisse  varb? 
.das  tut  gots  herrschafft  gros  und  lanck, 
18.  sein  macht  gewan  nye  end  noch  anefangk. 


256 


3. 
i.  Der  aller  frucht, 

mensch,  tier.  und  vich,  ain  unterschaid  kan  geben, 

das  ains  dem  andern  nit  geleicht, 

der  gndd  mir  an  dem  leben, 

und  weis  die  fraun  gutlicher  peicht, 
6.  in  der  gebot  man  mir  zerbricht  die  schin. 

An  weiplich  zucht 

kumbt  sy  mir  seiden  ymmer  aus  den  6ren, 

wie  sy  die  parschafft  von'  mir  drang, 

&y  tut  mich  vil  betören 

und  das  sy  als  ain  zeisel  sung, 
12.  zwar  meinen  schätz  den  hat  sy  pald  dahin. 

Was  ich  sy  man  der  lieben  mer, 

die  sy  ainst  an  mich  lait, 

und  das  sy  mir  ain  eysen  swer 

von  meinen  fuessen  tet, 

und  Hess  die  andern  dannocht  stän, 
18.  damit  traib  ich  sy  verr  von  mir  hindan. 

4. 

1.  Dabey  sd  merck, 

wertliche  lieb,  wie  pald  sy  hat  verpranget, 
wer  ich  ainst  hundert  meyl  gewesen, 
ir  leib  biet  mich  erlanget, 
damit  ich  wer  durch  sy  genesen, 
6.  nü  tut  sy  mir  den  grossten  ungemach. 
Der  paine  sterck 

spant  sy  mir  herter  ein,  wann  ainem  pferde, 
das  ich  darauff  nit  mag  gestän, 
mit  gröblichem  gevarde; 
s6  ward  ich  ir  gefangen  man, 
12.  mein  wolgetraun  ir  kirchfart  ubersach. 
Mein  dawmen,  arm,  dazu  den  hals 
hat  sy  mir  ein  gesmitt. 
d  frau,  wie  pitter  ist  dein  sals ! 
sy  swecht  mir  mein  gelid, 


2517 

6rst  hab  ich  fanden,  was  ich  siiecht, 
18.  nü  i^dt  sein  giHt,  der  mir  den  rock  ye  tueoht. 


i.  IVann  ich  befracht, 

strefflfch  bedenck  den  tag  durch  scbariFs  gemuete, 
der  credtüren  unterschaid, 
ir  iibCi^)!  und  ir  guete : 
86  vind  ich  alns  in  solhem  kläid, 
6.  des  ubl,  guet  nyembt  verpessern,  bosern  mag. 
Ich  hab  gedacht, 

der  slangen  baubt^  davon  Johannes  schreibet, 
wie  in  der  werlt  kain  poser  friicht- 
sich  auff  der  erden  scheibet; 
vil  poser  ist  unweiplich  zucht 
12.  von  ainer  schonen  posen  frauen  plag. 
Man  zeinet  leopart,  lewen  wild, 
den  puffe!,  das  er  zeucht; 
der  ainem  wejb  die  hawt  abfiit 
und  sy  die  tagend  fleucht, 
noch  kund  man  sy  nit  machen  zam 
18. -ir  üble  gift  ist  aQer  werlde  gram. 

1.  Wirt  sy  geirt; 

s6  kan  sy  nyemt  mit  höchfart  uberwuetten; 
ist  sy  Tersmacht,  sd  tobt  ir  mut 
gCe)Ieich  des  meres  flueten; 
armt  ^  an  wirden  oder  an  gut, 
6.  s6  ist  sy  doch^der  pdshait  allzeit  reich. 
Ain  weib  entert 

das  päradfs,  das  ädam  ward  geschendet, 
matüsalem,  der  starck  sambsön, 
geswechet  und  ge{flendet  - 
von  weihen,  david,  sdlomön 
12.  durch  frauen  sind  betrogen  firaveleich. 

17 


258 

Aristotil^s,  ain  maister,  gross, 
ain  weib  in  ubersehrait, 
zwar  seiner  ^kunst  er  nit  genös, 
höflichen  sy  in  rait.     - 
kunig  allexander,  machtig  hon, 
18.  von  frauen  viel,  nnd  absoldn,  der  schon. 

6  6 

1.  Ain  schon  pos  weib 

ist  ain  gezierter  strick,  ain  spic^  des  hertzen, 

ain  valscher  freunt,  ^der  augeo  wont, 

ain  lüst  truglicher  smertzen.  ' 

des  ward  heliäs  verr  versandt, 
6.  und  Joseph  in^den  kercher  tieff  versmlU. 

Ain  heiiger  leib, 

hies  sand  Johanns  baptistä,  ward  enthaubet 

durch  weybes  räch,  davor  uns  krist 

behüet;  auch  ward  betäubet, 

gefangen  durch  ains  beibes  list 
12.  der  von  wolkenstain,  des  hanck  er  mangen  trit. 

Darumb  s6  rät  ich  jung  alt, 

Siecht  poser  weihe  glantz ! 

bedenckt  inwendig  ir  gestalt, 

vergifflig  ist  ir  swantz, 

und  dient  den  frummen  frewlein  rain, 
18.  der  lob  ich  breis  fur^  all  karfunkelslain. 


CXI. 

i. 

1*  Hör,  kristenhait, 

ich  rät  dir  das  mit  bruederlichen  treuen, 
du  hab  got  lieb  für  alle  ding, 
es  Wirt  dich  nit  gereuen,    ' 
und  wildü,  das  dir  wol  geling, 

6.  dein  willen  k6r  von  irdischem  gelust. 


259 

Wer  liebe  traft      * 

zu  got,  von  dem  sy  kumbt,  daran  sy  haftet, 

s6  wirt  der  wille  pald  geschickt,     . 

das  er  teglichen  trachtet,    • 

wie  er  die  liebe 'darzu  ficht, 
12.  das  sy  nit  werd  geferret  gotes  prust. 

Des  schonen  glantz,  der  suessen  zeit, 

und  untrew  diser  werlt, 

lag,  hochfkrt,  spot,  has^  zorCe)n,  neyd 

gatlfche  lieb  nicht  nrelt, 

kain  schätz,  freud  gegenburtiglfch,^ 
18.  begert  sy  nit,  wapn  gots  von  himelrtch. 

2. 

1.  Unsauber  schäm 

der  werlt,  davon  ist  gotUch  mynn  geschaiden, 

kaia  schfdung  zwischen  ir  und  got 

beschicht  nit  von^  in  paiden. 

hochfart,  unkeusch,  der  geittig,  spot 
6.  darüber  istsy  gfintz  erhaben  hOch. 

Mit  widerzam 

wil  sy  nit  hören,  sehen,  greiffen,  smecken 

kain  woUust,  der  ir  fleischlich  ist, 

den  kan  sy  lieplfch  decken. 

den  leib,  die  werlt,  des  tewfels  lust 
12.  wirfl^  sy  ze  rugk  allzeiten  gröblich  roch 

Sy  twinget  parmung,  michel  grds, 

herabher  «us  dem  tr6n, 

•ir  handwerch  bard  nye  werch  genös,     . 

gut  ist  ir  tagldn;' 

so  sich  entzundt  der  mynne  räch 
18«  gaistlich,  dft  smiltzet  laid  und  nngemach. 

1.  Wer  gaistlich  prunst 

mit  arbait  lieplich  in  sein  hertz  well  stössen, 
der  wach,  »6  er  dick  gern  slieiT, 
pett  pörhaubt,  vasten-,  pdssen 

17* 


260 

sein  hertz,  bedenck*gots  leiden  tlelT 
6.  auir  baren  knyen,  auch  halt  darinn  ain  mtes. 

Fleisch,  beines  lunst 

tegltchen  meyd,  maslichen  nym  die  speyse, 

das  er  den  hnnger  zymllch  puess: 

sd  mag  die  lieb  ir  weyse   . 

gaistlich  in  im  gewuroken  suess. 
12.  sein  äugen,  perg,  das  antlutz  plaiqhen  lAss, 

Den  leib  mit  armuet,  frost  und  liitz 

pett  narllch  auff  das  strö, 

wie  leyden^kumbt  von  gottes  bitz, 

gedultig  sey  des  frö, 

wann  leyden  swennt  der  sunden.gall, 
18.  des  lig  ich  wolkenstainer  in  der  faU. 


cxn. 

1.  Ich  sich  und  hör, 

das  manger  klagt  verderben  seines  gutes, 
80  klag  ich  nur  die  jungen  tag 
verderben  freyes  mutes, 
wes  ich  vor  zeiten  dannn  pflag, 
6.  und  klain  enphand,  dö  mich  die  erde  trug. 
Mit  krancker  stör  f 

haubt,  rugk,  und  pain,  hend,  fuess  d«8  .alter  meldet, 
was  ich  verfravelt  hab  ftn  n6t; 
herr  leib,  den  muetwill  geldet 
mit  plaicher  varb  und  äugen  röt, 
12.  gerump£Pen,  grab,  ewr  sprung  sind  worden  klueg. 
Mir  swirt  hertz,  mut,  zung,  und  die  trit, 
gepogen  ist  mein  gangk, 
das  zittern  swecht  mur  alle  glid, 
0  weel  ist  mein  gesangk. 


261 

dasselb  quintir  ich  tag  und  nacht, 
18.  mein  tenor  ist  mit  rumpffen  wol  bedacht. 

1.  Ala  knm  weias  htr, 

von  locken  dick,  hdt  ainst  mein  haubt  bedecket, 

dasflelb  plassnirt  sich  swartz  und  grab, 

von  schildenn  kal  durchsch^cket. 

mein  rAter  mund  wil  werden  pläb, 
6.  daramb  was  ieh  der*  lieben  widerzam. 

Plod,  nngevir 

sind  mir  die  send,  und  dauni  mir  nit  zu  keuen, 

und  h^t  ich  aller  werlde  gut, 

ich  kund  ir  nit  vemeuen, 

noch  kaufen  ainen  freyen  mut, 
12.  es  widerfur  mir  dann  in  slaffes  tram. 

Mein  ringen,  springen,  laufen  snell 

hAt  ainen  widersturtz,  . 

für  singen  huest  ich  durch  die  kel, 

der  Atem  ist  mir  kurtz, 

und  ging  mir  not  der  kuelen  erd, 
18.  seyd  ich  pin  worden  swach  und  schir  unwerd. 

3. 
1.  Ach  Jungeling, 

p'ey  dem  nym  war,  trost  dich  nit  deiner  schone, 

gered  noch  sterck,  helt  dich  embor 

mit  gaistltchem  gedone.' 

der  du  yetz  pist,  der  was  ich  vor, 
6.  kumbst  du  zu  mir,  dein  .guttat  reut  dich  nicht. 

Für  alle  ding 

solt  ich  yetz  leben  got  zu  welgefallen 

mit  Tasten,  peten,  kirchengän, 

auf  knye  venien  fallen, 

s6  mag  ich  kainem  pey  bestftn, 
12.  seyd  mir  der  leib  von  alder  ist  enbicht. 

Für'  ainen  sich  ich  allzeit  vier, 

und  h^r  durch  groben  stain, 


262 

die  kindlein  spotten  mein  nü<  schir, 
darzu  die  freultn  rain; 
mit  änebitz  ich  das  verschnld, 
18.  jung  man  und  weib,  versaumbt  nit  gottes  bald. 


1.  Ich  spur  ain  tier 

mit  fuessen  brait,  gar  scharpff  sind  im  die  hören, 

das  wil  mich  treten  in  die  erd, 

und  stos'sltchen  durchporen.« 

den  slund  sd  hat  es  g^n  mir  k^rt, 
6.  als  ob  ich  im  für  hunger  sey  beschert, 

Und  nahet  schier 

dem  hertzen  mein  in  befundlichem  .getote; 

dem  tier  ich  nit  geweichen  mag, 

6  wee  der  grossen  note, 

seyd  all  mein  jär  zu  ainem  tag 
12.  geschwbert  sein,  die  ich  ye  hab  yerzeti. 

Ich  pin  «rvordert  an  den  tantz, 

dö  mir  geweyset  wird 

all  meiner  sünd  ain  grösser  krantz, 

der  rechnung  mir  geburt; 

doch  wil  es  got,  der  ainig  man, 
18.  so  wirt  mir  pald  ain  strich  dadunch "getan. 

2. 

1.  Erst  deucht  mich  wol, 

solt  ich  nur  leben  aines  järes  lenge 

vemüflPtiglich  in  diser  werlt, 

sd  wolt  ich  mangen  enge 

mein  schuld  mit  klainem  widergelt, 
6.  der  ich  laider  grds  von  stund  bezalen  tnuss.  ^ 

Darumb  ist  vol 

das  hertze  mein  von  engestlichen  sorgenn, 

und  ist  der  töd  die  minst  gezait. 


263 

6  sti,  wo  pist  du  m(Hrgen? 

wer  ist  ddn  t^dtch  anfentbalt, 
12.  wann  du  verraitten  solt  mit  haisser  pues;^? 

0  kinder,  freant,  gesellen  rain, 
.  wo  ist  ewr  hilff  und  rät? 

ir  Qembt  das  gut,  lAst  mich  all'ain 

hin  raren  in  das  päd,  , 

da  alle  mSntz  Kit  klainen  werd, 
18.  nur  gute  werck,  ob  ich  der  hiet  gemärt. 

3. 

1.  AUmechtigkait, 

an  anefang  noch  end,  bis  mein  gelaitte 

durch  all  dein  parmung,  gotltch  gros, 

das  mich  nit  uberraite 

der  luciper,  und  sein  genös, 
6.  damit  ich  werd  enzuckt  .der  helle  slauch. 

Maria  maid, 

erman  dein  liebes  kind  des  grossen  leiden, 

seyd  er  all  cristen  hat  erlost. 

sd  weU  mich  auch  nit  meyden, 

und  durch  sein  marter  werd  getrost, 
12.  wenn  mir  die  s61  Deust  von  des  leibes  drauch. 

0  werlt,  nü  gib  mir  deinen  Idn, 

trag  hin,  vergis  mein  pald, 

hiet  ich  dem  herren  für  dich  schön 

gedient  in  wildem  wald, 

s6  für  ich  wol  die  rechten  far. 
18.  got  schopffer,  leucht  mir  wolkenstainer  klär! 

CZIV. 

u 
1.  Miobltcher  got, 

gewaltigklicher  kunig  der  hym(e)l  tröne, 

ich  man  dich  alles,  das  ich  kan, 

yernym  mein  krancks  gedöne, 


204 

dein  willen  Iftss  an  mir  ergtn 
6.  alsd,  das  ich  nit  flies  dein  ewigs  reich. 

Mäch  ^eim  geböl 

gediiltigklich  ich  leiden  wil  zu  Aren 

der  pittem  marter,  so  dü'Iaid 

gedultigklichen  geren 

umbiinser  freud  und-^  saligkait, 
12.  die  weylent  was  verloren  ewigkleich. 

Ich  bin  umbfangen  mit  der  wät, 

darinn  ich  pSessen  soll; 

herr,  das  geschieht  nach  deinem  rit, 

zwar  das^  yemym  ich  wol, 

des  seist  gelobt  durchleuchtig  klär, 
18.  nftch^  deim  begern  pin  ich  willig  zwar. 

CWienerhandscbrift.) 

i.  Trawt  salig  weip, 

kewschliche  mait,  fraw,  müter  gottes  kinde, 

der  uns  durch  dich  all  hat  erlöst 

von  hellischem  gesinde, 

den  nym  ze  hilf  und  gib  mir  tröst, 
6.  damit  ich  nicht  verzag  in  meiner  aöt. 

0  swacher  leip, 

sundiger  palg,  der  wirt  hat  dich  elipbangen, 

ich  fSircht,  er  well  bezalet  sein, 

was  du  ye  hast  pegangen 

mit  deiner  grossen  sunden  schein,  (in  der  Hsft.  irrig  schem) 
12.  er  fodert  dich,  gib  mir  das  petten  bröt. 

0  hercz,  hftstä  ye  süss  erkant, 

dft  nym  das  sawer  für, 

pistü  zw  frewden  ye  gewant, 

dft  wider  trauern  spur, 

alsd  slach  ains  gein  andern  ab. 
18.  wirdiger  got,  wie  kostleich  sind  dein  gftb« 


265 


3. 

1.  Der  sorgen  reif 

■ 

hdl  meinen  lelp  zesamen  vast  gepunden, 

von  sorgen  swer  mein  herz  geswik, 

forcht,  sorg  die  hab  ich  fanden, 

durch  sorg  mein  haupt  genczMch  erschwilt, 
6.  grawsleiche  sorg  mir  dick  den  slaf  erwerl. 

Mit  umbeswaif, 

vier  mawer  dick  mein  trawren  hftnd  Verstössen, 

0  lange  nachl,  eilender  tag,« 

ewr  zeit  ist  gar  verdrössen, 

yil  mancher  schrick  kompt  mir  zw  klag, 
12.  dem  laider  hilf  von  mir  wirt  klain  beschert. 

66n  diser  weit  hab  ich  die  angst 

verschuldet  sicher  klain, 

newr  umb  den  got,  der  mich  vorlangst 

beschuf  von  wolckenstain, 

der  sey  mein  tröst  und  aufenthalt, 
18.  ö  fdlenberg,  wie  ist  dein  frewd  sA  kalt. 


CSV. 

(Wienerhandschrift.) 

I. 

1.  Du,  armer  mensch,  Ifts  dich  dein  sund  lue  rawen  sAr, 
6  hailiger  gaist,  gib  mir  des  heiligen  vaters  lör, 
das  ich  bedenck  ain  klain  die  macht  und  wirdich  ör, 
in  meim  gesanck  von  got,  dem  nicht  geleichet. 
Newn  kor  der  engel  dy  loben  in  an  underlaist  (underlasst), 

6.  in  lobt  dy  sann,  der  mdn  und  aller  stem(e)  glast, 
in  lobt  der  hymel,  der  alles  bösen  ummetast  (ungetast), 
und  was  darinn(e)  regniret.     Sein  name  reichet 
perg  und  auch  dal, 
des  vogeleyn  schal. 


266 

der  visch  im  wag, 
i2.  all  wurm  und  tyr, 

gelaubet  mir, 

was  ich  euch  sag, 

laub,  gras,  gevild, 

das  wasser  wild, 

die  .nacht,  der  tag, 
18.  erkennt  und  lobt  gott,  dem  der  teufel  weichet. 

2. 
1.  Seit  wir  nü  hören  aus  aller  maister  kunst  behendt, 

das  yecz  gescheut  in  seinem  wesen  got  erkent, 

dez  het  sich  maniger  herter  stftin  enczway  entrent, 

d6  er  enpbant  sein  schoffers  not  und  sterben 

Vil  frucht  auf  erd  und  dy  doch  unentphintlich  ist, 
6.  noch  ^rt  sy  got  durch  hübsch  geplSd,  und  kennet  krist, 

ein  yecz  gewachs  nach  seiner  zeit  als  im  ^y  frist 

ist  aafgesaczt  von  sein  frucht  zu  erwerben. 

Das  alle  kunst 
-  mit  reichem  gunst 

ain  mensch  pesass, 
12.  der  mynsten  plüm, 

und  war  sein  rum 

noch  ainst  so  rass, 

mocht  er  nicht  gancz 

mit  irenCm)  glancz 

natürlich  hass, 
18.  posnyren  schon,  scholt  er  des  liebs  (leibs)  verderben. 

3. 

(lansbruckerhandschrift.*) 

1.  na  alle  crefttür,  die  got  beschaffen  hät,^ 

sy  sind  in  wasser,  wind,  oder  auff  der  erden  phat, 

ye  danckper  ist  dem  herren  in  der  niajestät 

nur  umb  die  gnftd,  das  er  sy  hat  gformiret. 

Ach  tummer  mensch,  wie  ist  dein  hertz  dann  gar  s6  wild, 

6.  seyt  du  wol  waist,  das  dich  got  nach  im  hftt  gepild. 


267 

und  dir  rerliken  hAt  sein  gr6sse  gnftd  stt  mildt, 

gar  manigfeltigklichen  ungezelet. 

Er  hftt  dir  geben 

leib  und  leben  .  ' 

s61,  vemufft; 
12.  dir  dient  die  erd, 

fewCe>,  wasser, 

wirdigkl!ch(er)  laft. 

all  tier  wild,  zam, 

der  fruchte  tarn 

aus  tielTer  grufft 
18.  ist  dir  als  unterteniklich  gezieret. 

4. 
1.  Der  wölken  kratft,  das  firmament  mit  klarem  schein, 

und  all  die  fread,  als  sy  zu  himCe)l  mag  gesein, 

mersch,  die  gnäd  von  got  volgt  all  dem  dinste  dein, 

dannocht  well  wir  in  dencklich  nit  erkennen. 

Mit  seinem  leib  hat  er  uns  aas  der  hell  erlost, 
6.  des  sich^der  laciper  daselben  uh(e)l  tipst, 

noch  wirt  sein  heyliger  nam  mit  sweren  dick  berost 

von  mangem  man,  der  ich  euch  vil  wolt  nennen. 

Ach,  ädams  kind, 

wie  ist  so  plind 

dein  swacher  muet, 
12.  das  du  nit  kennst, 

(und)  ub(e)l  nennst 

dein  herren  guet, 
*  der  dich  mag  nem- 

en,  geben  haiss- 

er  helle  glaet, 
18.  und  lalle  freud  mag  er  dir  pald  entrennen. 

5. 

i.  0  heyiger  krist,  seyt  das  dein  macht  ist  ungezalt, 
so  wundert  mich  ob  allem  wunder  manigfalt, 
das  wir'^4iit  furchten  s6r  dein  zornikltch  gestalt, 
und  grosse  plag,  die  du  uns  magst  beweisen. 


888 

* 

Des  freat  sich  manger  gtisl,  der  dorl  Teratdssen  ward 
6«  von  hoch  der  him(e)l  hrab  su  tal  umb  sein  hftdifart, 

die  uns  verlaitten  tegltch  in  der  sSnden  gart, 

von  yrem  rtt  wais  ich  nit  lobs  zu  breysen. 

Weib,  and  auch  man, 

ir  schauet  an 

ewr  missetftt, 
12.  snell  puest  ewr  sundt, 

und  nit  enzunt 

euch  von  dem  rtt. 

der  pose  wicht 

manltchen  vicht, 

got  fru  und  spdt, 
18.  den  nym  zu  hilff  für  stah(e)l  und  für  eysen. 

CSTI. 

I. 
1.  O  werlt,  ö  w^lt,  ain  freud  der  kalten  mauer, 

wie  swer  du  pist,  deinlön  der  wirt  mir  sauer, 

seyd  dft  auff  mich  gefallen  UUt, 

u|id  druckst  mich  auff  die  erdenn. 
5.  Wertltche  freud,  ain  tuch  von  bittrem  ende, 

wer  dich  recht  kant,  der  kauft  dich  nit  behende, 

wil  er  icht  wesen  fromder  gast 

g6n  manger  frauen  werden. 

Was  hilft  mich,  das  ich  manig  ndcht 
10.  in  grossen  freuden  hftn  gewacht 

in  dreuzenthalben  Jären  ? 

nü  mus  ich  wachen,  seuffzenn,  zittren  ellenll(e)ich. 

all  heyligen  gut,  die  eng(e)l  in  dem  himebreic^ 

man  ich,  das  sy  mir  helffen  vast, 
i5.  mein  laid  zu  gut  eramen  (erftren?)« 

1.  Was  hilffl  Brich  nft  mein  raison  frSmder  lande, 
in  manig  kungreich,  das  mir  ist  bekande? 


269 

was  hilffl  mein  tiehten  und  gesaiick 

von  manger  kun(i)g!n  schone? 
5.  Was  hilffl  mich  manig  klughail  fromder  synne, 

seyd  ich  pin  worden  gar  zu  ainem  kinde 

und  mir  entweckt  mang  swer  gedanck 

vil  saha4tdier  done? 

Was  hilffl  mich  silb^  oder  golt, 
10,  seid  ich  mir  selber  seiden  hold 

mag  werdenn  wol  von  hertzen, 

das  mich  der  werlde  schein  sogar  betrogen  bat? 

ach  starcker  got,  in  kraft  der  heyl(i)gen  trinitdt, 

komm  mir  mit  deiner  hilffe  fang 
15.  in  seniklfchem  smertzen, 

8. 
1.  Ain  yeder  mensch  der  läss  sich  nit  belangen 

nftch  frenden  grOs,  damit  er  werd  umbfiingen, 

fSr  wftr  ich  mag  sein  borge  wesen, 

das  end  vnrt  im  gar  bitter. 
5.  Hat  ainer  got,  zwar  des  bedarff  er  hoetten ; 

ye  grösser  dr,  ye  m^rer  toben  nnd  wnetten ; 

der  neithart  liess  ainem  nit  ein  vesen, 

kom  nor  ain  ongewitter. 

Ich  s}ffich  es  wol  aoff  meinen  aid,. 
10.  ye  grosser  lieb,  ye  mtor  laid- 

kombt  von  den  schonen  fraoen, 
,  seyd  lieb  ond  laid  mit  freoden,  traoren  ist  gemengt, 

ond  zeit  ond  weyl  ain  senlich  schaiden  dft  verhengt, 

wie  mag  das  end  frdltch  genesen, 
15.  das  mocht  ain  yeder  schaoen. 

4. 
1.  Ist  ainer  jung,  sehän,  moetig,-  hdher  gaile, 

der  ander  starck,  gerad  ftn  alle  maile, 

der  dritte  weis,  er  wirt  ain  Und, 

konibt  er  zu  verren  tagen. 

5.  Manig  zier  and  lost  wolt  ich  noch  vil  eid^icken, 

das  sich  der  mensch  erfrenl,  noch  m&  er  krencfcen. 


2T0 

wann  er  der  langen  jdr  emphindt^ 

drst  tut  es  sich  gesagen. 

Seyd  uns  in  diser  kraneken  zeit 
10.  all  wertlich  freud  nur  pringet  laid, 

und  suess  ain  sauer  ende 

und  aller  lust  auff  erd  die  leng  verdriel^sen  pringt: 

so  wundert  mich,  warumb  der  mensch  nach  freuden  ringt. 

oSt,  weiser  man,  wie  wirst  du  plindt 
15.  in  allor  kunst  behende! 

5. 

1.  Ach  lieber  freunt,  werltch  ich  wolt  uns  rftten,   . 

mocht  wir  aus  disen  swacben  lusten  wdten, 

der  wir  natürlich  hie  begeren, 

und  paten  got  den  reichen, 
5.  Das  er  uns  wolt  vergeben  unser  sunde, 

und  unser  Jiertz  in  seiner  lieb  erzunde, 

s6  mocht  wir  wol  mit  gueten  6ren 

aim  yeden  furstenn  gleichen. 

Nu  unser  leib  zergencklfch  ist, 
10.  und  haben  weder  zeit  noch  frist, 

das  wir  uns  muessen  schaiden 

von  allen  lusten,  freuden  gut  und  dren  grds, 

und  uns  nicht  volgt,  wann  unsre  gute  werck  gar  blös. 

6  heiiger  geist,  weist  uns.  verhören, 
15.  und  alle  sund  erlaiden. 


CXVII. 

1. 
1.  llWenn  ich  mein  kranck  vemufft  nerltehen  sunder, 

und  vast  bedenck  der  tummen  werlde  wunder, 

der  ich  ain  tail  erfaren  hän, 

gesehen  und  gehöret: 

5.  86  wundert  mich  vor  allem  nicht  so  s6re, 

das  ich  mein  zeit  nur  lenck  nftch  gut  und  6re, 


i 


271 

nnd  dabey  nie  kain  rue  gewan, 

der  synn  bin  ich  bedoret. 

Ich  wais  wol,  das  noch  kumbt  die  stund, 
10.  und  biet  ich  aller  werlde  grandt, 

darumb  geb  ich  sy  geren, 

das  ich  nach  gottes  willen  leben  solt  ain  jär, 

der  ich  vil  manges  laider  uppiklichen  mvär 

in  Sunden  nie  wolt  widerstän, 
15.  so  mus  ich  sein  emperen. 

•   2. 

1.  Ich  bor,  das  man  vil  mangen  weisen  nennet, 

das  ei;  der  werlde  curss  ain  klain  erkennet, 

und  darauif  legt  teglichen  fleis, 

wie  er  des  werd  gehewer;  . 
5.  Sd  maynt  er  dann  der  selbig  hübsch  geselle, 

das  im  nit  schad,  noch  schell  kain  ungeve)le, 

er  mug  verk^ren  swartz  in  weis 

das  wer  aim  esel  tewer* 

Er  kan  sich  stellen  marterleich, 
10.  und  maynt,  das  ym  nymant  geleich, 

solt  er  es  halt  verkauffen, 

er  geb  es  umb  ain  Schilling  sicher,  naher  nicht, 

es  zeucht  sein  wän  zu  tdrhait,  als  petrarchä  spricht, 

in  aller  werlt  der  tören  breis 
15.  kan  nyembt  mit  zal  erlauffen. 

3. 

* 

1.  Man  list  und  sagt  uns  vil  von  alden  jftren, 

was  wunderzaichen  darinn  sind  erfaren, 

seyd  das  die  werlt  beschaffen  ist 

von  got  dem  allerhosten. 
5.  Man  vindt  auch  noch  derselben  wunder  gleichen, 

die  got  verbeugt  den  armen  und  den  reichen, 

pabst,  fursten,  herren,  den  ir  list 

Tor  unval  nit  mag  trösten, 

Wer  hoher  steigt  an  widerhab; 
10.  wer  mag  des  nit,  vellt  er  herab. 


272 

liess  isich  in  der  miU  beniegea, 
alsd,  das  er  sein  zeit  von  got  nit  feyren  lAss. 
was  hilft  ain  man,  der  vil  bedenckt  nur  ans  der  mäss, 
wil  es  von  got  nit  haben  frist, 
15.  wie  mag  es  sich  dann  foegen? 

* 

1.  In  vorchten,  schmertz,  in  hoffnung  und  in  freuden 

vertreib  ^ir  zeit,  davon  mag  ich  nit  geuden, 

seyd  das  all  sach  zu  diser  werlt 

kain  wesen  stat  befleusset, 
5.  Und  sich  das  gut  zu  argem  wald  verwandelt, 

und  arg  zu  gutem  iselden  widerhandelt, 

yedoch  das  sich  mit  bittrem  gelt 

das  end  strengkltch  besleusset. 

Hie  ist  gewesen,  hie  ist  nicht 
iO.  valsch,  untrew,  pose  Zuversicht 

wir  gftnenander  tragen, 

kind,  vater,  muter,  swester,  brueder,  all  geleich, 

mocht  wir  mit  liegen,  triegen  in  das  himelreich, 

so  wer  es  uns  ain  eben  velt 
i5.  den  jftmer  wil  ich  klagen. 

5. 

1.  Sich  manger  sent  nftch  grosser  kartz(e>weile, 

im  wer  ze  tun,  fund  ers  in  kanlBes  eyle, 

herwiderumb  all  seinen  schätz 

den  solt  er  darumb  geben. 
5.  Die  werlt  tracht,  wie  sy  gut  und  6r  errelsse, 

und  gibt  darumb  köstlichen  hört  mit  fleisse, 

das  sy  ir  zeit  an  widersat:^ 

verz^rt  mit  «wachem  leben. 

Gedenck  ain  mensch  mit  aigatschaff^ 
10.  geburd  and  end,  was  snoder  kraffi 

wir  haben  und  gewynnen, 

wen  wir  dort  ligen  zaanen  ids  die  affentier, 

kling,  kayser,  herzog,  grftfen,  all  geleiehen  mir. 


273 

Ml  ymant  guts  daDn  für  gehatzt 
15.  dn-  zwe\t((d)l  wir  das  vinden. 

1.  Ich  main,  das  wed(e)r  auff  wasser  noch  auff  lande 

nicht  leb  kain  wilder  tier,  der  es  erkande, 

wann  nur  ein  teglich  grober  mensch, 

dem  als  sein  tun  gevallet. 
5.  Ain  vich  begert  nit  mdr,  wann  es  verbrauchet, 

nach  seiner  art  natürlichen  verslauchet: 

s6  tu  wir  gleich  der  wetter  genss 

die  tegltth  wasser  snallet. 

Kain  tier  pitt  seins  geleichen  töd, 
10.  ains  hilSt  dem  andern  in  der  not. 

ee  das  ain  grober  trolle 

lit  ellendt  armut,  als  vil  manger  weyser  tut, 

er  Hess  ee  all  sein  freunt  hie  sterben  um  das  gut^ 

ob  im  davon  wurd  sein  gedens, 
15.  damit  er  lebt  in  schalle. 

7. 

1.  Freunt  wildü  weishait  tugent  an  dich  preysen, 

des  lä  dich  eilend  armut  unterweysen, 

dein  wilde  mag  wol  werden  zam, 

bistüs  von  guetem  stame. 
5.  Diemuetikait  und  ernst  seiden  meyde, 

Idss  höchfart,  bis  gedultig,  leb  an  neyde, 

sA  werden  all  dein  veinde  lam 

dort  in  der  helle  flamme. 

Frid  trag  in  deines  hertzen  grundt, 
10«  das  du  von  räch  nit  werst  enzunt 

wen(i)g  red,  ain  nutzes  sweigen 

los,  frag,  wes  du  von  guten  sachen  yrre  gftst 

trau  nicht  der  werlt,  ir  wand(e)l,  tun  ist  nur  ein  pldst. 

ho£Fhung  zu  got  dich  nit  enscham, 
15.  s6  mag  dir  freude  naygen. 


18 


' 


274 


i.  O  snode  werit, 

wie  lang  ich  leib  and  gut  in  dir  rersleLsse, 

80  vind  idi  dich  nur  eitel  swach  * 

mit  wort,  werck,  und  geperde. 

Der  antrew  bist  du  alsd  toI, 
6.  das  ich  das  ort,  noch  end  begreifen  kan. 

Yalsch  posen  gelt 

fiirstü  luglfch  tiSgltchen  gar  zu  fleisse 

mit  mue  und  arbait,  ungemach 

and  gröblichem  geverde. 

s6  ringst  du  näeh  der  helle  hol, 
i2.  das  klagt,  ir  tammen  frauen  und  auch  man! 

Teglichen  stick  wir  tag  und  nacht 

nftch  gut  und  wertlicher  6r, 

wirt  Uusex  will  darinn  vdbracht 

so  hab  wir  doch  nit  m^r, 

nur  klaine  speis  ui^d  swachs  gewandt 
18.  und  was  wir  guts  pey  dem  habCe>o  f&gesandt. 

i.  Vil  manger  sprichl: 

in  rechter  trew  sol  ich  in  allzeit  vinde« 
mit  leib  und  gut  zu  meim  gebot 
vest  ewigkitchmt  stlte,. 
kom  ich  mit  arnuit  in  sein  ha«s, 
6.  er  wolt,  ich  wer  ais  fuchs  in  ainon  heg* 
Klaia  z&rersidit 

wir  haben  sollen  zu  des  ftdams  kinden, 
nur  dienen  aim,  der  haisset  got, 
die  werlt  fürt  ungerate; 
darab  so  nym  dir  ainen  graus, 
12.  und  hoff  zu  dem,  der  dir  gehelffen  mag. 


275 

Ach  mir  erparml  maAg(er)  ^uefer  Man, 
und  ich.  mir  selber  auch, 
der  da  nit  reehf  4)edencken  kan, 
wie  gar  es  ist  ain  rauch 
der  werlde  dinst  mit  grösser  höt 
18.  was  ist  der  I6n,  wetin  man  spricht:  er  iit  tAdI 

3. 

1.  Kain  ermer  vich 

undCe)r  allen  tieren  kund  ich  nie  erfaren, 

nur  aines,  haist  ain  hofeman, 

der  geit  sich  gar  für  aigen 

dem  herren  sein  nmb  klainen  sold, 
6.  des  tat  ain  esel  nit  und  wer  er  frey. 

Reit,  slach  uad  stich, 

zuck,  raub,  und  prenn,  den  menschen  tu  nit  sparen, 

irym  ras  und  wagen,  henn.  und  han, 

g^n  nymant  tu  dich  naigen, 

gedenek  dein  herr,  der  werd  dir  hold, 
12.  wann  er  von  dir  sieht  solhe  stampaney. 
'  Dw  stee  vor  im,  trit  binden  nach, 

und  kapff  den  langen  tag, 

ist  er  ain  fürst,  für  in  sd  gäch 

das  er  dich  sehen  mag, 

sprach  er  zu  dir  ain  freuiitlfch  wort, 
18.  das  nembst  du  (St  des  faymel  fursten  hört. 

1.  Ir  vogelein 

und  midre  tier,  baid(e)  wilde  und  die  zamen, 

ir  traget  rechte  liebe  gar, 

geleich  kiest  sein  geleichen, 

gemahel  sein  gemsfhelein, 
6.  in  noten  sy  beinander  bleiben  stdn. 

Die  freunde  meiii, 

solt  ich  vor  in  verkrtfmben  unrf  eriamen, 

ee  das  mir  ainer  gab  seiu  tiar, 

18* 


276 

und  solt  mich  domit  reichen 

zu  meim  gesunt  dn  mailes  pein, 
12.  ich  must  vor  im  ee  als  der  snee  ergftn. 

Des  menschen  lieb  wer  gar  enwicht, 

die  ains  dem  andern  tut, 

het  wir  der  gib  nit  Zuversicht, 

und  hoffnung  umb  das  gut. 

mein  aigen  kind  gebunn  verdries 
i8«  west  es  die  leng  von  mir  nit  sein  genies. 

5. 
1.  Und  solt  ich  mir 

erwunschen  gar  nach  meines  hertzen  freude 

ain  leben  selber,  wie  ich  wolt, 

mit  hilff  all(e>  maister  synne : 

so  kund  ichs  doch  bedencken  nicht, 
6.  odCe)r  ich  must  die  leng  verdriessen  darinn  hin. 

Was  hilft  mein  gier 

zu  grossem  gut,  und  nach  der  6ren  geude, 

was  hilfft  mich  silber  oder  golt, 

was  hilft  der  fraiien  mynne, 

seyd  wertltcfa  fireud  pald  ist  entwicht, 
12.  und  wais  gar  wol,  das  ich  schir  mues  darvon. 

Turnier  und  stich,  lauf,  tantz  und  spring 

auf  ainem  weiten  platz 

mäch  kurtzweil  vil,  treib  hofltch  ding, 

verdra  dich  als  ain  katz^ 

und  wann  der  schimpff  alldä  ergät 
18.  gee  wider  dar,  so  vindst  ain  ode  stat. 

* 

6.  . 

1.  Ach  freunt  gesell, 

du  zweifei  nicht,  was  ich  dir  hie  wil  sagen, 

dien  got  von  gantzem  hertzen  dein, 

Idss  dir  die  werlt  nit  smecken, 

aus  yrem  lust  mach  dir  ain  spot, 
6.  sd  hast  du  freude  hie  und  dort  genueg. 


2T7 

Kain  ungefell 

läsa  dich  bekümmern,  das  dich  mach  verzagen, 

kain  truebsal  Idss  dir  pringen  pein, 

ob  leiden  dich  wil  wecken, 

das  ist  aim  snnder  gnäd  von  got 
12.  dieselbig  gnftd  zuckt  dir  der  helle  lueg. 

Wer  sich  den  zoren  pinden  Idt, 

der  gleicht  sich  ainem  vich, 

und  dem  got  hie  verlihen  hat 

funff  synn  vemünfftigkltch, 

das  ist  die  höchste  wirdigkait, 
18.  wer  weislich  vicht  in  widerwertigkait. 

7. 

1.  Mich  wundert  s6r, 

das  wir  auf  diser  werlt  so  vil  entpauen, 

und  sehen  wol,  wie  es  ergät. 

wo  sind  mein  freunt,  gesellen, 

wo  sind  mein  eitern,  vordem  hin, 
6.  wo  sey  wir  all  nur  über  hundert  jtr? 

Mich  wundert  m6r, 
.  das  ich  mich  nie  kund  mftssen  meiner  frauen, 

die  mich  sd  lang  betrogen  hdt 

mit  grossen  ungevell^n, 

mich  hat  geplent  mein  tummer  sin, 
12.  und  nie  bekant,  das  sy  mir  was  gevftr. 

Wir  pauen  hdch  auf  einen  tant 

an  heusem,  vesten  zier, 

und  tet  doch  gar  ain  siechte  wandt, 

die  lenger  werd  dann  wir. 

volg  bruder,  swester,  arm  und  reich, 
18.  pau  dort  ain  gschlds,  das  dich  werd  ebigkleich. 


«T8 


1* 

1.  Rain  freud  mit  klarem  berUen 

trug  ich  nie  ainen  tag, 

an  hoffnung,  vorcht  uQd  schmertzen, 

der^ains  mich  yd  bewag. 

vil  armut  ich  empfinde 
6.  tegltch  auff  diser  erd 

mit  mangerlay  gesinde, 

des  mir  das  alder  m6rt. 

Mein  freud  ward  nie  s6  michel, 

vil  grosser  ist  die  wart, 

wenn  piir  de^  tddes  sichel 
12.  die  zeitlich  fireu4  verkart. 

gut  hoffnuQg  tut  mich  waichen^ 

das  ich  ir  wolgetraw, 

ich  furch)  sy  werd  mich  laichen, 

wie  vil  ich  auff  sy  pau. 

S4  mich  der  smertz  begreiffet, 
18.  und  dent  mich  zu  dem  töd«  . 

freud,  hoffnung  von  mir  s]eiffet 

und  I^t  mich  \n  der  not. 

die  viurcht  kumbl,  wiß  ich  sterbe 

greuslicher  wird  die  kunat, 

das  ich  dort  nit  verderbe 
24.  in  engeatlicher  brun$t. 

1.  All  maister  uns  das  lesen 

aus  der  vi)  heiigen  gCe)schrift, 

das  kainer  mug  genesen 

wer  in  der  sunde  gist, 

todlichen  wird  erfunden 
.6.  an  peicht,  pus,  wäre  rew, 


8T9 

des  s61.  werd  dort  geschundea 
mit  mangerlay  gepreu. 
seyd  yegltch  sund  besunder 
gepuesset  wirt  swerleich, 
sd  nymbt  mich  ymmer  wander, 

12.  wes  ich  mich  selber  seich, 
das  ich  mein  tödlich  leben, 
hie  puesltch  nit  vertreib, 
und  läss  mich  aberstreben 
den  Israncken  snoden  leib, 
Mit  sund,  gros,  mitter,  klaine, 

18.  undswechltchem  gelust, 
vemufft  volgt  mir  unraine, 
und  all  mein  synn  vertust, 
das  ich  nit  wil  verschrencken 
den  gKFtigkliehen  wurm,, 
der  mir  die  sti  maint  krencken 

24.  scherfflfch  mit  hertem  stürm. 

3. 

1.  Ain  schätz  hab  ich  verloren, 
köstlich,  das  ist  mein  klag, 
und  tut  mir  ymmer  zoren 
umb  mein  vergangen  tag, 
der  ich  schir  hab  vertrieben 

6.  wol  sechs  und  vierzigk  jär, 
süntlich  darinn  beliben, 
das  reut  mich  sicher  zwar. 
Die  zeit  auff  erd  hie  pringet 
der  sä  mang  sweren  stös, 
die  zeit  auff  erd  hie  tbingef 
12.  von  got  genftd  s6  grds, 

die  zeit  schafft  freud  und  quäle, 
hie  nftch  des  tMes  zil, 
des  hästü,  mensch,  die  wt^le 
zu  nemen,  was  du  wil. 


280 

0  auserwellte  schrancke, 
18.  keusch  jungfraunUche  macht, 
mein  lob  dir  ymmer  dancke, 
seyd  du  ain  kindlein  pracht, 
das  uns  mit  seinem  leiden 
erlost  an  kreutzes  pam, 
ob  wir  nur  wellen  meyden, 
24.  was  im  ist  widerzam. 


CWoIkensteinerhandschrift«) 

1.  JLve  mater,  o  Maria, 

pietatis,  tota  pia, 

sine  te  non  erat  via 
4.  deploranti  seculo. 

Gracia  tu  nobis  data, 
quam  fidelis  advocata, 
celi  tronis  es  prelata 
8.  in  eterno  sollo. 

I. 

1.  Ave  mutter  kuniginne, 

miltikait,  ain  milderinne, 

an  dich  kain  weg  loblicher  mynne 
4.  g6t  in  waynender  weide. 

2. 

Gnaden  vol  an  uns  begynne 
wo  sich  ruift  geloblich  stymme, 
tron  der  himel  kaiserinne, 
8.  in  ewikleiehem  velde. 


281 


1.  a.  JFenner 

b.  besnaid 

c.  krist 

d.  i¥irdigklich, 

e.  drey 

f.  kiinig 
7.  g.  tnr 

a.  erhart 

b.  löblich, 

c.  dem 

d.  Stern 

e.  ejlten 

f.  snell 
14.  g.  hin 

a.  nftch 

b.  marceil, 

c.  anthohi, 

d.  priscam 

e.  sach 

f.  fabiftn, 
21.  g.  agnes, 

a.  vincentz, 

b.  vi! 

c.  kund 

d.  paul, 

e.  policarp, 

f.  hanns, 
28.  g.  gtildtner 

a.  mund. 

b.  zfind, 

c.  hornung, 

d.  breid  (1.  Hornung) 

e.  martftt 


f.  blAs 
35.  g.  schraib 

a.  agath, 

b.  dorotheft 

c.  lis 

d.  helen 

e.  poldn, 

f.  scolastic 
42.  g.  span, 

a.  das 

b.  worcht 

c.  voltein 

d.  und 

e.  juliin, 

f.  der 
49.  g.  symeon 

a.  swerltch 

b.  trug, 

c.  puel 

d.  peter 

e.  und 

f.  math6 
56.  g.  walpurg 

a.  klug, 

b.  emphftcht, 

c.  herr 

d.  mertz,  (1«  Merz.) 

e.  frau 

f.  kunigund, 
63.  g.  ftdriftnus 

a.  der 

b.  ward 

c.  gesunt 


282 


d.  pfintztages 

e.  und 

e.  in 

f.  tiburlz 

f.  mertzischem 

105.  g.  vor 

70.  g.  päd. 

a.  posltcher 

a.  gregdrj 

b.  treu. 

b.  Ut 

c.  vaWr 

c,  die 

d.  das 

d.  schueler 

e.  gross 

e.  drät, 

f.  eilend 

f.  Gedräut 

112.  g.  versmäch. 

77.  g.  mach 

'a.  sandt 

a.  uns 

b.  jorg, 

b.  dein 

c.  marx 

c.  herberg 

d.  st^t 

d.  klär, 

e.  für. 

e.  schür 

f.  gach 

f.    ZU, 

119.  g.  genedigkltch 

84.  g.  marey, 

a.  unverlän. 

a.  nyni 

b.  Philipp  (1.  MayO 

b.  rueprecht 

c.  may 

c.  war, 

d.  crewczt 

d.  das 

e.  floriftn. 

e.  uns 

f.  gothart, 

f.  der 

126.  g.  Johanns 

91.  g.  abrill  (1.  April.) 

a.  wont 

a.  dickh 

b.  uns 

b.  begiess. 

c.  pey. 

c.  ambrosy 

d.  corbiän, 

d.  hat 

e.  der 

e.  des 

f.  pangraiz, 

f.  kain 

133.  g.  und 

98.  g.  verdries, 

a.  die 

a.  bewar 

b.  sophey, 

b.  uns, 

c.  pilgrtn, 

c.  adelicher 

d.  der 

d.  lew, 

e.  pracht 

f.  potentz 
140.  g.  pasill 

a.  ain 

b.  krentzlein 

c.  grim 

d.  durch 

e.  urbäns 

f.  wiU. 
147.  g.  kumni) 

a.  hanns, 

b.  zyrill, 

c.  gen 

d.  petronell. 

e.  der  (1.  Jmuusi.) 

f.  janius, 
154.  g.  äs^m, 

a.  kaufft 

b.  dd 

c.  snell, 

d.  senät 

e.  und 

f.  preym, 
161.  g.  setzt 

a.  pfanntzen 

b.  gut^ 

c.  sö 

d.  wirt  - 

.    e.  veitlinu» 
f.  wolgemut. 
168.  g.  gelobt 

a.  drey 

b.  heyligen 

c.  sunder 

d.  pein, 

e.  achatz, 

f.  gross 


175.  g.  hanns, 

a.  klafn 

b.  henselein 

c.  hUflP 

d.  leo 

e.  peter 

f.  paulen 

182.  g.  frisch  (1.  JdyO 

a.  marey 

b.  schanckt 
c«  uirtch 

d.  Julius 

e.  visch, 

f.  und 
189.  g.  kilian 

a.  prach 

b.  kersen 

c.  sechs, 

d.  margr^t, 

e.  haintzl 

f.  die 
196.  g.  tauten 

a.  mit 

b.  alex, 

c.  arnolff, 

d.  der  - 

e.  lued, 

f.  braxedelein, 
203.  g.  magdal^nft, 

a.  junckfrsku 

b.  kristein, 

c.  ja^ob, 

d.  an  na 

e.  melt 

f.  pantaleon. 
210.  g.  fliecht 


281 


«.  haissen 

b.  most. 

b.  äugst, 

c.  gib 

c.  petrd,  (1.  August.) 

d.  mang 

d.  steffan, 

e.  der 

e.  i^ffltn, 

f.  marey, 

f.  kunig 

252.  g.  das 

217.  g.  oswalt, 

a.  sy 

a.  sizt, 

b.  kost 

b.  affrd 

c.  dajj 

c.  mit 

d.  mynikitch 

d.  dem 

e.  kreutze 

e.  laurentzen 

f.  frön. 

f.  paissten 

259.  g.  offny, 

224.  g.  dd. 

a.  lamprecht 

a.  ypold, 

b.  beschirm 

b.  euseb, 

c.  uns 

c.  maria 

d.  schdn. 

d.  zart 

e.  matheus, 

e.  die 

f.  mauritz 

f.  truncken 

266.  g.  empfelcht 

231.  g.  ainenCm) 

a.  mein 

a.  pernhart, 

b.  söl 

b.  sprach 

c.  virgtl, 

c.  thimothä 

d.  cosmtr, 

d.  zu 

e.  wentzld, 

e.  pertitn, 

f.  michl, 

f.  wie 

273.  g.  jerdn. 

238.  g.  munichisch 

a.  october,  (1.  October.> 

a.  predigt 

b.  hupff 

b.  augustfn. 

c.  auff 

c.  in 

d.  frantz 

d.  dem 

e.  mit 

e.  September 

f.  deiner 

f.  Gilg  (1.  September.) 

280.  g.  kutten 

245.  g.  schanckt 

a.  an 

a.  gut 

b.  den 

285 


c.  tantz, 

d.  iss, 

d.  des 

e.  Ott, 

e.  hieng 

f.  leicht 

f.  colmftn 

322;  g.  kumbt 

287.  g.  in 

a.  elisab^t 

a.  osterrtch, 

b.  zu 

b.  gall 

c.  gedrott. 

c.  sprach, 

d.  ceciU, 

d.  lucäs 

e.  dement 

e.  schreibt, 

f.  sprach. 

f.  waideltch 

329.  g.  ketterlein, 

294.  g«  arss 

a.  kuntz 

0 

a.  zu 

b.  sprach, 

b.  colen 

c.  was 

c.  erispinus 

d.  vischet 

d.  vand 

e.  enderlein? 

e.  doIAs, 

f.  december,  (1.  Dez.) 

f.  iiftt 

336.  g.  hilff 

301,  g.  symon, 

a.  uns 

a.  wol 

b.  barbard, 

b.  erkant. 

c.  sand 

c.  november 

d.  niklaus. 

d.  heyligen  (!•  Nov.) 

e.  und 

e.  all                         < 

f.  martd, 

f.  verkiind, 

343.  g.  dar 

306.  g.  aus 

a.  zu 

a.  vancknuss, 

b.  die 

b.  lienhart 

c.  mynnikltch 

c.  los 

d.  lucey, 

d.  all 

e.  das 

e.  punt,              « 

f.  wir 

f.  trinck 

350.  g.  der 

315.  g.  martein 

a.  Sunden 

a.  wein 

b.  werden 

b.  und 

c.  frey. 

c.  genss 

d.  herr 

286 


e.  thömas, 

f.  und 
357.  g.  der 

a.  heilig 
tk  krist, 
c.  steffan, 


d.  hanns, 

e.  kind, 

f.  Tomel 

g.  frist 
365.  a.  Silvester, 


CXZII. 

C  Wienerhands  chrift.) 
1. 


1.  (»enner  besehnaid  christ  wirdichleich, 
drey  kSnig  für  erbaitt  lo bleich, 
dem  Stern  eylten  snell  hin  nach, 
marceil,  antdny,  priscian  sach 
ffabian,  agnes,  vinczencz  vil  kund, 

6.  paul,  poIicsHp,  hanns,  guldeiner  mund. 

2. 

1.  cziindt  hornung  brait  marfä,  plass« 

schraib,  agath,  dordtheä  läss 

el^n,  polön,  hcolastig  span, 

das  wurcht  valtein  und  Julian, 

der  symon  swarlich  trug, 

6.  pul  peter,  math6  walpurgk  clug. 

B. 
1.  Enphächt,  her  mercz,  frawn  kangand, 

ädryänus  der  wärdt  gesund 

phincztages  inn  merczlschen  päd, 

gregöri  Ut  die  schuller  drät, 

gedrawt  mach  uns  dein  herwerg  clär, 

6.  schür  czu  marey  nym  ruprecjit  war, 

1.  daz  uns  der  abrd  dick  pegiezz, 
ambrösy  hat-  dez  chain  verdriss,       • 
webar  uns  cNtenteic^ber  lew 
von  (und?}  tybnrcz  vor  possleicher  trew, 
val^r  da^  $v^Z'  eilend  versmach 
sand  jorg,  inaf^cüs  st^t  für  gach 

7.  genadichleidir  unverlän. 


Gtnner 

hä( 

XXXI.  tag-. 


Hornung 
^  Mi 
XXIX.  tag. 


% 
' 


Mercz 

häl 

XXXl.  tag. 


Abrel 

hat 

XXX.  tag. 


287 


9* 

1.  Philipp  may  crewczt  floriän, 
gotthart  Johannes  want  uns  bey, 
corbiän,  der  pangrdcz  und  die  sophey, 
pilgiim  der  pracht  potencz,  pasill 
ein  chrenczlein  grün  durch  urbans  will, 

6.  kum  hanns,  czirill  gien  petronelL 

6. 
1.  Der  junius  asmm,  chauffi  dd  snell, 

genatt  und  prenn  seczt  pflanczen  gut, 

so  Wirt  veitHnus  wolgemut, 

gelobt  trey  helligen  sunder  pein, 

achacz,  grözz  hanns,  ciain  henselein, 

6.  hilf  leo  peter  paulen  frisch. 

7. 

1.  Harey  schangkt  ulreick  Julius  fisch, 
und  chylian  kerschen  sechs, 
margreth  haincz  die  taylfen  mit  alex, 
amelf,  der  lud,  praxedelein, 
magdalenn,  junchßran  christein, 

6.  jakob,  anna  melt  ponfoleon. 

8. 

1.  ffliecht  haissen  äugst  petrö,  stephän, 
stafflein,  kunig  oswald,  sixt,  affrä 
mit  den  laurenczen  paistan  da. 
ypold,  eusäb,  mariä  zart 
die  trunken  einen  pernhart, 
sprach  tymothe  zu  partelein, 

7.  wie  munchisch  predigt  augustein. 

1.  In  dem  September  gil  schanckt  gut  messt, 
gib  mang  der  maren,  daz  sy  kost 
daz  minichleich  crewcze  frön, 
offney,  lamprecht  peschirm  uns  schdn 
matheus,  mariiz,  enpbelcht  mda  s^l 

6.  virgil,  cosnär,'  wenczlä,  micbel. 


May 

hat 

XXXI.  tag. 


Junius 

hat 

XXXI.  tag. 


Julius 
f         hat 
XXXI  >  tag. 


Äugst 

hat 

XXX.  tag. 


September 

hat 
XXX.  tag* 


8OT 


10. 


i.  Jeron,  october,  hupf  auf,  francz, 

mit  deiner  kuttea  an  den  tancz, 

des  hieng  cötmän  in  osterreich, 

gall  sprach,  lucds  schraibt  waidenleich, 

urss  cze  colen  chrispinüs  vant 
6.  dolos,  hat  symon  wol  erkant. 

II. 
1.  November  heiligen  all  verchundt, 

aas  vanchnus  lienhart  loss  all  pundt, 

trinckh  martein  wein,  und  genss  iss^  Ott, 

leicht  kumpt  elsp^tä  czu  gedrott,  , 

cecill,  Clement  prach  getterlein 

6.  chuncz  sprach :  wazz  urschet  anderlein  ? 

12. 

1.  Dezember,  hilf  uns  barbarä, 
sand  nicläs  und  mariä, 
darczu  die  mynnichleich  lucey, 
das  wir  der  sunden  werden  frey 
hdr  tdmas,  und  der  heilig  Christ, 
stephann,  hanns,  kind,  thomel  frist 

7.  Sylvester,    amen. 


October 

hat 

XXXI.  tag. 


November 

hftt 
XXX.  tag. 


Dezember 

hftt 

XXXI.  tag. 


1. 
"1.  lüenschltchen  got,  besniten  schön, 
drey  kung  fffr  erhart  höhen  Idn 
hän  in  dem  trdn. 
auch  marcellus,  anthöni, 
Priscä,  octävd,  fäbien, 
agnes,  vincentzen  wil  bestön 
7.  paul  policarpen, 

jians  macht  val  constantini. 

Die  breid  martd,  blasen  dft 

äg,  ddr,  und  lielenä,  poldn,  scolasticft 

octftvö  Ueblich  loben. 


Valteiii  und  Jüliin  btg«a 
symeÖQ  Mgea  freuBtUchen  moA  fttenrnrns 
14,  ifls  matfa  walpurg  wil  tobien. 

s 

2. 

1*  Roman,  dh)na^  sylii,  kSiif ,  aderi(e)iii 

pfintztages  in  des  meitzen  schdn 

ain  padCe)IeiR 
»  gregorio  beraiten. 

hilff  marthah,  das  gedräut  verietch  . 

uns  hei'berg,  benedickt  nil  weich 
7.  unser  fraue  reich, 

rueprecht  well  uns  dort  laitten. 

AbreUe,  waukelicher  mut| 

ambrdsitts,  der  cdlestfn  mit  hohem  friit 

gab  pabst  leo  dem  tiburtzen. 

Aus  eilend  uns  valSr  schier  kSr, 

ains  guten. endes  jorg,  marcüs  uns  hie  gewer, 
14.  vltälis  fruchtet  wurtzen. 

3. 
1.  Philipp,  Sigmund,  kreutz,  fldriAn, 
gothart,  jöhans,  zbSn  heilig  man, 
corbiniftnus  pran, 
pangratz  prangt  der  sophellen. 
Piigrfn  der  pracht  potentz,  pasill, 
ain  mayen  plued  durch  urbans  bill; 
7.  vergib  hanns,  zyrill 
gentzHchen  petronellen. 
berdt,  treuer  ftsimus, 

und  bonifäeius  mit^  senat,  der  primi  alsus 
wart,  pflantz  läss  veitt  nit  faulen. 
Gelobt  ain  heyliger  ritter  vein 
achdcius,  und  jdhannös  taufft  henselein, 
14.  peis  leo  peter  paulen. 

4. 
1.  Die  kunigtn  vor  uirfch  rait, 

und  auch  kiliänus  darnach  schrait, 

margr^t,  haintz  sait, 

taylunge  gebt  alexen. 

Arnc^,  der  lud,  braxMelein, 

«lagdlilenft,  junckfrau  kristein, 

7.  jdK6b,  andlein, 

1» 


* 


V 


89Q 

die  pandt  felix  ain  knaxeo, 
patrus,  steffan  steffanus  frumm, 
Oswaldus,  sixt,  affrd,  die  romt  laurencium, 
und  nüsseit,  polt,  eus^ben. 
Frau,  trinck,  sprach  agapt,  ain  bernhart 
fragt  thimotheen,  den  bartlomeen  unverkart, 
14.  ob  ruIT  hans,  äugst  mär  leben. 

5. 
1.  Gilg  schanckte  guten  most,  sand  mang, 

regln,  marey,  corbtn,  illang, 

prötusltn  sang : 

hochgelobtes  kreutze  frönil 

Offney,  lamprecht  vernembt  mieh  gar, 

matheus,  und  mauritz,  rueprecht  zwar, 
7.  virgtl,  cosmär, 

bentzlä,  mich(e)l,  yeroni, 

Remigius,  kenstü  frentzelin 

mit  seinen  faulen  käsen,  dionis  im  gugelein, 

maxim  colmän  lärt  hangen. 

Call  husch,  lucäs  gotlichen  schraib, 

urss  suchte  holen,  crispinüs,  columb  haim  blaib, 
14.  simön,  martz,  kunt  bolffgangen. 

6. 
1.  Heilgen  eustachiüs,  der  vieng  wild, 

lienhart,  gebruedern  vier  gilt, 

mart,  martein  milt, 

l)ritzien,  genss  priet  olll, 

Iss  mit,  elsbäta,  frollch  frö, 

cecil,  dement,  crisogonö, 
7.  katrein,  cuntzö, 

Tifgil  lauf  nach  andriottl. 

Cant  frolich,  söl,  lä,  barharä, 

nicätüs.  Maus,  und  marfä  von  montserä, 

damasius  und  lucid  (lucey), 

Die  muessen  alle  hilflich  sein, 

aus  indiä  tomäs  kund  uns  das  jesum](e)in, 
14.  st6  hans,  kind,  thö,  kumbt  silveyen  (silvrey  ?)  Silvester. 


r 


>  I 


Wortbuch  zur  Erklärung^  der 

I 

Oediehte  Oswald'». 


19» 


aahO,  =ä:  Ruf  des  Nachtwächters,  der  Morgens  die  Liebenden  weckt. 
XL.  1.  4. 

ab^  =  1.  Vorwort,  ab,  ob  in  seiner  ganzen  Bedeutung)  ^^ab  seuser 
alben.^^  XC.  1.  3.  ;^pläs  ab  der  klingen.^^  Jagdregel.  XLIIL  1. 
32.  ;^pa]d  ab  dem  weg,  die  geren  lagl^^  bald  ob,  auf  dem  Wege 
sei.  XL.  1.  12.  ;^ab  yrem  zoren.^^  III.  2.  28.  2.  Nebenwort, 
hinab.  ;^ah  nach  dem  rein.^^  XIII.  1.  3.  XII.  4.  16.  3.  Particip 
In  Zusammensetzungen,  herab,  weg,  herunter  bedeutend,  auch  er- 
weicht in  abe,  abelän. 

abc  =  das  ABC.  ;;trauter  socie,  ler  mich  das  abc.^^  sagt  das  lust- 
süchtige mannsreife  Mädchen,  d.  h.  die  ersten  Liebessptele.  XLV. 
24.   V.  3.  3.. 

äbent,  der;  =.  Abend.  XIX.  1.  10.  ^^äbentstem.^^  XXYII.  3.  14. 

abenteuern,  Zeitw.  neutr.  ss  Abenteuer,  Ritterkämpfe,  suchen,  und 
üben.  ;^was  ich  in  jungen  tagen  geabenteuert  h&n.^^  'IL  5.  4. 

abenteurlfchen,  Nebenw.  =  wunderlich,  seltsam,  ^^des  sunders  pan 
ist  abenteurlichen  verrichtet  mit  mangem  latz.^^  CVIII.  4.  7— *8. 

aberkösen,  Zeitw.  trans.  sr  abschmeicheln.  XCV.  2.  14. 

abfallen,  Zeitw.  neutr.  s=r  wie  hochd.  abfallen,  deficere  ab  aliquo. 
^^abgfallen.^^  XIII.  9.  10. 

abher,  =  herab.  ,,abher  sincken.^^  CIX.  2.  10.  XXXIV.  2.  3.  MT. 
ocher,  acher. 

abhören,  Zeitw.  trans.  =s  abkehren  (das  Wasser).  ;^k^r  ab,  sprach 
die  mulnerfn.^^  XLL  64. 

ablas,,  Im  weibL.Reim  ablasse,  der,  die ;  =  Nachlassung,  Verzei- 
hung. ;4(5h  sprach  ir  ablas  für  all  ir  siinde.^^  sagt  der  Liebhaber^ 
wena  seine  Geliebte  sich  der  verlangtep  Umarmung  fügte.  LH.  2. 
18.  ;^as.plut  heilig  röt  halt  unser  sund  ablasse.^^  XCIX.  1,  12. 
MT.  ables,  obles. 


2M 

ahmten,  abmaen,  abmftn,  Zeitw.  trans.  =?"  abmähen.   Uneigenth 

;9als  ich  den  klee  het  abgemat.^^  fast  wie  virginem  deflorare.  LXIV. 

3.  i.  MT.  man,  mdnen,  gemänt. 
abmansen,  Zeitw.  trans.  schw.  =  die  Federn  verlieren,   abthun  in 

der  Mause,  ^^maust  die  alten  federn  ab.^^  XVIII.  3.  9.  Uneigentl. 

das  alte  sündhafte  Leben  ändern, 
abrel,   abrell,    abrelle,  abrill,   der;  =  April..  CXXIII.  2.  9. 

CXXI.  91.  CXXn.  4.  1.  MT.  Wetterregel  in  Laatsch:  der  aprel 

ist  des  merzen  gesell, 
absolön,  =  Hannsname;  Sohn  des  Königs  David.    CX.  2.  18. 
abwerffen,  Zeitw.  trans.  =s auswerfen,  hinab  ins  Heer.  ;^en  ancker.^^ 

XXVIII.  2.  25. 

ach,  Wehruf.  1.  ach,  häas.  2.  weh  überhaupt.  }^6  ist  nur  ach  mit 
ungemach.^^  XXXII.  2.  11. 

achacius,  achatz,  =  Hannsname.  Der  heilige  Aehacius  hat  sein 
Fest  am  22.  Juni.  CXXIII.  3.  13.  CXXI.  173. 

achen,  Zeitw.  neutr.  «=  ächzen,  seufzen.  ;^seal!che  begir  mir  pringt 
achen.^^  XXXVIII.  3.  1—3. 

acht,  echt,  euchte,  die;  ss  1.  Aufmerksamkeit,  Beachtung,  eigene 
und  fremde.  ^Jey(  yemant  hie  in  gueter  acht.^^  XXVIL  1.  17. 
2.  das  Erachtete,  Befundene,  Zustand,  Art,  Weise*  ;>]r  menschen 
faister  euchte.'^  fett  geartet.  XVII.  2.  19. 

acht,  die;  ss  Acht,  Bann.  ;,verurtailt  in  des  kaisers  aeht/^  LXXXIII. 

2.  8.  ;^es  tracken  acht.^  des  Teufels  Bann,  Hölle.  XXV.  1.  8. 
seht  er,  der;  SS  der  Geächtete,  ölfentlicher  Sünder.    CVL  9.  15. 
achten,  Zeitw.   schwach,   ss  aufmerksam   sein.    Daher  1.  erwägen, 

sich  damit  abgeben,  darum  kümmern.  ;,sö  ich  betracht,  und  acht, 

das  u.s.w.^^  LXXVI.  1.  21.  achtent  klain  der  drö.«  XVIL2.  16. 

2.  sorgen  um  etwas,  ^^ndch  deinem  danck  so  wil  ich  teglich  ach- 

ten.^^  XXVIII.  1.  18.     achtent  =  achten.  XVII.  2.  f6.    acht 

aar  achtet.  LXX.  3.  13.    geacht  s=  geachtet, 
adeltoh,  Beiw.  ss  adelig,  edel  von  Hans  aus.    ;^mich  trost  ain  ade- 

Itehe  mM.'<  LXVI.  1.  1.    WH.   hat  auch  in  diesem   Sinne  die 

verdädhtige  Form  adenltch.  CXXII.  4.  3. 
adjuvä,  =9  hilf.  Imperat.  von  adjuvare.  LVII.  I.  0. 


m 

ler,  ftdeltfr,  a=:  Aälti.  ^^mit  des  «dtors  stralffeii.<'  mh  Adlern  ijs 
Feldzeichen  in  den  Fahnen.  I.  2.  4.  ^^ain  adelar  ich  vinde  ah  dem 
vmtcmoi^  XYII.  3.  17.  Die  zvtreile  Form  zeigt  «öch  deatKcher 
des  Wortes  Her-  und  Abkanft,  offenbar  adelaar,  Edelaar. 
adrUntts,=  Mannsname.  Der  Heilige  dieses  Namens  wird  am  4;  März 
gefeiert.  CXXI.  63. 

äffen ti er,  das,  stark.  c=  Affe.  ;^wenn  wir  dort  ligen  zannen  als  die 
tffenlier.<^  CXVII.  5.  12. 

aff^ren,  =f:  die  Nordküste  von  Afrika,  Fez  und  Marokko  vorzugs- 
weise, oder  d«$  Araberreich  in  Magrab  al  aksa.  III.  1.  14. 

afftän,  affiäne  3  E.  Reim,  =  Avignon.  ;7ich  hört  zu  affiäne  ain 
brief.«  VI.  132. 

affrä,  3=  Heiligenname.  Das  Fest  der  Gemeinten  ftilt  auf  den  T.Au- 
gust. CXXI.  219. 

a  g ,  r=r  der  Frauenname  Agatha  in  der  allerkleinsten  Yerktfrziui^  Das 
Fest  der  h.  Agatha  fällt  auf  den  5.  Februar.  CXXIII,  1,  Ip» 
vollständiger  agath.  CXXII.  36. 

3^^P^  =  Mannsname,  Agapitus.  Der  Hdlige  dteses  Namefts  wird 
am  18.  August  gefeiert.  CXXIII.  4.  12. 

agker,  der;  z=s.  Achejr.  ;9ceutt,  niii,  und  var  g^n  agker.^  LXX;3. 20. 
agnes,  33=  Fraueiiname.  Die  Heilige  d.  N.  feiert  man  ami2«F^ttsir. 

XI.  2.  16.    CXXII.  21.     Verkleinert,   in  Liebe  und  Z«nli0hkeit, 

agnesleiü.  LXXVII.  1.  3.     * 
ay,  plur  air,  das;  s=  Ei.  Zur  Verstärkung  der  Negation  benutzf.  ;5dal» 

binscbt  ich  nit  umb  ain  ay.<^  IIL  3.  3.*  XXXI.  4.  13. 

aichfn,  Beiw.  =  von  Eichenholz.  ;jain  aichin  basser  von  ungern 
mich  berann.^^  sprichwörtlich  anstatt:  ich  bin  von  groben  KVötzenf 
aus  ihgarii  mft  Knitteln  derb  abgepriigeit  worden.  LXXXVI.  4. 8. 

aidge*»«U,  der;  =ä  der  eidlich  versagte,  verlobte  Gesell  oder  Helfer 
ohne  Rücksicht  auf  Geschlecht.  ;^hab  danck ,  mein  trauter  aidge- 
sell.^^  sagt  der  Mann  zu  seiner  Frau.  LXV.  2.  H. 

aigen,  Beiw.  css  eigen,  leibeigen.  Dad  ital.  schiavo  wiid  von  Di^ftWF 
so  übersetzt.  LVII.  Expos.  1.   13.  ^ 

ai genschafft,  die;  =  Fähigkeit,  Einsicht.  ;>gedencK  alÄ  m^nsdSt 
mit  aigenn^hafft  gefturd  und  eüiM  €XVtl.  &.  "9. 


-  i 


«06 

ni^enlltclif  Ndiesw«  ss  geaau.  ^^wenn  ieh  das  aigeiilltck  iieschaii«^ 

LXXn,  1.  14.         ' 
aia,  ayn^  ss  ^as  unbeslimmte  Gescklechtswort.   ain  ss  ain^l«   aln 

:a  aine«.   ains  =  aines.   XXXVL  6.  5.    2.  Zahlwc^rt,  nnas. 

j^ain  aug  xaigt  mir  sein  waadel^^    sagt  der  einftugige  Dichter. 

XLVII.  1.  4.  ^^ungunstlich  sein  in   ayn.^^  miteinander  nicht  aas- 
kommen.   XXII.    1.    16.    3.  einzig,  allein,  ab  Adverbium  i^aia 

liebt  ich  ir.^^  einzig  war  ich  ihr  lieb.    Noch  öfter  als  Sub^fintiT, 

das  ain.  ^^aasserbeltes  ain.'<^  gewöhnliche  Anrede  an  die  Geliebte. 

XXXIV.  2.  5. 
ayndliff,  Zahlwort;  =s  eilf.  XXXI.  4.  5.  MT.  aanlefe. 
ainen,  Zeitw.  schw.  ss  einigen,  sich  ainen,  mit  dem  Dativ. 

'^^der  mich  aine,  die  ich  maine.^^  XXX.  2.  29. 
ainfg,   Beiw.  =  einzig,  allein  mit  Ausschluss  eines  jeden  andern 

gleichen  Gegenstandes,  ^^ainiger  man.^^  XL.  1.  6.    ^^für  ir  ainigs 

liertz.<<  ausschliesslich  für  ihr  Herz  allein, 
ainiklfch,  Nebenw.  =5  einzig,  unübertroffen.  LXXXIX.  3.  13. 
ainlift,  d^r,  Zahlwort  der  Ordnung;  s=s  der  eilfle.  XXIII.  4.6.  MT. 

oanlefte,  besser  elfte, 
ai sehen,  Zeitw.  trans.  schw.  heischen,  fordern.  ;>gibtdem  vriert  den 

zol  fttt  alles  aischen.^^  XXni.  4.  12.  JHT»  Patznaun :  ascha. 
ais^sen,  s=  >>von  aissen^^  XVII.  5.  9.  lyohl  sovjel  als:  von  aussen, 

ÜHfiseiüdi. 
ainst,  sss  einmal.  j^ßsA  wer  sein  rum  noch  ainst  so  rass.^^  CXY.  2. 14. 
alden,  Zeitw.  schw.  ae  alt  weiden.  LXXV.  2.  8. 
alex,  3  E.  alexen,  s=:  Hannsname.    Der  Hdlige  d.   N.   wird  am 

19.  Juli  gefeiert.  CXXIII.  4.  4. 
alkie,  SS  allhier,  da.  LXXVIL  4.  8. 
all 9  Beiw.  ss  wie  hd.  1.  Jeglich.  ^^aile  crefttdr.<^  CVIII.4i44.  2.  mit 

den  Posseüivis.  ;^ller  mein  gedanckh.^^   3.  alls,  als,  ss  alles. 

III.  2.  4. 
all,  SS  Frauenname.  V.  2.  10. 

allain,  ==  ohne  Sttttzen.  ;^a8  firmament  allaine.<<  CIX,  2.  4. 
alldort,  88  daselbst.  XXXII.  2.  9. 
allerkofti,  sack.  koch, 
allexander,  as  Alexander  von  Mazedonien.  CX.  2.  17. 


M 


4»^ 


991 

«ll^fpp,  SS  all  auf,  ftos  all  uBd  op,  auf  im  NiederMnil.  Lvn.3,<2. 
«Ipha,  ^s  d^  erste  Bachstabe  des  griech.  Alphabets,  Anfang,  apo» 

kdyptisch  auf  Gott  übertragen.  ;>dem  alpha  «C  6.^  dem,  der  der 

Anfang  und  das  Ende  ist.  XCVIII.  1.  3. 

als,  Bindew.  =s  1.  da.  LXIY.  3.  1.  2.  so.  ;;als  liepltch.«^  TCLVIL 
i.  7.  ;,ab  scharpff.«  XXXVI.  7.  9. 

also,  alls^ö,  alsus,  =  also,  in  doppelter  Bedeutung.  1.  also,  so. 
dergestalt.  ;;dem  sey  alsöl^^  LXII.  1.  6.  2.  so  sehr.  ;;ain  alsd 
tugenthafte  schone  frau.^^  XII.  1.4.  ^Die  mittelhochdeutsche  Form 
alsus  steht  ma:  einmal  im  Reime,   da  sie  bereits  veraltet  war. 

all,  Beiw.  ==  1.  wie  hd.  ;^von  zehen  jären  alt.^^  I.  ;^yon  vier  und 
zbainzigk  jären  alt.^^XXXYI.  4.  5.  Aus  dem  i#n.  al»  =  nutrire 
das  Part,  alt  =:  adultus,  ausgewachsen.  Yergl.  alo,  altus.  Grimm, 
II.  2.  -2.  ;;der  alte^^  Gottvater.  C.  1.  6.  XXIV.  1.  14.  ;,Der 
Alte  am  Rain^^  sagt  in  der  Manier  des  Renners  von  Hugo  v.  Trim- 
'hntg  irgendwo  der  Altmeister  GöiTes.  Wohl  zunächst  der  Kunst, 
die  sich  in  der  Darstellung  ;;des  Alten^^  gestützt  auf  ;;dett  Alten 
der  Tage<^  in  der  Bibel,  erschöpfte,  entlehnt.  Vergl.  jung. 

altissimüs,  =  altissimus,  der  Allerhöchste,  Gott.  XCIX.  2.  1. 

amar,  =  lat.  inf.  amare.  Heben,  in  tauderwälscher  Verbindung.  ;^got 
wett  wol,  tbiu  egh  de  amar.^^  Gott  weiss  wohl,  wie  ich  dich  liebe. 
LVII.  2.  12. 

ambt,  das;  r=r  Geschüft,  Verrichtung,  Arbeit.  I.V.  2.  9.  XXIII.  3.  5. 
Bei  Kero,  ther  ambaht,  ambactns  bei  Cäsar  in  der  Bedeu- 
tung von  minister,  villicus,  exactor,  in  der  Bedeutung  fas(  ausgest. 
Mtth.  Ambet,  ampt. 

arabresy,  =  Ambrosius.  Der  Heilige  d.  N.  wird  am  16.  Oktober 
gefeli^.  CXXIII.  2.  10.  CXXI.  94.  MT.  Bros. 

amen,  =s  Beschluss-  und  Betheuerungsformel  in  Gebelen  und  andern 
Vorträgen.  Oswald  macht  besonders  nach  der  WH.  oft  einen  ganz 
anheiligen  Gebrauch  davon.  Im  guten  Sinne  XV.  21. 

amors,  =s  das  franz.  amonrs,  Plar.  von  amour,  s=  Schi^,  Liebchen. 

LVII.  1.  1. 
911,  ane,  sss  die  hd.. Partikel  aae,  an  in  Zasammensetzongen ,  das 

Yorworl  an. 


Sd6 

f 

ftn,  äne,  r=s  ohne,  y^ix^  soU>^  ohne  Lohn.  XXVIL  3.  11.  ;^atii  hoA^ 
äae  sitten.^^  XlII.  14.  8.  ;4ne  werden  ainer  sache^^  ss  sie  ver» 
Heren,  ^^des  pin  ich  muetes  worden  änM  MT.  äne,  änl^  änig 
werden  =  an  den  Mann  bringen  ntit  dem  Accus,  der  Sache. 

andacht,  die;  =  Andacht,  Rührung.  ;^urch  andacht  nasser  augen.^^ 
CY.  1.  4.  Mtthd.  andäht,  aus  an  =  angestrengt,  und  däht,  Prüt. 
von  denken ,  eigentlich  Fixirung  des  Geistes  und  Herzens  auf  ei- 
nen bestimmten  Gegenstand.  Daher  anadähtig  ==  intentus.  Siehe 
Schmeller.  I.  353. 

9ndechtiklfch,  Nebenw.  =s  andächtig,  fromm.  XXIII.  2.  14.  Die 
althochd.  Länge  ä  bereits  entschieden  kurz. 

ande,  ant,  =  in  der  Redensart  ;;es  tut  mir  ande,  ant<^^  =±  ich  em- 
pfinde Sehnsuchtsschmerz  nach  dem  verlornen  Bessern,  im  lebhaf- 
ten Gefühle  des  Schlechtem;  es  ist  mir  weh,  unwohl  mit  einer 
Sache  überhaupt.  ;;peicht,  puss  tut  mir  ande.^^  ist  mir,  dem  an 
die  SündenJust  Verwöhnten,  ungewohnt,  und  schmerzlich.  CY.  4.8. 
)y\äi  euch  reulich  wesen  ant ,  wo  ir  denselben  herren  händ  erzur- 
net.<^  XYIII.  3.  7.     Noch  bei  Horneck.die  ant  =  Sehnsucht. 

an  den,  Zeitw.  schw.  =  irre,  verstimmt,  schmerzlich  affizirt  machen 
in  etwas ,  einen  Strich  durch  die  Rechnung  machen ,  berauben. 
;^eins  hertzen  quäl  mich  freudsn  ant.^^  XXIX.  2.  17.  macht  mich 
irre  in  der  Freude,  nimmt  sie  mir.  ;^dein  fromden  gros  mich  annt 
4er  synne  blöss.^^  XXXYIII.  2.  19.  kommt  mir  so  schmerzlich, 
dass  ich  dk  Beshinung  verliere.  MT.  an  den,  ;;die  Sache  andet 
mich.^^ 

ander,  .Beiw.  =  wie  hochd.  Hier  Folgendes:  1.  anenander  = 
jßiner  dem  andern.  XIY.  5.  11.  MT.  an  an  der.  2.  beynander  = 
beisammen.  LXXI.  3.  2.  g^nenan der  =s gegeneinander.  CXVII. 
4.  11.  von  ander  =  auseinander.  LH.  1.  5.  XIII.  8.  7.  MT. 
vanander. 

diiderswä,  =  anderswo.  I.  1.  26. 

and  lein,  =  Anna,  Ihr  Fest  ist  am  26.  Juli.  CXXIII.  4.  7.  an  na, 
anrerdeulscht.  CXXL  11.  6.  MT.  andl. 

andriottl,  anderlein,  =  Andreas.  Der  Heilige  d.  N.  hal  seine 
kirchliche  Feier  m  ZO.  Novemtefi.  CJlXlIt.e.  8.  €XXII.  il.  6. 
HT.  ander,  anderle. 


2Ö9 

Incbili:,  der;  =  Thorheit,  Unverstand.  CXII.  3.  17.  ftne  =  ohne, 
and  witz. 

anefangk,  anfangk,  anfang,  der;  =  Anfang.  CVIII.  1.  i. 

aneplicken,  Zeftw.  schw.  =  anblicken.  CYI.  11.  9. 

aneschauen,  Zeitw.  schw.  =  anschauen.  XXXIII.  1.  30. 

anespräch,  die;  =:  Vortrag  bei,  Gerichtsverhandlungen  durch  Dar- 
stellung der  zu  verhandelnden  Sache.  XXYI.  98. 

0 

anest^n,  anst^n,  anstän,  Zeitw.  st.  =  anstehen,  geziemen.  ;^ein 
mynnen  dir  übel  anestät.^^  LX.  1.  13.  ;,anstät.^^  LXVI.  2.  4. 

aogst,  die,  Plur.  angst;  s=  die  Angst.  .CXIY.  3. 13.  Aus  angei^r, 
ange,  enge,  angustus,  ango. 

animäl,  das;  =  animal,  Thier.  >;ich  bolt  ee  sein  ain  animftl.<^ 
XXIX.  2.  23. 

anmacht,  die;  =  Ohnmacht.  LV.  1.10. 

annas,  =  der  bekannte  Hohepriester  der  Juden.  CVII.  1.  17. 

annemen,  sich,  =  ;;aines  grossen  kriegs  nam  ich  mich  an  mit  mei- 
nem weib.^^  LXXXVI.  3.  1.  einen  grossen  Zanj^k  anheben.  Such, 
nemen. 

antasten,  Zeitw.v  schw.  =  anrühren,  anthun.  ^^dn  andern  grossen 
überlast,  den  mied  ir  Heb  hat  angetast.^^  YIII.  1.  10. 

antborten,  Zeitw.  schw.  =  antworten.  ;;er  antbort  tugentlichen :  das 
pin  ich.^'  antbort  =  antwortete.  CVI.  5.  12. 

anthdni,  =  Anton.  Der  Heilige  d.  N.,  der  Einsiedler  gemeint,  wird 
am  17.  Jänner  gefeiert.  CXXI.  17. 

antläs,  der;  =  jegliche  Befreiung  von  Schuld  und  Strafe,  Ablass. 
;;was  ich  gut  autlds  darumb  gab,  das  tet  ich  haimeleichen.^^  un^ 
eigentlich:  über  die  schnöde  Einkerkerung  Fluch  und  Yerwtin- 
schung  aussprechen,  ohne  dass  sie  Jemand  merkte.  Ahd.  ant-- 
ll^zdn,  indulgere.  Nhd.  Entlass.  XIII.  4.  9.  10. 

antliTtz,  das;  =  Antlitz.  Ahd.  antluzi.  Aus  antaent,  entgegen, 
und  lutz,  dessen  Bedeutung  noch  in  Aacs>,  A£t;o'a'6z),  .sehen,  lu- 
ceo,  leuchten,  blitzen  u.  s.  w.  vorwaltet.  Also  antlitz  s=s  Seb-^, 
Lichtseite,  Gesicht.  CXI.  3.  12. 

imti,  Bö  wozu.  VI;  208, 

appositd)  ==  apposita  (mensura' musica),  be$ge^t«l.  XGV.  S.  16. 


900 


aquinas,  s=  Zuname  des  Predigermöiiches  Thomas  von  Aquino.  aqui- 

nas  =s  Aquinater. 
ärabtä,  :=:  Arabien,  arabia.  III.  1.  1. 
arbaiten,  sich,  =  sich  abmühen,  bemühen   zum  Zwecke.  VI.  58. 

arbait  =s  arbeitete, 
arbeitter,  der;  =  einer  der  arbeitenden  Klasse,  des  dritten  Standes 
in  der  Gesellschaftsordnung  des  Mittelalters,   gleichviel  ob  er  frei 
oder  leibeigen  war,' VergLpaur,  paumiin,  gaistlich,  ritter. 
XXVI.  166. 
arg,  der;=  Bosheit.  Mtthd.  der  ärk.  )p\n  arg.^^  LI.  2.  18. 
argkwonllch,  Beiw.  =  verdächtig.  ;^ain  redner,  der  da  nymet  gut, 

ist  ain  crgkwonlicher  man.^^  XXVI,  118. 
aristotiles,  =  Aristoteles,   Schüler  des  Plato,    der  grdsste  Denker 

unter  den  Griechen.   CX.  2.  13. 
arm,  Beiw.  =  wie  hd.  ;^ermer<»  comparativ.  CXVIII.  3.  1. 
arm,  der,  Plur.  arme;  s=  Arm.  Uneigentlich  ;;ich  hab  umbfaren  insl 

und  arm,  manig  land.<^  Landzunge.  I.  2.  10. 
armbrost,  die;  =  Handpfeilbüchse,   verderbt  aus  dem  mittl.  latein. 

arcubalista,  sa  wie  dieses,  im  Franz.  in  arbaleste.    X.  2.  3. 
armen,  Zeitw.  schw.  neutr.  =  arm  sein,  werden.   ;^n  freuden  mus 

ich  armen>^ 
arnolff,  =  Mannsname.  Der  Heilige  d.  N.  hat  sein  Fest  am  20.  Juli. 

CXXI.  198. 
art,  die;  =  Eigenschaft,  Zustand.  >,in  jämers  art.^^  XXIX.  24. 
arragön,  arragön,  =  Arragonien.  Königreich  in  Spanien.  III.  1. 13. 
artzt,  der,  Plur.  artzte;  =  Arzt.  XLVIIL  1.  12. 
Asem,  asimus,  =s  Asimus.  Der  Heilige  d.  I^.  wird  am  3.  Juni  ge- 
feiert. CXXI.  154.  iCXXIII.  3,  9. 
ast,  der,  Plur.  esste;  =  Ast,  Zweig.  LXXI.  2.  8. 
auch,  =  Aachen.  Aus  dem  goth.  ahva,  althd.  aha,  noch  jetzt  ach, 
achen,  au,  oh;  Wasser,  besonders  jedes  grössere   fliessende, 
Strom.  XII.  4.  3. 
aufdräen,  aufdraen,  aufdrän,  Zeitw.  trans.  schw. ss aufdrehen, 
vom  Fusse  bis  zum  Kopfe  bilden,  drechseln,  formen,  mit  Anspie- 
lung auf  Töpfer  und  Drechsler  u.  s.  w.  ;^klain  aufgedrat  an  ladeis 
drd.^^  LXVIII.  1.  3, 


301 

an  f f gl e s SS en,  Zeitw.  trans.  st.  as=  anfgiessen.  ;>hiet  man  die  leck 
aufgdssen.^^  VI.  39. 

aufhnpffen,  Zeitw.  intrans.  schw.  =  aufspringen.  ;^hupff  auff,  frantz, 
mit  deiner  kutten.^^  CXXI.  2.  75.  MT.  hupfen. 

an  fpuchen,  Zeitw.  trans;  schw.  =  aufbrechen,  aufschlagen.  XIV. 
i.  11.  ;>die  herberg.^^  MT.  Pucher  =  Hammer  zum  Schlagen. 
Vergl.  pochen. 

aufriistig,  aufriistigkltch,  Beiw.  =  wohlbereit,  heiter,  freund- 
lich. ;9ir  angesicht,  aufrustig  gar  zu  aller  stund.^^  LXVIII.  2.  4. 
^^ufrüstigkliche  wunne.^^  erheitert  und  erheiternd.  LXXXVII.  4. 1. 

auffsetzen,  aufseczen,  Zeitw.  trans.  halbschw.  =  1.  aufsetzen, 
^^man  satzt  im  auff  sein  haubt  ain  durnen  krön.  CYI.  8.  17, 
2.  bestimmen.  ;^die  frist.^^  CXY.  2.  7.  3.  auflegen,  diktiren. 
^^die  puess.^^  LXIX.  2.  7.  Imp.'satzte,  saczte,  Perf.  ge satzt, 
gesaczt,  gesetzt. 

auf fsliessen,  auffsleussen,   Zeitw.    trans.   st.  =  aufschliessen. 
HLXXVl.  1.  29.  LXXXVI.  4.  3.   XLIV.  1.  7.   Prfis.  aufsleust. 
Imp.  sleus  auff,  Imperf.  auffsl6s,  Perf.  aufiPgeslossen. 

augenbeit,  eugelwaid,  die;  =  Augenweide.  XXXY.  1.  26, 
CIX.  1.  16. 

angspurg,  s=  Augsburg.  XII.  2.  9.  - 

äugst,  der;  =  Augustmonat.  ;9die  pim,  die  uns  der  äugst  kan  für- 
her  zieren.^^  CXXIII.  4.  13. 

angustein,  augusttn,  äugst,  =s  Augustin.  Der  Heilige  d.  N. 
hat  sein  Kirchenfest  am  28.  August.  CXXI.  240.  GXXII.  8.  7. 
CXXIII.  4.  14.  MT.  liebkosend,  Äugele. 

aus,  =  1.  Vorwort  wie  hd.  ;9was  sol  der  ungelimpff,  es  ist  mir  lai- 
der  aus  dem  schimpff.^^  ^XXVI.,3. 2.  kann  es  nicht  mehr  scherz- 
haft nehmen.  2.  Part,  hinaus.  XIV.  2.  2.  hinweg.  ;^sö  ist  dem 
schimpff  der  poden  aus.^^  VIII.  3.  4. 

ausgelesen,  Zeitw.  trans.  st.  =3  auswählen,  auslesen.  ;^wer  mag 
die  pessten  ausgelesen  ?^^  XXII.  3.  5. 

auss,  =s  auswendig.  LXXXII.  1.  5. 

ausrauffen,  Zeitw.  trans.  schw.  =  ausrupfen,  ^^rauften  aus  den 
part.«  CVi;  6.  3. 


3(» 

HH  bricht  ig,  Beiw.  ;=?  hurtig,   findig  in  Ausricbtttng  m^ternomnüNiar 

oder  aufgetragener  Geschäfte.  XYIL  5.  15, 
aussuggeln,  Zeit>¥.  trans.  schw.  =  aussaugen,   an  Geld  und  Gut. 

;jich  habvilparell  ausgesuggelt/^  sagt  die  Brixnerdirne,  XXXI.  1.31. 

engl.  suck;?=  saugen,  suckle  =  säugen.  MT.  suglen,  suggl^n. 
ave,  =?=  Ave,  sei  gegrüsst!   CVI.  9.  11. 
awach,  awe,  awy,  Wehruf;  =2  0,  ach,  auwd.  Mit  der  2,  E.  ;^aw6 

der  lemblin.^^  XXII.  2.  15.  LXX.  2.  1. 


(Die  Yorschlagssylbe  be,   auch  pe  in  Zusammensetzungen.) 

bedecken,  Zeitw.  ==  wie  hochd.  sich  bedecken,  =:  sich  ankleiden, 

anziehen.  XXXV.  2.  35. 
bedencken,  pedencken,   Zeitw.    trans.   halbschw.    ==   bedenkcD, 

erwägen,  bestimmen,  anordnen,  sich  entschliessen.  Imp.  bedacht, 

pedacht.  Conj.  bedacht.  Part,  bedacht,  pedacht.   Imperat. 

bedenckä.  Conj.  präs.  bedench.  XXVI.  167.  LXXXVII.  2.  20. 

LXXVI.  3.  15.  CXV.  1.  3.  XXIII.  2.  16. 
bedeutten,  Zeitw.  trans.  schw.  c=:  andeuten,  erklären.  CIX.  2.  5. 
bedrangen,.  Zeitw.  trans.  schw.  =  bedrängen,    Reim  auffangen. 

III.  1.  29. 
bedorffen,  Zeitw.  schw.  =  bedürfen.  ;9und   das«  bedorffl  nit  andi&r 

fräg.^^  LXXXVI.  3.  6. 
beduncken  recht,  das;  s=s  Recht  nach  blossem  Gutdünken,   ohne 

feßten  Grundsatz.   XXVI.   274.    Aus  bedunck,  der;  =  Dafür- 
halten, und  recht, 
bef eichen^  bevelchen,    Zeitw.  trans.  st.  =  befehlen.     Imp.  be— 

fulch.  LV.  2.  9.  Part,  bevolhen.  VI.  119.  Präs.  ich  befilch, 

bevilch.  LVII.  3.  10.  Expos.  GVL  11.  15. 
befelchnui^s,  die;  =:  Obhut.  LVII.  3.  8.  Expos, 
befleussen,  Zeitw.  trans.  st.  =  umfliessen,  anhangen.  ;>seyt  das  all 

sach  kain  wesen  stat  befleusset<^  alles  veränderlich  ist.^^  CXVII.  4.  4. 
befui,  =  ital.  beffe,  Spöttereien,  Schmach.  LVII.  2.  5. 
befundlfch,  Beiw.  =  ;,im  befündJichen  getote.^^  CXIII.  1.  8. 
pegaben,  Zeitw.  trans.  schw.  =5  begaben.  ;;uns  damit.^^  XXiy*2,  9» 


ao8 

begr ebe n ,  2ettw.  toaa.  st.  sbb  preisgeben,  loskisen,  aufgeben.  U.  1. 5.' 
peg^n,  Zeitw.  trans.  st.  =  begehen.  Part,  pegangen.  CXIV.2.  10. 
begeren,  Zeltw.  trans.  schw.  as  verlangen.  ¥11.3.9.  LIX.  1.4.5. 

Die  Form  begern  lebt  im  ^^das  begern.^^  LIX.  2.  19. 
begiessen,  pegiezzen,  Zeitw.  trans.  st.  =  wie  hoehd.  begiessen/ 

Imp.  begoss.  XCIII.  2.  2.  pegiezz.  Imperat. ' 
beginnen,  Zeitw.  st.  =  anfangen,  mit  dem  nackten  Inf.  ;itisput]m.^^ 

Imp.  begunden.  XXXI.  1.  2. 
begir,  die;  sz  Begierde.  ;7mein  begir  st^t  nach  dir.^^  LXXIV.  3.  3. 
begreiffen,  Zeitw.  trans.  =  ergreifen.  ;;ain  vas.^^  II.  2.  21.   Imp. 

begraiff.  CVI.  2.  15. 
behagen,  das;  =  Behagen.  CYI.  7.  2. 
beheben,   Zeitw.  trans.  st.  =s  gewinnen,    erobern  im  Singkampfe. 

XLI.  53.  Imp.  behueb. 
behelfen,  Zeitw.  st.  =s  verhelfen,  verschaffen.  LXXVI.   3.  12. 
behend,  behendt,  behende,  letzteres  Reim,  =s  behende,  schnell. 

CXV.  2.  1.  XXIX,  1.  4.      # 
behüten,  b^hueten,   Zeitw.  trans.  schw.  =  behüten.  Part,  behut.  ' 

;,mit  ör  behut.^^  LXIX.  3.  4.  LIII.  2.  6. 
bekant,  bekande,  letzter  Reim  auf  lande,  =:  bekannt.  CXYI.  2.  2. 
bekSren,  Zeitw.  trans.  halbsehw.  ssr  verkehren,   verwandeln.     Part. 

bekart.   Imp.  bekart.   ^^^der   tag  die  nacht  mit  schein  bekart.^^ 

XXIX.   1.  20. 
beklaiden,   Zeitw.  trans.    schw.  =s  bekleiden ,   uneigentlich.   ;9mein 

haubt  ist   beklaid   mit  waffen.^^  mit  Weh   behaftet.    XLII.    3.  i. 

;,das  laid  mich  beklaid.^^  LXXVI.  3.  21.  - 

bekrencken,  Zeitw.  trans.  schw.  =  kränken,  krankmachen,  ^^mein 

hertz.^^  XL  VI.  1.  11, 
belucken,   Zeitw^  trans.    schw.  =  verdecken.     XVI.   3.    13.     MT. 

zuelucken,  verlucken. 
beleiben,    belaiben,   bleiben,    plaiben,   blaiben,   pleiben, 

Zeitw.  intfans.  st.  =  bleiben,  weilen,  wohnen.  HT.  Imp.  foiaib. 

Imperf.  plieb,  plib,'plyb.   Part,  beliben.    ;jichnvand  es  wer 

zergangen  auff  diser  erde  pleib.^^  Letzt,  statt  bleiben,    apokopirt. 

II.  4.  15.  16.    IL  3.  32.    III.  1.  19.  V.  3.  8.    CXXIII.  5.  13. 

XCI.  1.  6.  LXXXVIII.  3»  10.  XXXIX.  1.  9. 


804 

belangen,  Zeitw«  sdiw.  =  gelüsten,  ^^dermenseh  ItoBSick  bU  be« 
langen  ndch  benienM  GXVI.  3.  1. 

benedickt,  =  Mannsname.  Der  Heilige  d.  N.  fifllt  auf  den  2t.  Man. 
MT.  Dikt,  Diktl.  CXXIIL  2.  6. 

benedicite,  =  betet!  Ruf  znm  Tischgebete,  benedicite,  mittl.  LaU 
XCVII.  Titel  des  Gedichtes. 

benugen,  Zeitw.  schw.  =  satt  bekommen,  satt  werden,  ^^ich  aiaer 
sache.<^  sich  damit  vollends  sättigen.  LXXY.  2.  4. 

benemen,  Zeitw.  st.  =a  hinwegnehmen.  Part,  benomen.  LI«  3.  2. 
LXXXVII.  2.  8. 

beraten,  Zeitw.  st.  =  Rath  pflegen.  ;>mit  ainem.^^  CXXIIL  3.  9. 

bfH'aiten,  Zeitw.  trans.  schw.  =  bereiten.  CXXIIL  2. 4.  ;yEiinem  ain 
padelein.^^  Part,  berait.  adjectivisch.  ^^der  tantz  berait.^^  YL  141. 
unser  bereit. 

berauben,  Zeitw.  schw. = erlösen,  befreien.  ;9der  sorgen  tieff.^^LIIL  3. 7. 

berennen,  Zeitw.  trans.  halbschw.  SS  bestürmen.  Part,  berant.  1.2.17. 

berichten,  Zeitw.  trans.  schw.  =r  zurechtbringen,  ordnen,  beruhi- 
gen. ;^ber4cht  den  kummer.^^  XLII.  2.  3.   ^ 

berinnen,  Zeitw.  trans.  st.  =  berinnen,  überströmen.  Imp.  beran. 
LXXXVL  4.  8. 

ber  Osten,  Zeitw.  trans.  schw.  =  mit  Rost  überziehen,  beflecken  mo- 
ralisch. ;^mit  sweren  gotes  nam  dick  berost  wiFt.<<  berostei,  ver- 
unehrt.  CXV.  4.  7. 

beruren,  Zeitw.  schw.  =  anführen,  citare.  Part,  berurt,  bdiannt. 
CVL  7.  14. 

besehen,  Zeitw.  halbschw.  =:  1.  betrachten.  XIX.- 1.  2.  ^2.  ver- 
sehen, versorgen.  Part,  besacht.  XLVIII.3.  i2.  MT.  bsechen, 
bsöchen,  bsachen,  das  Vieh  versorgen,  füttern. 

beschaffen,  Zeitw.  trans.  st.  =  1.  erschaffen.  ;9himl  und  erd.^^ 
CY.  5.  5.  2.  vorbestimmen,  verhängen.  ;;pschaffen  ding.^^  fatam. 
CYIIL  4.  6.  Imp.  beschueff.    Part,  beschaffen. 

beschaiden,  Adj.  =  massig,  billig.  lY.  2.  2.  Wortspiel  auf  sc  bei- 
den ss  trennen. 

bescheid,  Adj.  =  klug,  pflffig.  XIIL  5,  8. 

bescheren,  Zeitw.  trans.  st.  ss  rasiren,  scheren.  Part.  besehiH 
ren.  Y.  1.  2. 


» 


aes 

ieschinden,  Zeitw.  traan.  st.  =s  schinden^  kaU  entldilltern.  ;4ir 
wald  ist  laubs  beschunden.^^  XVI.  1.  18. 

ieschutten,  Zeitw.  tnms.  sckw.  =  beschützen.  XYI.  4.  12. 

besetzen,  Zeitw.  trans.  faalbschw.  =  1.  besetzen,  versehen,  ver- 
sorgen. ;4er  kirchtag  war  also  besatzt.^^  XIV.  5.  1.  2.  obsi- 
dere.  ^^psetz  die  höhen  wart.^^  LI.  26. 

4»eseuften,  Zeitw.  trans.  schw.  ss  beseufzen.  ;>ich  die  lieb  beseufte.^< 
XXXII.  1.  18. 

besitzen,  pesitzen,  Z^itw.  trans.  st.  =wiehochd.  besitzen.  Prfis. 
besitzst,  2«  Pers.  Imp.  c.  pesass.  Part,  besessen.  CXV. 
2.  11.  LXVI.  2.  9. 

beslaffen,  Zeitw.  trans.  st.  =s  beschlafen.  Imp.  besileff. 
LXI.  2.  5. 

beslagen,  Zeitw.  trans.  st.  =  in  Eisen  und*  Bande  sehlagen.  Imp. 
bcslug.  XIII.  12.  3. 

besliessen,  beslenssen,  Zeitw.  Irans,  st.  ss  umschliessen ,  um- 
ringen, festsetzen.  Imp.  besids.  LXXXI.  1.  5.  ^^mith  trauren 
besleusset.^^  CXVII.  4.  8. 

bestecken,  Zeitw.  trans.  schw.  =s. begaben.  Part.  ^^besteckeT  mit 
reichem  schall.^^  XXXIV.  2.  12.  Sangkraft,  ^^rauch  bestecke  lau- 
bes  decke.^^  rauh  machen.  LXIII.  2.  8. 

fcesneiden,  Zeitw.  trans.  =:  beschneiden.  Imp.  besnaid.  GXXI.  3. 

bestftn,  besst^n,  Zeitw.  st.  =  bestehen.  1.  dauern,  Bestand  ha- 
ben, ^^wie  lang  sol  unser  not  mit  dir  bestdn.^^  XL.  2.  20.  y^i 
red  aus  yrem  «hals  nit  lang  bestd.^^  statt  bestand,  aus  Reimdrang. 
LI.  3.  18.    2.  bestehen  vor  Gericht.  LXIX.  1.  4. 

beswaren,  besweren,  Zeitw.  trans.  schw.  ss  beschweren,  belei- 
digen. CV.  3.  10.  XCV.  5.  10. 

bestreichen,  Zeitw.  trans.  =  bestreichen.  1.  tunken,  färben.  Part, 
bestreichet  im  Reim.  ;?mit  sbartzer  varb  bestreichet.^^  2.  tref- 
fen, bekämpfen.' XIV.  5.  14. 

betauben,  Zeitw.  trans.  schw.  =  betäuben,  schwach,  kraftlos,  gei- 
stesarm machen,  bethören.    Part,  te täubt.    XXVI.    26.    ;4^t 

-     swachen  wilzen.f^  XXIII.  6.  3.  4.  am  Verstände  lahm  machen. 

botkingen,  Zeitw.  trans.  st.  s=s  bezwingen.  Part,  betbangen.  LL 
1.  4,  XXXVI,  5.  3. 

20 


306 

'.betdren,  bedoren,  Zeifw.  trans.  schw.  s=  bethören,  bettfaben«  CIX. 
3.  10.  CXVII.  1.  8. 

betrachten,  Zeitw.  trans.  $chw.  =bb  betrachten.  Part,  betracht. 
VII.  2.  9.  1.  mit  dem  Dat.  ;,ich  dir  betracht,^^  XL  VI.  2.  9. 
2.  hoch  betrachten  s=  schätzen.   XXIII.  3.  1. 

betreten,  Zeitw.  trans.  st.  =  1.  zu  Theil  werden,  heimsachen. 
;?wunne  iren  leib  betrat.^^  LXXVII.  4.  18.  2.  finden,  haben,  ge- 
niessen.  ;^kain  guten  tag  er  nie  betrat.^^  CVI.  3.  2.  3.  antreffen, 
ertappen.  CVI.  5.  8.  4.  überflügeln.  ;^sd  in  die  nacht  des  bei- 
nes  hat  betrelen.^^  XXIII.  3,  3.  Vergl.  CVIL  2.  3.  Part,  be- 
treten. 

betreugen,  Zeitw.  trans.  st.  =  betriegen.  XCV.  5.  3. 

betronen,  Zeitw.  trans.  schw.  =  betropfen,  benetzen.  CVIL  4.  4. 
Das  bethränen  im  ursprünglichen  weitern  Sinne. 

bevilen,  Zeitw.  impers.  schw.  =  vei*driessen,  verleiden.  ;?Yon  yrem 
kloben  mich  bevilt.^^  wird  mir  zu  viel,  zu  lästig.  Vom  Adv.  vil. 
Alth.  filu,  filo.  S.  Schmell.  1.  627. 

bevor,  Adv.  =  in  voraus.  ;;geben.^^  LXIX.  1.  6. 

bewegen,  pebegen,  Zeitw.  trans.  st.  ssr  bewegen,  erschüttern, 
geistig  aufregen,  bekümmern.  CVIL  4.5.  XXV.  1.4.  Imp.  bewag. 

pebaren,  Zeitw.  schw.  =  wie  hochd.  LIV.  2.  2. 

bebaren,  Zeitw.  schw.  =s  beweisen.  ;^ain  stoltze  swebfn  das  be* 
bärt.^^  LXXXIX.  2.  1. 

bebeisen  beweysen,  Zeitw.  trans,  =  erzeigen,  anthun.  ^^grösse 
pläg.^^  CXV.  5.  4.  Imp.  bebeis sten.  XIL  4.  9. 

bezalen,  Zeitw.  trans.  &c^yr.  =  entgelten.  VI.  6. 

(Alles  Uebrige  mit  dem  Anlaut  B  unter  P). 

(Nur  in  romanischen  Wörtern  und  Naturlauten). 

oft  s=  Einzellaut  des  Kukukgeschreies.  XLI.  28. 
Qayphäs,  =  Mannsname.  ;,cayphä.^^  3.  E.  Sing.  CVI.  7.  5. 
caniOlä,  s=s  kleine  Hündin,   ital.   cagnuola,  vor  einen  Karren  ge-* 
,  .   spannt  und  geschunden,  wohl  jedes  misshaqdelte  Geschöpf 
andeutend.  XV.  4.  2. 


907 

cancellte,  die;  =s:  Kanzlei,  aus  dem  ital.  eancelleria  vörktirzt.  >^es 
kaisers  cancellie.^^  XV.  2.  5. 

eant,  as  Singe!  yerktirzt  aus  dem  folgenden  cantare.  ^^cant  froHch, 
86],  Id,  barbard/^  CXXIII.  6.  9. 

cantä,  s=s  canta,  Imp.  aus  dem  ital.  cantare.  ;;cantil  dultz  den  Ar- 
lafay.^^  XIV.  4.  13. 

castelrut,  castelruttss  Castro  rotto,  Kastelrutt,  ein  Pfarrdorf  auf 
dem  Mittelgebirge  links  am  Eisack,  unweit  des  Schlerns,  mit  vie- 
len Herrenrechten  der  Wolkensteiner.  XC.  1.  7. 

cataldn,  =  Katalonien.  XVIII.  9.  5. 

cecil.  CXXIIL  6.  6.  cecill.  CXXI.  326.  =  Gecilie,  Frauenname. 
MT.  Tille. 

cecilie,  =  Sicilien.  XCV.  1.  5. 

celestfn,  £=  Cölestinus,  Mannsname.  CXXIII.  2.   10. 

ceatza,  =  ohne,  aus  dem  Ital.  senza.  LVII.  2.  5. 

chayölä,  =s  Ruf  des  Schifflenkers,  so  viel  als:  Gegen  den  Wind 
angesteuert!  vom  ital.  cajolare,  franz.  cajoler  un  vaisseau  =  gegen 
den  Wind  fahren  mit  geschickter  Schiffswendung.  ;9tu  im  (dem 
Winde)  chaydlft  reyden.^^  XXVIII.  3.  17. 

chalU,  =s  Ruf  zum  Einziehen  der  Segel,  aus  dem  ital.  calare,  franz. 
caler,  herablassen.  XXVIII.  3.  10. 

christein,  =  Christina,  Frauenname.  XXII.  7.  5.  MT.  Stine, 
Stindl,  Stinele.  *- 

et,  =  einzelner  Naturlaut  der  Kleinvögel.  ;;Cf,  ct.^^  XLI.  26. 

cidiwigk,  =  Bruchstück  des  nämlichen  Lautes.  XLI.  27. 

cierirt,  =  Fortsetzung  des  Lautes  et,  ct.  XLI.  26. 

cippern,  =  Cypern,  die  bekannte  Insel.  XLV.  1.  5. 

cisma,  die;  =  Spaltung,  Schisma.  ;;und  zu  der  cisma  wiir  genaigt.^^ 
VI.  62.  Bekanntlich  war  Kaiser  Sigmund  zu  Konstanz  in  einem 
iat.  Vortrage  über  haec  Schisma  von  einem  ital.  Kardinal  zurecht- 
gewiesen worden.  Er  Hess  sich  aber  das  deutsche  Sprachrecht 
eben  so  wenig  nehmen  als  Oswald,  auswärtiger  Grammatik  zu  Trutz. 

dement,  =  das  germanisirte  Clemens,  als  Mannsname.  CXXI. '387/ 

colen,  coln,  =  Köln,  Stadt,  aus  colonia.  XII.  1.  2.  XVI.  4.  1. 

colman,  =3  Coloman,  Mannsname.  CXXI.  286.  Den  Heiligen  d.  N? 
feiern  die  Katholiken  am  13.  Oktober.  :: .  ^ 

20» 


308 

columb,  s?ss  Columba,  spanische  JaAgfrau,  von  den  Mauren  des  Gltu- 

bens  wegen  ermordet.  CXXIII.  5.  13. 
eompass,   der;  s  Bussole,   Vorrichtung  mit  der  Magnetnadel  lor 

Schiffsleitung.   ;^nach  des   compass  iirmament  den  magnet  lend.^^ 

XXVIII.  2.  16. 
Concor dantz,  die;  =  Einklang,  das  Zusammenstimmen  in  der  Mu- 
sik. ;7dapay  kain   freuntlfch  concordantz.^^  XIX.   2.  10.     Mittlere 

Lat.  concordantia. 
conscientz,  =  das  sich  bewusst  und  gewärtig  seyn,  Fassung,  ^^mein 

conscientz  wirt  oft  s6  swach,  so  das  mein  Schreiber  klagt  seiaeB 

grossen  ungemach.^^  XV,  3.  8.  Mittl.  Lat.  conscieatia. 
constantinus,  =  Mannsname.  ;^constantini.^^  Fest  des  h.  Konstan- 
tins. CXXIII.  1.  8. 
constentz,  =s  Konstanz,  verdeutscht  aus  constantia.  VI.  1.  10, 
corbin,  =  Korbtnian,  heilig  verehrt  am  S.September.  CXXIII.  5.  2. 
corbiänus,  =;  Gordianus,  kirchlich  gefeiert  als  Heiliger  am  10,  Hti. 

CXXI.  130.    Die  Verwechselung  des  d  mit  b   ist  für  Oswald's 

Zeit  eine  Kleinigkeit, 
costnitz,  WH.  costnicz  s=  Konstanz.  LXXXII.  1,  12.  V.  4.  4. 
QQsmar,  z^  Kosmas,  ein  bekannter  Märtyrer;  sein  Fe3t  füllt  aaf  de« 

27.  September.  CXXI.  270.  lieber  die  Verwandtschaft  des  s  mit  r 

siehe  Grimm.  I. 
creätür,  die;  =  Geschöpf,   im   guten  Sinne,   ^^beipllch  creäti^r^^  an 

die  Geliebte.  XXXVI.  3.  7.  ;;der  creätüren  unterschaid.^^  CX.  1«3. 
crewzen,  =  kreuzigen,  aus  cruciare  der  mittl.  Lat.  WH.  CXXI.  i23. 
crisögonus,  =  der  Heilige  d.  N.  Sein  Fest  ist  am  24.  November. 

;,crisdgono.<^  CXXIIL  6.  6. 
crispinus,  =^  Heiliger,  verehrt  am, 25.  Oktober.  CXXI.  297. 
crist,  der,  cristen  im  Plural  ,==  Christ,  Bekenner  der  christlichen 

Religion.  I.  1.  4.  XVIH.  9.  1. 
cristan,  =  ;;herr  cristan  in  der  obern  pfarr.^^  der  Pfarrer  im  Him- 

niel,  Christus,  etwas  versprachspiesslicht.  XC.  3.  9. 
cd,  =s  einzelner  Schreilaut  des  Kukuks.    XLI.   28.   verdoppelt  cdoil. 

XLL  11. 
cum,  =s:  u^it,  lat.  cum.  XV.  4.  3. 
ennrat,  =s  Mannsname.  LVIU.  6.  5. 


909 

cur  SS,  der;  =a  Lauf,  Gang.   ;^der  werlde  cntss.«  Weitlauf.    CXTII. 
2.  2.  Lat.  cursus. 

(Zu  vergleichen  mit  dem  Anlaut  t.) 

damasias,  &s  Damasus  Pabst,   als  Heiliger  verehrt  am  11.  Dezem- 
ber, cxxm.  6.  11. 

danckper,  Beiw.  Neben w.  ss  dankbar.  VIII.  3.  3. 

dann,  3=  1.  ausser.  ;^r  sey  dann  unvernuftig.^^    2.  dannen.  ;>hebt 

euch  von  dann.^^  IV.  1.  17. 
dar,  =  dahin.  XLIII.  1.  21. 
daren,  Zeitw.  =  einen  schneidenden  Ton  von  sich  geben,  mit  dem* 

Acc.  ;^d  dart  ich  ir  der  meuse  don.^^  VII.  2.  14. 
daraus s,  =s  daraus.  V.  1.  14. 
darob,  =  1.  darüber,  örtlich.  LXXXIX.  2.  6.  LH.   1.  7.    3.  desl-i. 

halb.  UI.  3.  12. 
darzu,  =  dahin,  zu  solchem  Ziele.  CXI.  1.  11. 
das,  rs  1.  Neutrum  des  Artikels.     2.  dass,  damit.  CXI.  1.  12. 
daselbs,  =  daselbst.  III.  1.  19. 
dat,  =  das.  Nl.  Nd.  LVII.  3.  5.  LXXX.  1.  3. 
dawm,  der,  Plur.  dawmen,  =  Daum.  CIX.  4.  13. 
dauhen,  daneben,   Zeitw.   schw.   =  drücken,   schieben,  bokr«*. 

LVIII.  3.  12. 
david,  =s  Israels  König.  CX.  2.  11. 

davon,  =  wie  hd.  getrennt  vom  Zeitw.  >,dä  wil  ich  lassen  von.^UL  5.3* 
de,  =  lat.  tc,  dich.  LVII.  2.  12. 
deck,  decke,  decken,  die;  =  Bettdecke.  VL  88. 
decken,   tecken,   Zeitw.  =   1.   decken,  verhüllen.    XCIV.    3.    7. 

2.  unterdrücken,  stillen.  CXI.  2.  10. 
dem,  s=  nicht.  Ungerisch.  LVII.  2.  9.       . 
demit,  =s  nur  was.  Ungerisch.  LVII.  3.  1. 
denckltch,  Nebenw.  =  dankend.  LVII.  Expos.  1.  16. 
denemarch,  dennmarch,  tennmarch,  =  Dänemark.  XIV.8.  9. 
„Hans   von   denemarch.«^  ein  Begleiter  des  Kaisers  Sigmund   Mf 
Krönung  nach  Rom.  III.  1.  9.  XCV.  1.  3. 
denen,  Zeitw.  =  dehnen.  Part,  gcdennl*  CVI.  11.  8* 


•^310 

fennocht,  s=s  dennoch.  LH.  3.  10. 

ded,  =  Gotte,  (sey  Dank).  XCVIII.  3.  6. 

der,  die,  das,  =  1.  Artikel.  2.  Relat.  Genitiv.  Sing,  des,  der, 
des.  des  als  Theilungspartikel  statt  davon,  wovon,  darüber, 
daraus,  darin  u.s.  w.  Genitiv.  Phir.  der  in  allen  3  Geschlech-* 
fern.  Dativ,  den  ebenfalls  dreigeschlechtig.  Ueberdiess  dient  die- 
ses Relat.  als  Flickpartikel,  z.B.  ;;die  pan  die  ist.^^  C5VIII.4. 7 — 8. 

derklupffen,    Zeitw.  s=  erzittern,    mit  dem   Genitiv  des   freudigen 
.  oder  furchtbaren  Gegenstandes,  ^^das  ich  sein  schön  derklupffe  von 
rächten  fraden.^^  LXX.  2.  3.  MT. 

derw  eichen,  Zeitw.  =r  verwelken.  XXXI.  4.  21. 
•dester,  =  desto.  XXVI.  64. 

deuten,  Zeitw.  =  auslegen.  LVIII.  .5.  9. 

dyamand,  der;  =:  Demant.  ;;mit  aim  dyamandenn.^^  VI.  192. 

dich,  Beiw.  =  dicht.  X.  6.  2. 

dick,  dickh,   =   oft,   häufig   der  Zeit  nach.    CXXI.   92.   nvnwa^ 

dick,  die;  =  Dicke.  LXVI.  2.  10. 

dich,  =r  dich.  LXXX.  1.  1. 

diechlin,  das;  =  Dickbein,  vom  Knie  aufwärts,  in  liebkosender 
Diminution.  althd.  dheoh,  dioh  =  femur,  coxa.  LXXXIX.  3.  3. 

diemuet,  s=s  Dimut,  Frauenname.  LVIII.  5.  9. 

diemuetikait,  die;  =  Demuth.  CXVII.  7.  5. 

diemuetikltch,  Beiw.  Nebenw;  =  demflthig.  CV.  1.  7. 

dienen,  Zeitw.  =s  verdienen.  ;^den  lön.^»  XXIV.  3.  3. 

dieplich,  Beiw.  Nebenw.  =  verstohlen.  XXXV.  3.  23. 

diern,  dieren,  die;  =  unverheirathete  Person  des  weiblichen  Ge- 
schlechtes. 1.  Jungfrau,  z.  B.  Maria.  XCVI.  2.  3.  Hftdchen. 
CIV.  2.  1.     2.  weiblicher  Dienstbothe. 

diet,  die;  =:  das  Volk,  Nation.  Goth.  thiuda,  bei  Tatian  thiota, 
b^  Otfrid  thiot.  XXVI.  79. 

dietrich,  =;  Dietrich,  ein  Begleiter  Sigmund*s  zur  Krönung:  nach 
/Rom.  XIV.  2.  5. 

diien,  dillen,  Zeitw.  =  zur  Diele  schneiden,  formen;  mit  Dielen 
belegen,  bodnen.  Dneigentl.  ;;zbay  painlfn,  klain  gedilt.^^  dünn 
geformt,  zarl.  IV.  3.  15. 


ding,  das,  Plur.  dinge,  ss  1.  Ereignis^.   CVIII.  4.  6.    2.  Arbeit, 

Werk,  ^^guete  dinge/^  XX.  1.  4. 
dynne,  ==  Reim  auf  synne,  =  drinnen.  VI.  148. 
dionis,  =  Dionys.     Der  Heilige  d.  N.  CXXIII. 
dyors,  =  franz.  jours,  Tage.  LVII.  3.  8. 
dirs,  SS  slavisch  von  dirxim,  dirxata,   Iinperat.    dirxi,  woraus        O 

dirs.  LVII.  I.  8. 
diser,  dise,  dises,  dis,  8=  dieser,  dis  öfters  ohne  Rücksicht  auf 

Geschlecht.  ,,für  all  dis  werlt.^^  LVI.  3.  5. 
discantiren,  Zeitw.  =  den  Diskant  singen,  singen  überhaupt,  auch 

von  Vögeln.  XXX.  2.  2. 
disligaides,  =  aufgelöst!  I.  3.  4.    Vom  roman.  disligar,  Part. 

weibl.  Flur,  disligadas,  spanisch  u.  engadinisch.  ausgesprochen 

wie  noch  Jetzt  in  Münster  und  Santa  Maria.     Siehe  Conradi's  ro- 
manische Sprachlehre  S.  51   und  Grammatica  spagnuola.   Milano 

1812.  S.  43. 
dissonantz,  die;  —  dissonantia,  Misstönigkeit,  Misshall.  XIX.  2,  9« 
dits,  ditz,  =  das  ältere  Neutrum  für  dis.    XCIX.   3.    13.    XXVL 

402.    Grimm.  I.  796. 
dö,  =5  franz.  tu,  du.  Oswald  übersetzt  es  frei  mit  ach.  LVII.  1.  1. 
dober,  dobir,  weibl.  doabf  a,  ungewiss  doabro.  =:  gut.  Adv.  sla«    r^ 

visch.  LVII.  1.  10.  Oswald  übersetzt:  fest, 
doctor,  der;  =  Lehrer,  Kenner.   ;9ain  doctor  aller  weyshait.^^  Gott. 

XX.  1.  3. 
dol,  der;  ss  Schmerz.  Vergleiche  doleo,  dolor,  tolerare,  tuli,  dulden. 

XXX.  2.  18. 
dola,  =  ital.  doglia,  Schmerz,  Mühe.  XV.  4.  3. 
dolds,  =  das  lat.  dolos  (Betrüge).  CXXI.  299. 
donat,  =  Donatus.    Der  Heilige  d.  N.  CXXIIL  2.  1. 
denen,  Zeitw.  =  aufblasen,   blähen,   ^^gedonet  zbischen  fleisch  und 

palge.«^  LXXXVI.  4.  15. 
dör,  dörothed,  =r  Dorothea.  CXXIII.  1.  10. 

dorein,  =  darein,  darin.  C.  2.  4.  ' 

dorn,  doren,  der;  =  Dorn.  XXXV.  2.  36. 
drien,  drdn,  draen,  dran,  Zeitw.  =r  drehen,  durch  Umdrehes 

eine  runde  Gestalt  geben^  drechsetn.  ^»spitzllcb  gedrat.<^  LII.  2.  4. 


.  .   .^^ediewf  von  ^oId.<^  V.  4.  15.    HT«  drftnen.  die  Drft'h&dl  «aa 

Drehmaschine. 
"^       drag,  weibl.  draga,  =  lieb,  Iheuer.   LVII.  3.  5.    Siebe  Hetelko*8 

slavische  Sprachlehre  S.  23. 
dran,  =  daran!  Angegriffen I 
drdt,  Adv.  =:  schnell,  ^^kumm  herwider  drät.^<  schnell  wieder  heim. 

LI.  3.  20.  althd.  dräti,  dräto. 
drauch,  Plur.  dreuch,  =  Hand-  oder  Fussfessel,  Falle,  Schlinge. 

;^yon  des  leibes  drauch.^^  CXIII.  3.  12.  ;^deine  dreuche  und  netz.^^ 

XLVI.  1.  30.  Mhd.  drüch. 
drillen,  Zeitw.  =  rotare,-  volvere,  drehen,  durchdrehen,  rund  for- 
men. Part,  ged rollen  =  rund  gedreht.  III.  2.  5. 
dryn,  =  darin.  VI.  158. 
dringen,  Zeitw.  st.  =  1.  drängen,   quälen.   ;^er  pitter  t6d  mich 

mynder  dringt.^^  LXXXV.  3.  9.    2.  erpressen,  abnöthigen.    ;5die 

parschafft.^^  CIX.  3.  9. 
drischel,  drischl,  die;  =  Dreschflegel.  XXXIX.  2.  16. 
dritlhalben,  Adv.  =  dritthalbs.   VI.  128. 
drtvaltikait,  die;  =  Dreinigkeit.  XCIX.  3.  1. 
drey,  männl.  weibl.  dreu.  ungewiss.  =  drei.  ;>dreu  tier.^^  XX.  3;  1. 
drewzehn,  =  dreizehn,  Neutrum.  ;jjär.^^  CVIII.  2.  3. 
dreschen,  Zeitw.  st.  =r  dreschen,  klein  machen,  zart  bilden.    ;^vein 

gedroschen.^-'  CIV.  1.    12. 
drd,  die;  =  Drohung.    CIX.  1.  4.    ^M  tadeis  drö.^^  LXVIII.  1.  4. 

überhaupt  Misslichkeit. 
droUen,  Zeitw.  schw.  =  drehen,    fest,   keif  machen.     Part.   ;>ge- 

drolt.^^  L.  2.  9.  Vergl.  drall,  troll,    dräen,  drillen, 
droschel,  droschl,  die;  =  Drossel.  XLI.  1.  6. 
droschelein,  das;  s=  Diminution  des  vorigen  Wortes.  XLI.  41. 
Arnoken,  Zeitw.  =  drücken.  ;9ain  mattras.^^  sich  darauf  unwohl  hin 

und  her  wälzen.  VI.  68.  CXVI.  1.  4. 
drum,  drumm,  das;  ==  Trumm.  XCVI.  3.  13.  LXX.  2.  14. 
drüng,  =  Reim  auf  kung.  Plur.  Drang.  CVI.  8.  9. 
dultz,  =  süssj  dolce,  dulcis.  XIV.  4.  13. 
dnncken,  Zeitw.  halbschw.  z=s  dünken.  ;;der  dunckt  michsicher  nit 

ain  töTM  LXIX.  1<8.  XXVIL  1.  3.  fmp.  dattchl.  Ckhij.  deucht. 


3)3 

^^und  daucht  mich  des  so  frais/^  LXXXVI.  2.  i4.  ;^er  arbeit 
deucht  mich  nit  zuvil.<^  LXVIII.  1.  9.  CXIII.  2.  1.  XXHI.  2.  1. 

dancken  recht,  das;  ss  Willkürrecht,  nach  den  Eingebungen  des 
eigenen  Kopfes  ohne  Rttcksicht  auf  geschriebene  Gesetze.  XXVL 
222.  Die  erste  Hdlfte  dune,  der,  =s  aii)itrium.  Grimm.  III. 480. 

dangen,  Zeitw.  schw.  ss  dttngen.  ;^mit  siiesser  kraft.^^  reichlich  ver-* 
sehen.  XXK.  1.  5. 

durch,  Vorw.  =  i.  wegen.  ;jder  seinen  töd  volendet  durch  mich 
und  mangen  sunder  kalt.^^  CVIII.  5.  10 — H.  2.  in.  ;jwie  zier- 
lich ist  ain  stat  vemuft  durch  man  und  frau.^^  XXIII.  5.  14. 

durchfidern,  Zeitw.  =  durch-  umwehen.  XXXItl.  3.  6. 

durchflocken,  Zeitw.  ss  durchzielien ,  durchdringen.  ;^gele  durch- 
flocket.^^  vom  Haare  der  Geliebten,  d.  h.  in  blonden  Locken  nie- 
derwallend. L.  1.  11. 

darchgän,  durchg^n,  Zeitw.  st.  =:  durchririsgen.  ;^dcr  kindlfn 
.   schal  band  mein  ören  dick  durchgangen.^^  III.  1.  30.  CIX.  1.  12. 

darchgeren,  Zeitw.  c=:  durchgähren,  durchzittern.  ;^schrick  durch- 
gert  mir  s^l  und  leib.^^  XCII.  1.  6. 

dnrch  klär,  Beiw.  r=s  durchaus  hell  und  leuchtend.  LXYI.  1.  3. 

durehleucht,  Part,  von  durchleuchten  =  sehr  glänzen,  glanzvoll. 
CVII.  3.  2. 

durchleuchten,  Zeitw.  =  hervorleuchten.  XCVI.  1.  1. 

durchleuchtig,  Beiw.  =  1.  hellglänzend,  lichtstrahlend.  LXXXII. 
3.  2.    2.  Titel  des  Grafen  von  Tirol.  XIII.  11.  6. 

durm,  Beiw.  =  schwindelig.  XXVIII.  3.  8.  MT.  türmisch  (ver- 
tigine  laborans),  türmen  (Iftrmen  und  springen). 

durnen,  Beiw.  =  aus  Dorn  gemacht.  ;>krdn.^^  CVI.  8.  18. 

durchpaissen,  Zeitw.  scliw.r=mit  einer  scharfen  Flüssigkeit  durch 
und  durch  mürbe  machen.  Part,  durch paist  ess  durchdrungen^ 
voll.  XXVI.  51. 

durchpluen,  Zeitw.  schw.  ss  durchglühen,  ^^dein  gesiebt  mein  herta 
durchpliit.<^  LIX.  3.  12.  blühen  und  glühen  sind  eines  Ur- 
sprungs. 

durchschocken,  Zeitw.  =  mit  weissen  Flecken  auf  schwarzem 
Grunde  versehen,  oder  umgekehrt,  scheckige  machen.  CXII.  2.  4. 

dut,  =s  ital.  tntto,  franz.  tout.  gi^nz«  Adv.'LVIL  2;  7, 


314 


6,  SS  dritter  Bachstabe  im  Namen  gr^tt  (margareta),  den  Oswald's 

Gemahlin  geführt,  daher  ein  Gegenstand  der  Verehrong  des  Dich- 
ters. ;,ain  edel  6.^^  LVI.  2.  5. 
eben,   Adv.  =s  gleichmässig ,    in   wechselseitiger  Gleichmässigkeit. 

CXV.  3.  3. 
eben,  die;  ss  Ebne  als  Gegensatz  zum  Berge.  XLL  1.  3. 
ebenpild,  das;  =  Gleichniss,  Beispiel,  Aehnlichkeit.  XXYI.  380. 
eberhart,  ss  Erzbischof  von  Salzburg,   aus  der  edlen  Familie  Neu- 

haus  vom  J.  1420—29. 
ebser,  ss  Eigenname,  Einer  von  Ebs.  YIII.  2.  2. 
eck,  =  ich.  Grimm.  I.  7.  81.  LVII.  1.  6. 
edel,  edl,  der;  =  Mitglied  der  Adelschaft,  des  zweiten  Standes  in 

der  Gesellschaftsordnung  des  Mittelalters.  XXI.  1«  9. 
ee,  =s  franz.  et  =  und.  LVII.  3.  8. 
ee^  6  gewöhnlich  nur  im  Reime,  =s  ehe,  eher,  ehevor.  XXVIII.  2.23. 

LXVIII.  1.  9.  Hinausgezogen  im  Sänge  eeeee.  LXXVL  3.  30. 
ee,  die;  s=   1.  Vertrag,   Einverständniss ,    Bündniss.  LXX.   2*  16. 

2.  Gesetz,  Recht,  ^^otltch  ee.^^  soll   der  Richter  haben.  XXVI. 

302.    3.  Ehe.  LXXXVI.  6.  2. 
ee,  SS  ital«  e  ss  und.  LVII.  1.  11. 
egk,  =  lat.  ego,  ich.  LVII.  2.  12. 
ehafft,  Beiw.  =3  gesetzlich,  rechtmässig,  wahrhaft  dringlich.  VI.201. 

^^ehafft  nöt.^^ 
ey,  Interj.  =:  ei.  XLIIL  17. 
eyfern,  Zeitw.  =  eifern  mit  dem  Acc.  ;^r  eyfert  man  und  freue- 

lein.^^  um.  von  Gott.  CVIII.  4.  13. 
eyffen  land,  ss  Eifland,  Liefland.  S.  Prim. Suchenw.  175.  HL  1.7. 
eyl,  eil,  eyle,  die;  =  Eile.  ;,in  kauffes  eyle.^^  CXVII.  5.  2. 
eylen,  Zeitw.  ss  eilen.  XXXIX.  1.  9« 
ein,  eyn,  =s  einzig  in  seiner  Art.  LXXVI.  1.  6.  einzig,    vor  allen 

andern.  XXII.  5.  26. 
einlitz,  as3  einfach.  ;^inlitz  zung.^^  C.  1.  8. 
einschenben,  Zeitw.  as  einschieben,   hineinstecken,   Kost  in  den 

Mund.  Imper.  >^henb  dn/^  XLL  34. 


315 

einsmiden,  Zeitw.   ss  in  Fesseln  schmieden.    Part.  eiDgesmjtl»' 

CIX.  4,  14. 
eyölä,  =  seemännischer  Kunstausdruck.  XXYIII.  3.  10. 
eysack,  der;  =  Eisack,    Fluss,   der  von   der  Höhe   des  Brenners 

kommend  sich  bei  Botzen  in  die  Etsch  ergiesst.  XC.  1.  7. 
eysen,  das,  Plur.  eysen;  =  Eisenfessel,  ^^fünf  eysen  hielsen  mich.^^ 

VIL   3.  15. 
eysenlatz,  der,  Plur.  latz;  =  Eisenfessel.  CVIII.   6.  6. 
eylel,  Adv.  =  ganz,  völlig,  ^jcytel  rain,  eytel  grun.^^L.3. 2.LV.  2. 1. 
element,  demente,  der;  =  Elelnent,  NaturkrafI,  besonders  Wind. 

XXIX.  1.  10.  XXYIII.  2.  12. 
elisab^t,  elsp6tä,  eis,  eis s,  =  Elisabeth,  Frauenname.  Die  Hei- 
lige d.  N.  hat  ihr  Fest  am   19.  November.    LXI.   2.    1.    CXXII. 

11.  4.    CXXI.  323.  V.  2.  10. 
eilen,  eile,  die;  =  Elle,  ulna.  ;4ch  gib  euch  kurtze  ellen.^^  kurze 

Frist.  TV.  1.  25. 
eilend,  ellendt,  das;   =   1.  Leben  in  der  Fremde,   Ort  der  Ver- 
bannung,   althd.  elilenti,   dessen   erste  Sylbe   auf  alius  weist.. 

2.  Mühseligkeit,  Elend.  ;^kain  ellendt  tet  mir  so  andt.^^  XIX.  1.  1. 

^^ch  eilend. ^^  XL.  1.  8.  III.  1.  20. 
eilend,  Beivf.  =r  landflüchtig,  in  der  Fremde  lebend,  althd.  elilanti. 

2.  armselig,  bejammernswerth.  LXXVI.  2.  8. 
ellentltch,  ellentleich,  Bei  w.  =1.  irrend  in  der  Fremde.  XGVIIL 

2.  5.  CXVI.  d.  12.    2.  bejammernswerth.    CVII.  1.  1. 
elly,  =  alle.  ;>elly  ketzly  tunt  ein  setzly.^^  XXX.  3.  38.     Das  mhd. 

elliu.  Grimm.  I.  745.  mit  dem  seltenen  Umlaut, 
emperen,  emberen,  Zeitw.   =:   entbehren.    CXVII.  1.  15.    XXXI« 

2.  19.  ;,empir  ich.^^  Präs.  LXXVI.  3.  14. 
embor,  =  empor,  hinauf.  CXII.  3.  3. 
emboren,  Zeitw.  =  heraufholen,  aussprechen.  XXIII.  4.  3. 
empfähen,    enpfähen,   =  empfangen.    CXXII.  3.  1.    LXXXVII.; 

4.   14.    CXXI.   58.     Bei  Konsonantenanwachs   und   im    Auslaute 

allzeit  in  ch  übergehend, 
ejnpfangen,  enpfangen,  emphangen,  Zeitw.  st.  ==  empfangen. 

Imp.  empfing,  empfieng,  empfie.  Part,  empfangen.  ;>em" 

pfangen  von  mänger  farbe.'^  XXXIII.  2.  11.  «XIV.  2.  8. 


316 

empfaren,  Zeitw.  =a  entgehen.  LXX.  1.  15. 

empfelhen,  Zeitw,  st.  =s  empfehlen,  h  in  ch  vor  Konsonanten  und 
im  Auslaute.  CXXI.  266. 

empferben,  Zeitw.  =  anders-  verfärben.  XIV.  4.  19. 

empfliehen,  Zeitw.  st.  intrans.  =  entfliehen.  Imp.  empflöch.  h 
nach  der  Regel  in  ch.  XXXVIII.  1.  15. 

empfinden,  emphinden,  enphinden,  Zeitw.  =  empfinden.  Imp. 
empfandt,  enphand,  enphant.  Part,  empfunden,  en- 
phunden.  Präs.  emphindt  =  empfindet.  V.  5.  12.  CXII.  1.6. 
CXV.  2.  4.  CXVI.  4.  7.  XIV,  5.  5. 

empfromen,  empfromden,  Zeitw.  =  entfremden,  nehmen.  Ein- 
tritt von  b  an  die  Wurzel  bei  Konsonantenanwachs  und  im  Aus- 
laute empfrombt.  CVIII.  3.  16.  MT. 

empinden,  Zeitw.  =rr  ablösen,  frei  machen.  ;^euch  alles  trauren.^^ 
XXXVI.  2.  3.  LXXXVI.  2.  22. 

emplossen,  Zeitw.  ss  entblössen ,  berauben.  ;>der  synn  emplost.^^ 
XLII.  3.  22. 

en,  s=:  1.  Verneinungspartikel,  unmittelbar  dem  Zeitworte  vorausge- 
hend, gewöhnlich  mit  ihm  zusammenhängend.  In  der  Rege)  findet 
sich  stets  noch  eine  andere  ein.  ^^wo  man  die  leges  nit  enthalt.^^ 
XXVI.  20.  Oft  bleibt  sie  jedoch  aus.  ;^frau ,  ich  enmag.<<  mag 
nicht.  XXXIX.  1.  1.    2.  das  spätere  ent.  ^^ngegen.^^  u.  s.w. 

end,  ennde,  endt,  das;  ===  Ende,  ^^an  endt.^^  am  Ende.  LVI.  2. 10. 
XXIX.  1.  9.  LXXXVII.  4.  22. 

enderlein,  s=s  Andreas.  Der  Heilige  d.  N.  wird  am  letzten  Novem- 
ber gefeiert.  CXXI.  334.  HT.  Ander,  Anderle. 

engel,  engl,  der;  =s  Engel.  VI.  180. 

engelant,  =  England.  VI.  206. 

enge  lisch,  Beiw.  =  engelhaft,  engelschOn.  ^^zartes,  engelisches 
weib.^^  LXXXII.  3.  1, 

engel  schar,  die;  sss  alle  Engel  zusammen  genommen.  XXIX*  3. 26. 

en  gelten,  Zeitw.  st.  =»  entgelten.  Imp.  engalt.  XII.  2.  24.  ;^es 
schricks  engelten.^^ 

engiehin,  tss  liebkosendes  Diminutiv  aus  Angelika,  der  Name  eine* 
Kindes.  XI.  2.  16. 

engstitch,  engestitch,  Beiw.  es  «ngitlieh.  CXIII.  2.  8, 


ai7 

eBkalb,  ss  jenseits. 

enp fallen,  Zeitw.  =  entfallen.  XXXI.  4.  6. 

anpresten,  Zeitw«  s?  fehlen,  Hangel  leiden  an  etwas.  Inipersonal. 

;9W0  mir  enprist>^  wo  ich  Mangel  leide.  XCIV.  2.  7. 
eas palten,  Zeitw.  xs  zerspalten,  enspalt  sr:  gebrochen, 
ent,  ente,  die,  Flur,  enten,  ss  Ente.  XXXI.  4.  37. 
enteren,  Zeitw.  =  entehren.  CX.  2.  7. 
entgagnen,  entgagenen,  Zeitw.  ==  zu Theil  werden.  ;^ntgagen.^ 

entgageae.  XLIII.  1.  3.  ;^ntgagent.<^  XII.  1.  8. 
enthauben,  Zeitw.  schw.  sss enthaupten.  Part,  enthaabet.  CX.3.8. 
enthumep,  Zeitw.  =  nehmen,  absprechen.  ;^sein  lob  wirt  ihm  ent« 

humet.^^  XXXVI.  6.  10. 
enthurnea,  Zeitw.  ss  enthömen,   losschftlen.   ;>und  ich   mich   nye 

entharaet  von  meiner  grösser  missetftt.^^  CVIII.  6.  4. 
entpauen,  Zeitw.  rs  daraufbauen,  halten.  CXVIII.  7.  2. 
eatrennen,  Zeitw.  s»  zertrenaen.  XL.  2.  11.  Part,  eatraat. 
eotrinnen,  Zeitw.  st.  =:  entrinnen.   Part,  entrannen.   II,  1.  15. 
entrücken,  Zeitw.    =  entrücken.    ;;>ich  pin  der  synaen  entruckt.^^ 

LXXXVIII.  3.  5. 
entsliessen,  Zeitw.  =:  aufthun,  öflPaen.  XXXV.  2.  18. 
entsn eilen,  Zeitw.  S9  daroa  schnellen,  entwischen.  XIII.  5«  S. 
entspringen,  Zeitw.  z=s  wie  hd.  XXXIII.  1.  9. 
entst^n,  Zeitw.  =s  werden,  erscheinea,  aufstehea.   XVIII.  4.  3. 
entstdssen,  Zeitw.  ss  versiossea.  LXII.  2.  2. 
entweckea,   Zeitw.   =   entlockea,   auspressea.  ;>zäherllche  iloae.^^ 

CXVL  2.  8. 
entber,  eatwer,  :ss  quer,   hin  nad  her.    ^^ia  tail  der  haid^ichafk 

eatber.^^  XXVI.  6.  ^^d^  ordea  furea  löblich  eatber.^  miltea  dinvh's 

Lebea.  XXI.  1.  6. 
eatherffea,  Zeitw.  st.  za  hewerfea,   befleckea.  >^as  sich  eatbarff 

mit  plut  sein  antlutz.^^  CVII.  4«  3. 
entwyaaea,  Zeitw.  =  abgewinnen  im  Liebesgeanss.  XLVII.  1.  3. 
enzuckea,  Zeitw.  sr=  entzftckea,  eatziehea.  CXin.  3,  6. 
enzuadea,  Zeitw.  =  eatzüadea.   Part,  eazuadt.  XLII.  2.  12.. 
efteawayv  ents}»ay,  :m  entzwei,  ia  «wei  Theile.    IIL  3«  9«  C&¥«: 

2.  3. 


318 

enbicht,  enwicht,  entwicht,  =  nichtig,  kraftlos,  ^^er  leib  ist 
mir  vor  alter  enbicht.«  CXII.  3.  12.  CXVIII.  5.  11.  LXXVIL 
1.  9.  Aus  ein  wicht,  etwas  Nichtiges.  Mhd.  dazwiht.  zusam- 
menhängend mit  iht,  Oswald  icht,  und  niht  Oswald  nit,  nicht. 

6r,  6re,  die;  =  Ehre.  ;;>frau  6re.<^  XXVI.  28.  besonders  jnngMu- 
liehe  Ehre  vor  der  Welt.  LXXXYIL  3.  8.  Auch  offen  eer.  ^jisß 
schand  für  eer  sei  dringen.^^  XX.  1.  10. 

eraren,  erarnen,  Zeitw.  Zugewinnen,  verdienen.  ;^as  laid  zugut.^ 
XVI.  1.  15.  erwerben,  redimere.  CVI.  3.  8.  Die  erste  Form  ist 
durch  den  Reim  geschützt,  die  zweite  durch  den  nämlichen  v^^ 
worfen. 

e'rbeiten,  Zeitw.  st.  =  erwarten  mit  dem  Genitiv  der  Sache.  ;;mein 
herr  hdt  deins  gesanges  kaum  erbitten.^^  XIII.  14.  6. 

erbieten,  Zeitw.  st.  =  anbiethen,  geben.  ;^rbdt.^^  VI.  166. 

erbrennen,  Zeitw.  =  verbrennen.  XXIX.  1.  8. 

erbarmen,  Zeitw.  =  zu  Herzen  gehen.  LXXVI.  3.  2.  ^jLiss  dir 
mein  ndt  erbarmen.^^ 

erd,  die;  s=s  Erde. 

6ren,  =  ehren.  CX.  2.  1. 

^renreich,  ss  ehrenvoll.   CV.  1.  11. 

erfreyen,  Zeitw.  =s  abwerben,  abgewinnen.  L.  3.  9. 

erfriesen,  Zeitw.  st.  =s:  erfrieren,  erfrds.  XIX.  1.  9. 

erfroren,  Zeitw. ss mit  Frost  heimsuchen.  MT. erfrearen. XLVII.  1. 4. 

erfüllen,  Zeitw.  =  sättigen.  ;^damit  mein  gier  erfüllet  werd.<^ 
XLVIII.  3.  11. 

arg  amen,  Zeitw.  =  bemerken,  achten  auf  etwas,  gaumjan  bei  Ul- 
philas,  mit  dem  Accus,  der  Sache.  XLIV.  2.  10. 

ergftn,  ergßn,  Zeitw.  =  1.  losbrechen.  ;?lftss  dein  zoren  nit  ergdn.^^ 
XCIX.  1.  13.    2.  sich  verwirklichen,  auslassen.  ^>ir  will  an  im.^^ 

;  CVI.  7.  1 — 2.  3.  zergehen,  schmelzen.  ;^ls  der  snee.^^  CXYIU; 
4.  12.  Formen:  ergand  =  ergehen,  ergie  ss  erging  3.  F. 
.     .VI.  359.  LXXXVI.  1.  4. 

erben,  an,  =  erben,  haben.  ;^as  erbt  sy  von  dem  mayen  an.^ 
XLVIII.  2.  2. 

erbrechen,  Zeitw.  st.  a  2erbrec)ien,  neutral:  ;;erbricht  da^  herU.^- 
XLII.  2.  2. 


^  3!»  ^ 

ergellen,  Zeitw.  st.  =s  schreien,  ^^ergal.^^  XIX.  1.  13. 
ergetzen,  ergeczen,  Zeitw.  =  reflcere,   stärken,   ^^und  pin  er* 

getzt.^^  LXXXVIII.   2.  12.  ;>der  seines  laids  ergeczt  wil  sein.<^ 

V.  1.  1.  getröstet.  Von  azzen,  fttttern. 
erglentzen  sich,  Zeitw.  ss  sich  im  Glänze  völlig  entfalten.   ;^r^ 

glentzt  sich  zu  blüen.^^  XXXIV.  1.  19. 
ergreif fen,  Zeitw.  st.  =  erhaschen,  fangen, 
ergreinen,  Zeitw.  =b  knarren,   greinen,   pfeifen.     Imp.  ergrain; 

XIV.  4.  15. 
erhart,  =3  Erhard,  gefeiert  als  Heiliger  am  8.  Jänner.  CXXI.  8. 
erhören,  Zeitw.  =  hören.  XXIX.  1.  16. 
erkennen,  Zeitw.  s=s  wie  hd.  erkent,  erkant.  XXIX.  1.3.  XIII. 

12.  9.  erkande,  im  Reim.  XVII.  6.  2. 
erkiesen,  Zeitw.    =ss  erwählen ,   benfltzen»    ;^en   graben   morgen.^^ 

XXVII.  2.  6. 
erklupffen,   ZeitW;  =s  erschrecken,   ^^ainer  sache/^  XIV.   3.   18« 

« 

Vergl.   derklupffen. 
er  k  r  u  m  e  n ,  Zeitw.  =3  krumm,  verkehrt  werden.  ;^das  recht.^^  XXVI.  187« 
erkiicken,  Zeitw.  =r  erquicken.  XXXVIII.  3.  22. 
erkunden,  Zeitw.  serfahren.  erkunt  sas  erkundet.  LXXXIX.  1.  6i 
erlamen,  Zeitw.  ==  lahm  werden.  XXIII.  3.  7.  CXVIII.  4.  8. 
erlassen,  Zeitw.  :=  erwehren,  damit  verschonen.  ;>unsdick  laides.^^ 

CVIII.  3.  2.  ;>deins  gesneude  mich.^^ 
erlaiden,  Zeitw.  =  verleiden.  ;^alle  sund.^^  CXVI.  5.  15.  ) 

erleiden,  Zeitw.  st.   =s  erleiden.   Part,  erliten.   VI.   10.   erlail; 

CHT.  1.  6. 
erlauffen,  Zeitw.  =  ;^mit  zal.^^  zusammenzählen.   CXVII.  2.  15.    > 
erleuchten,   Zeitw.  neutr.  =s  erglänzen,  glänzen,  ^fär  alles  golt.^ 

LXIX.  3.  9.  ) 

erloschen,  Zeitw.  neutr.  ss ohnmächtig,  krafdos  werden.  ;;dle  yeini 

schrickltch  erloschen.^^  CIV.  1.  9. 
erlosen,  Zeitw.  =  wie'hd.  Part,  erldst.  XXXVI.  2.  5. 
ermären,  Zeitw.  =  bekannt  machen,*  laut  werden  lassen.    Gtothisch 

mßrjan,  publicare.  : 

ermaasen,  Zeitw.  ss  erschleichen,  ersteUen.  LXXI.  1.  9. 
ermklfch,  s=  ärmlich,  schmerzlich.  CVI.  8.  15.  .;  :o 


320 

ermel,  der;  ss.  Aermel. 

erneren,  Zeitw.  ?=  erretten.  LXXXYI.  i.  18. 

ernider,  =s  darnieder.  LII.  3.  9. 

erperen,  Zeitw.  —  abklopfen.  ;^ie  haut.^^  prügeln.  LXXXVI«  1.  16. 

erplauen 9  Zeitw.  =  ab-  zerbläuen.  XIV.  4.  10. 

erplunsen,  Part.  =s  aufgebläht^  stolz,  eitel.  CIX.  1.  3.  Von  blin- 

sen,  blunsen,  blonen,  binnen.  MT.  binnen, 
erreissen,  Zeitw.  zzs;  arripere,  erwerben  in  Eile  undEifer.  CXVII.5.& 
erreiten,  Zeitw.  =  wie  hd.  Part,  erriten. 
errennen,  Zeitw.  =  mit  rennen  einholen,  dahin  gelangen.  XXIX.  1. 7« 
erschollen,  Zeitw.  =  schallen  machen.  ;>etwas  in  die  drea  ainem.^ 

XIII.  5.  10.   ;9sich  erschellen.^^  sc  sich  laut  hören  lassen. 

XXVII.  1.  16. 

erschiessen,   Zeitw.  =  1.  ohne  Acc.  suggerere,  Bath  ertheilen. 

XXVIII.  1.  12.    2.  mit  Acc.  öffnen,  lösen,  erschös.  LVI.  1.6. 
erschrecken,  Zeitw.  =:  l.Neutr.  st.  terrm.  ;^iner  sache.^^  LXXV. 

2.  4.    2.  trans.  in  Aufruhr,  Gährung  bringen.  ;>dasplut.^^  IV.  2. 9. 
erschwel len,  Zeitw.  neutr.  =  aufschwellen.  ;^mein  hertz  erschwilt 

vor  sorgen.^^  CXIV.  3.  5s 
erswetzen,  Zeitw.  =s  durch  schwätzen  gewinnen.  XXXI.  4.  31. 
erslagen,  Zeitw.  st.  s=  ambringen,  erschlagen.  V.  1.12.  erslig.e. 

Abschreiberform  für  Imp.  Conj.  statt  erschlüge. 
6rst,  =s  zuvörderst.  Aus  ^rist.  Grimm.  UI.  586. 
erstarren,  Zeitw.  ss  wie  hd.  ^^erstart  in  laid.^  XJUX.  1.  27. 
ersttglen,  Zeitw.  =  erstreben,  erringen.  Aus  stigen,  stfglen  as 

steigen  wie  erklimmen,  Reim  auf  siglen.  XIII.  1.  8. 
erstoren,  Zeitw.  sss  zerstören.  XL\HI.  1.  8.  aufsehrecken.  XL.  7. 

in  Unordnung  bringen.  I.  4.  4. 
er t allen,  Zeitw.  =s  urtheilen.  XXVI.  87. 

tTtiwierde,  die ;  ss  Erzwttrde.  ^rtzwierden  gnds.^^  damit  bddeidel. 
6rtrunck,  der;  =  Ehrentrunk.  V.  2.  6. 
ertotoQ,   Zeitw.  s=s  todtkrank  machen   im   figüriichen  Sinne.    ^4^» 

schaiden  mich  ertott.^^  LXXXVIIL  3.  2. 
ervaren,  erfaren,  Zeitw.  =r  erfahren. VI. 4.  sich  ereignen,  ^^un- 

derzaichen  sind  erfaren.^  CXyil.  3.  2. 
erv ordern,  Zeitw.  ss  zitiren.  CXOL  i.  tS. 


3K1  ^ 

erbachen,  Zeitw.  ssl.  Neutr.  ;;fru  erbaehen.^ idug  seya.  XC.3. 13* 

2.  erwecken.  XII.  3.  23. 
erwerben,  Zeit^v.  ss  bekommen,  erhalten.  I.  1.  14.  Imp.  erwarb, 
erweren,  Zeitw.  =  verwehren,  hindern.  ;^den  slaf.^^  CXIV,  3.  6« 
erzaisen,  erzausen,  Zeitw.  =  zerzausen.  III.  2.  26.  3.  29. 
erzünden,  Zeitw.  =r  erztinden,  anzünden.    Part,  erzunt,  erziint. 

XLIV.  2.  6.  XXIX.  3.  18.  CIV.  3.  4. 
es,  r=  i^eonastisch.  ^^nain  es.^^  LXVII.  1.  8.   ^^sprach  es  iKe  aIte/< 

XXXI.  3.  25. 
eselein,  das;  =s  wie  hd.  XLI.  66. 
ett,  eet,  Part.  =  halt,  gelt.  MT.  aus  ahte  ich.   Yergl.  Khd»  eht, 

et,  ot. 
etil  ich,  =  manch.  ;^ettlicher.^^  CXIV.  4. 15.  Plur.  ^^ettUch  wochen.<< 

IL  2.  17. 
ewr,  =  Fürw.  =  mit  dem  best.  Art.  ;jder  ewr.^^  eurige.  CVI.  9.  4« 
ettgelwaid,  die;  =s  Augenweide.  CIX.  1.  16. 
eugen,  Zeitw.  =  Augen   treiben,   ausschlagen,   von  Bäumea   und 

Pflanzen.  XLIX.  3.  4. 
euseb,  4.  E.  euseben,'=:  Name  eines  Heiligen,  der  am  14i  Am*- 

gust  gefeiert  wird.  CXXI.  226.  CXXIII.  4.  11. 
«ttsset.  Tirolisch  ausset,sc:  ausserhalb,  auf  der  Aussenseite.  C.  2. 14. 
eustachius,  =  Heiliger.  CXXIII.  6.  1. 
ew,  =  euch.  LXX.  1.  1. 
ewigkleich,  ewlgklich,  ebigkleich,  Beiw.  Nebenw.  =:  «wig« 

LXXIII.  2.  4.   CXVIII.  7.  18.    Eigene  Adverbialform:   ebi gli- 
chen. XXI.  4.  9. 
ex,  =  lat.  ex,  aus.  LVII.  3.  2. 

lä,  sss  Einzelner  Ton  der  musikalischen  Scala.  XC.  1.  14. 
fabian,  fabien,  ss  Name  eines  Heiligen,  dessen  Fest  auf  den  20. 

Jänner  fällt.  CXXIII.  1.  5.  CXXI.  20. 
fail,  Beiw.  ss  feil.    ;9die  gail  fail  machen.^^  so  gering  als  möglLch« 

LXXyi.  2.  20. 
fail  eil,  Zeiiw.  «c  anfeüsehen,   um  den  Preis  fragen    mit  dem  Acc. 

des  Gegenstandes.  ;>ainen  hechten.^^  XV.  2.  3. 

21 


322^ 

fall)  die;  s  Falle,  decipnla.  CXI.  3.  18. 

fannauer,  =  Eigenname  eines  unbekannten  Kriegsmannes.  XIV.  2. 5. 
far,  die;  =  Weg,  Fahrt.  ;;fur  ich  wol  die  rechten  far.<^  CXIII.  3. 17. 
federspil,  das;  =  abgerichtetes  Stossgevögel  zur  Bei  tze.  XVIII.  2.  i. 
ferg,  ferge,  verg,   der;   =a  Diener,  Knecht.   )^es   todes   ferge.^^ 

GVL  4.  8.  Gerichtsbote  und  Büttel.  XXVI.  35. 
feyren,  Zeitw.  =  müssig  seyn.  ;^die   zeit  nit   feyren  lässen.^^    be- 
nutzen. CXVII.  3.  12.  XLIX.  2.  4.  MT.  feyern,  nichts  thun. 
ferre,  farre,  Beiw.  und  Adv.  =  weit,  entfernt,  weithin,  ;>wann  es 

ist  ferre  gl§n  dem  tag.^^  es   ist  noch  weithin,    bis  es  Tag  ^rd. 

XXXIX.  1.  2.  LXX.  1.  5. 
ferren,  Zeitw.  schw.  ss  entfernen.  CXI.  1.  12. 
fei,  das;  e=s  Haut,   auch  des   menschlichen  Leibes.    LXXXIX.  2.  6. 

XXX.  1.  17.  MT.  a  fei  =s  bearbeitete  Thierhant. 
fellä,  =  lass  fallen.  XXVIII.  3.  10. 
feilen,  Zeitw.  schw.  =  fällen,  zum  Fall,  ins  Unglück  bringen.  ^Jenck 

mich  fellende.^^  gehört  wohl  zu  feien  =   aberrare  und    heisst: 

leite  mich,  wenn  ich  fehle.  LXXIX.  3.  7. 
fellenberg,  =  Schloss  in  der  Gegend  ton  Innsbruck.   XIII.  4.  2. 

Vellenberg. 
feuchte,  die;  =s  Feuchtigkeit.   LXXXVII.  4.  4.   ^^meines    hertzen 

feuchte.^^  an  die  Geliebte, 
feuchten,  Zeitw. ss befruchten,  benetzen,  ^^wurtzen.^^  CXXIII. 2.  14. 
feuer,  feur,  3.  E.  sing,  feure,  das;  sFeuer.  ^^feur  in  dem  tach.<^ 

sprachwörtlich :  ach  und  weh.  LXXVI.  2.  25.  XIV.  3.  14. 
feuerspach,  =:  Hölle.  XVIII.  6.  8. 
fewst,  die;  ssz  Faust.  V.  2.  4. 

fi,  as  Nachahmung  des  Naturlautes  gewisser« Kl einvögel.  XLI.  25. 
fici,  =  ähnlicher  Singlaut  der  Vögel.  XLI.  27. 
ficken,  Zeitw.  =  heften,  stecken,  hängen,  ^^ie  liebe  darzu  flcken.^^ 

dahin  heften.  CXI.  1.  11.  engl,  fig,  ital.  ficcare. 
fideli,  =  Naturlaut  der  singenden  Kleinvögel.  XLI.  25. 
fidein,  Zeitw.  =s  geigen.   I.  2.  8.   ;;welcher   fidelt  mir  auff  meinem 

saittenspil ?^^    fragt  die   wollüstige  Magd   die  Knechte,    obscön. 

XLV.   17.  ;;ainem  fideln.^^    Stösse,  Schläge  angedeihen  lassen. 

XV.  4.  11. 


323 

fiermnng,  die;  =a  Sakrament  der  Konürmatioii  in  der  katholischen 

Kirche.  CV.  4.  6. 
finden,  Zeitw.  st.  =  finden.    Imperf.  fand,  Conj.   fände.    Part. 

a 

funden,  gefunden.  LH.  2.  15. 
firlafay,  der;  =  brillante  Tanzarie,  Lied.   ;^d  canta  dulti  den  fir- 

lafay.^^  XIV.  4.  13. 
firlafantz,  firlifantz,  der;  =  graziöse   Tanzart.   ;^ar  waideltch 

tritt  sy  den  firlifantzen.^^  XXX.  3.  1.   sagt  Oswald  von  seinem 

Mädchen.  Uneigentlich  ;^firlafantz  aller  pame.^^  das  üppige  Grünen 

und  Blühen  der  Bäume  im  bewegenden  Hauche  der  Frflhlingslufl. 
Firmament,  das;  =   1.  Firmament.    2.  Bestätigung,   Befestigung, 

Orientirung.  XXYIII.  2.  16.  firmamentum. 
firmen,  fiermen,  Zeitw.  s=  schlagen  mit   dem  Acc.  des  Gegen- 
standes. ;;ain  wang.^^  XC.  3.  14. 
flack,  =  Alpthal,  Bergabschnitt  unweit  dem  Dorfe  Seis  bei  Kastei- 

mtt.  XC.  1.  3. 
flasch,  die;  =  Flasche.  V.  3.  9. 
fieschltn,  das;  =r  Fläschchen.  LX.  3.  6. 
flaschelein,  das;  =s  Fläschlein.  LX.  3.  1. 
fleder,  der;  s=s  Gededer,  Astgezweige«  lY.  2.  30. 
flehen,  Zeitw.  =s  anflehen  mit  dem  Acc.  XYIII.  9.  2. 
fleischlich,  Beiw.  Nebenw.  =  sinnlich,  ^^wollust.^^  CXL  2.  9. 
fleyss,  der;  =:  Fleiss.  XCL  1.  16. 
fleissen  sich,  Zeitw.  st.  =  sich  beQeissigen,  auch  mit  dem  Genitiv 

des  erwünschten  Gegenstandes.  CVIII.  1.  4.  Hhd.  vlizzen. 
fleraming,=s5flämmisch,  niederländisch,  besonders  Sprache.  L  VII.  1.  i7. 
fliegen,  fleugen,  Zeitw.  st.  ss  wie  hd.  Imp.  flog.  Part,  geflo*- 

gen.  XLI.  7. 
fliehen,  fleuhen,  Zeitw.  st.s^wiehd.  fliehen.  Imp.  flöch,  flach. 

Conj.  fluch.  Part,  geflohen.  LH.  3.  8.   CVIL  1.  10.   CXXI. 

210.  CIX.  2.  16. 
fliessen,   fleusen,   flieren,   Zeitw.   st.  =  verlieren.   ;jich   flies 

dein  ewigs  reich.<^  CXIV.  1.  6.   ;jer  fleust  sein  leben.^^   VI.  24. 

^^damit  deins  leibes  sal  nit  flur  der  6ren  grftl.^^  die  Jungfrauschafl. 

XXIX.  2.  26.  ;,fluren.^^  XX.  2.  16.  LXIV.  1. 14.  LXXXVIII.  3.8. 

X.6.  3.  CVIL  5.  16.  Imp.  flds,  du  fldst.  Vergl.  Verliesen. 

21» 


32« 

fliessen,  fleussen,  Zeitw.  st.  s=  fliessen.   Imp.  fids,    Part,  ge- 
flossen. CXIII.  3.  12.  XI.  3.  4.  CVI.  8.  16. 
flins,  =  das  utlemde,  scbimmenide  Fallen,  Fliessen.  ;^urch  zahers 

flins.«  XCIII.  1.  2. 
llinsen,  Zeitw.  =  zittern,  scbimmern,  erglänzen,  fliessen.  ;7kldr  ge- 

flinst^^  von  Bach  und  Wellen.  XXXIII.  3.  21. 
fldch,  der,  Plur.  floch,  =  Floh.  IV.  3.  4. 
florenzdla,  =  Fiorenzuola,   Ort   unweit  Piacenza,   im  Parmesani- 

schen.  XV.  4.  1. 
fioriän,  =  Heiliger,  verehrt  am  4.  Mai.  GXXIII.  3.  1.  CXXI.  124. 
f  loriren  sich,  =  sich  rühmen,  prahlen,  preisen,  prangen.  XXXV.  2. 12. 
flucht,  die;  =  1.  wie  hd.  2.  Ausweg,  Mittel.  LXXVI.  3.  8. 
iluchtigkllch,  Beiw.  Nebenw.  =  flüchtig,  eiligst.  XXIV.  2.  13. 
fluch,  fluech,  der;  =  Fluch.  VI.  86. 
-fluchen,  Zeitw.  =  fluchen.  IV.  3.  20. 
flunst,  der;  =  Fliessen,  Strömung, Fluss.  ;9des  Wassermannes üunst.^^ 

XVII.  5.  16. 
flunt,  z^  Flamme,  Gluth.   ;^in  zunder  pracht  feures  flunt  unerzunt.^^ 

von  der  Empfängniss  Christi.  CIV.  2.  17. 
fluss,  flus,  der;  =  Ergiyis.   ^^der  mynniklfche  fluss.^^  aus  Chrisli 

Seite.   XCIX.  2.  2.   ;^eines  billen  flus.^»    Entscheid,   Hinneigen. 

CVI.  4.  9. 
flust,   der,    die;    ss    Verlust.     XXII.    1.    3.    ;;an    seiner    flast.^^ 

XXVI.   335. 
flut,  fluet,   d^  die;  Plur.  flut,   fluete;  ss  Fluth,  Woge.   ;>auf 

wildem  meres  flut.^^  II.  2.  20.  CX.  2.  4. 
<fodern,  Zeitw.  =  fordern.  MT.  kennt  das  letztere  nicht.  CXIV.2. 12. 
formiren,  Zeitw.  =  bilden.  ;?gformiret.^^  formatus. 
"fort,  die;  =  Fahrt,  Betragen,  im  Reim  auf  wort.  LXXXIX.  1.  10. 

Aus  fart,  vort. 
forton,  =  weiter  fort.  XXVIII.  2.  21. 
fortzen,  Zeitw.  =s  unterthun.  ;>levant  \k  dich  nit  fortzen.<^  XXVUI. 

2.  18.  forzare. 
frad,  die;  =  Freude.  LXX.  2.  4. 
Srkjg,  die;  =  Frage.  LXXXVI.  3.  6. 
fray^  es  vrai,  wahr,  wahrhaftig.  LVII.  2.  9. 


9»5 

« 

friidig:,  Beiw.  s  keck,  übermüthig,  bellsüchlig,  treulos.  XXIL  5.  5. 
X.  7.  3. 

fraig,  =  franz.  yrai,  wahr,  g  ist  Aussprache  undMundart.  LVII.  t.  i, 

frais,  Beiw.  s=  erschrocken.  ;«jft  burd  ich  schir  sd  frais.^<  LXVII.  4.  3. 

fraislich,  Adv.  =  schrecklich.  XXIV.  3.  8. 

franek,  ac=  frei,  ital.  franco.  LVIL  1.  H, 

franckreich,  franckereich,  =  Frankreich.    I.  2.  2.    VI.  189. 

frantzoisch,  as  französisch,  fran^^ois  ,  woraus  heutzutage  franf^s. 
LVn.  1.  14.  XXX.  2.  2. 

frantze,  ss  Zier,  Schmuck,  Epitheton  an  Liebchen:  Zierreiphet 
LXXXI.  3.  9. 

franzds,  der,  Plur.  franzds.  ==  Franzos.  VI.  209. 

frau,  die;  «=  donna,  Liebchen.  XLII.  2.  6.  XIL  1.  4.  4.  E.  csiqg. 
fraun. 

frauenpild,  das;  =s  Weibsbild,  Mädchen.  CVIII.  2.  1. 

frech,  Beiw.  Nebenw.  =  1:  muthwillig,  stark,  frohgemuth.  ;^mit 
frechem  abprechen  von  pflfferlingen  rdch.^^  XXXVIIk  1.  fO* 
2.  voll,  gross.  ;;aln  peutel  frechen.^^  XXXI.  3.  19. 

frey,  Eeiw.  =  wie  hd.  Plur.  freyn,  freie  Männer,  den  Leibeigenen 
entgegengesetzt.  XIII.  11.  4. 

frey,  freye,  der;  =  Baron,  Grosser.  VI.  164.  XIII.  15.  3. 

freyen,  freien,  Zeitw.  =  frei  machen.  Imp.  freite.  CVI.  4.  6. 
XXIV.  5.  7. 

freien,  Zeitw.  =  werben,  mitdemAce.  des  Gegenstandes.  ;^hertzen- 
lieb.^^  XXII.  5.  11. 

frant^,  frentzelein,  =  Franziskus,  der  Heilige  des  vierten  Okto- 
bers. CXXIII.  5.  9.  CXXI.  277. 

fressig,  Beiw.  :=  gefrässig.  XXIII.  2.  9. 

fretten,  Zeitw.  =s  plagen,  mit  dem  Acc.  VIII.  1.  20.  HT.  frören, 
fröten  ss  schinden,  sich  abhärmen  in  Arbeit  und  Noth,  ,{(ls  tran- 
sitiv nicht  gebräuchlich.  Der  Frötter  =  der  sich  nur  mit  äijsser- 
ster  Mflhe  dnrchbringt. 

freuen,  Zeitw.  r=:  erfreuen,  ^^hertz,  mut.^^  LXXIV.  i,  2. 

freuelein,'  freultn,  freulein,  freul,  das ;==  Fräulein.  LXIV.  1.  J2. 

freuntlös,  Beiw,  =s  ohne  Freunde.  XCIX.  3.  14. 

frevellch,  freaeltph,   fraveltch,   friueltch,  V^m*  Nejjenw. 


326 

==  boshaft,  vermessen,  frevelig,  sündhaft.  LXIX.  2. 5.  CX.  2. 12. 

XVI.  2.  9.  MT.  Parabel  =  Frevel, 
frid,  fride,  der;  =:  Frieden.  XXII.  2.  i. 
fridreich,   friedereich,    fridertch,   verkürzt  fritz,  fritze,  = 

Friedrich.  X.  3.  4.  VI.  91.  VI.  96. 
frischlich,   Beiw.  s=;  frisch,   stark,   lustig.     Adv.  frischlichen. 

XXXI.  1.  14.  LX.  3.  11. 
frdlfch,  froltch,  Beiw.  ==  fröhlich.  Adv.  frdhltchen.  XXXVIII.  1.  f. 
frolichait,  die;  ==  Fröhlichkeit.  XXIII.  9.  1. 
fremden,   Zeitw.   =  fremde,    spröde  thun.   ;>dein   fromden   gr6s.^^ 

XXXVIII.  2.  18. 
fromdikait,  die;  =:  Fremde-  Sprödethun.  XL  VI.  1.  3. 
frön,  frone,  einmal  fröni,  =  1.  heilig.  XXVIII.  1.  16.  CXXIII. 

5.  4.    2.  herrlich,  schön.  XI.  2.  6.     Die  dritte  Form  weiset  auf 

ein  höheres  Alter,  und  ist  wohl  das  Hauptwort  frön  =  dominus. 

;^hochgelobtes  kreutze  fröni.^^  alma  crux  domini.  CXXIII.  5.  4. 
fronen, •frowen,  Zeitw.  =  freuen.  LXXX.  2.  2. 
fruchten,  Zeitw.  =  1.  tragen,  fruchten.  ;^ir  leib  frucht  tugent swer.^^ 

LXVIII.  2.  9.    2.  erlangen,  bekommen,  gewinnen,  ^^dlichen  pau.^^ 

Zerstörung.  VIII.  3.  8. 
frude,  die  ;  =  Wohlaussehen,  Schönheit.   MT.  fruetigkeit.  XXXY. 

2.  23.  LXXXVII.  1.  2. 
frnm,  frumm,  Beiw.  =3  tapfer,  brav,   wacker,   gut,    fromm.  XII. 

1.  32.  III.  3.  25.  XX.  1.  9. 
fru,  frue,  =  früh.  XLVII.  1.  6. 
frucht,  fruchte,  die;  =:  Brut,  Geschlecht.    XXX.  1.  25.     Spross, 

Adelszweig.  LVI.  3.  3.  CIV.  3.  19. 
frumm,  der;=Nutzen,  Vortheil.  ;?ainer  sache  klainen  frumm  nemen.^^ 

LXXXVI.  3.  7.  ;,zu  frummen.^^  zu  Guten.  XXVIII.  3.  16. 
frumkait,   frumikait,   die;   =  Bravheit,   Frömmigkeit.    VI.   209. 

XII.  3.  10. 
frummen,  Zeitw.  schw.  =s  andingen,  bestellen.  XXX.  2.  44.  MT. 
frust,  der,  Plur.  frusle,  Reim  auf  gelüste.  XXXV.  2.  30.   Frost, 
frut,  Beiw.  =  wohlbehalten,    physisch   und   geistig.    ;>frisch,    frey, 

frut.^^  müater.  LXIII.  1.  4.  ;<jerlfch  frut  wachsen.^^  neu.  XXII. 

4.  9.  verständig.  LXXI.  1.  1.  MT.  Pusterthal  frutigss  wohl- 


9S7 

aussehend,  wohlbeleibt.  Vintschgau  as  versttfndig.  alts.  fruodss 
sapiens.  Grimm.  I.  730. 

frut,  der;  ea  Verstand.  ;9cel6stin  mit  hohem  frut.^^  CXXIII.  2.  10. 

fader,  =  hinweg,  henror.  ;>tun  ain  vensterpret.^^  öffnen.  XXYII.  2. 8. 

fudern  sich,  Zeitw.  =  sich  schnell  weiter  machen.  LVIII.  6.  1. 
HT.  ttberhanpt  statt  fördern,  das  sie  nicht  kennt. 

fueter,  das;  =s  Futter.  LXYII.  4.  13. 

fug,  f^eg,  der;  =s  1.  Nutzen,  ^^mein  fueg.^^  XIII.  12.  1.  2.  Ge- 
legenheit, Bequemlichkeit.  XII.  2.  5.  3.  Kunst,  Fertigkeit,  Ge- 
schick. XXXVIII.  3.  14. 

fügen,  fuegen,  Zeitw.  3=  1.  trans.  wahr  machen,  ^^got  fug  das 
wär.^^  LVI.  3.  16.  2.  reciproc.  sich  fUgen.  a.  accidere  I.  1.  1. 
b.  willfKhrig,  fügsam  seyn.  ;^die  mynne  fuget  nymant,  der  nit  en- 
hat.^^  LX.  1.  1;,    c.  sich  begeben,  se  conferre.  XV.  1.  5. 

fSrsatz,  der;  =s  Vorsatz.  XXII.  2.  6. 

fürs  enden,  Zeitw.  =b  voraussenden.  ^^gute  wercke.^^  CXVIII.  1.  18. 

für  hin,  =  hinweg,  weiter.  ;>g6  fitrhin  drät.^^  sagt  das  korbgebende 
Mädchen  zum  Werber.  LX.  1.  8. 

furpas,  ==  weiter,  fernerhin.  LXXVII.  3.  15. 

fiirst,  der;  =s  Erste,  primus,  Fürst.  Aus  furisto.  Grimm.  III.  564. 

furstenberg,  =:  Ort  am  Rheine.  XII.  4,  19. 

füss,  fus,  fuess,  der,  Plur.  fusse,  fuesse;  =:  Fuss. 

füslin,  das;  =  zierliches,  liebes  Fflsschen.  b.  2.  11. 

fuxs,  Flur,  fuxse,  der;»:  Fuchs,  GewandausFuchsbälgen. XI.2. 7. 

fol,  das;  =  Füllen.  XLI.  54. 

funff,  =  ftinf.  XXXI.  4.  12. 

für,  Vorw.  =5  1.  vor,  über.  ;jfiir  alle  weib.^^  LXXIV.  3.  4.  2.  gegen. 
;9fur  stahel.^^  CXV.  5. 18.  ^^chatten  für  die  sunn.^^  LXXVII.  2. 4. 

furbftr,  SS  forwahr. 

furchten,  Zeitw.  =  wie  hd.  Präs.  ich  furch,  du  furchst.  CXIX.  1. 15. 
XXXIV.  3.  12.  CIX.  1.  5. 

furdern,  Zeitw.  ssr  1.  trans.  fördern.  2.  reciproc.  sich  beeilen. 
LXX.  1.  14. 

furderniss,  s=  Förderung.  XII.  4.  12. 

foren,  Zeitw.  =s  haben.  ;>halbs  gesicht.<<  an  einem  Auge  blind  seyn. 
XII.  2.  36. 


(-> 


firgut,  =7  }y(viTgüf  nemen.^^  boni  consulere.  LXXXYII.  3.  16. 

für  her,  =  hervor,  heraus.  ;^furher  zieren.^^  XL  VIII.  2.  15.   ;>farher 

pringen.^^  XXYII.  3.  9. 
ffirhetzen,  Zeit w.  =  voraussenden.  pygiits.'<  für  die  Ewigkeit.  CXVII. 

5.  14.  Part,  furgehatzt. 
f arm,  der;  =  Form,  Mass.  XXVIII.  3.  7.  MT.  Furm  =  Art,  Weise, 

Anständigkeit.  Unfurm  ss  Missförmigkeit,  Unart. 

g,  =S5  erster  Buchstabe  in  Grett,  dem  Namen  der  Gemahlin  Oswald's, 

daher  hochverehrt  und  besungen  vom  Dichter.  ;^  seuberlfches  g.^ 

LVI.  2.  1.  ;,hochstes  g.^c  LXXXI.  3.  1. 
gftb,die,Plur.  gäb,=Gabe.  ;^wie kostleich sind  dejn  gäb.^^CXIV.2. 18. 
g  ab  e  1 ,  die ;  =  Werkzeug,  wohlbekannt  in  der  Landwirthschaft.  XXXIX. 

2.  16. 
gabriel,  =  Name  eines  Erzengels.     Vom  fiischof  von  Brixen   1422 

sagt  Oswald  im  Betreff  einer  Buhlschaft  in  Brixen ,  dass  ;^6r  alle 

gässen  k^ret  mit  ainem   mantel   gabriel.^^   bitterer  Hohn   auf  den 

nicht  unbefleckten  Verkehr.  XVI.  2.  13. 
gftch,  =  eilig,  vorschnell.   ;^stelen   ist  mir^gäch.^^    ich  bin  sehr  ge-- 

neigt  dazu,  pressö,.  empress^.  MT.  ;^a  gäches  wesen,^^  angebornes 

hitziges  Wesen, 
g&ch,  gach,  die;  =r  1.  Eile.  ;^ellender  gäch.^<  CVII.  1.15.  2.  Hitze, 

unüberlegt   zur   That   schreitender   Zornanfall,    ^^in    ainer   gach.^^ 

LXVII.3.  11.    3.  gäbe  unüberlegte  That.  ;>kain  gach  tun.^^  XIII. 

11*.  8.     4.  gdher  Zufall,  Tod.  ;>st6n  für  gach.^^  gute  Eigenschaft 

eines  Heiligen.  CXXI.  118.  MT. 
gfthen,  Zeitw.  =  1.  eilen.  ;^fur  ainen  gähen.^^  eiligst  ihm  vor's  Auge 
*  treten.  CXVIII.  3.  15.  XXIX.  3.  40.    2.  gehen  überhaupt,  ^^nur 

wo  ich  gäch.^^  XXXIII.  1.  30. 
gaggel,  das;  =s  Unehrbarkeit.   ;;damit  hueb  sieh  aio  gaggel.^^  vom 

Spiel  der  Liebe.   Ausi  cacare.    MT.  Gaggele,  Zeitw.  gaggen, 

gagge  machen.    XLV.  19. 
gail,  Beiw.  ssx -stolz,  freudig,  mathig.  XLIX.  i.  2.  XLIII.  43. 
gail,  gaile,  die;  s=s  Lust.  ;;all  streffüch  gail.^^  LXVI.  1.  8*  Mann- 


929»^ 

hea.  ;>weckt  mir  die  gail/^  XXXIL  2.  21.  Freude,  Muth.  ;9iiiir 
.machet  fall  die  gail.^'  LXXVL  2.  21.  LVI.  1.  1. 

gailen,  Zeitw.  =s  1.  freudig,  stolz  machen.  ;9der  leib  gailt  mich  s6 
hon.^^  LXVni.  1.  5—8.  XXX.  1. 19.  2.  sich  gailen.  a.  freuen. 
y^iiser  mere.^^  LXXXyi.2. 10.  b.  lustig  und  gierlich  sich  bewegen, 
^ybertz,  mut,  syn  gailen  dar.^^  zur  Geliebt^,  wo  sich  ausfiel. 
LXII.  3.  8 — 10.  ;^hiBden  aus  dem  kloster  sich  gailen.^^  XXXY. 
2.  44.  ;9sich  gdn  des  mayen  grün.^^  XXXIY.  1.  18. 

gailich,  Adv.  =  lustig,  fröhlich.  LXVI.  3.  11. 

gais,  slav  *aus  gam.  2.  pers.  präs.  gash  sss  gais.  du  willst,  be- 
gehrst. • 

gaiss,  die,  Plur.  gaiss,  =s  Ziege.  LXVII.  4.  6. 

gaist,  der;  s=  Geist.  LXX.  3.  1. 

gaistlich,  Adv.  =  im  Geiste,  in  Gedanken.  yM  ich  gaistlich  sach, 
das  mir  mein  klag  werd  abgenomen.^^  LVI.  1.  12. 

gaistlich,  der;  =  Mitglied  der  Priesterschaft ,  des  ersten  Standes 
in  der  Gesellschaftsordnung  des  Hittelalters.  Vergl.  ritter,  arbaitter« 
XXVI.  166. 

gal,  der;  =  Ruf,  Gerücht.  XXIX.  2.  27. 

galander,  der,  Plur.  galander,  =5  Heidelerche.  XLI.  6. 

galge,  der;  =  Galgen.  LXXXVI.  4.  18. 

gall,  =  Gallus.  Der  Heilige  d.  N.  fällt  auf  den  16.  Okt.  CXXI.289. 

gailen  getrank,  gallen  tranck^  das,  Plur.  trenck;  =s  Getränk 
aus,  von,  mit  Galle.  CVII.  5.  21.  XCIX.  2.  9. 

gam,  game,  Beiw.  =a  lustig,  fröhlich,  mit  dem  Genitiv.  ;9aus  dei- 
nem Garten  sey  wir  gnaden  gam.^^  CIV.  3.  30.  ;,aller  pame,  zame, 
game.^^  XXXY.  2.  29.  altsächs.  gam -an  =  laetitia,  ludus.  ags. 
gaemen  =  jocus.  engl,  game  =s  Spiel.  Aus  unserm  gam 
stammt  das  mhd.  gämlich,  gemlich,  lustig.  MT.  gampen, 
lustig,  herumspringen,  gampeln,  scherzen,  sich  im  Spass  herum- 
balgen, die  Gamp,  ein  schäckerhaftes  *  Mädchen. 

gam,  die;.as  Sorge,  Aufsicht,  Hut,  Acht.  ;?gaffi  nemen  ainer  sache.^^ 
auf  sie  achten,  sie  wahrnehmen.  XXXIV.  3.  7.  ;,des  hab  ich  wol 
genomen  gam  an  in.^^  bemerkt.  XIV.  3.  7.  althd.  gomma,  mtllhd. 
gaum,  woraus  unser  gam. 

gamen,  Zeitw.  =  achten,  merken,  sehen..  LXX.  3.  11. 


^ 


330 

SraneD,  Zeitw.  =  schreien  wie  ein  Esel.  ganf.  DerEinzeIlaut.XLI.69. 

gang,  gangk,  der;  s  Gang,  ^^desselben  gangs.^^  auf.  VII.  2.  4. 
^^g^pogen  ist  mein  gangk.^^  schwankend  zur  Erde.  CXII.  1.  14. 

gans,  ganns,  gennss,  die,  Plur.  gens,  gense,  =  Gans.  Sinn- 
bildlich: die  Sinnlichkeit,  das  niedrige  Begehrungsvermögen  am 
Menschen,  Wort-  und  Sinnspiel  auf  Huss.  XYIII.  3.  10.  XVIII. 
6.  4.  In  den  nord.  Sprachen  gaas,  gäs^  niederd.  g6s^  in  Krain 
güs  =  Huss.  Hoffmann's  Reineke  Vos  S.  188. 

gar,  =  sogar.  LXXXIL  1.  2. 

garb,  Beiw.  und  Adv.  =  völlig,  entschieden,  ausgewachsen.  Bei 
Oswald  nur  mehr  Flickpartibel  und  Reimwort  auf  Farbe,  ^^manger 
hendlin  varbe,  garbe,  marbe.^^  LXXXXII.  1.  10.  Schmeller.  II.  63. 

garn  strecke,  die,  Plur.  strecjien,  =  Fischnetz  zum  Aasspannen. 
VI.  194. 

gart,  garte,  garten,  der;  =  Garten,  Weite,  Breite,  Lustort.  ;^yom 
himels  gart.^^  XXIX.  1.  22.  ,jin  der  sunden  gart..^^  CXV.  5.  7. 

gast,  der,  Flur,  gesste,  =  hospes.  Fremder,  Pilger,  ^^fromder  gast.^^ 
tautologisch.  CXVI.  1.  7.  XL.  1.  7.  ^^äs  deinen  gast  nicht  ster- 
ben.^^  der  für  dich  pilgert,  yom  ;^winde,^^  der  weither  kommt. 
XXVIII.  2.  8.  XIII.   11.  4. 

gastlin,  das;  =  armer  Gast,  Frauenwerber,  Pilger.  XCI.  3.  3. 

gatter,  der;   =>  MT.  hölzernes  Thor  an  Zftunen   und  Wegen,   das 

.    Vieh  abzusperren,  während  es  Menschen  bequem  aufthun  können, 

an  einigen  Orten  auch  die  gatter,   streng  geschieden  von  das 

gatter,  das  nur  im  Sinne  Gitter  gebraucht  wird.    ;^en  gattern 

rucken.^^  vom  Auf-  und  Zuthun.  obscön  de  concubitu.  LXlV.  1. 5. 

gauch,  der;  =  1.  Kukuk.  XXXV.  3.  10,  XLI.  1.  7.  2.  Tölpel, 
Narr.  ,?ain  öden  gauch.^^  XXVI.  284. 

ga  u  gg  el,  g  au  gel,  der;  =  das  Gaukeln,  der  Fall  des  Stolpems. 
II.  3.  28.  daher  MT.  gaugeln.  II.  3.  32. 

geben,  Zeitw.  st.  trans;  =3  geben.  Präs.  ich  gib,  geist,  geit. 
neben  gibst,  gibet,  gibt.  Imp.  gab,  gab,  gäbe.  Part,  ge- 
geben, geben  (verkürzt).  Imperat.  gib.  C.  3.  15.  LI.  1.  7. 

gebhart,  der;  =  gebefroh  im  passiven  Sinne,  bestechlich.  XXVI.  49. 

geberen,  Zeitw.  st.  s=s  gebären.  ;^ain  gut  geboren  edel  man.^^  gnt 
adelig.  XXXVI.  1.  1. 


33! 

gedachtikitch,  Adv.  =3  im  andenkenden  Zustande,  in  der  Erinne-« 
rang.  CVII.  2.  2. 

gedanck,  gedanckh,  der,  Plur.  gedenck,  gedencke,  gedan-i 
cke,r=s  Gedanke,  Sinn,  Vorhaben,  Erinnerung.  C. 2.  5.  LXXYII. 
1.  20.  XXVIII.  1.  15.  XVII.  4.  32. 

gedencken,  Zeitw.  halbschw.  =  gedenken.  Inp.  gedacht,  ge- 
dachte. Part,  gedacht.  XXIII.  Jl.  4. 

gedenns,  das;  =  Gewoge,  Menge.  ;^kind,  weib  und  man  ain  dicks 
gedenns.^^  VI.  171.  Grimm.  II.  35.  gedense  =  commotio  vom 
althd.  dinsan  =rr  trahere.  Stamm  denen,  gedunsen,  raw^ 
riiv<a>. 

geding,  das;  =  Gericht,  Tagfahrt,  Rechtsentscheid.  ;;in  urtail  und 
geding.^^  XXVI.  306. 

geding,  g.edingen,  das;  aa  Vertrauen,  Hoffnung.  ;>den  armen  ist 
nichts  anders  geben,  als  gut  geding  und  übel  zeit.^^  XXII.  4.  4. 
;>trostltch  gedingen  ich  zu  der  guten  hän.^^  XXXVII.  4. 1.  XXII.  5. 10. 

geddne,  gedone,  das;  =s  Seufzer,  Gebeth.  ;7mit  gaistlfchem  ge- 
done.^^  CXII.  3.  4.  Nichtumlaut,  Reim  auf  tröne.  CXIV.  1.  4. 

gedrang,  gedrange,  gedranck  im  Endreime.  =  1.  Gedrflng,  das 
Drängen  einer  ivogenden  Menge.  VI.  138.  2.  Gewalt,  das  sich 
Hervordrängen.  ;^durch  tags  gedranck.^^  XXXIII.  1.  3. 

gedrange,  Adv.  =3  in  dichter  Schaar.  XVI.  5. 10.  fest,  innig.  VII.  3.4. 

gedräut,  gedrott,  =  Gertradis.  1.  Die  grosse  wird  am  21.  No- 
vember, 2.  di^  kleine  am  17.  Mflrz  gefeiert.  CXXI.  325.  CXXI.  76. 

gedreut,  das;  =  Freundlichkeit,  Liebe,  Grass.  ;>wann  sie  leut  en- 
pßngen  mit  gedreut  .^^  XXXIII.  3.  14. 

gedultikitch,  gedultigkltch,  Beiw.  =  geduldig.  Adv.  gedul- 
tigltchen.^^  CXIV.  1.  8. 

gefug,  gefueg,  Beiw.  =:  schicklich,  passend.  ^ydAn  guidein  ketten- 
lein gefug.^'  VII.  1.  6.  ,,mein  treu  gefug.«'  LXI.  2.  7. 

gefuegen,  Zeitw.  =  bequem  einrichten,  bewerkstelligen,  dahinbrin- 
gen, fördern.  XXXV.  3.  35.  LH.  3.  4. 

gefriesen,  Zeitw.  st.  intrans.  =  Kälte,  Schauder,  Furcht  empfin- 
den. ;^ie  hell,  die  nie  gefrds.«<  CIX.  1.  11. 

gegenbuVtigltch,  ss  avraStof,  entschfidigend ,  Ersatz  leistend. 
CXI.  1.  17. 


33» 

gehin,  Zeitw.  =  haben.  XXII.  4.  14.  XXVI.  214. 

gehdrt,  Beiw.  =  behaart,  haarig.  LXIV.  1.  4. 

gehass,  =cs  verhasst. 

gehelffen,  Zeitw.  =  helfen.  CXVIII.  2.  12. 

geheuer,  gehewer,  Beiw.  =  sanft,  angenehm  im  Betragen,  milde. 
Vergl.  Schmeiler.  11.  232.  Oswald  aber:  fest,  sicher,  froh,  ;?er 
deucht  sich  gar  geheuer.^^«  VI.  151.  ;9ainer  sache  geheuer  wer* 
den.^^'  CXVII.  2.  4. 

gehören,  Zeitw.  =  wie  hochd.  ;^gehorend.^^  =  gehören.  XXXI. 4.  38. 

geigen,  Zeitw.  =  fidibus  canere.  XXX.  1.  31. 

geilicken,  Adv.  =s  lustig,  ^^geilicken  fr6.<^  ausgelassen,  sehr  froh. 
LXXX.  1.  1. 

geyr,  der;  ==  Geier.  3.  E.  Plur.  geyren.  LXIX.  1.  16.  XLI.  71. 

geittig,  Beiw.  Nebenw.  =:  gierig,  geizig.  MT.  a  geittiger  Magen, 
a  geittige  Flasche  u.  s.  w.  ;>der  geittig,^^=5Gier,  Geiz.  CXI.  2.5. 
MT.  der  Geit. 

geitikait,  geittikait,  die;'==:  das  nie  genug  haben,  Geiz.  XXII. 
3.  17.  CV.  2.  9. 

gel a eben,  Zeitw.  =r  lachen.  ;^des  schimpffes.^^VIII.3. 12.XG.  3. 16. 

gelaitt,  gelaitte,  das;  ==  Geleite,  Führer.  ^Ms  mein  gelaitte.^^ 
CXIII.  3.  2.   XII.  2.  1. 

gelast,  glast,  der;  s=:  Glanz,  Schimmer.  XXVII.  3. 5.  MT.  allent- 
halben, besonders  im  Fasseier  ;>der  Schneeglast  blendet.^^ 

gelauben,  gelaben,  glauben,  5=  glauben.  LXX.  3.  12.  ;>an 
dich.^^  VI.  134.  MT.  gelaben. 

gelauben,  der;  =  Glauben.  CV.  1.  9. 

gel,  gele  im  Endreime,  gelbe  in  cas.  obl.  s=  gelb.  Adv.  gele. 
L.  1.  11.  VI.  95.  XXXV.  2.  1.  MT.  gel,  auch  in  den  cas. 
obliq.  althd.  gelo. 

geleich,  gelfch  nur  im  Reim,  gleich,  glich  im  Reim.  =  1.  Sub- 
stantiv, ^ytaein  geleich.^^  meines  Gleichen.  LXXIV.  1.  8.  ^^nyemant 
mein  geleich.^^  Genosse.  LXXVI.  3.25.  Vergl.  genos.  2.  Beiw. 
;^as  gleich  suecht  sein  Gleichen.^^  XX.  3.  4.  3.  Adv.  geleich, 
statim,  noch  jetzt  in  dieser  Form  im  Hochpusterthal.  X.  1.  4. 
^des    geleich,    des    geleichen.^^    eodem   modo.     I.    1.  18. 


333 

geleichen,  gleichen,  Zeitw.  ss  1.  gkichen,  tiinlkh  seyn.  XXX. 

2.  21.  2.  gleich,  Ähnlich  machen,  ^^er  gleicht  sich  einem  vich.^^ 
CXVIII.  6.  14. 

gelenck,  Beiw.=s8chmeidig,  biegsam.  LXXVI.  2. 30.  HT.;^glenker 

gelent,  das;  =s  Gelände,  Landschaft,  Gegend.  XXIX.  1.  6. 

gelff,  gelffe,  Beiw.  =  stolz.  LXXXVII.  3.  5.  angls.  gelpan  =: 

» 

superbire.  gelf  =  arrogans.  Grimm.  II.  32. 
gellen,  Zeitw.  st.  =  schallen.   ;>das  es  mir  durch   die  ören  gal.^< 

XIX.  1.  14. 

gelid,  das,  Flur,  gelider,  =:  Glied.  Insbesondere  die  weibliche 
Scham,  ^^am  gelid  not  tiin.^^  LXXVII.  3.  10.  I.  2.  16. 

gelimpffen,  sich,  Zeitw.  =  sich  zurechtfügen,  schicken.  XVI.  3. 11. 

gelimpffen,  der;  =  Fug,  Recht,  Zuständigkeit,  Zusagniss.  Bei 
Oswald  tritt  nach  MT.  noch  entschiedener  hervor :  was  zusagt, 
Wohlbehagen ,  Milde ,  Sänftigung.  ;>ir  jugent ,  tugent  pringt  ge- 
limpffen.^^ LXXII.  1;  18.  ahd.  1  imph an  =  zustehen,  sich  fUgen. 

geling,  der?  =  das  Glück.  ;;mit  gelinge.^^  glücklich. 

gelingen,  Zeitw.  =  gerathen.  ;^zbär  mir  gelang  so  Sibel  nyeM 
LXXXVI.  2.  19. 

feit,  der;  =  1.  Zahlung,  ^^den  peutel  in  ainem  gelt  aufthun.^^  ein 
für  allemal  zahlen.  V.  4.  8.  2.  Schuld.  Schmeller.  II.  42.  >>gelt 
widergelt.<<   die  Schuld  rich^g   und  voll  bezahlt!    XXV.   2.   2. 

3.  Vergeltung.  CXVII.  4.  7.  ^^ie  gult,  gulten^^  in  den  Urkunden 
=s  ewige  Grundablösung  durch  Jahreszins. 

gelden,  gelten,  Zeitw.  st.  =  1.  zahlen,  bezahlen.  ;>sein  schuld.^ 

XX.  2.  6.  2.  büssen.  ;>den  muetwill.^^  CXII.  1.  10.  3.  sich 
gelten  sr  zu  stehen  kommen.  XV.  2.  8.  Präs.  ich  gilt.  Imp. 
galt,  galt,  gulte.  Part,  gegolten.  Imperat.  gelt,  gilt.  V. 
3.  5.  IV.  2.  25.  XLV.  1.  8. 

geluck,  gluck,  das;  ss  Glück. 

gemach,  das;  =3  Gemächlichkeit,  Ruhe,   Unterkunft.  ^;mit  gemadie 

län.^^  LXXVII.  3.  15.  XL  3.  15. 
gemahel,  das;  =  Gemahl,  männlich  und  weiblich,  öfter  jedoch  Ge** 

mahlin.  >?gemaiiel  liebt  sein  gemehelein.^^  £XVIIL4.  5.  weiblich« 

XI.  1.  26, 


334 

gemain,  Beiw.  as  gemein,  ^^gmaine  haubt.^^  XXIII.  5.  1.  Adv.  ge- 
main  =  insgemein,  allenthalt^en.  LXXXIX.  3.  7. 

gemain,  die;  =r  1.  Gemeinde,  kirchliche,  ecclesia.  XVIII.  6.  7. 
2.  Inbegriff  aller  Gemeindeglieder  eines  Ortes,  ^^in  der  gemaia.^^ 
in  concione.  XXVI.  93. 

gemainiklich,  Adv.  =  insgesammt,  allgemein.  LXXXIX.   1.  13. 

gemait,  Beiw.  =  stolz,  freudig,  heiter,  mächtig,  rüstig,  kraftvoll, 
stattlich.  Stamm  mayen,  schwellen,  blühen,  glühen,  grünen, 
treiben,  fruchten.  Part,  gemait.  woraus  Mai  =  Moment  des 
Wachsens,  an's  Licht  Strebens,  Blühens,  voll  Kraft,  Fülle,  Stolz 
und  Freiheit.  LIX.  3.  19.  XVII.  4.  28.  LXXVI.  3.  22.  LXXVI. 
2.  12.  LXXn.  1.  4.  Hhd.  mey,  gemeit.  Such.  Tristan  und 
Isolde  von  Hagen  edirt  S.  392.  Art.  meien. 

gemehelein,  das;  =  Gemahlin.  CXVIII.  4.  5. 

gemeng,  das;  =  Buntheit,  Farbenspfel.  ;;dein  gemeng  von  amplick.^^ 
LXVI.  2.  13. 

gemuet,  gemuete,  gemut,  das;  =s  Gemüth.  CX.  1.  2. 

g6n,  gein,  sss  gegen,  in  der  altern  Bedeutung:  zu,  coram.  XXVI.  140. 

gän,  g^n,  geen,  Zeitw.  intrans.  st.  =  gehen.  Präs.  ich  gee,  g6, 
g6st,  g^t,  gät.  Plur.  sie  gän.  Imp.  ging,  gieng.  Part,  ge- 
gangen, gangen.  Imperat.  gee,  g6.  Bedeutliches:  1^  gelten, 
^^wo  kaiserliche  recht  nicht  gän.^^  XXVI.  223.  2.  ^>vil  guter  rät 
der  ging  mir  nöt.^^  III.  2.  7.  XXXIX.  2.  7,  CXVIH.  3.  10. 
LX.  1.  10.  CVII.  4.  22. 

genach,  die;  =  Nähe.  LH.  3.  6. 

'genftd,  gendde,  gnäde,  die;  =  Gnade,  Nachsicht.    Räufig  Um- 
schreibewort:  ;^b  mir  dein  gnäd   nit  helfen  wil.<^  du  in  deiner 
.  Güte.    XL  II.  1.  14.    ;9genäd  erwerben  zu  marfe  klndelein.^^  bei. 
CVIIL  1.  10—11. 

genftden,  gnaden,  Zeitw.  =  gnädig  seyn.  XXXVI.  1.  4.  1.4.7. 

genedigklich,  genadichleich,  Beiw.  Nebenw.  =ss  CXXI.  119. 
CXXII.  4.  6. 

gen a igt,  Beiw.  :=  geneigt.  VI.  62. 

genaschen,  Zeitw.  sss  naschen,  gemessen,  ^^ich  wil,  daz  er  des 
klainen  gnasch.^<  V.  3,  11. 


335 

genatt,  ae  Eigenuaine,  Genadius.  Der  Heilige  d.  N.  wird  am  7.  Juni 
gefeiert.  CXXII.  6.  2.    Vergl.  senat. 

genau,  genaue  im  Reim,  =s  wie  hd.  genau.  CIV.  2.  5. 

genesen,  Zeitw.  intrans.  st.  =  1.  gerettet,  erhalten,  befreit  werden. 
CXIX.  2.  3.  2«  ganz,  vollstflndig,  erwünscht  zu  Ende  kommen, 
;^wie  mocht  das  end  froüch  genesen  ?^<^  CXVI.  3.  14.  Eigentlich 
das  Neutr.  zum  trans.  neren,  such  das  althd.  ginesan.  Imp. 
genas. 

genes ch,  =  Weibername.  V.  2.  2. 

geniessen,  geneussen,  Zeitw. st.  =s gemessen.  Formen:  geneust, 
fruitur.  Imp.  genös.  Part,  genössen.   XX.  3.  11.   I.  2.  13. 

gen i es,  der;  =  Genuss,  Gewinn,  Vorlheil.  CXVIII.  4.  18.  Grimm, 
in.  670.  II.  20. 

genieten,  sich,  Zeitw.  =  sich  abarbeiten,  sich  im  Genüsse  abmü« 
hen,  vergnügen  ,r  sättigen.   ;^der  sich   in  freuden  hat  geniett  die 
,     langen  nacht.^^  XXVII.  1.  18. 

gends,  gnös,  der,  Plur.  genössen,  gnössen,  =  1.  gleich. 
;;kainer  dein  genös.^^  XI.  1.  8.  2.  theilhaftig  einer  Sache.  ;;ertz 
wierden  gnös.«  XU.  1.  17.    3.  Geselle.  XX.  2.  13. 

gensei,  das;  =  Gänslein.  ;^damit  das  freul  hinfur  an  sorg  nicht 
fliesen  mocht  ir  gensei.«  ihr  Gänslein  nicht  verlieren  möchte.  Eine 
Zote  im  Munde  des  Liebhabers,  der  dem  Fräulein  das  Feld  sper- 
ren hilft  zur  Hut  des  Gänseleins,  ne  defloretur.  LXIV.  1.  14. 

gensei  ein,  das;  =  Gänslein.  XVIII.  4.  5. 

genslich,  Beiw.  8=  ganshaft,  hussitisch.  ^^ain  genslfch  schar.« Hus- 
siten.  XVIII.  4.  3.  Vergl.  gans. 

genczlich,  ss  gänzlich.  CXIV.  3.  5. 

genug,  genueg,  genucht,*gnucht,  =  1.  Genüge,  Fülle*  MT. 
die  gnüeg.  ;;die  frucht  fleust  ir  genucht.«  Sättigung,  volle  Lust. 
LXXXVIII.  3.  8.  Grimm.  II.  204.  genucht.  =  abundantia.  2.  ge- 
nug adverbialisch.  XXXIII.  2.  26.  XXXIX.  1.  6. 

gepar,  geper,  gepard,  die;  =  Geberde,  Betragen,  Benehmen. 
LXXII.  1.  12.  XXIV.  4.  7.  LXXXIL  2.  1. 

gepeiten,  Zeitw»  =?  warten,  mit  einer  Schuldforderung.  IV.  1«  22r 

gepet,  das;  sss  Gebeth.  LXXXIL  2.  6. 


336 

gepflantre,  das;  ==  Blüthen-  und  Biätter^chiiinck.  »der  plSemlem 
zierlich  gepäintze.'^  XXXIII.  2;  9. 

gepiet,  das;  =?  Geboth,  wirkende  Ursache.  X.  4.  4. 

geplued,  das;  =  Blüthe,  Blühen.  CXY.  2.  6. 

gepieten,   gebieten,    Zeitw.  st.   =   biethen,    darreichen,    geben. 
LXXVII.  2.  10.  VI.  55. 

gepösse,  das;  =  Rütteln  und  Schütteln,  Stossen.  ;;aines  wagens.^^ 
XII.  4.  6. 

gepot,  das;=  Geboth,  Gebieth.  ;^er  Hess  mir  nye  kain  freis  gepot.'^ 
nafch  Willkür  bandeln  und  leben.  XIII.  16.  3. 

geprang,  das ;=  Gepränge,  ^^ain  hoch  geprang  von  klainem  glancz.^^ 
V.  4.  1. 

gep rechen,  Zeitw.  =  fehlen,  abhanden  seyn,  wegseyn.  ;9bis  das  ich 
von  in  yat  geprechen  mit  dem  leibe. ^^davankommen.  LXXXVI.  5. 10. 

gepresten,  Zeitw.  =  fehlen,  abgehen.  ;^geprist.^^  LXXXI.  1.  7. 
gepreu,  das;  =  Geköch,  Vorrichtung  von  Strafmitteln,  Ueberschfit- 

tung  u.  s.  w.  ;^schinden  mit  mangerlay  gepreu.^^  Höllenplage  von 

verschiedener  Art  anthun.  CXIX.  2.  8. 
gepreu  SS,  das;  =  Brausen,  Lärmen.  X.  6.  1. 
gebuessen,  Zeitw.  =  büssen. 
gepudme,  das;  =:  Lärm,  Tumult.  LXX.   2.  10.    MT.  bidmen  = 

beben,  erdbeben. 
geranss,  das,  Reim  auf  grans,  =  schnelle  Bewegung  hin  und  her. 

obscön.  XXIX.  3.  41.  Von  ranzen, 
gerat,  das;  s=  Geräthe,  Zeug.  VII.  3.  6. 
ger,  die;  =  Begierde,   Verlangen.   ;^as  ist  mein  ger.^^  XXXVIIL 

1.  17.  XXVI.  74.  Daraus  unser  begehren,  gier  Umlaut  davon. 
I^erb,  gerbe,  =:  gar,  durchaus,  gäiTzlich.   ;;iiber  alle  färbe  gedbe.^ 

Reim  auf  herbe.  XXXIV.  d.  20.  Umlaut  aus  garb. 
g«fben,  Zßltw.  s=sa  gärben,    allerlei  untereinander  rühren,   mischen. 

Part,  g  e  r  b  e  t,  =  mannigfaltig  der  Farbe  nach  gemischt.  XXXV.  2. 4. 
gerecht,  grecht,  Beiw.  Nebenw.  =  rechts  seyend.    ;;zur  grechteo 

seytten.^^  XCI.  3.  14.  Adv.  gerechi  =s  rechts.  LH.  2.  2. 
geied,  gred,  die;  »  fieradheilr.  CKIL  3.  3.  MT.  Krö4e  as  Qe- 

radeaufrechtgewachsenseyn.    , 


1^337 

geren,  Zeitw.  sehw.  =s  begehrei^  wt&sclien.  ;^icli  ir  nymmer  ger.^^ 
IL  4.  28.  XXXVIII.  2.  6.  XXXVII.  7.  3.  Au«  ger. 

gericht,  das;  =  Bezirk,  zu  einer  Jurisdiktion  gehörig.  XXVI.  392. 

gern,  geren,  Comp,  gerner,  Sup.  gernest,  =:  gern,  bereit, 
gierig.  LI.  1.  13.  ;9a]IergerHest  tun.^^  XXIL  4.  11, 

gerlieh,  s=  gänzlich.  LI.  1.  19.  XXVI.  93.  Aus  gar. 

gertltn,  das;  =  Gärtchen.   LXIX.  1.  13. 

gereuen,  Zeitw.  =  reuen.  XXXVI.  4.  10. 

gereusch,  das;  =  Gerftusch. 

geruchen,  Zeitw.  es  beachten  mit  dem  Acc.  XIII.  15.  10. 

gerumpffen,  =r  gerümpft,  runzelig.  CXIL  1.  12. 

gerün,  das;  =  heimliches  Reden,  Geflüster.  XVI.  3.  3.  Mhd.  ge- 
rinne, von  rünen,  nhd.  raunen. 

gesagen,  Zeitw.  =  sagen,  eingestehen.  XVI.  4.  8. 

gesang,  gsang,  gesanck,  gesangk,  gesange  im  Reim,  das, 
Plur.  gesange,  =  Gesang.  LXXXVII.  3.  9.  XIIL  14.  6. 

gesatz,  das;  =  Gesetz. 

geschefft,  das;  s=s  Geschöpf.  CXV.  2.  2. 

geschehen,  neben  beschehen,  Zeitw.  =  geschehen.  Im  Auslaut 
und  bei Konsonantenanwachs  geht  h  in  ch-über.  Pros,  geschieht, 
Imp.  geschäch,  geschach,  geschech.  Part,  geschehen. 

geschell,  das;  =  Geschelle.  XL.  1.  15. 

gescheiten,  Zeitw.  ss  schelten.  Imp.  geschalt.  LXIX.  2.  3. 

geschlichten,  Zeitw.  =  schlichten.  XXVI.  77. 

geschray,  geschraj,  das ;  =  Geschrei.  ;?kraut,  ain  gross  geschray.<< 
gewaltig  viel.  IV.  1.  9. 

geschrift,  gscbrift,  die*  =  Schrift,  besonders  die  heilige.  CXIX. 
2.  2.  XVIII.  6.  9. 

gesegenen,  gesegnen,  gsegnen,  Zeitw.  =:  segnen,  ^^gesegen.^^ 
benedicat.  LXI.  3.  1.  XCIX.  2.  1.  ;?ainem  das  päd  gesegnen.<< 
LXXXVI.  5.  15.  das  erlittene  Unglück  mit  schimpflichen  Worten 
mehren. 

gesein,  Zeitw.  s=  seyn. 

gesehen,  Zeitw.  st.  as  sehen.  ;^ich  gesich.^^  XCI.  3.  13.  ^^ich  ge- 
sech.^f  LXXXVIIL  3.  13.  LXXIII.  3.  2. 

gesell)  geselle,  gselle,  der;  =  1.  Geselle,  Genosse;    2.  Lieb- 

22 


hebet,  Liebhabende.  XLV.  12.  XXVIII.  3.  25. .  3.  Knappe.  >^her- 
ren  und  gesellen. ^^  \t.  103. 

gesellschaft,  geselleschaft,  die;  =  Gefährtin,  Liebchen.  LI. 
1.  U. 

gesind,  ge;sinde,  das;  ==  1.  Begleitung,  Gefährten,  ^^mit  manger- 
lay  gesinde,  des  mir  das  alder  m^tl,'^  CXIX.  1.  7.  2.  Bewoh« 
nerschaft,  Eingehäuste.  ;^das  hellische  gesinde.^^  CXIY.  2. 4.  Ten* 
fei.  3.  Menschen  überhaupt,  ^y^m  menschlichen  gesind. ^^  XCYIII. 
1.  8.  Stamm  sind,  =  Reise,  also  eigentlich  alles  lebende  Bei- 
wesen auf  einer  Reise.  Hier  der  UrbegriiT  fast  ganz  verwischt. 

gesiecht,  geslacht,  geslachte,  das;  =  Geschlecht.  XXIX.  1.  15. 
LXVII.  4.  14. 

gslefelein,  das;  =  lieber,  bereitwilliger  Sklave  im  Liebesdienst. 
LXVI.  3.  9. 

gjflös,  das;  =  Schloss,  castrum.  MT.  CXVIII.  7.  18. 

gesneud,  gesneude,  das ;  acr  Schreien,  Locken,  Singen  in  scharf- 
ausgeprägten Hochtönen.  Daher  Girren  und  Locken  der  Minne. 
;;man  hört  ain  süess  gelock  durch  gross  gesneud.^^  obscön,  coitus. 
LXXI.  3.  4«  ;^rläss  mich  deins  gesneude.^^  sagt  die  Diern  zum 
werbenden  Knechte.  LXX.  3. 19.  Yergl.  MT.  aufschneiden  ss 
prahlen. 

ge sprechen,  Zeitw.  =  sprechen.  LXXII.  2.  2. 

gestalten,  Zeitw.  =  wie  hd,  Part,  gestalt  =  beschaffen,  aus- 
sehend. I.  1.  2. 

gestftn,  Zeitw.  »=  1.  stehen.  CIX.  4.  9.  2.  zu  stehen  kommen. 
;>gest6t  mich  mangen  groschen.^^  XIII.  16.  10. 

gestatten,  Zeitw.  =  gestatten. ;7ainersache gestatten seyn.^^ XXVI. 338. 

gesteude,  das;  =  Staudwerk.  CIY.  1.  25. 

gestrews,  das;  =  Gebüsch.  MT.  Gesträus.  I.  2.  26. 

gesund,  gsund,  gesunt,  Beiw.  =: gesund.  XLYIII.  1. 9. XLIII. 43. 

gesunt,  der;  =  Gesundheit.  CXYIII.  4.  11. 

geswaigen,  Zeitw.  =  zum  Schweigen  bringen.  XIII.  10.  2. 

gesweren,  Zeitw.  s=  schwären.  ;^sy  geswier.^^  XCI.  3.  12. 

geswind,  ges winde,  Beiw.  Nebenw.  =:  geschwind.    LYI.  1.  14. 

geswindltch,  =  schwindlig.  CYII.  3.  9. 

g 6 «TW u Ist,  die;  =s  Geschwulst,  uneigentlich  mammae.  LH.  9«  6. 


S99 

f^teusche,  das;  &=  Trug.  )M  ^eteusche.«  XCVLS.  7.  truglos, 

^etracht,  getrachte,  das ;  sz  1. Vorhaben,  Trachten.  XXIX.  1.30. 
2.  Wesen,  Benehmen.  ;^ich  mit  dem  getrachte  verii^ren.^  vom 
Berauschten.  XXIII.  1.  8.  MT.  getracht.  ;9was  ist  das  für  a 
getracht?^^  sagt  die  Mutter  zu  Kindern,  die  sich  übel  geberden. 
Von  tragen.  Ital.  portamento. 

getragen,  Zeitw.  s=  tragen.  CVI.  10.  6.. 

getranck,  das;  sas  Getränke.  XCVIII.  i.  6. 

getrauen,  Zeilw.  as=  trauen.  LXV.  3.  14. 

getreulich,  Beiw.  ss  getreu.  Adv.  getreulfchen.  XXIV.  4«  6. 

ketterlein,  getterlein,  =  Katharina,  Frauenname.  Die  Heilige  d. 
N.  wird  am  25.  Nov.  gefeiert.  CXXI. 329.  MT.  Kattl,  Katterle. 

ge  t  u  c  k  e ,  das ;  =  das  sich  Ducken  und  Zusammenschmiegen.  LXXI«  2. 1 1 . 

geude,  die;  =s  stolxe  Freude,  Jubel,  laute  Lust,  Grossthun,  Genass. 
;^er  6ren  geude.^^  CXVIII.  5.  8.  ;;vil  grösser  freud,  zierlicher 
geud  ward  mir  bekant.^^  XII.  1.  25.  Stamm  yao),  gandeo,  godere. 
MT.  gaiden  =:  lautlustig  seyn,  progeln,  worin  auch  der  Be- 
griff prahlen  liegt. 

geuden,  Zeitw.  =  lautlustig,  fröhlich  stolx  seyn.  >4ne  kummer  will 
ich  geuden  und  gufften^r  XXXV.  1.  40.  >?geud  und  meld.'^  Jagd«* 
rege],  den  Jubelruf  des  Jägers  beim  Anblick  des  Wildes  vorschrei- 
bend. XLIII.  40.  Trans.  ;>dein  stimm  ich  geudA  sagt  der  Jftger, 
wenn  der  Hund  ausgibt.  XLIIL  8. 

gevdch,  gefäch,  Part,  von  vähen,  en  apokopirt  wie  gevang  bei 
Sttchenwirt,  ständiges  Beiw.  t=a  1,  gesammt.  >9Von  furstenn^  ktt«* 
nigin  gefäch.^^  III.  2.  2.  2.  befangen.  >9er  lag  gevftch  in  sorgen.^ 
VI.  82.  3.  verwirrt,  fassungslos,  ^^mein  Schreiber,  dick  gefftch, 
klagt  seinen  grossen  ungemach.^^  XV.  3.  11.  An  gif  eh  bei 
Schmeller  I.  117  ist  hier  wohl  nicht  zu  denken. 

gevallen,  gefallen,  Zeitw.  st.  sas  gefallen,  placere.  Präs«  3.  P« 
gefeit,  gevellt,  gfellt,  gevallet  im  Reim.  Imp.  geviel. 
Part,  gefallen.  CXVII.6.4.  XXXI.  L  15.  XXXVL  4.  2.  XXU« 
2.  12.  XXVIII.  1.  22.  XXXVI.  3.  8. 

gevftr,  gevar,  gever,  gevere,  Beiw.  e»  auf  Schaden  lauernd, 
heimtückisch,  feindselig.  ;^noch  ist  sy  mir  ge^fieM  11«  3«  16«  ;>sy 
was  mir  gevAr.«  CXVIII.  7.  12. 

22* 


340 

gevar,  gevarde,  gevard,  gever,  gevere,  die  und  das;  =List, 
Tücke,  Feindseligkeit,  Gefahr.  ;^n  geyer/^  ;4n  gevere.^^  traglos, 
aufrichtig.  LXXIV.  2.  i.  XXIV.  4.  6.  ;,mit  gever.^^  gefährlich. 
XL VIII.  3.  2.  ;;niit  gröblichem  gevarde.^^  CIX.  4.  10.  ;?gevar 
tragen.^^  CVIII.  7.  15.  Aus  dem  mhd.  die  vär  ==  dolus,  bei  Ot- 
frid  fära. 

geverte,  geferte,  der;  =  Gefährte.  XVIII.  5.  7.   XLVIII.  3.  14. 

gevert,  geverte,  das;  =:  1.  Wesen,  Art,  BeschaflPenheit.  ;;gar  süss 
ist  ir  gevert.^^  sagt  der  Geniessende  von  seiner  Geliebten  Brust. 
.  ^^mein  gevert  ist  gar  still.^^  sagt  der  Bürger  von  seinem  Leben. 
LV.  3.  4.  XXXI.  1.  18.  LXIII.  1.  20.  CVI.  4.  14.  2.  BetrÄ- 
gen.  Benehmen.  LXXI.  1.  18.  3.  Lärm,  Tumult.  ;^sich  hub  ain 
Wilds  gevert.^^  VI.  112. 

geviecht,  das;  =  Vieh,  kollektiv.  ;^das  edl  geviecht.^^  Gevögel  der 
Falkenjagd.  XVIII.  2.  5.  tropisch  ;;als  edl  geviecht  der  kristen- 
hait  besunder.^^  Gottesgelehrte,  Professoren  der  Theologie.  XVIII. 
4.  2. 

gevird,  das;  =  Feidung,  Gefilde.  CVIII.  2.  7. 

gewachs,  das;  =  Gewächs.  CXV.  2.  7.  MT. 

gewaltig,  gebaltig,  Beiw.  Nebenw.  s=  Gewalt  habend.  ;>die  mein 
gebaltig  ist.^^  LXXXI.  1.  4.  Adv.  sehr,  sehr  stark.  HT.  XXVII. 
2.  27.  LXXVI.  1.  7. 

gebaltikltch,  Beiw.  Nebenw.  =3  gewaltig.  XXI.  3.  4. 

gewant,  das;  =  Gewand.  VI.  165. 

gewenden,  Zeitw.  =  wenden,  ins  bessere  wandeln.  III.  3.  10. 

gewenen,  gebenen,  Zeitw.  halbschw.  =;=  gewöhnen.  ;?wes  sich  die 
jugent  hat  gebent.^^  XXII.  3.  12.  ;^pistü  zw  freuden  ye  gewant.^^ 
CXIV.  2.  15.  gewant  MT.  in  vielen  Gegenden  Tirols,  a  hoch- 
.  deutsch  gesprochen. 

geweichen,   Zeitw.  =   1.  untreu  werden.    LXXIII.   2.  5.    2.  ent-^ 

.       gehen.  CXIIL  1.  8. 

gewerb,  das;  =  Gewerbe.  XXII.  1.  3. 

geweren,  Zeitw.  =  gewähren,  «-ainen  geweren.^^  ihm  willfahren. 
XCV.  1.  10«  Mit  dem  Genitiv  der  Sache.  ;^des  tu  mich  schir  ge- 
beren.«^  LXI.  3.  10.  LXXXVII,  3.  16.  CXXIII.  2.  13. 

gewerren,  Zeitw.  impersonal.  ?=r  verwirren,  verdriesslich  machen, 


341 

mit  dem  Genitiv  der  Person,  ^^wie  mocht  mir  g^n  der  vasenadil 
bas  gewerren?^^  XLIX.  1.  5.  ;^es  mich  gebirt.^^  XIX.  2.  5. 

gewin,  gwin,  der,  Plur.  gwin ,  =  Gewinn.  V.  5.  3. 

gewinnen,  Zeitw.  st.  ss  gewinnen.  Imp.  gebunn,  gebunn* 
CXVIII.  4.  17. 

gewissen,  gbissen,  das;  =  Gewissen. 

gewurken,  Zeitw.  =5  würken.  CXL  3.  11. 

gezelt,  das;  =  Gezelt,  Laubdach.  ;^may,  dein  gezelt.^^  XXX.  2.  15. 

gezieren,  Zeitw.  =  zieren.  XLIV.  3.  8. 

gy,  =  ihr,  vos.  mittlnl.  ghi.   LXXX.  1.  3. 

gier,  gir,  die;  =  Begierde,  Verlangen.  CVII.  4.  16.  Uml.  aus  gen 

gieren,  Zeitw.  =  1.  gierig  seyn,  mit  dem  Genitiv,  ^^kosstlicher  ge- 
lüste.^^  XXXV.  2.  15.    2.  geschlechtlich  begehren.  XXXIII.  2. 24. 

gieriich,  Beiw.  Nebenw.  gieriichen,  Nebenw.  =  lustbegehrend, 
wollüstig.  XXXVIII.  2.  21.  LV.  1.  7. 

gift,  die;  =  Gift.  ;,ir  iible  gift.^^  CX.  1.  18. 

giftikltch,  Beiw.  =  giftig,  bösartig.  Adv.  gifti kl! che n.  LIV.  1.  2. 

^^U  €>i'sr9  =  Aegidius.  Der  Heilige  d.  N.  wird  am  1.  Sept.  ge- 
feiert. CXXI.  244.  CXX.  9.  1. 

^^1^9  S^^S^i  gilgcn,  die,  Plur.  gilgen,  ss  Lilie.   LXIX.    1.  12. 

gitrappen,  Zeitw.  =  trappen,  traben.  ;>den  zelt.^^  trottare.  V. 2. 11. 
obscön. 

glantz,  glancz,  glantze,  der,  Plur.  gientze,  =s  Glanz.  XCIV. 
3.  1.  ;9des  schonen  glantz.^^  CXI.  1.  13.  XXXIIL  2.  12. 

glatz,  der;  =  Glatze,  ^^der  alte  glatz.^^  die  Tücke  des  Alters. 
VL  131.  MT. 

gleis,  Beiw.  SS  glänzend  blank.  ;9yre  hendlein  gieis.^^  XXXVIII.  2.  11« 

glitz,  der,  Plur.  glitze,  =  Glanz.  XVI.  1.20.  ;>durch  sunden  glitze.^^ 
peccata  emicantia,  die  an's  Licht  kommen.  XVIII.  8.  8. 

gioggel,  der,  Plur.  gloggei,  =  Klotz,  Schlegel,  polnisch  kloc. 
MT.  klocken,  schlagen,  abk locken,  abprügeln,  klöckeln, 
mit  den  Fingern  an's  Fenster  klocken,  um  einen  Spott- oder  Witz- 
reim zu  hören ,  Winterbelustigung  im  Pusterthal.  ;?gloggel  dich.^< 
sehr  dicht.  X.  6.  2.  noch  HT.  Schwengel  der  Glocke. 

glogkelein,  das;  ae  kleine,  böse  Glocke.  VI.   101. 

glogk,  glogke,  glogken,  die;  ss  Glocke.  VL  97. 


m 

glofkkaus,  das;  ss:  Gloekenstobe.  VI.  221. 

gidsieren,  Zeitw.  scs  anhängen  durch   Nachrede,    ^^kain   schand.^^ 

XG.  ö,  o. 
glosten,  Zeitw.  ss  glasten,  glänzen.  XXVlI.  1.  12. 
glust,  der,  die;  r=:  HT.  Begierde,  Lüsternheit.   XXII.  1.  10. 
goder,  der;  =  Gurgel,  Schlund,  ^^in  des  goders  hol.^^  XXIII. 4. 10. 
godersnal,  der;  =s  spasshaft,  Gurgel,  wo  das  hinabfliessende  Ge-* 

tränk  schnallt,  glugget.  LX.  3.  8. 
gogelhait,  die;  s=  frische,  stolze  Sinnlichkeit,  Kraft,  Muth,  statt- 
liches Leben,  besonders  im  Geschlechtssinne.  XIII.  3.  7. 
gogelreioh,  gogelreich,  gogelrtch,  Beiw.   s=3  stolz,   muthig, 

geil,  rüstig.  XVII.  4.  20.  XLI.  9. 
gogeleich,  gogeleich,  gSgelich,  Beiw.  sa  herrlich,  prachtvoll. 

Adv.  gogeleichen. 
gol,  Beiw.  Nebenw.  =geil,  muthig,  lustig,  keck.  Zusammengezogen 

aus  gogel,   oder  was   wahrscheinlicher  ist,  blosse  Modifikation 

von  gail.  LXX.  1.  23. 
gjlich,  SS  Erweiterung  aus  gol,  Reim  auf  frollch.   ;^gail,   gel, 

golfch.^^  LXX.  1.  23. 
gor  bin,  SS  Wind,  den  nach  Morgenland  fahrenden  Pilgern  günstig. 

XXVIII.  3.  20. 
gdssen,  die;  =  hohle  Hand,  die  zum  Umfassen  dient,  ^^mit  beslos- 

sen  gdssen.^^    XXXV.    3.    19.     Anderwärts    die    zang  genannt. 

LXXIX.  2.  3.  althd.  guosena. 
gol,  Genitiv  gotts,  gots,  =  Gott.  ;,got  schopffer.^^   CXIII.  3.  18. 
gotsreoht,  das;  =  treuga  dei.  Gottesfrieden.  CV.  4.  11. 
gothart,  =  Hannsname.  Das  Fest  dieses  Heiligen  fällt  auf  den  S.Mai, 
gotschalk,  SS  Mannsname.  XIV.  3.  1. 
grft,  grab  im  Reim,  Beiw.  =  grau.     In   den   cas.  obliq.  tritt  das  b 

allzeit   zum   Vorschein.  ;,grabe  häre.^^    XIX.  3.  2.     CXII.  2.  3. 

XXXV,  2.  8.   GL  1.  4.  LXXXIL  1.  8.   LIL  1.  11.   Mhd.  grä, 

grftwe. 
gra.elas,  es  als  GebethtiteK    ;9das  gracias.^^  Dank  nach  Tische,  weil 

das  Kirehengebeth  anßingt :  gratias  tibi  agimus.  XVI.  Titel^und  3.  6. 
gracket,  das;  s=s  Kollektiv   für  den  Naturlaut   der  Raben  und  ähn- 
licher Vögd.  )a.L  47. 


^843 

grftl,  der;  is=s  Kelch,  Becken^  worin  Christi  von  der  Beschneidug 
bis  an's  Kreuz  vergossenes  Blut  aufgefangen  ward ,  das  grosse 
Wunderwerkzeug  der  romantischen  Poesie,  welches,  durch  Zufall 
oder  List  verloren ,  Parcival  wieder  auffand.  Sodann  alles  Liebe, 
Heilige ,  Theure ,  sogar  in  der  Minne ,  das  innerste  Geheimnfss 
wechselseitiger  Liebe.  LXXVL  2.  6.  ;^niein  höchster  gräl.^^  an's 
Liebchen.  XXXIV.  2.  7.  Schatz.  Die  Oberhand,  der  Kranz  im 
Wettstreit.  XLL  53.  Abi.  aus  sang  real  =  sanguis  dominicas, 
oder  nach  Hagen  Heldenbilder  aus  dem  hebräischen  garalasa  = 
Vorhaut,  dem  Erstlingsblute  des  Erlösers  heilig. 

gram,  im  Reim  auch  gran,  ,=  aufgebracht,  feindselig.  ;^ir  gram/^ 
in.  3.  13.  XXIX.  2.  14. 

gränäten,  =r  Granada,  Mohrenreich  in  Spanien.  III.  1.   14. 

grans,  grannss,  der;  =r  1.  Mund.  XYIII.  1.  1.  Grimm.  2.  Bussen^ 
Unterleib.  XXIX.  3.  33. 

grasen,  Zeitw.  =  jäten,  ausreissen.  ^^in  dem  part.^^  V.  1.  6. 

graserln,  die;  =?  Jäterin.  LXIV.  1.  1. 

grasly,  gresly,  das;  =  Gräschen.  XXXV.  2.  17. 

gras  sei  ick,  Beiw.  =  grässlich,  jämmerlich.  LXXX.  1.  1. 

graus,  Beiw.  =  grausenvoll.  ;^marter.^^  GVL  6.  12. 

graus,  der;  =  Abscheu.  ;;än  allen  graus.^<^  LXXXVI.  2.  5.  ;^ob  et- 
was graus  haben.^^  LH.  3.  12.  ^^darob  nym  dir  ainen  graus.^f 
CXVIII.  2.  11. 

grawseleich,  grauselich,  greuslich,  grausselich,  Beiw.. 
Nebenw.  =  grauenvoll,  hässlich,  bedenklich.  XVIII.  8.  6.  CXFV. 
3.  6.  XXXVI.  4.  4.  CXIX.  1.  22. 

grausen,  Zeitw.  =  grauen,  Ekel  empfinden.  ;>mir  graust.^^  MT. 
III.  2.  28. 

grausen,  das;  s=s  Grauen,  Ekel,  Furcht,  ^^des  kaisers  grausen.^^ 
GVL  8.  8.  vor  dem  K.  Im  Text  lies  grausen  statt  gros. 

grebe,  die;  =  Graue,  Tagen.  XCIV.  3.  1. 

gredl,  gredly,  gredltn,  gredelein,  gredlein,  gret,  grett, 
gretl,^griet,  :=  Margaretha,  Oswald's  erste  Gemahlin.  XXXIX. 
LVIII.  2.  1.  2.  13.  26.  LXV.  1.  1.  MT.  Gret,  Gretl. 

greiffenstain,=rSchloss,  ob  Siebenaich,  links  an  derEtsch.  X.  1.  4. 

gregö,  =5  Nordostwind,  spanisch  gregal.  XXVIU.  2.  13, 


844 

gregoriüs,  ss  Mannsname.  Der  Heilige  d.  N.  wird  am  i2.  Marx 
gefeiert.  3.E.  gregoriö.  2.E.  gregort.  CXXI.71.CXXIII.2.4. 

greyen,  Zeitw.  =s  schreien  vor  Freude.  XCV.  5.  15.  ital.  gridare, 
franz.*  crier.  ;)mit  greyen.^^  mit  Jubel. 

greinen,  Zeitw.  =  murren,  knurren.  XXII.  5.  6. 

greis,  greys,  greise,  besonders  im  Reim,  Beiw.  =  grau,  ^^von 
sorgen  greis.^^VIL  1.  1.  XXVIII.  i.  10. 

greysen,  greisen,  Zeitw.  =  1.  grsiu,  dämmerlicht  werden.  ;^ein 
greys  ich  preys  doch  klain.^^  sagt  das  Mädchen  zum  Tagesglanz, 
wenn  sich  ihr  der  Geliebte  aus  den  Armen  windet.  XCIY.  3.  8. 
XXIX.  3.  13.  wo  die  Form  vollständig  ist.  ;^dein  greisen.^^ 
2.  grau,  alt  werden.  ;4n  schuld  des  mus  ich  greysen.^^  III.  3. 23. 
LH.  2.  8. 

greisnegker.  =:  XIII.  11.  1. 

grensel,  das;  =  Vordertheil,  Seite  nach' vorn.  Enger:  ;9hertzliebe 
gans ,  wie  schon  ist  dir  dein  grensel. <^  sagt  der  Knabe  zum 
Mädchen,  coiturus,  Schooss.  LXIV.  3.  13. 

gries,  der;  =  Steinkrankheit.  ;jfurs  gries.^^  LXXXVI.  1.  15. 

gry,  =  aus  dem  franz.  je  crie,  ich  schreie.  LVII.  1.  12. 

griesbertlin,  die;  =  Kampf wärtlin.  Aus  gries,  arena  und  warten. 
XXXI.  2.  26. 

griet,  =s  Hargaretha,  krainerisch.  LVII.  3.  5. 

grtfen,  Zeitw.  =  greifen.  XXXV.  3.  47. 

grill,  der,  &=  Schrei,  lautes  Gespött.  ;?und  pfeiffent  dir  mit  grillen.^^ 
VI.  135. 

grymikltch,  Beiw.  :=:  grimmig.  Adv.  grymikllchen. 

grob,  Adv.  =s  die  Sache  ganz  darstellend,  ohne  Beschönigung.  CV.  1.3. 

groschen,  der;  =  grosso.  Uneigentlich  Geld,  ^^mit  mangem  groschen 
zier.^^  VI.  198. 

gruessen,  Zeitw.  ss  bttssen,  zttchtigen.  CVIII.  1.  14. 

grds,  grdss,  grdt,  letzteres  Nl.  =s  gross.  In  den  cas.  obliq.  ge- 
doppeltes s.  engl,  great. 

grosso,  =  ital.  grosso,  grob,  laut.  XXVIII.  3.  10. 

grotzen,  Zeitw.  =s  groppezen,  rülpsen.  XIII.  8.  5. 

grufft,  die;  =  Schlund,  Tiefe.  ;4n  des  meres  gruflPl.^^   XVI.  3.  20. 

grün,  gruene,  das,  die;  ass  Grüne.   XXXIV.  1.  18. 


345 

grünen,  Zeitw.  ss  grünen,  frisch,  lebendig  seyn.  ;^er  mih  grünt 
mir  als  ain  pam/^  LXXXVI.  3.  14. 

grünlich,  Beiw.  =  grün.  LXIII.  3.  9.  Adv.  grünlichen. 

grnnd,  grundt,  Plur.  gründe,  =:  Grund.  I.Boden,  das  Unterste. 
XL VII.  3.  4.  2.  volle  Wirklichkeit.  ;^der  sache  ainen  grund  schaf- 
fen.^^  LXXVI.  1.  31 — 32.  3.  Ausbund.  ;,des  himels  grund.^< 
Christus.  CVII.  3.  22.  4.  Steigerungswort.  ;,atts  grundes  milt.^^ 
innerster,  grösster  Hilde.  ;^in  des  tödes  grund.^^  ganz  bis  in  den 
Tod.  LXXIII.  3.  6.  5.  Tiefe,  Fülle,  Reichthum,  Schatz,  eigent- 
lich und  uneigentlich.  CXYII.  1.  10.  XXIII.  2.  15.  6.  eigen- 
thümliche  Beschaffenheit.  ;,jedem  land  ndch  seinem  grundt.^^  XXVI. 
365.  7.  ;,aus  gantzen  grunden.^^  im  Ernst,  von  Herzen.  Expos, 
LVII.  3.  3. 

gruntlös,  Beiw.  =  unergründlich.  ;,witz.^^  CVI.  1.  15. 

gruschel,  die;  =  Muskel,  ^^nasengruschel.^^  XIV.  2.  16.  MT. 
grospel. 

gschampen,  geschämpen,  Zeitw.  =  schämen,  beschämt  abzie- 
hen. ;,ain  faistes  rind  gab  ich  drumm,  wer  ich  ew  lewp,  und  liest 
das  knachtlfn  gschampen.^^  des  frühern  Geliebten  sich  schämen 
über  die  Verschmähung.  LXX.  2.  15. 

gschat?  ^  Art?  schiatta?  LXXX.  3.  1. 

gschin,  Zeitw.  =  seyn.  Der  nl.  Inflnit.  stn.  LXXX.  2.  4. 

gschön,  =  schön.  Nl.  LVII.  2.  6. 

gs  Chol  ick,  =:  soll  ich.  LXXX.  2.  3. 

gslaff,  der;  =:  schiavo,  Knecht,  leibeigen.  LVII.  1.  11.  ^ 

gufft,  guffte,  die;  =s  Geschrei,  Jubel,  Pracht,  Herrlichkeit.  ;9mit 
deiner  fruchte  guffte  von  dem  höchsten  pam.^^  CIV.  3.  20.  Grimm. 
H.  198.  III.  514. 

güff ten ,  Zeitw.  =  stolz,  fröhlich  seyi, jubeln,  frohlocken.  XXXV.  1. 40. 

guggugk,  der;  =  anderwärts  gauch  (s.  d.);  mit  Anspielung  auf 
den  Ruf  des  Nachtwächters,  der  die  verstohlen  Liebenden  weckt 
mit  guck,  guck,  =  schau,  acht!  XL.  1.  22.  ;9gug,  guck,  lieb 
ruck.<^  Gesang  der  Schäferstunde.  Ueberhaupt  ist  der  Ruf  dieses 
Vogels  häufig  obscön  gedeutelt  worden.  XXX.  2.  3 — 4. 

gu  gel  ein,  das;  =  Hantel  mit  Kappe,  lat.  cucullus,  woraus  das 
deutsche  Wort  gugel.  CXXIII.  5.  10. 


346 

^ugken,  Zeitw.  =s  schauen,  spähen.    III.  2.  13.    MT.  guggen^ 

gugger,  =  Augenglas,  Auge, 
g Sicher,  der;  =  Kilcher,  Kircher,  Messner,  Küster.   XV.  2.  7. 
guidein,  guldtn,  Beiw.  =  golden.   ;?die  guldin  spangen.^^  LXVII. 

2.  2.  VII.  1.  6.  VI.  158. 
guidein,  der;  =  Gulden,  Goldgulden.  VIII.  3.  5. 
guldlocht,  Beiw.  =  goldfarbig,  flavus.  V.  1.  H. 
gumpen,  Zeitw.  =s  ungestüm,    muthwillig   springen.   ;?gump  auf.<^» 

» 

sagt  die  Buhlin  ad  coiturum.  LVIII.  5.  5. 

gumppel,  der;  =:  Buchflnk,  obscön  Vogel,  membr.  vir.,  Anspielung 
auf  das  vorausg.  Wort.  LXXI.  3.  9. 

gunnen,  gunnen,  Zeitw.  st.  =  gönnen.  Präs.  alt.  Prät.  ich  gan. 
Imp.  gund,  gunt,  gunde.  Part,  gegunt.  Imp.  gunn.  Hit  der 
2.  E.  ;>meins  leibs  ich  dir  wol  gan.^^  vom  ehelichen  Liebesge- 
nusse.  LXXXVIII.  1.  2.  LH.  2.  16.  XCVIL  19.  XXXV.  3.  40. 

gunst,  der;  =  Gunst.  ;^mit  reichem  gunst.^^  CXV.2.10.  XCV.2.  18. 

günstltch,  Beiw.  =  günstig.  ;^mit  gunstliehem  hertzen.^^  LIX.  1.1. 

gür,  =  Herz,  coeur.  LVII.  2.  2. 

m 

gurtel,  die;  =  Gürtel.  ;^von  der  gurtel  umbefangk.^^  LH.  3.  1. 
gut,  gut,  gute,  guete,  die;  =  Güte.  XXXVIII.  2.  1. 
gut,  guet,  Beiw.  Nebenw.  =  gut.  ;^zü  gut  einem  erdacht.^^  zu  Gun- 
sten. VH.  2.  10. 

hab,  die;  =  der  Hafen,  Ankerplatz,  ^^dü  var  ee  in  die  hab.^^  Reim 
auf  ab.  XXVHI.  2.  2.  Uneigentlieh  y^marla,  hab,  hilff  an  dem 
lesten  keichen.^^  XCIX.  2.  15.  Retterin  aus  Noth. 

haben,  Zeitw.  trans.  stark.  r=  wie  hochd.  haben.  Formen:  Präs.  ich 
hab,  hän,  du  hast,  er  hat.  hab  wir,  ir  händ,  sie  händ, 
hend,  vom  Reim  verdächtigt.  Inf.  hän,  hann.  Imp.  ind.  hat, 
h^t,  hett,  biet,  hiett.  Conj.  h$t,  hiet,  hatt.  Part,  ge- 
habt. V.  3.  8.  XVin.  3.  8.  LXXI.  3.  8.  XIX.  4.  9.  XCIX. 
2.  4.  LXX.  2.  13.  und  allenthalben,  ^^hef  ick^<  =  habe  ich. 
LXXX.  1.  1.  Niederl.  von  hebben.  Präs. 

haben,  Zeitw.  trans.  ==  heben,  tragen.    ;^wer  habt  den  himl.^^  CIX. 


347^ 

2.  1.  stille  halten,  tiberhaapt  eine  rahige  Haltung  annehmen.  >^ab 
also.«  sagt  der  Mann  zum  Weibe.  LXXYI.  3.  17. 

habich,  der;  =5=  Habicht,  Raubvogel  aus  dem  Falkengeschlecht. 
XVni.  2.  2.  MT.  Habich. 

bader,  der;  ss  wie  hd.  Insbesondere  Liebesscherz,  Liebesspiel,  Lie- 
besstreit,  die  Spröden  zur  Uebergabe  zu  bringen.  LXXXHL  3.  4. 
1.  4.  ;>dem  hader  bonen  pey.^^  ihn  treiben,  ibid.  2.  3. 

haderen,  hadren,  Zeitw.  intrans.  =:  sich  in  Liebesstreile,  in  Lie- 
besbalgereien einlassen.  LXXXIII.  1.  10. 

hafenreu  SS,  der;  =  Reiss,  im  Hafen  gekocht,  Muss.  ;^der  snarcht 
recht  als  ain  hafenreuss.^^  sagt  Oswald  vom  betrunkenen  Schnar- 
cher Kopp  im  Kerker.  XIII.  10.  3. 

hiifning,  s=:  Hafling,  Berggemeinde  ob  F^eiberg  bei  Heran,  links 
an  der  Etsch.  kollektiv.  =:  die  Haflinger.  X.  7.  2. 

hauff,  s=r  Haufen  wie  hd.  ^^ze  hauffe.<^  haufenweis.  VI.  138. 

hag,  der;  =  Yerschloss,  eingehägter  Platz,  Umzäunung.  ;^ain  fuchs 
in  ainem  hag.^^  CXVm.  2.  6.  LXXI.  1.  7. 

haid,  der;  =  Heide,  paganus.  Unchristliche  überhaupt,  Türke,  Ara- 
ber, Götzendiener.  I.  1.  4.  MT.  ho  ad. 

haid,  haide,  die  ;=r  flache,  ausgedehnte  Gegend,  unangebaut,  wald- 
los, für  Viehweiden  besUmmt.  LXXVII..1.  10.  CIX.  1.  13.  MT. 
hoad. 

haidenisch,  Beiw.  =:  heidnisch,  sarazenisch.  ;^vil  manger  want  ich 
sey  gewesen,  ain  haidenischer  frey.^^  Nebenw.  ^^haidenisch  singen 
und  tantzen.^^  mörisch.  VI.  164—168. 

kaig,  Jubelruf,  Jauchzen.  =  hei,  hey!  Die  zweite  Sylbe  des  Wor- 
tes juchheyen.  ,,jtt  haig.«  LVIII.  4.  10.  LXIIIy  3.  1.  VergU 
maig  s=r  may. 

baimelfch,  haimeleich,  Beiw.==:  heimlich,  haimellchen,  hai- 
meleichen,  haimltchen.  Nebenw.  auf  heimliche  Weise.  XIII. 
4.  10.  XIX.  3.  15.  XLIX.  2.  7. 

haintz,  verkleinert  haintzl,  =  Heinrich.  Der  Heilige  d.  N.  wird 
am  13.  Juli  gefeiert.  CXXI.  194.  LVIII.  4.  1. 

hais,  Beiw.  Nebenw.  =  heiss  wie  hd.  CVI.  6.  16. 

haiser,  Beiw.  ss  heiser,  raucus.  ;,vor  staub  sd  ward  ich  haiser.<^ 
VI.  34.  MT.  rauch,  hoaserig. 


348 

Baissen,  Zeitw.  trans.  st.  =  1.  heissen.  VI.  160.  2.  nennen.  Tl. 
175.  Imp.  hiess.  Perf.  gehaissen.  Vor  %  einfacher  Konsonant. 
3.  genennt  werden.  ;9und  in  der  stat,  haist  parpian.^^  VI.  16. 

hait,  die;  =  Art,  Weise  zu  seyn,  Zustand.  ;>besunderl!chen  In  der 
hait,  da  u.  s.w.^^  in  der  Weise,  wo.  XXVI.  85.  ;^von  guter  hait. ^^ 
Art.  XII.  2.  7.  Noch  als  Endsylbe  in  hait  und  kait  =s  hd.  heit 
und  keit  vorhanden. 

haitzen,  Zeitw.  trans.  schw.  =r  1.  mit  Feuer  den  Ofen  erhitzen. 
VIII.  2.  3.  2.  heiss  machen,  wärmen,  sieden.  ;>dä  bard  gehaitzet 
im  ain  pad.^^  VI.  38. 

hal,  halle,  im  weiblichen  Reim,  der;  =  Hall,  Laut,  Sang.  ;4erchen 
halle.^^  XXXV.  1.  48.  Vergl.  schal,  gal. 

halb,  Beiw.  u.  Nebenw.  =  wie  hochd.  halbes,  halbs,  =  zur 
Hälfte.  I.  1.  16.  ^^näch  halbes^^  =  um  die  Hälfte,  bis  zur  Hälfte. 
II.  2.  32.  MT.  halbes,  halbet,  halbentig,  halbntig. 

haller,  der;  =s  Heller.  ;>sechzehen  haller  umb  ain  ay.^^  IV.  1.  7. 

hals,  der;  =  wie  hochd.  ;^von  hals  nicht  schon  quintiren.^^  mittelst 
der  Kehle  keinen  angenehmen  Sang  hervorbringen.    XXX.  2.  1. 

halsen,  Zeitw.  stark  trans.  ==  halsen,  umfangen  am  Halse.  1/  ei- 
gentlich. ;>hals  mich,  kuss  mich.^^  LXI.  1.  14.  2.  uneigentlich. 
;^funf  eysen  hielsen  mich  gar  schön.^^  VII.  3.  15.  Imp.  hiels. 

hall,  Part.  =  ja,  freilich,  wohl.  ;jhall  nymmer  mör.^^  LXXXI.  2.  8. 
VI.  43.  MT. 

halten,  halden,  Zeitw.  st.  trans.  =  wie  hd.  halten.  Formen:  ich 
halt,  du  haltst,  er  halt,  haltt.  Imp.  hielt.  Part,  gehal- 
ten, ^^ainen  frid  halden.'^<  LXXVII.  3.  9.  ;^dft  haltst  mir  dein 
grues.^^  üblich  und  ordentlich  grüssend.  LXVII.  1.  6.  ;9haU  in 
der  mäss.^^  beharre,  bleibe  fest.  XXVIII.  1.  2.  ;>aine  sprach:  von 
der  gaiss  hielt  ich  es  mit.^^  ich  hätte  einen  Gaisbart.  XCI.  2.  3. 
;>ich  halt  stet  die  wort.^^  mit'  der  Nebenidee :  deine  jungfräuliche 
Ehre  zu  schonen.  Vergl.  noch :  XVIII.  6.  2.  LXV.  3.  13. 

hamer,  der,  Plur.  hamer,  =  Hammer.  CVII.  5.  21.    alth.  hamar. 

hämisch,  Beiw.  Nebenw.  =  heimlich,  boshaft,  tückisch,  gesucht 
grausam.  CVI.  9.  9. 

haim,  das;  =  Heimath.  ;^von  haim  so  wolt  ich  varen.^^  II.  4.  3. 
L  1.  6. 


349 

haim Steuer,  die;  =  Mitgift,  Helrathsgut,  das  das  Weib  mitbringt. 
VI.  152. 

hand,  handt,  die,  Flur,  hend,  hende,  hande;  =  1.  wie  hd. 
Hand.  2.  Art,  Weise.  ;^das  rieht  man  auf  ain  stule  schön  mit 
der  neuen  handt.^^  XVI.  3.  13.  In  letzterer  Bedeutung  such  das 
gewöhnliche:  hendlein,  hendlfn.  lat.  brevi  manu.  Der  Plur. 
hande  in  folgender  Stelle:  ^^ain  kunigtn,  die  mir  den  part  von 
handen  verkront  mit  aim  dyamandenn.^^   VI.  191.     Die  Parallele: 

1.  3.  5. 

handel,  der ;  =  Betragen,  Benehmen,  ^^wol  gezieret  mit  bandel,  han- 
del.^^  XI.  2.  21.  Vergl.  das  Zeitw.  handien  bei  Suchenwirt. 
Ausgabe  von  Primisser.  334. 

haDdwerch,,hantwerch,  das,  Plur.  handwerch,  =r  1.  Hand-^ 
werk,  Händearbeit,  bestimmte,  tägliche,  fortlaufendes  Geschäft. 
;^ir  handwerch  bard  nye  werch  genös.^^  sagt  Oswald  von  der  Liebe 
Gottes,  d.  h.  gibt  sich  nicht  mit  gemeinem  Thun  und  Treiben 
dieser  Welt  und  ihrer   knechtarbeitllchen  Bestrebungen  ab.    CXL 

2.  15.  2.  Plur.  hantwerch,  =  alles,  was  mit  der  Hand  ge- 
macht ist,  besonders  vor  der  ErGndung  des  Schiesspulvers  die 
grossen  Wurfwerk2euge  im  Kriege,  bei  Belagerungen  u.  s.  w.  Bei 
Notker  handuuerch,  in  der  mittl.  lat.  maneficium.  X.  3.  1. 

hangen,  Zeitw.  intrans.  st.  =  wie  hd.  hangen.  ;^und  hiengens  alle 
dran  C^n^  Galgen),  es  wer  dem  reich  ain  klainer  scham.^^  hingen 
sie,  bäuerisch  kontrahirt.  LXXXVI.  4.  20. 

hangk,  hanck,  der;  =  das  Hangen  (Christi  am  Kreuze).  ;^ein 
kreutzltch  hangk^^  und  ;9kreutzltcher  hanck  erlös  uns  ebigleichen.^^ 
XCIX.  2.  11.  CVII.  5.  25. 

hans,  hanns,  =  Mannsname.  Verkleinert  henselein,  henslein« 
MT.  Hansel,  Hannes,  Hanuesle-,  Hänsele.  1.  ;;hanns, 
guldiner  mund.^^  Joh.  Chrysostomus,  Patriarch  von  Konstantinopel, 
kirchlich  gefeiert  am*27.  Jänner.  ;^grdss  hanns.^^  Joh.  der  Täufer, 
gefeiert  am  24.  Juni.  ;^klain  henselein.^^  Joh.  und  Paul,  gefeiert 
am  26.  Juni.  LXIX.  1.  5.  CXXI.  175.  CXXI.  27-^29.  CXXI. 
175—177.  LX.  3.  5. 
r,  das  Plur.  häre,  här;  =  U  wie  hd.  das  Haar  einer  Kuh  zur 
Malratze  gebraucht.  VI.  69,    Z.  Zur  Verstärkung  der  Verneinung. 


350  ^ 

;>um  trauren  gab  ich  nit  ain  här.^^  XXIX.  3.  20.  ;A(]ain  umb  aiii 
här.^^  gar  wenig.  LYI.  3.  15.  ;>iiicht  umb  ain  här.^^  gar  nichl. 
Grimm.  III.  731. 

hard,  der;  =  Gebirgswald,  eins  mit  Harz,  grosse  waldige  Berggegend. 
XL.  1.  19. 

has,  der;  =  wie  hd.  Hass,  besonders  der  Abscheu  des  fernen  Ge- 
liebten über  die  Uebel  der  Trennung.  ;^mein  leib  hat  vil  erliten 
nach  ir  mit  senicklfchem  hsisM  CVIII.  2.  1. 

ha  SS,  das;  =  Kleid.  Uneigentlich,  ^^der  mynsten  plum  mocht  er  nicht 
gancz  mit  irem  glancz  natürlich  hass  posnyren  schon.^^CXy.2. 17. 

hassen,  Zeitw.  trans.  schw.  ==  hassen,  verfolgen.  ;;nu  hass  dich 
alles  laid.^^  Wortspiel  auf  hussen,  Huss.  XVIII.  5.  1. 

Jiatz,  hacz,  der;  =  Feindschaft,  Abneigung,  erklärte,  heftige.  ;>g^ii 
des  Hechten  tages  hacz.^^  Feindschaft,  die  Liebende  vom  Schlaf- 
und  Freudengenusse  treibt.  XGIY.  1.  5.  ;^des  seist  du  frau  an 
argen  hatz  gelobt.^^  an  Maria.  XCVIIL  2.  1. 

haubt,  das,  Plur.  haubte,  heubte,  heubter,  =:  Hai^it,  Kopf. 
Besonderes :  ;^ndch  seinem  haubt^^  richten,  nach  dem  Einfalle  und 
Auslangen  seines  Kopfes,  einseitig,  ^^mich  hundert  nit  an  gmaine 
haubt.^^  Personen.  XXIIL  5.  1.  ;>dä  sein  vil  heubter  schuldig  an/^ 
Vorstände,  ahd.  houbit.  Vergl.  XXVL  24—25. 

haubtgut,  =  Mast.  L  2.  27. 

hauch,  =  hoch,  jägerlich  verdreht,  ^^hauch.^^ aufwärts  !  an  die  Hunde. 
XLIII.  48.  Vergl.  heuch,  hoch. 

hauen,  Zeitw.  trans.  schw.  =  mit  einem  Saile  oder  jedem  nndent 
'Werkzeuge  schlagen,  züchtigen.  IL  4.  13.  MT.  hauen,  sss  schla- 
gen, prügeln,  bestrafen  mit  Schlägen. 

hauenstain,  =3  Schloss  ob  dem  Dorfe  Seis^  einst  mitten  in  einer 
unermesslichen  Fichten wal  düng,  gerade  unter  dem  vorgeschobenen 
Kegel  des  Schlems,  Oswald's  gewöhnlicher  Sitz  in  der  sweiten 
Hälfte  seines  Lebens.  HL  3.  9.  * 

kaasdiernelein,  das;  =s  scherzhaft  kosend,  die  Grossdime,  Ffih- 
rerin  der  gemeinen  Hausgeschäfle ,  besonders  in  Wirthsbiliisem, 
Seitenstück  zu  Hausknecht.  MT.  IX.  5.  2. 

hausen,  Zeitw.  trans.  und  neutr%  schw.  ac  1.  beherbergen«  ^^ta 
wetb^/^  XXXI.  4.  35.    2,  sieh  wohnlich  niederiassen.  D»  Win- 


ter'^^hftt  sich  herwider  aulT  «einen  alten  5it2  gehauset/^  XVI.  1.  3. 
HT.  Eingehäuste,  in  Miethe  Wohnende. 

hausknecht,  der;  =  Grossknecht,  vorzugsweise  in  Wirthshäusern, 
dem  Pferde-,  Fuhr-  und  niedern  Hausordnungswesen  vorgesetzt. 
MT.  IX.  1.  2. 

hausmanin,  im  Endreime  auf  innen,  hausmaninnen  3.  E.  = 
Sabina  Jäger,  vermählte  v.  Hausmann,  aus  einem  Edelgeschlechte 
zu  Tisens ,  anfangs  Oswald's  vieljährige  Geliebte ,  später  seine 
Feindin  und  des  Herzogs  Buhlin.  XIII.  12.  10. 

haoit,  hawt,  heut,  hewt,  die;  swiehochd.  Speziell:  1.  Jungfern- 
haut. LXXVII.  3.  19.  2.  ;jdü  faige  haut.^^  verächtliche,  unrüh- 
rige, verliebte,  arbeitsscheue  Weibsperson.  XXXIX.  2.  21.  MT. 
Haut,  =  arme,  bedauerungswtirdige  Weibsperson.  Haut  er,  = 
Hannsperson  dieser  Art. 

heb,  die  ;=  das  Heben,  Tragen.  ;;ain  pürd  swerllcher  heb.^^  LXXXVII. 
2.  21.  schwer  zu  tragen,  zu  halten.  MT.  ;^Man  hat  koa  höb.^< 
Fass,  Anhaltspunkt. 

heben,  Zeitw.  trans.  st.  =  unterstützen,  ^^der  niden  hebt.^^  C.  1.  2. 
Imp.  hub.  Conj.  hueb,  gehoben. 

hechtichin,  das;  =  Hechtlein,  Fisch  bekannter  Art.  XY.  2.  12. 

heckltn,  das;  =  kleine  Axt.  Uneigentlich:  membrum  virile,  ^^das 
hecklin  hervor-,  emporwetzen,  netzen.^^  LXIV.  2.  5 — 7.  MT.  Hack, 
Hacke,  Hackl. 

hedewigk,  s=  Weibername.  LXX.  3.  2.  ;>sand  hedewigk.^^ 

hegen,  Zeitw.  trans.  schw.  =:  aufnehmen,  p^egen.  Imperat.  im  Aus- 
laut: >9heck  dich  lucifer.^^  begrüsst  Oswald  den  Reformator  Huss. 
XVIII.  5.  2. 

heyahd,  =  Refrain  des  Jodlers,  Ausdruck  des  Herzenswunsches. 
;4es  heyahö.^^  das  soll  seyn!  LXI.  1.  3. 

haidelberg,  =  Stadt  am  Neckar,  Residenz  des  Pfalzgrafen  Ludwig« 
XI.  2.  1. 

heilig,  heylig,  hailig,  heiig,  haiig,  heyig,  Beiw.  =5  wie 
hd.  heilig.  ;>kain  heiig  h^t  ir  verschrieben  näch.^^  VIL  2.  7, 
LXX.  3.  i.  , 

heint,  =  heule.  LXX.  3«  1. 

hei,  im  weibl.  Reim  hele,  s=s  hell  in  Stimme  und  Farbe.  >^hel  singt 


352 

die  nachtigal.^^  LXXXVII.  1.  15w  ^^die  blumen  gele,  hele,  hübsch 
geverbet.^^  XXXV.  2.  2.  ;,hels.^^  helles.  IV.  2.  3.  XLI.  41. 

hei,  =  Heimlichkeit,  Verbergen.  ;^sunder  bel.^^  XVI.  2.  19. 

helen,  hellen,  Zeitw.  intrans.  st.  =  einhellig  seyn,  einstimmen, 
besonders  im  Punkt  der  Liebe.  Imp.  hil.  ;^und  dient  zu  willen 
ainer  Frauen,  des  ich  hil.^^  I.  4.  6.  ;^dein  helen  mir  trostlichen 
schick.^^  XXXVIII.  2.  14. 

helen,  =  Helena.  Die  Heilige  d.  N.  wird  am  8.  Februar  verehrt. 
HT.  Lene,  Lendl,  Lenele.  CXXI.  39.  Vollständig:  helend. 
CXXIII.  1.  10. 

helffen,  Zeitw.  intrans.  stark.  =  hochd.  helfen.  Imperat.  hilff. 
Imp.  halff,  hulff,  hulff.  Perf.  geholffen.  ;;hilir  allen,  die 
mich  tötten.^^  CVHI.  7.  10. 

hei  ff,  helffe,  die  ;=  Hülfe.  ;;saine  ist  g^n  mir  dein  helffe.^^  althd. 
helfa.  LXXXVII.  3.  4. 

hely,  =  Ausruf  Christi  am  Kreuze:  mein  Gott.  Aus  dem  Hebräischen. 

GVL  11.  12. 
helias,  =  Elias,  der  Seher.  CX.  3.  5. 

hell,  die ;=r  Hölle.  ;;zii  hell  da  quelt  versigelt  haisser  lecken.<^  XXV. 
2.  4 — 5.  alth.  hella.  goth.  hali. 

helt,  der;  =  Held.  ;;als  ain  helt  er  frischltch  daraus  sprangk.^^  von 
Christi  Hervorgehen  aus  dem  Leibe  seiner  Mutter.  CXII.  3.  3. 
CIV.  2.  8.  althd.  helid,  halid.  goth.  halida.  HT.  Halt  an 
einigen  Orten. 

hendlin,  das;  —  1.  zierliche  liebe  Frauenhand.  ;>ain  schlicklin  weis 
sy  pot  dem  knaben  mit  hendlin  gleis.^^  XXVII.  2.  l-«3.  2.  Art, 
Weise,  Zustand.  ;;kainerlaye  hendlin  nöt.^^  LXXVII.  2. 8.  ;^manger- 
lay  hendlin  schrenck.^^  LXXVI.  2.  31. 

h engen,  Zeitw.  intrans.  s=:  loslassen,  gehen  lassen  zu  einem  Ziele, 
das  man  mit  Eifer  verfolgt.  Imperat.  heng.  ;;heug  nach  geluck.^^ 
Jägerspruch.  Lass  los  auf  gut  Glück,  und  verfolg  die  Spur  I  XLIIL 
1.  15.  ;>var,  heng,  läss.^^  Schiffmannsspruch  zur  glücklichen  Ab- 
fahrt. XXVIII.  1.  1.  Such,  nachhengen.  * 

her,  Part.  =  hd.  her.  ;^her  und  dar.^^  hiei^in  und  dorthin,  hin  und 
her.  LH.  1.  8.        : 


353 

her,  iks;  =  1.  Heerzüg.  ^>ich  hdn  gewandelt  manig  her><  Y.  3.  13. 

2.  Kriegsheer.  ;^mit  zwayen  kunges  her.^r  I.  2.  2. 
herab,  brab,  =  herunter.  CXV.  5.  6.  XC.  1.  14, 
herabher,  =  herunter.  CXI.  2.  14. 
herbe,  die;  =  Herbe,   Strenge,   Sprödigkeit.   ;^mit   dem  mayen  wir 

sullen  hoher  stdn  gar  wunikltch  dn  herbe.^^  XXXIV.  1.  24. 
herd,  der;  =  Platz,  Baugrund,  Unterlage!.  ;^dn  grundes  herd.^  C.  3. 3. 
herdan,  =  herüber.  LXXYII.  2.  20. 

herberg,  herb  weg,  die;  ='Haus,  Nacht-  und  Reiselager,  Unter- 
kunft. XIV.  1.  11.  XVIII.  5.  3. 
hermdn,  =  Hannsname.  Ein  Begleiter  Sigmund's  zur  Krönung  nach 

Rom.  XV.  3.  1. 
hermäny,  =  Armenien.  III.  1.  2. 
herddes,  =s  König  der  Juden,    Christi  Verspotter.   heröde.  3.  E. 

CVI.  7.  6. 
herpffen,  Zeitw.  intrans.  schw.  =  die  Harfe  spielen.  LXIII.  1.  6. 
hert,  dat;  =  Herz.  Nl.  LXXX.  1.  4. 
hert,  herte,  hertte,   herde  im  weibl.  Reim  auf  erde,  Beiw.  ss 

hart,   unerbittlich,  heftig,  schwer,   schmerzlich.   Comp,  hert  er. 

Nebenw.  hert.   Umlaut  erklärlich  aus  der  mttlhd.  Form  herte» 

Grimm.  I.  748. 
hertllch,  Beiw.  =  hart,   schwer.  ;;ain  weih  schuff  mir  vil  manig 

teucht  hertlich,  der  ich  nit  meld.^^  LV.  1.  4. 
hertikltch,  hertiglich,  Nebenw.  =  hart,  schwer,  ungern.  ;7tra-> 

ben.^^  XXI.  5.  1.  ^^hertikltch  erarnen.^^  mit  Hübe, 
hertz,  hercz,  im  weibl.  Reim  hertze,  das;  =  Herz.  Genitiv.  Sing. 

des  hertzen.  XIV.  2.  13.   LXXXVII.  2.  4.    Vergl.  hert  und 

die  3  folgenden  Artikel, 
hertzenfreulln,  das;  =s  Herzensfräulein,  gewählte  Huldin.  XXVIIL 

1.  12. 
hertzenlieb,  herczenlieb,  hertzlieb,  da8;s=:  Liebchen,  Schatz. 

XL.  1.  1.  XCIV.  1.  7. 
hertzenlieb,  die;  =  herzliche  Liebe.  LXXV.   2.  1. 
hesselfch,  Beiw.  =  hftsslich.  III.  2.  17.       . 
hessig,  Beiw.  =s  zum  Hasse  geneigt,  feind,  abhold.  XVII.   5.  11.  . 
hetzen,  Zeitw.  trans.  halbschw.  =ss  1.  treiben,  spornen,  obscön  ss 

23 


354 

erigere.  LXIV.  2.  8.  2.  hetzen,  abklauben,  Insu  venereo.  ;^ain 
freulein.^^  XXIX.  2.  6.  3.  hetzen,  Hetzjagd  treiben.  ;^hetz  jagen.^^ 
XXX.  2.  8.  wo  hetz  der  verkürzte  Infinit,  hetzen  ist.  Imp.  hatzt. 
Perf.  gehatzt,  gehactzt,  gehetzet. 

keuch,  s=  hoch,  hochhinauf.  heuch,  Jagdruf  für  die  losgelassenen 
Hunde.  XLIII.  48.  Hodifizirte  Aussprache  von  hoch. 

heuer, *heur;  =:  hoc  anno.  heaer>  ;^er  sey  mir  heur  als  verd.^^ 
sagt  das  Mädchen  über  einen  Liebewerber,  der  nicht  jeden  Gennss 
bar  bezahlt ;  d.  h.  gleichgültig,  missachtet.  XC.  1.  20.  ;>freu  dich 
loblich  hewer.^^  XXXIV.  1.  4. 

heugeltch,  heuglich,  hüglfch,  Beiw.  u.  Nebenw.  =s  behutsam, 
regelfest ,  kunstreich ,  zart ,  vorsichtig ,  schonend.  XXXY .  2.  20. 
XXXVIII.  2.22.  LXXXII.2.2.  JHT.  haiggel,  hoaggel.  ^^nicht 
gar  haiggel  machen  .^^  ungenau.  ;?nicht  gar  haiggel .^<  unzart,  sick 
alles  erlaubend.  Vergl.  hochd.  ha i ekel, 

heuptltn,  das;  =s  das  niedliche,  liebe  Köpfchen  der  Geliebten. 
LXXXVII.  4.  9. 

heutel,  das;  =:  Häutchen,  Jungfernhäutchen.  ;^reis  mir  nit  das  beii- 
tel.^^  sagt  das  Mädchen  zum  Knaben,  in  venerem  rnenti.  LVni.2.  9. 

berwider,  herbider,  =s  1.  hervor.  Der  Winter  ;^hät  herwider  ge- 
hauset sich.^^  XVI.  1.  3.  2.  zurück,  an  die  alte  Stelle.  y^tttnM 
XXXVIII.  1.  16. 

herwiderumb,  herwidrumb,  s=s  im  Gegentheile,  dagegen  aber. 
XXI.  4.  5.  CXVII.  5.  3.  In  der  letztern  Stelle  pleonastisch. 

herwiderrugken,  Zeitw.  intrans.  schw.  sa  wieder  zurück-,  heim- 
kehren. XL.  2.  22. 

hie,  SS  hier,  da.  XL.  1.  7. 

hieren,  das;  =  Hirn.  XXIII.  1.  10. 

himel,  hymel,  himl,  hyml,  der;  ss  Himmel.  ;>zu  hymel.^^  am 
Himmel.  CXV.  4.  2.  CIX.  2.  1.  goth.  himins,  alth.  himil. 

himelfurst,  der ;  =  Himmelsfürst,  Gott,  besonders  Gott  Sohn.  XCDL 
1.  1.  ;^er  himelfurst  uns  heut  bewar,  und  seine  liebe  mueter 
Uar.^^  Vergl.  XX.  3.  15. 

himelstern,  der,  I^ur.  stern,  ss  Himmelsstern.  C.  2.  8. 

hin,  hine,  Part,  ss  hochd.  hin.  firstereFörm  getrennt,  lautere  in  Zu« 
aammensetzungen.  »hin  und  her.^^  in  allen  Tönen  mf  und  ab.  XLL  49. 


355 

kinan,  =  hinüber.  LXXYII.  2.  19. 

hincken,  Zeitw.  intraDS.  st.  =  hinken.  Imperf.  hanck.  Conj.  hunck. 
;^e&  hanck  er  mangen  trit.^^  CX.  3.  12.  ;;)hetk  sis  balbs,  wes  ich 
ir  gan,  sy  hanck  an  ainem  knye.^^  LXXXVI.  1.  8. 

hißd^  die;  ==r  Hindin,  Hirschkuh.  XLIII.  34. 

binden,  =s  hinten.  XLI.  7. 

hindergangk,  der;  =  Rückgang,.  Umkehr,  Aenderung.  ^^gotlich  recht 
noten  auf  ain  hindergangk^^  XXVI.  397. 

hindersetzen,  Zeitw.  im  Part,  hindersetzt;  =  hinten  voll ,  in 
starken,  derben  Fieischmassen.  ;;>gros  hindersetzt.^«"  sagt  der  Dich«^ 
ter  von  der  Geliebten;  d.  h.  reich  an  Sinnlichkeit  ex  posteriori« 
MT.  noch  jetzt:  untersetzt  von  einem,  der  in's  Breite  schlägt. 
L.  2.  9. 

hinefart,  die;  ==  Hin-  Hinüberfahrt.  XXIX.  1.  29. 

hinhinder,  c=r.  hinterhin,  rückwärts,  rücklings  nieder.  Oswald  schlägt 
;^die  kinder  hinhinder.^^  III.  2.  21.  Der  ;^winder^^  schmiegt  d% 
Pflanzenleben  ;;hinhinder  in  die  Hauer.^^  LXIII.  3.  11. 

hinnäch,  =z  nach,  hinterdrein.  XLI.  1.  7. 

hitz,  die;  =  Hitze,  Feuer  der  Wollust.  ;^zbaj  diechlin  wnidelfcher 
hitz.^^  LXXXIX.  3.  3.  lumbi  venerem  cientes. 

iiinbjder,  =  wieder  hin  zurück.' LXXXVI.  5.»  12. 

hoch  im  Auslaut,    im   Inlaut  wird   ch   zu   h,   Beiw.  u.  Nebenw.  =» 

1.  hoch,  das  Mass  bezeichnend.    III.    1.  24.    ^j\ü   höher  perg.^' 

2.  erhaben,  an  Würde  und  Macht.  LXXXVIII.  2.  5.    3.  im  Hoch- 
ton, hell.  ;Mhen  hal.^^  XLI.  1.  5. 

hoch,  die;  =  H0he.  ;>Yon  hoch  der  scheitel.^^  XLVII.  3.4.LXVI.2. 11. 

hochgeboren,  Beiw.  s=s  gewöhnlicher  Titel  des  Landesfürsten,  zu- 
gleich mit  durchleuchtig.  XIII.  11.  6. 

höchvertig,  Beiw.  s=  hochfahrend,  hoffärtig.  ;^hochvertig  ist  mein 
Leben.«  beichtet  Oswald.  CV.  2.  8. 

hofeweis,  die;  s=z  Art  des  Hofes,  Hofleben.  XXX.  2.  14. 

hoYeleut,  die,  Plur.  =  Hofleute,  Hofgefolge.  CV.  5.  8. 

hoff,  der;  =  Hof,  anla  principis.  )^g^n  hoff.«  XIII.  6.  2. 

hofgesind,  das;  =  Hofgefolge,  Hofschranzen.  CVI.  1.  14. 

hofieren,  ZeiLw.  intrans.  =s  ursprünglich  als  Spielmann  lustigen  G^-« 
Seilschaften  nachgehen,  daher  überhaupt  lustig  seyn,   prftsgen, 

23* 


356 

schmeichelhaft  thun.  ;^mit  singen  und  hofieren.^^  VI.  144.  ;>bei8se 
brustlein,  damit  sy  kan  kostlich  hofieren>^  XXXYII.  2.  4. 

hol,  Beiw.  =  nichtig,  grundlos.  ;;aufsatz  hol.^^  XXVI.  81.  ;>ir  treue, 
die  was  hol.^^  LXXXYI.  2.  15.  Nebenw. :  hol  =  tief,  umfang- 
reich. ;^all  noten  hol  und  gantz  lät  sy  erzittren  durch  die  fc6l.^^ 
sagt  Oswald  von  der  Hauptsängerin  Maria. 

hol,  das  =  Höhle.  XXX.  2.  17. 

holg,  holge,  der;  =  Holk,  Lastschiff.  ;^auff  holgen  gr6s.^^  XIII. 
1.  6.  oXKaf. 

bolt,  Beiw.  =  gewogen,  zugethan.  ;^got  von  hertzen  holt.^^  LXIX.  3. 6. 

hon,  hone,  im  Reim  einmal  honen,  Beiw.  =  hochgemuth,  stolz, 
muthig.  ;;allexander  machtig,  hon.^^  CX.  2.  17.  ;7das  gedone  der 
schonen  mundltn^^  macht  ;;hone.^^  LXIII.'  1.  26.  ;>die  sich  dem 
hader  machet  hon.^^  kühn  naht.  LXXXIII.  1.  7. 

faoltä;,  das;  =  Gehölze.  ;9perg,  holtz,  gevild.^^  I.  2.  7. 

Jioren,  Zeitw.  trans.  schw.  =:  hd.  hören.  Die  Formen:  h6rt,  höret, 
audit.  hört,  hörte,  audiebat.  Part,  gehört  erhalten  sich  durch 
Reime  gedeckt  neben  den  umlautigen.  ;^ü  hort,^^  =  hörtest. 
CVII.  2.  13. 

hört,  der;  =  Schatz,  thesaurus,  Liebchen,  Httife,  Rettungsmittel. 
LXXVII.  4.  3.  • 

hosen,  die,  Plur.  s=  Beinkleider,  femoralia.  XXX.  2.  26. 

hören,  hörn,  das,  Plur.  horeo?  =  Hom.  CXIII.  1.  2.  HT.  wo 
hörner  unerhört. 

horelein,  das;  =  ;^das  horelein  gemait.^^  muthwilliges  Hörnchen. 
SS  obscön,  zur  weiblichen  Heimlichkeit  gehörend ,  Scham. 

hü,  httss,  =r  Hetzlaut  an  Hunde,  sarkastisch  an  Mitstreiter  gegen 
verhasste  Feinde.  ;^hü,  htiss,  sprach  michel.^^  X.  1.  1.  HT.  noch 
jetzt  huss  =  auf  und  dran,  zu  Hunden. 

hut,  huet,  die;  =  1.  Obhut,  Sorgfalt.  ;>in  der  hut  halten .^^  bewah- 
ren. XXVI.  .180.  2.  ;^huet.^^  Weidegegend,  Wiese  im  Gebirge. 
;;der  snö  göt  ab  in  meiner  huet/^  LXXVII.  1.  15.  Hirtenstelle. 

huld,  hulde,  die;  =  Huld. 

hün,  huener,  das;  s=  Huhn.  XXXI.  4.  13. 

hnnd,  der,  Plur.  hund,  s=s  hd.  Hund.  ;>der  alte  hund.^^  Schimpfwort 
auf  ein  altes  Weib.  LXXXVI.  4.  2.  XLIII.  34. 


hnndeskind,  das,  Plur.  kind,  =c  zutrauliche  Benennung  der  Jagd* 

hunde.  XLIII.  16. 
hurlachay,  das;  =  Lärm,  Tumult,  Hissiaut  fiir's  Gehör,  ^^vast  rauschf 

der  pach  nur  hurlachay.^^  III.  3.  4.  ;^ir  rumpeln   gros   mit  hur« 

lachay.^^  von  Kindern,  die  das  Zimmer  umkehren.  (MT.)  XIX.  2.1. 

;4n  disem  hurlachay.^^  missstimmigem  Tumult.   XIY.  4.  7. 
husch,  =  Aufruf  für  Kälteempfindung,  mit  der  2.  E.  des  ursächlichen 

Gegenstandes.  ;^ach  husch  der  kalten  ermltn  weis.^^  sagt  Oswald, 

als  ihn  die  treulose  Geliebte  Eisenbande  statt  der  Umarmung  be* 

scherte.   CYIII.   6.  15.  ;7gall  husch.^^  macht   zuerst  Herbstkälte. 

CXXIII.  5.  12. 
hassen,  Zeitw.  trans.  schw.  =s  hetzen,  reitzen,  plagen.  XVIII.  5. 1. 

Wortspiel  auf  Huss.   Such,  hassen.   Davon  huss,  Hetzlaut.  X. 

1.  1.     Such.  hü.     HT.  hnssen,   anhussen,    draufhussen, 

hinhussen  =  Hunde  hetzen, 
hutsch,  huczsch,  =s  Ausruf,  raschen  Schwung  in  die  Höhe  durch 

eigene  oder  fremde  Kraft  bezeichnend.  XCI.  3.  8.  HT.  hutsch* 

auf  machen,  mit  Kindern,    die  schnell   und  rasch  in  die  Höhe 

geschwungen  werden. 

(Hit  folgendem  Konsonant.) 

Ich  oder  ych.  XXIX.  2.  23.  s=  1.  wie  hd.  ich.   2.  pleonastisch  bei 

Betheuerungen.  ;7nayn  ich.^^  nein,  wahrhaftig.   LXI.  1.  4.    3.  oü 

nordisch  erhärtet  zu   ick. 
icht,  Pronom.  ==  1.  irgend  etifas  ,   quelque  chose.    2.  etwa,  ^^secht 

ir  mir  icht  grabe  hftr.^^  XXX.  2.  23. 
yberniä,  =  Irland,  Hibernia.  III.  1.  5. 

ye,  SS  je,  jemals,  pytav  alle,  die  ich  ye  erkant.^^  LXXXIX.  2.  4. 
yeder,  ss  jeder,    apokopirt,  yet  =  jedwedes.  XIVIII.  2.  2.    kon- 

traKirt  yedes  in  yetz.  XXX.  1.  26.  WH.  ycz.  CXV.  2.  2. 
yedoch,  =  jedoch.  XXXVI.  6.  4. 
yegltch,  =  jeglich,  jeder.   ;>seyd   yegHch   sund  besunder  gepuesset 

Wirt.« CXIX. 2.  9.  WH.  yegkltch.  «ain  yegkltch  gevelt  im  sel- 

W  wol.«  V.  5.  9. 


358 

yerdisch,  Beiw.  =::  irdisch.  ;>der  lisa  die  glast  hie  yerdisch  varan.« 

XXII.  1.  10. 
yeU,  ==  jetzt.  XXXVI.  4.  9. 
yetsltch,  =:  jeder,  aus  yedes  =  contr.   yetz.   ;)ir  yetzitcher  besun- 

der  mit  fromder  stimme  wunder.^^  VI.  31. 
ygltcb,  =  jeglich.  ;^iii  yglich  frau  gepören  hdch.^^  LXXXIX.  1.  2. 
Ulaog?  Wohl  Name  eines  Heiligen.  CXXIII.  5.  2. 
ymant,  s=z  Jemand.  ;^ol  dich  ymant  machen  los.^^  CIX.  1.  9. 
yme,  =5  sieh  hin!  Nach  Oswald  ungarisch.  Expos.  LVII.  2.  3. 
in,  Parlik.  =  i.  Vorwort.    2.  !n  =  ein.  ;,grab  tn.^^  XX.  2.  9.  ;,in- 

stdssen.«^  XIII.  8.  4.     3.  das  lat.  in.  LVII.  3.  7. 
inbendig,  =s  einwendig.  LXXXII.  1.  5. 
india,  «  Indien.  XXIX.  1.  3.  CXXIII.  6.  13.  1.  India. 
tnfluss,  =5  influenza,  Pest,  Ansteckung.  XVIII.  9.  7. 
ynikltch,  =  Nebenw.  ;^yniklichen  suess.^^  CVI.  4.  5. 
ynne,  ynnen.  =s  ^^des  ynnen  ward  ain  bischoff  grös.^^  inne  werden, 

erfahren.  XII.  1.  15. 
inprunstigkllch,   Nebenw.   =  inbrünstig,    in  heisser  Liebe.   ;>mir 

nähet  inprunstigkllch  dein  stoltzer  leib.^<  LXXIV.  3.  2. 
Insel,  verkürzt  insl,  die;  =  Insel.  I.  2*  9. 
insprugk,  ==  Innsbruck.  XIII.  6.  1. 
ypold,  =  Hyppolitus,  Mannsname.    Der  Heilige  d.  N.  wird  gefeiert 

am  13.  August.  CXXI.  225. 
yren,  die;  s=  Weinmass  in  Tirol,    52 — 54  gewöhnliche  Masse  ent* 

haltend,  zum  Wiener  Eimer  wie   54  zu  40.    Scherzweise:   ;>was 

gilt  des  staubs  ain  yren  ?^<  von  Betrunkenen ,  die  ihn  schwankend 

aufregen.  IX.  3.  4.  Aus  dem  rtftai.  urna,  orna. 
yrre,  =  irre  (g^n).  ;?fräg,  was  du  von  guten  Sachen  yrre  gäst.^^  ir- 
rig daran  bist.  CXVII.  7.  12. 
yspanie,  y Spanien,  ==  Spanien.  III.  1.  15.  VI.  7. 
ysfio?  esso?  XXVIII.  3.  16. 
ite,  =5  gehet,  kommet,  ite.    Obscöne  Einladung  der  Mannsstfehtigen. 

XLV.  26. 
yo,  =  ihr. 


859 

(Mit  folgendem  Vokal.) 

jagen,  Zeitw.  =  wie  hd«.  auf  die  Jagd  gehen,  namentlich  auf  die 
mittelalterliche  Hetzjagd.  ;^wer  jagen  well,  entgagen  im  kain  un- 
gevell.^^  XLIII.  2—3.  UneigentHch  :  finden,  aufspüren,  ^^trea  und 
Sr,  die  zbai  jagt  man  gar  seiden. ^^  XX.  2.  2 — 5. 

Jakob,  s=  1.  der  Eigenname  eines  Apostels.  CXXI.  206.  2.  Vor* 
name,  volksthttmlich  verkürzt,  Ja  ekel.  LVIII.  4.  9.  verlateint  in 
spassbafter  Anrede,  jacline.  XLV.  22.  noch  jetzt  MT.  Jaggl, 
Jaggele. 

jtmbre,  =  liebe,  cara.  Nach  Oswald  ungarisch.  LVII.  3.  11.  O 

jftr,  das,  Plur.  jdr,  Jftre  im  weibl.  Reim,  =  Jahr.  CVIII.  2.  3. 

jeron,  s=r  Hieronymus.  CXXI.  273.  MT.  Grandl,  Grondl. 

Jen  au,  =s  Genua,  Stadtname.  ;jenau  vol  carfunkel.^^  XCV.  4.  4. 

jenubein,  =  Ingenuin.  LXX.  3.  2.  Im  Stifte  Brixen  hochverehrt. 

Jen n er,  der;  =r  Jänner.  CXXI.  1. 

jerlich,  Nebenw.  sa  jährlieh.  Keine  mtthd.  Länge  aus  jär  mehr  fühl- 
bar. XXII.  4.  9. 

Johannes,  =  1.  der  Name  mehrerer  Kirchenheiligen.  ;4^hanni.^^  die 
3.  lat.  E.  CVI.  11.  10.  Verkürzt,  jöhann.  ;^ie  minne  sand  jd- 
hanns.^^  bei  den  Minnesängern  die  unschuldige,  die  oft  sehr  un- 
rein war.  XXIX.  3.  36.  Vervolksthümlicht ,  schlechtweg,  jans. 
XXXIX.  2.  19.  zärtlicher,  jensei.  LXIV.  2.  13.  jansel.  LVIIL 
3.  1.  zärtlichst,  jenslin.  XXXIX.  1.  21.  Vergl.  Hans. 

jancko,  =s  ^^jancko  knab.^^  XIV.  2.  5.   Eigenname  eines  Begleiters    r 
Königs  Sigmund  zur  Krönung  nach  Rom. 

jolfcb,  Nebenw.  ss  lautjubelnd,  lustig.  ;jjüjutz  joltch.^^  LXX.  1.22. 
Aus  dem  Zeitw.  j61en  =  ju  schreien,  jodeln,  Schmeller.  II.  263. 
Vergl.  ejulare. 

jopp,  Joppe,  Joppen,   die-;  ss  Jacke,  Oberkleid,  den  Rumpf  be- 
deckend bis  zu  den  Knieen,  für  beide  Geschlechter.  VI.  94.  franz. 
jupe,  ital.  giubba,  span.  aljuba ,   wahrscheinlich  aus  dem  Arabi- 
.    sehen.  MT.  die  Joppen,   noch  öfter  bei  Weibern  das  Jöppl. 

jorg,  jorg,  =  Georg.  MT.  Jörg,  Jörgl,  Jörgele.  ;,die  pauren 
von  sand  jorgen.^'  X.  5.  1.  Ort  in  Tirol  unweit  Greifen^tein. 


36Ö 

jAseph,  =s  der  ägyptische.  CX.3.6.  Hannsname.  Jos,  J6sel,  J6- 

sele.  oder  Sepp,  Seppel,  Seppele.  HT. 
jostlfn,  =  Jodokus,  in  der  Volkssprache  Jost,  verkleinert  Jostltn, 

schlechtweg  Jostl.  ^^jostüns  saittenspiel.^^  XXX.  2.7.  Sangkunst 

eines  Hörigen  der  Wolkensteiner, 
jü,  Jubelruf,  erste  Sylbe  von  juchhein  oder  MT.  jutzen.  ;jü  heyä 

haig^^  oder  ;,jü  julz  jolich.«  LXIII.  3.  1.  LX.  1.  22. 
jüdas,  =  der  Verräther.  CVI.  5.  2. 
jüdeörum,  =  der  Juden,  judaeorum.  CVI.  9.  11. 
jugent,  die;=  die  Jugend.  LXXII.  1.  15. 
Julian,  =  Mannsname.  CXXI.  47. 
jung,  Beiw.  =  wie   hd.  pydev  jung.^^  Jesus  im  Gegensatze  zum  >^-> 

ten,^^  dem  Vater.  C.  1.  6.  ;^ie  jungen. ^^  die  Jünger  Christi.  CVII. 

2.  20.  neben  junger.  CVI.  5.  6.  jung  lautet  in  junck  über,  vor 

fr.  z.  B.  ;9Junck,  frisch^^  junckfrau.  LX.  4.  1. 
jSngeling,  der;  =  Jüngling.  CXII.  3.  1. 
jungen,  Zeitw.  schw.  =  jung  machen,   verjüngen,   zurückkehrend, 

;>sich  jungen  ,^^  jung,  lustig  werden.   ;;mein  hertz  jufngt  sich  in 

höher  gail.^^  LVI.  1.  1. 
junckfrau,  die;  =  Jungfrau.  ;-junckfrauen.^^  4.  E.  Sing.  C.  1.  14. 

;9Junckfrä^^  in  bäuerlicher  Aussprache.   LXX.    1.   4.    ;'junchfran.^^ 

CXXI.  7.  5. 
junckfraunlich,  Beiw.  =  jungfräulich.  CVII.  2.  10. 
jutz,  Jubelausruf,  erste  Sylbe  von  HT.  jutzen  ssjuchheien.Vergl.jü. 

kain,  =  1.  irgend  ein,  alcuno,  aucun,  alguno.  ;^ee  mich  beslieffkain 

ander  man.^^  VI.  123.  LXI.  2.  5.    2.  kein, 
kaiser,  der;  =  Kaiser.  Der  i*lur.  wie  Sing.  XXI.  1.  1. 
kaiserfn,   die;   =   1.   wie  hd.     2.  Kaiserin  des  Herzens,  Geliebte. 

;4r  vil  edle  kaiserinne.^^  LXX.  1.  2.     3.  Kaiserin  der  ritterHchen 

Andacht,  Haria.  CVII.  3.  19. 
kalamtt,  kalamtte,  die;  =  Unglücksfall,  besonders  zu  Meer,  ca- 

lamitas.  XXVIII.  1.  24. 
kalb,  das,  Flur,  kelber.  XIIL  9.  5.  III.  X  16. 


361 

kalbe,  die;  =  MT.  angehende  Kuh.  XXXI.  4.  25. 

kald,  kalt,  Beiw.  c=sr  kalt,  lau,  unandächtig.  XXXV.  2.  30.  CYIIL 
5.  11.  Aus  dem  altn.  kala  =  frigere.  Grimm.  II.  9. 

kallen,  Zeitw.  =  schreieu,  wie  gallen,  schallen,  knallen,  bellen, 
rnmoriren.  KaAcct).  althd.  challon.  MT.  kahlen,  bellen.  Ge- 
kahle, Keuchhusten,  engl.  call.  XLIII.  31. 

kaltzen,  kalczen,  Zeitw.  sr=  kallezen,  bellen,  wie  walzen  von 
wallen.  IX.  5.  6.  ;9höchlichen  kalczen.^^  es  schreiend  hoch 
geben.  V.  5.  7. 

kimer,  die,  Plur.  kam  er,  ==  Zimmer,  Gemach,  Höllenrevier.  XXV; 

1.  12.  3.  1. 

kamerlein,  das;  =  Zimmerchen.  LXXXYI.  3.  11. 

kamppen,  Zeitw.  =5  kämmen,  ^ysein  har.^^  LXX.  2.20.  MT.  Kam-^ 

pel,  kamplen. 
kan,   die;  =   Gattin,   ^^sein   6Uch  kan.^^  XII.   2.*  15.     Mhd.   kon, 

chon,  woraus  unser  König,  Königin  =  erster  Mann,  erste  Frau 

der  Gesellschaft, 
kandiä,  =s  I.  1.  25. 
kantzier,  der;  =  Kanzler.  XIII.  14.  1. 
kapffen,  Zeitw.  =  schauen,  zusehen,  gaffen.  ;;kapff  den  langen  tag.^^ 

CXVIII.  3.  14. 
kapp,  kappe,  kappen,  die;  =  Haube.   ;9gilt  ain  junge  kappen,^^ 

frühe  Frau.  LXXXVII.  1.  20. 
karren,  der;  =  Karren,  carro.  XII.  4.  3. 
kastanie,  die,  Plur.  kastanien,  =  wie  hochd.  VI.  8. 
kastelrut,  kastelrutt,    castelrut,   =  castel   rotto,   Kastelrutt, 

castroruptum ,    Dorf  ob    Kollmann   am  linken   Ufer   des   Eisaks« 

LXX.  1.   10. 
kastiliän,  =  kastilisch.  I.  2.  5.  Sprache, 
kastilie,  =  Kastilien.  III.  1.  13. 
katalön,  katlön,  =  Katalonien.  VI.  7.  katalonischer  Wein.  XXX. 

2.  19. 

katlönisch,  s=b  katatonisch.  I.  2.  5.  Sprache. 

katrein,  katrey,  ketterlein,  getterlein,  katrichtn',  s=3  Ka- 
tharina. Die  Heilige  d.  N.  wird  am  25.  Nov.  gefeiert.  XXXIX. 
1,  20.  XL  2. 15.  CXXI.  329.  CXXIL  11.  5.  MT.  Kattl,  Trine. 


862 

katz,  die;  =  Katze,  ^^peteriein,  dft  b^se  katz/^  Falschheit.  VI.  120. 
kAwft,  =  Naturlaut  des  Kukuks,  mit  käwi,  wd,  cü,  cft.  XLL  28. 
keich,   keiche,   keichen,  die;  :=  Keiche,  K^ker.    GVL   2.    9* 

Xm.  4;  8.  MT. 
keichen,  das;  =  Schwerathmen.  XCIX.  2.  16. 
keyff,  Beiw.  =to1],  starkfleischig^,  dick,  unnachgiebig.  LXXXIX.  3.2. 
keiserlick,  Beiw.  Nebenw.  =  kaiserlich.  LXXX.  3.  2. 
kel,  kele,  kelen,  die;  =  Kehle.  L.  2.  1. 
kelbrisch,  Beiw.  Nebenw.  =  kalbhaftig,  närrisph.  LVIII.  4.  9. 
keler,  der;  =  Keller.  II.  2.  10. 
kellt,  die;  =  Kälte.  XYI.  1.  9. 
kellten,  Zeitw.  =:  kälten,  kalt  machen.  XL VIII.  1.  4. 
kennen,  Zeitw.  halbschw.  =  wie  hochdeutsch.    Imp.    kant.     Part. 

^ekant,  kennet.  Bedeutlich:  verstehen.  ;>die  sijnd.^^  CY. 3.  11. 

XXVII.  1.  5.  CXVI.  1.  6. 
kercher,  der;  =  Kerker.  Umlaut  aus  carcer.  GX.  3.  6. 
k^ren,  Zeitw.  halbschw.  =  1.  kehren,  wenden.    2.  ausfegen.    Imp. 

kart.  Part,  gekört,  gekart.  GXIII.  1.  5.  XII.  1.  21.  XXXIX. 

1.  31. 
kern,  keren,  der  ;xsKern,  wahre  eigentliche BeschaflPenheit.  GVL  8. 10. 
kerren,  Zeitw.  st.  =  stridere,  durchdringend  schreien.  ;>ain  kindlein 

so  es  kirt.^^  XIX.  2.  6.  VII.  3.  12. 
kersen,   kerschen,    Plur.   die;    =  Kirschen.    MT.    GXXI.   191. 

GXXII.  7.  2. 
kes,  der;  s=  Käse.   >^as  kes  und  prdt.^^  mitgenommene  Hirtenkost. 

LXXVII.  2.  9. 
kettenleih,  das;  =5  Kettlein.  VII.  1«  6. 
ketzerlich,  Beiw.  =r  ketzerisch.  XVIII.  9.  8. 
ketzlyn,  =  liebkosender  Name  eines  Kindes   weiblichen  Geschlech- 
tes. Aus  kat,  katte,  katharina.  XL  2.  14. 
keuckltch,  s=3  Beiw.  erquicklich.  Adv.  keuckltchen.  XCVI.  1.3. 
keuen,  Zeitw.  schw.  =;=  käuen.    GXIL  2.  8.    ;?sd  keut   man  unver- 

mainet.^^  so  thut  man's    heimlich.  LXX.  2.  12.   ^^ain  speis,   der 

ich  hit  ken.«  XV.  1.  12. 
keusch,  Beiw.  =  rein.  ;^cir  sunde  keusch.^^  IL  5.  22.  MT.  kausch, 

rdn,  richtig,  unbedenklich. 


363 

keuschltsch,  Beiw.  Nebenw.  =s  keusch.  ;^keaschltch  frau K^  Maria« 
C.  3.  17. 

kewe,  die;  =  OS  hiaicum,  Weilmaulin,  Hexe.  ;^dle  alten  kewe.^^  4.  E. 
XXXI.  1.  25.  Man  könnte  auch  an  kefoisch  bei  Adelung  den- 
ken, und  H — re  sagen.  Vergl.  Grimm.  I.  kewe. 

kiesen,  Zeitw.  =  sehen,  zu  etwas  gelangen,  althd.  chiosan.  alt- 
franz.  choisir,  ebenfalls  in  ähnlicher  Bedeutung.  XI.  3.  i.  Imp.  kös. 

kiffen,  Zeitw.  =  nagen,  benagen,  ^^wie  kiffstü  mich  ?^^  an  den  geld- 
fordernden'Wirth.  LX.  2.  7.  Vergl.  kifen,  bei  Schmeller. 

kilianüs,  kilian,  =  Kilian,  gefeiert  als  Heiliger  am  8:  Juli. 

kind,  kynd,  das,  Plur.  Hind,  kinde,  kinder,  =  Kind.  1.  ;^got« 
tes  kind.^^  Jesus.  CIX.  2.  5.  2.  ;^kind.^^  liebkosend  zur  Gelieb- 
ten.  LXyill.  3.  8.  3.  ;?kinder,  genant  mit  siben  füessen.^^  Flöhe. 
VIII.  1.  15—16.  III.  2.  27.  XVI.  4.  9.  4.  ;,kind.^^  Plur.  Fest 
der  unschuldigen  Kinder  am  28.  Dez.  CXXI.  362. 

kiadichtn,  das;  =  Kindelein,  liebkosend.  XI.  2.  26. 

kirchengän,  Zeitw.  =  in  die  Kirche  gehen.  MT.  CXII.  3.  9. 

kirchfart,  die ;  =s  Pilgerfahrt,  andächtiger  Gang,  Ritt,  Zug  in  irgend 
eine  berühmte  Kirche  zu  einem  gefeierten  Bilde.  VII.  2.  5.  MT. 
kirferten,  a  Kirfert  =  Ort  der  Andacht  und  Gang  dahin. 

kirchtag,  der;  =  Jahrstag  der  Kirchweihe,  und  dessen  lustige  Be- 
gehung. XIV.  5.  1. 

kirchweih,  die;  =  Kirchweihe,  und  deren  jährliche  Feier.  XIV.  1.9. 

kyrieeleyson,  =s  unpu  eXeydop^  Herr  erbarme!  GebethsformeL 
XCVII.  17. 

kittern,  Zeitw.  =  kichern,   lachen   in   lustigheimlichen   Hochtönenu 

Lxxn.  1.  11. 

kytel,  =3  Kittel,  Mannsgewand,  besonders  für  den  Unterleib.  1.1.28. 

MT.  der  Theil  des  Frauengewandes,   welcher   den  Unterleib  und 

die  Schultern  bedeckt,  bei  freien  Armen, 
klafter,  der;  =  Klafter.  ;^ain  tur  von  klafters  klymme.^^  II.  2.  5.. 
klaid,  klaide,  das;  =  Kleid.  I.  1.  28. 
klain,   Beiw.   Nebenw.  =  klein.   Nebenw.    ;^ain    klains.^^    ;^klain.<^ 

,,klaine.^^  wenig.  XXXVI.  6.  4.  XL VIII.  3.  15.  LXXXVI.  2. 16. 
klanck,  klangk,   der,  Plur.  klenck,  =:  Klang,    Schall.   >;hamer 

klenck.«  CVII.  5.  21.  XXXIII.  1.  6.  VI.  97. 


864 

klapff,  der,  Plur.  klapffe,  =  Fels-,  jäher  Absturz.    ;,von  hAhen 

Mapffen  grös/^  II.  3.  26. 
klarey,  =  Klara.  LVIII.  4.  8. 

klauben,  Zeitw.  schw.  =  sammeln,  greifen.  ;9nächetwas.^^ XXX.  2. 9. 
kl  aus,  =  Nikiaus.  Sein  Fest  wird  am  6.  Dez.  gefeiert.  Such.  Nikiaus. 

CXXIIL  6.  10. 
klausener,  der;  =s  Klausper.  LXV.  2.  5. 
kle glich,  Beiw.  Nebenw.  =  kläglich.  XXIII.  3.  5. 
kleib,  die;  =  Kleie,   althd.  ch)ittua,  chlisa.    IV.  3.  3.   MT.  die 

kleiben,  stets  Plur. 
jileinat,  das;  =  Kleinod.  IV.  3.  7. 
klemmen,  Zeitw.  schw.  es  klemmen,  ängstigen,  ^^dein  leib  mich  nit 

enklemm.^^  LXXII.  3.  8. 
Geruch,  =r  laut,  hell.  XLIY.  1.  1. 
kleu,  kleue,  Plur.  kleuen.  =  Klaue.  XXIV.  1.  10. 
kleusly,  =  Diminution  von  klaus.  LXI.  1.  13.    Mit  obscöner  An- 
spielung, 
klieben,  Zeitw.   schw.   =  klieben.     1.  sich  spalten.    XIII.    10.  8. 

2.  spalten  trans.  obscön.  LX.  4.  5.  Imp.  klob.  Part,  gekloben. 
klifen,  Zeitw.  ss  klieben.  XXXV.  3.  46. 
•klimme,  klymme,  die;  s=s  Höhe,  Wölbung,  Aufstieg.  II.  2.  5. 
kling,  klinge,   klingen,  die;   =  tiefe  Bergschlucht ,  Thalenge, 

Thalbach.  XLIII.  32. 
klingen,  Zeitw.  trans.  st.  =  klingen.  Imp.  klung.  ;^mangen  ddn.^ 

VI.  30. 
kloben,  der;  =  Werkzeug  des  Vogelfangs,  ein  Holz  an  einem  Ende 

gekloben,  am  andern  ganz ,  um  mittelst  der  Spalte  und  der  Zug* 

schnür  die  ansitzenden  Vögel  einzuklemmen,  von  klieben.  LXXL  2. 4. 
klug,  klueg,  Beiw. Nebenw.  =  klein,  wenig,  bedächtig,  ^^eur  sprang 

sind  worden  klueg.^^  CXII.  1.  12. 
klüglich,  Beiw.  =  klüglich.   Adv.  kluglichen.   klug,  vorsichtig. 

XL.  1.  15. 
klumpern,   Zeitw.  =:  mit  Musikinstrumenten  Klang  machen.   XXX. 

1.  33.  MT. 
kluntzlot,  srr  wenig  geöffnet,  der  Hund  zum  vertraulichen  Sprechen. 

XLIV.  1.  1.  MT.  Klunze  ss  rima. 


365 

klupff,  der;  =  Stein,  Felsstück.  XVI.  2.  15.  Vergl.  klapff. 

knab,  knabe,  der;  =  1.  Kind  männlichen  Geschlechtes,  Knabe, 
Jüngling,  Buhle.  XXYIII.  1.  11.  2.  Knappe,  Knecht,  Ritters* 
bube.  ;9Jancko  knab.^^  XIY.  2.  5^ 

kna  bly ,  das ;  ==  Knäblein,  liebkosend  zum  reifern  Jüngling.  LXIII.  2. 14. 

knachlein,  das;  =  Knabe,  liebkosend.  LXX.  1.  13. 

knacht,  der;  s=  Knabe,  Bube,  Buhle.  LXX.  3.  4. 

knachtlin,  das;  =  Knäbchen. LXX. 2. 15.  Ueber  knabe  und  knecht 
Schmeller.  IL  368—69. 

knaus,  Adv.  =  nicht  in  gerader  Richtung,  krumm,  kraus,  durch- 
einander. ;^le  ding  verk^rent  sich  knaus.^^  VI.  145.  ^^knaus^ 
bumm,  bumbrisch.^^  Losung  zum  Kftlbertanze  muthwilliger  Jugend. 
LXX.  1.  26. 

knebltn,  das;  =s  Knäbchen,  liebkosend  zum  Geliebten.  LXX.  2.  19. 

knecht,  der;  =  Im  Allgemeinen  wie  knabe,  ein  Kind,  Junger 
männlichen  Geschlechtes.  Insbesondere:  1.  männliche  Dienstper- 
son. XXXIX.  2.  9.  2.  Kriegsgeselle,  Rittersgehülfe.  XXVI.  146. 
3.  Lehrjunge,  der  sich  zum  Ritterschlage  vorbereitet,  und  bildet. 
LXXXVII.  2.  14. 
-  knetten,  Zeitw.  =  plagen.  VIII.  1.  19. 

knye,  das,  Plur.  knye,  =3  Knie.  XIII.  6.  9. 

knöpf f,  der,  Plur.  knöpf f,  =  wie  hd.  besonders  Brüste.  LH.  2.  3. 

knospöt,  Beiw.  =  mit  Holzschuhen  angethan.  ;Mosp6t  leut.^^  III. 

2.  17.  MT.  die  knospen  =  Holzschuhe. 

knüttler,  =  in  der  Redensart:  ;;ainen  durch  knuttler  wald  furen.^^ 
abprügeln.  MT.  knuttlen,  mit  Knitteln  bedienen^  Knuttler,  der; 
=  Bedienung  mit  Knitteln  für  einmal.  LXXXVI.  2.  17. 

kofel,  der;  =  Felsengebirge,  Kofel.  III. ^1.  22.  X.  2.  2.  MT. 

komen,  kumen,  Zeitw.  st.  =  kommen.  Präs.  köm,  kombst, 
kömpt,  kumbt,  kumpt.  Plur.  kdmen  wir.  Imp.  kam,  kam, 
k6m.  Part,  gekomen.    Imperat.  kumm.  CXVIII.  2.  5.   CXIV. 

3.  11.  XLI.  22.   LXXVII.  1.  5.  LXVII.  3.  12.   CXXII.  11.  4. 
III.  2.  22.  XIV.  1.   1. 

kopff,  der;  =  Kopf.*  LX.  3.  2. 

kopp,  SS  Eigenname  eines  besoffenen  Gefangenwärters.  XIII.  10.  2« 

körn,  koren,  das;  =s  Korn,  Getreide.  XXXV.  2.  37. 


366 

kosen,  Zeitw.  ss  plaudern,  schwatzen.  LXXY.  1.  8. 

koslel,  das;  =  süsse  Kost,  obscön.  LYIII.  5.  9. 

köstlich,  kostlich,  kostleich,  Beiw.  Nebenw.=  köstlich. CXIY. 

2.  18.  CVII.  5.  7. 
kostnitz,  =  Konstanz,  Stadt  am  Bodensee.  LXXXII.  1.  2. 
kostperlich,  Beiw.  =  kostbar.  XXXI.  2.  16. 
köt,  das;  =  Koth.  XV.  1.  7. 

krä,  s=s  Ort  im  Gerichte  Kastelrutt.  ^^gesessen  under  krä.^^  LXX.  1.9. 
kratzen,  kraczen,  Zeitw.  =  kratzen,  ^^sich  mit  den  fuxsen  kratzen.^^ 

mit  Buhlschaft  abgeben.  XCI.  2.  7. 
kragen,  der;  =  Hals,  Kehle,  faux.  MT.   ;;)den    kragen  abwenden.^^ 

nicht  einwUligen.  V.  4.  12.  XVllI.  4.  6. 
kraiss,  der;  =  Innung,    besonders   wissenschaftliche,    Universität. 

XXXI.   1.  30. 
kraisen,  Zeitw.  -r-  die  Runde  machen.  ;^krais  umb.^^  XLIII.  21. 
kram,  der;  =  Krampf,  Schlafen  im  Fuss.  LXXXVI.  1.  15.  MT. 
kranck,  Beiw.  =  krank,  gebrechlich,  hungerig,  schwach.  XGVII.  13. 
'     XXXVI.  3.  9. 

krancken,  Zeitw.  =  krank  seyn.  III.  3.  6. 
krantz,  der;  =  Reihe,  Ring.  ;;all  meiner  sund  ain  grösser  krantz.^^ 

CXIII.  1.  15. 
krapp,  der;  =  Krapfen.  LVII.  1.  9. 
krapfen,   der;  ==r  Art  Kuchen  ,   Pnstererkrapfe ,  Liebkosung.    LVII. 

Expos.  1.  11. 
kraus,  =ss  wie  hochd.  }yMr.«  L.  1.  11. 
kraut,  das ;  =  Kraut.  Insbesondere:  Zugemüsse.  ;^fleisch  und  kraut.^^ 

XXXIX.  2.  5.  ;>pey  dem  ich  auch  vor  zeiten  sas  ,  und  halff  das 

kraut  aus  seiner  schüssel  essen.^^  war  sein  Vertrautester.  XIII.  9.8. 
kraxen,  die;  =:  Kraxe,  MT.  hölzernes  Tragwerkzeug  auf  dem  Rücken 

des  Wanderers.    Ein  solcher  Träger  wird  noch  Kraxentrager 

genannt* 
kr  ecken,  2*eitw,  ss.krachen.  ;^all  mein  pain  krecken.^^  XXXII.  1.  16. 

althd.  chrac  =  fragor.  engl,  creek. 
kreen,  krän,  kraen,  krän,  Zeitw.  =c  krähen.  Uneigentlich:  ;9ret^ 
/    .ton  s6I  noch, öl*  nit  hoher  kr^.^^  Bestochene  ohne  Ehre  und  Ge- 
wissen. XXVL  104.  ' 


367 

krey,  kree,  die;  s=  Ruf,  Losungswort,  ^^zetter  ich  schrey  aAeh  der 
edlen  krey.^^  LXXVI.  1.  12.  ^^zucht,  6r,  tugent  ist  ir  krey.^^ 
LXXXIII.  2. 1.  ;^der  6ren  krey.^^  der  Ruf,  welcher  Eiire  zuspricht, 
guter  Name.  XCyill.  1.  3.  XLVI.  2.  35.  ;^das  wer  mein  giflich 
kree.^^  sagt  der  Dichter  vom  Scheiden,  d.  h.  Tod,  Yerd^ben  an- 
kündigend. LXXin.  3.  3.  franz.  cri.  Schrei  ist  nur  durch  den 
Sauselaut  davon  geschieden. 

kreyger,  der;  =  XIII.  11.  1.  Familienname  eines  Rathes  des  Her** 
zogs  Friedrich. 

kreysten,  Zeitw.  =  angestrengt  seufzen,  tiefaufathmen  vor  Mühe 
oder  Schmerz.  ;4ne  kreysten.^^  XIV.  5.  16. 

krencken,  Zeitw.  s=  1.  gekränkt  seyn.  ^^noch  müs  er  krencken, 
wann  er  der  langen  jär  emphindt.^^  CXYI.  4.  6.  2.  verletzen.  ;^ein 
gewissen.^^  CVI.  8.  8. 

krentzlein,  krentzlin,  das ;  =  Kränzlein.  CXXI.  142.  XCY. 2.  17. 

kreudly,  das;  =  Kräutchen,  Kraut  in  tändelnder  Manier.  LXIII.2. 2. 
HT.  Kraut le,  Gartenpflanze,  die  Suppe  und  die  Speisen  zu  würzen. 

kreuhen,  Zeitw.  st.  ss=  kriechen.  LXXI.  1.  10.  althd.  chriohhan, 

kreutz,  des  kreutz,  2.  E.  das;  =  Kreuz.  XVII.  5.  32. 

kreutzen,  kreuczen,  Zeitw.  trans.  schw.  &=  kreuzigen. 

kreutzltch,  =  kreuzförmig.  CVI.  11.  3. 

kriech,  der,  Plur.  kriechen, ^Grieche,  ^^zu  kriechen.^^  in  graecia. 
XXIX.  1.  5.  Hier  ist  der  eigentliche  Dativ  Plur.  noch  deutlich» 
Grimm.  I.  779.  3.  Vergl.  I.  1.  4. 

krieg,  kryeg,  kreyg  im  Reim,  der;  Plur.  kriege,  kryege;  &att 
Zank,    Streit,    Liebesbalgerei,   im  guten  und  schlechten  Sinne* 

1.  Zank,   Uneinigkeit,   Fehde.    LXXXYI.   3.    1.    XIII.   15.   4. 

2.  rixae  amantium,  Zweikämpfe  im  Geschlechtssinne.    LH.   3,   9. 
Y.  1.  16.  MT.  kriegen  =;  schelteh,  zanken,  auskriegen. 

kriegen,  Zeitw.  =:  1.  zanken,  streitsüchtig  bellen.  2.  trans.  ;>bida'-« 
streit  kriegen.^^  von  liebenden  Yögeln.  XXXY.  1.  24. 

krynnen,  Beiw.  =:  gelockt,  kraus.  L.  1.  10»  lat.  crinis  =3  Krau«* 
seilocke. 

krispel,  Beiw.  =s  kraus^  crispus.  L.  1.  10.  Grimm.  II.  103. 

krist,  as  1.  Christus.  ;^avor  uns  krist  behuet.^^  CX.  3.  9.  2.  ;4et 
h.  kriaU^  Christtag.    CXXI.  35».    3.  Christ^  Christianus.    Plmv 


368 

^^kristen.^^    XVII.   3.    21.    NT.  Plur.   krislan.  ;^t  kristan.^^ 

IL  5.  4. 
ktistein,  =  Frauenname,  Christina.    Die  h.  Jungfrau  d.  N.  hat  ihr 

Fest  am  24.  Juli.  MT.  Stine,  Stindl,  Stinele. 
kristenhait,  die;  =  Gesammtheit  aller 'Christen,  räumlich  gedacht. 

CXI.  1.  i. 
kristenlich,  Beiw.  =  christlich.  ;;kristenlich&  wät.^^  C.  3.  12. 
krön,  kröne,  die,  Plur.  krönen,  =r  1.  Krone,  Krancz.     2.  Herr* 

* 

Schaft,   Reich.   ;^soldans   krön.^^   Reich  der  Sultane  in  Aegypten. 

XCY.  i.  6.     3.  Gipfel,  Höhe  der  Vollkommenheit.   ;;frau  krön.^^ 

LIV.  2.  1.  Maria, 
kruck,  krucke,  krucken,  die;  =  Krücke.  XLIX.  1.   9.  1.  6. 
krum,  krumb,  krump,  Beiw.=  krumm,  ^^vil  krumper  stampaney.^^ 

widerwärtig,  böse.  II.  4. 8.  ;^dein  krumben  dön.^^  misslautig.  XII. 

2.  21.  MT.  krump. 
krumpel,  Beiw.  ==  krümmlich,  kraus.  L.  1.  11. 
krüt,  das ;  =  Kraut, 
kubel,  der;  =r  hölzernes  Gefäss,  rundlich,  mittlerer  Grösse,  breiter 

als  hoch.  VI.  93.  MT. 
kul,  Beiw.  =kühl.LXXYlL2.  3.  MT.  kuel.  ^^lass  dasMuess  kuelen.^ 
kiimbern,  Zeitw.  =  kümmern,  wer  ain  andachtigs  hertze  traft,  den 

kumbert  weder  lieb  noch  laid.^^  XXII.  4.  6. 
kummer,  der;  =  Kummer.  XLII.  2.  5. 
kummerlich,  Beiw.  =r  kummervoll,  schmerzlich.   XII.  4.  6. 
künden,  Zeitw.  =  ankündigen.  XXVII.  3.  14. 
künde,  der,  Plur.  künden,  =  Kunde,  Gastfreund,  Bekannter.  XXX. 

2.  42.  ;;und  het  funden  all  mein  kunden.^^  sagt  der  Liebhaber 
vom  günstigen  Annahen  der  Geliebten,  die  ihm  alle  andern  Be- 
kanntschaften ersetzt. 

kanigund,  kungund,  =  Kunigunde.    Die  Heilige  d.  N.  wird  am 

3.  März  gefeiert.  CXXI.  62.  CXXII.  3,  1. 

kunig,   küng,   der^   Plur.   kunige,  kunge,  =s  König.  VI.  203. 

XIII.  9.  6. 
kungl,  das;  =  Zaunkönig.  XLL  22.  MT.  Pfutschkünigle. 
kunglin,  das;  =  Königlein.obscön.  membr.  viril.  LXII.  2.  5.^ 
künde,  die ;  ssKenntniss.  ;9ichhatt  sein  knade.^^  kenne  ihn. LXX* 3. 5. 


969^ 

huit8l\  die,  Pl«r«  kunstti,  =3s  Fert»glieit  im  Diclifeil  «nd  Husiziren. 

^d  hiää^rn  mich  *i\e  kSaste.^  C«  3.  10. 
kantlfched)  adverbialisch^  =ss  bekannt.  ;^wat  mir  kuntlleben  ward.^^ 

XII.  4.  15. 
knült^  Terkünt  kunttel^  liebkosend  kfintzltn^  kunUelein^  s±r 

Konrad,  Mannsname.    Der  Heilige   d.  N.   hiA  sein  Fest  am  26. 

Not«  XXXIX.  1.  10.  20.  26.  33.  CXXI.  330.  HT.  Kuenz. 
ktf^lspil,  das;  ±b  Kuppl^ei. 

kiss>  das,  Flur.  kSss^  =  Kissen,  Polster.  YIII.  3.  10. 
küssen^  kusseni,  Zeitw«  sebw.  =»  kttssen.  Imp.  kuste.  Part,  ge- 
käst. iMperat.  kuss  imRetm  auf  tuscb.  XXVIILl.  21.  XXXY. 

3.  26.  XLIV.  3.  12. 
karten 4  die^  ac  HönehsiKieh.  CXXI.  280. 

kuttern,  Zeitw.  :c:  kicbeni^  lachen,  sono  treihuto.  LXIII.2^1f.  MT. 
kur,  die;  ±=z  WM*  1.  eigener  Entsckluss.  ^^setnes  t6des  kur.^^  XXL 

2.  7.    2.  ;;fSaf  fufslen  von  der  kuf.^  Chwrftirstcn.  XII.  3.  3.    . 
kurfürst,  der;  :i=  Churfttrst  ^^knrfirsis  genösse.^^  der   Chwrwltrde 

theilhalt^  XII.  4  23. 
kürltch,  Beiw.  =  schön,  reitzend,  sehr  gut.  XXXIV«  2.  11.  ;^kur- 

Itch  vor  aller   frauen  zal.^^    ;>kirncb  gut.<^  Tortrefflieh.    LXXVIC 

1.  13.  Adv.  mit  yorliebe,  leidenschaltliish.  LXXVI.  1.  25. 
knrtzeweil,  kurtzeveile,  die;  =  Kunsweil,  VI.  99.  GXyiI.5. 1. 
hirtsitch,  Neben w«  as  karze  Zeit  umfassen.   1.  Vergangenheit.  ;>vor 

kurlzlich.^^  unlängst.   XIII.   9.  4.    2.  Zukunft.  ;;kurtzlieh.^<  bald. 

XXXIV.  a  14. 
kurtz,  die;  s=s  Kttne.  XLVIL  3.  6. 


Ift,  =  la,  Einzellaut  der  Tonleiter.  XC.  1.  13. 

lächerliche  Adv.  aa  kiokfaaft^   lächelnd.   >4cv  niind  lächerlich  ge^ 

slalt.^^  XLIV.  2.  12. 
Uy^  der,  Plur.  layea,.  laien,sse  Nichkpriester,  laicus.  LXIX.  1. 10; 

XXTI.  185, 
laichen,  Zeitw.  sa  tlfrniachen^   hinterlistig  besiegen,    ttberwäitigen. 

XVI.  3.  10«  ;»iek  förck,  die  toffiaung  werd  mtdi.hieheti.^^  an- 

24 


370 

setzen.  CXIX.  li  i5.    angesiegen,  de  re  veherea.  LXVII.  3.  4. 

HT.  loachen,  im  gleichen  Sinne,  mit  Kraft,  Beharrlichkeit,  Kunst, 

Schnelle  unterthun,  die  eigentliche  List  fast  ausgeschlossen, 
laid,  laide,  das;  =  Leid.  ;^mir  ist  laide/^  III.  3.  16. 
laiden,  Zeitw.  =:  verleiden.   ;^ainem  sein  leben,  sein  essen  laiden.^^ 

Vn.  i.  16.  XXIL  4.  1.  laidet,  laidt. 
lainen,  Zeitw.  schw.  =±:  1.  liegen,   beruhen.   ^;wer  zbaiung  an  den 

frauen  gelaint.^^  VI.  45.  ;^sich  lainen  zu  ir  mit  leib,  hend,  fussen, 

und  gepainen.^^  anschmiegen.   LH.  3.  17.   ;;sein  dinst  nützlichen 

lainen.^^  an>venden,  hinlenken.  XXII.  1.  18.  HT.  loanen. 
laist,  der;  =s  Form,  Urbild,  Art  zu  seyn.  ^^verslossen  in  ains  vat- 

ters  laist.^^  XCIX.  3.  2. 
laisten,  Zeitw.  schw.  =  leisten.   XLVIII.    1.    1.   >>zu  laisten   in  ir 

haus.^^  den  Beischlaf  zu  vollbringen.  LH.  3.  11. 
lamp,  das;  =  Lamm.  CVI.  8.  5.  HT.  lamp,  lampl,  lampen. 
lampart,  lamparten,  =:  Lombardie.  XVIII.  9.  6.  I.  2.  2. 
lampartisch,  =  lombardisch,  italienisch.  I.  2.  6. 
lamprecht,  s=:  Hannsname.    Der  Heilige  d.  N.   wird  am   17.  Sept. 

gefeiert.  CXXI.  260. 
land,  das,  Plur.  lande,  =  Land, 
landesfurst,  der;  =  Landesfürst.  III.  3.  13. 
lang,  langk,  lanck,  Beiw.  =  lang.  Die  zwei  letzten  Formen  un- 

flektirt  im  Reime  und  in  Zusammensetzungen.  ;^vor  lang.^^  Ifingst. 

II.  4.  24.  II.  2.  32.  LXXVII.  VI.  89. 
läpp,  läppe,  der  ;=  einfältiger,  seltsam  sich  ausnehmender  Mensch. 

XLIII.   41.   HT.   ;?a  lappeter  bue.^^  lapplen  s=  allicere.  auf« 

lapplen  =  anführen,  aufreitzen.  VI.  175. 
la SS,  Beiw.  =  matt,  müde.  XLVIII.  3.  3. 
Iftss,  das;  =  das  Lassen,  in  der  Redensart  ;;tun  und  Iftss.^^  gekürzt 

auslassen.  CIV.  3.  11.  LXXXIX.  3.  11. 
Iftsse,  die;  =  das  Loslassen.  ;>dnrch  pulvers  lässe.^^  das  Losbreonen. 

XIII.  8.  8. 
Iftssen,  Zeitw.  st.  =  lassen.    Formen:  Inf.  lassen,  Un<  Imperat. 

läss,  lä.  Präs.  du  last,  sie  länd.  Imp.  lies,  Hess,  du  liest, 

er  Hess,  lies,  lie.  Plur.  ir  liest.   Part,  gelassen.    Bedeot^ 

Hohes:  1.  unterlassen,  aufhören,  ^^den  tag  zu  melden  sy  nit  I^lüM 


371 

XXIX.  2.  il.  2.  los,  fliegen  lassen,  Schiff,  Segel.  XXYIII.  2. 10. 
3.  zurücklassen,  überlassen.  ;;wem  last  du  mich. ^^  IV.  1.9.  4.  ver- 
giessen.  ;;mangen  tropfen  r6t.^<  I.  1,  7.  Vergl.  XXXIV.  2.  6. 
XLIX.  2.  6.  LI.  1.  2. 

last,  der,  die;  =  Last.  ;^es  segeis  last.^^  XXYIII.  2.  6. 

lasür,  die;  s=  Himmels-Azurbläue.  ;^  leueht  durch  grft  die  vein 
las4r.^^  CI.  1.  1—2. 

latein,  =  ;9]atein,  die  sibend  spräch.^^  LVII.  1.  18. 

latz,  der,  Plur.  latz,  =r  Schlinge,JPessel.  ^^in  vacht  der  helle  latz.<^^ 
XX.  2.  12.  ;?durch  keuschen  latz.^^  Empfängniss.  CVI.  6.  18. 
;?funff  eysen  latz.^^  Fesseln.  CVIII.  6.  6.  MT.  Latz,  Hosen- 
latz, anlatzen  =  an  einen  Strick  binden.  Reimwort. 

lauer,  die;  =:  Schlupfwinkel,  heimliche  Stelle  zum  Yerborgenseyn. 
LXIII.  3.  13. 

lauff,  der,  Plur.  leuff,  leuffe,  =  Lauf.  Plur.  Zeite;i,  Ereignisse, 
Vorgänge.  XVIII.  1.  6.  XXXI.  1.  32. 

lanffen,  Zeitw.  intrans.  st.  =  laufen.  Imp.  luff,  lieff.  Part,  ge- 
loffen. XIV.  1.  12.  I.  1.  6.  ;4as  spil  lieff  mir  nit  l^r.^^  ging 
nicht  leer  aus.  XI.  3.  26.  XXXIX.  2.  13.   MT.  lafen. 

laugen,  Zeitw.  =  läugnen.  ;;an  laugen.^^  in  Wahrheit.    LI.  3.  9. 

laun,  laune,  die;  =  Gemüthsstimmung.  ;;guter  laun.^^  XII.  1.  2. 
;;ain  kind  mit  valscher  laune.^^  Anspielung  auf  Peter  de  luna.  alth. 
liune.  mttlhd.  lAne.  Grimm.  II.  48.  Im  trientnerischen  Gergo  la 
luna  s=r  böse  Laune,  Streich. 

laur,  der;  =  hinterlistiger Auflaurer.  ;;aus  laures  wan.^^  Oder  gehört 
es  zu  lauer? 

lauren,  Zeitw.  =  lauem,  warten.  ;?in  krumpes  lauren.^^  von  zusam- 
mengeschmogenen  Pflanzen  im  Winter.  XXX.  1.  9. 

laurencius,  laurentz,  =:  Hannsname.  DerHeilige  d.  N.  wird  am 
10.  August  gefeiert.  ;;g6n  sand  laurentzen.«  Lorenzen  unweit 
Brunecken.  LXXXVI.  3,  5.  ;;affra  romt  laurencium.^  weicht  ihm 
aus.  CXXIII.  4.  10.  CXXI.  222. 

lau  SS,  die;  =  Warte,  Lausche,  Huth,  Gefängniss,  wo  man  belauscht 
und  gehütet  wird.  ;^warten  mit  stiller  lauss  recht  als  ain  fuchs.^^ 

.  Pa SS,  die,  MT.  LXXI.  4.  6—8.  ;;noch  wais  ich  ainen  in  der 
lauss.^  sagt  Oswald  von  seinem  Kerker  redend.   XIII.  10.  !• 

24» 


872 

ilutler»  Beiw.  Neb^iiw«  sax  aufrichtig^  oline  Zusatz  Ton  Varichtig- 

keit.  CV.  1.  3. 
le]>erlein,  das;  sc«  kleine  L^er.  XV.  2.  i. 
leck,  der,  =  Fluss.  XIV.  2.  13. 
leck,  die;  =:  warmcus  Badewasser«  VL  39.  MT.  die  Lack,  in  die 

Lack  gehen.  Grimni.  IL  27.   wo  ain  leka,  atillare  aufgefaktt 

wird.  Oder  ist  an  lapha,  lack,  lau,  der  Lack,  waraaer  Dunst 

zu  denken?  SchmeUer,  II.  431 — 32. 
Uft,  =3s  gelassen,  LXXX.  1.  4^ 
lege,  legen,  :fsc  legke,  ital.  Meilen  von  lega.  j^wol  zbd  gaatze  le- 

gen.^^  VL  172.  Der  Reim  fordert  legen,  atatt  IH.  lege, 
legen,  Zeitw.  schw.  =»  legen,  jt^an  den  tag«^^  offenbaren.  XYIL1.4. 

;>dran  legen  seinen  fleis,^^  XLVIII.  2«  9^10«  Ln^f.  lait.  Paft 

gelait.  CIX.  3.  14.  XXIX.  3.  29. 
leges,  s=:  leges,  Gesetze.  XXVI.  20. 

leib,  der ;  =  Brot,  in  runder  Form,  ;;der  pauren  leib.^^  libum.  lY.  3. 5. 
leib,  der;  «sc  Leib,  cor|Mis,  statt  der  persönlichen  Filrwdrter.  j^beäe 

besessen  haben  meinen  leib/^  mich.  LXXXII.  3.  3.  ;9da$$elb  be- 

triiebet  mir  den  leib.^^  mich   sehr.   XXXVI.   5.  9,   ^^ellettdon  leib 

für  ich.^^  irre,,  ausser  Lande  umher.  LXXVL  2.  8.  In  diesen  ual 

vielen  ähnlichen  Stellen  herrscht  der  eigentliche  Begriff  leib  bald 

mehr  bald  minder  vor,  von  der  kräftigsten  Sprachsinalicbkeit  bis 

zur  gänzlichen  Verwischung  des  ursprünglichen  £«griffe».    WH. 

leip;  IH.  hat  p  nur  im  Inlaut  leiplich  neben  leiblich« 
leichnäm,  der ji=  Leib.  ;;gots  leichaäiu  ich  nyni  «Bbicdiglfceh.^f  cof-« 

pus  domini.  Mhd.  lichnäme.  CV.  4.  7. 
leiden,  Zeitw.  st.  =  leiden.  Imperf.  laid^  du  laid,  n^a  Ut.  Pari. 

geliten.  CXIIL  3.  8.  XXXV.  3.  42-  CXIV.  1.  91  ^jd««  leiden, 

des  leidea/<^ 
leihen,  Zeitw.  sU  :=;  kihen,  gewähren,  geben«  >^ot  leck  mir  seinen 

hut.^^  IL  2*  18.  ;>9leich  mir  her  das  meualy^^  gib  mip.  LXI.  1. 16. 

;^stat  leihen  der  sünde.^^  Vorschub.  CV.  3.,  2.  Imperf.  Ucfa^  Part. 

gelihen.  Im  Auslaut  und  Koosoaaatejaanwacha  dk  Fofm  leiah. 

tthd.  lihenu 
lailach,  leyiacb,  das,,  Flur,  leilach^  lejl.achen,  sp  Bentuch, 

Leintuch.  YI.  94.  LXXXVI.3.16>  Mhd.  UHchai^  WT^  kirliich. 


r 


Pliir.  leütcher*  Aus  leik,  leich,  't=s  Leib  und  lachen,  lah- 
han,  =  Gewebe  ans  Lein. 

leipllch,  leiblich,  =s  leiblich.  XXXVL  3.  9. 

leir,  die;  =  Leier,  lyra.  ;>ain  krumpe  leir  tragen.^<  den  Arm  in  ei- 
ner Schlinge.  XIV.  3.  2. 

leiren,  Zeitw.  =  leiern,  eintönig  schreien,  vom  Esel.  XLL  69. 

lembHn,  das;  =  Lftmmchen.  XXII.  2.  15. 

lernen,  Zeitvr«  schw.  =  lähmen,  lembt.  Umgelautet  aus  dem mittlhd«. 
lam,  claudus.  IX.  2.  4. 

lempeyl,  der;  =»  zahmer,  unbehülflicher  Tropf.  YIII.  6.  6.  Wohl 
aus  lampel,  lempel,  Lämmchen,  verbäuerlicht*  Oder  ist  an 
lumpel  (lump)  tu  denken?  Vergl.  Lampel,  Plempel  bei 
Schmeller.  MT.  limpl  =  Knabe  mit  büser  Anlage. 

lencken,  Zeitw.  schw.  =3  leiten,  wenden,  bewegen.  ;^das  mundltn 
auf  und  zu.<^  XLVII.  1.  8. 

leiden,  Zeitw.  schw.  =  leiten.  XXVIU.  2.  17.  MT.  ;^ich  len-^ 
den^^  =  sich  neigen,  ziehen,  richten.  ;^zu  dir  lendt  sieh  meins 
hertzen  gier.^^  LXXVI.  3.  10.  Aus  land,  an's  Land  bringen« 
MT.  Lende  =s  Landungsplatz  bei  der  Holzschwemme. 

leng,  lenge  im  Reim,  die;  =ss  Länge.  XLyiL3. 6.  Umlaut  aus  lang« 

len,  lene,  die;  =  Flamme,  Gluth,  Feuerstrom.  ;,hftis8er  lene  ran, 
pran.^^  glühendes  Feuermeer.  XXIV.  5.  12 — 13.  Verwandt  mit 
linne,  leune,  lane,  Lahn  =a  prasselnder  Absturz,  Mahre. 

]enepach,  der;  sss  Eigenname.  LXXL  2.  3.  Unweit  Kastelrutt« 

leopart,  der;  ;äs  Leopard.  CX.  1.  13. 

Uren,  Zeitw.  halbschw.  sa  1.  lernen.  ;^das  Idrt  man  in  der  fSrsten 
schul.<^  XX.  1.  13.  ;,treustetihÄit.^^  LXV.  1.  10.  LXXL  3.  7. 
2.  lehren.  Part,  gelart.  XYIL  5.  2.  XXIX.  1.  25. 

lesen,  Zeitw.  st.  =  1.  lesen.  2.  wählen.  VI.  16i.  CXXI.  38.  Präs. 
ich  lis.  Imperf.  Jas,  last.  Part,  gelesen. 

lest,  1  es te,sa letzt,  letzte.  XCIX. 2. 16.  MT.  löst,  löste,  znlöst. 

letz,  letze,  die ; 2s  Ergötzlichkeit,  Erquickung,  Trinkgeld,  ^zu  letze 
Wssen.«  VI.  122.  X.  2.  4.  IL  4.  25. 

levant,  der;  ss  1.  Morgen,  Asien,  Levante.  XXVIII.  2.  2.  2.  Ost*- 
wind.  XXIX.  1.  2.  ' 

len,  lew,  leb^  der^  Plvr.  leaeiir  ape  Löwe.  LXIÜfL.  3.  5.  Vt  ÜO«. 


Besonders  der  Teufel.  XXIV.   1.  8.   Taufname  Leo.   CXXI.   102. 
Der  Heilige  d.  N.  wird  am  H.  April  gefeiert. 

leuchte,  die;  =  fax,  lumen.  ^^leuchte  deiner  Augen. ^^  phantasirt  der 
Liebhaber  an's  Hfldchen.  Das  Feuer.  LXXXVIL  4.  5. 

lenmet,  der;  =  Leumund,  Ruf,  guter  Name.  XXIU.  5.  9. 

lewp,  =  lieb.  LXX.  2.  14.  Reim. 

leutten,  Zeitw.  schw.  =  läuten.  ^^aufTdemkopffe.^^  schlagen.  VI.  73. 

liberey,  die;  =  Abzeichen  in  der  Kleidung,  sodann  Ordens-Ehren- 
zeichen. XIII.  1.  8. 

lidmäss,  das,  Plur.  die  lidmäss,  ss  Glied.  ;;das  ich  die  lidmäss 
griff  und  sach.^^  LH.  3.  5. 

ligen,  Zeitw.  st.  intrans.  =  liegen.  Präs.  ich  lig,  dd  leist,  er  leyt. 
Iroperf.  lag,  lag.  Part,  gelegen,  ^^des  kriegs  emider  ligen.^^ 
Vinci,  imparem  esse.  LH.  3.  9.  ^^dü  lag.^^  lagst.  CVII.  3.  8. 
LXI.  2.  10.  XXVH.  1.  17.  XL.  1.  13.  XV.  1.  4. 

lieb,  Nebenw.  =  lieb,  theuer.  ;Jieb  haben.^^  LVII.  Expos.  2.  16. 
lieber,  liebst. 

lieb,  die;  =  Liebe. 

lieb,  das;  =  Liebchen,  ^^ach  wärs  mein  lieb.^^  LVII.  Expos.  1.  1. 

lieben,  Zeitw.  intrans.  schw.  =:  lieb,  angenehm  seyn.  ;^dii  liebst 
mir.^^  LXXIL  3.  7.  Althd.  liuban. 

liecht,  Beiw.  =  licht,  hell,  ^^des  liechten  morgens  rote.^^  XL.  2.  6. 

liechtel,  das;  =  Lichtlein,  zum  Nachhausegehen.  IX.  1.  2. 

liederlich,  Beiw.  ==  reitzend ,  wollüstig,  ausgelassen  mit  Anmuth. 
XL VII. 3. 2.  Adv .  liederlichen,  auf  liebe,  leichte,  lustweckende 
Weise.  LXXVI.  1.  22.  Die  Bedeutung  dieses  Wortes  streift  bei 
Oswald  kaum  an  die  strenge  Rüge,  die  jetzt  in  demselben  liegt. 

lieff,  =  lieb,  niederdeutsch.  Reim  auf  b  rief  f.  Kann  auch  Substan- 
tiv seyn  die  lieff  =  Liebe. 

liegen,  Zeitw.  st.  =  lügen.  XLVIH.  1.  7. 

Lienhart,  =s  Mannsname,  den  Oswald's  jüngerer  Bruder  geführt.  X. 
1.  3.  Der  Heilige  d.  N.  wird  am  6.  Nov.  gefeiert. 

1  leren  t,  das;  =  Kollektiv  der  Natursanglaute  der  Vögel  des  Lerchen- 
geschlechtes. ;jir  lierent  erklinget.^^  XLI.  45.  S.  lirt. 

liet,  das;  =  Lied.  XII.  3.  15. 

lif,  Beiw.  sa  lieb.  ;^ifcn  last  vertreiben.<^  XXXV.  3.  48, 


375 

lif,  das,  und  der;  =   1.  Leben.   LXXX.  1.  2.    2.  Leib.    Die  Ver- 
wandtsehafi  zwischen  Leib  und  Leben  siehe  bei  Adelung  Artikel 
leib.    Yergl.  Reineke  Vos  von  Hoffmann,  Artikel  lyf.  S.  192. 
Grimm.  III.  397. 
liffen,  =  Lienand.  IIL  1.  8. 

linden,  Zeitw.  =a  linde,  nachgiebig  werden.  LXXXYII.  2.  20. 
lippel,  lippl,  =3  Mannsname,  Philipp.  LVIII.  4.  1.  ungeschickter, 

dummer  Mensch.  XYIII.  1.  3.  MT.  lipp,  lippel e. 
lirt,  =  Naturlaut  der  Lerche.  XLI.  37. 
lispen,  Zeitw.   =:  lispeln,   ^yntt  lisp  mir  zu    ain   freuntüch   wort.^< 

LXXYII.  4.  5.  Unser  lispeln  ist  daraus  diminuirt. 
list,  der;  =  Yerstand,  Kunst,  Geschicklichkeit.  ;^durch  spehen  list.^< 

C.  2.  12.  Grimm.  I.  666.  ars. 
listikait,  die;  =  Findigkeit,  Klugheit,  Abgeschliffenheit.  XIII.  5.  9. 
lyt,  das;  =s  Leid.  LXXX.  1.  4. 
littd,  =  Lithauen.  Aus  littau,  littaw.  III.  1.  8. 
litz,  der;  r=s  Art.  ;^ein  grober  litz.^^  XYI.  1.  8.  MT.  die  Litze, 
lizabdn,  =  Lissabon.  XIII.  2.  1. 

lob,  das;  =  Lob.  ;?ich  wais  nit  lobs  zu  breysen.^^  XY.  5.  8. 
lobesan,  im  Reim,  Beiw.  =  lobesam,  lobwürdig.  CYIII.  1.  13. 
loblich,  loblich,  Beiw. srs  löblich.  Adv.  loblichen.  XXIIL  5. 16. 
loch,  löh,  der;  =  Hain,  Wald,  Halde.  ;^in  des  mayen  loch  tantzen.^^ 
XXXYIII.  1.  9.  ;jwann  sich  die  loch  mit  gruenem  laub  verreuhen.^< 
LXXX.  1.  4.  ;^er  zieret  perg  und  tal,  die  loh.^^  CIX.  2.  11. 
lock,  der,  Flur,  locke,  =  Locke,  Büschel  Haare,  Haar  selbst.  XYII. 

4.  25.  ^^ich  flicht  dir  deinen  weissen  lock.^^  LXXYII.  3.  4. 
lock,    locke,    die,    Flur,    locken,    =    Lockstimme,    Lockvogel. 

YI.  19. 
locken,  Zeitw.  schw.  =  schliessen,   ordnen.   ;^deinen  rock   lock.^^ 
sagt  die  Frau  zur  Magd,  die  sie  im  Liebesspiel  getroffen.  XXXIX. 
2.  30—31.  Yerwandt  mit  lucken.  MT.  zulucken  =s  decken, 
lofen,  Zeitw.  =  glauben,   ^^das  loff.^^  glaube.   LYII.  3.  5.   Nieder- 
deutsch. Such.  Hoffmann's  Reineke  Yos.   S.  193.   Mhd.    gelou- 
hen.  MT.  glaben,  globen. 
lAn,  =  in  Yerbindung  mit  Itri:  liri  lön,  Nachahmung  des  Lerchen- 
gesangs. XLI.  37» 


S78 

lAn,  d^,  Plur.  Mne.,  Mn,  =>  Lohn.  XIX.  4.  i6.  ^^der  kttzen  IdB.« 
Undank,  Untreue.  VII.  3.  13.  HT.  Luen,  Plur.  Lüeu. 

lAnen,  Zeikw.  ss  lohnen.  ;^ir  Ion  mein  treu.^^  LIX.  1.  14.  ;>ainer 
Sache  lönen.^^  LXXXV.  2.  9. 

Idner,  der;  =  Belohner.  ;Jdner  gueter  dinge.^^.XX.    1.  4. 

longinüs,  ss  Name  des  Juden,  der  Christum  am  Kreuze  mit  einem 
Speer  durchbohrte.  CVI.  12.  1.  XCIX.  2.  3. 

löpen,  Zeitw.  =  laufen.  ;;eck  lopp/^  ich  laufe.  Hnl.  Grimm.  1.971. 

LVII.  1.  7.  MT.  lafen. 
•  Ids,  Beiw.  ss  1.  frei,   nackt,  des  Gewandes  entbunden.   ;^vil  Heber 
hendlin  lös.^*'  CVIII.  2. 14.  2.  frei,  unentgeltlich  verzehrt.  XII.  4. 28. 

losen,  Zeitw.  ==:  horchen.  ;^los  ain  nutzes  sweigen.^^  XVII.  7«  \2. 
XL.  2.  1. 

lAsen,  Zeitw.  =  schön,  vertraulich  thun  mit  dem  Hunde,  vertraut 
und  heimlich  zureden ,  besonders  in's  Ohr,  schmeicheln,  ^^a  well 
wir  kosen,  lösen. ^^  sagen  die  Schäfersttindeler.  XXXY.  3.  17. 
>^vol  abenteuer  holt  ich  in  lösen  seharff  in  das  orichin.^^  aagt  der 
Knabe  phantasirend  von  der  Schäferstunde.  LX^V.  1.  6.  ^^freut« 
lieh  kosen,  haimltch  lösen,  das  geit  wunne.^<  LXIII.  1.  15.  ^63 
za,  hin  all ,  mit  laut  und  schall.^^  Jagdregel ,  das  Antworten  der 
Jäger  in  gewissen  Lautzeichen  zur  Verständigung  aneinander  vor* 
schreibend.  XLIII.  27.  Offenbar  ist  hier  der  Begriff  schmeicheln 
schon  sehr  zurflckgetreten.  Noch  entschiedener  ist  das  in  HT. 
der  Fall,  wo  lösen  geradezu  einflüstern,  heimlich  in's  Ohr  sagen 
bedeutet,  ^^ainem  etwas  lösen.^^  Der  Stamm  des  Wortes  ist  das 
alte  löse,  lüse,  Behagen,  franz.  loisir,  woraus  unser  Lust,  ital. 
Ittsingare  ss  schmeicheln. 

lot,  WH.  loat,  =  Boss.  Ungerisch.  LVII.  1.  3.  ... 

lucäs,  ss:  Lukas,  der  Evangelist,  gefeiert  am  18.  Oktober.  HT«  Lug^ 
gQSy  Lugge,  Lugg. 

luoey,  =  Lucia,  Frauenname.  LVIII.  4.  6.  Die  Heilige  d.  N.  feiert 
man  am  13.  Dezember.  CXXI.  347. 

luoiper,  lucifer,  der;  =:  1.  Der  Moi^enstern.  XXVIL  2.  14. 
2.  Der  Teufel.  CXV.  4.  6.  Oswald  scheint  zwischen  beid^  For- 
men EU  unterscheiden;  luciper  ssTenfel,  und  lucifer  ss  H(^-* 
genstern. 


Uck,  lucke,  dfie,  Plär.  lutken,  =ss  Lücke,  Oeffiiaiig.  LXIV.  S.  21 
wo  die  Redensart  ;^ie  lucken  yerzeuneii^^  heisst  se  honeste  com- 
ponere  post  concubitam.  LXXI.  2.  10,  MT.  Lichtlucke  auf  dem 
Dache,  Zahnlücke,  lucket,  rimis  dehiscens  u,  s«  w,  v<nrkom- 
mend. 

ludeweig,  ludwelg,  ludwig,  =  Ludwig.  XI.  1.  1,  Gekürzt 
Ludl.  MT. 

lied,  das,  Plar.  lueder,  ss  Aageniied.  ;^e7t  aia  mueder  hAl  dto 
liieder  zu  geschockt.^<  von  Christi  Tod.  CIY.  1.  16.  Wohl  der 
Reim  Ursache  der  exorbitanten  Schreibung.  Hhd.  das  lit,  lid. 

luen,  Zeitw.  =  mugire.  ;^er  esel  lue.^^  MT.  lien  Tom  Hornvieh. 
XLI.  58. 

Inegen,  lugen,  Zeitw.  =s  sehanen,  spähen.  >4Qg  nm  dich.^^  LVIIL 
6.  9.  ^^Inegen  auf  mein  sdiantz.^^  XXXIV.  3.  2.  HT.  Uegen, 
gespannt  auf  etwas  spähen.  Die  Zollstätte  auf  dem  Brenner,  da- 
von Lueg  genannt,  wa  nicht  aus  Idch,  löh  =3  Wald.  Altiid. 
Ittog^n. 

luft,  der;  =  Luft.  XXXIV.  3.  10.  MT. 

lug,  die;  =s  Lüge.  CV.  2.  6. 

lugenspil,  das;  =  Lügenspiei.  LI.  2.  16. 

iiglich,  Beiw.  =  lügenhaft.  GXYIII.  1.  8. 

lün,  =  Luna,  Zuname  des  Afterpabstes  Benedikt  XIII.  I.  3.  26. 

landen,  s:  London.  XXX.  2.  43. 

langer,  Beiw.  =  hungersmatt,  essgierig.  XLI.  14-^16«  Grimm,  II. 
135.  avidus. 

lantzldt,  Adv.  ss  sanft  geöffnet.  XLVL  2. 1.  HT.Glunze,  rimult. 

lupfen,  Zeitw.  zs=z  erheben.  ^Jupf  dich  kreodly.^^  progermina.  LXIII. 
2.  2.  ;9die  sbammen  lupfen  aus  der  erde.^<  pullulant.  XXXV.  3. 2. 
MT.  lupfen,  aufheben,  aus  dem  festen  Stande  fortbringen. 

loppiklfehen,  Adv.  sss  wenig,  sehr  klain.  LXX.  3.  13.  MT.  lup* 
pig  =s  winzig. 

last,  dar;  SS  Lust.  ;>mit  luste.^^  XXVIII.  1.  19.  MT. 

lasten,  Zeitw.  impers. s=s gelüsten.  >9und  lust  mich  Main  zu  singen.«^^ 
juvat.  VI.  100.  Mit  dem  Genitiv  der  Sache.  >^klueger  mynne.^^ 
XXXVI.  4.  6.  MT. 

lustltch,  Adv.  sss  lustig,  wonnig.  LXXXII.  3.  7. 


318 

iSftzel,  Beiw.  Ncbenw.  s=s  klein,  wenig.  ^^fleLsch  lützel.^^  IV.  1.  9. 
;^das  halff  in  IStzel  umb  ain  ay.^^  gar  wenig.  XIV.  4.  3.  goth. 
leitils.  alth.  luzil.  engl.  little.  HT.  lutzein  =  etwas  im  Hände 
langsam  und  kleinweise  zerfliessen  lassen. 

m,  als  Anfangsbuchstabe  des  Namens  Margaretha,   den  Oswald's  erste 
Gemahlin  geführt,   vom  Dichter  andächtig  verehrt  und  besungen. 
;>mit  6ren  auserweltes  m.^^  LXXII.  3.  6.  Reim :  klemm. 
O       nift)  auf  ungerisch  nach  Oswald  mein.  LYII.  1.  3. 

machen,  Zeitw.  trans.  schw.  =  ernennen,  erwählen,  zu  etwas 
machen.  Part,  gemi^chet.  XII.  3.  6.  ;^machstü.^^  XLIIL  37. 

macher,  machertn,  der,  die  etwas  bewirkt,  schafft,  ^^freudenmacher, 
freudenmachertne,^^  letzteres  im  Reim.  Geliebter,  Geliebte.  LI.  2.1. 

macht,  die;  =s  Vermögen,  Stärke.  ;^mein  macht  wacht  mit  klalner 
kraft.^^  XLII.  3.  10. 

magatein,  das;  =  Mägdlein.  ;;ich  eilends  magatein.^^  XXIX.  3. 14. 
Aus  dem  alten  mag,  :nrai;,  filius.  Nibelungenlied:  magadtn,  ma- 
gedtn. 

magdal^na,  magdalenn,  =  Frauenname.  Das  Fest  dieser  Heili- 
gen wird  am  22.  Juli  gefeiert. 

magnet,  der;  =  Hagnet,  zum  Schiffsgebrauch  für  die  Erforschung^ 
des  Pols.  XXVIII.  2.  17. 

magt,  die;  =  Jungfrau,  namentlich  Haria.  XCVI.  2.  1. 

magtlich,  Beiw.  =  jungfräulich.  ;>magtlichen  rain.^^  XCVI.  1.  15. 

may,  mai,  maie,  letzteres  ausser  Reim,  maig,  der;  =s  Haimonat. 
LVIII.  5.  1.  LXVIII.  3.  2.  HT.  der  maien.  a  wie  das  ital.  6 
in  öro. 

may,  =  romanisch  mai,  mais,  jemals,  mit  vorausgehendem  non,  nie- 
mals. I.  3.  4. 

maid,  die,  Plur.  maide,  =  Mädchen,  unverheirathetes  Franenzim- 
mer.  XXXV.  3.  14.  engl.  maid.  angelsächs.  magdh,  aus  magt. 
mhd.  meit.  Grimm.  II.  65. 

maidly,  das;  =  Hädchen,  liebkosend.  LXIII.  2.  12.  HT.  Madl, 
Nadele. 


379 

mayerol,  der?  =  Tanzart,  ttneigentlich  ;^mayerol  l^ren/^  anstatt  lau-« 
mein,  purzeln.  Wohl  aus  dem  span.  majare,  mit  den  Füssen  stam- 
pfen, und  ruiar,  drehen,  franz.  rouler.  deutsch  rollen.  II.  3.  22. 

maiestät,  die;  =  Majestät,  göttliche  Hoheit.  CXV.  3.  3. 

mail,  maile  im  weibl.  Reim,  e=-  Makel,  Flecken,  überhaupt  Ange"* 
stochenheit,  Verlust  der  jungfräulichen  Ehre,  Erbsünde.  L.  3.  1. 
CXVI.  4.  2.  LXXVI.  2.  22.  MT.  moal,  moalen,  fleckig, 
schmutzig  werden,  moal  ig,  befleckt.  Muetermoal. 

main,  der;=  Main,  deutscher  Strom,  in  den  Rhein  mündend.  XI.  3. 6» 

main,  die;  =  Meinung,  Absicht.  ;^in  welcher  main?^^  LIII.  2.  1. 
;9in  guter  main.^^  XII.  i.  7.  Otfried's  meina,  adverbialisch  ange«* 
want  gehört  wohl  hieher. 

mainen,  Zeitw.  trans.  schw.  ==  1.  meinen,  gedenken.  ;^den  wurm, 
der  mir  die  s61  maint  krencken.^^  CXIX.  2.  23.  2.  liebhaben, 
minnen.  ;^ie  ich  maine.'^  XXX.  2.  30.  XLVI.  2. 16.  XXII.  2.  24, 

maintz,  =  Stadt.  XII.  3.  4. 

mais,  die;  =  Meise.  XLI.  22. 

malst,  der;  =  der  höchste,  vorzüglichste,  erste.  LXX.  3.  6. 

malst  er,  der;  =  ganz  das  mittelital.  maestro.  Gelehrter,  Professor, 
Kunstverständiger.  CVIII.  1.  4.  Auf  Gott  übertragen.  ;;ain  maister 
gros  von  oberlandt.^^  XVIII.  3.  5. 

maisterltch,  Beiw.  Neben w.  =  meisterhaft,  kunstreich,  unübertreff- 
lich. L.  3.  5. 

maistro,  =  das  ital.  maestro.  Meister  in  der  Schiffsleitung.  XXVIII. 

2.  11. 

mal,  das;  =  Zeit.    Insbesondere:   ;;zu  mäl.^^   zumal,   wenigstens.  I. 

1.  16.  ;^zu  manchem  mäl.^^  bisweilen.  XXIX.  2.  17. 
malfastr,  der;  =  Malväsier,  bekannter  Wein.  II.  2.  22. 
man,  der,  Plur.  manne,  =  Mann,  Gatte,   Geliebter.  CIX.  2.  6.  LI. 

1.  8.  CIX.  1.  2.  Hier  steht  im  Texte  der  Druckfehler  gier  statt 

manne, 
man,  der,  mon,  mane,  =  Mond.   Genitiv  mftnes.   XVII.   1.   19. 

griech.  fJtijvr),  dor.  jnava.  engl.  moon.  MT.  Man,  Mon,  Mun. 
man,  korrupte  Aussprache  des  franz.  mon  =  mein.  LVII.  2.  3. 
manen,  Zeitw.  schw.  =  erinnern.  ;?ich   man   dich  der  wort.*^  IIV, 

3.  1. 


^380 

maftg*^  =s  Mannsname ,  Magnus.  Das  Fest  des  Hellfgeii  d.  N.  fdll 
auf  den  6.  September. 

mangeln,  ma n gel en,  Zeit w.  schw.  rs  ermangeln,  ausbleiben.  >^inan- 
gel  ich  sein  selten  mit  spelten.^^  IIL  2.  29. 

man  gen,  Zeitw.  trans.  schw.  =  MT.  durch  eine  Rollmasehine  pres- 
sen, glätten,  Tuch,  Leinwand,  Wäsche  u.  s.  w.  ;^mangen  die  schuld 
ettge.<^  CXIU.  2.  4.  seine  Sünde  durch  Busse  mindern.  MT.  die 
Mang,  das  Werkzeug,  Stätte,  Einrichtung  zu  mangen. 

manig,  mang,  manch,  =  manch,  mancher.  Gewöhnliche  Form 
mang. 

manigerlay,  mangerlay,  =s  mancherlei.  XXXV.  2.  9. 

manigfalt,  manigvalt,  =  mannigfaltig.  LXXXII.  3.  8. 

manigfeltigklfch,  =  wie  das  vorige.  ;>manigfeltigkltchen.^^  Adv. 
CXV.  3.  8. 

manhait,  die;  =  Mannheit,  männliches  Vermögen,  ^^ie  manhait  er- 
wecken.^^  LV.  2.  4.  LH.  3.  7. 

manny,  der;  =  Schinder,  Scherge,  Henker.  XVI.  11.  4.  Ital.  ma- 
nigoldo. 

manslag,  der,  Plur.  mansleg,  =  Mord,  Tödtung  eines  Menschen. 

;jdurch  influs  mansleg  sterben  gän.^^  XVIII.  9.  7.  Tod  durch  die 

Influenza, 
mar,  marb,  marbe,  letzteres  Reim  auf  varbe;  mar,   stets  ausser 

Flexion,  bei  Vokalanwachs  marbe,  wo  b  auch  nach  der  Tran- 

kation  bleibt.  Beiw.  =  zart,  mürbe.   XXIX.  3.  27.   CIX.  2.  14. 

LXXXVII.  1.  11.  MT.  gewöhnlich  ohne  b,  mar,  das  a  =  6  = 

au  im  Ital.  ;^a  mars  brdt,  a  marer  Pretzen.^^ 

mar  cell,  c=  Mannsname.  Der  Heilige  d.  N.  wird  am  16.  Jänner  ge- 
feiert. 

marchschalkf  der;  ^s  Marschall,  Hofwürdenträger.  XUL  14.  5. 
Aus  marah,  marh,  march  bei  Konsonantenan wachs,  =  Ross, 
und  scalc  =  knecht.  Dass  Pferdeknechte  sich  zu  Hof  würden- 
trägem erschwingen,  findet  der  Leser  ohne  Zweifel  begreiflich. 

marck,  die;  ss  bestimmtes  Mass  in  Zahl  und  Gewicht.  >}Yier  tausent 

marck  begert  ir  hertz.^^  bestimmter  Geldwerth.  VII.  3.  9. 
marckt,  der;  ss  Handel,  Geschichte,  Lärm.  XIY.  5.  9. 


aaf  cil$,  Teifcttnt  marZ|  =k  Mannsname.  Das  Fest  deä  HeiUgan  d« 
N.  wird  am  25.  April  gefeiert.  GXXI.  Hb,  CXXII.  4.  5. 

margarick  im  Reim,  margarttd,  nargret,  trs  Hargredie^  Mar^ 
garita.  LYII.  3.  2.  YL  154.  Das  Fest;  der  Heiligen  4.  N.  fällt 
auf  den  12.  Juli. 

.ftiargkgraff,  der;  s»  Haikgraf.  XII.  3.  6. 

martä,  marey,  mard,  verkleinert  maredl  sas  Harta,  die  Uiijltcr 
Christi.  CVIII.  7.  7.  ;^  narlä  kind.<^  ;,fiiarfe  kinddein.<<  GVilL 
1.  il.  der  lat.  Genitiv  mariae.  GXXI.  84.  XXXIX.  2.  1.  CXXII. 
9.  2.  wo  margn  3.  £.  HT. Maria,  Marie,  Mariele^  Marie!, 
Maredl,  Maidl,  Moidl,  Maide,  Maide,  in  venstflndlicher 
Entwiekelttag. 

Btamer,  morner,  der;  =3  Schiffer,  Seonann«  ital.  mariaaro^  mari- 
najo.  XXVm.  3.  il.  1.  5. 

marquart,  =;  einer  der  Begleiter  Sigmund'^  nach  Ron  sur  Krihiung. 
XV.  3.  1. 

anara,  <kr;  =z  Hauet  d.  N.  XYU.  i.  2a 

narailie,  sc=  MarseiUe,  msarsillki.  ital.  marsiglia.  III.  i.  17. 

marstaler,  der;  =  Pferdebesorger.  I.  1.21.  Aus  m&  aes  Ras»,  and 
stal  zz»  StaU. 

marterllch,.  martetlick,  Beiw.Nebenw.sserbärmliek«  CXYIL2w9. 

jiiartz,»Uatfius.  Sm  Fest  fällt  a»f  den  30.  Oktober.  GXXIII.5.14« 

masch,  masche,  masehen,  Plar.  ma  sc  he  a,  =s  Masehe,  Verkno- 
tung,  Schlinge,  Strick.  ;^der  taaeheft  ms^ehen  setaeii.^^  XI.  3.  11« 
sie  schliessen,  für  einen  aahlen.  >^aus  uageÜekes  maseke..^^  LXX« 
1.  21.  XCV.  4.  11. 

mäss,  mässe^  die,  3*  E.  nässen,  sss  Mass.  !•  Art.  ^^tk  aSiket 
mafi^<^  dergestalt.  CXYIL  4^  20.  2w  mittleres  YeshdUniss.  ;rhe« 
waren,  kaltea  ia  dev  mdss.<^  XXVIII.  1.2.  XXVIL1.27.  3.  rich- 
tiges JVerhältniss  der  Theiie  au»  Ganxei».  £bef»aass,  XbVILS^S^« 
4.  gehücigea  VerhäUaiss  der  euiaelmen:  Haadliiogea  m  eiaena  an-t 
stiMigefli:  Benehmen*  f^i^H  dir  aH  mias ,  Ina ,  Mss  boL  aasttl«^ 
LXVII.  2.  2.  5.  Zeitmass.  j^mit  langer  masse.^  fialimii  aaittere, 
d.  h.  aushaltend  im  Ton.  XIIL8r6»    &  eHiprtiscbe  Formell :  j^aat 

-  d^  miss,.  aas  der  mftäsien>^<  ausaevordentdiefa ,  gans  besmafar», 
GIV.3.10.  LXXVIL1.13.  „in  m«is,al^>^  90 wie.  LXXVILJ.14. 


382 

fassen,  sich,  Zeitw.  =  sich  enthalten  ;;ainer  sache.^^  XYIII.  7.  8. 

mast,  der;  =  Mastbaum.  XXVIII.  2.  7.  . 

marthan,  =s  Hartina,  Jung^frau,  Mdrtyrin.  CXXIII.  2.  5. 

martein,  mart,  mert,  =  Mannsname.  Das  Fest  dieses  heil.  Mär- 
tyrers wird  am  11.  Nov.  gefeiert,  und  eines  anderen  d.  N.  am 
12.  d.  n.  M.  CXXI.  315.  XIV.  3.  1.  CXXIII.  6.  3.  MT,  Marti. 

mat,  die;  =  Mattigkeit,  Müdigkeit,  Ohnmacht.  CVII.  2.  1. 

jnatheus,  s=  Manns-<Apostelname.  Das  Fest  des  Heiligen  d.  N.  fällt 
auf  den  21.  September.  CXXI.  264.  MT.  ^^Mathies  macht  die 
Rueben  süess.^^  Schlechtweg  Hies,  Hiesel,Hiesele,  häufig  mit 
dem  folgenden  verwechselt. 

mathd,  math,  =  Mathias,  Apostelname.  Das  Fest  des  Heiligen  d.  N. 
fällt  auf  den  24.  Februar.  CXXI.  55.  Germanisirt  matheis,  eis 
Oheim  Oswald's,  aus  dem  Grafengeschlechte  Schlick.  XIY.  2.  9. 
MT.  ;,Matheis  brichts  eis.^<  Vergl.  CXXIII.  1.  14. 

mattras,  die;  =  Matratze,  materasso.  VI.  68. 

matz,  matzen,  die;  =  Wiese,  Grasboden,  Gut.  ital.  maso«  ;;da  ick 
die  ersten  nachtigal  hört  singen  nach  dem  pflüg  enhalb  in  der 
matzen.^<  XC.  2.  4. 

matüsalem,  =  König  von  Salem,  das  älteste  Mannskind.  CX.  2.  9. 

maurach,  die;  =  Morchel,  Art  Schwämme.  LXIII.  3.  4. 

mauritz,  maritz,  =  Mannsname.  Per  Heilige  d.  N.  wird  am  22* 
Sept.  gefeiert.  CXXI.  265.  CXXII.  9.  5. 

maus,  die,  Flur,  meuse,  =a  Maus.  VII.  3.  14. 

mauss,  die;  =  Loch,  Unterkunft,.  Zelt.  X.  6.  4. 

maxim,  =  Maximus.  CXXIII.  5.  11. 

mechtigkait,  die;  =  Macht,  Grossherrlichkeit.  XX.  1.  6. 

meil,  die;  =  Meile,  Wegmass.  ;^ranmen  manig  meil.^^  XXII.  4.  18. 

mein,  Fron,  possess.  =  mein.  ;^chons  mein  hertz.^^  XXXVII.  1.  1. 

melancoley,  die;  ss  Schwermuth.  LXXVI.  1.  9. 

melden,  Zeitw.  schw.  ss=  hochd.  melden,  melt  =s  meldet» 

meider,  der;  =  einer,  der  Einverständnisse  und*  Liebesspiele  aus- 
späht und  ausschwatzt.  LI.  2.  16. 

melhen,  Zeitw.  scbw.  =  melken.  XXXI.  4.  23« 

melten,  der;  s=:  Berggemeinde, ob  Vilpian,  links  an  iler  Etsch,  kol-^ 
lektiv  die  Meltner,  X.  7.  2. 


383 

menscli,  der;  =  I.Mensch.  ;>dem  menschen  näch.^^  zeitlicher  Weise. 

CV.  22.    2.  statt  des  abstrakten  man.  ;^weibltcher  weib  mensch 

nie  gesach.^^  XL VII.  3.  1.    3.  Mädchen,  Liebchen.     MT.   ^^mein 

Mensch.^^  Hentschin.  mentschern,  ss  den  Mädchen  nachlaufen. 

Mentschel,  eine  Abgeblühte, 
menschlich,  Beiw.  ss  ;;menschlichen  got.^^  menschgewordener  Gott. 

CXXIII.  1.  1. 
menschlichait,  die;  =  Menschheit,  Eigenschaft  eines  Menschen. 

;;an  der  menschlichait  sterben.^^  von  Christus.  CVI.  11.  17. 
menig,  =  jeder.  ;;all  menig/^  II.  5.  21. 
menikltch,  c=s  jeder.   ;;>yon  menikltch.^^   von   allen.    CYII.   3,   11. 

XXVI.  405. 
mensur,  die;  ==  1.  Mass,  Zeit-  und  Tonmass  in  der  Musik.   XCV. 

3.  15.    2.  Messwerkzeug  zur  Orientirung  und  Lenkung  des  Meer- 
laufes. XXA'III.  2.  16. 
m^,  =:  me,  mich.  LVII.   1«  2. 
m6r,  mee,  m6,  =  mehr.   m6  fast  nur  im  Reime.  IH.    LXI.  3.  5. 

LIX.  3.  17.  gezogen  meeeeeee.  LXXVI. 
mer,  die;  ss  Mähre,  Rede,   Sage.    Insbesondere   1.  Sache,   Ding. 

LXXrV.   2.   3.    2.   Vortheil,   süsse  Angelegenheit.  ;^fraa  lieber 

mer.^<  LXXXVIII.  2.  3.  Mtthd.  mar. 
mer,  das;  =  Meer,  uneigentlich  ;^dein  tugent  mer.^^  LIX.  2.  15. 
merän,  =  Stadt  Meran.  ;7die  von  Meran.^<  Meraner.  X.  7.  1. 
merschy,  =s  franz.  merci.  Dank.  LVII.  1.  12. 
mer  ekel,  =  Eigenname  Peter's,  der  mit  der  Bewachung  Oswald*s 

im  Gefängnisse  beauftragt  war.  XIII.  5.  7. 
mercken,  Zeitw.  schw.  =  bezeichnen,   mit  einer  besondem  marke 

versehen.  VI.  95. 
mercker,  der;  ;=  einer,  der  auf  Liebende  achtet,  sie  auszischt,  ver-^ 

läumdet,  Späher.  LI.  2.  10. 
mercuriüs,  =  Planet.  XVII.  1.  20. 
mßren,  Zeitw.  schw.  =  wachsen.  CIV.  3.  15. 
mertz,  der;  =  März.  CXXL  60.  XLVIII.  1.  11. 
mertzisch,  Beiw.  ss  märzlich.   ;;das  mertzische  pad.^<    CXXI.   69, 

Nasswetter,  Kothwege. 
meusly,  =s  Mäuschen,  in  sensu  tnrpi:  membr.  vin  LXI.  1.  16. 


384 

mt$Ben^  Zdtw^  Xtdüta.  st.  as  hocbd«  me^sed« 

mes»in,  Beiw«  zas  messingeo,  ausf  Messing«  /^aiit  ainem  tnesäin  ne- 

delein.^^  L  3.  6. 
jiflsten,  Zcitw.  schw«  ^  mästen.  Part«  gemcSsst  IV.  3.  3. 
met,  =:  mit,  niederländ.  LVII.  2.  6. 
jn^l,  der;  e  Obstwein,  Heth,  XIX.  3.  10.  MT.  Inöt. 
metz,  metze,  motzen,  die ;  =  Mädchen,  besonders  käuflicfaeSf  aber 

im    müden  Sinne«   >^iii    schone   metz^i    erschWetsen.^^    XXXI. 

4-  29. 
metz,  verkleinert  metzly,  mefzlyn,  ss  Fräuenname,  Itd)k(»endm 

iler  Dfminutkm,   aas  M«zz*^  wekhes  wohl  vefdorb«i  ist  aai 

Maide,  Moide= Maria.  MT.  hat  noch  Maitze  statt  Maria«  LVIII. 

«y,  SB  mi,  mir^  nkUniederlänfd.  LXXX.  1.  3. 

my,  =  ital.  mi,  mich.  LVII.  3.  9. 

michel,  Beiw.  u.  Nebenw.  =  gross..  ;^aih  miehel  dftimb.^^  sdir  vid. 

XIL  1.29.  ;;diireh  mkhelD  spcrt/^  CVL  7. 18.  goth.  mikUs.  rilhd. 

mihhil.  engl.  much.  (kimm.  I.  727.  719. 
miahel^  mich!,  xm  Mtcfaäei^  Engekiame.    Das  MicbaeMest  fiült  auf 

dea  39.  SqUenAer.  CXXL  272.  CXXII.  9.  6.  MT.  . 
mielisch,  Beiw.  =  moUis,  mieg,  sUnft^  weich,  irari.    Eine  £igen- 

sch^  schiner  Mündletn«  XLIV.  2.  ib. 
miet,  die}  =&  Gabe,  Geschenk,  althd.  miata,  mieia« 
mille,  =  zartliebste,  slatisch  milde,  sVls».   polnisch  nsäy,  mth»l  n 

Cbade«  Such.  Metelko's  Granmatik,  LaÜMdi  1830.   S.   \%.  i^am 

milde.  LVII.  2.  1, 
iiilt,  milAe,  mildt,  Beiw.  Ncb^w.as freigebig.  ^  grösser sleg«^ 

IV.  3.  19.  XXII.  4.  12. 
nih,  «e^  ms  Freigebigkeit,  GeföDigkeit  Li.  1. 13.  XL  1.  20. 
min,  =  mein,   nach  Oswald   flämisch,  fast  in    aHen   nöfddeittschen 

Mundarten.  Ein  Beweis,  dass  die  mttld.  Zeit  flir  Oswald  Torttbci 

war,  denn  darin  kdsst  eSi  ekenfaikr  ailzeti  min;     . 
minut,  die;  =  Minate.  LVI.  i.  11. 
Vüinn,.  mynn,  minBe^  die;  ^ss.  Liebey  Freundschaft,»  besondos  die 

ritterliche  Kunstliebe.  I.  2.  3«  ;^ie  myiine  send  }tkmmM  XXIX. 
.S.  3S-rd6u.  ntssbilMeUdcbi  »  genmini:  mil  seteader  Anspkknf 


385 

auf  den  Jünger  der  Liebe ,  die  riUerliche  Buhlschaft  ohne  sit  W 

fürchtenden  Ehrenverlust, 
minnen,  mynnen,  Zeitw.  schw.  =  lieben.  ;;die  junckfrau.<^ 
mynnikltch,   minniklich,   minnichleich,   Beiw.    Nebenw.  = 

liebwerth,  liebreich.  ;^gestalt.^^  LXXXII.  3.  6.  mynniklichen. 

Adv.  in  Liebe.  XCVIIL  1.  2. 
mynder,   minder,  Comp,  mynnsl,  i^ynst,  minst   Superl.  = 

minder,  mindest.  Ersteres  gewöhnlich  als  Nebenwort,  letzteres  als 

Beiwort  in  der  Bedeutung  kleinst,    unbedeutendsl.    ;;der  mynsten 

plum.-^^  CXV.  2.  2.  LXXXV.  3.  9.  Adv.  ;,die  minst.«  am  wenig- 

sten.  ;^zu  dem  mynnsten.^^  mindestens.  XIV.  5.  3. 
mir,  =  mihi.  ;^von   mire,^^  im  Reim   auf  schire.  LXL  1.  8.  myer, 

plattdeutsch.  LXXX.  3.  4. 
misselingen^  Zeitw.  st.  intrans.  =:  misslingen.   ;^das   misselingen^ 

misseling.«  Missglücken.  XXXVL  7.  6.  XXIL  307. 
misericordiä,  =  misericordia,  Barmherzigkeit,  als  Wehruf  in  Noth 

und  Gefahr.  XIV.  4.  2. 
missetät,  die;  =  Missethat.  LXVL  2.  9. 
missetreu,  die;  =  Untreue,  böse^  schlechte  Treue.  LI.  3.  11. 
missevallen,  Zeitw.  st.  intrans.  s=  missfallen.  XXIX. 2.  6.  XXXVL 

6.  3. 
misshellung,  die ;=: das Nichtübereinstimmen, Misshelligkeit.  C.  1.9. 
misstraurig,   Beiw.  =  misstrauisch.    Aus  dem  MT.  misstraue-« 

risch.  isch  und  ig  werden  öfter  verwechselt, 
mitt,  mitte,   mitten,  die;  =  Mitte,  besonders  die  Weichen  am 

Menschen.  ;^klain  in  der  mitt.^^  LXXXIX.  3.  1.  ;9mitten.^^  in  me- 

dio.  XXVIII.  2.  5.  ;,auf  der  mitte.^^  mitten.  XVIII.   9.  6. 
mitter,  Beiw.  =  mittelmässig.  ;;ain  mittre  leng.^^  XVII.  3.  26.  MT« 
moj,  =  mein,  slavisch.  Metelko's  Sprachlehre,  Laibach  1830.  S.  39. 
mör,  der,  Plur.  mören,  ==  Mohr,  Maur,  Sarazene.  VI.  26« 
mordayö,  Wehruf  mit  der  2.  E.  =  Ach  weh,  Mord!  ;jdes  mordayd.« 

LXXIII.  3.  7. 
morden,  Zeitw.  trans.  schw.  =s  hochd.   morden,  mort  =  mordet» 

XVII.  5.  5.  LXXVIII.  2.  5. 
mordlich,  =3  Beiw.  sss  mörderlich  tödtlich.   ;>mordlicher  tag.^^  sagt 

das  Mädchen,  wenn  beim  Morgenlichte  der  Geliebte  weichen  muss« 

25 


386 

lajriscb,  Beiw.  as  maurisch,  wie  die  Mauren  in  Sptnieu.  ^^gewanU^ 

VI.  165.  I.  2.  5. 
moll,  sss  Yorname.  ;?moll  trugsatz.^^  XIII.  II.  2. 
monUerft,  tss  Ortsname  für  eine  Wallfahrt.  ;;mariä  von  nu»itsefil.tf 

CXXIII.  6.  10. 

mort,  mart,  das;  =  Mord,  tödtliches  Uebcl,  grosses  Weh.  »arbait 
ist  ain  mort.«^  XXXIX.  1.  18—19.  ;,das  mort  ich  klag.^^  das  an- 
liebe  Tagwerden.  LXXXV.  2.  1.  ;^as  kleglich  mort.«  LIV.  3.  3. 
Die  Form  mart  im  Reim  auf  wart  u*s.  w.  XXIX.  1.  26.  XLIII. 
1.  6. 

mos,  das;  =  Moos,  Sumpfgegend.  VI.  123. 

mosmayr,  =?=  Name  eines  Bauers.  XC.  1.  4. 

most,  mosst,  der;  =  Weinmost.  CXXI.  247.  CXXIL  9.  1. 

mostel,  das;  srs  Most  in  Dimiaution.  ;^eusä  mosteK«  obscön,  Lo- 
sungswort zur  Gattungslust.  LVIII.  5.  1* 

mit,  die;  «  Mühe.  XVI.  4.  15. 

mued,  muede,  mued,  Beiw.  =  müde.  ;>muede  ist  d^  winder/^ 
LXXXVII.  1.  3. 

muede,  die;  =  Müdigkeit.  LXIII.  2.  6. 

maedlich,  Beiw.  =s  müde,  ^^muedlichen.«  XIX.  1.  10. 

muen,  Zeitw.  =  verdriessen.  ;^mich  muet  an  die  weysen.«  XXIII.  5.5. 

mues,  das;  SS  Mehlkoch,  Brei.  XXXI.  4.  24.  XL  2.  8. 

muet,  mut,  der;  =  Sinn.  ;^mich  deucht  in  meinem  muet.«  LXX. 
1.  3.  XXIII.  5.  11—12. 

mneter,  muter,  mueder,  die,  Plur.  mueter,  mitter,  ss  Mutter. 
LXXV.  1.  13.  XIX.  4.  9. 

muetwill,  mütwlll,  der;  =s  Muthwille.  CXII.  1.  10. 

mugllch,  Beiw.  Nebenw.  =r  möglich.  ;,all  miigltdi  sach.^^  ;;nig- 
lieber  singen.«  XL  VI.  1.  18. 

mugg,  die;  SS  Mücke.  Y.  5.  1.  MT. 

m.ttl,  die;  ss  das  Maulthier.   ital.  mulo. 

mulnerin,  die;  =  Müllerin.  LXIY.  64. 

mumme,  die;  ss  ein  verschnittenes  Thier  weiblichen  Geschlechtes. 
Spass  seltsamer  Art  von  Oswald.  In  Perpignan  scbüef  er  auf  Kuh- 
haar ohne  liebe  Hälfte;  daher  kam  er  auf  den  Einfsdl^  diesen 
.miMÜchea  Umustand  dem  Mairatjcenhaar  von   ein^  TerschBitlenen 


387 

Kuh  EUiiischi^iben.  Die  IS^Ue  kann  auch  einen  unkenscheni  Sinn 

haben,  den  wir  dem  Leser  unerklärt  anheinidtellen.  YI.  71. 
mSnchen^ss  München ,   Stadt,  Eigentlich  ze  munehen,  bei,  zu  den 

MOnchen«  Grimm, 
ainnder,  Beiw.  sas  munter.  CIV.  2.  i4. 
mundesch,  =s  willst,  ungerisch.  LYII.  3.  1. 
mun-ichisch,  Betw.  :»  manichäisch  (contra Haniehaeos).  CXXI.  238. 

WH.  muneUsch.  CXXII.  6.  7. 
munipolirs,  =:  Montpellier.  XCY.  4.  6. 
munsterling,  sss  Ortsname.  LXXX.  1.  6. 
mEntzlot,  Adv«  =  mündelnd,  leise  und  oft  die  Lippen  bewegend. 

XLIV.  2.  1. 
Hurr,  ss:  stumpf.  ;9mQrr  nasen.<<   XYII.  4.   9.  ;9drey  nagel  mnrr.^ 

wurden  geschlagen,  um  Christus  an's  Kreuz  zu  heften,  und  muss- 

ten  folglich  mit  desto   grösserer   Gewalt   eingeschlagen  werden. 

CYL  11.  1 — 3.  Yergl.  murcus  =  mutilatus. 
maaica,  musick,  die;  =n  Musik.  XCY.  3.  13.  XC.  1.  11. 
musly,  das;  ss  Mäuschen,  obscön.  Yergl.  meusly. 
mutz,  mutze,   mutzen,   der  oder  das;  =»  Grundstück,  Feld,  wie 

»atz.  XC.  2.  7. 


1¥. 

iift,  sss  darzu.    Nach  Oswald  windisch,    d.  h.    slaviacb-kraioerisch. 

LYII.  1.  4.      * 
nahe,  die;  s=z  der  hohle  Zylinder  am  Rade  für  die  Achse.    Früher 

jeder  enge  hohle  Raum,   ^»aus  den  engen  nahen  suU   wir  fluch- 

tigklich   traben.^^  sagt   der  Dichter ,  zur  Frühlingsfddfreude  eia*- 

ladendy  d.  h.  aas  den  engen  Lochen,  worin  der  Winter  uns  ein- 

gepresst.  XXIY.  2.  12. 
nibly,  da» ;  s»  der  Nabel,  in  liebkosender  Sprache.  ;^reib  mich  knably 

iimb  dtti  naUy.^^  sagt  das  Mädchen  zum  Geliebten   im  Schftfer- 

momenL  LXIU.  2.  ib, 
nftch,  Yorw.  =  wie  hd.  regiert  den  Dativ  und  wird  bisweilen  nach- 

gieselil.  ^ei  ick  mein  lieb  got  oä^Ueh  steh  vci^&^t.^  CYIIL  5^ 

i3 — 14«  £eennduoi  ienm« 

25» 


0 


388 

iidchgaugeln,  Zeitw.  schw.  =  nachtaumeln.  ;^ob  doch  aus  hundert 
ainer  plib,  gaugelt  er  mir  näch/^  IL  3.  32.   Vergl.  gaugeln. 

nächgepaur,  der,  Plur.  nächgepauren,  =  Nachbar.  IH.  hat 
nachtgepaur,  aus  nächet  =  nahe,  und  dem  Zeitworte  pauen 
=  wohnen,  also  Nahewohnender,  mttlhd.  nächgebüre,  aus  nfth 
und  buwer  =  bür  =  bauer  von  buwen  =  bauen.  X.  5.  4. 

nächhengen,  Zeitw.  =  sich  einer  Sache  ergeben,  nachgeben,  ^^zbdr 
mir  sol  wesen  gäch  zu  hengen  der  hinnäch.^^  LXXXIY.  3.  5. 

nach  hin,  =  hinnach,  hierauf.  LYIII.  6.  5. 

nacht,  die;  =  wie  hd.  ;4es  nachtes.^^  zur  Nachtszeit.   VI.  141. 

nachtigal,  nachtigalle  im  weibl.  Reim,  die ;  =  Nachtigall.  XXXV. 
i.  46.  Aus  nacht  und  gal  =  schall. 

na  cid,  die;  =  die  Nation,  Innung  der  Studenten  einer  Zunge  an 
der  Pariser  Universität.  ;^die  naciö  von  aller  schuele.^^   VI.  177. 

nack,  nacke,  nacken,  der;  =  der  Nacken.  ;^ich  slach  dir  auf 
dein  nack.^^  XXXI.  4.  4. 

nack,  Beiw.  =  nackt,  entblösst.  ^^wolauf,  die  nacken  blds!^^  schreit 
der  Nachtliebeswächter  gegen  Morgen,  d.  h.  Auf,  wer  nackt  ge- 
legen! XL.  1.  5.  MT.  nack,  du  bist  nack. 

nadel,  nadl,  die;  =  Nadel.  ;^such  die  nadl.^^  sagt  die  Frau  zur 
verliebten  Magd.  XXXIX.  2.  14. 

näen,  naen,  Zeitw.  schw.  =:  nähen.  ;9zway  stabichin  hett  ich  pald 
genat  auff  ainen  mantel.^^  sagt  der  Liebhaber,  der  sich  in  einen 
Pilger  vermummt.  LXXV.  1  9.  althd.  näan.  MT,  nftn,  nänen, 
g'nät. 

nagel,  der,  Plur.  na  gel,  =  Nagel.  Zur  Steigerung  der  Beiwörter 
gebraucht:  nagel  röt,  wie  nagelneu.  VI.  53. 

nähen,  nähenen,  nahen,  nahenen,  nehnen,  Zeitw.  schw.  = 
nahen,  in  die  Nähe  kommen,  sich  nähern.  LXXIV.  3.  1.  )y\^ 
dir  mein  eilend  nähen.^^  zu  Herzen  gehen.  LXVIII.  3.  10.  ;jes 
nfthent  g6n  des  tages  glantz.^^  XXXIV.  3.  1.  ^^ain  tier  —  nahet 
schier  dem  hertzen  mein.^^  CXIII.  1.  7.  ;?zba7  nähen.^^  XXIX. 
3.  38.  zwei  Annäherungen,  das  Zusammenkommen  von  zwei  Per- 
sonen, obscön. 

afthend,  nähe«t,  Nebenw.  =s  nahe.  ;^wolt  ich  ir  nähend  pägei.^ 
in  die  Nähe.  VI.  188.  ;^vil  nähent  ich  im  zampt.^^  LV.  2.  10. 


389 

naigen,  naygen,  Zeitw.  schw.  =r  neigen,  i,  sich  verneigen  zu 
Gruss  und  Höflichkeit.  ;^mit  naigen.^^  durch  Komplimente  machen. 
VI.  66.  2.  zu  Thell  werden.  ;^sd  mag  dir  Freude  naygeir.^^ 
CXVII.  7.  15. 

nain,  =  nein.  LI.  1.  17.  als  Betheuerung.  ;?nain,  höchster  hört,  an 
rew  musst  du  mich  hän.^^ 

nar,  die;  =  die  Nahrung.  XXIX.  3.  21. 

narbäne,  =  Narbonne.  VI.  116. 

narbdnisch,  norbönisch,  Beiw.  =s  südfranzösisch.  ;9des  freut 
sich  dort  im  occident  das  norbönische  geslachte.^<   XXIX.  1.  15. 

narltch,  narlichen,  nerltch,  Nebenw.  =  1.  knapp,  spärlich. 
;^en  leib  pett  narltch  auff  das  strö.^^  CXI.  3.  14.  2.  genau,  ei- 
gentlich, gründlich.  ;^wenn  ich  mein  kranck  vernuift  narltch  sun- 
der.« CXVII.  1.  1. 

narr,  der;  =?  Narr,  einfältiger  Tropf.  ;jder  vart  pistüs  ain  narr.<f^ 
Jagdregel  gegen  das  dem  Wilde  nachlaufen.  XLIII.  20. 

narrenkapp,  kappe,  kappen,  die;  =  Narrenaufzug,  wunderlich 
und  seltsam.  VI.  176. 

näsardth,  =  Nazareth.  GVL  5.  11. 

naschen,  Zeitw.  schw.sawie  hd.  uneigentlich:  herausnehmen.  ;>ich 
hab  ain  swere  taschen  so  läss  ich  naschen,  das  tut  dem  freulein 
wol.«  sagt  der  bürgerliche  Frauenwerber,  d.  h.  ich  zahle  für  Lie- 
besgunst nach  Belieben.  XXXI.  1.  23. 

nätür,  nltüre,  die;  =  1.  Natur,   angeborne  Art.    XXIII.    1.   16. 

2.  Wesenheit.  ;^die  menschliche  nätür.« 

natürlich,  Nebenw.  =  nach  dem  sinnlichen  Triebe.  ;>aus  den  lusten, 

der  wir  natürlich  hie  begeren.«  CXVI.  5.  3. 
DL  au,  die;  =  die  Nahe,  Fluss,   der  sich  in  den  Rhein   ergiesst,  bei 

Ausonius  und  Tacitus  Nava ;   eigentlich  jedes  Wasser ,    mit  dem 

goth.  ahva,  dem  alth.  aha  =  aqua  zusammenhängend.  XI.  3.  7. 
n^,  =  nicht.    LVII.    1.   10.    slavisch.    Such.   Metelko's   Sprachlehre 

S.  48  S.  61. 
necker^  der;  ss Neckar.  XI.  3.  1. 
neckerau,  die;  =  ;^arzue  die  nau,   umb    pingen   neckerau.«   XI. 

3.  8. 

^oedelein,  das;  sas  Ueiae  Nadel.  I.  3.  6. 


Hegen,  Zeitw.  =:  nagen,   zehren,  ^^mein  trauren  negt  und  posl.^ 

XLII.  3.  21. 
neid,  neyd,  im  weibl.  Reim  neyde,  der;  =  Abneigung,  Hass,  das 
lat.  invidia.   ;4as  er  kain    argen  neid  well  tragen  der  gerechtig- 
kait.^^  XXVI.  58.  ;,sunder  neyd.^^  ohne  Hass.  LI.  3.  12. 

neiden,  neyden,  Zeitw.  schw.  =  Liebes({aal  um  die  abwesende 
Geliebte  und  ihre  entbehrten  Reitze  empfinden.  XLII.  1.  3. 

neydegker ,  der ;  =  Rath  des  Erzherzogs  Friedrich,  ein  Herr  v*  Neideek. 

neithart,  der;  =:  1.  Eigenname  eines  bekannten  Feindes  yon  C^ 
wald,  aus  dem  schwäbischen  Geschlechte  der  Neidhard.  2.  nei- 
discher Mensch.  ;^er  neithart  liess  aim  nit  ain  vesen.^  CXVl. 
3.  7.  Vergl.  Grimm.  II.  340.  III.  706.  mitthd.  ntthart. 

nem  tu  dem,  s=s  ich  weiss  nicht  was.  Nach  Oswald  ungerisch. 
LVII.  2.  9. 

nemen,  Zeitw.  st.  ich  nym,  nim,  nymbst,  nimbst,  nimbi, 
nymbt.  Imp.  näm,  nöm,  nimen,  ndmen.  Conj.  nam,  nem, 
nembst.  Part,  genomen.  Belege:  IV.  1.  26-  XVL  2,  15.  CVI. 
10.  3.  =  wie  hd.  nehmen.  ;4ch  nym  es  auff  mein  sterben  8wer.<^ 
CVIII.  7.  13.  ;,ich  nembs  furgut,  wolstü  mich  noch  gewere«.«^ 
LXXXYII.  3.  16.  nähme  es.  ;>nembt  war  der  schonen  plSede.^ 
LXXXVII.  1.  1. 

nennen,  Zeitw.  halbschw.  Part,  genennet,  genent,  genant,  s 
wie  hd.  nennen.  XXIX.  4.  2. 

nesltn,  das;  =  kleine,  liebe  zierliche  Nase.  LH.  i.  10. 

nesselwangk,  =  Nesselwaiig.  V.  3.  6. 

netzen,  Zeitw.  schw.  =  wie  hd.  nass  machen.  ;^as  heckitn  netsea.^^ 
obscön.  Semen  effundere.  ^>netzet^^  sa  genetzet.  LXIV.  2.  9. 

neu,  new,  Beiw.  =ä  1.  neu.  2.  jung,  lat.  novus.  ;?der  neue«^  Christas 
Im  Verhältnisse  zum  >^älteren^<  Vater.  ^^Idss  dich  die  sunde  reuen 
gdn  dem  alten  und  den  neuen.^  XXIV.  1.  14. 

nett,  new,  das?  ss±  Anfang,  das  Neuwerden,  ^^iöh  wSnsdi  dir  ain 
'vil  gut  jÄr  zu  di^em  new.^^  LIX.  1.  4. 

neuen,  sich,  Zeitw.  =  neu  werden,  verjüngen,  ^^der  pam  der  sich 
grünlich  tet  neuen.^^  XXXIV,  3.  16. 

neunthalp,  =  neunthalb.  XIII.  15.  3. 

neur,  newr,  as  nur;  unaeraur  iit dtraM  tiaaflm^ttfMOfen«  Des »- 


391 

-  ktib  fflkrt  Iel2!eres  in  der  IH.  allzeit  ein  eigenes  Zeichen  über 
dem  u.  Die  WH.  hat  fast  allzeit  offen  das  erstere.  LXX.  2.  2. 
CXIV.  3.  15. 

neut,  newt,  WH.  =ss  nicht.  MT.  noit,  nuit,  neut.  LXX.  1.15. 

nlc^tüs,  =3  Mannsname.  Der  Heilige  d.  N.  hat  sein  Fest  am  5.  De- 
zember. CXXIII.  6.  10. 

nicht,  =  1.  nicht.  Die  IH.  hat  in  dieser  Bedeutung  gewöhnlich  nit^ 
das  noch  jetzt  volksthümliche ,  nur  einmal  das  bäurisch  grobe 
neut,  während  in  der  WH.  nicht  vorherrscht.  2.  nichts  ^  aus 
ne  und  icht  =:  nicht  etwas.  ;9mich  wundert  vor  allem  nicht  so 
s^reM  CXYII.  1.  5.  Im  weibl.  Reim  nichte.  ;^das  schätz  ich  als 
fuT  nichte.^^  II.  1.  3. 

niden,  nyden,  Nebenw.  zs  unten.  XLY.  10.  ;9der  oben  swebt,  und 
niden  hebt.^^  C.  1.  2. 

nider,  Nebenw.  :±s  ^^höch  und  nider.^^  tief,  niedrig.  I.  2.  15. 

aiderland,  das;  sss  die  Erde  als  Gegensatz  zum  ;^Oberlande.^^  dem 
Himmel.  CYI.  1.  9. 

nid  er  n,  Zeitw.  schw.  3=  niedrig  machen,  nidern,  siehst  steh  legen. 
>^ir  seit  genidert^^  an  die  Winde.  XXXIII.  3.  3. 

nidersincken,  Zeitw.  st.  nidersanck,  nidersanckst.  ss  wie  hd.  nie- 
dersinken. CVII.  1.  25. 

nie,  nye^  =  niemals.  Auch  für  kein,  ;^wol  vierzehen  jär  nye  ros 
erwarb.^f  I.  1.  14. 

üiessen,  nyessen,  Zeitw.  ^=s  gemessen.  ;^smutz,  lä  dich  nyessen.^^ 
XLIX.  2.  6. 

niet,  niete,  nieten,  die;  ss  jeder  Nagel,  Pfeil,  Pflock  zu  Schuss, 
Wurf,  Sehlag.  ;;ain   spannlange  niet   von   ainem  pfeil  geflogea«^^ 

X.  4.  3. 

nieten,  nyeten,  Zeitw.  =  eingenommen,  angefüllt  werden,  beson- 
ders von  Freade  und  Lust,  yyiail  sSessem  nieten.^^  mit  süssem  Ge- 
nüsse. VI.  56.  Grimm*  IL  50.  Denkt  man  an  das  ;?sich  nieten^^ 
bei  Schmeller.  II.  715.  =  sich  abarbeiten,  besonders  im  Genüsse 
und  Vergnügen,  vollauf  geniessen,  so  bleibt  der  Sinn  der  gleioke. 
Zusammenhang  mit  ni essen,  nutzen. 

niklaus,  nikläs,  verkürzt  klaus,  verkleinert  kleusly,  verbauert 
aickl)  nickel,  ög  Manasname.    Der  Heilige   d.  N^   wird  am 


393 

6.  Dezember  gefeiert.  CXXI.  340.   CXXII.  12.  2.    MT.  Niggl, 
Niggele. 
nym?  nymd,   nyemt,  nymand,  =  Niemand,   aus   ny  und  man. 
XXII.l.  25.   V.  5.  2.   C.  2.  2.   ;,nymands  drö.^^'XCV.    4.  18. 
nym  kann  XXII.  1.  25  auch  profecto  beissen. 
nymmermd,  =  nicht  mehr.  LXXIII.  2.  5. 
nindert,   nyndert,  =  nirgends.  LXX.   2.   9.    XXVI.   224.     MT. 

Hinderst, 
nurnberg,  nürenberg,  =  Nürnberg,   der  Reichstage  und  Ritter- 
freuden wegen  berühmt.  XVI.  4.  2. 
nyssän,  =?  der  h.  Gregorius  Nissenus. 
nit,  =  nicht.  Such  nicht. 

niutikiich,  Nebenw.  =:  angenehm,  gennssreich,  süss.  ;9zway  an  ei- 
nem schonen  ray  niutiklich  verhandelt  hän.^^  LXXXIV.  1,  6.  Ge- 
hört zu  nieten.  Bei  Schmeller.  II.  716  ist  niot  =  desiderium. 
i|Och,  althd.  noh,  goth.  nauh,  Part.  ==  1.  noch.   ;;noch  reut  mich 
ains.^^  2.  nicht,  bei  doppelter  Negation  ;^noch  mochten  sy  das  end 
nit  machen  gut.^^  CVIII.  1.  6.   wobei   die  erste  gewöhnlich  aus- 
bleibt. ;^gred  noch  sterck.^^  weder  Geradheit  noch  Stärke.    CXII. 
3.  3.  ;9und  bais  noch  bie?^^  und  weiss  nicht  wie?  XII.  4.  31. 
noch,  Vorw.  =  nach.  ;;noch  alles.^^  nach  allem, 
noli,  =  wolle  nicht;  aus  dem  lat.  nolle.  XVI.  3.  9. 
non,  =  nicht,  non. 

noppen,  Zeitw.  neutr.  =  wandern,  schaukeln,  sich  in  kurzen  klei- 
nen Bewegungen  hin  und  her,  auf  und  nieder  schütteln.  )y\ä  das 
schiff  nit  noppen.^^  XXVIII.  2.  10.  MT. 
nordost,  nordoste,  nordosten,  der;  =  Nord(Tstwind.  ;jwie  er 
genennet,  kennet  sey ^ nordosten.^^  XXVIII.  1.  6.  Reim  auf 
glosten. 
ndt,    die,  Plur.  note,  =  Noth.   ;jstee   mir  pey  in   noten.«    CVUI. 

7.    8.   besonders  Liebesangst  und  Noth. 
not,  e=:  Nacht,  franz.  nuit,  ital.  notte.  LVII.  3.  8. 
nöte,  die  ;=s Note,  musikalisches  Lied.  ;^in  nöten  sie  beinander  stdn.^^ 

CXVIII.  4.  6. 
ttoten,  Zeitw.  trans.  st.  =  nöthigen,  plagen.  ;^schaiden  mich  nott.^^ 
statt  notet.  ;9Wol  was  die  parmung  michel  grds,  das  man  in  not.^^ 


393 

CVII.  3.  17.  Aotete.  Einmal  ohne  Umlaut,   ^^nftt  rAt  dein  mand.^^ 
nöthige,  zwinge  (zum  Kusse).  LXXYIII.  3.  4. 

not  lein,  das;  =  Note  in  der  Musik,  Ton.  ;;icli  hör  die  voglfn  die 
scharifen  notlein  schellen.^^  XC.  1.  12. 

notltch,  Beiw.  =:  nothhaft,  schmerzlich.  ;;ich  gedacht  mir  notlicher 
mere.^^  schmerzliche  Dinge.  XIII.  4.  4. 

nottig,  Beiw.  =  nothleidend,  armselig.  V.  4.  2.  MT.  noatig. 
nü,  Part.  =  nun.  1.  jetzt.  2.  wohlan,  age. 

nüm,  der?  =  Geld,  Münze,  nummus.  ;^sein  nüm  ist  im  dester  myn- 
der  schad.^^  XXVI.  64.  vom  Richter,  der  gezahlt  ist. 

numerdum,  Part.  =  ;^sich  numerdum.^^  nie-mer-d-um  =  nicht  mehr 
um.  MT.  niemert,  numert  =  nicht  mehr.  LXX.  2.  1. 

nünimee,  =  nu-nie-m^  =  nun  nie  mehr.  LXX.  2.  4. 

nar,  s=:  i.  nur,  tantum.  2.  ausser,  ausgenommen.  LXIX.  2.  4.  LIY. 
1.  6.  XIX.  1.  3.  ^^nur  ain  teglich  grober  mensch.^^  Niemand, 
ausser.  LIY.  1.6.  3.  wenn  nur.  ;^nur  freut  es  dich ,  zwar  das 
sol  sein.^^  LIX.  1.  19. 

nutz,  Beiw.  =  nützlich,  gedeihlich.  ;^ain  nutzes  swaigen  los.^^  horche. 
CXYII.  7.  11.  MT.  nutz,  unnutz,  nixnutz. 

nutz,  der;  =  Nutzen,  Frommen,  Yortheil.  ;^der  bendt  sein  nutz  die 
lenge  zwär.^^  LIX.  1.  18. 

nützlich,  Beiw.  =i:  wie  hochd.  nutzlich,  nützlichen,  Nebenw. 
XXII.  1.  18.  CYIII.  5.  2. 

nutzen,  nutzen,  Zeitw.  trans.  schw.  =  nutzen,  niessen,  gebrauchen. 
;^die  gaistlich  wellen  nutzen  paide  swert.^^  XXYI.  147.  ;^arumb 
liess  ich  mich  nutzen  auf  den  gerächten  tdd.^^  d.  h.  brauchen  um 
Silber  oder  Gold,  sagt  die' Dirne  von  Brixen.  XXXI.    3.  29. 

ö,  =  das  Ende.  ;>dem  6M  XCYIII.  1.  3.   apokalyptisch  an  Gott  aus 

dem  griech.  oo, 
ob,  Yorw.  ==  über.    ;job   allem   schatz.^^   während.   ;>ob  seinem  tisch 

dick  essens  wurd   ich   müede/^  XII.    1.   23.    Bindew.  =  wfenn. 

Nebenw.  =  oben,  XLIIL  1.  50. 


394 

obeman,  der,  gescklossen  ob  man.  XXXI.  1.  3.    1.  Vorstand  über 

etwas.   2.  Schiedsrichter. 
0 bedach,  das ;  =  Wölbung,  Laube.  ;^es  mayen  obedach.^^  XXXIY. 

1.  5. 
ober,  Beiw.  =  der  über  einen  gesetzt  ist.  ;jobrist^*  =  der  Höchste. 

XX.  3.  15.  ;;ze  obrist^^  =  zu  oberst.  LXXL  2.  3. 
oct,  Interject.  =  Naturlaut  des  Geschreies  der Kleinvögel,  Zaunkönig, 

Meise,  Zeisig  u.  s.  w.  XLI.  23. 
occident,    der;   =    das  Abendland    als    Gegensatz    von    Palästina. 

XXIX.  1.  14. 
octavö,  octavö  (die)  =  die  Oktave,   der   achte   Tag   als  Beschlass 

eines  katholischen  Kirchenfestes.  CXXIII. 
odltch,  Beiw.  =  öde,  leer.  LXXXI.  3.  8. 
odr,  =3  oder,  in  der  IH. 
offney,  offny,  Eigenname,  ==:  Euphemia,  kirehtich  gefeiert  am  16. 

September.  CXXIII.  5.  5.  CXXI.  259. 
offt,  Nebenw.  =:  oft. 

oglin,  neben  eugltn,  das,  WH.  =  Aeuglein.  XCIII.  2.1.  L.  1.8. 
oy  my,  Wehausruf,  =  Web  mir!  LXXIII.  3.  7.  Aus  dem  ital.  oime. 
olung,  die;  =  die  letzte  Oelung,  Sakrament  der  katholischen  Kirche. 

CV.  4.  8. 
omniä,  vom  lat.  omnis,  =:  Alles.  ;^per  omniä.^^  allzeit.  LYII.  2.  3. 
6r,  das,   Plur.  ören,  =  Ohr.   I.  3.  5.   Diminutiv  orifn,  orichia.  L. 

1.  9.  LXXY.  1.  7.  das  Liebe,  Zierliche,  Nette  schmeichelhaft  be- 
zeichnend. MT.  oar,  Plur.  oaren. 
Orden,  der;  ==3  Lebensstand,  angewiesene  Bestimmung.  ;4>ehalt  ir  nur 

den  Orden  selig,  der  euch  von  im  ist  auserbelt.^^  XXI.    1.  4 — 5. 
ordenen,    ordnen,  Zeitw.  schw.  =:  ordnen,   einrichten.   ;>got  hftt 

drey  tail  geordent  schön,  gaistlich,  edel  und  arbaitter.^^  drei  Stände 

eingeführt.  XXVI.  163. 
a        orffe.  LVIII.  6.  9.  ;,lug  umb  dich  als  ain  orfre?^^  Affe? 

Orient,  der;  =s  der  Morgen,   speziell   das  gelobte  Land«    Im  weiht. 

Endreim  ;;g6n  oriente.^^  3.  E.  XXVIII.  3.  23, 
or8,  das,  s=s  das  Ross,  nach  Oswald  flämisch,   d.  h.  .in  Tiral   n- 
^  gangbar,  sonst  im  mtllhd.  oft  vorkommend,  engl.  hor6e.LVIL  1.3. 
ort,  das;  sa  1.  wie  hd.  der  Ort.   2,  der  Anfang.  ;>voii  4»!  iii  endt.^^ 


395 

XXIX.  1.9.  3.  das  Ende,  die  Spitze,  welche  sticht,  ^^sehftea  te 
tadeis  ort.^^  XCII.  1.  1.  MT.  ist  das  Wort  noch  immer  Ungewis- 
sen Geschlechts,  und  in  der  Bedeutung  Ende  gangbar.  Das  Ort 
eines  Fadens  u.  s.  w.    Grimm.  III.  48S. 

ortzen,  Zeitw.  einmal  vorkommend  im  Inf.  ;>gr€gd  der  man,  vordem 
s6  mustü  ortzen. ^^ 

osst,  der,  s=  der  Ostwind.  XXIX.  3.  9. 

öster,  die,  Plur.  Ostern  =  Ostertag,  Osterfeiertage.  ;5durch  burtz 
frolicher  oster.^^'  CI.  3. 14.  ;^begine  rayen  nach  den  dstern.^^  tanzen. 

osterrtch,  =  Oesterreich.  ;^mein  herre  von  osterrich.^^  Friedrich  IV. 
von  Tirol.  XVI.  4.  17. 

oswaldüs,  =s  1.  der  Heilige,  König  yon  England,  in  vielen  Gegen«- 
den  Tirols,  besonders  am  Eisak  und  an  der  Etsch  hochverehrt« 
CXXIII.  4.  10.  2.  Vorname  des  Dichters,  oswalt  X.  1.  2.  Os- 
wald CXXII.  8.  2.  Diminutive:  os,  Volkssprache;  oslin,  osslin, 
oselin,  oselein,  Sprache  zärtlicher  Liebe.  LIX.  2.  20.  LXV.  1.7. 
LXIII.  2.  4. 

oting,  =  Ortsname,  ^jder  von  oting.K  VI.  73. 

Otto,  :33  der  Heilige,  ottl  in  zutraulicher  Verehrung.  CXXL  320. 
GXXin.  6.  4. 

ovenloch,  das;  =ss  Ofenloch.  VIII.  2.  1, 

-    pabst,  der;  :£=  Pabst.   Plur.   ^yiv  pabst^^  XXI.   1.  1.  Plur.   ;9pabst<^ 

3.  E.  mit  abgestossenen  en. 
pachen,  Zeltw.  st.  ss  backen.  Imperat.  pacfa.  LVII.  1.  16. 
paeherach,  ss  Ortsname.  XI.  3.  16. 
päd,  =35  Bad;  eigentlich.   VI.  38.   uneigentlich  7>hinvaren  ins  pad.^^ 

das  Bad  austrinken.  CXIII.  2.  16. 
padly,  =s  liebkosend.  Bädchen,  obscön.  LXIIL  2.  3. 
pigaren,  Zeitw.  aus  pagare  as  zahlen.  XIL  4.  26.  ;;pägä  denZoU.^^ 

Loswort  in  der  Liebe.  XXX.  2.  20. 
Jbaid^  paid,  baide,  ss»  ambo.  Adv.  ^ibald  hie  und  dort.^^  an  beiden 

Orten.  C.  3.  20. 
Jiaia^  p«ln,  Plur.  btin,  es  Bein,  Fusa. 


396 

painltn,   die,   Plar.  =  crura,   die  Füsse  yon  der  SoBle  Bis  an  die 

Knie.  IV.  3.  15. 
paiss,  die;  =:  Stossjagd,  Jagd  überhaupt.  XXYIII.  2.  3. 
paissen,  Zeitw.  schw.  =  einen  Vogel  aufs  Federwild  hetzen,  beitzen 

=  beissen  machen.  XXX.  2.  8.  Imperf.  paissten* 
pal,  das;  =  das  Bellen,   abgekürzt  pel,   und   dem    Reim  zu   Liebe 

pal.  ;^in  neydes  pal.^^  üble  Nachrede.  Oder  ist  an  balo  =  nequi- 

tia  oder  an  palleo  zu  denken?  Schmeller  bei  balo.  XXIX.  2.  28. 
pald,  =  bald, 
palg,  der;  =  1.  Haut.  LXXXVI.  4.  16.    2.  uneigentlich   ;>sund]ger 

palg.^^  Leib.  CXIV.  2.  8. 
palieren,  Zeitw.  =  poliren,  glätten.  XXXIV.  1.  .21. 
pan,  die;  =  Bahn.  Grösstentheils  figürlich  Reim  und  Umschreibung. 

;^kreutzes  pan.^^  am  Kreuze.  XXIV.  3.  15.  ;^auf  baumes  pan.^^  am 

Baume.  XXIX.  2.  13.  ;?des  mayen  pan.^^  im  Maifelde.  LXXXVII. 

1.  19. 

pan,  pann,  der;  =  Bann,  Exkommunikation.  CV.  2.  3.  ^^visch  sein 

in  dem  pann.^^  verboten.  IV,  1.  15. 
panck,  die;  =  Bank;  Plur.  penck.   XX.  1.  16.  XLV.  10. 
pand,  band,  das,  =  Band;   Plur.   pandt,  vincula.   ;^ntsliessen.^^ 

abnehmen.  LVI.  1.  8.  ;^bande.<^  nexus.  XXIX.  1.  17. 
band,  die;  =  Seite,  la  banda.  I.  2.  14. 

pang,  das  ;  =  Angst,  abgekürzt  aus  pangen.  ;^Yon  pang.^^  XXXII.  1.12. 
pangen,  Zeitw.  impers.  =  bangen.  ;^das  tet  mich  pangen.^^   machte 

mir  Angst.  IV.  3.  30. 
pankratz,  =  Name  eines  Heiligen.  CXXI.  132. 
pantaleon^  pontoleon,  =  Name  eines  Heiligen.  CXXI.  209. 
bar,  Beiw.  =  bloss,   ledig,   offen.   ;^auf  baren  knyen.^^  CXI.  3.  6. 
.;^yon  tadeis  par.^^  von  pleonastisch.  XXIX.  3.  22.   ;>bare  zeich.^^ 

offene  Beweise.  CVII.  2.  8. 
bar,  die;  =  Geberde  im  Niederdeutschen.  LVII.  2.  6. 
pärtdis,  das;  =  Paradies,  uneigentlich  Liebchen,  ^^ö wunikliches  pä- 

MisM  LXXXII.  1.  1. 
pard,  die  oder  der;  ss  Geberde,  ^^mit  schönem  pard.^^  LVII.  Expos. 

2.  8. 

parell,  das;  =s  das  Pärchen.  XXXI.  1*  31.  ^^  pärl^rim  Volksmohde. 


397 

par liehen,  Aiv.  =  offenbar.  LI.  1.  9. 

parm,  das^  der;  =  das  Erbarmen.  ;^an  parm.f^  CYII.  5.  16. 

parmung,  die;  =  Mitleid.  XX.  1.  3. 

parpiän,  Eigenname,  =r  Perpinianum,  Perpignan.  1.3.25.  XXYI.  16. 

parschafft,  die;  :;=  Geld.  CIX.  3.  9. 

pari,  der;  =  1.  Herrschaft,  Gönner,  dem  ich  diene.  XI.  3.22.  XII. 

4.  21.   2.  Liebchen,  iraVintschgaa  ;*mein  Gegentheil.^^  XXX.  1.44. 
hart,  pari,  der;  =  Rart.  I.  3.  2. 
partelein,  =  Eigenname  vom  mundartlichen Bartel,  Barlelme.  CXXIL 

8.  6. 
bas,  pass,  =  gut,   mehr.   ;^pestes.^^  I.  1.  28.    ;>mir  ist  vil  lutzel 

bas.^^  sehr  unwohl.  XXII.  2.  17. 
pasill,  =?  Eigenname  des  heil.  Basilius.  CXXI.  140. 
passaren,  Zeitw.  =  aus  passare,  sich  ereignen. ;;passart.^^Xiy. 5. 9« 
pau,   der;  =  Anbau,  Kultur.    ;^odlichen    pau.^^   Verödung,    Wust« 

XCI.  3.  8. 
pauen,  Zeitw.  schw.  =  1.  ackern,  pflügen,  mundartlich  in  Tirol  ;4as 

pau.^^  (en)    LXYII.  2.  9.    2.  bewohnen,    innehaben.    I.   1.  14. 

3.  ;^pauen  höch.^^  vertrauen,  Jioch  antragen, 
paugken,  Zeitw.  =  die  Pauken  schlagen.  CXVIII.  2.  8. 
paul,  =  Eigenname.  CXXI.  25. 
paumgartter,  =s  Eigenname.  VI.  91. 
paur,  der,  =  Bauer;  Plur.  pauren.  XXI.  5.  6. 
pawrin,  die;  =  Bäuerin.  XLI.  65. 

paus,  der;  =  schwellende  Fülle.  ;^an  irs  hertzen  paus.^^   IV.  3.  10« 
pei,  pey,  =  bei.  ;^pei  rein.^^  am  Rheine.  XII.  3.  5.   ;,pey  bestän.^f 

beistehen.  CXII.  3.  11.  ;jpeinander.^^  beisammen.  LXXV.  2.  1. 
*p eicht,  die;  =  die  Beichte.  CV. 4.  8.  pyA^r  weis  die  fraun  gütlicher 

peicht.^^  stimme  die  Dame  zum  Bekenntnisse  des  Unrechtes  und 

zum  Vergleiche  um.  CIX.  3.  5. 
p eichten,  Zeitw.  =  beichten.  Part,  gepeicht.  XIV.  5.  8. 
peyl,  das,  oder  mundartlich  der,  ?=  kurze  kleine  Axt.  XXXIX.  1.8* 
pein,  die;  =  Busse, 
peinlichen,  Adv.  =  tödtlich.  ;jverch.^^  zum  Tode  verwundet.  CVIL 

2.  16.  Die  Form  peinickltch.  XVIII.  8.  10. 
peis,  die;  =  Beitze,  Hetze.  Vergl.  paissen. 


398 

peissen,  Zeitw.  st.  =s  beissen.  ;;das  bimder  mich  sfo  ptiäJ<  ergriff 

mich  sehr.  LXXXVI.  2.  2.  ,,gepissett.^^  XVHL  2.  7. 
beyt,  die;  s=  Warte,  Erwartung.  Siehe  das  folgende 
beiten,  peyten,  peuten,  Zeitw.  st.  eaz  warten, znwarteii.  VI.204. 

XCIX.  3.  13.  ;;einer  sacbe.^^  V.  5.  8*  Part,  perf.  gebiten.   Ii 

Tirol  noch  allenthalben  im  Sinne  des  Zvwartens  mit  einer  Schnld'«- 

forderung» 
pefaende,  =  geschwind,  eilig.  CVI,  H.  7, 
pellen,  Zeitw.  st.  =  bellen.  /?piUt>^  bellt.  XLIIL  3.  10. 
per,  =  lat.  per,  durch,  bei,  statt  des  franz.  pour.  LYII.  2.  3. 
per,  der;  =  der  Bär.  IL  3.  26. 

pergen,  Zeitw.  st.  =  verstecken.  ;^pirgt,^^  verstedd.  XXX.  2.  18. 
perg,  =  Ortsname,  ein  Fürstentbum  in  Deutschfamd.  XII.  4.  8. 
perllch^  SS  bar,  oienbar,  XI.  1.  14. 
perifn,  Plur.  perlein,  =ä  Perlen.  IV.  3.  23. 
permafoy,  permafoyä,  =  bei  meiner  Treue  (ma  fd>.  XI.  1.  24. 

LVII.  3.  6.  VI.  210. 
permcklich,  ss  erbärmlich.  CVI.  8.  13. 
pernhart,  Eigenname.  CXXI.  232. 
persiä,  =  Persien.  III.  1.  2. 
persolön,  =  Barcellona.  XCV.  4.  5. 
persön,  die;  ==  Person.  ;;durch  zbd  persdn.^^  CVI.  1.  5. 
personier,  das;  =  Mummerei,  angenommene  Rolle.  I.  3.  22. 
pertig,  Adj.  =  parteiisch.  XXVI.  336.  Von  part  (pars), 
pertlin,  Eigenname,  =s  B«rtlme. 
peitzly,  SS  kleiner,  verkräppelter  Henseh,  liebkosend  oder  spottweise 

Männclien;  mundartlich  in  Tirol  der  Borz.  XVI.  3.  10. 
petea,  Zeitw.  schw.  =  bethen.  ;^pett.^^  beth^.  XXXIX.  2.  9.  ;^pet^' 

bethete.  XXII.  5.  23. 
peter,  Eigenname.  =  ;^petr6^^  auch  als  Nominativ  gebrauc&t.  L3. 27. 

CXXI.  213.  ;,peterlein.^  VI.  129, 
peterman,^  Eigenname.  CXXI.  i.  13. 
petronell,  die;;  =  Petronilla. 
pett,  das;  ss:  Bett.  LXXXVI.  3.  16. 
pettenbröt,  das;  ss  Botenlohn,  besondeis  in  Diensten  der  Liebe. 

CXIV.  2.  12. 


399 

penchlin,  das,  :=  Bauch,  schmeichelad.  XLIY.  3.  iS. 

penl,*  die,  Flur,  peulen,  =  Beule  von  SUkssea.  LXXXYI.  4.  11. 

peuAt,  die;  =a  in  Tirol  ein  eingefriedigter  Abhang,  wohl  von  pen- 
dere,  franz.  pente.  ;9yetlen  in  der  nidern  peunt/^  concubitu  largius 
frui.  LXIV.  3.  4. 

pick,  der;  ss  im  Tirolerdialakte  das  Becken,  Picken  mit  dem  SchniH 
bei.  XIV.  3.  15.  Yergl.  das  wälsche  becco,  beccare. 

picken,  Zeltw.  =s  picken  mit  dem  Schnabel.  VI.  76. 

piderm an ,  der ;  =  Krafimann  (schalkhaft  und  zweideutig).  LYIII.  ä.  6. 

pier,  die;  =  mundartlich  Birne,  Flur,  pieren,  LY.  3.  3.  Als  Reim 
auf  diern,  auch  uneigentlich. 

piergisch,  =  berghaft,  bäuerisch.  LXXI.  1.  9. 

piekaney?  (chicane)?  XXYII.  190.  O 

piersen,  es  jagen,  im  Gegentheile  zur  Hetzjagd,  einzeln  mit  dem 
Hunde.  XXX.  2.  Q. 

bieten,  pieten,  Zeitw.  st.  ss  geben,  schenken,  Almosen.  ^fO\J< 
III.  2.  11. 

pild,  das;  =  Gestalt,  Wesen.  ;9ain  beipllch  pild.<^  woraus  Weibs- 
bild. LI.  1.  3. 

pilden,  Zeitw.  schw.  =s  formen,  ^^nftch  gepild.^<  geUldet.  XXX.  1.26. 

pilgertn,  pilgerein,  pilgrtn,  der;  ss  Filger,  Wallfahrter,  Wal- 
ter, LXXY.  1.  1.  „edle  valken  pilgerfn.^^  XYIII.  3.  1.  Heiliger 
dieses  Namens.  CXXI*  136.  franz.  pelerin.  ital.  pelegrino.  lat. 
peregrinus. 

pillen,  das;  ss  Hundegebell,  abgdLürzt  pill.  ;;zu  pill  benck.<(  dem 
HundegebdU  nach.  XLIII.  19. 

pinden,  Zeitw,  st.  ss  binden.  ;^pant.^^  I.  3.  3.  ;^unden.^^  CYI. 6. 3. 
>>gepuiden^  (en).  XXX.  2.  37.  ^^pint  auf.^^  Imperat.   XLI.  77. 

pingen,  ss  Ort  am  Rheine.  XL  3.  8. 

pirn,  die;  =  Birne.  ;>symbell  (synbell)  als  die  pim.^  teres  atque 
rotundus.  XLYIIL  2.  14. 

piaehoff,  der;  s=  Bischof.  ;^lt  ich  machen.<^ leugen.  XYIIL3.18« 
auch  uneigentlich. 

bisskonte,  =  Yisconte.  engl.  Viseoimt.  eigentlich  Halbgraf,  doii 
Grafen  im  Rang  am  nächsten  stehend,  Titdohne  Realität.  YL  163, 

biien,  piten,  Zeilw*  —  Utlen.  YIL  2.  13. 


400 

pfab,  der;  =:  Pfau-  ;;pfaben  geschray.^^  III.  3.  2. 

pfad,  pfat,  der;  =;=:  Pfad.   Wie  pan   öfter  als  Reim  und  De&nung, 

;,des  maien  pfat.^^  XLIX.  3.  1.   ;;der  hoUe  pfad/^  XCVI.    3.  15. 

statt  Maienzeit  und  Höllenloos. 
pfachen,  Zeitw.  =  achten,  merken.  ;;pfach  dein.^^  XXXIX.  2.  25. 
pfaff,  der;  =  Priester,   aus  jtajtjtas^  f^W  Vater,  althochd.  phaffo, 

IX.  1.  6. 
pfaidly,  das;  =  Hemdchen  (wollüstig  schmeichelnd).  XXIII.  2.  13» 
pfaiffen,  pfeiffen,   Zeitw.  st.   =  pfeifen.   ;?pfaiflF.^^  Imperf.   aus 

dem  mtthd.  pfife,  pfeiflF.  VII.  3.  13. 
pfarr,  die;  ==  Pfarr.  ;^in  der  obern  pfarr.^^  im  Himmel.  XC.  3.  9. 
Pfenning,  der;  =;  Pfennig,  Geld;  Plur.  pfenning.    ;;der  pfenning 

vol.^^  geldreich.  XXXI.  1.  22. 
Pfifferling,  der;  =  PfeiTerschwamm ,   agaricus  piperatus   L.    Plan 

Pfifferling.   Genit.  pfifferlingen.  IV.  1.4.  XXXVIII.  1. 12. 

XXX.  2.  11. 
pfintztag,  der;  =  Donnerstag,  ^^pfintztages.^^  CXXI.  67. 
pflantz,  der;  =?  die  Pflanze,  Spross.  XCVI.  1.8.  Plur.  pflanntzen. 

CXXI.  162. 
pfleg,  die;  =  Gerichtsverwaltungsstelle,  Amt.  XXVI.  292. 
pflegen,  Zeitw.  st.  =  einer  Sache  obliegen  mit  dem  Genitiv.  ^ypüigXM 

pflegt.  ;^der  ich  pflag.^^   Umgang  Liebe  mit  ihr  pflegte.    XXXIV. 

1.  14.  ;^der  bitze  pflegen.^^  Verstand  haben,  äussern.  XII.  2.  28. 

daher  Pfleger  ==  Verwalter,  Richter, 
pflicht,  die;  =:  1.  Zustand,  gewöhnlicher.  ;^mein  haide  stSt  in  griH 

ner  pflicht.^^  wächst,  grünt.  LXXVII.  1.  10.     2.  Art,  Weise.  ;^a 

seines  tödes  pflicht.^^  CVI.  9.  16.     3.  Sitte,  Geschick.  ;;auch  hat 

sy  pflicht.^^    4.  Umgang.   ;>in   deiner  pflicht  wird   ich  nit  lass.^^ 

müde.  LXV.  2.  6.    5.  Liebe,  Einverständniss.  XXXIX.  1.  83. 
pfuch,  pfui,  =  pfui.  ;,dich.<^  LXXVII.  3.  20.  LX.  2.  6. 
phab,  der ;  =  Pfau.  ;^an  phaben.^^  in  pavonibus.  VI.  50.  Vergl.  pfab. 
phad,  phat,  der,  das;  =  Pfad.   XXXV.   1.   9.  XV.   3.   2*    VergL 

pfad. 
phalczen,  Zeitw.  &=  unterstützen.  V.  5.  6.  wohl  vou  Pfahl, 
phaltzgraff,  der;  ss  Comes  palatinus.  XI.  1.  1. 
pherd,  das;  ss  Pferd,  wechselnd  mit  der  Form  pferd«  XIL  4«  29. 


401 

phnnd,  das,  Plur.  phund,  die;  =  Pfund.  XXXI.  4.  i3. 

plab,  Adject.  =  plau,  Flur,  plabe,  plaben.  TM.  plob  =  blau. 
CXII.  2.  5.  XXXV.  2.  7.  XLIV.  1.  16. 

black,  Beiw.  =  nackt.  TM.  bleckentig,  blecket.  XXYII.  3.26. 

platscher,  der;  =  Wäscher,  Schwätzer  von  platschen,  mundart- 
lich ein  Wassergefäss  so  angeschickt  tragen ,  dass  es  nach  allen 
Seiten  über-  und  abfliesst.  XC.  1.  17. 

pläfus,  Beiw.  s=  blaufüssig,  Blaufuss.  XVIII.  4.  1. 

blaich,  Beiw.  =  bleich.  XVII.  5.  22. 

plaichen,^Zeitw.  =  bleich  seyn,  werden.  CXI.  3.  12. 

plan,  der;s7 Weite,  Umschreibungswort  wie  pfad.  ;>der  erden  plan.^^ 
C.  2.  9. 

planck,  Beiw.  =  blank,  glänzend.  ;^ir  ermlfn  planck.^^  XL VIII. 
2.  11. 

planck,  as  Eigenname  eines  Mannes,  der  Oswald's  Leibhut  im  Ge- 
fängnisse gewesen,  und  worauf  der  Reim  ;>pitterlich  der  stanck.^^ 

XIII.  7.  1. 

bids,  SS  Mannsname,  Blasius.  Der  Heilige  d.  N.  wird  am  3.  Februar 

gefeiert.  CXXI.  34. 
plassniren,  blasniren,  =  franz.  blasonner,  das  Wappen  mit  den 

gehörigen  Farben  malen,   es   auslegen.    Bei  Oswald  uneigentlich 

;^das   här  blasnirt    sich    swartz    und    grab.^^    unterscheidet   sich. 

CXII.  2.  3. 
pläsyblä,  pläsublä,  =  plausibel,  zierlich, 
platerfall,  die;  =  wahrscheinlich  unweit  Kastelrutt  eine  Oertlich- 

keit  mit  einem  Wasserfall.     Daher  uneigentlich :  der  untere  Theil 

des  Schlundes,  der  Magen.  LX.  2.  13. 
platzen,  Zeitw.  s=  schwer  und  plötzlich  fallen,  ;^drei  stiegen^^  herab. 

XIV.  5.  2. 

plaug,  s=  blau,  als  Reim  auf  aug.  LV.  1.  8.    Oder  ist  an  Ottfrid's 

blugo  =s  scheu,  verzagt  zu  denken? 
plausen,  s=  blasen,  athmen.  LXXVIII.  3.  18. 
pleb,  plebe,  die;  =  die  Bläue.  XL.  2.  7.  MT. 
plehee,  =  Interjection,  Naturlaut  eines  Weinenden.  XLIX.  1.  16. 
plenden,  Zeitw.  =s  blindmachen,  zum  Narren  haben.  CX.  2.  10. 
pl enden,  das;  ==  Geblendetseyn,  närrisch.  XXXVIII.  1.  15. 

26 


r-. 


402 

plerren,  Keitif.  s^e  wei»«n>  mttÄdarllich  fUiten^  plojrare ^  pleurer. 

XUX.  t  it. 
plick,  plickh,  der,  PtHr.  die  plickh  =BHck^  Augenblick.  XLYII. 

2.  3.    Mundartlich  als  Augenblick  ;>wart.'  ni»  aft  Blicke  ift  Tirol 
all^thalben. 

[^Ulz,  ^sp  Interj.  u.Adv,  ^^nur  plitz  und  platz^^  von  timm  scblech- 
ten  Fuhrwerk,  das  die  Eiogesessienea  rüttelt  und  scbilttelt.  XIL  4. 4. 

ploch,  das;  =  Block,  Prügel,  Stück  Holz.  ^>ich  klob  dasselbig  ploch.^ 
uneigentlich  und  obscön.  LX. 4. 6.  Daher  Blocbzie^hen  im  f at&* 
naun  und  and^m^rts,  eiaen  Faschingsbaum  durpb^s  Dorf  mit  aUor- 
lei  Zttthat  von  lust  und  Hummerei. 

plochen,  Zeitw.saus  einem  Block  machen.  ;;das  kreutz  was  sckwer- 
Itch  geplocht.^^  grob  gearbeitet.  CYI.  10.*12. 

plode,  Beiw.  =  schwach.  CVI.  10.  H. 

blodtgkeit,  die;  ?;?:  Schv^äche.  ^^speisen.^^  XCYIIL  i.  7. 

pl6$,  Beiw.  3^  1.  nackt.  2.  leer,  ^^aq  Freuden  bl4s«^  XLYL  2.  iO. 

plosllch,  Adv.  =  lediglich,  gänzlich.  LXXXVIII.  3.  5. 

p.l.6fi!sen,  plossen,  Zeitw.  qs^t  entUössan,  preisgeben.  CVL  10. 1&« 
Part,  geplösset. 

plvt,  pluede,.  plu.de,  pluet,  die;=Blüthe,  Plur,  plueder.CXIY. 
1.  13<  ;;neaibt  war  der  schonen  pluede.^^  LXXXYII.  i.  1.  ;;vil 
plumlin  pbS».^  LXXYII.  1.  14  ;^r  werlde  i^ude.^^  Herrlichkeit. 
XXXY.  2.  22.  althochd.  bluot.  tirol.  bluest,  die  bluesten. 

plunst,  der;  =  Aufgeblasenheit,  Stolz. 

plunsen,=s9aufbläben.;^geplunst/<LXXXYI.  5. 14.  BIa.nse,  Blunzo 
in  Tirol  ausgefüllter  Darm,  Wurst  mit  31ut  u.  dgl.  gefüllt, 

podemsee,  =  Bodensee.  Y.  3.  1. 

p  03 ,  Beiw.  SS?  b&se.  ^pos  und  falsch  sucht  aneoander.^^  XX.  3.  3» 
;,posste.«  böseste.  XXII.  36.  ;,posst.^^  XYIII.  7.  8, 

pSsayer,  pdsayer,  ss=  eine  Thalscblutcht  ^er  ^In  Becg  gegeaübef 
von  Hauenstein.  Anspielung  auf  böse  Eier,  di^  faul.  $ind.  Sollte 
es  gar  auf  Passeier  gedeutet;  werden  können,  dess^  B^erge  vo» 
Hauenstein  aus  sichtbar  sind>  und  den  Nordwindzug  bezeichnen? 

poscholocht,  =;s  pauschjg,  voll.  ;;poseholochter  mun4.^^  LXXYIII. 

3.  4. 

pockisoh,  :^  sjHingend  wi^  Böcke. 


403 

posen,  Zeilw.  sa  böse  nacfaen,  ängiten.  XLil.  3.  21. 

bosern,  Zeitw.  =s:  scUcchter  maehen.  CX.  i.  6. 

b6yc,  die;  =  Fneupeisen,  Fessel.  TII02.  14.  la  Tirol  nock  jeizt  die 

Boien. 
pol  Iren,  Zeitw.   =  schallen,  Iftrmen,  tiVnen.  ;9da8  boren  poOrel.^^ 

XL.  2.  16.    MundarUieh  der  PöUerzs  H<^rser  zum  Schiessen  bei 

Feierlichkeiten;  pöllern  =  sie  krachen  nacken^  losbrenne«. 
polanisch,  =  polnisch,  grob.  IX.  3.  8. 
policarp,  =:  Name  eines  Heiligen.  CXXI.  26* 
pol6n,  die;  =  ApoUoni«.  CXXL  40. 
polt,  der;  =  Leopold.  CXXIIL  4.  11. 
pom,  die;  =  Bombe»  XIIL  11.  10. 
pommhart,  der;  =  grosse  PfeiiFe,  Rölwe  zum SeUesseii.  XIII.  8.6. 

der  R — Ire  bei  Flatalenzen. 
ponant,  ponent,  der;  =  Westwind.  XXVIIL  2.  4.  XXIX.  I.  13. 
peppes,  der;  ss  p^ppi«?  Hintertheil  de«  Schiffe».  XXYIII.  2.  9. 
porhaubt,  =  blossköpfig,  unbedeckten  Haupte»«  CXL  3.  4. 
poren,  pom,  Zeilw.  ss  bohren,  obseön.  LXVill.  4.  3. 
porten^  die;  ses  Eingang,  HafeneinMrt.  XXYIII.  2.  23.  MT. 
Portugal,  =  Portugal.  III.  1.  15. 
paschot,  Adj.  =3  rundlich,  von.;7po«chotz(e»>niSndlfn.^  XLYLi.  15*. 

In  Tirol  noch  allenthalben. 
p6shait,  die;  ess  Bosheit  CX.  2.  6. 
posnyren,  Zeitw.  =  zart  ausbilden,  scbildem,  darsteUeDr  CXV« 2r  18. 

Yergl.  en  bosse,  bossiren. 
pessen,  der;  =s  Busen.   LXXIX.  2.  1.    Man  könnte  hier  auch  a». 

das  ältere  bossen  =  Gestalt,  Haltung,  denken,  wovon  bei  uns 

noch  die  Redensart  ;^sich  in  Possen  stellen.<<^ 
passen,  Zeitw.  =  schlagen  mit  4.  E.  ;y5ein  hertz.^^  CXI.  3.  4. 
pot,  pote,  der;  =  Bote.  ;9zu  poten  senden. <^  XXIX.  1.11.  «isBaCe. 
potzu?  =s  ein  Seemannsausdruck  in  der  Schiffsleitong.  XXYIII.  2%  15. 
prä,  brd^  V^^b^  die;  ars  die  Braue,  Ang^brane.  TM.  Aagenbran. 

CI.  1.  4.  XYII.  4.  11. 
Pracht,  =  gebracht,  von  bringen.  XLYill.  3.  8. 
prackt,  der;  =si  Tumlt^  Lftrm.  TM.  prachten  tsa  reden,  laut  rer« 

kehren.  XIY.  1.  7.  CYII.  2.  15. 

26  ♦ 


n 


^ 


404 

praides?  =  Eigenname  eines  Edelgeschlechtes.  I.  3.  28. 

brait,  prait,  Adj.  =  1.  breit,   ^jdreyer  vinger  prait.^^   VII.  i.  10. 

2.  gross.  XVIII.  8.  1.    8.   bekannt,   ausgebreitet.  ;4ein  schant 

Wirt  prait.^^  XXXIX.  2.  23. 
prait,  die;  =r  Breite.  XLYII.  3.  6. 
praitltch,  Adv.  =  sehr,  viel.  XH.  1.  33. 
pran,  im  Reim,  =  das  Brennen.  XXIY.  5.  13. 
prand,  der,  Plur.  prende,  =i  Brand.  XV.  1.  1. 
prauen,  Zeitw.  =  bereiten,  versehen.  CVI.  9.  10. 
praun^  der;  =:  Eigenname  eines  Oswaldischen  Gastfreundes  in  Salz« 

bürg.  XII.  1.  3. 
praunegk,  =  die  Stadt  Bruneck  im  Pusterthal, 
praus,  der;  =s  Lärm.  CVII.  1.  16. 
praxedelein,  braxedelein,  =    Praxedis  Jungfrau,    verehrt  am 

21.  Juni, 
p rechen,  Zeitw.  =  1.  schallen.   ;^die  musik   durch   die  kel>^  XC. 

1.  11.    2.  glänzen.  ;,prechent.^^  XCV.  2.  5. 
pr echten,  Zeitw.  s=  reden,  unser  prachten.  LXX.  2.  7. 
prey,  breye,  der;  =  Brei,  in  der  Volkssprache  jedes  Koch,  puls, 

gewöhnlich  aus  Hirse.  IX.  5.  5.  XV.  4.  5. 
breid,  =  ;^die  breid  mariä.^^  Maria  Lichtmess.    In  Urkunden:  Brei- 

dentag.  CXXIII.  1.  9.  CXXI.  32—33. 
preym,  =s  Primus,  Name  eines  Heiligen.  CXXI.  160. 
presten,  Zeitw.  =  fehlen.  LXXXI.  3.  6. 
p reuen,  sich,  =  sich  erzeugen,  auskochen,  entstehen, 
preun,  die;  =  Bräune,  an  der  Stelle  der  weiblichen  Scham,  Frauen- 
haar. LXXI.  1.  9. 
preut^  die;  =  Braut.  LXXXVI.  3.  15. 
prig,  =s  Ort  in  Schlesien, 
pro,  =Ä  für,  um.  XV.  2.  9. 
probieren,  =  darthun,  erproben. 

profundes  (ex),  =s  ex  j)rof undis,  aus  der  Tiefe  des  Herzens.  L  VII.  3. 3. 
protltn,  das;  =  Brötchen.  XVI.  4.  14. 
protttsltn,  =  Name  des  h.  Protus.  CXXIII.   5.  3. 
profentz,  proventz,  die;  ss  Provence,  Provinz  in  Südfrankreich. 

III.  1.  17. 


405 

proventz,  die;=  Vorsehung.  XXVIII.  2.  H.  providenza,  provKience. 
Oder  ist  an  die  Schiffer  oder  Winde  aus  Südfrankreich  zu  denken  ? 

pruck,  =  Brügge.  XCV.  4.  2. 

prueder,  der;  =  1.  wie  Hd. Bruder.  2.  Klosterbruder.  LXXV.  1.12. 

prueff,  die,  WH.  braf,  =  Werkzeug  zur  sichern  Lenkung  des  Schif- 
fes durch  den  Steuermann.  Vielleicht  zur  Ergründung  der  Meeres- 
tiefe? 

pruefen,  priieffen,  pruffen,  Zeitw.  =  merken,  erfahren,  sehen. 
XL  VI.  1.  26.  VII.  3.  11.  ,,mich  prueft.^^  ich  glaube,  mich  dünkt, 
ich  merke.  XXVII.  1.  8. 

brüst,  prustlein,  =  mammilla,  Zitze  an  der  Brust,  ^^brust,  lust  an 
end.^^  lustgewährend  ohne  Ende.  LXXXIX.  2. 9—10.  XL  VI.  3.  3. 

prustft?  =s  keuchen,  schreien?  XLI.  68.  *      o 

brüt,  die;  =  Braut.  LXXXI.  2.  2. 

packen,  Zeitw.  =:  bücken.  VI.  66. 

puech,    pueche,   puechen,  die;  =  fagus,    der  bekannte  Baum. 

rv.  3.  16. 

puchs,  die;  =  Flinte,  Stutzen.  XIII.  8.  7. 

pahl,  der;  =  Bühel,  tirol.  Büchel,  massige  Anhöhe.  XLI.  1.  3. 

pnel,  der;  ss  Geliebte.  XLVIIL  1.  1.  XXXII.  3.  21. 

pune,  pun,  die;  ss  1.  Tenne.  XIV.  3.  11.     2.  Schaubühne. 

pun,  die;  =  poena,  Strafe.  XXII.  2,  18. 

paess,  buess,  puss,  die;  =  Busse.  1.  Genugthuung  für  die  Sün- 
den. CV.  4.8.  2.  Pein,  Schmerz.  ;;sßnltch  puess.^^  LXXVI.  1. 18. 
3.  Mühe,  Anstrengung.  I.  1.  10.  4.  Ersatz,  Gegenmittel,  selbst 
beiwörtlich:  frei.  ;4ebt  aller  sorgen  puess.^^  LXXXVL  4.  1. 
XII.  4.  10. 

puessltch,  Adv.  =s  durch  Busse,  in  Busse.  CXtX.  2.  14.' 

pullen,  =  Apulien.  XCV.  1.4.  Vergl.  pülle.  mhd. Grimm.  G.  I.  778. 

bummen,  Zeitw.  =  Naturlaut  für  den  Stampfton.  LXX.  1.  26. 

pumppern,  Zeitw.  =  lärmend  fallen,  mundartlich  in  Tirol.  VI.  108. 

pund,  pundt,  der,  Plur.  punde,  pundt,  =  der  Bund.  1.  Ver- 
schluss ;,des  mundes.^^  LXXVI.  1.  29.  2.  Ehe.  LH.  2.  17. 
3.  Anhängsel.  ;;än  tadeis  punt.^^  XLVII.  3.  2. 

pur,  =  franz.  pour  in  puraty=s  pour^ä  te,  nur  für  dich.  LVII.  1.6. 

puter,  der;  ss  tiroL  die  Butter.  ;^en  putern^Hm  Reim.  LXIIL2. 10. 


406 


9* 

quäl,  der;  =:  Qual,  bes.  Liebesqual.  ;^mein  grösser  quil  sich  mk%M 

LXXXI.  1.  6.  im  weibl.  Reim:  die  quäle.  CXIX.  3.  13. 
qvart,  das;  =x  das  Viertel,  in  seemännischer  Abmessung  cur  ScUSb- 

leitung.  ;;vach  ain  quart  mit    des  zicles  furm.^^   niss  ein  Yiertel 

mit  dem  Zirkel  ab.  XXVIII.  3.  7. 
quat,  Reim  auf  matt,  Adj.  =  übel,  böse,  angstToIl.   mttlnl.  qwaei 

s=s  malus,  onl.  kwaad.  mttlnd.  quäd.   plattd,   quaad.   nadi  Grimm 

III.  606.  von  quädan,  also  =  verwiinseht.  Ist  das  0ngl.  bad  aus 

der  nämlichen  Quelle? 
quel,  die,  Reim  auf  hei,  gel  =s  die  Qual.  XXX.  1.  19. 
i^iuellen,  quillen,  Verb,  neutr. s=  sich  in  Fülle ergiesseB.  Uaeigenti. 

;^as  tier  nach  junger  frucht  senlichen  quilt.<^  XXX.  1.  25. 
quint,   quinte,   quinten,  die;  =s  1.  Zeitnass,   nach  der  Minute 

das  nächstkleinste,  Sekunde.   LYI.   1.   11.    2.  der  FtinftdtoD  is 

der  Musik,  und  das  Zeichen  für  denselben,  die  Quinte.    Aas  dem 

lat.  quintus,  quinta. 
quintiren,  Zeitw.  schw.  =  1.  in  der  Quinte  singen,  oder  ein  mo« 

sikalisches  Werkzeug  spielen.    2.   singen  überhaupt.    ^>der  gatok 

von  hals  nit  schon  quintiret.^^  XXX.  2.  1.    3.  verlauten,  eintönig. 

;^asselb  quintir  ich  tag  und  nacht.^^  CXIL  1.  17. 
qnilt,  =s  aus,  vorüber,  geendet,  los.  ;>sÖ  wer  quitt,  was  ich  lil.^ 

XXXV.  3.  41. 
qtö,  =s  wohin?  Aus  dem  lat.  qui.  LVII.  1.  6. 


r,  eweiter  Bachstabe  im  Namen  gret,  den  Oswald's  erste  GemaUii 
geführt,  daher  ein  vorzüglicher  GegensUmd  der  Andacht  des  Dich- 
ters. ;>ain  edel  tJ<  XL  VI.  2.  5. 

rab,  der;  =s  Rabe.  XLL  29. 

races,  =:  Thal  zwischen  der  Seiseralpe  und  dcM  ScUem  mit  einem 
besuchten  Bade.  III.  1.  18. 

rac6,  s  Naturlaut  der  Rabemtimme.  XLL  29. 

riffeln^  ZeiHr.  a  das  fiäriaseh  eines  fallenden.,   nachfescUepplaa 


Körpers  bexeichnoid.  MT.  rafl\elii ,  auf  allen  Vlerea  gerHusohtoU 
Iienimfcriechen ,  sich  krabbelnd  fortbewege«,  ^ydie  viel  ich  ab  mit 
rafitel.^^  wo  das  n  des  Infinitivs  dem  Reim  Staffel  zu  Liebe  weg- 
fiel. IL  2.  11.  MT.  raffeln,  trans.  u«  intfaas*  g«rti«tchvoU  bt*' 
wegen.  Geraffel  =  Plunder.  Von  raffen. 

ray,  raien,  der;  =  Kreis,  Reihe^  Runde,  Reigen,  Innung,  FakttUät« 
XVIII.  7.  6.  IV.  1.  10.  XCVI.  1.  5. 

raicddes,  =  Königsringe.  I.  3.  8.  Aus  dem  Romanischen  in  Enge- 
dein,  raig,  der  König. 

raid,  raide,  im  weibl.  Reim,  Beiw.  s=i  kraus.  LXXVII.  4.  19. 
LXXXII.  1.  11.  mhd«  reit  ^  erispus.  Grimm.  I.  744.  IL  16. 
von  rlden  =  torquere. 

raid,  raide,  die;  ss::  Weile,  »all  raid.^^  MT.  alle  weil,  beständig.' 
LXXVL  3.  20.  MT.  road,  roadl,  a  raidl  s  Weilchen^  we-^ 
nig.  ;^a  lange  road.^' 

raien,  rayen,  Zeitw.  schw.  ^st:  (aazen,  sich  reihenweis  bewegen, 
hüpfen,  springen.  ;^rayen  in  des  mayen  Idch.^^  ia's  Maigefilde 
hinaus  tanzen.  XXXVIIL  1.  7.  XXXV.  2.  50. 

rain,  raine,  Beiw.  =3  rein,  rains  ss  reines.  XLVIL  2.  2.  Adr. 
rain  =3  ganz,  aus. 

rain,  raine,  die;  s^  Reinheit.  CIV.  1.  11. 

rainikltch,  rainklfch,  Beiw.  Nebenw.  =:rein,  reinigiich.  LXXXIX. 
2.  13.  LXVIIL  1.  1. 

rais,  die;  «f  Reise.  VU.  2.  10. 

ranck,  der,  Plur.  renck,  rencke,  =s:  jede  schnelle  Bewegung  hin 
und  her,  besonders  die  beim  Liebesgenusse.  ^^wann  ich  bedeoofc 
die  zarten  renck.^^  LXXVL  2.  29.  ;7aller  wasser  rencke«^^  Lftufe. 
C.  3.  10.  Vom  alten  rancken  =a  eine  schnelle,  schlängelnde  Be- 
wegung machen.  Zu  vergl.  wanck,  schranck. 

ran,  Artikel  ungewiss,  das?  =:  das  Rinnen,  Strömen,  ^^haisser  lene 
ran.^^  XXIV.  5.  12.  Aus  rennen,  res,  ran. 

rant,  der;  :ss  Rand,  Einfassung.  »Schildes  raat.^^  statt  Schifd,  ScbuU., 
Schirm,  Prädikat  der  h.  Jungfrau.  XCVI.  3.  19. 

rantzen,  Zeitw.  s:  ungestüm  hin  und  her  springen,  mit  allerlei  ex- 
zentrischen Bewegungen.  LVIII.  3.  5.  MT.  ranzen  im  Bette,  sicii 
hemmbalgeii,  von  Kindern. 


rapp,  der;  as  Rabe,  ^^die  droschel  Iiat  ain  wett  getan  mit  ainem  al- 
ten rappen.^^  LXXXVIL  1.  18.  LXIX.  1.  16.  VI.  75.  neben  rab, 
reblin.  MT. 

rasch,  rasche  im  Reim,  ==  rasch.  LXX.  1.  14.  ;^fijrder  sich  gar 
rasche.^^ 

rass,  Beiw.  =  scharf,  sauer,  ätzend,  heftig.  MT.  ras,  versatzen. 
Uneigentl.  ;^sein  rtim  ist  rass.^^  gross.  WieMT.  scharf,  ;>a  schar- 
fer Kopf,  Arbeiter,  Student.^^ 

rass,  rasse,  die;  sss  Schärfe,  Säure.  ;^es  weins.^^  IV.  2.  9.  Un- 
eigentl. ;;wie  bol  wir  dick  verschroten  hän  dein  huld  durch  sunt- 
lieh  rässe.^^  XCIX.  1.  16.  Verdorbenheit. 

rast,  die;  =  Ruhe.  ;^ewinnen.^^  XIX.  3.  13. 
'rät,  der,  Plur.  rete,  =s  Rath.  1.  Gegebener,  besonders  Lebensregel. 
Spruch.  ;9ain  altgesprochner  rät/^  VI.  1.  2.  Gebender,  besonders 
Fttrstenrathsmitglied,  Gerichtsassistent  mit  Rath  und  Spruch.  XIII. 
13.  2.  passim.  3.  ;?rdt  haben  ainer  sache.^^  sie  entbehren ,  ent- 
rathen  können,  ausser  Acht  lassen.  XXII.  1.  13.  Letzteres  HT. 

raten,  Zeitw.  st.  =  rathen.  XXVIII.  1.  8. 

rfttgeb,  der;  =  Gerichtsbeistand.  XXVI.  35. 

rätmessig,  Beiw.  =rathsfähig,  Rath  zu  ertheilen  befugt.  XXVI. 318. 

rätschrann,  die;  =:  Richthaus,  Ort,  wo  Recht  gesprochen  wird. 
CVI.  9.  1. 

raubenstain,  der;  =  Greiffenstein  im  Munde  des  Volkes.  X.  4.  2. 

r a uch,  reuch,reuche,die;=  Rauhe,  Rauhheit, Rauchseyn, Scham- 
haar. XLIV.  3.  16.  L.  2.  8. 

rauhen,  Zeitw.  =  rauh,  laubig  werden.  ;;rauh  ä  steudly.^^  LXIII.  2. 1. 

räumen,  römen,  £eitw.  =s  räumen,  verlassen,  ^^manig  meil.^^  flie- 
hen. XXII.  4.  18.  ;^its  ellend.^^  sterben,  raumbt.  XC.  2.  13. 
;^affra  rdmt  laurenciüm.^^  macht  ihm  Platz.  CXXIII.  4.  10.  Mhd. 
rümen. 

rebltn,  das;  =  junger  Rabe.  CIX.  2.  14. 

rechen,  Zeitw.  st.  =  rächen.  Imperat.  rieh.  LXXVIII.  1.  2. 

rechen,  der;  =  Rechen,  Werkzeug  zum  Einsammeln  des  Heues 
u.  s.  w.  in  der  Landwirthschaft.  XXXIX.  2.  15. 

recht,  Beiw.  Nebenw.  ss  hochd.  recht.  Einmal  in  bäurischer  Aus- 
sprache: rächt.  Adv,  recht  ==  völlig,  ganz.  LXVII.  2.  7. 


409 

recht,  das,  =shochd.  Recht.  Insbesondere Plur.  rechte,  =  Rechts« 

Sprüche,  Urtheile.  XXVI.  359.  u.  258.    y^in  i*eeht.^^  vor  Gericht. 

XVII.  1.  22. 
recken,  Zeitw.  halbschw.  =  hochd.   recken.   Part,  gerackt.    ^^bis 

auf  den  gerakten  töd.^^  XXXI.  3. 30.  Uneigentl.  wachsen  machen, 

emportreiben.  XXX.  1.  11. 
recomissö,  ==  )j\n  recomissd,^^  in  dein  befelchnuss,   wie  Oswald 

übersetzt.  Aus  recommissum,  mittl.  Lat.  LYII.  3.  7. 
reden,  Zeitw.  schw.  =  hd.  reden.  Imp.  redt,  redete.  LXXXII.2*  8, 

XIII.  4.  3. 
redner,  der;  =  Advokat,  Rechtsbeistand.  XXVI.  116. 
redten,  Zeitw.  schw.  =  retten.  ;^die  manhait.^^  Im  Geschlechtssinne : 

ihre  Kraft  zeigen.  LH.  3.  7. 
retzly,  das;  =  Rätzlein,  kleine  Ratte.  ;9das  retzly  vachen.^^  membr. 

vir.  tang.  XXX.  3.  43.  MT.  Ratze. 
regln,  =  Frauenname,  Regina.  CXXIII.  5.  2. 
regniren,  Zeitw.  =  regieren.  CXV.  1.  8.  Aus  regnare.  ;^er  hymel 

und  was  darinn  regniret.^^ 
reiben,   reyben,   Zeitw.   trans.   st.  =  reiben.    Imp.  raib,   reyb. 

LXIIL  2.  15.  • 
reichen,  Zeitw.  schw.  =  geben.  ;;dein  manltch  leib  reicht  synn  und 

mut.^^  LXXXYIII.    1.  12.     Daher:    Geld  darreichen,    bestechen. 

XX.  3.  10. 
reichstat,  die,  Plur.  reichstet,  =  Reichsstadt.  XXVI.  370. 
reiden,  reyden,   Zeitw.  st.  =  wenden.    MT.  reiden,   geriden. 

XXVIII.  3.  17.  LXXII.  2.  11. 
reis,  das;  =  Zweig.  ;^as  reis  der  reben.^^  Wein.  XXIII.  2.  3. 
reissen,  Zeitw.  trans.  st.  =  reissen.  Imperat.  reis.  LYIII.  2.  9. 
reiste,    die,  =  Band  gewundenen,   gehechelten   Flachses,  Reiste, 

Schlinge  überhaupt.  XIV.  5.  18. 
reiten,  Zeitw.  st.  =  reiten.  Imp.  rait.   Part,  geriten.    Noch  jetzt 

verschmäht   HT.   geritten  mit  tt.    Trans,    ^^aine  kirchfart  reiten.^^ 

Wallfahrt  zu  Pferde  machen.   ;^ainen  reiten.^^   ihn   ganz   in  seiner 

Gewalt  haben,   an  der  Nase   führen,   vom  Weiberregiment  über 

verliebte  Männer.  VII.  2.  6.  I.  4.  5.  CX.  2. 16.  XII.  3. 2.  VI.  33. 
reif,  der;  =  Reif,  Ring.  ;^der  sorgen  reif.^<  CXIV.  3.  1.  MT.  roaf. 


410 

reiffa,  reiffe,  reiffen,  der,  Plur.  reiffen,  tss  Ufer,  Gestade. 
II.  3.  23.  I.  2.  28.  Aus  ripa ,  riva,  geschlecktlich  dem  rorher- 
gehenden  reif  angepasst,  wofern  nicht  ein  älterer  urdeutscher 
Sliamm  beiden  zu  Grunde  liegt.  Die  jetzige  Stadt  Riva  hdsst  ii 
Kltem  Urkunden  reiff,  reif.  Zu  vergl.  Riffian,  Dorfgemeinde 
am  Ufer  der  Passer. 

rein,  der;  =  Rhein,  mttlhd.  rtn.   XI.  3.  5. 

reinstram,  der;  =:  Rheinstrom.  XXX.  3.  27.   Yergl.  engl,  stream. 

rein,  der;  ==  Rain,  Feldesabhang.  Reim  auf  schein.  XXXV.  2.46. 

remigiüs,  =:  Hannsname  eines  Heiligen.  CXXIII.  5.  9» 

rencken,  sich,  Zeitw.  trans.  schw.  sss  den  Leib  hin  und  her  bewt- 
gen.  ;^und  tar  in  kainem  wanck  mich  desgeleichen  rencken.^^  ob- 
scön.  XLVII.  2.  8. 

rennen,  Zeitw.  halbschw.  ==  hochd.  rennen.  Uneig^tlich:  >^mit  ge* 
danck.^^  beständig  an  die  Geliebte  denken.  LYII.  1,  5. 

renn  er,  der;  =  vielbeschäftigt,  der  an  allen  Orten  und  Enden  voll- 
auf zu  thun  hat.  ^^renner  koch.^^  I.  1.19. 

rentzeln,  rentzelen,  Zeitw.  schw.  =  brechen,  brechein,  durch 
schnelle  Bewegungen,  Reibungen  u.  s.  w.  von  der  Hülse  befreien. 
;;renzel  dea  flachs  .^^  sagt  die  Magd  zum  Knecht,  der  ihre  Lust  be- 
friedigen soll.  LXIV.  3.  9.  Von  ranzen,  w.  m.  n. 

reren,  Zeitw.  schw.  =  weinen,  plorare.  XLI.  57.  Vei^l.  das  engl, 
roar,  welches  schreien  überhaupt  bedeuten  kann. 

resonantz,  die;  &=  Widerhall.  ;^mit  grösser  resonantz.^^  in  der  Mu- 
sik. XIX.  2.  11.  XCV.  3.  14. 

rew,  reu,  die;  =  Reue.  ;^än  rew.^^  LI.  1.  17. 

reuch,  die;  =s  Schamhaar  der  Frau.  L.  2.  8. 

reuchlln,  das;  =s  das  Nämliche,  liebkosend  diminuirt.  XLIV.  3.  17. 

reven,  rewen,  rauen,  rawen,  Zeitw.  schw.  r=;  hochd.  reuen. 
Insbesondere  oft  in  alter  Bedeutung:  Schmerz  verursadien.  ^^dein 
leib  sol  mich  reuen.^^  den  Schmerz  entbehrter  Liebeslust  weck«i. 
XCII.  2.  1.  ;jmich  reut  ain  klainat  kraus.^^  IV.  3.  7.  LXXV.3.8. 
Die  Form  rauen  ist  stark.  >^ich  rau  dein  röter  mund.^^  reute. 
LXXni.  3.  4.  ;^den  het  es  s6r  go^auen.^^  XIV.  4.  12.  GXV.  1. 1. 

reultch,  Beiw.  ss  der  Reue  unterworfen,  reuewürdig.  ;>durch  reullch 
fichulde.«^  CV.  6.  4. 


411 

reusehif  ch,  Beiw.  ass  renssisch.  I.  2.  6. 

jreuss,  der;  ss  Reusse.  I.  2.  25. 

reussen,  reusseiilaiit,  das;  s=s  Rothrussiand ,  d.  h.  ungefäilir  das 

heutige  Galizien    und   russische  Volhynien.     S.  Suchenwirth   von 

Primisser  S.  174. 
renUen,  rewtten,   Zeitw.   trans.   schw.   =3   1.   rotten,   umgraben. 

LXX.  3.  20.    2.  ackern..  ;>rewtt  ain  ander  mel.^^  XXX.  1.  20. 
reutter,  der;  =  Ritter.   XII.    1.  32.    St.  Georg  oder  Parcival  (eine 

Art  Ritterschwur), 
reutter,  der;  =  grobsiebiges  Werkzeug  in  der  Landwirthschaft,  um 

das  Futter  zu  sortiren.  XXXIX.  2.  17. 
rex,  =  rex,  König.  GVL  9.  11. 
richten,  Zeitw.  trans. schw.  =r  richten.  1.  stellen.  ;;richt  obenstat.^ 

Jägersprache,  elliptisch,  den  Jagdplan  entwerfen.   ;4ocken  sues.^^ 

beim  Yolgeln.    ^^ainem  richten.^^  eine   Falle  steilen.    2.  wenden, 

leiten.  ;^engegen.^^  obvertere.  ;^den  pflueg.^^  3.  bereiten.  Part,  ge- 

richt.  ^>zu  dienen.^   4.  sich  richten &=  sich  anschicken  zugehen. 

;^richt  dich  pald  von   hynnen.^^  XLIII.    18.   VI.   19.   II.  1.  12. 

XXVIII.  3.  18.  LXVII.  4.  8.  LXXIV.  1.  4.  LX.  1.  10. 
rick,  der;  =  Band,  Strick,  ^^der  meider  rick.^^  LIII.  2.  5.    Im  Tri- 
stan Band  des  Herzens  mit  dem  übrigen  Eingeweide.    Such»  Ha- 

gen's  Wb.  Art.  rick. 
ried,  der;  =  Niederung,  insbesondere  Tor  dem  letzten  Anstiege  zum 

Schlosse  Greifenstein.  X.  4.  2. 
riem,  der,  Plur.  die  riem,  =  Riemen,  ^^dieriem  ziehen .^^  den  Geld- 

beutel  öffnen  zum  Zahlen.   lY.  1.  23.   HT.  welche  Riemen  nicht 

kennt.  V3. 220.  soll  statt  rieme  wohl  reime  stehen,  dem  strei- 

me  zur  Seite, 
rig,  =  Riga.  ;,bischoff  von  rig.«  VI.  117. 
rigö,  =  Ruf  des  Haulthiers.  XLI.  60. 
rimpf,  rimph,  der;  =  das  Rümpfen,    Verziehen  des  Mandes  tot 

Schmerz.  V.  1.  U. 
ring,  der;  =  annulus.  I.  3.  7. 
ringen,  Zeitw.  trans.  schw.  ssring,  leicht  machen.  ;^all  mein  swer.<^ 

LXXXVni.  2.  2.  LXXII.  1.  13. 
ris,  der;  as  Riese.  XVI.  2.  10. 


412 

riss,  risse,  rissen,  die;  =  Streif,  Furche,  Strieme  in's  Lange. 
Vom  Wurfe  eines  Schuhes  ;^sach  man  im  die  rissen/^  VI.  80. 
MT.  Riess,  Riessen  =  kanalförmige  Vertiefung  vom  Gipfel 
des  Berges  herunter  für  Schneelavinen ,  Holzlen^nng,  Gewitter- 
regengüsse. 

riten,  der;  =  Rittnerberggemeinde,  kollektiv  die  Bewohner  dersel- 
ben, an  der  rechten  Hand  des  Eisaks  zwischen  Brixen  und  Bozen. 
X.  7.  1. 

ritterschaft,  die  ;=  pesammtheit  der  Ritter  an  einem  Orte.  XII.  2.  3. 

roben,  Zeitw.  schw.  =  rauben.  CXXIII.  1.  14. 

rdch,  Beiw.  =:  roh,  unverdaut.  ;^das  wirff  ich  zurugk  rdch  aus  mei- 
nes hertzen  grundt.^^  LXXXIX.  1.  4. 

rock,  der;  =s  Rock.  Uneigentlich:  ;;die Stauden  machen  rauhen rock,^^ 
d.  h.  sie  berauhen,  belauben  sich.  XXXV.  2.  33. 

rogeleich,  Beiw.  =  locker,  MT.  rogel.  ;^rogeleicheu.^^  Adv.  LXX. 
1.  28. 

rogken,  Zeitw.  intrans.  schw.  =  rücken.  ;^in  den  tan.^^  XLI.  80. 
Oder  ist  an's  ital.  roccolo  =  Vogelherd  zu  denken? 

rdman,  Beiw.  Nebenw.  =  romanisch,  römisch.  I.  2.  6. 

rdmän,  =  Romanus,  Name  eines  Heiligen.  CXXIII.  2.  1. 

römani,  =:  Romanien.  III.  1.  4. 

ros,  das;  =  Pferd,  das  MT.  nicht  gebraucht.  LVII.  Exp.  1.  4. 

rosch,  rösche  im  Endreime,  Beiw.  =  rasch,  schnell,  entschlossen, 
nndl.  reasch,  reesch,  hitzig.  MT.  rösche  =  asper.  Grimm.  I.  748. 
mhd.  LXXXVII.  1.  22. 

roselocht,  rosolocht,  roselacht,  roslacht,  =  HT.  reaselel, 
röselig,  rosenroth.  LXXVII.  4.  14.  XCIV.  2.  5.  XLIV.  2.  17. 

rösental,  das;  =  Rosenthal.  Uneigentlich  die  weibliche  Heimlich- 
keit. ;^der  krantz  von  rösental  .^^  Blüthe  der  Liebeslust.  XXXVIII. 
1.  22. 

rösenvar,  Beiw.  =  rosenfarb.  LXXII.  1.  6. 

rost,  der;  =  Rost,  craticula.  Uneigentlich:  ;^sorgen,  kreutzes  rost>^ 
XXI.  2.  9. 

rosten,  Zeitw.  trans.  schw.  =  braten,  peinigen,  plagen.  ;;gerost.^^ 
geröstet.  XLII.  3.  15. 

rot,  die;  =s  Rotte,  agmen.  CVI.  5.  3, 


413 

rdt,  Adj.  SS  roth.  ^^der  röte  kunig.^^  von  Granada,  deren  jeder  den 
Beinamen  alhamar,  der  Rothe,  führte.  XIII.  2,  6. 

rote,  die;  =  Röthe.  ^^des  morgens  rote.^^  XL.  2.  6. 

roten,  Zeitw.  trans.  schw.  =  röthen.  rott  =  röthet.  LXXXVIII.3.  3. 

ru,  die,  Reim  auf  fru,  =s  Ruhe.  XLYII.  1.  5. 

rubein,  der;  ==  Rubin.  XLYIII.  2.  6. 

rucken,  Zeitw.  trans.  schw.  =s  rücken,  bewegen.  LXIV.  1.5.  ;^en 
gattem.^^  obscön.  ;^fur  lieblich  rucken.^^  die  Bewegungen  beim 
Beischlafe.  XLIX.  1.  8. 

rnebe,  die,  Plur.  rueben,  =  Rübe.  MT.  XXXIX.  2.  3. 

rueder,  das;  =  Ruder,  remus.  I.  1.  22. 

rueffen,  Zeitw.  =  rufen.  ;;sy  ruefften  baide  waffen  all  über  des  ta« 
ges  hass.«  XXVII.  1.  23. 

ruegen,  Zeitw.  =  erinnern,  ausschelten.  XXVIII.  3.  11. 

ruehen,  die;  =s  graculus,  Krähe.  IV.  3.  18. 

ruen,  Zeitw.  s=  ruhen,  lassen.  ;^von  etwas .<^  es  unterlassen.  CV. 
2.   9. 

rueprecht,  =  1.  Name^  eines  Heiligen.  2.  Kaiser,  WenzePs  Nach- 
folger von  1402—1410.  CXXIII.  2.  8.  I.  2.  4. 

ruessig,  Beiw.  =  mit  Russ  bedeckt,  schwarz.  III.  2.  18. 

ruett,  rut,  ruette,  die;  =  Ruthe,  virga  correctoria.  XIX.  4.  4. 
VII.  3.  3. 

rugeln,  Zeitw.  trans.  schw.  =:  rücken,  rückein,  rühren,  bewegen, 
^^rngel  dich  waydman.^^  rühre  dich.  XLI.  79.  MT.  ruglen  an 
etwas,  es  hin  und  her  bewegen,  rücken. 

rugg,  rugk,  rugke,  rugken,  der;  =  Rücken,  ^^über  rugke  tra- 
gen den  zorn  gottes.^^  Ton  Maria  als  Gottesgebfihrerin.  ;9zu  rugk.^^ 
zurück.  V.  5.  2.  VI.  215.  XCVI.  3.  4.  LXXXIX.  1.  5. 

rugltch,  Beiw.  Nebenw. s=  strafend,  scheltend.  ;;än  rugllch  melden.^^ 
CV.  3.  4.  LXXXI.  1.  11. 

rngkling,  Adv.  =ss  rücklings.  CVI.  5.  16. 

rum,  der;  =  Ruhm,  weitverbreitetes  Gerede. 

rumblisch,  Adv.  =s  rummelnd,  rumpelnd,  lärmend,  polternd,  engl, 
rumble  s=  rumpeln.  LXX.  1.  27. 

rumer,  der;  ss  Prahler.  XVIt.  3.  13. 

rumpffen,  Zeitw.  schw.  ss  das  Gesicht  aus  Schmerz  verzerren,  mit 


414 

Wehruf  uad  Klage,  ^^mein  teoor  ist  mit  lumpffeB  wol  bedackL^ 
CXII.  1.  18.  Vergl.  rlmpff. 

rund,  wie  hd.  ;9ze  rund.^^  rund,  ringsam.  YL  49. 

runst,  die,  Plur.  runste,  runst,  =  Runst,  jede  längUdie  Vertie- 
fung, Einschnitt,  Graben,  Rinnsaal.  C.  3.  5.  UneigentUcb :  ;;iB 
goldes  runst.^^  von  eingelegten  Edelsteines.  XCYI.  2.  14»  ;>ieh 
pBig  steter  myBae  ninst.^^  bin  tre«.  XLYI.  2.  24. 

runtzeliin,  =:  Ro&ciglione,  im  Kirebenstaate,  ehemals  eine  dgene 
Grafschaft.  XIV.  1.  4. 

rur,  die;  ;=:  Ruhr,  Riimpel,  Gepolter,  das  Schütteln,  Stossen,  Schwaii-* 
ken.  ;;ain  karren  bilder  rur/^  XIL  4.  3. 

Pttren,  Zeitw.  trana.  schw.  =c  rühren.  1.  aalregeo,  wecken.  ;^iiii«h 
rurt  ain  wint.^^  XL.  2.  10.  XXYII.  3.  1.    2.  ebscön-  LYHL  5. 6. 

« 

ital.  infornare. 
rutten,  Zeitw.  trans.   schw.  =  zerrtttten,    zenrtthle».   ;9dea  alaier.^ 
absaiuaeii»  LX.  4.  12. 


sach,  die;  =  Sache,  ^^all  sacb.^^  ailes.   CIX.   1.  12.    ;4ne  aadi.^ 

ohne  Ursache,  Gmnd.  XXXVI.  6.  7. 
sack,  der,  Plur.  secke,=  Sack.  Besonderes:  ;^il  alter  poser  aack.^^ 

an  ein  altes  Weib.  XXXI.  4.  2.  ^^die  pfetffeu  vast  att&  »aem  $wAJ^ 
■     XLIX.  3.  2.  siAd  miteinander  einyerstanden;  wo  man  aieb  sack 

als  ledernen  sackähnliclyen  Raum  as  der  Sackpfeife  oder  am  Dtidel- 

sackiB  zu  denken  hat« 
aaekwein,  der;  ss=  schlechter  Weta.  lU.  2*  19. 
sag,  die ;  :=:  Rede,   ^^mit  klainer  sag.^<  CYI.   7.  9.   Das   ijiaaagen. 

LL  2.  10. 
sagen,  Zeitw.  trans.  schw.  =s  hochd.   sagen.     Formen:   Imp.  lait. 

Part,  gesait.  Einmal  seg  =  sag  als  Reim  auf  sieg.  XYIL&.28. 

CYIII.  6.  12.  V.  2.  1. 
aaigen,  Zeitw.  ss  K  ferans.   senken,  neigen*   ;^ig  dein   haubt  auff 

mein  hercz.^^  XCIV.  2.  9.    2.  neutr.  sinken,   sich  niedeiiaasen, 

sich  niederlegen.  XIII.  10.  4.  mhd*  &eigen,  depfimere.  Cirunni. 

II.  17.  atgea  s»  ainkeii. 


415 

saiger,  d^;  =ss  eine  Art  Falken,  zar  Falkenjagd.  Vom  Abstinuei 
aurs  Gevögel.  XVIII.  4.  1. 

sail,  das,  Flur,  sail,  saile,  xs=  Seil.  In  Gottes  Hand  zu  züchtigen« 
Q.  5%  14.  ^^die  in  kainerlay  wandeis  mail  prack  das  sail.^^  fehlte, 
strauchelte.  LXXYI.  2,  23.  ;^der  schössen  sail.^<  Rettnngsseti),  das 
aus  dem  Schoosse  Harien's  uns  entsprungen.  XGVL  3.  9. 

saylor,  der;  =  Seiler,  Slrickeverfertiger;  jeder,  der  mit  Stricken 
bindet,  hängt  u.  s.  \f .  XLI.  77. 

sain,  saine  im  Endreime,  Bdw.  =s  langsam,  spät,  /^saine  ist  g^n 
mir  dein  helffe.^^  LXXXVII.  3. 3.  Mit  dem  Genit.  ;>der  6ren  sain.^"^ 
nachlässig.  LXIX.  2.  4.  Adv.  sain,  saiae  im  Endreime,  = 
langsam,  spät,  hinausgeschoben.  CYIII.  3.  17.  XXXY,  3w  29. 
Mkd.  seine.  Grimm.  I.  74$.  MT.  soanlen,  sualeuT^smit  et- 
was nicht  fertig  werden,  tongsam  thun.  sunler., 

sainlfch,  Beiw.  =  langsam.  ;4n  sainltch  trag.^^  LXV.  2.  8. 

saitt,  saitte,  saitten,  die,  Flur,  saitten,  ess  Satte,  jt^das  dir  die 
saitten  nyauner  klnngeft.^^  kein  Geld  mehr  zu  spenden  hattest. 
VIII.  2.  8. 

aaittenspil^  das;  =  Saite.  XXX.  2.  7. 

sambsdn,  =  Samson,  Israels  grösster  Held  und  Herkules.  GX.2.  9. 

sammir  got,  ::s;  Sehwurfoirmel,  so  mir  got  (helfe).  LXVIL  1.  8. 

sal,  der;  =  Fläche,  Raum,  Saal.  ;^er  weissen  brustlln  sal.^^  L.2.  3. 
;yies  aarten  leibes  sal.^^  die  Weiblichkeit  im  engsles  Verstände. 
XXXIV.  2.  15.  Reimwort, 

saldenhorn,  =^  Eigenname.  XIII.  11.  4. 

saleren,  =  Ortsname.  III.  1.  18. 

saug,  Beiw.  «5  selig.  CXIV.  2.  1. 

salikait,  salikait,  die;  =  Seligkeit.  CXIV.  1.  11. 

sdlom^n,  ^ss  Salomon,  Israels  weiser  König.  CX.  2.  11. 

sals,  die;  =  Salse,  Tunke.  Uneigentlich:  ;;wie  pitter  ist  dein  sals.^^ 
CIX.  4.  1&.  erinnernd  an  dasMT.  die  Suppe  austrinken,  seUecbte 
Behaiftdluiig  von  Seiten  der  Hausmannin.  ^^ain  kraut  von  poser 
sals.^^  ein  arger,  kniffiger  Mensch.  XX.  3.  9. 

saltzmair,  der;  5p=  Verwalter  der  Salinengeschäfte  in  Hall.  XUI. 
11.  3. 

saad,  Beiw.  ^  sanclu»,  saact«,  heilig,  CVIU.  i  9.  LXXXII.  2.  4. 


416 

sang,  der,  Plur.  sänge,  =  Lied,  Sang,  ^^well  wir  prangen  in  den 
sangen/^  XXX.  1.  39. 

sann,  Adv.  =  verzerrt,  zum  Hohne  Gesichter  schneidend.  ;;spott- 
lichen  sann  s6  knieten  sy  für  in.^^  GVL  9.  7.  Vergl.  Sanna,  San- 
nio,  subsannare  der  Lat. ;  das  ital.  sanna,  zanna,  Raubzahn,  dens 
exertus ;  das  deutsche  zäunen. 

Sit,  die;  =  Saat.  ;^ein  adelfche  sät.^^  Kinder.  LXXXI.  3.  7. 

satel,  der,  Plur.  sa  tel,  =  Sattel.  VIIL  3.  iO. 

saturnüs,  =  Saturnus,  Planet.  XVII.  1.  24. 

satz,  der,  Plur.  satze,  =  Einsatz,  gegebenes  Pfand,  p^n  widerpot 
in  satzeif.^^  ohne  das  gegebene  Pfand  wieder  zurückfordern  zu  kön- 
nen. II.  1.  9. 

sau,  die;  =  Sau,  gemeines  verächtliches  Weib.  LXYII.  2.  12. 

sauer,  Beiw.  =  sauer,  unlieb.  ;;die  puelschaft  kam  mich  sauer  an.^^ 
VIII.  3.  6. 

schab,  schab,  der;  ==  Bündel  aus  Reisig,  Stroh,  Aehren  u.  s.  w. 
LXX.  3.  17.  ;;ausfegen  mit  ainem  haissen  schabe.^^  CXVI. 
2.  18.  MT. 

schaben,  Zeitw.  schw.  =  hochd.  schaben,  von  theuern  Wirthen 
und  Gastgeben.  V.  3.  16. 

schacherlich,  Beiw.  =  mörderlich.  ;;ain  schacherlichs  gerichte  zeu- 
gen über  ainen.^^  GVL  9.  14. 

schad,  schade,  schaden,  der ;  r=  wie  hochd.  ;;das  ist  mir  schad.^^ 
III.  3.  16.  LIV.  1.  6. 

schaden^  Zeitw.  schw.  =  wie  hochd.  schaden,  schadt  =  schadet. 
VII.  3.  2. 

schaffen,  Zeitw.  trans.  st.  =  1.  machen.  Der  Wein  ;^schaft  mir 
den  triel  verrimpffen.^^  ein  saures  Gesicht.  lY.  2.  12.  2.  machen, 
dass  etwas  geschieht,  befehlen.  ¥1.204.  Imp.  schuff,  schueff. 
LV.  1.  3. 

schaiden,  Zeitw.  trans.  =  1.  scheiden,  sich  trennen,  davon  kom- 
men. I.  1.  18.  sterben.  GVIII.  7.  18.  2.  trennen,  absondern. 
;^von  freuden  ainen>^  XXII.  4.  2.  XLII.  1.  13. 

schain,  Beiw.  =  handgreiflich,  eindringlich,  auffallend,  mittlhd. 
sc  hin,  evidens.  Grimm.  I.  Gomp.  schainer.  XXXIX.  1.  15. 

schal,  schall,  schalle,  der;  =  Schall.  1.  Geschrei.  ;;der  kindltn 


417 

schal/^  III.  1.28.  2.  Lärm.  pM  freuden  8chal.<^  XXXVIII.  3.22. 
XL.  2.  1.  3.  Saus  und  Braus.  )M  schalle  leben.^^  CXYII.  6.  i5. 
4.  Gesang,  Musik.  ;,droschel  schalle.^^  XXXV.  1. 47.  LXXXVII.  1. 7. 
schallen,  Zeitw.  intrans.  schw.  =  Schall  machen  mit  Gesang  und 
Saitenspiel.  XII.  2.  6. 

schalmeussen,  Zeitw.  =  scharmützen ,  Scharmützeln,  in  kleinen 
Haufen  fechten,  Mann  gegen  Mann,  in  erbitterter  Unordnung. 
X.  4.  1. 

schalmützen,  Zeitw.  =  wie  schalmeussen.  X.  4.  1. 

schalt,  =:  der  Infinitiv  von  schalten  apokopirt.  ^^vor  des  rayen 
schalt.^^  vor  dem  Schwünge  des  Tanzes.  CIV.  1.  30. 

schamel,  der;  =  Schämmel,  Fussschämmel,  kleiner  Stuhl.  XX.  1.7. 
MT.  a  schamele. 

schamrot,  Beiw.  Nebenw.  =  beschämt.  CV.  1.  3. 

schanck,  die;  =  Gabe,  Geschenk.   XVI.  2.  20.* 

schand,  schant,  die;  =  wie  hochd.  ;^ain  siecht  gewant  tet  mir 
die  schand.^^  XII.  2.  31.  XXXIX.  2.  23. 

schant z,  die;  =  Fall,  Wurf,  Begebniss,  Sache,  Verhältniss.  franz. 
Chance,  ital.  cadenza.  )^es  armen  schantz  st^t  binden  an  dem 
tantz.^^  XXVI.  47.  ;;nur  bey  dem  ofen  stund  mein  schantz.^^  traf 
mich's  zu  stehen.  IV.  3.  28.  ;^ich  soit  luegen  auf  mein  schantz.^^ 
auf  den  glücklichen  Zeitpunkt.  XXXIV.  3. 2.  ;^von  rechter  schantz.^^ 
von  richtigem  Ein-  und  Zusammentreffen.  LXXXV.  1.  9.  ;^warten 
lieber  schantz.^^  glücklicher  Wendung.  XLVI.  2.  30.  ;9sweigen 
was  mein  pesste  schantz.^^  XVI.  3.  5.  MT.  schanzlen,  schan- 
tzelen,  ein  gewisses  Karten-  und  Kegelspiel  treiben. 

schar,  die;  =  Fülle,  Menge.  ;^der  freuden  schar.^^  LIII. 3.4.  Reim- 
wort. 

scharf f,  Beiw.  =s  scharfsinnig,  grübelnd.  ;;durch  scharffs  gemuete.^^ 
CX.  1.  2.  ;;ain  doctor  aller  weyshait  scharff.^^  XX.  1.  3. 

schätz,  der,  Plur.  schetze,  =  Schatz,  Liebchen.  IL  1.21. XXXIV. 
3.  13.  WH.  schacz.  XCIL  1.  1. 

schätzen,  schaczen,  Zeitw.  trans.  schw.  =  achten,  schätzen. 
XCI.  2.  5. 

schauer,  der;  s=  HageL  IL  3.  25. 

schauren,  Zeitw.  =  brausen.  CVI.  8.  2. 

27 


4i8 

SGhedltch,  Beiw.  =s  schädlich.  CVI.  7.  6. 
scheff,  das^  Plar.  scheffe,  =  Schiff.  I.  2.  12. 
scheffen  wdt,  die;  =  Schäferkleid.  XXII.  3.  15. 
Scheiben,  scheuben,  Zeitw.   trans.  st.  ss  schieben.  ;^kain  poser 
frucht  sich  auff  der  erden   scheibet.^^  rependo  se  promovet.  CX. 

1.  10.  ;^scheub  Pfifferling.^^  an  den  Mai^  germinare  fac.  LXIIL  3.3. 
schein,  der,  Plur.  scheine,  schein,  =3=  1.  das,  was  in  die  Sinne 

fällt.  ;^einer  grossen  sunden  schein.^^  CXIV.  2.  11.    2.  Acusse- 

rung,  Zumvorscheinkommen.   XXIII.  1.  11.    3.  Thun,  Betragen. 

XXVI.  HO.     4.  Schein,   eigentlich   und  uneigentlich   ;^des  tages 

schein.^^  Dämmerlicht.  XL.  1.  11.   ^^rnein  frolichait  gab  tunckeln 

schein.^^  XIII.  9.  1.  mhd.  schtn.  Reimwort, 
scheiden,  Zeitw.  trans.  st.  =  schelten.  LXXXVI.  5.  16.  ^^schellt.^^ 

increpate.  LX.  2.  9. 
schelkltch,  Beiw.  =  schalkhaft.  Adv.  schelklichen.   LH.  1.  8. 
schellen,  Zeitw.  schw.  &=  1.  schallen^  klingen.  ;;dein  schellen.^  zur 

Glocke.  VI.  104.    2.  beunruhigen  mit  Lärm,  ^^das  im  nicht  schad, 

noch  schell  kain  ungefelle.^^   CXYII.    2.  6.    3.  schallen  machen. 

;^notlein  schellen. ^^ 
seh em lieh,  Beiw.  3=  schamweckend,  schändlich.  ;7schemltcben pl6s.^^ 

CVII.  5.  13, 
sehenden,  scheuten,  Zeitw.  trans.  schw.  ss  schänden.  CX.  2.  8. 

XVII.  3.  12.  XVII.  5.  6.  schennt  =  schändet, 
schencken,    Zeitw.   trans.   halbschw.  ==   1.  schenken,  eingiessen, 

besonders  zu  trinken.    CXXI.  245.    CXXI.  184.   CXXIII.   5.  1. 

2.  bewillkommnen,  begrtissen,  den  Jagdruf  erwiedern.  XLIII.  49. 
Imp.  schanckt,  schangkt,  schanckte.  Part,  geschanckt. 
XII.  2.  8. 

schenna,  =  Weib,  Frau,  slavisch  shena.  Grimm.  III.  322.  goth. 
qyind.  althd.  quenä,  chenä.  altnord.  kona.  mittlhd.  koti.  Oswald 
kan.  engl,  queen,  Frau  des  Königs.  LVII.  2.  1. 

scheren,  Zeitw.  =  1.  sich  bewegen,  langsam  in  Windungen  sich 
fortziehen,  vom  Laufe  eines  Flusses.  ;^das  scheren.^^  XI.  3.  9. 
2.  sich  scheren  =  sich  entfernen,  abziehen.  ;;sich  hat  geschart 
der  Sterne  glast.^^  XXIX.  1.  22.  NT.  scheren  sich  s&  fort^ 
gehen.  Vergl.  schiren. 


^ 


4i9 

scherflich,  Beiw.  s=  scharf.  }9ge$iekV<  gnXeB  Auge.  LIX.  3.  11. 
Adv.  heftig,  zornig,  stark.  XVIII.  4>  9. 

scherg,  der;  :f=:  Büttel.  XXVI.  36. 

sc  her  It  eh,  Nebenw.  =  en  corps.  .vscherltch  tieret.^^  XXXIII.  2.  23. 

scherock,  der;  ssr  Scirocco,  warme  Südwind.   XXVIII.  3.  3. 

sehertz,  schercz,  der;  =  Scherz.  ;;hauenstain  was  ir  schertz.^^ 
achtete  sie  für  spottwenig.  VII.  3.  10. 

scheuer,  die;  =  jedes  bedeckte  Gebäude  gegen  die  gröbste  Witte- 
rung, Heustadel,  Scheune  u. s.w.  XXXIX,  1.  12. 

schicken,  Zeitw.  trans.  schw.  =  zuwenden.  ;^ein  helen  mir  trost« 
liehen  schick.^^  XXXVIII.  2.  15.  ;^ich  schicken.^^  bereiten,  an- 
schicken. LXXXVII.  1.  6. 

schidltch,  Beiw.  =  scheidend,  begütigend.  ;^ain  schtdlich  man.^^ 
Schiedsmann.  XXVI.  322.  ;;ain  schidltch  streuen.^^  was  mehrere 
scheidet.  XXXIV.  3.  12.  ;^schidliehe  nöt.^^  Noth  des  sich  Tren- 
nens.  LXXXV.  3. 4.  ;>schidlicher  freuntschaft  wart  ich.^^  die  schlich- 
tet, begütiget.  XLII.  2.  6. 

schieben,  Zeitw.  st.  =  schieben.  Imp.  schob»  LX.  4«  4.  Vergl. 
Scheiben. 

$chies5en,  Zeitw,  st.  =8  1.  neutr.  eilen,  geneigt  seyn,  ^^zii  fride.^^ 
XVII.  4.  5.    2.  erlegen  mit  Schüssen.  XXX.  2.  8. 

Schilling,  der;  =:  Scheidemünze  von  verschiedener  Geltung  an  ver- 
schiedenen Orten,  gewöhnlich  von  1 — 3  Kreuzern.  IV.  1.  5. 

schilt,  der,  Plur.  schilde,  =  Schild.  Der  Wappensprache  Folgen- 
des abgeborgt :  1.  Platte,  Glatze.  ;^von  Schilden  kal  durchschocket.^^ 
CXII.  2.  4.  2.  Fläche,  Schale.  ;^das  sail  ich  schreiben  tun  an 
wäge  schilt.^^  ich  bin  ungeduldig  in  der  unentschiedenen  Lage. 
IXXVIII.  2.  8 — 9.  3.  Plan,  bunte  Weite.  ;;das  ros  schreit  gön 
des  mayen  schilt.^^  XXX.  1.  27.  Reimwort. 

schimpf 9  schimpfa,  der;  s=  Scherz,  Unterhaltung,  Spass.  V.  1.9. 
LXXXIII.  1.  1. 

sehimpffen,  Zeitw. schw.  =  scherzen.  LXXII.  1. 17.  MT.  schimpf- 
len,  von  Kindern  schachern,  spielen  erlaubter  und  unerlaubter 
Weise. 

schimplichen,  Adv.  =;  scherzhaft,  lustig.  Vom  niedersftehff.  schimp 

SS9  solümpff.  LXIX.  1.  1. 

27» 


420 

schin,  die;  =  Schiene,  ScMenbeiir.  CIX.  3.  6. 

schincke,  der,  Plur.  schincken,  =Schenkel. plnr.  cnira.  IX. 2. 4. 

schinckel,  das;  =  Schenkelchen,  Füsschen.  XXXY.  3.  30* 

schinden,  Zeitw.  st.  =  schinden,  enthäuten,  schinnt,  schint  = 
schinde.  Imperat.  XLI.  78.  prellen,  von  Wirthen.   V.  3.  16. 

Schindern,  Zeitw.  =  schindermässig  behandein,  schleppen,  ^^lie 
stiegen  abgeschindert.^^  XIV.  2.  7* 

schinpain,  da5,.Plar.  pain,  s=s  Schienbein.  YII.  2.  15. 

schir,  Adv.  =  schnell,  fertig.  LXXVII.  1.  5.  Von  scheren. 

schiren,  Zeitw.  =  scheren,  sich  im  Tanze  bewegen.  XXXIII. 2.  25. 
;^kiirtzltch  schiret.^^  ermahnt  Oswald  das  Frtihlingsvolk.  ital.  girare. 

schittern,  Zeitw.  =  schitter  machen,  so  dass  Zwischenräume  blei- 
ben, von  MT.  schitter,  rarus,  weitzeilig.  schitters  Getreide, 
Haupthaar,  Tuch,  undick,  unfest,  durchsichtig.  Part,  geschittert 
=  rarefactus.  LXXII.  1.  5. 

schock,  der,  Plur.  schock,  schocke,  mit  Zahlwörtern  schock. 
s=  1.  Fülle,  Menge,  Haufe.  ;^die  Stauden  machen  schock.^  wenn 
sie  sich  belauben  und  schocken.  MT.  a  Schock  Heu,  a  Schock 
Aep fei.  XXXV.  2.  32.  2.  eine  Zahl  von  60  Stück  der  an  je- 
dem Orte  gangbarsten  Hünzsorten.  ;;vier  schock.^^  XXXIX.  2.34. 

schoffer,  der;  =  Schöpfer.  WH.  CXV.  2.  4. 

schon,  schön,  schöne,  Beiw.  =3  schön.  XXXIII.  1.4.  C.  1.  14. 
In  XLIV.  1.  44.  XXXV.  2.  6.  scheint  die  ursprüngliche  Bedeu- 
tung hellfarbig,  glänzend  zur  Bezeichnung  einer  eigenen  Far— 
bentinte  vorzuherrschen. 

schon,  die;  =  Schönheit.  LXXVI.  3.  22. 

schopff,  der;  =  Schopf,  Zopf.  LX.  3. 3.  MT.  beim  Schöpfe  neh- 
men, bei  den  Haaren. 

schös,  schösse,  schössen,  die;  =3  Schooss.  ;^schösse.^^  Reim 
auf  genösse.  XII.  4.  34.  ;,der  schössen  sail.^^  XCVI.  3.  9.  MT. 
die  Schooss. 

schotten,  der;  =  fester  Käsestoff  und  Satz  nach  dem  Milchsade, 
auch  junger  Käse.  LXVII.  4.  5. 

schottenlandt,  das;  =  Schottland.  III.  1.  11. 

schrailtch,  Adv.  =  laut.  XXXIII.   2.  24. 

schrait,  schraittebei  Vokalanwachs,  =5 breit, gross, amplus, XL  1. 6. 


421 

schranck,  der,  Plur.  schrenck,  schrencke,  s=  die  reibende, 
fegende,  aneinander  drückende  Bewegung  zweier  Körper  in  der 
Einigung,  besonders  die  motus  venerei.  XXXIII.  1.  25.  LXXYI. 

2.  31. 

schranck,  schrancke,  die,  Plur.  schrencken,  als  Reim  aiif 
lencken,  schranck  mit  einem  Zahlworte.  =  1.  Ring.  Umzäu- 
nung. ;^in  der  veinde  schranck.^»  CVII.  2.  25.  2.  jeder  Körper, 
der  einengt,  in  Fugen  aufnimmt,  Schranke.  LXIY.  2.  4.  LXIY. 
1.  7.  obscön.  3.  Behälter,  arca.  ;^d  auserwelte  schrancke./^  an 
Maria.  CXIX.3. 17.  Die  angeführten  Plurale,  mit  dem  Sinne  hier- 
her gehörig,  schliessen  sich  der  Form  nach  dem  vorausgehenden 
Worte  an,  wobei  schrencken  den  gewöhnlichen  n  Anwachs  hat. 

schrancken,  Zeitw.  =  schränken,  zuwenden.  ;^dein  hilff  mir  schran- 
cke.^^ C.  3.  18. 

schrantz,  schranze,  schrantzen,  die;  ;:=  Spalte,  Riss,  ^schon 
mir  meiner  schrantzen.^^  sagt  das  Mädchen  rcp  ejtejußarrf.  LVIII. 

3.  9. 

schreiben,  Zeitw.  st.  ss schreiben.  Imp.  schraib.  Part,  geschri- 

ben.  CXXI.  35.  ;,geschribne  recht.^^  Gesetze.  XXVI.  377. 
schreiben,  Zeitw.  trans.  schw.  ==  schrauben,  schreuben,  drängen, 

nöthigen.  ;^ein  leib  mich  schreibt  und  treibt  g^n  jdsaphät.^^  XLII. 

1.  9.  XCIII.  2.  10.  LXXVIII.  2.  9. 
schreien,  schrauen,  Zeitw.  st.  =  schreien.   Imp.  schray.  Plur. 

schrieren.  XIX.  3.  9.  XLI.  65.  CVI.  9.  17.  Die  niedersächs. 

Form  schrauen  ist  trans.  ;;ich  schrau  ir  vart.^^  wehklage  über  ihre 

Fahrt.  Inf.  CVI.  11.  11. 
Schrein,  der,  Plur.  die  sehr  ein,  =  Kasten,  Schrein.    p^M  bertzen 

Schrein/^  C.  2.  2.  LXXVI.  1.  2.  recessus. 
schreiten,  Zeitw.  st.  =  schreiten,  gehen.  Imp;  schrait.  CXXIII. 

4.  2.  XII.  3.  8. 

schrencken,  Zeitw.  schw.  =  1.  wenden,   hin   und   her   bewegen. 

;jdie  vedern  g6n  feuerspach  schreacken.^^  zur  Hölle  fliegen.  XVIII. 

6.  8.   ;9ainen   schrencken.^^  brünstig   umarmen,    obscön.    XXXII. 

3.  22.  Vergl.  der  schranck. 
schreufel,  das;  =  kleine  Schraube,   MT.    Schraufe,    diminuirt 

Schreufl,    der  Nagel,  welcher  das  Herausgehen  des  Rades  an 


422 

der  Achse  verhindert,  MT.  auch  Luner  genannt,  daher  mit  An- 
spielimg  auf  Schreufel  und  Luner,  Spottname  auf  Peter  de 
Luna,  der  sich  durch  die  schraubenden  Künste  seiner  Politik  als 
Pabst  erhalten  wollte.  VI.  47. 

»ehrick,  der;  =  Schrecken.  ;;än  schrick.^^  XXXIY.  1.  i.  ;^as  slaf- 
fes  schrick.^^  LXXVI.  1.  8. 

schricklfch,  Beiw.  =  schrecklich,  erschreckend.   XL.  1.  2. 

schriembs,  Nebenw.    LIL  1.  10. 

schrdt,  der;  =  Hieb,  Stich,  Schlag,  Wunde.  LXXVI.  3.  5. 

schrötten,  schroten,  Zeitw.  =  moveri,  quassari.    XXVIII.  3.  4. 

Schubern,  Zeitw.  =  in  Haufen  zusammenbringen.  ;?schubern  half 
ich  ir  das  gras.^^  obscön.  LXIV.  2.  11.  ;9seyd  all  mein  jdr  zu  ai- 
nem  tag  geschubret  sein.^^  reduzirt.  CXIII.  1.12.  MT.  Schober, 
cumulus. 

schlich,  schuech,  der,  Plur.  sehuch,  =  Schuh.  VI.  78.  IV.3.  14. 
JüüC.  2.  44. 

schlichen,  Zeitw.  =  rüsten.  Part.  ;^geschucht  zu  etwas.^^XIII.2.  7. 

schuchltn,  das;  =3  kleiner,  zierlicher,  lieber  Schuh.  XXXIII. 3. 13. 

schul,  schuel,  schuele,  die;  =  Schule,  Studienabtheilung ,  Fa- 
kultät. VI.  181. 

schuld,  schulde,  die;  =  1.  Recht.  ;;yon  schulden.^^  merito.  2.  Ur- 
sache. ;;än  'schulde.^^  3.  die  moralische  Verschuldung.  XXXV. 
2.  3.  XXXVI.  6.  9.  CV.  1.  1. 

»ehuller,  schueler,  der;  =  Schüler.  CXXIL3.4.  CXXL74.MT. 
Schueler. 

schupf fen,  Zeitw.  =  impellere.  ;;hinnäch.^^  hinterdrein.  XIV.  8.  16. 

schüren,  schurren,  Zeitw.  =  schüren,  Feuer  unterhalten  und  meh- 
ren. VIII.  2.  3.  CXXII.  3.  6. 

schütten,  Zeitw.  =  werfen,  durch  Rütteln  entfernen.  ;>rutten  und 
schütten  den  slaier  ab.^^  LX.  4.  H — 13. 

sckutz,  der;  =s  Schütze  im  Thierkreise.  XVII.  1.  30. 

swachen,  Zeitw.  =s  schwach  machen,  spotten.  >>es  dewehte  mich 
geswacht.^^  XCI.  2.  4.  MT.  schwach  machen  s=b  durch  thö- 
richtes  Reden  oder  Thun  Empfindungen  des  Bedauerns  und  der 
Verachtung  wecken.  Ist  ein  Schreibfehler  statt  smachen  anzu- 
nehm«!  ? 


423 

scolastica,  5colastic,,scolastig,  =:  Scholastica,  des  h.  Bene* 
dikl's  Schwester,  verehrt  am  10.  Februar.  CXXI.  41.  CXXII. 
2.  3;  CXXIIL  1.  10. 

Sebastian,  ss  Hannsname.  XV.  4.  1. 

see,  der;  =  See,  Meer,  Wasser.  ;,*in  den  see  wilder  meres  flute.^' 
XXXV.  1.  44—45,  ;^versincken  in  dem  see>^  Heere.  XLII.  1.  6. 
Weiblich:  ;^ie  sbarlzen  see  ISrt  mich.^^  I.  2.  18.  Also  mit  dem 
heutigen  Sprachgebrauche  gerade  in  Geschlechtsopposition. 

segel,  der;  =  Segel.  ;^en  segel  k^ren  zu  ainem.^^  sich  an  ihn  wen- 
den ,  anschliessen.  ^^wo  die  alten  weib  die  segel  wenden.^^  das 
Geschäft  leiten. 

sehen,  sechen,  Zeitw.  trans.  st.  =  sehen.  Formen:  Präs.  ind.  ich 
sich,  du  siebest,  siehst,  er  siebet,  sieht.  Conj.  das  ick 
seh.  Imp.  ind.  sach,  du  sach.  Conj.  sach.  Imperat.  sä,  sa, 
sech,  sich.  Plur.  sacht,  secht.  Die  Form  Sachen  ist  nach 
volksthümlicher  Breite  ausgesprochen.  Von  der  Bedeutung  noch 
zu  merken,  dass  es  auch  aussehen  bedeutet. 

seicht,  die;  =  Seichte,  Untiefe.  Uneigentlich:  ;^uny ergessen  in  yres 
hertzen  seicht.^^  Grund,  Reimwort. 

seyd,  seyt,  seyder,  seit,  =  seit. 

sein,  Hülfszeitw.  =s  seyn.  Präs.  ich  pin,  selten  bin,  du  pist,  er 
ist,  seywir,  seyd,  seyt,  sie  sein.  Conj.  sey.  Vergl.  wesen. 

selb,  wie  hochd.  mit  dem  Artikel.  ;>der  selb.^^  selbs,  =s  selbst. 
;>mit  im  selbs.^^ 

selb  dritt,  ssder  dritte  unter  dreyen.  ;^elb  dritt  ain.^^  Christus,  als 
dritter  mit  den  zwei  übrigen  göttlichen  Personen  zur  Einheit  ver- 
bunden. Einmal  selb  dreye.  ^^selb  dreyen  freyen  unitds  sy  ge- 
nas.^^  von  Maria. 

selbig,  salbig,  der;  =  derselbe.  CXVII.  2.  5.  LXX.  1.  13. 

selde,  die;  =a  Glück.  ;>got  dir  dein  seiden  mdre.^^  LYIII.  1.  9. 

selzam,  Beiw.  =  ;^selzam  plick.^^  statt  seltsam. 

sendt,  =s  Mannsname.  Der  Heilige  d.  N.,  eigentlich  Genadius,  nach 
Oswald  gefeiert  am  7.  Juni.  CXXI.  158.  CXXIIL  3.  10.  Wohl 
etwa  bloss  Abschreibefehler  statt  genftt. 

senden,  Zeitw.  trans.  halbschw.  =  schicken.  Part,  gesendl,  ge- 
sant.  XCIV.  3.  5.  XXIX.  1.  H.  XXVII.  2.  14, 


424 

«end,  sende,  sendes,  Beiw.  sHebe-  und  leidvoll,  vor  Sehnsiiehto- 

schmerz  krank  zur  Geliebten.  ' 

sende,   senden,   das;  =  das    Sehnende,   Heimweh   zur  Geliebten, 

Herzweh  vor  Liebe.  ;;als  mein  senden  kan  sie  wenden.^^  XXXIII. 

1.  14. 
sendltch,  Beiw.  =  liebeskrank,  schmerzhaft  in  Liebe  und  Leid,  ^^sy 

gibt  mir  sendltch  pein.^^  CVIII.  3.  i\. 
senen,  Zeitw.  schw.  =  1.  sehnen,   in  Liebesschmerz  glühen.   Part. 

senend,  send.    2.  verlangen.  ;?darnach   sich  sent  mein  gier.^^ 

XXXIX.  1.  36. 
senesier,  die;  =  Jenesier,  Bewohner  einer  Dorfgemeinde  ob  Gries. 

X.  7.  3. 
sanfft,  senfft,  =  sanft.  XLIV.  i.  2.   Die  Form  scnfft  MT. 
senltch,  Beiw.  =:  liebesschmerzlich.   ;^senl!ches  schaiden.^^  LXXV. 

3.  1.  Adv.  senllchen.  XXX.  1.  25. 
s6r,  s6re  im  Reim  auf  6re,  =  sehr.  CXVII.  1.  5. 
Serben,  Zeitw.  intrans.  schw.  =s  kränklen.  XLII.  2.  19.    Aus  s^r, 

Weh.  MT.  abserben,   abzehren,   a  s  erb  er,  Abzehrling.  hin- 

Serben,  tabescere. 
sercc6,  =  Herz.  Aus  dem  slav.  srdce.  Grimm.  III.  399.  LYII.  1.  4- 
serntner,  die;  ==  Sarnthaler,  nördlich  von  Bozen.  X.  7.  3. 
servirai,  =  aus  dem  ital.  servirö,   ich  werde  dienen,    von  .servire, 

ausspracfalich  verdorben.  LVII.  2.  7. 
setzen,  Zeitw.   halbschw.   =    1.    herabspringen,    ^^setz   von  rugk.^^ 

XLIII.  42.    2.  constituere.  ;^gsatzte  rechte.^^  feste  Gesetze.  XXVI. 

216.  Imp.  satzt.  Part,  gesatzt. 
setzly,  das;  e=  Satz,  Sprung,  obscön.  XXX.   3.  39. 
seüberlich,  Beiw.  =:  sauber.  ;4n  seuberltchem  pumppern.^^  VI.  108. 

ironisch, 
seuftzen  stös,  «euffzen  stds,  der;  =Stossseufzer,  heftiger  Seuf- 
zer. XLII.  3.  16.  XL  VI.  1.  10. 
seul,  seule,  die;  =  iSäule.  CVI.  8.  14.   Uneigentlich:  ^^den   gat- 

tem  in  die  seul  sencken.^^  obscön.  infomare. 
seumig,  Beiw.  =  zögernd,  saumselig.  XVII.  2.  24. 
seusen,   Zeitw.  intrans.  schw.  =  sausen.    Imperat.    seusä.    XXIX. 

1.  1.  LVIII.  5.  1.  VcrgL  sÜsÄ. 


425 

seaser  alb,  albe,  alben,  die;  =dieAIpe  von  Seis  unweit  Kastel- 
rutt.  XC.  1.  3. 

seuss,  Beiw.  ss  brausend.  X*  6.  2. 

seut,  seute,  seuten;  die;  =  Seite.  ;^as  enphind  ich  an  der  seu- 
ten/^  V.  5.  12. 

sibend,  Zahlw.  s=s  siebent.  ;^die  sibent  spräch.^^  LYII.  1.  18. 

Sichel,  die;  :=  Sichel.  ;>das  macht  ir  sichel ,  praun  gehftrt.^^  weibr 
Hchste  Stelle.  LXIV.  1.  4. 

sicher,  Beiw.  Nebenw.  =:  hochd.  sicher.  ;^wi]tü  mich  sichern  gentz- 
lichen  mit  gemache  län.^^  me  securum.  LXXVII.  2.  IS.  Adv. 
sicher  =  gewiss.  LXIX.  1.  8. 

sicherlich,  sicherltchen,  Adv.  =  gewiss.  1.4.3.  XXXIX.2.24. 

sichern,  Zeitw.  schw.  =  sicherlassen,  sicherstellen«   IL  1.  29. 

siechen,  Zeitw.  =  krank  seyn.  XXVI.  209. 

sieren,  Zeitw.  =  wehthun,  schmerzen,  ^^der  binder  mich  in  der 
teschen  siert.^^  nichts  im  Beutel.  LX.  2.  13.  HT.  vom  Sehmerz 
eines  Geschwüres,  sieren,  sierig  =  gereitzt.  Umgelautet  aus 
s^ren. 

sig,  der;  =  Sieg,  ^^sigmunds  sig.^^  Reim-  und  Sylbenspiel.  VI.  118. 

sigehaft,  Beiw.  =  Meister  geworden,  siegreich.  Auch  im-schlechr 
ten  Sinne,  ^^ich  freuden  ganz  wird  sigehaft. ^^  sie  überwältigen, 
derselben  entleert  werden,  wobei  ein  Genitiv  statt  findet.  XLII.  3. 12. 

sigeln,  Zeitw.  =  segeln.  VI.  206. 

siglstain,  der;  =s  Siegelstein.  VI.  11.  WH.  sigelstain. 

Silvester,  gekürzt  silvrey,  =  Mannsname.  Der  Heilige  d.  N.  wird 
am  letzten  Tage  des  Jahres  gefeiert.  CXXIII.  6.  14.  GXXI.  365. 

sym,  =  ei,  gewiss.  LXI.  1.  4.  LVIII.  3.  1.  Vergl.  das  sim  bei 
Grimm.  III.  303.  779.  Ob  hiebei  nicht  an  das  portugies.  sim  =s 
ja,  in  der  Bedeutung  von  profecto  zu  denken  sey,  möchte  nach 
dem  Gebrauche,  welchen  Oswald  von  diesem  Worte  macht ,  wohl 
kaum  mehr  zu  bezweifeln  seyn. 

symeon,  symon,  =  Mannsname.  Der  Heilige  d.  N.  wird  verehrt 
am  28.  Oktober,  eigentlich  Simon  und  Judas,  Apostel.  Ein  ande- 
rer Heiliger  d.  N.  fällt  auf  den  18.  Hornung.  CXXI.  49.  301. 

sin,  syn,  der,  Plur.  synn,  synne,  =  Sinn,  Gefühl  des  Anstandes, 
Kunst,  Geschicklichkeit,  Anmuth.  ;^klughait  fromder  synneM  Fer- 


426 

tlgkeiten,  die  hier  tu  Lande  unbekannt.  CXVI.  2.  5.  ^^mit  syn« 
nen.^^  Anmuth,  Liebreitz.  XXIX.  3.  31.  ;^er  synn  emplossen.^^ 
betäuben,  das  Bewusslseyn  nehmen.  ;>synne.^^  Reim  auf  erbinde, 
das  man  an^s  Ultnerische  die  sinde,  im  sinde  denken  muss. 
LXI.  2.  10.  Vergl.  XLII.  2.  9.  LXXXVIII.  3.  5. ,  wo  n  an  die 
2,  E.  Plur.  anwächst. 

aynbell,  simbell,  Beiw.  =  rund  und  schlank,  walzenförmig,  althd. 
sinawel,  mhd.  sinewel.  Aus  dem  althd.  wellan,  volvere  nnd  sin, 
der  Weg,  welches  letztere  Wort  bloss  zur  Verstärkung  de;i  ein- 
fachen welrund  dient.  Beleg:  ^^synbell  als  die  piem.^^  XXXVII. 
2.  3.  Grimm.  I.  744.  IL  32. 

sin  ekel  hert,  der;  =  Theil  des  weibl.  Leibes  pars  anterior  pecto- 
ris inter  ubera  et  alveum.  L.  2.  4. 

sinder,  der;  =  Sinter,  wegsprühender  Funke  von  heissem  gehäm- 
merten Eisen,  abgekühlte  Schlacke.  ;^wellent  ich  gugk,  s6  hindert 
mich  köstlicher  ziere  sinder.^^  das  Verglühen  und  Uebergehen  in 
Schlacken,  Funke.  III.  2.  14. 

singen,  Zeitw.  st.  =  singen.  Imp.  sung.  Part,  gesungen.  VI.30. 
CIX.  3.  11. 

syr,  as  sicher,  gewiss,  franz.  sürement.  LXXX.  3.  2. 

sitt,  der;  r=  Sitte,  Handlungsweise,  Anstand.  VI.  156.  IX.  3.  8. 
;,mit  sitten.^^  anständig.  XXVIII.  1.  23.  die  sitte  =  Art.  ;?gc- 
lauben  ketzerlicher  sitte.«  XVIII.  9.  8.       . 

sitzen,  sytzen,  Zeitw.  st.  =  hochd.  sitzen.  Imp.  sas.  Part,  ge- 
sessen. VIL  1.  12.  XIV.  5.  16. 

sitz,  der;  =  Gesäss,  Gsass,  Hintere,  mhd.  sitzel.  ;>ain  dicken  sitz.<^ 
LXXXIX.  3.  1. 

sixt,  =s  Sixtus,  heilig  verehrt  am  6.  August. 

sl äffen,  Zeitw.  intrans.  schw.  =  schlafen.    XXXIX.  1.  6. 

slaffen,  Zeitw.  =  schlaff,  unlustig,  misslaunig  seyn.  XLII.  3.  3. 

slagen,  slahen,  Zeitw.  trans.  st.  =  schlagen.  ;^ze  töd.<^  XVIII. 
2.  6.  ;;die  mören  sumpern,  sluegen.^^  mit  musikah  Werkzeugen 
Sehall  erwecken.  VI.  26.  ;^ains  gein  andern  ab.^^  ausgleichen. 
GXIV.  2.  17.  Imp.  slug,  slueg.  Part,  geslagen.  Von  der 
Form  slahen  Imperat.  slach,  Präs.  slach  ich.  CXVIII.  3.  7. 
III.  2.  20. 


437 

slaich,  slaiche,  die,  Plur.  slaichen,  sss  Gehwerkzeug,  Fass  def 

Krebses,  ^^der  krebs  mit  seinen  slaiehen.^  XXYII.  1.  27. 
slapen,  Zeitw.  =s  schlafen.  ;>ick  slape.^^  ftiittlnl.  Grimm.  I.  971.  lY. 
sJauch,  der;  =r  Hülse,  Haut.  ;^newen  slauch  machen.^^  von  Scfalan- 

gen,  die  sich  verjüngen.  XXXV.  3.  9. 
slauch,  der;  =s  Schlund,  Abgrund.  ;9der  helle  slauch.^^  CXIH.  3.6. 
slaunen,  Zeitw.  impers.  =  von  Statten  gehen.   ;^und  slaunt  mir  tiH 

zu  keuen.«  CXII.  2.  8.  XXVI.  i51. 
siecht,  Adv.  =r  !•  schlechtweg,  geradezu.  XLIV.  3.  5.     2.  einfeeh, 

gefällig.  LXXXII.  1.  H.  XXXI.  1.  26. 
sleffrig,  Beiw.  =  zum  Schlafe  geneigt.  XVII.  2.  7. 
Siegel,  der;  =  Schlegel.   ;^der  guldtn  slegel.^^  Fritz  mit  der  lecvea 

Tasche.  V.  5.  13. 
slegelstil,  der;  =  Heft  eines  Schlegels   zum  Spalten  des  Holzes. 

IV.  2.  19. 
sieben  tranck,  der;  =  Wein  aus  den  Beeren  des  Schwarz--  oder 

Schlehdorns.  IV.  2.  1. 

« 

sl  ei  eben,    Zeitw.  =  gleiten,   wie  ein   glatter  schlüpfriger  Körper. 

>^as  peuchlln  hal  sleicht  uberal.^^  L.  2. 7.  Woferne  nicht  an  s  I  i  c  h  I, 

siecht  zu  denken,  das  MT.    fast   wie  sleicht  bisweilen  lautet. 

Der  Sinn  bleibt  der  nämliche, 
sleiffen,   Zeitw.  =  abstreifen,  abfegen.  ;9die  hoffnung  von  ainem.^^ 

CXIX,  1.  19. 
sucht,  Beiw.  ss  gerade,   zurecht.   ;4er  töd  vil   sach  rieht  slicht.^^ 

XVI.  4.  19. 
suchten,  Zeitw.  schw.  =s  beschwichtigen,    ^^slicht  den  kummer^^ 

XLII.  2.  4. 
slick,  =  Geschlechtsname  eines  Oheims  Oswald's,  Begleiters  zurKti- 

serkrönung  Sigmund's  nach  Rom.  XIV.  2.  9. 
«chlickltn,  das;  =  Schluck,  Trank.  XXVII.  2.  1. 
sliefen,    Zeitw.  intrans.  st.  =  sich  durch  einen   engen  Raum  drän- 
gen. Part,  ges lo ff en.  LXXI.  2.  10. 
sliessen,    sleussen,  Zeitw.    st.   a   schliessen.     Imperat.  sleus, 

sleins.  Imp.  slds.  Part,  geslossen.  XXIX.  3.  27.  XCIV.  1.4. 
slipffen,  Zeitw.  schw.  ss  ausgleiten.   ^^ufF  dem  eys.^^  unglücklich 

seyn«  XIX.  4.  6. 


428 

filös,  das,  Plur«  slösse,  =  1.  Band,  Umknotnng,  Schliesse.  ^^aas 

lieben   sldssen .  slrecken.^^    XXIX.   3.    15.    2.  Schloss ,    Kastell. 

LXXXIX.  1.  3.    3.  Die  niederdeutsche  und  nordische  Form  slöt 

=3  Schloss,  Riegel  erscheint  LXXX.  3.  1. 
slupff,  der;  =  das  Hineinschlüpfen,    heimliches  Rendezvous.    XYI. 

2.   9. 
smähen,  Zeitw.  trans.  schw.  =5  schmähen.  ;;den  priester  ich  smach.^< 

CY.  4.  5.  h  zu  ch  im  Auslaut  und  Konsonantenanschluss. 
smaltzen,  Zeitw.  =  Speisen   mit  Schmalz   machen,   wie  man  MT. 

sagt.  Part,  gesmaltzen.  IX.  5.  7. 
smatz,  der,  Plur.  smetze,  =s  Kuss.  MT.  XXIV.  2,  7. 
smechltch,  Beiw.  Nebenw.  =  schmählich.  CVI.  8.  6. 
sm ecken,  Zeitw.  =  wie  hoclid.  CV.  5.  2. 
smeissen,  Zeitw.  trans.  st.  =  schmeissen,  werfen  mit  Gewalt.  Pari. 

gesmissen.  VI.  79.  ^ 

smel,  die;  =  Schmäle.  XL VII.  3.  6.  LXVI.  2.  10. 
smelhlein,  das;  3=  zarter,  lieber  Windhalm,  eine  Grasart.  Aira  nach 

Linne.  XXXIII.  2.  15. 
smeltzen,  Zeitw.  intrans.  st.  =  zerfliessen.  Uneigentlich  :  ^^dA  smiltzet 

laid  und  ungemach.^^  CXI.  2.  18. 
smer,  das;  =  Fett  zum  schmieren.   MT.  von   der  Katze  das  Schmer 

kaufen.  XIV.  4.  17. 
smertz,  smercz,  smertze,  der;  =:  Schmerz.  XGIV.  2.'  11. 
smiegen,  smeugen,  Zeitw.  st.  =  schmiegen.   Imp.  smog.    Part. 

gesmogen.  LXXI.  1.  8.  LXIII.  3.  14. 
smiel,  das;  =  Lächeln.  ;9mit  wuniclichem  smiel.^^  LIL  1.  3.    engl. 

smile.  mittihd.  smielen,  smieren.  MT.  Schmielen, 
smiellsch,  smielish,  Beiw.  =:  lachhaft,  lächelnd, 
smieren,  Zeitw.  =s  lachen,  lustig,  fröhlich  seyn.  XVIII.  2.  2. 
smirben,  Zeitw.  schw.  =  mit  Fett  bestreichen,  dass  die  Bewegung 

leichter  wird,  ^^srnirb  den  wagen.^^  LXVII.  4.  12.  Uneigentlich: 

;9yogltn,   smirbt  eur  rauhe  kel.^^   im  Frühjahr,  Ruf  des  Sängers. 

XXX.  1.  15.    MT.  schmirben.   Der  Infinitiv  kommt  nicht  ror, 

könnte  aber  auch  smiren  lauten,   wo  b   im  Auslaut  und  Konso- 

nantenan wachs  hervortritt.  Indess  scheint  HT;  entscheidend.    Das 

Wort  übrigens  umgelautet  aus  sm6r. 


429 

smitzen,  Zeitw.  =  flink  und  schnell  schwingen.   ;^das  zungltn  in 

den  mund.^^  XXIX.  2.  32. 
smuck,  der;  =  Anschmiegen.   ;>unliepl!ch  was  der  ermlin  smuck.^^ 

CVIII.  6.  16. 
smucken,   Zeitw.   schw.  s=  schmiegen,   ^^ich  smuck  mich  zu  ir.^' 

LXXVI.  1.  25.  LXIV.  1.  6.  XLIX.  1.  U. 
smutz,  der;  =  Kuss.  VI.  56.   XLIX.  2.  6,   XXXIX.  i.  24.    MT. 

an  Schmutz  geben, 
snabel,  der,  Plur.  snabel,  =s  Schnabel, 
snaggel,  das;  =  kleine  Schnecke.   Obscön,  langsame,  nnkrflftige, 

kalte  Liebhaber  in   der  Schfiferstande  bezeichnend.    LVIII.   4.  1. 

Oder  bloss  Spottwort?  Aus  Schnacke? 
snallen,  Zeitw.  =5  schnallen,  leise  knallen  machen,   ^^wasser  snal-* 

len.^^  von  Gänsen,  die* im  Wasser  herumwühlen  mit  eigetfthüm-> 

lichem  Schnalzen.  CXYII.  6.  8. 
snarchen,  Zeitw.  s=s  schnarchen.  XIII.  10.  3. 
snattern,  Zeitw.  =  schnattern.  XXXI.  4.  40. 
snebelein,  das;  =:  kleiner  Schnabel.  XXXVII.  1.  5. 
sneid,  die;  =  Schneide,  acies. 
snur,  snurr,  letzteres  Reim  auf  murr,  die,  Plur.  snüre,  =  Schnur. 

;^näch  nngeleicher  snur.^^  ungestüm,  hin  und  her,  von  einem  Wa- 
gen. XII.  4.  4.  CVI.  11.  7. 
SQurren,   Zeitw.  =:  kreisförmige,    brummende  Bewegung  machen. 

Imperat.  snurrä.  LVIII.  4.  5.  =  schnelle  abl 
sd,  r=  unübersetzbare  Ausfüllungspartikel, 
sacie,  ^sz  Socie,  Gesell,  scherz-  und  schalkhaft.  XLV.  23. 
sodomän,  =  Sodoma.  ^^die  sund  von  sodomän.^^  CV.  3.  11. 
solh,  solh,   solch,  =  solch;   die  dritte  Form  die  seltenste.   LH.- 

3.  6.  MT.  soll,  solle, 
sdl,  =  Stimme  in  der  Tonleiter.  XIII.  13.  7. 
seid,  der;  =  Sold,  Lohn.  CXVIII.  3.  5. 
soldtn,  SS  das  ital.  soldi,  von  soldo,  eine  Scheidemünze,  welche 

ungefähr  drei  Pfennige  gilt.  XV.  2.  9. 
s Ol e,  die;  SS  Sohle.  XIII.  6.  10. 

sollen,  sullen,   sullen,  ss  sollen.    Abgekürzt  sol  wir  =:  sol- 
len wir. 


soniren,  Zeilw.  ss  tteen.  ;;der  hal  mir  bas  sottireM<  sagt  mir  bes« 

ser  zu.  XXX.  .2.  5. 
sophelle,  =  Fraueaname,  Sophiecheu.  CXXHI.  3.  4.   S.  das  folg« 
sophey,  =  Sophia.  Die  Heilige  d.  N.  wird  am  15.  Mai  gefeiert, 
sophtä,  sophoy,  =  Savoyen.  VI.  212.  XI.  1.  26. 
sorg  kl  ich,  Beiw.  =s  sorgemachend^  gefährlich,  ^^dein  sorgklich  von 

mir  gin.'^  XXIX.  2.  8.  XXXIV.  1.  16. 
spachten,  Zeitw.  =  reden.  LXX.  2.  2.  MT.  bei  Stams  spaohten. 
spalt,  die;  =  Spalte,  Mund.  XLIV.  2.  11. 
spalten,  Zeitw.  st.  =  spalten.  Imp.  spielt.  Part,  gespaltea.  LH. 

1.  5.  XIII.  8.  7.  ;;sich  spalten.<<  =;  den  Rachen  aufthun  um  zu 
verschlingen,  vom  höllischen  Drachen.  XCIX.  3.  11. 

spanidl,  sss  spanisch,  besonders  spanischer  Wein.  XXX,  2.  19. 

sparber,  der;  =s  Sperber.  XVIII.  2.  2. 

sparen,  Zeitw.  schw.  =  schonen.  XXVIII.  1.  9«  >^den  yenaer  ich 

nit  spar.^^  empfind  ihn  oft  und  sehr.  XLVIIL  1.  3. 
spät,  =  spät.  XLVII.  1.  6.  MT.  stets  ohne  Umlaut, 
spazieren,  Zeitw.  =  spazieren.  ;?herein.^^  vom  anlangendea  Winde. 

XXIX.  3.  9. 
spech,  Auslaut,  spehe,  Inlaut  des  h.  ss=  klug.  LXXXIl.  2.  1.  ^ 

nachtigal,  dein  speher  dön  mir  pringet  qual.^^  knostreieh.  LXXXV. 

2.  6 — 7.  althd.  spähi.  mittlhd.  spähe,  sagax.  Grimm.  I.  727. 
speich,  der;  =  Speicher,  ^^erst   burd  ich  reich  von  dem  speich/^ 

LXXVI.  3.  26.  Von  /Speichen,  aufhäufen, 
speir,  =  Stadt.  XIV.  3.  1. 
speit,  spelte,  spelten,  die;  s=s  Scheit,  durch  Spalten  gewonaen, 

Stück  Holz,  länglich  z.  B.  MT.  Zaunspelte.  III.  2.  30. 
aper,  das;  ss  Spiess.  CVI.  12.  3. 

spies,  der;  =  Spiess.  ;?ain  spies  der  hertzen.^^  das  Weib.  CX.  3.  2. 
spil,  das,  Plur.  spil,  :=  Spiel,  ^^ritterliche  spil.^^  I.  4.  6. 
spitz,  der;  =  Spitze,  extremitas.  XVIII.  8.  6.  MT. 
spitzltch,  Adv.  =s  spitzig,  in's  Spitze  auslaufend.  ;;spitzltch  g^ixitM 

formirt.  LH.  2.  4. 
spot,  der;  =  Spott.  Milder}  Spass.  ;;äne  spot.^^  wiriüich^  im  Emsle. 

XXVI.  66. 
spotltchen,  spottitchen,  Adv.  =3  höhnisch. 


431 

sprach,  die;  =  I.Rede  überhaupt, Ansprache. CVII.  1.8.  2. Sprache. 
;>die  zehen  sprach  hab  ich  gepraucht.^^  I.  2.  7. 

sprachen,  Zeitw.  =>  sprechen,  Reim  auf  sachen.  XLIY.  2.  i. 

sprantz,  der;  =sr  i.  das  Spiel  der  Hoehfarben  auf  dunklerem  Grunde, 
Farbenanflug  bei  gesprenkelten  Gegenständen,  Glanz,  Zier  tiber- 
haupt«  ^^ir  sprintz  und  sprantz.^^  das  Leuchten  und  Ineinanderspie- 
len  des  Farbenschmelzes,  bei  Blumen.  XXXIII.  2. 2i.  2.  spraatze^ 

Reim  auf  glantze,   Titel,    welchen  der  Liebhaber  dem  Müdehen 

■ 

gibt,  etwa:  Schimmerlichtgestalt.  LXXXI.  3.  11. 

sprechen,  Zeitw.  st.  sss  wie  hochd.  Präs.  ich  sprich,  sprichst^ 
spricht.  Imperat.  sprich.  Imp.  sprach.  Conj.  sprach.  Part. 
'    gesprochen.  XXVIII.  1.  11. 

sprengen,  Zeitw.  =s  sprengen,  streuen,  verbreiten.  Part,  gespren- 
gel. 

spreutz,  die;  ss  Bemühung,  Anstrengung.  ;>durch  tugenthaffte 
spreutz.^^  XVII.  5.  30. 

spreutzen,  Zeitw.  =  aufspreitzen  (den  Mund).  I.  3.  10. 

springen,  Zeitw.  st.  =  springen.   Imp.  sprBngk.  CIV.  2.  9. 

sprintz,  der;  =s  Farbenschmelz  wie  sprantz,  XXXYIII.  2.  21. 

Sprung,  der,  Plur.  sprung,  =  Sprung. 

sprützen,  Zeitw.  schw.  s=  spritzen.  XYII.  1.  32. 

spur,  der,  Plur.  spur,  =  Spur,  t  Fährte  des  Wildes.  XLIU.  38. 
;^ie  alten  spur.^^  2.  thatsächlicher  Beweis.  XYI.  1.  6.  3.  Ge- 
stalt, Form,  Seyn.  ;9des  leibes  spur.^^  LVII.  2.  4. 

spuren,  Zeitw.  =  merken,  erfahren.  XII.  3.  9. 

stabichln,  das;  =  Stäbchen,  als  Denkzeichen  genäht  auf  dem  Man- 
tel des  Pilgers.  LXXV.  1.  9. 

Stadel,  stadl,  der;  =  Wirthschaftsgebäude,  besonders  für  den  Vieh- 
stand, Futterbehältniss.  XXXIX.  2.  13.  LX.  4.  11—13. 

staffen,  Zeitw.  intrans.  schw.  =s  stapfen,  gehen.  IX.  1.  7.  althd. 
stapan,  stepfen,  gradi.  Grimm.  IL  9. 

stahel,  der;  =  Stachel  nach  MT.  hochd.  Stahl,  althd.  stahaL  CXV. 
5.  18. 

stahelring,  der;  =  Stahlring. 

stain,  der,  Plur.  staine,  stainer,  ss  Stein.  ;^tainer.^^  Edelsteine. 
IL  3. 29.  ;4ch  hör  durch  groben  stain.^^  sehr  schwer.  CXII.3. 14. 


433 

stainbrecher,  der;  =&  Gewaltherr,  Erpresser.  V.  3.  6. 

staine  leber,  die;  =  Leber  aas  Stein.  XV.  2.  4. 

stainmetz,  der,  Plur.  stainmetzer ,  =  Bildhauer.  XVII.  3.  24. 

stainppek,    der;   =    Steinbock,  Zeichen    des  Thierkreises.    XVH. 
i.  32. 

stal,  der;  =  Stall.  XIV.  3.  U. 

stam,  der;  =  Stamm,  Haus,  Geschlecht.    CXVII.  7.  4.  III.  3.  17. 

stammen,  Zeitw.  schw.  =  aufhalten,  verhindern.  Part,  verstampt. 
verriegelt,  vom  Jungfernhäutchen.  LV.  2.  7. 

stampaney,  stampeney,  stampanie,  die;  =  Reisserei,  Placke- 
rei, Mühseligkeit,  Arbeit,  Anstrengung.  LXXV.  3*  7.  ;;das  wais 
ain  besser  stampenie.^^  XV.  3.  5.  ital.  stampare,  stampanare  = 
zerreissen,  abmtthen.  MT.  noch  jetzt  häufig ,  wofür  bisweilen  das 
ebenfalls  ital.  Stentenei  von  stentare  erscheint,  während  stampen, 
stenten,  im  Sinne  des  Entgegenstrebens,  noch  immer  gehört 
wird,  besonders  sich  st.  =  sich  abmühen. 

stän,  st6n,  Zeitw.  st.  =  stehen.  Präs.  ich  st6,  stdn,  stdst,  st6t, 
stdt.  ir  stdnd,  sie  stßnd.  Imp.  stund,  stuenden.  Conj. 
stund.  Part,  gestanden.  Imperat.  stand  es  stehet  ihr.  Bedeut— 
liebes:  ;>darnäch  stet  mein  begir.^^  LXIV.  3.  3.  ;^ich  stund  offi 
binden  auif  ee  vor.^^  flatum  emittebam.  VI.  83.  ;>von  freuden  stftn.^^ 
ablassen,  ferne  seyn.  LXXYI.  2.  14.  ;;und  burd  dir  mar,  das 
stund  zu  mir.*^  wäre  mein  Vortheil,  mir  recht.  XV.  4.  12.  Vergl. 
XXXIX.  2.  1.  VI.  187.  XL.  1.  16.  XLVII.  2.  7.   XVII.  3.  4. 

starch,  starchk,  Beiw.  =  stark.  XIII.  10.  4.  XIV.  3.  15. 

stat,  die,  Plur.  stet,  stete,  ==  Stadt.  VI.  16. 

stat,  State,  Plur.  State,  =  Gelegenheit,  Begegnung,  Gemach,  An- 
nehmlichkeit. ;9darinn  k6m  mir  zu  staten  vil  krumper  stampaney.^^ 
II.  4.  7.     ^ 

stat,  die,  Plur.  stete,  =  I.Stelle.  >7an  allen  steten.^^  überaU.  XXIII. 
3.  8;    2.  Gelegenheit,   Unterschleif.  ;^ich  leich  der  sunde  stal/^ 
CV.  3.  2. 
statikltch,  Beiw.  =  standhaft,  aushältig.  ;^in  gut.^^  XL  VI.  1.  14. 
stand,  Staude,  Stauden,  die;  =  Staude.  XXX.  2.  12. 
s tränt,  der;  =  Seeufer.  ;>ubern  strant/^  der  öussersten  Küste  ent- 
lang. III.  1.  8. 


433^ 

Sträuchen,  Zeitw.  schw.  intrans.  =  straueheln,  aus  dem  Gleichge« 
Wichte  kommen.  LYIII.  3.  6. 

stechen,  Zeitw.  st.  =  stechen.  ;9durch  die  ören.^^  VI.  155.  im  Tur- 
nier kunstgemäss.  CXVIII.  5.  13.  bestechen,  corrumpere.  XXYI. 
129.  Prfis.  ich  stich.  Imp.  stach.  Part,  gestochen.  I.  3.  6. 

steffanüs,  steffan,  der  grosse  Stephan,  der  h.  Pabst  d.  N.  wird 
am  2.  August  gefeiert,  und  der  Erzmärterer  d.  N.  am  26.  Dez. 
stafflein,  stafflein,  stefflfn,  der  kleine  Stephan,  oder  in- 
Tentio  S.  Stephani  am  3.  August.  CXXI.  214.  CXXII.  12.  6. 
eXXI.  215.  CXXIII.  4.  9.  CXXII.  8.  2. 

stegeraiff,  der;  as  Stegreif.  XIII.  3.  3. 

steig,  der;  =  Wandel,  Lebenspfad.  XI.  1.  4. 

Stelen,  Zeitw.  st.  ==:  stehlen.  Imp.  stal.  CY.  2.  1.  I.  1.  15. 

sterben,  Zeitw.  st.  e=  1.  intrans.  sterben.  Imp.  starb.  Part,  ge- 
storben.  C.  1.  11.    2.  sterben  machen.  CXXIII.  9.  7. 

sterck,  die;  =  Stärke.  ;,der  paine  sterCk.^^  CIX.  4.  7.  CV.  4.  2. 

Stern,  sieren,  Plur.  Sterne,  steren,  =  1.  Stern.  ;;bis  g6n  den 
finstern  steren.^^  der  damals  bekannte  äusserste  Süden  im  atlanti-- 
sehen  Meere  bei  Afrika,  auch  Kap  Finisterre.  III.  1.  16;  Z.  Au- 
genstern.  XIV.  4.  1. 

stetikai't,  die;'=  Beständigkeit.  LIII.  1.  3." 

steudly,  das;  =  Ständchen.  LXIII.  2.  1. 

Steuer,  die;  =  Hülfe.  ;9kumm  mir  zu  steuer.^^  XXXIV.  1.  8. 

stewr,  die;  =  Steuerruder.  ;?die  stewr  rieht  im  kluege  engegen  mit 
dem  syn.^^  XVIII.  3.  13. 

stickel,  Beiw.  =  steil.  LXXI.  1.  2.  MT. 

sticken,  Zeitw.  =  streben,  eifern.  ;7tag]ichen  stick  wir  nach  gut 
und  6r.<^  CXVIII.  1.13.  engl,  stick  =ss  sich  ruhelos  daran  hängen. 

«tieg,  stiege,  stiegen,  die;  =s  Stiege.  VI.  107; 

stier,  der;  =  Stier  im  Thierkreise.  XVII.  1.  29. 

stiem,  der,  die;;  =s  Sti'rn.  LXXII.  1.  3. 

stille,  die;  BS  Stille,  Heimlichkeit.  ;;in  ainer  stille.^^  insgeheim. 
LXIX.  2.  7. 

stimmen,  Zeitw.  ss  seine  Meinung  abgeben,  sententiam  ferre«  GVI. 
9k,  3w  Form  stimbl  sad  stimmt. 

floek)  der;  sse  Baumstamm.  XXXV.  2.  31. 

28 


434 

«tgltzen,  ZeUw.  intran«.  scbw.  =ss  stolz,  hochgemuth  se^.  ^^nir 
stoltzt  der  mut  von  rechter  gir.^^  LXXXVL  3.  13. 

stör,  die;  =  Störung,  Schmerz:  ;9Y0n  krancker  stor.^^  CXIL  1.  7. 

Itoren,  ZeUw.  trans.  seh w.  =;  zerstören.  ;;das  gertlfn.^^  LXIX.  1.13. 

stosltchen,  Adv.  =  durch  einen  Stoss.  ^^durchporen.^^  CXIII.  1.  4. 

stössen,  Zeitw.  st.  =  stossen.  Präs.  ich  stoss,  du  stosst,  er 
stosset.  Imp.  sties.  Part,  gestdssen.  Imperat.  stdss,  stosst. 
XXXI.  3.  20.  XVIII.  4.  9. 

straffen,  Zeitw,  trans,  schw.  =:  strafen.  1.  rügen,  aussehelten. 
;;eur  straffen  ist  enwicht.^^  XXXIX.  1.  30.  2.  ausreissen,  ver- 
tilgen. ;^ilgen.<^  LXIX.  1.  12.  3.  abpeinigen,  entbehren  lassen. 
;;die  natur.^^  XLII.  3.  4 — 5. 

straiff,  der;  =  Zug,  Kriegsstreifzug.  XIII,  3,  i. 

Strang,  d^;  =s  Strang  zum  Aufhängen.  VII.  3.  12. 

Strange,  die;  sr:  Verknotung,  Einigung,  ital.  stringa.  C.   1.  10. 

strftss,  Strasse,  die,  =  Strasse,  Meerlauf.  XXVIII,  1.  3,  >9diircli 
volle  strdsse.^^  im  Rausche.  XIII.  8.  10. 

strflsspurg.  =s  ;4ch  nam  ain  grossen  klupff^  als  der  mir  strtespnrg 
gabe.^^  den  nächsten  besten  Stein,  den  ich  auf  dem  Wege  finde. 
XVI.  2.  15—16. 

straus,  der;  =  Zorn,  Fehde,  Gefecht.  VIII.  3.  2. 

streben,  Zeitw.  =;;der  vor,  hinden,  neben  strebt.^^  von  Gott,  aberaU 
thätig  und  wirksam.  C.  1.  3. 

«trecken  sich,  Zeitw.  sss  sich  herauswinden,  ziehen.  ;9aus  lieben 
sldssen.<^  XXIX.  3.  15. 

strefltch,  streffltch,  streffltch,  strafflich,  Beiw.=:  l«strftf- 
lich.  LVI.  1.  9.  LXVI.  1.  8.  2.  genau,  gespannt,  als  Adverb, 
^^wenn  ich  betracht,  streffltch  bedenck  der  crfttftren  antecschaid.^ 
CX.  1.  2.  Vergl.  straffen,  wo  die  Bedeutung  von  ziehen, 
spannen  ebenfalls  hervorsticht. 

streichen,  sich,  Zeitw.  =s  sich  herausheben,  prangen.  XIII. 4.6. 

strelff,  streiffen,  der ;ss  Streif,  Fahne,  Kriegszeiehen,  ;^uepreciit, 
Sigmund,  baid  mit  des  adlers  streiffen.^^  I.  2.  4. 

iireim,  streime,  der,  Plur.  streime.  ssz  L  Strieme,  mäkeliger 
Streif,  ;>mit  gelben  strelmen.^^  VI.  9ä.  2.  Stmm,  Weltlanfw  ;^er 
worlde  streime.^  VI,  318.  engl,  slreaiu  XT.  der  Streun«  Sbam. 


435 

strengkltch,  Belw.  Nebenw»  ss  slreog.  Als  NebenwOrl.  1«  pein- 
lich, schmerahaft.  ^^terben>^  C.  1.  li.  2,  grausam,  hart*  CVI, 
7.  2.  3.  stark,  sehr.  ;>das  hertz  besitzen/^  LXVIII.  3.  3. 
Strich,  der;  ss  1.  Strich,  ^^tun.^^  ausstreichen.  CXIII.  i.l8.  2.  was 
ri>gestrichen  wird,  bestimmtes  Mass,  besonders  des  Getreides.  Un- 
eigentlich :  ;9den  strich  füllen.^^  rollapf  geben,  VI.  197.  3.  Aus- 
flog, Fahrt,  Reise.  ;9mein  guter  strich  der  reut  mich  nicht.^^ 
VI.  113. 

strick;  der;  ss  Umschlingung.  ^^in   der  vil   zarten  ennlin  strick.^^ 

strd^,;  strow,  das;  s=a  Stroh.  Die  Form  ströw  kommt*  in  <ier  IH. 
nicht  vor,  da  aber  strö  auf  hob  reimt,  so  ist  das  Nachhör^n  des 
afigestossenen  w  unzweifelhaft,  um  so  mehr,  als  Wt.  in  ihulichen 
•  Fällen  gegen  die  mittelhd.  Analogie  den  Konsonant  beibehält*  LX. 
4.  10.  strd  dient  auch  zur  Verstärkung  der  Negation,  ^^umbtrau- 
ren  geh  ich  nit  ain  strö.^^  gar  nichts.  XCV.  4«  17.  anstatt;  ich 
ksse  es  vollends,  fahren. 

stroweny  Zeitw.  aas  streuen.  Part,  ges trowet. 

stub,  Stube,  Stuben,  die;  =  Stube.  XIX,  1.  11* 

itnbenhaitier,  der;  ss:  Ofenheitzer.  XIII.  2.  10. 

stuck,  das;  aa  Stück,  Handlungsweise,  Sache,  Ding,  ^»wer  in  wil 
teuschen  auif  dem  stuck.^<  in  einem  gewissen  Punkte  seines  Be- 
nehmens. XC.  3.  11. 

slicklin,  das;  SS  Stücklein.  ;^ot.^^  I.  1«  5. 

studieren,  Zeitw.  ss  wie  gewöhnlieh.  Part,  gstudieret.  XXVI.272. 

stul,  stuel,  der;  =  Stuhl,  Thron.  >;der  stul  dringt  für  alle  tisch 
nid  penck.^  der  kleinste  will  der  grösste  seyn.  XX.  1«  15.  ;^ 
freud  geud  ich  auif  hohem  stueL^^  ich  danke  mich  vor  Freuden 
ein  König.  XXXII.  3.  15-17. 

stumltch,  SS  stumm.  XCIX.  3.  14. 

stumpf  fliehen,  Adv.  ss  radicttus.  II.  6,  11.  HT.  mit  Botz  und 
Stingel. 

stund,  die;  ss  Stunde,  ^^zu  stund.^^  auf  der  Stdle,  I.  3,  9,  MaU« 
;9hundert  tausend  stund.^^  LXXVII.  4.  13, 

stipff en,  Zeitw.  ss  pullulare.  ;4ie  swammen  Stupfen  aus  der  eid^^ 
sioob/tiL  XXXV«  3.  i. 

Sturm )  der;  s&s  Lärm,  Tumult.  GVI.  8.  1, 

28* 


4^ 


flturmglogk,  e,  en,  die;  ss  Lflnnglacke.  VI.  105. 

sw,'  die;  =  Sau.  ;>sw  jagen.^^  Säue  jagen,  sftuisch  bedient  seyn. 
XIX.  3.  7. 

suchen,  suechen,  Zeitw.  trans.  schw.  =  suchen.  Imp.  sacht« 
suecht.  Part,  gesucht,  gesuecht.  Bedeulliches :  ;>suech  wi- 
der dar.^^  komme  suchend  an  die  alte  Stelle.  XLIII.  21. 

sud,  der;  =r  Südwind.  XXIX.  3.  9. 

süs,  süss,  süss,  sus,  sues,  suess,  Beiw.  =  sftsä.  ^,von  ainem 
gräfen  süss  genant.^^  Dolce,  häufiger  Familienname.  XIV.  1.  2. 

süssen,  suessen,  Zeitw.  schw.  =  1.  süss  werden,  ^^neu  und  alt 
händ  sich  gesuesset.^^  vom  Frühlingsleben.  XXXIII.  2. 19.  2.  an- 
genehm seyn.  ;;mir  süst  kain  fürstlich  stam.^^  III.  3.  17. 

süentzel,  der;  =s  Reimwort  auf  kuntzel,  woraus  es  verdorben  Ist'^ 
Anspielung  auf  süss^  Süssling.  XXXIX.  1.  1. 

summer,  der;  =  Sommer.  XXXV.  1.  36. 

sumpern,  sumppern,  Zeitw.  =  sumsen,  brummen,  Lärm  machen 
mit  musikalischen  Instrumenten.  VI.  26.  von  einzelnen  Nacht- 
glockentönen. VI.  106.  ^ 

sundern,  Zeitw.  =  untersuchen,  erforschen.  ;;wenn  ich  mein  kranck 
vernuft  nlrlfchen  sunder. ^^  CXVII.  1.  1.  franz.  sonder. 

sund,  sundt,  sunde,  die,  Flur,  sinden,  s^  Sünde. 

Sunden,  Zeitw.  =  sündigen.  CV.  1.  6. 

su_nder,,=  Vorwort,  ohne.  ;?sunder  wanck.^^  fest,  gewiss.  XXVIII. 
1.  16.  Adv.  besonders.  LI.  3.  H.  gänzlich.  ;>benemen  etwas  san«» 
der  g2itM  XXVII.  3.  26.    ' 

suen,  süne,  der,  die;  =  Sühne,  Aussöhnung.  CIV.  1.  5.  Friede, 
Beruhigung.  XXVI.  182. 

sun,  der]  ==  Sohn.  MT. 

sünltch,  =  versöhnlich,  friedlich.  XXXV.  1.  29. 

sunltch,  =  sohnhaft,  söhnlich.  CVT.  4.  11. 

sunn,  sunne,  die;  =  Sonne.  LXXXVII.  4.  2. 

suntlich,  Adv.  =s  sündhaft.  ;7prangen.^^  CV.  5.   1. 

suriä,  =  Syrien. -XXIX.  1.  4.  XXVIIL  1.  15.  ULI.  3. 

süsen',  Zeitw.  SS  sausen.  Imp.  ;;süsä!^^  sause  doch.  XXX.  3. 34.  Hhd, 

«ttst9*8ust,  SS  sonst.  ^;um  ainen  sust.^^  gratis,  frastra.  XXVL  185. 
MT. 


48r 


.sat,  sott?  :s!  Beiw.  s==  heiss,  gesotten.  ;>all  dise  lange  sotten  sam-' 
mer  tyt.<^  LXXX.1.2.  ^^von  disem  sutteh  hechtichin.^^  ^XV.  2. 12. 

sutt/sntte,  sutten,  die;  =r  Seite.  Wassa  alabanda  springen,  er- 
klärt Oswald :  ;?teuff  in  die  s'utten  hinab.^^  XXVIIL  2.  20.  basso 
alla  banda,  SchifTmannsausdruck. 

swib,  der;  =  Schwabe,  aus  Schwaben.  XIII.  7.  1.  ^ 

swäben,  das;  =  Schwabenland.  LXXXIX.  i.  8. 

swachen,  Zeitw.  schw.  =s  i.  schwach  werden.  XXIX.  1.39.  2.  ver« 
spotten,  kränken.  ;^ainen  swachen,  der  uns  nicht  gevelt.^^  XLV. 
1.  3—^.  MT.  ;9mach  mich  nicht  schwach,  es  hat  mich  fast 
schwach  gemacht,^^  hängt  damit  enge  zusammen. 

sbaigen,  swaigen,  S^itw.  trans.  schw.  =  aufhören  macben,  ver- 
nichten. ;^zu  sbaigen  ist  oft  ain  kind  so  tratz.^^  nicht  zu  beschwich- 
tigen. XIX.  2.  13.  ;,all  mein  freud.^^  XL VII.  1.  2. 

sbaimeji,  Zeitw.  as  motitari,  fliegen,  ^^dein -sbaimen  läss  erwachen.^^ 
XYIII.  4.  8.  an  den  Adler.  Mhd.  sweimen.  Grimm.  II.  12*  * 

sbais,  der;  s=3  Schweiss.  CVII.  5.-6. 

sbam,  der,  Plor.  swammen,  =  Schwämme,  Pilze.  LXXYII.  2.  11. 

swanck,  der;  :£=  das  Wanken  und  Schwanken.  CVI.  10.  11.  ^^durch 
ploden  swanck.^^  Schwanken  aus  Schwachheit,  ^^nider  auff  die  er- 
den ist  ir  swanck.^^  XXX.  3.  17. 

swanger,  Beiw.  =  voll.  ;^von  sunden.^^  CVIII.  1.  3. 

swantz,  swancz,  der,  Flur,  swantz,  ;=s  Schweif,  cauda.  VI.  49. 

swancz,  die;  ^s.  das  Prangen,  ^tolziren.  V.  4.  2. 

swantzen,  Zeitw.  schw.  =  schweifen,  prangen,  einherstolziren.  VI. 
167.  XCV.  2.  16.  MT.  a  schwanziger  bue.  excellens. 

sbartz,  Beiw.  =  schwarz.  III.  2.  17. 

Sweben,  Zeitw.  =  schweben.  C.  1.  1. 

swebtn,  die;  =  Schwäbin,  Weib  aus  Schwaben,  Oswald's  erste  Ge- 
mahlin. LXXXIX.  2.  1.       • 

swechen,  Zeitw.  schw.  =  schwächen,  entkräften.  CX.  2. 10.  III.  3. 19. 

Awechlteh,  Beiw.  ss  falsch,  bankhaft  verirrt.  ;>mit  swechltchem 
gelust.^^  CXIX.  2.  18. 

sweden,  =3  Schweden.  III.  1.  9. 

sw  eigen,  s  bei  gen,  Zeitw.  st.  s=s  schweigen,  tacere.  Imp.  swig. 
Part,  geswigen.  LXI.  1.  9.  LXIL  1.  1.         ^ 


9wein,  das,  Plnr.  swein,  ss  Sehwein.  IT.  3.  3.  mlid.  swtn. 
siremmelein,  das;  =s  kleiner  Schwamm.  LXXTII«  2.  12. 
swert,  das,  Plur.  swerl,  swertte,  =  Schwert.  CVI.  5.  9. 'Sym- 

hol  der  geistlichen  und  weltlichen  Machr.    ;>nutzen  paide  swert.^^ 

XXVI.  147. 
swester,  die;  =  Schwester.  Uneigentlich:  Mädchen  ttberhaapt^  be« 

sonders  im  Vertraulichen.  LXXV.  1.  3. 
swimmen,  Zeitw.  st.  =s.  schwimmen.  Imp.  swam.  L  2.  28. 
swinden,  Zeitw.  intrans.  st.  =  schwinden.  Imp.swand.  Part,  ge- 

swunden.  swindt  sss  schwindet.  LXI.  1.  7. 
swangaw,  swongaw,  =  Schwangau,    Geschlecht^name  der  ersten 

Gemahlin  Oswald^s.  XVI.  4.  8. 
»wenden,  Zeitw.  schw.  =3  schwinden  machen.    ;Aeyden  swennt  der 

Sunden  gall.^^  CXI.  3.  17.    MT.  schwenden  =  Bäume  entrin* 

den,  abdorren  machen.    Aus  diesem  umgelautet  swinden,  erar 

nesoere. 
swenzeln,  Zeitw.  schw.  =  schwimmen  machen,  bewegen,  schtttidn 

im  Wasser.  ;>swentzel  mir   den  flachs.^^  das  bekannte  Einnässen 

desselben.    Hier  obscön  =s  Lustimperativ  des  Mädchens  an  den 

Knaben.  LXIV.  3.  8.  Frequent.  von  schwenzen  HT.  es  Wäsche 

u.  s.  w.  ausschwenzen ,   ein  Gefäss ;  abschwenzen ,   die  Oberfläche 

mit  Wasser,  umgelautet  aus  swantzen,   dessen  eigentliche  Be- 

deutunjg  sss  mit  grossen  Schritten  einhergehen, 
swar,  swer,  Beiw.  Nebenw.  =  schwer.  1.  gravis.  2«difBcilis.  Slan-* 

sehnlich,  gross, 
swer,  die;  =s  Menge,   Unzahl.  ;9nftch  swer.^^  XXVI.  96.   MT.  nach 

der  Schwär«  2.  Gewicht,  Schwere.  XX«  1.  18«    3/  Beschwenk, 

Herzweh.  LXXII.  1.  13. 
sw^r^n,  sberen,  sbern,  Zeitw.  st.  =r  schwören.    Imperf.  swor. 

Inf.  sbern.  Part,  gesworen.   GVIII.  7.  14.    XVII.  5.  7.   XII. 

3.  34. 
8 waren,  Zeitw.  s=  schwierig,  schmerzhaft  seyn,  werden.   >,mir  swirt 

mein  hertz.^^  GXII.  1.  13. 
^swarlich,  swerlfch,  Beiw.  Nebenw.  =8  schwer  wie  swer.  CVUI. 

3.  8.  gewöhnlich  jedoch  lastend.  CXXII.  2.  5.  LXXXVII.  2.  21. 

Als  Adv.  wie  hochd«  sähw^riith. 


tack,  das;  SS  Dach.  XIV.  2.  10. 

lag,  d€r,  Plur.  tag,  ss  Tag.  LH.  3.  10. 

taiding,  die;  =3 'Anberattmung  eines  Tages   zu   einer   Gerichtever- 

bandlung,  Vergleich,  Aussöhnung.  >>taiding  besliessen.^^  XIII.  13#  4. 

althd.  tagading. 
taylunge,  die;  =  Theilung  (der  Apostel,  die  sich  in's  Weltpredigt- 
amt theilten).  Kirchenfest  am  15.  Juli.  CXXIII.  4.  4. 
tail,  der;  =  1.  Theil.  ;9ze   tail  werden.^^  XCVI;  3.    12.    2.  Partei 

vor  Gericht.  XXVI.  101. 
lal,  dal,  das,  Plur.  tal,  =  Thal.  CXV.1.9.  ;9tieffe  taU^  III.  1.24. 
tarn,  der;  sa  congeries,  Falle^  Menge.  CXV.  3. 16.  >^der  fruchte  lam.<^ 
tamisch,  tamisch,  Beiw*  ss  toll,  unverständig.  XXIII.  2.  15.  MT. 

tamisch. 
tAn,  der;  ss  Ton,  im  Reim  auf  IftnuXXIX.  2.  12. 
tangere,  ss'tangere,  berühren.  XVI.  3.  9. 
tant,  der;  =  Tand.  XXVIII.  2.3.  ^M  allen  tant.^<^  ohne  viel  FeAat^ 

lesens. 
tantz,  tancK,  der;  =s  Tanz.    Aus  dansa,  so  wie  dieses  aus  dia«' 

san  SS  trahere.  ^^ich  pin   ervofdert  an  den  tantz.^^  Todtentana^ 

Gericht.  CXIII.  1.  13.  Grimm.  II.  35. 
lanczhaus,  das;  £=  Haus,  wo  getanzt  wird.  XCL  1.  14. 
tartarey,  tartary,  ss:  Tartarei,  worunter  aber  gewöhnlich  nur  die 

Krimm   mit    einigen   angrenzenden  Distrikten  verstanden    wurde. 

III.  1.  3. 
tasch,  tasche,  taschen,  die ; ss:  Sich,  Beutel,  saccoccia.  V.3.  iO« 

XI.  3.  10. 
laach^  die;  as  einfültige,  dämme  Weibsperson.   HT.   XXXIX.  2.  T. 

Maultasche. 
tasten,  Zeitw.schw.s=  angreifen,  beführen.  Part,  getast.  XIX.  3^14. 
tatz,  die;  «=  Hand.  HT.  XIX.  2.  15. 
taab^  Beiw.  =s  betäubend.  ;;im  tauben  tranck.^^  XXIII.  5.  8. 
tauben,' Zeitw.  =  betäuben,  eine  gewisse  Nuance  der.- mittelalter- 
lichen Jagd.  XXX.  2.  8.  Vergl.  doupon  =s  domare.  Schmelkr. 

I.  85(X 


taacht,  Plur.  leuchte,  teucht,  :;?  Gedanke,  Erinnerung.  ;9vil  ma- 

nig  teucht/^  LV.  1.  3.   ^^meins  valters   teuchte.^^  XXXII.  1.  1% 

Bei  Schmeller.  I.  354.  bedaucht  =  imaginatio. 
tauff,  die;  =  Taufe.   ;;ubersehen.^^  ihren  Pflichten    nicht  genügen. 

CV.  4..  6, 
tauggel,  der;  =  Taumel,  ^^der  tauggel  ward  ich  voK^  II.  3.  24. 
taugen,  Adv.  =  heimlich,   still.   ;;halt  dich  gar  taugen.^^  LI.  2.  9. 

CV.  1.  8. 
tauren,  Zeitw.  =  warten,  ausharren,  aushalten.  LXXXI.2.  10.  XLII. 

3.  19.  ;^des  kalten  snees.^^  XXX.  1.  8. 
tegUch,  Beiw.  =  täglich.  ;,teglich  tag.^^  alltäglich.   LXXVI.  2.  17. 

Adv.  teglfchen.  CXI.  1.   10. 
teich,  der;  :=  1.  Tiefe,  Grund.  ;;in  des  hertzen  teich.^^  LXXIII.  2.  6. 

2.  Fülle,  Reichthuni.  ;^der  6ren  teich.^^  XXI.  3.  8.  ^^suesser  banne 

teich>^  LXXVI.  3.  27.   Vergl.  tam. 
teltch,  =  ;;all  teltch.^^  alltäglM.  LXXX.  2.  1. 
telphin,  der;  =  Delphin.  XLII.  2.  7. 
tempffen,  Zeitw.  =  dämpfen,  überstimmen.   XCV.  3.  13. 
tengk,  =  link.  CVIII.  6.  9.  MT. 
denckisch,  =  linkisch.  LH.  2.  1. 
tenne,  die;  =  area,  Boden,  Gebreite.  LVII.  1.  8. 
tenor,  der;  =  Tenorstimme.  CXII.  1.   18. 
tentsch,  Adv.  =  artig,  zierlich.  LXX.  1.  27.    Vergl.  däntzig  bei 

Schmeller  I.  das  engl,  dandy,  Palmerston's  Epitheton.  Man  könnte 

auch  teutsch  lesen,  wenn  es  nicht  zu  gewagte  Konjektur  wäre, 
teschen,  die;  =  Tasche,  Beutel.  LX.  2.  13. 
tesig,  Beiw.  =  täsig,  MT.  still,  kleinlaut,  abgekühlt.  XVII.  5.  9. 
teubelein,  das;  =  Täublein.  XLIX.  1.  4. 
tewfel,  der;  =  wie  hd.  erscheint  als  Knecht  des  Peter's  von  Lnna. 

VI.  48. 
teuf f,  Beiw.  Nebenw.  =  tief.  XXVIII.  2.   20. 
teuf  lieh,  'Adv.  =  durch  die  Taufe.  ;>pebaren.^^  taufen.  XXXI.  3. 12. 
teugentlfch,   Beiw.   Nebenw.   ss   heimlich.     Umlaut   aus  taugen. 

XLIV.  1.  8. 
teuglich,  Nebenw.  =  tauglich,  > dienlich,  jg^eschickt.    XXXV.  2.  21. 
teutsch,  deut*sch,  Beiw.  Nebenw.  ss  deutsch.  I.  2.  6.  LVn.1.13. 


WZ 

teatschikait,  die;  a  DeuUichheU,  kräftige  MannkeR;  XIIl.  i6.  5« 

ty,.=  ti,  dir  statt  a  te.  LVII.  3.  9. 

tiburtz,  3.  E.  tibartzen,  =  Tiburtias.  CXXL104.  CXXIII.2.11- 
Das  Fest  des  Heiligen  d.  N.  föllt  auf  den  14.  April. 

tickt,  das;  =  Gedicht,  Lüge.  ;>mit  snodem  ticht.^^  XXIX.  2.  22. 

tier,  tyer,  das;  =  Thier.  CXV.  1.  12. 

tierjcn,  Zeitw.  =  herumspringen,  die  Kunde  tanzen.  XXXIII.  2.  23. 
Yergl.  tour,  turnen,  wofern  es  nicht  zum^  vorausgeh.  gehört. 

tierltn,  das;  :r=  Thierchen.  XXX.  1.  14. 

tiefltch,  tieflichen,  Adv.  =  tief,  sehr.  LXXni.3.5.  LIX.2.  6. 

tyll,  tylle,  tyllen,  die;  as  Heustadel, Boden,  wo  gedroschen  wird, 
ünterdach.  MT.  VI.  136. 

tymel,  tyml^  die;  =  Tiefe.  CIX.  2.  7. 

tymmer,  =  gellender  Laut,  Schrei,  Wehklage.  CIV.  2.  24. 

lympelieren,  Zeitw.  =  hallen,  tönen,  vom  Vogelgesang.  XVIII.  2. 4. 

tymun,  =  Steuerruder,  Werkzeug  der  Schiffsleitung.  XXVIII.  2.  9« 
ital.  timone.  lat.  timo. 

tisputirn,  Zeitw.  =wörteln,  streiten,  Wettreden  halten.  XXXI.  1.2. 

tyt,  die;  =  Zeit.  LXXX.  1.  2.  agls.  ttd,  Zeit.  Grimm.  III.  522. 

tock^  locke,  tocken,  dock,  die;  3=  1.  zierliches  Mädchen,  ^^aus- 
erwelte  schone  tock.^^  zur  >Geliebten.  LXXVII.  3.  3.  ;;die  liebe 
dock.<^  XCI.  3.  9.  2.  närrische,  verliebte  Weibsperson.  XXXIX. 
2. 33.  MT.  3.  weiblicher  Zierling.  ;^recht  als  ain  tock.^^  XII.  3. 25. 

tockel,  das;  =s  allerliebstes  Mädchen.  LXII.  1.  11. 

t6d,  Beiw.  =c  todt.  C.  1.  11. 

t«d,  der;  =  Tod.  CVIII.  7.  3. 

lodltch,  totltch,  Beiw.  =x=  1.  todt.  ^^mein  todlich  leben.^^  in  Sün- 
den todt.  CXIX.  2.  13.  2.  tödtlich.  ;>1eiden  oAch  totltchem  ge^ 
fert.^^  CVI.  4.  14.  Adv.  todlichen,  geistig  todt.   CXIX.  2.  5. 

tödsund,  die;  =  Todsünde,  peccatum  mortale.  ;^ie  siben  t6dsund*^< 
CV.  6.  2. 

t4inas,  thdmas,  thö,  s=  Thomas,  der  Ajiostel,  gefeiert  am  21*  De- 
zember. CXXI.  355.  CVI.  3.  13. 

tömel,  thomel,  ==  Klein-Thomas,  Erzbischof  von  Canterbury,  ver- 
ehrt am  29.  Dezember.  CXXI.  363.  CXXII.  12.  6. 

tomaschk^  sa  Damaskus.  XGV.  4.  2.  ■  '      ,  ■ 


toner,  der;  =&  Donner.  CIX.  2.  3. 

lopff,  der,  Plor.  top  ff,  =s  runde  Erhabj^heit,  halbkugel^er  Aof«* 
satz,  Tx)pf.  LH.  2.  4/ 

topffen,  der;  ss  feste  Substanz  von  saarer  Milch  nach  Absonderung 
der  Molken.  LXVII.  4.  7. 

torel,  die,  MT.  s=  Mfldchen,  mit  Namen  Dorothea.  LXXXVI.  2.  7. 

loren,  Zeitw.  =:  betftuben..  LXXVI.  2.  3. 

torlich,  Beiw.  =5  narrenhaft.  CVI.  7.  14. 

töröt,  Beiw.  =  thöricht.  XVII.  5.  12. 

turren,  turren,  dürfen,  Zeitw.  =  dürfen,  wag^n.  Präs.  lob  tar, 
düdarff,  er  tar  ff.  Plur.  turren  t  ir.  Imp.  torst,  torft,  dorfft. 
VI.  55.  IV.  1.  16.  LXXII.2.  2.  IV.  2. 28.  XXVI.  308.  LXXXVI. 
4.  12.  XIV.  1.  18.  Beide,  ursprünglich  verschiedene  Wörter, 
turren  und  dürfen,  md  so  verschmolzen  und  in  die  Bedeutung 
dürfen  zusammengeflossen,  dass  eine  Trennung  so  nnnöthig  als 
unzweckdienlich  wäre.  Bedeutliches:  1.  nOthig  haben.  ;^ich  torft 
sein  nit  zu  beisen.^^  LXXXVI.  4.  12.  ^^der  dorfft  sein  nit  zu  lei- 
hen.^^  XrV.  1.  18.  2.  sich  unterstehen,  andere,  mit  dem  nackten 
Infinitiv,  auch  ohne  denselben.  ;^sö  tar  ich  doch  gesprochen  nicht.<< 
LXXII.  2.  2..>«6n  brichsen  nit  wol  tar.^^  XVI. '2.  2.  3.  bedür^ 
fen.  ;^wann  du  sein  darff.^^  XX.  1.  9. 

tichstorffe,  der;as:MT;Storfe}  Strunk,  Stumpf, Fragment.  Schelt- 
wort. LVIII.  6.  5. 

tt,  s=  ;^zbay  tt.^^  die  letzten  Buchstaben  in  Grett.  LVI.  2.  11. 

totten,  toten,  Reim  auf  noten,  =s  tödten/CV.  2.  1. 

traben,  Zeitw.  intrans.  schw.  =  gehen,  eilen,  laufen.  XXIV. 2. 13« 
;^hertigklich.^^  mit  Mühe.  XXI.  5.  1. 

irachten,  Zeitw.  aas  sich  bestreben.  XLIX.  1.  3.  ;^das  trachten.^ 
XXVIII.'  1.  14. 

trag,  die;  ss:  Tdigheit.  MT.  Triig. 

tragen,  Zeitw.  trans.  st.  ==  1.  tragen.  I.  3.  8.  2.  führen,  damit 
umgdien.  ^^pdse  ler.^<  XXVI.  199.  XXVI.  32.  Imp.  trug,  trueg. 
Coi^j.  trueg.  Part,  getragen. 

tramyn,  s^  Ortsname,  Markt  am  linken  Etschufer,  unweit  des  Kai'* 
terersees,  seiner  Weine  wegen  berühmt.  IV.  2.  4. 

Iramynner,  der;  sa  Wein  vom  gentniiteii  Ort«.  XIU*  1<X  4. 


40 

IriHck,  der,  nur.  trenek,  ss  Trank,  CYI,  5«  89. 

trauen,  Zeitw.  s=3  1,  vertrauen.  LXII.  2»  5.    2.  aioh  nnterateheiif 

getrauen.  ;^ich  traut  deins  Scheines  wol  emperen.^^  XXVII.  3.  13« 
trappen,  Zeitw.  a=  zu  Fuss  gehen,  traben.  XLIII.  42. 
trappe,  trappen,  die;  =  Treppe.  XIV.  i.  12. 
tratz,  tracz,  Beiw.  est  trotzig.  ;>8eyn.^^  XIX.  2.  i3. 
tratz,  tracz,  der;  =s Trotz,  Widerspenstigkeit,  y^ivi  tratze.^^  IV. 2.  21. 

;>zu  tratz  der  falschen  Zungen  latz.^^  LXXXVIII.  1.  7—8. 
trawren,  trauren,  Zeitw.  ss  trauern.  ;>das  trauren.^^  XLII.  3.  18^ 
traurigkltch,  Adv.  Beiw.  =s  traurig.  XIII.  4.  8. 
traut,  Beiw.  =s  lieb,  ^^traut  beib.^^  LIX.  2.  1. 
tr^,  a=  drei,  tre.  XV.  2.  10. 

t  rechtig,  Beiw.  zss  fruchtbar,  damit  beschäftigt.  CVI.  2.  9. 
treiben,  treyben,  Zeitw.  st.  es  treiben.  Imp.  trib,  traib.    Part. 

getriben.  V.  1.  9.  XCIV.  2.  12.  CV.4.10.  CVI.  7.15.  1.2.3. 
trencke^  die;  =s  Tränke,  Trinken,  ^^wassers  trencke.^^  II.  1.  25. 
trendein,   Zeitw.  sar  schwanken,  sich  bewegen.  >9Uns  trendelt  der 

sdiopf.^^  LX.  3.  3. 
trent,   treute,   die;  =s  Liebe,  Hang,  Neigung.  >)i|äch  der  nfttüre 

treute,«^  XXIH.  1.  16. 
ireutel,  die,  das;  s:  Liebchen,   ^^wil  du  sein  mein  treutel.^'   LVIIL 
'     2.  1.  Von  treuten. 
treuten,  Zeitw.  =  lieben.  VII.  1,14.  mhd.  trinten.  treul  as  treu- 

tet.  XXVI.  216. 
trentten,  Zeitw.  tsa  brechen,    mürbe   machen,  ^^treatt  den  flachs.^^ 

obscön.  LXIV.  3.  11.. zweideutig  zwischen  treten  und  treuten 

in  der  Mitte. 
treu,  trew,  treue,  die;=s Treue,  yjiea  gib  mir  dein  trew.^^LI.  1.7. 

;4n  treuen.^^  redlich,  aufrichtig,  gewiss.  CVIII.  2.  4.   ;9mit  brue« 

derlichen  treuen.^^  so  redlich  wie  ein  Bruder.    CXI.    1.  2.    Wohl 

Plnr.  fiekUrzt  trenn  mit  sym.  ss  profeoto,  traun.  wM.  triuwa 
treu  stet  ikait,  die;  s=  stete  Treue.  LXV.  1.  9. 
tritenprey,  =  tritt  in  breil  MT.  ein  Patsch,  der  alles  leicht  nimmt, 

leichte  Arbeit  zu  haben  meint.  ;>symm,  benstü,  haintzel,  tritenbrey,^^ 

sagt  die  Adelige  zum  Bauer,  der  sie  lusu  venereo  leicht  zu  beste* 

hte  meinl.  LXVIL  3. 8.  Ueber  solche  WörAiidnngen  Grinm.  U.  lO^CK 


4U 

Irjel,  der;  =±=  Lippe,  Unterlippe,  Mund,  IV.  2»  12, 

triel,  =5  Trier.  XII.  3.  4. 

irielisch,  Beiw.  Nebenw.  =  mit  voller,  frischer,   feuchtlebendiger 

Lippe.   XLIV.   2.    14.    MT.   trielen,  die  Feuchtigkeit  aus  dem 

Munde  über  die  Lippe  fliessen, lassen. 
Irilisch,  ==  dreifach.  ;>trilisch  gefasst  in  ainlitz  zung.^^  trinitas*  C.  1.8. 
trfnität,  die;  =  Dreieinigkeit.  ÜXVI.  2.  13. 
Irippel,  die;  =  Tripolis.  XCV.  4.  2. 
trincken,  Zeitw.  st.  =  wie  hochd.   Imp.   trunck.   Part,  getrun* 

cken.  CXXL  230. 
triy allen,  Zeitw.  =  trillern,  jodlen.  HT.  triaulen.  XCVI.  2.  17. 
Iroy,  5=  Treue.  LVIL  Expos.  3.  14.  Nl.  Nd.  MT.  troilich,  troile 

=  treulich, 
trolle,   der;  =  grober^   ungeschickter  Tölpel.    ;^ain  grober  trolle.^^ 

CXVn.e.ll.  MT.  der,  die  Trolle.  Der,  die  Plumpe,  Ungeschickte, 
tröii,  trdne,  der,   Flur,  tröne,  =&  1.^ Stuhl,  Sitz,   Zunft.    ^>durGh 

Stammes  trdne.^^  Sedes,  in  quibus  sedent,  duodecim  tribus  Israel. 

C.  1.  18.    2.  Sitz  der  Allmacht,   ^^aus  dem  trön  gnftd   herabher 

tbingen.^^  CXI.  2.  14.    3.  Engelchöre,  throni.   ;>kunig  der  hymel 

tröne.^^  CXIV.  1.  2. 
tr6n,  der,  ss  Nässe,   Feuchtigkeit.  ;>dä  sich  empferbt   in  dem  ge- 

schtay  sein  leib  durch  röten  trön.^^  Blut.  XIV.  4.  20.  Von  Judas 

hersst  es,   er  habe  seinen.  Meister  geküsst.   ;^mit    tuffticklichem 

tröne.^^  so  zärtlich,  dass  Christus  Wärme,  Hauch  und  Nässe  des 

Mundes  empfand.  CVI.  .4.  4.  Vertritt  das  gewöhnlichere  trör. 
fronen,  Zeitw.  =5=  befeuchten,   betropfen.,    färben.    ;9weis  durch  r6t 

getront.  troren.  Wohl  zu  trdnen,  tränen, 
tropfen,  der;  =  ;>tropfen  rot.^^  Blut.  I.  1.  7.^ 
trösten,  Zeitw.  =  trösten,  trost  =  tröstet.  IIL  2.  10.  audi  ohne 

Umlaut  tröst. 
trotten,  =a  gehen,  trottare,  trotter,  in  kurzen  schnellen  Schritten. 

LVIL  3.  10. 
trugsatz,  der;  s=  Truchsess.  XIII.  11.  2. 

trumetan,  s  tramontana,  Nordwind.  XXVIII.  2.  12.  XXIX.  3.  6. 
trummen,  Zeitw.  s=s  trommeln.  I.  2.  8. 
tru]icken>nail^  dsas;  &s  Makel  der  Trunk^üieit.  XXIIL  3»  Jfiu 


1^445 

trnpffe,  der;  s=s  Tropfe.  ;>kain  valsclker  trupffe  in  meinem  herlien;^ 

LXX.  2.  8. 
trutz,  der;  =  Trotz,  Widerstand,  yyien  trutz   prechen.^^    ea  einem 

Weibe  abgewinnen.  LH.  1.  11.  LXYII.  2.  14. 
tu,  =  angerisch,  weiss,  scio.  LYII.  2.  9. 
U,  =s  zu.  Nl.  Nd.  LXXX.  1.  3.     ' 
tu  ich,  SS  natürlicher  Sanglant  gewisser  VögeL  XLI.  23. 
tuck,  der;  =  List,  arger  Streich,  ^^ir  tuck.<^  HT.  XLIX.  3.  5. 
Ucken,  Zeitw.ss ducken,  zusammenschmiegen,  reziprok.  LXXVI.  1.26. 
iahen,  tuehen.  Zeitw.  schw.  =imit  Tuch  Überziehen,  machen.  Un- 

eigentlich:  ^^den  rock  ainem  %J^  seine  bdsen  Umstünde  bessern. 

^^rnit  sberen  kund  sie  das  tuhen.^^  begleiten,  zur  Eingabe  lieifttgeo* 

CIX.  4.  18.   rv.  3.  21.    Bei  Konsonantenanwachs  und  im  Ans« 

laut  h  in  eh. 
tuft,  der;  '=  feuchter  Dunst,  Dampf,  Nebel,  ^^kueler  tufft.^^  desMor« 

,  gens.  XXXIV.  3.  9. 
Infftikltch,  Beiw.  ==>  duftig,  dunstaushauchend,  feucht.  .GVL  4  4. 
tugenthait,  die;  =  Vortrefflichkeit.  XCV.  4,  14. 
tu  gentlich,  Beiw.  s=  tugendhaft ,   züchtig.    Adv.   tugentltchen. 

CVI.  5.  12. 
tugllcfa,  =  tauglich,  selten,  vornehm.  LXXXI.  1.  10. 
tum,  Beiw.  =  1.  jung.  XXXV:  1.  38.    2.  einfältig,  thöricht.  1.4. 1. 
tu  mm,  =  Nachahmung  eines  dumpfen  Lautes  beim  Auftreten,  Tan« 

zen  u.  s.w.  LXX.  1.  25. 
tambrisch,  =  stürmisch.  LXX.  1.  25. 
tun,  tuen,  Zeitw.  halbschw.  s=  thun.  Präs.  tun  ich,  tustü,  tut. 

Plur.  sie  tunt.  Imp.  tat,  tet.  Conj.  tat,  tet.  Part,  getan  und 

tftn.  Imperat.  thu.  tu.  XXIX.  6.  XCIV.  1.  12.  CVI.  6.  5.  XCV. 

1,  16.  CV.  5.  12.  LVII.  2.  6.  LXXV.  1. 10.  ;^as  tm.^  LXXXIX. 

3.  11. 
tun  ekel,  Beiw.  =  dunkel.  XIII.  9.  1« 
iuncken,  Zeitw.  =  eintauchen.  ;>das  prdt  zusamen  tuncken.^'  mit« 

einander  essen.  XIII.  8.  4. 
tunst,  der;  =  Dunst.  CXI.  3.  7. 
tur,  die;  ss  Tbür.  Nichtumlaut  hA  durch  den  Reim  auf  spur.    Sei 

Oberlieni  noch  Jetzt  ThurI  &ss  Thfirlein. 


1^448 

torckey,  liirgia,  ss  Tflrkei,  tnrchi«.  III.  i.  4. 

turmly,  =;  neuerwacht,  sich  im  Kreise  drehend,  aus  tflrmelig.  HT. 

türm i seh,  schwindelig,  wild.  XXXV.  3.  6. 
turn,  der,  Plur.  turn,  =  Thurm.  VI., 28. 
turnieren,  Zeitw.  =  Karapfspielen beiwohnen,  sie  mitmachen.  CXVIil« 

5.  13. 
tuschen,  Zeitw.  =  Terhelmlichen.    XXXV.   3.  25.    Fftrt.  getusst. 

;^Ilzeit  frisch  getusst.«^  XLIV.  3.  20. 
tutzsch,  die;  s=s deutsche  Sprache,  ^^nit  veirstän.^^  sich  weigern.  LXXif. 

2.  5.  und  3.  2.   Oder  die  Leseart  lultzsch  ss  la  d<dce? 
tbanck,  der;  =:  Zwang.  IV.  2.  5. 

lyrerch,  bs  quer.  V.  2.  11.  r 

ibingen,  twingen,  =s  zwingen,  erzwingen.  GXIX.  3.  11. 
tbiu,  =  Wie.  Nl.  LVII.  2.  U. 
twoya,  =a  deine,  tua.    slarisch.    8.  Hetelko's  Spracblelire  S.  30. 

LVII.  3.  11.  .  . 

tzaher,  der;  a  Zilhre.  MT.  äer  Zacher.  XXIX.  2.  36. 

übel,  das;  =  das  Böse;  die  ubl,  =  Unpässlichkeit ,  Missbdagen. 

XXII.  3.  26.  CX.  i.  i.    TM.  die  Ueble,  die  Uebligkeit  » 

Hissgeftthl,  Ohnmacht, 
ttben^  Zeitw.  schw.  e=5  umbertreiben.  LXXXVII.  2.  11.  >^  nasseii. 

euglin^^  bewegen.  XXXVI.  ^.  7.  überhaupt  oft  and  heftig  etwas 

thun.  CVI.  6.  16. 
Qtchsen,  vechseii,  das;  =s  dieAchse),  mundartlicli  noch  jetzt  g»- 

brttttcUich,  eigentlich  Achselhöhle.  XLIX.  1.  11. 
uberain,  t=s  zusammen,  vereint.  IIL  3.  22. 
Sl^erdreseben,  Zeitw.  ss  überwinden.    ;^iB  disem   streit  wird  idi 

uberdroschen.^^  XIII.  16.  8. 
überessen,  Zeitw.  =  zu  viel  essen*.  CV.  2..  11. 
ttbor  freien,  Zeitw.  ms  «berbandnebneii ,   die   Oberhand   erkngcB* 

XXIX.  3.  13. 
ubergftn,  ubergftn,  Zeitw.  =  transilire,  Abeltreten. 
Sbergeidt,  die;  »  Utberfidsai.  C!iV,l.  33,  iOtante  tidi  «liiuU^ 

liv  ftehen. 


M7 

ubergeuden,  sss  )^nea^<  flbertreffeB.  ;>ttbergwt/'  (Ibergcudtt.  XVII, 

4.  U. 
uberher,  ss  oben  herüber,  darüberher.  LXXVII.  1.  2. 
überlast,  der;  =  Beschwerde.  VIIL  1.  9* 
uberraiten,  Zeitw.  c=  ühenyinden,  yerführen.  GXIII.  3.  4. 
Überseen,  Zeitw.  st.ssnieht  achten. CV. 4. 6.  Imperf.  ;>uber8Aeh.<^ 

VIL  2.  5.  ^ 

überschreiten,  Zeitw.   st.  =5  übertölpeln.    CX.   2.   14.    Imperf. 

uberschrait. 
ubersleichen,  Zeitw.  st.  ss  heimlich  überfallen,  einnehmen.  XXIX. 

2.  15.  IL  5.  23. 

ttberstreben,  Zeitw.  s=  überwältigen.  GXUL  2.  15. 

überstreifen,  Zeitw.  =s=  im  Streite  besiegen.  XXXI.  4.  28. 

uberwagen,  Zeitw.  sb  übertreffen.  XCV.  4.  8. 

uberwuetten,  Zeitw.  =  überwüthen.  ^^an  hochfart.^^  GX.  2.  2. 

uppiklichen,  Adv.  =  üppig,  auf  üppige  Weise.  CXVII.  1.  13. 

nie,  Ulrich,  ulreich,  es  Eigenname,  Ulrich.  Ule  verkttnte  Fem 
der  Volkssprache.  Bei  Oswald  ^^pertzly  ule^^  ein  Schimpf  Huf  Ul- 
richPutsch,  Bischof  von  Brijm.  XVI.  3. 10.  CXXI.  185.  CXXII.  7. 1. 

Ulm,  =  bekannt^  Stadt.  ;?zu  ulmen.^^  XII.  2.  10. 

umbefftchen,  nmbefftn,  Zeitw.  ss' umfangen ^  unNormen.    XXIX. 

3.  37.  LXXVI.  1.  22.  XXIX.  2.  3. 

umbefangk,   der;  =  die  Umarmung,  ^^ain  umbefangk  von  ermltn 

blda.«  UI.  2.  11.  . 

un begriffen,  ss  unbegreiflich.  C.  1.  10.  ^ 
umbeswaif ,  der;  =  Umfang,  Einfiang.  CXIV.  3.  7. 
anbetbangen,  sx  unbezwungen.  VL  224. 
umb fangen,  Part.  =  bedrängt.  ;^mit  kinds  geschray><  IV.  9.  29. 
umbfaren,  Part,  sbs  von  umfaren,  nmsdhiffl»  I.  2.  9. 
umbgirten,  mt  ungürtau  ;;umbgurt.^^  omgirtet.  VLlli. 
umb  hin,  Adv.  =  heram,  wieder  lurück.    XCI.  2.   10.  un  ^etwa« 

herum.  LVIII.  3.  5. 
ummetast,  Part,  xb  vidteieht  unangetastet.  )^  hymel  alles  bt^ 

«CO.«  In  diesem  FaB*  w^hl  eine  frisdie  Schreibang  statt  ing 4«> 

Ust. 
ambflief  sen,  Zeitw.  an  ;)di6  prttil»^  LXV.  9^  18. 


1 


imbvftheii,  Zeitw.  sss  umTangen.  XLVII.  2.  3. 

ttmbweichen,  Zeitw.  =:  von  seiner  Meinung  abgehen,   aufgeben. 

LXIX.  1.  4. 
underläs,  der;  =  Unterlassung.  CVI.  2.  8.  XLYII.  1.  5. 
undersetzen,  Zeitw.  =  unterstützen.  G.  3.  3. 
underspreutzen,  Zeitw.  ==, unterstützen.  LXXXIX.  3.  2. 
andicke,  Adv.  =s  selten.  LXXV.  3.  5.   . 
ttndrglich,  =  undrohend.  LXVIII.  2.  6. 
unempunden,  Part.  =  nicht  eriöst.  LXXXVII.  3.  20. 
.unentphintltch,  =:  Schreibung  der  WH.  unempfindlich, 
uneren,  Zeitw.  =s  verunehren.  XXIV.  4.  12. 
un erlöst,  Part.  =s  unerlöst.  XXIV.  3.  6. 

unforchtltch,  ss  ohne  Furcht.  ;>deiner  eren.^^  Genit.  LXXXVII.  3.8. 
unfrö,  Adj.  =  betrübt,  missgestimmt.  XXXVI.  7.  6. 
unfrostlfch,  as  warm.  XL  3,  17. 
unfruchtigkltch,  =  hutzlos.  CV.  5.  4. 
iinfrut,  die;  s=s  Ungedelhen,  Missfall.  XLII.  2.  21. 
Jingedröt,  Part,  sss  mit  Drohungen  nicht  geschreckt.  LXII.  1.  5. 
angefegt,  Part.aanicht  rein.  ;>ungefegter  rost.<^ Unliebes.  VIIL1.3. 
ungefueg,  Adj.  aa  unziemlich.  CVI.  8.  2. 
itngelich,  SS  ungleich.  XCI.  3.  14. 
ungelimpff,  der;  ^  Hohn,  Strenge,  Sprödigkeit.    GVL  7.  13.  IV. 

2.  6.  ;;ungelimpffen.^^  4.  £. 
angelochsen,  ss  gewöhnlicher  ungelachsen,    unbequem,  grob. 

LXVII.  2.  13. 
ungehablg,  ss=  anerträglich.  XIII.  7.  8. 
angemach,  der;  s:  Unbequemlichkieit,  Leiden,  Weh.  XXXIX.  1.14^ 

GV.  2.  3.  IIL  2.  5—6. 
angemessen,  sss  übermässig,  sehr  weit.  GVL  1.  8. 
angera  the,  das;  as  Unrath,  Dinge   denen  man  nicht  trauen  darf» 

9^ie  werlt  fort  angeratbe.«^  GXVHI.  2.  10. 
angerisch,  ss  ungarisch.  LXXXVI.  4.  14. 
.  ang'rischen,  Adv;  ;ss  auf  ungarische  Weise.  LVIL  1.  15. 
ttogern,  angeren,  letzteres  im  Reim  auf  meren  ss  unliebsamer 

Weise.  III.  1.  21.  LXXXVI.  3.  19. 
ungernlant,  s«  Ungarn.  VIIL  3»  9. 


449 

ungeschaben,  =  ungebüsst.  XVIII.  8.  9. 

an  geschaffen,  =  missgestalt. 

ungeschaiden,  =  ungeschieden.  LVI.  3.  10. 

ungesmach,  =  stinkend.  VI.  93. 

ungeslaffen,  =  ohne  geschlafen  zu  haben.  XXXII.  2.  3. 

ungestillt,  s=  nicht  ruhig  gelassen.  CVI.  7.  17. 

ungevell,  das;  s=s  Missgeschick,  Unglück.  LXXXYIII.  1.  5. 

unhaderltch,  =  nicht  zornig,  nicht  haderliebend.    LXXXIII.  2.  5. 

un haltig,  =  nichts  verschweigeti  kennend.  XXIII.  4.  1. 

unhilffUch,  =  vergeblich.  ;,mit  unhilffllchem  waflfen.^^  XXXII.  2.7, 

Unit  äs,  a  unitas,  Einheit,  Ein  Gott.  XCVI.  1.  19. 

unkeusch,  die;  =  Unkeuschheit.  CV.  2.  10. 

unmare,  =  nichtig,  gleichgültig.  XCY.  5.  4.. 

anmässltch,  =:  unmässig.  CYI.  4.  12. 

ttnmue»s,  der;  =  Unruhe,  rastloses  Hin-  und  Hertreiben,  Vielge- 
schfiftigkeit  mit  lautem  Wesen.  LXXVI.  1.  17.  Noch  lebend  im 
Yolksmunde:  ;^was  das  für  ein  Unmuess  ist,^^  von  einem  Men- 
schen, der  nie  ruht.  Aus  dem  ahd.  unmuoz  =  Ruhelosigkeit. 

unnutz,  =  unbrauchbar.  XXXIX.  1.  20. 

unraine,  =  auf  unreine,  treulose  Art.  LXXXVI.  2.   18. 

unrueb,  die;  ==  Unruhe.  LXXXVI.  1.    Iß. 

unr neben,  Zeilw.  =  in  Unruhe  versetzen.  LXXXVII.  2.  9. 

unrubtn,  die;  =  Quälerin,  Plagegeist.  LXXXVI.  1.  9. 

ansuesse,  Adv.  =  unsanft. 

untasche,  Adj.  =  verständig  klug.  VII.  3. 6.  Im  Volksmunde  noch 
taschet  =  einfältig. 

anterschaid,  die;  =:.  Unterscheidung,  ^^mit  solcher  unterschaid.^^ 
VII.  1.  9. 

untersidn,  Zeitw.  =  hindern. 

tinterweysen,  Zeitw.  schw.  =  Part,  unterweyset.  XVIII.  3.  4. 

unval,  der;  =Ä  Unglück.  CXVIL  3.  8. 

unverbo^ffen,  =  unverworfen,  nicht  entfremdet.  LXX.  3.  8. 

ünverfancklfch,  =  wirkungslos.  II.  5.  31. 

unvergessen,  =  nichts  vergessend.  XXXVII.  4.  3. 

unveriert,  =  unverfehlt.  XXI.  4.  9. 

nn verheizt,  ss  unverletzt,  unverfolgt.  LXIX,  2;  9. 

29 


450 

unverkart,  =  anverkehrt.  XLIII.  5. 

unvermainet,  =  unbemerkt.  LXX^  2.  12« 

unverporgen,  =  p^ms   vnverporgeo.^^    ohne    dains   er'9   Yerhlrgl. 

XXIII.  4.  4. 
unversait,  ss  unversagt.  XYIII.  5.  3. 
nnverscheutzt,  «=  unverhöhnt,  tadellos, 
unver schroten"^,  ass  unverfehlt,  fehllos. 
ttnvefsmacht,  ss  nnverschmftht.  LXIX.  1.  7. 
unverspart,  =  nicht  versagt,  in  Fülle.   XXYIII.  1,  13. 
unverzigen,  =  unbenommen  mit.  der  2.  Endung.   ;^$oleber  mi^.^^ 

XII.  3.  20. 
unzalfch,  =  unzählig.  CYII.  2.  1. 
unzbeyfeltchen,  =  Adv.  ohne  Zweifel.  LVL  1.  14. 
upkacht,  =  Naturlaut  eines  Füllens.  XLI.  54. 
upp,  s=  auf,  niederdeutsch.  XL.  1.  16. 
ur,  die;  =  Stunde.  ;^fur  tausent  ur.^^  XLII.  3.  6. 
urdrutz,=  überdrüssig  mit  dem  Genitiv  der  Sache.  XXXIX.  1.  Zi — 23. 
urfech,  die;  =?5  eidlich  verbriefte  Einigung  zweier  Feinde.  XIU.  13.  9. 
Urlaub,  urlob,  der;  =  Abschied.   ;^urIob  ^^b   ieh  wee.^^  yerab*- 

schiede  es.  LXXYI.  3.  28. 
urss,  =  Ursus,  Name  eines  Heiligen.  CXIPI.  294. 
urss,  die;  =  Ursula,  n<}ch  im  Yolksmunde.    CX^H.  10.  5. 
urtail,  die;  =  ürtheil.  XXYI.  311. 
ut,  =  das  lateinische  ut,  wie.  XC.l.  13. 

^' 

vado,  =  lat.  vado,  ich  gehe.   LYII.  1.  8. 

y  ft ch ,  das.;  =  Fach,  Behältniss.  ;^in  meins  bertzeji  vftch.^^  LXXYDS«  97. 

vAhen,  Zeitw.  =  fahen,  fangen.  ;;da^  tut  wich  senllch  vfthen/^  Dümml 
mich  in  Liebesschmerz  gefangen.  LXYIII.  2«  10,^  ;>df^selb  mich 
vacht.^^  YI.  194.  Im  Auslaut  und  bei  EojDSonanteQa^w^öhsi  wui 
h  zu  i^h.  MT.  vachen,  vocben. 

vail,  Beiw.  =  feU.  XXIIL  3.  14. 

vaist,  Beiw.  ass  feist.  XYIII.  4.  6.      . 

val,  der,   Plur.  valle,  «b  F«m,    1,  ^as  F^ttwVi  fii»»«!l  9/tfW9^Wn 


physisch.  IL  i.  25.    2.  Fall,  moralisch  im  tieschleehtssdine.  ;^ 
aFgen  val.^^  eclat.   XXIX.  2.  19.    3.  Abfall,  Senkung.  L.  2.  2. 

4.  Ausgang,  Ergebniss.   ;^as  recht  hftt  p&en  val/^  XXYI.  401. 

5.  da$  Eintreffen  auf  einen  gewissen  Tag.  ^^hans  macht  va)  con- 
*   stantini.^^  Kalendeiregel.  CXXIIL  1.  8.     6.  Gunst.  ;>geliiokes  val 

haben.'«  VIII.  1.  6. 
▼al,  vblb,  Beiw.  =s  falb,  fuscus.  XXXI.  4.  27.  I.  1.  17. 
▼alen,  Zeitw.  ess  betrügen,  ansetzen,  mit  dem  Dativ,  »dir  hftt  geralt 

der  alte  glatz.'^  VI.  131. 
TaUr,  CSS  Valerius,  Heiliger,  verehrt  am  18.  April.  GXXI.v  108. 
Talck,  der;  es  FalKb.  XIII.  9.  5. 
valcken  kel,  die;  =  Falkenkehle.    Wohl  im  Betreff  der  Schönheit 

und  Zierlichkeit  des  Halses.  LXVII.  2.  7. 
valkentertz,.  das;  es  junger  Falke,  an's  Liebchen,  wie  Hindin  im 

hohen  Liede.  XXXVII.  1.  4. 
Valien,  fallen,  Zeitw.  ss  wie  hochd.  Imp.  viel.  Part«  gevallen, 

gefallen.  Präs.  Conj.  ;^as  er  velle.^«  IX.  4.  2.  VI.  107.  ;^i 

gefallen  hksXM  CXVl.  1.  3. 
▼  fli seh,  Beiw.  Ndienw»  ss  unriciitig,  unwahr.  LI.  2.  10.  17. 
Tal  seh,  der;  SS  Falschheit,  Tttcke.   ^^und  ist  es  valsch  genennet.^^ 

XX.  2.  4.  12.  ;^einen  valsch  erzaigen.^/  VI.  61. 
valschleich,  valscblich,  Beiw.  Nebenw.  as  unrichtig,  unwab*, 

tückisch.  CVII.  2.  7.  CVI.  9.  13. 
vals6t,  Plur.  vals^ten,  es  gezwungener  Hochton  ausser  dem  Um- 
fange der  nattirlichen  Stimme,  ^^vals^ten  grds.^^  XIX.  2.  10. 
valt,  Beiw.  =  ;>auf  rossen  gros  und  valt.^^  II,  2.  4. 
T»ltein,  voltein,  sx  Valentin.    GXXI.  45,    Sein  Festtag  fftltt  aif 

den  14.  Hornung. 
van,  der;  =b  Fahne.  ;^er  6ren  van.^^  Jungfrauschaft  in  den  Augen 

der  Welt.  XCVI.  2.  15.  D(is  hochd.  Fahtfe  kennt  MT.  nicht, 
faag,  Geschlecht  ungewiss,  =b  Das-sich-annehmen ,   das  Auffangen 

beim  Fdle,  das  uater  die  Arme  greifen.  ;;mit  deiner  hilffe  faiig.<^ 

CXVL  2.  14. 
vtingen,  Zeitw.  st.  fss  fassen.  ;>sy  viengen  steh  ziisammen.^  XXVII. 

3.  25.  ' 

Y»sekft«8S,  die;  m  CreAHgensahaft,  Kerker.  XIII.  14.  2. 

29« 


varb,  die;  sss  Farbe.  I.  1,  17. 

varen,  faren,  Zeitw.  st.  =?  hochd.  fahren.  1.  auslaufen,  navigare. 
XXVIII.  1.  1.^  2.  sterben,  abscheiden.  CIX.  7.  9.  In  Passeier 
allgemein  fahren,  gut,  übel.  3.  rennen.  XCI.  3.  H.  Präs.  3.  P. 
yert.  Imp.  für.  Part,  gevaren,  gefaren. 

vart,  die;  =  Fahrt..  1.  Meerfahrt.  XXVIII.  1.  H.  2.  das  dem  Wilde 
nachlaufen  auf  der  Jagd.  XLIII.  20.  Daher  MT.  wilde  Fahrt  == 
wilde  Jagd,  Erzlärm.  Vergl.  faran=ire  und  farjan=  yehere. 
goth.  Grimm.  II.  9. 

vasy  das;  =^  1.  dolium.  I.  2.  18.  2.  Scheide,  ^^des  degens  vas>^ 
CIV.  2.  6.  3.  Schlund.  ;;Iäs  uns  nit  der  hdle  vas.^^  XCVIIL  3. 4. 
Letzteres  könnte  auch  Kralle  gedeutet  werden.  MT.  kennt  die 
vas  =  Angriffspunkt,  ansa,  offenbar  Inf.  von  fassen,  mit  apo- 
kopirtem  en.  Daher  die  Redensart  ;>vas  haben.^^ 

vasenacht,  vasnacht,  die;  =  Fasching.  XLIX.  3. 1.  XLIX.  1.1. 

vast,  Nebenw.  =  stark,  sehr,, fest. 

vast,  die;  =  Fasten,  Faste.  CV.  2.  3. 

vater,  vatter,  der  ;=  Vater.  ;>gaisllich  vaterA  Priester.  XXVI,  155. 

V echten,  Zeitw.  st.  =  1.  streiten,  rixari.  XXIII.  3.  12.  2.  käm- 
pfen, pugnare.  CXV.  5.  16.  Uneigentlich:  ;;mein  hertz  in  jämer 
vicht.^^  XLII.  2,  1.  .Präs.  vi  cht. 

ycder^  die;  =  Feder,  auch  Schreibfeder.    XVIII.  1.  4.  IV.  2.  25. 

vegen,  Zeitw.  schw.  =  angehen  schuldbetreibend.  ;^der  wiert  vegt 
mich  tag  und  nacht.^^  LX.  2.  3. 

vein,  Beiw.  Nebenw.  s=:  freundlich,  gefällig,  angenehm.  HT.  XII. 
3.  11. 

teint,  der,  Plur.  veint,  =  Feind.  XCVII.  1.  19.  althd.  fl«n  ss 
pdisse.  Part,  fiant. 

veintlfch,  Beiw.  Nebenw.  ^  feindlich.  XVIII.  8.  4« 

veyr,  s=5  schlechte  Schreibart  statt  feuer,  ignis.  XLI.  72. 

veyren,  Zeitw.  =  müssig,  unthätig  seyn.  XLI.  70. 

veitt,  veitlinüs,  =  Heiliger,  Vitus,  volklich  Veit,  gefeiert  am  15. 
Juni.  Die  zweite  Form  entsprang  aus  der  Diminution  veidein, 
velüin,  und.  ward  barbarisch  latinisirt.  CXXIII.3. 1.1.  GXXI.  166. 

vel,  SS  lat.  vel,  oder.  LVII.  1.  8. 

yeld,  das;  s:?  hochd.  Feld.    1.  PlaU)  Ebene.  V.  2«  11.    2.  begrftnite. 


4&ä 

Ausdehnung^,  ^^n  ainem  runden  veld.^^  Gesichtsscheibe.  LV.  1.  2. 
3.  ;^das,  obere,  unlere  veld.^^  bei  GreifTenstein ,  die  zwei  einzig 
möglichen  Angriffsräume,  wo  Heer  und  Geschütz  aufgestellt  wurde. 
X.  3.  2. 

vellen/Zeitw.ss zum  Fall  bringen,  in's  Unglück,  fangen  z.B.  Vögel. 

vels,  velss,  der;  =  Fels. •  ;jübern  vels.^^  LXXI.  2.  4.  ^^velss  gc- 
recht.^^  XIV.  2.  19. 

yelschen,  Zeitw.  =s  fälschen.  ;?die  luft.^^  flatus  emittere.  XIII.  7.  7. 

yenedig,  =  Venedig.  XCV.  4.  2. 

venie,  die;  =  Kniebeugung.  ;>auf  knye  venieii  fallen.^^  supplicare. 
CXII.  3.  10. 

renite,  =  lat.  venite,  kommt!  spasshaft-cynischer  Antrag  der  Lust- 
belehrenden  an  die  Knechte.  XLV.  26. 

rensterpret  das;  =  Fensterlade.  XXVII.  2.  7. 

vesen,  der;  =  MT.  leichte  Spreu,  alles  Dünne,  Fadenartige,  Ge-*- 
wichtlose,  Stückhaftlosgeschälte.  Daher  Wenigkeit,  kleinste  Klei- 
nigkeit. ;>der  neithart  Hess  aim  nit  ain  vesen.^^  gar  nichts.  €XVI. 
3.  7.  Zur  Verstärkung  der  Negation.  ;>als  klain  nur  umb  ain 
vesen.^^  auch  nur  allerwenigst.  XXII.  3.  7.  MT.  abvesen  =s 
-  kleinweise  enthülsen,  ausvesen,  ebenfalls  in  der  Bedeutung  ;^a 
yesele.^^  eigentlich  und  uneigentlich  dünnes  Hülsenfragment,  und 
sehr  wenig.  ;;a  vetzele,  vitzele.^^  sehr  wenig,  vislen,  vitzlen.  er- 
steres  enthülsen,  Fragmente  minutim  machen ;  das  zweite  minutim 
dissecare,  gehört  vielleicht  auch  hieher.  vesen  =  Spelz,  Dinkel 
ist  meines  Wissens  in  Südtirol  unbekannt. 

verjehen,  Zeitw.  st.  =  eingestehen,  zusagen.  Präs.  ich  vergich. 
Imp.  verjagh,  korrupte  Schreibart  statt  verj ach.  LXXXVI.  5. 2. 
XXVII.  1.  11.  Zu  ja,  ajo  U.S.W. 

verk äffen,  Zeitw.  ssvergaff'en,  fehlschauen.  IX.  1.4.  Such.  Schmel- 
Jer  Art.  kapfen. 

verk^ren,  Zeitw.  =  1.  ändern,  besonders  reziprok.  VI.  145.  2.  Irans, 
ändern  zum  Bessern.  ;>das  laid  verkÄren.^^  LVIII.  1.-5.  I.  4.  1. 
CXVI.  5.  14. 

verklagen,  Zeitw.  =1)eklagen.  CVIII.  1.  8. 

Verklenen,  ZeitW;  =s  vergessen,  abthun.   ;>wes  sieh  diö  jugent  hftt 

gebent,   das  alter  sich  darnftch  viersenl,   und  wirt  gar  hart  ver- 

1 

\ 


454 

klenU^  KT.  kl  an,  kUnen  sa  Flüssiges,   Weiches  v^setteln,' 
verstreichen  an  andere  Gegenstände,   verkiftn,  verklftnen  as 
verzetteln ,  klein  weise  verlieren ,  verschleppen ,  verziehen.  XXII. 
3.  14. 

yerkronen,  ZeitV.  =s  krönen,  kränzen.  XCV.  3.  2.  VI.  192. 

verkrumben,  Zeitw.  =  kramm  werden.  CXVIII.   4.  8. 

verkünden,  Zeitw.  =  hochd.  bekanntmachen,  verkunt  =  pronunciat. 

yerkupeln,  Zeitw.  s=  durch  Kuppeln' verbringen.  MT.  ;9niein  zeit«^ 
XXXI.  1.  29. 

yerlaitten,  Zeitw.  =  verleiten.  CXV.  5.  7. 

verlaufen,  sich,  Zeitw.  =  sich  verrennen,  verirren.  XXVI.  79. 

verlaugnen,.  Zeitw.  =s  verläugnen,  mit  dem  Genitiv  des  Gegenstaa- 
des.  Alte  Form  verlaugndt,  3.  P.  S.  Präs.  Grimm.  I.  957.  CYI. 
6.  11.  CVII.  2.  22. 

verlegen,  Zeitw.  =s  1^  reziprok.  ;^darnmb  verlait  sich  mang  guter 
gesell  in  abgrundt  der  hell.^^XXVI.  53.  2.  trans.  aufhalten.  ;^en 
zins.^^  XCIII.  1.  4. 

verleiben,  Zeitw.  =3  verleihen,  geben.  Imp.  verlech.  Part,  ver- 
üben. 

verleuchten,  Zeitw.  ass  beleuchten,  glänzend  machen.  Part,  ver- 
leucht.  LV.  1.  1.  ;>ir  verleuchter  dieb.^^  offenkundiger.  XXXIX. 
2.  12. 

verliegen,  Zeitw.  st.  ss  verliegen,  unbrauchbar,  ungehkräfUg  wer- 
den. Imp.  CoDJ.  verlege.  XIII.  1.  2. 

Verliesen,  verlieren,  Zeitw.  st.  =s=  verlieren.  Imp.  verlos,  ver- 
lur,  verluren.  Coaj.  verlur.  Part,  verloren*  XCV.  1.  14. 
XCIX.  ^2.  9.  CYI.  1.  3.  Die  nl.  nd.  Form  verluren  statt  ver- 
lieren. LXXX.  2.  3. 

yermaynen,  Zeitw.  t=:  beflecken,  behexen,  bezaubern,  ^^aa  vermay- 
nen.^^  LH.  3.  15.  MT.  vermoanen,  vermoant.  Die  Vermoan 
s=ä*  aus  Behexung  angeflogene  Viehkrankheit,'  wobei  der  Grund  im 

Dunkeln;  wohl  auch  bei  Menschen.  Vergl.  mhd.  mein  ste  nefas. 

. 

vermalen,  Zeitw.  =  tlber-  durch-  bemahlen.  LXXXIX.2. 12.  ;>rOt, 

weis  vermftlt.^^ 
vermanen,  Zeitw.  sa  anweisen,  verpflichten.  ;^dem  fcaiser  wir  sein 

vemanl.^^  CYI.  9.  6. 


TCirift^ideii)  Zeitw.  s^wieh6ohd.  Imp.  itiid,  mit,  mitt.  Pleirt.  iret^ 

mitea.  VH.  2.  8. 
Temdreii,  Zeitw.  s=  totrauen,  verbitiden.    *>dfe  meinem  hert^en  ht 

verm^rt/^  von  der  Geitebtesten.  LXXXIX.  2.  3.  Gehört  wohl  nicht 

aa  Termaren  =rs  bekannt,  bertifamt  machen. 
Termuffen,  Zeitw.  =ss  zerbrechen,  zerreiben.  ;>die  rigd  u<id  tenn/^ 

GXVI.  3.7 — 8.  engl,  muffle,  unsichtbar  machen!  griech.  apavtith}. 
▼  ernageln.  Zeitig.  =5  annageln. 
fernemen,   Zeitw.  st.  =  vernehmen.   ;?ich  vernym.^^   XII.   2.   20. 

^^▼ernemlH.^^  XXIV.  6.  1.  ;,vernomen.^^  XXVIII.  3.  15. 
y  er  neuen,  Zeitw«  ssi  erneuen.  ;9Terneuet  wird  mein  hertz.<fLiy.2. 6. 
vernichten,  Zeitw.  =r  herabsetzen.  XYII.  5.  24.  ^^rernicht.^^ 
vernufft,    vernuft,   vernunfft,   vernttnft,'  die;  =  Vertiünft,  * 

Einsicht.  ;9gut  TemuSTt.^^    XII.  1.  14.   ^^nftch  welischer  YcmUft.^ 

jure  decretalium  erUntertes  Recht  (vortragen), 
▼«rbaisen,  Zeitw.  tss  zerpeissen.    tll.   3.   30.    An  vei*waisen  ist 

kaum  zu  denken. 
Forpauen,  Zeitw.  s&s  durch  Bau  abschliesseA,  abwehren.  ;^ie  veint^^^ 

C.  3.  19. 
T^rphenden,  Zeitw.  ss  zum  Pfände  geben,  einsetzen,  verursac^hto. 

y^ex  Verla  umder  verphendet  Ungemach  .^^  XXXVI.  6.  9. 
T^rpflichten,  Zeitw.  =s  gewöhnen,   üben.  }^u  jedem  hat  sy  sieh 

verpflicht.^^  XL VIII.  1.  5. 
verpleichen,  Zeitw.  aableidi  werden.  Part,  verplichen.  LXXXIX. 

2.  7. 
v^rpörgeitltch,  verborgenltch,   Beiw.    Nebenw.- »=  verbctfM. 

Eigenes  Adv.  verborgenltchen.  XIIL  6.  4. 
v^lrprangen,  Zeitw.  8=s  >>merck,  wie  pald  wertliche  lieb  verpi^nget 

hal.^  vwblflht.  CIX.  4.  2. 
verquenten,  Zeitw.  &=s  verschwenden.  >>wa8  sol  man  di^aii  ve^uen- 

ten.<<  XXXI.  4.  89. 
▼^raineji,  Zeitw.  s=a  vereinen,  aussöhnen.  VI.  46. 
verbannen,  Zeitw.  =:  wie  hd.  Part,  verbant.  XCV.  4.  11. 
werben,  Zeitw.  <=»  fflrben.  XXKV.  2.  3. 

verbrausen,  Zeitw.  =  ;>der  streit  hat  sieh  verbrausel.^^  deftJrbuit. 
XXXI.  4.  83. 


456 

yerd,  vert^  es  anno  elapso MT.  ^>ich  wer  ir  hewr  ab  verd/^ Sprfleli-' 

wörtlich  so  viel  als:  gleichgültig,  unausgezeichnet,  V.  4.   11. 
yerdagen,   Zeitw.  =  verschweigen,   Stamm  in  taceo.    Pari,  ver-' 

dachet,  Reim.  XII.  3.  34.  LIL  1.  15. 
verdamen,  Zeitw.  =  verdammen.  XXIIL3.  6.  verdambt.  b  überall 

in  gieschlossenep  Stelle, 
verdaren,  Zeitw.  =  dauern,  verziehen.  XII.  4.  32. 
verdecken,  Zeitw.  halbschw.  =  wie  hd.  verdacht.  LXXII.  1.  3. 
Werdauhen,  Zeitw.  =a  verdrücken,  unrecht  drücken.    ;7mein  greiffen 

verdauch.^^  tangendo  pecco.  CV.  5.  3.  h  in  ch  nach  der  Regel, 
yerdencken,  Zeitw.  ==  fehldenken,  arges  andenken,  mit  dem  Acc< 

der  Person.  XXIX.  2.  21.  LI.  2. 17. 
verdeuen,  Zeitw.  =5  verdauen.  VIII.  1.  2. 
verdiecht,    Part.  =s  unterdrückt,   oppressus.     Vergl.  farduhit  bei 

Schmeller  I.  361.    Das  Zeitwort  di eben  bleibt  unbelegt,  gehört 

aber  wahrscheinlich  zu  d  au  he  n.    Ist  vielleicht  an's  engl,  dig  =: 

to  pierce  with  a  sharp  point^  und  an's  griech.  5iy(ii>  ^z  berühren, 
•    tupfen  zu  denken  ?  Der  Sinn  der  Stelle  gewänne  dadurch  die  deut-^ 

liebste  Aufklärung:  mit  dem  Schnabel  zerhackt.  XYIII.  2.  7. 
yerdolen,  Zeitw.  =ss  durchdulden  in  Leid,   ^^seine  zeit.^^  GVI.  2.  5; 
verdoren,  Zeitw.  =  verdorren.  Part,  verdort.  XCVL  1.  4.  MT. 
vqrdurnen,  Zeitw.  =  mitDornen  umhegen,  ertödten,  ersticken,  ^^die 

gans.^^  das  Sinnliche  am  Menschen.  CXVIII.  3.  10. 
verdrän,  verdräen,   sich,  Zeitw.  =  contrafarsi,    sich  verzerren. 

CXVIII.  5.  16. 
verdries,  verdriss  WH.  =  Verdruss.  CXVIIL4.  17.  CXXIL4.2. 
verdriessen,  Zeitw.  st.  =  verdriessen.  ^^der  zeit  mich  nit  verdrös.^^ 

LV.  1.  9.  Inf.  verdriessen,  das;  =s- Verdruss.  CXVI.  4.  12. 
verdrössen,  Beiw.  ==  ;^ö  nacht,  ewr  zeit  ist  gar  verdrössen,^^  ver- 

driesslich,  langweilig.  CXIV.  3.  8. 
verdrucken,  Zeitw. :?=  in  sich  drucken,  nicht  kundgeben.  ;;die  klag.^ 

XXXII.  1.  14.  ;,sich  von  der  posen.werlt.^^  XC.  2.  la.   ztirück-r 

ziehen, 
vereilenden,  Zeitw.  =  elend,  armselig  werden,  verkümmern.  Part. 

verellend.  XXXVI.  1.  7. 
verferren,  Zeitw.  ss  entfernen.  ;^sich.<^  XIII.  3.  8. 


«7 

yerfliegeii)  Zeitw.  ss  hinwegfliegen,  »die  vogelein  verlUegen.^JCTI/ 

1.  17.  ;9sioh  verfliegen  in  der  hewt.^^   sich  im  Geiste  und  Thanr 
vom  rechten  Masse  entfernen.  CV.  5.  11. 

verfraveln,  Zeitw.  =  verthun,  sflndhaft  vergeuden.  CXII.  1.  9. 

rerg,  der;  =s  Gerichtsperson,  die  gemeine  Amtsdienste  versieht,  vor-«« 
ladet  u.  s.  w.  XXVI.  35.  Uneigentlich :  ;>des  tödes  verge.^^  Die 
sonstige  Bedeutung  Flährmann  ist  im  Worte  ganz  unftihlbar^ 
ohne  dass  an- einen  anderen  Stamm  desshalb  zu  denken  ist. 

vergftn,  verg^n,  Zeitw.  st.  =  1.  schwinden.  ;>das  aug.^^  V.  2.  5. 

2.  sich  verg^n  sss  äussern,  darlegen.  LXXI.  1.  19.    3.  vorüber^«» 
gehen.  LXVII.  2.  9. 

vergelten,  vergelden,  Zeitw.  ss  wie  hd.    Imp.  vergalt,   ver-^ 

guld,  vergult.  XIII.  5.  2. 
vergernen,  Zeitw.  =s  in's  Garn  bringen,  fangen.  XLVI.  1.  32. 
vergessen,  Zeitw.  =  wie  hd.   Präs.  ich  vergiss,  vergis.    Imp. 

vergas,  vergass.   Part,  vergessen.   Imperat.  vergis.    LVI. 

3.  1.  V.  1.  13. 

vergiften,  Zeitw.  =s  vergiften.  Unei^entlich :  Christus  ;^in  der  hell 

den  teufel  s6r  vergift.^^  C.  1.  16. 
verglantzen,'  v.erglantzen,  Zeitw.  =s  beglänzen,   verklären.    L. 

1.  8.  ;^das  angesicht.^^  XXX.  3.  5. 
vergnen,  Zeitw.  =  fangen.  X.  7.  4. 
vergriessen,   vergreussen,   Zeitw.   s=s  ausstreuen,    ttberregnen. 

XXIV.  5. 11.  C.  2.  18.  Vergl.  grauss  =s  Korn,  bei  Wigalois  grüz. 
vergrymmen,    Zeitw.   =  das  Angesicht   zu   Grimassen    verzerren. 

CVI.  9.  9. 
verhagen,  Zeitw.  s=5  verzäunen,  absperren. . Uneigentl.  ;?das  recht.^ 

•  XXVI.  31.    . 
verhallen,   Zeitw.  =  ganz  heilen.   MT.  zuhoalen.  LXXVI.   3.   5. 

LIV.  1.  5. 
verhaissen,  Zeitw.  =s  verheissen.  LXI.  2.  1. 
verhandeln,  Zeitw.  =s  einig  werden,   sich  abfinden,   ^^wo  zway  an 

ainem  schonen  raig  verhandelt  h&n.^^  LXXXIV.  1.  B. 
verhangen,  Zeitw.  ssUmhängen.  Part,  verhangen.  ;>mit  verhangen 

läub.^^  XXX.  1.  40.   VI.  159.    hangen  bleiben.   ;^aus  verhangen 

roBt.«^  XLIII.  11. 


n 


«8 

verbauen  vZevtw.  sss  venTHndea.  >9den  tevfri.^  C.  3»  19. 
▼erheien,  Zeilw.  s=3  HT.  verkeyen,  verwerfen,  v^rschtttten«  fal- 
len lassen.  IX.  i.  5.' 
▼erheiligen)  Zeitw.  =±:  heiligen.  GVII.  3.  2. 
▼erhelen,  Zeitw.  =bs  nicht  miuheilen,  ▼«'hehlen.  Prfis.,  ich  verhil. 

XLIL  i.   16. 
▼erhengen,  Zeitw.  =  gewähren,  bescheiden,  ^^ain  senllch  schinden.^ 

CXVI.  3.  13.  ^geschehen  lassen.   ;^wander.^^  CXVII.  3.  6.  aber* 

hanpt  zulassen.  CVI.  6.  2. 
▼erhonen,  Zeitw.  =  verhunzen,  ▼erachten.  ;>an  ir  ist  nicht  ▼erho- 

net.<^  XCV.  2.  4. 
▼erhorchen,  Zeitw.  ==  überhören,  nicht  achten.  XXYI.  30. 
▼erhören,  Zeitw.  r=  anhören.  XXXYI.  1.  5.  ^^geschrifft  ▼eiiioren.^^ 

lectionibus  de  saclra  scriptura  adesse.  XXVI.  277. 
▼erhurnen,  Zeitw.  =  behornen,  mit  Hörn  umlegen.  XVIII.  3.  6. 
▼erirren,  ▼eryerren,  Zeitw.  =  ▼erwirrt  machen.  XIX.  2.  7. 
▼  err,  verre,  Beiw.  Neben w.  =s  spät,  weit,  langhinaus  dauernd.  ^^la 

ferren  tagen.^^  CXVI.  4.  4.   ;^ls  ▼err.^^  in   so  fem.  XXVI.  28. 

XVIII.  5.  4. 
▼erreiten,  Zeitw.  ss  darüber  hinaus  kommen,  zu  Ende  gelangen. 

XIjII.  14.  10.  mit  dem  Acc.  der  Sache, 
▼errencken,  Zeitw.  =  das  Liebesspiel  treiben,  lusu  ▼enereo  imtare^ 

mit  dem  Acc.  der  Person.  LXXVIII.  2.  18. 
▼errdren,  Zeitw.  =cs  ▼ergiessen.  ;4)Iut>^  GVII.  5.  6. 
▼erreuhen,  Zeitw.  =3  reziprok,  rauh  werden^  sich  belauben.  LXXI.1*  5» 
▼erriglen,  Zeitw.  =  ▼erschliessen.  ;^n  mein  gewalt.^<  XIII.  1.  10. 
▼errichten,  Zeitw.  s=;  i!  befri^igen,  ▼ereinen,   abthun  zuip  guten 

Ziele.  VI.  115.    2.  umstellen,  ▼erlegen.  ;^mit  latzen.^^  GVnii  4.9. 
▼errimpffen,  Zeitw.  aes  Verziehen,  ▼erzerren.  IV.  2.  12.  algs/rim«» 

pan.  mittlhd.  rimpfen.  Grimm.  II.  33. 
▼errltch,  =  weitfort,  in  die  Feme.  CVI.  1.  8. 
▼erroten,  Zeitw.  ss  röthen.  GVII.  3.  16. 
▼errucken,  Zeitw.  «a  ▼errücken.  MT.  LXXVII.  3.  19. 
▼ersagen,  Zeitw.  ss  wie  hd.  Part,  ▼eraaigt:  naigt.  XXVL  3&5. 
trersaumen,  Zeitw.  ss^ersüumen.  Eintritt  \ork  b  an  di^lVortd  nach 

der  Regel.  GVUI.  4.  17, 


rers oberen,  Zeitw.  sb  1«  trans,  abselineMefl)  ftMiaueti,  veilelzen. 

2.  reziprok,  sich  ver schere ns=:  übergehen)  sich  begeben,  sich 
wohin  verlieren.  XLIV.  1.  9 — H.  V.  1.  7.  ParT.  verschart. 

verscheuhen,  Zeitw.  =  Scheu  empfinden.  LXXI.  1.  11. 
veritchiebeB,   Zeitw.  s=!s  verstopfen,  zuhalten.    ;>die   ören.^   Xllh 

10.  6. 
Tersöhiessen,  Zeitw.  st.  as  sich  in  schneller  Bewegung  irren,  teil'» 

schiessen.  VII.  2.  1.  moralisch:  sündigen.  XXXI.  2.  29. 
ferschreiben,  Zeitw.  st.  s=r;^ainem  nach  verschreiben.^^  ihn  sehrifl« 

lieh  vorfordern, 
verschrencken,  Zekw.  =s:  1.  durch  Schranken  abhalten,  v^en  giff- 

tigkltchen  wurm.^^  CXIX.  2.   22.    2.  verscbrenken ,  yerwichelii. 

XII.  2.  10.  auch  obscön. 
ferschrdten,  Zeitw.  =  1.  abhauen.  ^Hlen  nack.^^  XIII.  5.4.   2.ver- 
,  lieren ,  im  Wettkampfe.    XXXI.   3.   2.    überhaupt.   >^dein  huld.<^ 

XCIX.  1.  14. 
fers chul den,  Zeitw.  :=  verdienen  im  guten  Sinne.  XXXIV.  3.  13. 
Terscharen,  Zeitw.  ss  verbrennen,  ^^lie  augen.^  XV.  1.  1. 
yersenden,  Zeitw.  =  ver-  wegschicken.  CX. 3. 5.  Part,  versundt. 
Yersenen,  sich,  Zeitw.  ss  sehnen.  XXII.  3.  13. 
vers^r^n,  Zeitw.  ss  verwunden,  kränken,   ^^mein  hertz  ist  verstrt;^^ 

LIV.  1.  1. 
ferset zen,  Zeitw.  =5 absperren,  abwel\ren.  ;^s  taifels  ger.^^  XCVI. 

3.  22. 

« 

ters itzen,  Zeitw.  st.  ss  versäumen.   ;?die  schrenck.^^  lusum  veile» 

reum.  LXXIX.  3.  4. 
fersl äffen,  Beiw.  sst  zum  übermässigen  SaUafe  geneigt  mächeai. 

XXXIV.  1.  12. 
ferslauchen,  Zeitw.  =  verzerren,  verbrauchen,  essen.  CXVII.  6.6. 
versleissen,  Zeitw.  s»  abnutzen,  verbrauche«.  CXVIII.  1.  2. 
fersefaliohken,  Zeitw.  =ss  verschlingen.  XX.  2.  18. 
fersliessen,  Zeitw.  =  versehliessen,  verbergen.  VII.  1.  7.- 
ferslinden,  Zeitw.  =: verschlingen.  Part,  verslunden.  XXIV.  3.8. 
varamäheii,  Z^itw*  =  verdriessen,  wehthan.  ;>das  gunt  in  s6r  var- 

smähen.^^  CVI.  7.  10.  LXVIII.  1.  12.  MT.  verschmachen ,  das  a 

8S9  9«  de^  Friotosüd ,  6  d«r  Italiener,  versehjni^cheriisoh,  ge-* 


400 

*  neigt  sich  alles  im  bösen  Sinne  zu  Herzen  gehen  zn  lassen,  h  in 

ch  nach  der  Regel, 
versmähen,  versmahen,  Zeitw.  =  verschmähen.    LXVIL   4.  11. 

CXXI.  112. 
versmiden,  Zeitw.  =  anschmieden,  einschmieden.    Part,  versmitt. 

CX.  3.  6. 
Tersmiegen,  sich,  Zeitw.  =  sich  zusammendrücken,  biegen.  XXX.  1.  9. 
versneiden,  Zeitw.  =  abhauen.  Part,  versnait.  XXYI.  150. 
versnorpffen,  Part.  =  erpicht  auf  etwas,  versessen.  HT.  LXX.  3.3. 

versnuren,  Zeitw.  =  zuschnüren.  XIII.  6.  4. 

« 

Ter s  ort t,  Part,  s  hrüppelHaft.  LXX.  3.  4. 

versprächen,   Zeitw.  =  einem  Gehör   geben,   mit  dem   Acc.   der 

Person.  XII.  3.  12. 
verstän,  verstau,  Zeitw.  =  verstehen.   XXII.   4.  21.    XXVI.  23. 

;>verstän,^^  Reim  statt  verstehe, 
verstamen,  Zeitw.  =  verstopfen,  verstemmen^  verkeilen.  LV.  2.  7. 

'    Part,  verstampt. 
versternen,  Zeitw.  =  besternen.  ;>wann  sich  die  nacht  verstemet.^  ^ 

XIII.  3.  10. 
verstreckep,  Zeitw.  =  Part,  verstrecket,  versehen,  begabt.  Ein 

Jagdwort  z.  B.  von   den  Hörnern  des  Hirsches.    Er  verstrecket, 

wenn  ihm  neue  Hörner  wachsen.  XXXIY.  2.  16. 
verstreuen,  Zeitw.  =ss  zerstreuen,  theilen.  ^^n  offenbars  verstreaen.^^ 

Gescbiedenseyn. 
-versudern,  Zeitw.  ss  versieden,  verdampfen  lassen' im  Sude.  II.  4. 

29.  Uneigentlich :  ;^die  lieb^^  vernichten, 
versanden,  Zeitw.  =s  versündigen.  HT.  CVIII.  1.  15. 
versweigen,  Zeitw.  =  wie  hd.   verschweigen.   Part,  verswigen. 

XXIX.  2.  29. 
versbellen,  Zeitw.  =  verschwellen,  anfhalten.  XIII.  7.  9. 
vertragen,  Zeitw.  =x;  1.  behandeln.   ;^mein   vater  vertragen  hab  mit 

uberlast.^^  CV.  1.12.     2.  dulden,  aushalten.  ;^vertraist<^  =  ver- 
tagst. XX.  1.  8.  XXIII.  2.  8. 
vertreib,  die;  =s  Vertreiben,  Vertreibung.  ;^mit  langer  weil  verlreib.^^ 

IV.  3.  4.  ;9meins  hertzen  laid  vertreib. ^^ 
Teririfen,  2eitw.  «  vertreiben,  ^^ast.^^  LXXXl^II.  3;  49r 


rertusen,  Zeftw,  ss  enlschlummeni,  stille,  stumpf,  unwirksam  wer- 
den. LXXIII.  1.  6.  CXIX.  2.  20.  Part,  vertusst,  tusen,  to- 
sen MT.  =  schlummern. 

Tcrurtailen,  Zeitw.  £=  verurtheilen.  ;>in  etwas.^^  LXXXIIL  2.  8. 

vervangen,  Zeitw.  st.  =  Erfassen,  vervieng.  V.  2.  6. 

verbegen,  sich,  Zeitw.  c=  sich  entschlagen,  dran  wagen,  etwas. 
;>ich  verbage  mich  zbair  oehsen.^^  LXVII.  2.  10. 

verwegenlich,  verbegenllch,  Beiw.  Nebenw.  =  vcnvegen. Adv. 
eigene  Form,  verbegenltchen.  XXXI.  2.  21. 

Terwelben,  verbelben,  Zeitw.  =s wölben.  ;^der  sitz  rund  yerbelbt.<< 
LXXXIX.  3.  2. 

verbunden,  Zeitw.  =:  verwunden.  CVII.  3.  21, 

verwunt,  Part,  von  verwunnen,  =  wonnevoll,  in  Wonne  schwim- 
mend. LXXVI.  1.  30.  XXVII.  2.  19.    ' 

verzagen,  Zeitw.  =  wie  hd.  ;^ftn  verzagen.^^  unverzagt.  LH.  1.  14* 

verzechen,  Zeitw.  =s  mit  dem  Acc.  der  Person,  freihalten  in  d^ 
Zeche.  XXII.  5.  22. 

verzeunen,  Zeitw.  ==  ;^ie  lucken.^^  schliessen,  obscön,  bedecken 
post  concub.  LXIV.  3.  2. 

verzinsen,  Zeitw.  =' gewähren.  XXXIII.  3.  30. 

verzttcken,  Zeitw.  =  1.  hinwegnehmen.  ;>meintrauren.^^XLIV. 3.6» 
2.  ausser  sich  bringen,  vor  Schmerz,  CVII.  5. 25.  3.  vor  Freude, 
in  extasin  rapere.  LXXXVIII.  3.  4. 

verzbicken,  Zeitw.  =  arg  zwicken.  CVI.  11.  3.. 
'  V  i  c^h , .  V  i  c  h  t ,  das ;  =  Vieh,  Thier.  ;^ain  yedes  vicht.^^  XXIX.  2.  12» 
^^as  klaine  vich.^^  kleine  Gevögel.  XLI.  21.  «Schafe.  LXXVII.  2. 20« 

vier,  =  vier.  ;;auf  allen  vieren.^^  kriechend.  LXXI.  1.  10« 

vierd,  der,  =s  quartus.  XXIII.  2.  13. 

fieren,  Part,  gefiert,  =  zu  Vieren.  XXXIII.  2.  22. 

vierst,  der;  =  Fürst.  XIII.  9.  9. 

vierzehen,  vierzön,  =  luerzehn.  I.  1.  13.  XIV.  2.  17. 

viertausent,  ==  viertausend.  VII,  3.  9.' 

viegga  baniada^?  LXXXVI.  4.  5.  ungerische  Anrede. 

viess?  ==  ;>dem  geraden  viess  ainen  widerdries^^  biethen.  XVI.  2.  6. 
Ein  hoher  Ungenannter. 

vil,  Beiw.  Nebenw.  a  vid.  1^.  Suhft,  mit  der  2.  £!.  ;>vil  kund»ers/f 


XXXVI.  3.  3.    2.  steigerlich.  ;^ie  vil   twi^M  XXXYIL  9.   i. 
;^vil  schir/^  baldigst.  XXXIX.  2.  36. 

▼il leicht,  =  vielleicht.  LH.  3.  10. 

▼illen,  Zeitw.  s=r  die  Hanl  abfegen,  glfttten.  lY.  3.  17.  Vergl. 
Grimm.  II.  57. 

tIb,  =s:  fein,  im  Reim.  XV.  2.  11. 

vincentz,  4.  E.  vincentzen,  ss  Heiliger,  verehrt  am  22.  Jinner. 
CXXI.  22.  CXXIII.  1.  6. 

vinctL,  der;  s=s  Fink.  XL.  1.  20.  • 

vinden,   finden,   Zeitw.  ss  finden.  ;^ü  vindst.^'  XXXIX.  2.  18. 
Imp.  vand.  Part,  funden,  gefunden.  I.  3.  11. 
'  vi n Stern,  Zeitw.  s=s  finster  werden,  seyn.  ;;es  vinslert.^^  CIX.  1.8. 

Tiol,  die;  =r  Veilchen.  XLIV.  1.  20. 

V  i  0 1  s  p  r  a  n  t  z ,  der ;  ss  Farbenschmelz  der  Veilchenbltithe.  XXXV.  2. 24. 

virgtl,  sr  Heiliger,  v^ehrt  am  26.  Sept.  CXXI.  269. 

visament,  das;  =  Bildung,  Modelirung,  Zier,  Sch(Hiheit.  Blgeadick 
der  Wappenkunde  entlehnt,  wo  es  die  Eintheilung,  Ordnug,  Bil- 
dung eines  Wappenschildes  bedeutet.  XXXIV.  1.  3. 

vischen,  Zeitw.  =  piscari.  CXXI.  333. 

vitalis,  SS  Heiligenname.  CXXIII.  2.  14. 

vltztnmb,  mittlat.  Vicedominus,  Statthalter  eines  regierenden  Hemii 
oberster  Vorstand  eines  Gerichtshofes,  franz.  vidame.  XXVI.  35. 

vogel,  Plur.  vogel,  =  Vogel. 

vögeln,  Zeitw.  ss  V5gel  fangen,  obscto  zwddeutelnd.  LXXI.  3.  1. 

vogeleyn,  vogltn,  das;  s»  Vögelein. 

vei»,  S3  franz.  vous.*  ihr,  euch.  LVII.  1.  12. 

vol,  =!  voll,  ganz,  aus.  ;>vol  slaffen.^^  XXXIX.  1.  5 — 6. 

volbringen,  Zeitw.  st.  ss  vollbringen.  Imp.  Conj.  velbricbt. 

volenden,  Zeitw.  ss  aasthun.  Part,  volendet,  volendft.  XXVfl. 
2.  15.  . 

volkomenlfoh,  sr  voUkoramen.  CVI.  2.  2. 

vollaisten,  Zeitw.  ss  in  FüUe  verhelfen.  HT:  zuschanzen. 

volsingen,  Zettw.  ss  aussingen.  yiißs  herrn  wuAder.<^  XVII.  i«  2« 
Uneigentlidi :  ;^mein  haubt  Ml  volgesiingen.^^  II.  2.  29. 

voslocht,  Beiw.  s=  voll  Fesen,  Fftden.  XLIV.  2.  16. 

roltlehleii,  Zeitw.  =»  ausdichieB,  veBenden  durch  Cte0«g. 


TQUUrffn,  ZaitWk  s«^  atts^  genug  rdbiii»«  XCVI.  2.  1.  ;4di  kan  ir 

911  volzierea.^^  sie  niclil  nach  Gebtthr  loben.  XXXVIL  2.  2. 
Yon,  Prtfpos.  s=  aus,  wegen.  ;>yon  liebe.<^ 
Yor,  ft=  1.  für.  XIII.  2.  8.    2.  vorn.  LH.  2.  3.    3.  vorher,  frtther. 

früher.  XLYIIL  3.  8. 
voran,  Nebenw.  bit  dem  Dativ,  ^^voran  dem  rayen.^^  XCYI.  i.5 — 6. 

vortanzend, 
VQrcht,  die,  Plurl  vorchte,  as  Furcht.  CXVII.  4.  1. 
vorchtigklich,  =  furchtbar.  XVIII.  3«  6. 
Torchtlich,  SS  furchtsam,  demüthig.  CV.  1.  3. 
vorder,  der,  Flur,  vordem,  sss  Vorfahr,  Gewüholieh  Flur,  mqjoiet. 
vorder,  s=  vorig.  CXVI.  1.  2. 

vorlauff,  der;  =  Vorlftufer.  XVIII.  5.  9.  vorlouf.  Grimm.  II.  194. 
Yoren,  vorn,  Zeitw.  s=s  fahren,  weggehen:  LXXX.  1.  3. 
vorsehen,  Zeitw.  ss  durchsuchen,  durchwandern,  ffpetg^  aw  ud  la) 

vorsdit  das  gewild,^^  XXX.  1.  22. 
V9r Sprech,  der;  ss  Advokat,,  eine  integrirende  Gerichtspctson  des 

Mittelidters.  XXVI.  36. 
vors t er,  der;  s=:  F<örster.  HT.  XLIII.  29. 

wacket,  ^;  =  Kollektiv  fttr  den  Naturlaut  der  Raben  und  anderer 

VOg[el.  ;}ir  wacket  —  im  wald  erklinget.«^  XLI.  4& 
vaQben,  bache«,  Zeitw.  trans.  schw. :3b erwachen,  eigontl.  XXXY. 

3.  7«  «neigenfl.  CIX.  1.  1. 
waze  nas,  die;  s=s  wächserne  Nase.  XXVI.  122.  ;)das  Pacht  h*t  gar 

ain  waxe  nas.^^ 
Wichsen,  Zeitw«  iatFa«s>  «t.  witehsl  es»  erescit«  XXIL  4.  9. 
wachten,  Zeitw.  intrans.  schw,  «=  wnchen,  warten,  vrachlaa vigMa. 

XXIV.  i  1. 

•  J 

bachter,  der;  c=s  Naehtwachter,  besonders  der,  welcher  die  Lieben- 
den aus  veratahlener  Liebe  wadit.  XL.  2.  9. 

Vj|f!fen„  )>fiffen,.  das;  st;  1,  Schwert.  XVUL  8. 4.  2.- eigentüch : 
W^Seft!  AHirmiriifi  ti^W^rigeR:  Wohmf,  Aus&tfste  Wehklage, 
We)^  l^fifihfrZlU.  >imir  nUmt  len  g ietllck  «Bduck  mit  un-* 


464 

/hilffllchem  yrnSeuM  XXXIl.  2.  6.  ;>mein  haubt  das  ist  beklait  mit 
baffen/^  XLII.  3.  2.  Yergl.  mttlhd.  wäfen,  woraus  verkttrzt  un- 
ser Waffen,  und  wäfenä. 

wag,  bag,  der;  =  Woge,  Fluth,  Meer.  ;;mein  klag  swebt  äulF  aim 
bilden  bag.^^  ich  klage  ohne  gehört  zu  werden.  LXXYL  2.  16. 
;>recht  als  der  telphin.  —  2u  wages  grundl.^r  XLII.  2.  H.  ;js6r 
schrötten  in  dem  wagen. <^  grosses  Hin-  und  Herschiitteln  im  Meere, 
wobei  der  Anwachs  n  wegen  des  Reimes  annehmbarer  scheipt  als 
der  Gedanke  an  Wagen,  vehiculum.  XXVIII.  3.  4.  mittlhd.  wac. 
franz.  vague. 

wäg 9  bftg,  die;  =  Wagniss,  Abenteuern,  ;^in  ellentltcher  yräg,^ 
XCVIII.  2.  5.  ,  ' 

wäg,  wäge,  bäg,  die;  ==  Wage,  Werkzeug  zum  Wägen.  ;>nü  st6t 
mein  leben  krencklfch  auff  der  wäg.^^  ist  in  Gefahr.  CYIII.  3.  6. 

pftgen,  Zeitw.  =  wagen.  VI.  188. 

baggel,  das;  =  Weckchen,  Keil,  Webeschiffchen.  ;^snurrä  baggl.^^ 
Schnurre  ,  geh ,  Weckchen !  Ein  zur  Interjektion  abgeschwächter 
Lockton  zum  Genüsse  sinnlicher  Liebe.  LVIII.  4. 4.  MT.  Wögge, 
Wegge.  • 

waglich,  als  Nebenw.  wagltchen,  =  nach  der  Wage. '^^messen/^ 
CVIII.  4.  12. 

wahe,  wech,  bech,  Beiw.  =  schöngeputzt,  stolz,  aufprahlerisch, 
herrlich.  ;^yon  manger  stoltzen  franen  bech.^^  LXXXII.  2.  3.'  ;?&& 
tadel  wech.^^  LXXXI.  2.  4.  ;9eur  dinst  sein  mir  zu  wahe.^^.  XXXVI. 
7.  8.  althd.  wähi.  Grimm.  I.  727.  MT.  wach,  wach  seyn.  ;^ 
bin  wach  gVesen^^  beichtet  das  Mädchen  im  Vintschgau,  üppig 
und  selbstgefällig  im  Anzüge. 

waich,  Beiw*  =s  weich,  nicht  hart.  VI.  78. 

waichen,  Zeitw.  trans.  schw.  c=  weich,  geneigt  machen.  CXIX.  1. 13- 

waydman,  der;  =:  Jäger.  XLI.  79< 

waid,  baid,  waide,  die;  =  Weide,  Grasboden.  LXXVII.  1.  9. 
Uneigentlich :  ;>in  seiner  fursten  waide.^^  III.  3.  20. 

waidellch,  baidelich,  Beiw.  =  rüstig,  stark,  brav,  zierlich,  ge- 
^  fällig,  ^^waideltche  hitz.^^  stark.  LXXXIX.  3.  3.  ^^ain  freulein  bai« 

,      delich.^^  XXXVI.  1.4.  Der  Begriff  rasch  in  4er  Bewegung, -scheint 
dBr'Gnud  «Uer  übrigen  «i  seyn.  MT«  woadle  ss  hurtig. 


465 

bainen,  Zeitw.  =s  weinen.  CVI.  6.  16. 

bainlfch,  Beiw.  =  weinerlich.  ;^die  bainltch  kläg.^^  CYII.  5.  i. 

wal,  im  weibl.  Reim  wale,  die;  =  Wahl.  CXIX.  3.  15. 

wald,  der;  =  hochd.  Wald.  Uneigentlich:  ;>im  wilden  wald.^^  Welt- 
getriebe. CXIII.  3.  16.  XX.  3.  1.  Von  der  Jagd  hergenommen, 
die,  hochbeliebt,  die  Welt  einem  grossen  Jagdreviere  ähneln  Hess. 

walgen,  balgen,  =  sich  wälzen,  fortbewegen,  rollen.  XII.  4.  4. 
Imp.  bielg.  HT.  walgen,  nie  wälzen.  ;^5ich  wölgen  vorLust.^^ 
von  Kindern:  ;9im  Zimmer  herumwalgen.^^ 

wallen,  =  1.  gehen  überhaupt,  auch  von  leblosen  Dingen.  ;^ar 
snell  walt  sein  gevert.^^  IL  1.  14.  2.  wandern,  reisen.  ;^eiii 
wallen.^f  XIL  2.  34. 

wallgeheder,  das;  =  Wan^erkleid.  Von  wallen  und  hader,  die,  HT. 
Plttr.  hadern  =3  Kleidungsstücke,  in  bäuerlicher  Bescheidenheit. 
;^Seitte  Hadern  zusadimenpacken.^^ 

walpurg,  walpurgk,  wolpurg,  =  Frauenname.  Die  Heilige d.  N. 
hat  ihr  Fest  am  25.  Februar.  CXXI.  56.  CXXII.  2.  6.  XLI.  78. 

waltasar,  =  Einer  der  drei  Könige,  «als  Heiliger  verehrt,  Ehrenhttler 
der  Fräuleins.  XXIX.  3.  23. 

walten,  halten,  Zeitw.  st*  Im  Allgemeinen  mächtig  seyn.  Daher 
=5  1.  nutzen,  geniessen.  ;;walt  meines  leibs.^^  geschlechtssiiinlich. 
LXXXVII.  3.  7.  2.  handhaben,  ausüben.  ;>der  kaiserlichen  recht.^^ 
XXVl.  276.  3.  ertf^eikn.  ;9balt  unser  sind  ablasse.^^  XCIX.  1. 12. 
wobei  doppelter  Genitiv.  Imp.  hielt. 

waltzen,  Zeitw.  =  springende  Bewegung  machen.  IX.  5.  1. 

wamp,  wampe,  wampen,  der;  =  Bauch,  verächtlich.  ;^urch  val-. 
sehe  wamp.^^  aus  treuloser  Tücke.  CVI.  8.  11.  Vergl.  das  ital. 
mentire  per  la  gola.  althd.  wamba.  HT.  Wamp,  Wampen. 
Der  Wampen  heisst  dem  Volke  auch  die  Haut,  worin  die  gesamm- 
ten  Eingeweide  liegen.  >>Wampen  putzen.^^ 

wan,  der;  =  Wahn,  die  Heinung  im  guten  und  schlimmen  Sinne. 
1.  das  Heineh,  das  Haben  jeder  seelischen  Bewegung.  ;^aus  Zor- 
nes wa9.^f  XIII.  13.  1.  ;,z weifeis  wan.^^  LXXVL  2.  10.  2.  Das 
böse  Heinen.  ;>anff  ainen  posen  wan.^^  XIV.  1.  14.  3.  Das  gute 
Keinen,  Hoffen.  ;>auff  guten  wan  harren.^^  XXXVIL  4.  4. 

wtnck,  wank,  wangk,  der,  Flur,  wencke,  wenck,  waack;ss 

30 


m 

jede  Bewegung  aus  der  geraden  Richte,  hin  und  her,  auf  und  lA* 

1.  Das  Ausweichen,  nicht  Stillehaltan.  ;^under  wenck.^  obscOil* 
XXXIII.  1.  24.  .LXXVI.  2.  32.  2.  Der  Schwindel,  Scliw«^ 
tiberhaupt.  ;jwann  siecht  das  haubt  durch  ploden  ^anck,^^  XXYI. 
209.  3.  Das  unstäte  Hin-  und  Herschwanken,  im  ]iaufe,  Das 
Wild  ;>in  wangk  pringen.^^  aus  der  Richte,  Fassung.  4.  motas 
irritantes  yenerei. 

wdnckelhait,  die;  =  Wankelmuth.  XVII.  5.  14. 

wancken,  Zeitw.  =  gehen  schlechtweg. 

wandel,  d^r;  =   1.  das  Benehmen,  besonders  das  gute.    L.  3.  4. 

2.  Hangel,  Defekt«  ;>in  kainerlay  wandeis  mail.^^  UPS^YI.  2.  22. 
wandern,  Zeitw.  tran&  schw.  =  gehen.  ;^den  weg.^^  CVIII,  4.  3. 
wanen,  wenen,  Zeitw.  halbschw.  =  wähnen,  glauben,  gedenken» 

In^p.  wJtndt,  bond,  wont,  XIV.  3.  \%  VI.  163.  tV.  2.  8. 
XLVIII.  1.  14.  . 

wann,  Part.  =9:  1.  wann,  quando.  XLII.  2.  8.  XLVII).  1.  14.  2.  ur- 
sächlicher Uebergang  des  Satzes,  denn,  Weil.  XVin.^4.  3^.aa5ser, 
ausgenommen«  CXI»  1.  18.    4.  nach  dem  Comparativ :  qIs.  CIX. 

3.  8. 

^trhait,  die*;  :;;^  Wahrheit.   ;;durch  w&rhait.<^   in   Wahrheit.   XXH. 

3.  io, 

wirb  äfft,  der; 's  Wahrhaftigkeit.  ;^durch  wArhafft,^^  XL  !•  20. 
wargat^in,   Geschlecht  ungewiss  ^ '^ie?  =:   Fahrzeug,    Brigantine. 

I.  2.  21. 
bar n er,  der;  sss  bei  den  provenzalischen  Dichtern  der  Nachtwächter, 

der  den  Tag  verkündet,  damit  alle  verstohlen  Liebendem  zur  rech- 
ten Zeit  aufwachen.  XXXIV.  3.  3. 
wart,  die;  s=:  1.  Erwartung.  CXIX.  1.  10.    2.  Spähe,  Iraner.   ;^n 

valsche  wart.^^   XXIX.   1.  23.     3.  der  höchste  Jagd^tandyvnkl) 

Warte.  ,;die  höhen  wart.^^  XLHI.  26. 
wartefl)  worten,  Zeitw.  schw.  =  warten,  mit  dem  GfinitiT,  ^^iVQrt 

meiner  kunst.^^  XCIV.  3-  13, 
wuschen,  Zeitw,  trans.  st.  ^ss.  hochd.  waschen.  Imp.  wuesph.  CVI. 

10.  1.  wascht,  Imperat.  Grimm.  933.  4.  LXIH.  2.  12, 
wasly,  wesly,  da^j  =:  Rasen,  Wasen,  in  liebkosßiid^  Dimioillion. 

IXXXVIL  1.  13.  XXXV,  2.  16. 


4fi7 

Wissa  alal)an<la,  c=  ilal.  bassa  oder  basfo  alla  baada,  8chilslaH^ 
fcuogsaufidrttck  vom  Steurer  an  den  gemeinen  Seemann.  XXVIIL 
^.  19.  Vergl.  banda. 

waaserburg,  =3  Wasserburg,  wahrscheinlich  das  am  Bodcnsec 
XIII.  3.  9. 

wassermus,  das;  t=  Mehlkoch  in  Wasser  gesotten,  dem  Milek^^ 
Fleisch-  U.S.W.  Müsse  gegenüber.  lY.  1.  13. 

basserrunst,  runst,  Plur.  die  und  der ;  es  kleine  Eintiefnag,  Gra- 
ben  cur  Wassersammlung  bestimmt,  natürlich  für  das  Regenwas'- 
ser,  künstlich  zur  Bewässerung^.  Kanal ,  Rinnsal  überhaupt.  ;^es 
mfrren  sich  die  basserrunst.^^  sagt  Oswald  bei  aufsteigenden  Wärn»^ 
dünsten  des  Frühlings.  XC.  1.  6. 

wll,  die;  =s  Gewand,  Kleidung,  nkristeiiltche  vräUf  C.  3.  16.  i^in 
engestltcher  vfälM  Bussgewand.  XCVIII.  3.  2.  Yergl.  LXXVIL 
4.  aO.  Uneigentlich:  ;jder  vorchte  wftt.^^  CVL  4.  7.  Das  wftt 
XCII.  2.  4.  gehört  zu  qudt. 

waten,  watten,  Zeitw.  intrans.  cs=  gehen  schleehtweg.  ;^aus  den 
swachen  lusten  waten. ^^  CXVI.  5.  2.  Tl.  124. 

witsaek,  der;  f=  Gewaadsack.  VI.  220. 

wazz,  =  WH.  was?  CXXII.  11.  6. 

Wechsel,  der;  =  hockd.  Wechsel.  Insbesondere;  Stand*  und  Gang«* 
ort  .des  Wildes,  den  es  verlüsst  und  wieder  einairaml.  Dah^  na«» 
eigenllieh :  ;^en  weehsel  paiseD.^<  jagen ,  verfolgen  von  einem 
Siebter,  der  beidM  Partei^  dient.  XXVI.  137. 

wee,  bee,  ^s  weh.  1.  aehmerzlich.  ;,käin  schaiden  tet  mir  nie  sd 
bee.^^  LXI.  3.  2.  ;;wee  heut  wol  eeM  wäre  alt,  längst  gewesen, 
vorüber.  LXVII.  1.  9.  2.  sehnsuchtssdimerzlich,  mit  dem  Geni-*' 
'  tiv.  )y6  wee  der  lieben  geswulst.^^  LH.  2.  6.  8.  ant. 

weallcb^  ms  sehmerzhafl.  yM  weeltch  ach.^^  LXVL  1.  16. 

heg,  der;  =  Weg.  IV.  1.  3. 

wegehafft,  =;  reisend,  fbrtreisead.  ^^wegeliafft  werden.^^  sich  auf 
den  Weg  begeben.  XII.  2.  2. 

wegen,  Z^itw/  st.  as?  wägen,  abschätzen.  XII.  2.  27. 

weghart,  der;  s=  Landstreicher,  Wanderlustiger.  I.  4.  2. 

hagk,  der,  Hur.  bagk,  »s  Stück  Waizenbrot,  in  bestimmter  Fora. 

KXXJ*  4.  S». 

30* 


468 

weih,  WH.  weip,  Flur,  weihe,  weib;  =  Weib.   I.  3.  19.  XIIL 

13.  8.  CXIY.  2.  1.    p  in  späterer  Schreibart  selten,   ausser  im 

Reim, 
weiblich,  weiplich,  Beiw.  =  weiblich.  XLYII.  3.  1.    XXXVIIL 

2.  1. 
beich,  die;  =  Weihe.  XIV.  4.  8. 
weichen,  Zeitw.  intraps,  st.  =  sich  entfernen,  aufhören.   >>hat  ge- 

wichen.^^  XXIX.  2.  30. 
weihen,  Zeitw.  trans.  schw.   =  weihen.    Part,   geweicht.     XIY. 

5.  4.  1.  16. 
weihenprunnen,    der;  =  Weihwasser,    spasshaft    und  ironisch. 

;^schencken.^^  den  Nachttopf  ausgiessen.  VI.  92. 
weil,  weyl,  heil,  die;  =  Weile.     1.  Verzug,  ^^nembt  kain  weil.<^ 

LVIII.  6.2.  ;^lät  euch  der  weil.^^  mundartlich.    2.  Zeit  überhaupt. 

;^mir  ist  die  heil  nit  lanck.^^  LXXVII.  1.  19.  Adverbialisch :  der 

weil  =  während.  CIX.  1.  8. 
wellent,  weylent,  =  einst.  CXIV.  1.  12. 
bein,  der;  =  Wein.  LVIII.  1.  4. 
weis,  weys,  be.is,  beys,  beyse,  die;  sss  Art,  Weise,  besonders 

Betragen.  XLIV.  1.  2.  LXXXII.  2.  1. 
weis,  weys,  weyse,  Beiw.  =  klug,  weise, 
weisen,    weysen,    waisen,    Zeitw.    =s   1.   zeigen,    darstellen. 

;>deins  leibes  nar  mich  weist   von   tadeis   par.^^    XXIX.   3.   22. 

2.  antreiben.    ;;denckisch   zu  sehen  weist  mich  das.^^  LH.  2.  1. 

3.  abweisen,  ^^davon  sie  nymant  weysen  kund.^^  XX.  2.  17.  Part, 
geweyset.  CXIII.  1.  14.  , 

weis,  Beiw*  =s  weiss,  albus.  Als  Inlaut  verdoppelt  sich  das  s,  z.B. 

weissen.  LXXII. ,1.  1« 
weiss,  die;  =  Weisse,  weisse  Farbe.   ;^seyd  mir  die  weiss  ^vxA 

praunen  part  aufdringt.^^  XCV.  5.  6. 
weissag,  der;  =s  Prophet,  Weissager.  XXII.  4,  22. 
belcher,  =  welcher.  XVI.  5.^2. 
welgen,  =  wälzen.  ;>welgt  euch  in  den  bluemlin  gel.^  XXX.  1.18. 

Umgelautet  aus  walgen.  HT.  wo  Igen, 
welisch,  Beiw.  Nebenw.  =  wälsch.  LVIL  1.  13.   HT.  wellisch, 
wellen,  wollen,  Zeitw.  st.=wollen.  Präs.  indic.  ich  wil^  wildü. 


409 

du  wild,  wiltü,  wiltüs  (spleonastisch),  bildü,  er  wil,  well 
,  wir,  weit,  wellent.  Conj.  welle,  well,  wellest,  welle, 
well  H.S.W.  Imperf.  bolt,  wolt,  bolde,  wolstü  u.s.w. 
Part,  gewolt,  geholt.  LVIII.  3.  1.  2.  1.  LXXVII.  2.  16—17. 
XXXVIII.  3.  15.  XXII.  10.  8.  XXXVIII.  1.  1.  LVIII.  3.  5. 

wellen,  =:  gehen  wollen.  XII.  1.  2. 

wellend,  das;  :=  Verlangen.  ;;mit  süssem  wellende.^^  LXXIX.  2.  7. 
Von  wellen. 

welle;it,  wellend,  ;=  wohin  immer.  ;^eUend  iQh  kumm/^  XII. 
1.  26.  ,,wellent  ich  gugk.^^  III.  2.  13.      Xt/^  ij 

wen,  =s  Conj.  wenn.  CXVII.  5.  12. 

wencken,  bencken,  Zeitw.  intrans.  =3  1.  wanken.  ;^echt  zu,  das 
wir  nit  wencken  mit  ungeleichem  tritt.^^  IX.  3.  2.  XLVI.  1.  12. 
)M  wencken.^^  ohne  Wank,  fest,  treu.  XXXVIII.  1. 13.  2.  sich 
irgendwo  hin  rjchten  mit  Gang,  Ohr,  Acht,  ^^benck  zu  pill.^^  Jagd- 
regel,  das  Nachgehen  und  Achten  aufs  Hundegebell  bezeichnend. 
XLIII.  18. 

wenden,  Zeitw.  halbschw.  trans.  sswenden,  ändern,  besonders  zum 
Bessern.  ;^schmertze.^^  LXXXVII.  2.  6.  LIX.  3.7 — 8.  ;^kainwen- 
den.^^  Aenderung.-LXV.  3.  17.  Formen:  Präs.  bendst,  bendt, 
wendst,  wendt.  Imp.  bandt,  wandt.  Perf.  gewant,  ge- 
baut. 

wen  gel,  der;  =  Universitätszeichen ,  das  bei  öffentlichen  Aufzügen 
yorausgetragen  wird.  ;^ie  naciö  von  aller  schneie  mit  yrem  gül- 
den wengel.^^  VI.  178. 

wenglein,  benglein,  das;  =  Wange,  liebkosend  zum  Hädchen. 
XLVIII.  2.  5.  L.  1.  7. 

* 

wentzU,  verkürzt  bentz,  =  Wenzeslaus.    Das  Fest  des  Heiligen 

d.  N.  fällt  auf  den  26.  Sept. 
wer,  her.  =  quis.  weu,   wew,,  =  MT.  woi..3.  E.  ;^von  wew<^ 

wovon,  woher.  XXII.   1.    19.   ;>zä  weu.<^  =s  zu  was,    wozu. 

XXVI.  332. 
wer,  her,  die;  =  Werth,  Preis,  Geltung.  ;;9uff  meines  aigen-geldes 

ber.^^  auf  meine  eigene  Kosten.  I.  2.  3. 
werben,  Zeitw.  =  1.  wirken,  ausrichten,  gewinnen.  ;^einc  not  wer- 

ben.^<  das,  was  nöthig. ist,  ausrichten,  erwerben.    LXXIL  3.  4« 


470 

2.  leben  und  wirken^  sich  nmher  bemühen,  ^^werben  in  nnfrut/^ 

XLII.  2.  20. 
berch,  werch,  das,  Plur.  berche',  werch,  =  Werk, 
werd,  werde  im  weibl.  Reim,  Beiw.  =:  werth,  theuer.  LXXXVIIL 

2.  5. 
werd,  der;  =  Werth.  CXIIL  2.  17. 
werden,   Zeitw.  st.   ssz  hochd.  werden.    Tonnen:  Präs.  ich  wird, 

WH.  byer,    du  wirst,  er  wird,   werdt,  wert,  a=  werdet. 

Imp.  bard,   ward,    wardt,  burd,   wurd,  wurden,  letxtere 

Form  auch  für  den   Conjunctiv.    Part,    worden,    geworden. 

wirstüs  =  wirst  du  es.    Besonderes:   1.  p^ies  wol  mich  ward.^ 

worüber  ich  Wohlbehagen  empfand.  LXXYII.  4.  13.  2.  Zur  Um- 
schreibung des  Imp.  ;^sie  wurden  klagen  und  seuftzen.^  plorabant. 

XXVII.  2.  21.  LX.  4.  11—13.  V^gl.  XIL  2.  2.  XXVDL  3.  8. 

XXXI.  3.  3.  XXXIX.  2.  32. 
weren,  ZeitW.  =  sich  vertheidigen ,   wehren.  ;^wer  dich  der  kd\M 

^   LXX.  3.  16. 
weren,  Zeitw.  s=a  dauern.  werdE=  durat.  LXXV.  2.  2. 
weren,  Zeitw.  =s  gewähren,  geben.  XXIV.  4.  11. 
werffen,  berffen,   Zeitw.  trans.   st.  =  hochd.  werfen.     Präs.  ich 

wirff.    Imp.  burff,  burffem     Part,  geborffen.   GVL  6.  4. 

LXXXIX.  1.  4. 
werltch,  £sx  wahrlich^  gewiss.  LXXVII.  1.  8. 
werlt,  werld,  werlde,  weif,  belt,  die;  =a  Welt.  CXVIL  1.  10. 

XXII.  4:  7.   alth.  werolt,  weralt,  werelt.    Das  r  ist  schon  nicht 

mehr  hOrbar,  da  es  auf  stelt  reimt, 
wertltch,  beltltch,  Beiw.  =  weltlich.  XXI.  5.  8.   CVIIL  6.  18. 
Wörtlich,  Beiw.  =s  hoch,  werthvoll.  ;jw.  6re.^^  CXVIII.  1.  14.  mit 

dem  vorigen  von  Schreibern  häufig  verwechselt, 
we  segg,  8=3  wahclich,  nach  Oswald  ungerisch.  LVII.  1.  9. 
Wesen,  Zeitw.  st.  s=sseyn.  Präs.  von  sein.  Imp.  was,  bas,  wast, 

was.  baren,    daneben  wer,  her,  werst,   wer  im  Sidg.  Conj. 

wer,  wsfr^  weren.  Part;  gewesen.    Imperat.  bis,  wis,  bis. 

CVII.  2.  24.  LI.  1.  19.  XXX.  2.  32—40.  LXXVII.  4.  8.^  CVI. 

2.  12. 
wesen^  das;  vm  Znstand,  ^^tatea  Wesen. ^^  XVII.  4.  4. 


4tl 

weit^  dl«;  dte  W^tte.  ;^ie  drosthel  hftt  fttn  trett  g^tfttiA  LXXXVtl. 
1.  17* 

wett,  !±f  et  w«is«,  Tom  mlttlniedferi.  W^t,  vAsstn.  LYtI.  2.  11. 

wicht,  bicht,  der;  :^  nichtiges  Wesen  im  Allgemeinen,  tfti^beson- 
de^:  1.  gnädig,  Einer,  der  nicht  ganz  recht  thut.  So  heisst  dail 
Mädchen  den  Nachtwächter  ;^wicht.^^  XXIX.  1.  25.  2.  schärfet; 
Armseliger.  LX.  1.  5.  3,  am  schärfsten:  ^^derpo^e  Wicht.^^ Teu- 
fel. CXV.  5.  14.  Vergl.  enwicht.  mittlh.  wiht. 

wyd,  die;  «  Weide.  MT.  XCIII.  1.  3.  LXXVII.  3.  8. 

widefdries,  der;  «t  Verdruss.  XVI.  2.  5. 

wider  fall,  der;  =  Zurückfall  in's  Alte.  XXIV.  5.  8. 

widerfart,  die;  =  Zurückfahrt.  Xtt.  4.  18. 

widergelt,  der;  =  Zurückzahlung,  Ersatz.  CXIII.  2.  5. 

bidergrein,  das,  der?  =  Entgegensausen,  Etalgegenheulen.  ;^ddtt 
schricklich  bidergrein.<^  XXIX.  3.  10.  MT.  greinen,  so  viel  d« 
brummen,  brontolare,  engl,  groan. 

Widerhab,  die;  sss  Widerstand.  CXVII.  3.  9. 

widerhandeln,  Zeitw.  trans*  schw.  !ä±± Wieder  umwandeln,  Utns^tz^lk. 
;9arg  zu  gutem  sich  seiden  widefhandelt.^^  CXVII.  4.  6. 

bideirhftr,  Beiw.  s=z  gegen  den  Strich  der  Haare,  struppig.  I.  1.  27. 

biderkuiifft,'die;  =ji  Kurttckkunft.  XXlX.  3.  29. 

Widerpart,  die;  =  das  Widerstreben  zweier  entgegehw^hendef  Win- 
de, des  Tags  und  der  Nachr  u. s.w.  XXIX.  1.  19. 

widerpöt,  das;  =  Gegenboth,  Aufkündigung  des  ersten  Einsatzes, 
Uebereinkommens  u. s.w.  IL  1.  9. 

widersatz,  der;  sstr  Gegenpartei,  Ge'gner,  Widerstand,  »ftn  widersatz 
die , zeit  YC^zeren.^^  unaufhaltsam,  unaufhörlich.  CXV}I.  5.  Vi 

biderstreb,  die;  s  Widerstreben.  LXXXVII.  2.  19. 

widerstreit,  der;=  Widerstreben,  Entgegenkämpfen.  XXVlII.  3. 3.  ^ 

XXIX.  1.  13.. 
widersturtz,  der;  ss  das  Umschlagen  aaf  die  entgegengesetzte  Seite, 

;^meln  singen  hat  ain  widersturtz.^^  ist  unharmohisch  geworden. 

CXII.  2.  14. 
widerwenden,  Zeitw.  inMns.  =  utokehten.  >^widci»Wfendr.<f  XXIX. 

1.  5. 
biderbertigkait,  die;  =s  Widerwärtigkeit.  XIX.  2.  14. 


' 


«2 

widerz«in.,  biderzam,  Beiw.  =  zuwider.  )>mein  dinsl  sein  im  wi- 
iemmM  III.  3.  15.  widerzan,  der,  im  Reim  auf  fän,  als  Sub- 
stantiv =  Abscheu,  Ungemhaben,  ;>mit  widerzan  erschrecken  s6r.^ 
XXIX.  2.  5. 

wie,  bie,  ;=  hochd.  wie. 

bieg,  biege,  biegen,  die;  =  Wiege.  XIX.  1.  13. 

Wien,  wienen,  =  Wien.  XVI.  4.  l.^LXX.  1.  17. 

wild,  das;  =  Wild.  XLVII.  37. 

wild,  wilde,  willde,  Beiw.  =s  1.  nicht  zahm.  XLIX.2. 1.  2.  ab- 
scheulich. ;>mit  willdem  fluech.^^  VI.  86.  Adv.  wilde  =  grausen- 
haft.  XIII.  7.  6. 

b'ilkomen,  s=5  willkommen.  XII.  2.  18. 

will,  biU,  Wille,  bille,  der;  =  Wille. 

willenkur,  die;  =  Vernunft,  vernünftige  Berechnung.  XLIII.  4Q, 

willickltch,  billiklich,  Beiw.  Nebenw.  es  wülig.  LIV.  3.  2. 
LXXXVII.  4.  12. 

bildprat,  das;  =*Wildprel.  IV.  1.  15. 

wymmer,  =s  Laut  des  Wimmerns.  CIV.  2.  25. 

windt,  der;  =:  hochd.  Wind.  XXIX.  1.  2. 

winden,  binden,  Zeitw.  trans.  st.  =  winden.  Uneigentlich:  ;>umb 
etwas  sich  winden.^^  LXXXVIL  3. 18^  Imp.  bund.  Conj.  bunde. 
Part,  gewunden.  LH.  2.  13. 

Winter,  winder,  b Inder,  der;  =  Winter.  LX.  2;  12.  LXXXVII. 
1.  4. 

Winter  klaub,  der;  =:  der  Winter,  der  alle  Schönheiten  der  Natur 
hinwegnimmt,  wie  Klaub  auf  (Kinderschreck,  wilder  Mann)  ge- 
bildet. XVI.  1.  2. 

windisch,  bindisch,  =  krainerisch,  slavisch.-  LVII.  1.  16.  Ad- 
verbialisch. I.  2.  6.  LVII.  1.  16. 

winck,  der,  wincke,  winck,  =  jede  schnelle  wiederholte  Bewe- 
gung, besonders  im  Liebesakte,  parallel  mit^wanck.  ^^suesser 
wincken  wanck.^^  XLV.  15. 

winckel,  der;  es  augulus.  I.  1.  3.    ' 

wincken,  ZeitW.  ==  schnelle  und  oftmalige  Bewegung  am  alten 
blecke  machen.  ;;durch  wincken  wanck.^^  XXXII.  2.  1.  wobei 
eine  4.  E. 


«73 

wird 9  die;  sas:  Würde,  Ami,  Ehre.  CX.  2.  6. 

wirdich,  wirdig,  wirdigk,  Beiw.  sas  würdig.  XV.  1.  3. 

wirdigkail,  die;  =  Würde.  CXVIII..  6.  «. 

wir s er,  Comperat.   beiwörtlich  statt  des  Adverbes,  yyam  dester  wir- 

ser.^^  LXXII.  2.  4.  Grimm.  III.  606  und  594. 
wirf,  wiert,  der;  =  Wirth,  Beherberger.    XII.   1.  3.    IX.  3.  5. 

Uneigentlich :  der  Weltrichter, 
bis,  wis,  wise,  wisen,  die;  =s  Wiese.  XYI.  4.  5. 
wischen,  Zeitw.  =  abwischen.  VI.  44. 
bisplot,  =  wispernd,  fispernd.  XLIV.  2.  i. 
wissen,  Zeitw.  st.  =  wissen.    Präs.   ich  weis,  bais,  er  wais, 

bais.  bisst,  wisst,  =b  scitis.  Imp.  wesst  für  Ind.  und  Gonj. 

LXXIV.  2.  1.   GVL  4.   18.  LXXXVII.   1.  22.   bis,   Imperat. 

XLIII.  25. 
witz,  bitz,  wi4ze,  bitze,  die,  Plur.  witzen;  ss  Verstand,  Klug- 
heit, Einsicht.   CXI.  3.  15.    XII.  2.   29.  XXII.  5.  12.  ^^plinde 

lieb  hat  nit  witzen.^^  XXIX.  2.  36. 
bitwe,  bitwen,  die;  Plur.  s=  Witwe.  XXI.  3.  5. 

wywill,  SS  nachgeahmter  Naturlaut  ausgebender  Jagdhunde.  XLIIL51. 

wol,  hol,  sr:  wohl.  ;^wol  mir  dn  wee  der  lieben  stund.^^  LH.  1.  1. 
;^as  tut  dem  freulln  woL^^  ist  ihm  angenehm.  GV.  2.  6.  ;;des 
wo!  mich  ward  der  grossen  freuden.^^  LIX.  3.  5 — 6. 

wolff,  der,  Plur.  wolff,  =  Wolf.  IH.  3.  29. 

bolffgang,  sss  Hannsname.  Der  Heilige  d.  N.  wird  am  31.  Oktober 
gefeiert,  bolffgangea  4.  E.  GXXIII.  5.  14. 

wolge trauen,  das;  =  das  gute  feste  Vertrauen,  gute  Meinung. 
VII.  2.  1.  . 

wol  hin,  =  leichthin.  VII.  3.  1. 

wolkenstaih,  bolkenstain,=s  1.  Schloss  in  Gröden  ,  ursprünglich 
den  Haulrappen  gehörig,  durch  Kauf  an  die  von  Villanders  über- 
gegangen, die  daher  Wolkensteiner  genannt  wurden,  schlechthin 
der  Wolken stain  genannt.  VI.  102.  2.  Prftdikat.  ;>MicheI  von 
bolkenstain.<^  X.  1.  1 — 4.  3.  Wolkensteiner.  ;,mich  armen  wol- 
kenstain.^^  III.  3.  28. 

wonen,  bonen,  wanen.  Zeitw.*  schw.  ss  wohnen»  pey  wonen,  =» 


1.  umschweben.   LXXVI.  1.  10/  2»  ehdi«ii  ttnMmieii«   iJtXV. 

3.  5.    3.  beUtehen^  gewftrttg  i^jn.  CXXIL  5*  3. 
b^onltch,  SS  bewohnbar.  CV.  5.  6. 

wont,  die;  »ts  Gewohnhtit,  Lidbe,  CX.   3.  9.    Aus  w6ii  mit  iBiA- 

Hchem  t. 
woirl,  börtf  das,  Plar.  wort,  ntts  hochd«  W. 
wuetten,  Zeitw.  :^  wüthen.  XLII.  2^  22. 
vbulst,  der,  die?  &=:  AüfgesehwolleBheil)  Attfgedansenheit^  ErböhuDg. 

;;aaf  des  hertzen  bulst.^<^  Brust  des  Weibes.  LIL  8.  5. 

« 

bund,  bunde,  bundeo)  wtttid,  die,  Plur.  buaden,  tsr  Wunde. 
XXX.  2.  40. 

wanden,  banden,  Zeitw.  m±  verwanden,  wunt,-  bunt,  ss  bllndet. 
LXXIII.  3.  5.  LXXVI.  1.  2. 

wunder,  bunder,  das;  ss  Wunder.  1.  ;;mit  fromder  stymme  wun- 
der.<^  unirer^eichUch.  VI.  32.  2.  Verwunderung.  ;Mias  lät  each 
Wesen  wunder.^^  XVIII.  4.  4.  3.  Ereigniss  üb^  die  Gesette  der 
Natur.  ;>gotes  wunder.^^ 

banderholt,  Beiw.  ssa  sehr  geneigt.  LXXXVI.  2.  7. 

banderlioh^  b^  bewandernswerth.  XIIL   16^  2. 

wunesam,  wunesan  im  Reime,  Beiw.  =s:  XXIX.  2.  10. 

bunildioh,  wuniklich,  wuniclich,.  Beiw*  =3  wonnig,  wonnig- 
lich. Adv.  bunikifchen.  LXXXVIIL  2.  9.  LIL  1.  3. 

wann,  wunne,  bunn,  bunne,  wun,  wanne  im  Reim  auf  man- 
ne, die;  =s  Wonne,  Lust.  Von  winnen,  gewinnen,  =  benütsen. 
Eigentlich:  Benützung  eines  Grasbodens,  Schwelgen  in  der  Gras- 
fülle. ;,wunn  und  woad.^^  MT.  LXXVII.  2.  5.  4.  18.  LXXXVH. 

4.  1.  CIX.  1.  4. 

wünschen,  Zeitw.  =s  hochd.  wünschen.   ;>alfers^^  wünschen.    XXII. 

5.  19. 

bSnitehlteh)  tis  a^ch  Wünsche,  erwünscht. 

Wttttt,  bunt,  =s  wuüd.  LIV.  1.  2. 

wufih,  burm,  der;  ts±  Wurnr.  Besonderes:  1.  Schimpfwort  Ikttf  Pi- 
latus. CVI.  8.  7.  2.  ;^def  giffligUtche  wurm/^  Höllendrache. 
CXtX.  2.  22.    3.  der  warme  Südwind.  XXVItl.  3.  5. 

würmly,  wurmlfn,  burmltn,  das ; as  Würmchen, SchlMige.  XXXV. 
9.  b.  XXX.  1.  14. 


f 


4rre 

uruirckeii)  burekeu,  2ettw.  Mtiir.  ül*  ictti  wiikM^  m^kdum,  iehtflMi 
O4  2.  14«  CXXI.  44.  worcklf  woreht)  gf«worf)ht. 

biirst,  wnmt,  Plur.  bürste^  b&rst^  die;  aes  Wtiivl,  AlliBimen. 
XXXI.  4.  13. 


laff,  die;  =  das  Ziehen,  besonders  der  Stimme,  Ton,  Aft  des  Lau- 
IM.  ;;4ef  ainlifl  singet  buester  iaff.'^  sagt  Oswald  von  einem  bb^ 
trunkenen  Sfinger«  XXIII.  4.  0.  Such  das  Iblg« 

«äffen,  Zeitw.  trans«  schw.  f^sti  Hauptbedeutung  and  Gmnd  Met  Übri- 
gen: ziehen,  recken,  strecken.  1.  ziehen  im  guten  Sinne. 
;;wer  nesseln  zafft  und  gilgen  straflfi,  der  wll  Am  gertlin  füdMkM 

2.  ziehen,  kureeht  richten,  bis  es  passt,  in  Sitte  und  Attiit^ 
schmücken,  ^^freulein,  seh^n  gezaffl.^^  XII.  8.  4<  3«  ziehen 
und  zerren  im  Liebei^hader  und  Liebesgenusi^e.  ^^üehen  UepltOk 
zaff.^^  wobei  eii  abfiel.  XXIX.  1.  41.  4.  ziehen  im  bösen  Sinne^ 
recken )  foltern ,  plagen.  ;;des  pin  ich  wild  gezaltel.^^  ausgezaUl. 
II.  4.  19.  Zu  Tergleichen  ist  das  Adelungische  Kaufen  statt 
zupfen;  das  mittlhd.  zftfen  bei  Grimm.  I.  3^.  das  UltneMsdie 
zäfen  ==  sich  unablässig  abmühen  und  plagen  im  Erwerbe,  a  zof, 
Bäf)  ms  Weibsbild,  das  nie  aufhört  sich  zu  stenten  (stentare). 

zag,  zage,  der;  :t^  Feigling,  Fauler.  LXXIII.   t.  S. 

zäher,    tzaher,   zacher,  der,   Plur.  zaher,  ze^her;  =3  Zühf6. 

althd.  zahar.  ;^durch  zahers  flins.^^  XCIII.  4.  2. 
zaigen,  ZeitW.   Irans,   schw.  =  zeigen.   I.    3.    16.    IttsbesOAd^Hs : 

;9gueten  morgen^'  wünschen.  >  VI.  84. 
zal,  die;  as:  Zahl.  1.  Anzahl,   »der  sinne  zal.^'  alle  Sinne.  LXXYI. 

8.  3.    2.  Mehrheit,    »für   aller    frauen    zal.^    XXXiV.  d.    11. 

3.  Fülle)  von  Gut.  ;^er  may  bedecket  mit  lieber  zal  die  erd.^^ 
XLI.  1.  1.  4.  Fülle,  von  Freude,  »dein  6r  htt  midi  erfreut  mit 
lieber  zal.^^  XXIX.  2. .  18.  Dai»  Wort  selbst  bildet  eine  Reim- 
erleichterung, wobei  der  Schall  die  Bedeutung  ftist  veMfflttgt. 

zalen,  Zeitw.  trans.  sehw.  z=i  kahlen,  rechnen.  II. 2. 2.  XLiy.2.  i3. 

Parti  gezalt. 
zam,  Beiw.  BS  hochd.  zahm,  ^^as  unrecht  zum  ntacheii.^^  eifthdlmisch,- 

alllftilieh,  g^<iin.  XXVI.  205. 


476 

SftiD,  die;=sZaliiiilieit,  Freundlichkeit,  ^^mit  lieber  zam/^  XCIlt.3.  3. 
sampen,  Zeitw.  intrans.  8c]iw.  as  zappeln,  mit  den  Füssen  stampfen, 

starke  schnelle^  Bewegungen  machen.  LY.  2,  10.  obscön.    Yo'gl. 

ital.  zampa,  zampare. 
zand,  zandt,  zain  im  Endreime,  Flur,  zend,  zende,  zaine,  = 

Zahn.  LXXVI.  1.3.  Xyi.2<14.  LH.  3.  16.  ahd.  zand.  Grimni. 

IL  60. 
Zangen,  Zeitw.  trans.   schw.  s=s  ziehen,  fassen,  zerren,   ^^züingltn 

Zangen. ^^  I^ebesspiel  des  Züngeins   treiben!    XXX.    1.  43.   MT. 

zanggens=an  etwas  ziehen,  zerren,  reissen,  nagen,  nicht  ans* 

lassen,  festhalten.  Zange  ist  von  d.  Z.  abgeleitet, 
zannen,  Zeitw.  intrans.  schw.  =3  die  Zähne  blecken.  CXVII.  5.  12. 
larg^  die;  =  Rand,  Einfassung.  ;^die  ertrunck  zarg  verfangen,^^  statt: 

den  Hund  küssen  wollen  bei  einem  Mädchen.  Y.  2.  6. 
zausen,  Zeitw.  traos.  schw.  css  zausen,  zerzausen.  ;^ir  kratzen,  zaus 

Til  mangen  tet  erschrecken.^^  lY.  3.  11. 
zart,  Beiw.  ss  hochd.  zart.  ;^die  zart,  zarte.^^  ein  gewöhnlicher  Aus« 

druck  der  Zärtlichkeit  für  die  Geliebte.  XXXYIII.  1.  15. 
zauberey,  zaubrej,  zobrey,  die;  =s  Zauberei.  CY.  2.  6. 
ze,  s:  das  abgeschwächte  zu.  ^^ze  fuess.^^  I.  1.  9. 
zech,  die;  =  Betrag  dessen,  wasEjner  im  Wirthshause  verzehrt  hat, 

in^ield  berechnet;  Zeche.  Uneigentlich:  XIY.  2,  3. 
zeder,  =  Zeder,  ^^ainen  paum  von  zeder.^^  lY«  2.  29. 
zehen,  z6n,  s=  zehn.  I.  1.  1. 
zehent,  der;  ss  der  Zehnte,  dieses  Namens.  I.  3.  28. 
zeich,  das;  =  Zeichen.    Daher   1.  Beweis.  ;>ftn  bdre  zeich  verUa- 
^  gen.^^  CYIir2.  8.    2.  Auszeichnung.  ;^rey  bischoiF  höher  zeich.^ 

XII.  3. 4.    3.  Ruhm.  .;^das  ist  aim  land  ain  löblich  zeich/^  XXYI. 

367.    Der  Abfall  von  en  bildet  die  kleinste  Schwierigkeit,   da  er 

häafig  eintritt.  Aber  eine  andere  Frage  ist  es,  ob  das  Wort  nicht 

lautet:  die  zeich  von  zeihen,  so  viel  als  zieht  imguten  und 

schlechten  Sinne,  gute  und  böse  Nachrede.  MT.  zeichen  s=be- 

argwohnen,  beschuldigen.  Such  das  folgende, 
zeihen,  Zeitw.  übergeh. 'st.  =  zeihen,  beinzichten.  Konsonantischer 

Anwachse  oder  Auslaut  wandelt  h  in  eh.  ;^zeich.^^  Conj.  Präs. 
zeisel,  zeysl,  zeyselein,  das;  9c  Zeisig,  in  mundarüicher  Di- 


477 

minution;  HT.  kennt  ;9der  zemg^<  nicht,  dafür  stets  seisele,  das/ 
GIX.  3,  U.  XL.  1.  21.  XLI.  22. 

zeit,  die;  s:s  hochd.  Zeit,  ^^die  zeit.^^  damals,  dann.  ;^ollier  zeit.<^ 
dann,  in  solchen  Umständen.  XXIII.  2.  12.  2.  8. 

zeitlich,  Beiw.  =  hochd.  zeitlich.  Adv,  zeitlichen  ss  auf  an- 
geistliche, janfromme  Weise. 

zeit,  der  ;=s  Trott,  bestimmter  Lauf  des  Pferdes.  ;^en  zeit  gitrappen 
über  twerches  Tcld.^^  reiten,  cavalcare.  obscön.  Y.  2.  10 — 11. 

zelten,  der;  ss  gebackne  Teigmasse,  rnnd,  flach,  fest,  eine  Art 
Kuchen  oder  Brot,  mit  allerlei  Ingredienzien,  mannigfaltig  berei- 
tet. ;^ie  kind  zu  ainem  zelten  erzausen.^^  III.  2.  27.  nach  HT., 
wo  alles  Zerdrückte,  Verpfuschte,  Flachgepresste  Zelten  genannt 
wird.  ;^a  hast  an  rechten  zelten.^^  Hisslungenes  in  Speise,  Koch 
•    u.  s.  w. 

zemen,  Zeitw.  trans.  schw.  ss  zähmen.  CX.  1.  13. 

zenditn,  das;  =  kleiner,  niedlicher  Zahn.  L.  2.  1. 

zenen,  Zeitw.  trans.  schw.  s=s  anziehen,  anlocken,  bezaubern.  ;^mich 
zenet  dein  tugent  mer.^^  LIX.  2.  15.  XXXIY.  1.  15. 

zepta,  =  Ceuta.  XIIL  2.  2. 

zereissen,  Zeitw.  trans.  st.  =s  zerreissen.  Imp.  ich  zerais. 

zerbrechen,  Zeitw.  trans.  u.  intrans.  st.  s=s  zerbreclien.  1.  über- 
treten. ;^ein  gepot.^<  2«  aufhören.  ;^a  zerbrach  mein  ungemach.^^ 
LVI.  1.  16.  I.  2.  19. 

zeren,  Zeitw.  intrans.  schw.  =  zehren,  in  einem  Wirthshause. 
zeran,  reimnöthlich ,  eine  Form,  noch  Jetzt  in  unsern  Thälem 
lebendig.  I.  2.  7.  statt  zeren. 

zerg6n,  Zeitw.  intrans.  st.  =s  zergehen,  schwinden,  als  snee,  wee 
U.S.W.  XC.  1.  1.  Part,  zergangen. 

zergenckltch,  Beiw^  =s  vergänglich.  GXVI.  5.  9. 

zergeselle,  der;sss  unzertrennlicher  Gefiihrte,  der  mit  uns  isst  und 
trinkt.  IL  1.  31.  der  Tod. 

zerren,  Zeitw.  trans.  schw.  =s  hin-  und  herziehen,  zert  sa  trahit. 
LV.  3.  5. 

zerrinnen,  Zeitw.  intrans.  st.  ss  wie  hd.  Part,  zerunen. 

zerrütten,  Zeitw.  trans.  schw.  sa  hochd.  zerrütten,  yerwirren.  ;;deii 
schimpff.^^  CXVL  4.  10. 


«TS 

zerung,  ^  Zehiung,  Lebensbedarf  und  Anschlag  dessen  in  Geld. 
I.  i,  6,    , 

zesln,  der;  ==  Dnkaleri.  Ual.  i^ohino*  XV.  2.  10. 

setteT)  in  der  Redensart  ;9Better  ieh  sehrey,<<  LXXYI.  i.  11, 

zeugen,  Zeitw.  intrans.  =s  betheuern,  zu  Zeugen  aufrufen,  ^idas  zeug 
ick  mit  der  engelaohar/^  XXIX.  3,  36, 

ziel,  der;  s^c  Zirkel,  bekannte«  Messwerkzeug.  XXYIII.  3.  7. 

zidiwigk,  9ps  eJAvelner  Naturlaut  der  Naebtigal.  XLI.  51. 

ziehsn,  Z^itw«  At;  =ff  hoekd.  ziehen.  Präs.  ich  zeuch,  er  ae«cht, 
sie  ziehen t,  Jmp*  zöek«  Jmperat.  zeuch,  h  wird  im  Aftslaut 
upd  bei  konsQuantischem  Anwacba  zu  cb.  ^yv  zUcb9^<iE=3trahat, 
er  m^kt.  mi  16.  7,  CX.  1,  14.  V,  1.  3.  IV.  1.  23.  VL  14. 
I.  1.  23.  XXXIX.  2.  3.  XXVIII.  2.  7. 

ziel,  zil,  das;  9^  JUe],  Endet  «^(tremitas.  ^^epunden  mit  des  sailci 
ziel.^^  s=  mit  dem  Seile.  Reinibehelf.  CVII.  3.  18,  ,M  «idM 
zil.^^  Qlm  i^»  «in  finde  begebt.  LXVIIL  1.  11. 

zier,  Beiw.  m:  ^slerlii*,  XXXV.  2.  SO, 

zier,  ziere,  die;  =?  Zier,  Zierde.  I.  3.  23.  IIL  2.  14. 

zieren t«  4fui;  ^m  Koll^tiT»  Nftturlaut  der  Zeii^ige,  Meisen  umi  9m^ 
derer  Y*gpU  XW.  46. 

aüorhait,  die;  «?.  Zierlichkeit,  a  2.  14. 

ziem,  Zeitw.  Infinitiv,  ss  zi^eii.  XL VIII.  2.  15.  Beim  auf  dSem, 
eiQKigß  iSpur  dw  Qltereu  Form  ziem«  wem  u.  s.  w» 

zierDf  zierenheld,  zfer^nhell^  der^  die;  is»  Spottworl  de« Mäd- 
chens an  den  Knaben,  oder  des  Kaabena  tn's  Mädchen,  Einen  oder 
Eine  bezeichaend«  der  oder  die  sieh  hei  einem  gewiszen  Aatiega 
weigert.  XLV.  6.  Vergl«  fiek  gieren. 

zylerstal,  das;;9^ZiIlenbd«  )0m  dep  edkn  zylerstal.^^  XLUL  1, 20« 

zyeie«)  Zwtw^eckw*  ^  nienen^  gezienea.  KonsoiiBntisGherAnvtQhe 
an  den  Stamm  schiebt  ein  b  ein.  zjmbU  XXII.  8.  15, 

zjfliltch»  R^iw;  :s«i?  iiim^,  tenttgeed.  ;7UArii  zymltch  esaen.<^  XCiVIIL 
1.  6. 

zinck,  '=s  ciaqne,  XV,  2*  9r 

z|9aeii,  !999  f^Tfi^  w^m  tmfim  ^ywePt^  XXIX«  3,  34.    WpM 

das  mundartliche  zäunen,  glänzen,  jwfiidmfir«  mit  4fli  ZAeon. 


41» 

«fpffel,  der;  ss  dw  Zipfel  j^am  rocke/^.  liXII.  1.  iS, 

zyrill,  :«3  HüHAfuiaine,    D«i  Fent  des  Heilicen  4*  N.  filUl  auf  den 

syaplot,  vtm  »seheliid,  finatmidf  beimlieh«  XIiIY.  2.  1» 

zittren,  Zeitw.  =  zittern.  GXVI,  1.  12. 

sit9ie^  die;  s^^  y^r  dte  kamer  zitze,^^  XXXi.  2,3.  aagt  der  Edelmann 
zur  bürgerlichen  Brixnerdirne.  MT,  z  i  tz  e  =ar  Bmstnarbe,  Eat^rende. 

zeU  d^r;  ^^  ^^^*  ^^^^  Terra terey  gib  ich  zol>^  GY.  2.  7. 

zolicb,  Reim  auf  froltch,  Beiir.  «»  yerliebt,  anheioifefallen.  >9die 
mieh  zoltch  nach  ir  yent.^^  XXXIY.  1.  15,  ^^vü  lieber  griesse^ 
suesse  sich  erheben,  streben  froUch,  z^ch,<^  Mayen*  nnd  Liebes- 
lust. XXXV.  1.  6. 

zorn,  zoren,  letzteres  auch  ausser  Reim,  der; t=  Zorn»  ^^das  lel  der 
frauen  zorn.^^LX.  4. 2.  Auch  ^^nmb  etwas.^<  leid,  weh  Um«.  CXIX.  3. 8^ 

zncht,  die,  Flur,  ^suchte,  «r:  Zucht,  ;9init  züchten/^  atichtig,  anaUlB^ 
dig.  XL  2.  9. 

zui^btltcb,  ^  9ttchtig.  ,gßm  zvchtltch  ärM  LIX.  2.  5. 

zacken,  Zeitw.  trans.  schw.  =  zacken.  1.  schnell,  heftig,  anf  ein- 
mal ^ohen,  reiii;^n,  z.  B.  die  Schnur  des  Klobens.  LXXI.  fl.  6. 
XLIX.  1.  10.  2.  stehlen,  ettwenden.  GXYUL  3.  8,  MT.  ite 
ähnlichen  Sinne:  zwacken. 

znckerltch,  Adr.  ss  znckerhaft,  gm^siss,  LXXI«  1.  14. 

zuckernar,  diß;  &=  Znckerfipei^e,  ffSmnB  hert'zen  znekamar.^  sagt 
Oswiüd  zur  beliebten,  P^igegen  ^^sauer  zuckemar^^  ^fs  dieLtelies-« 
quälerei  in  der  Ferne  von  der  (}elid>ten.  XXXVII.  3.  4< 

zuren,  Reim^  Zei^y.  «=?  «ünien.  IX«  3.  6. 

zugebieren,  sich,  Zeitw,  tm  geziemen.  XXVI*  159* 

zaber,  3?:  herzn..lIT*  zuecber« 

zqtietzen,  Zeitw. «<^hw. sa fort, drtuf  los  hetzen. ;^heUiii»<^Xl4ni.l.  12. 

z$U,  9;vlle,  zuUe«»4ie;  w^  ZU)^?  Ktkn.  XTV,  IS,   14.  iin  niner 

zSIlen.^^  MT. 
znng,  zunge,  zungen,  die;  =s  Zunge.  LFV.  2.  $•  Begriff,  W^rt* 

zun  gl  1^9  4^5 ;  "^  Uel^i  Ai^re  Zwge  der  deliebten.  XXIX.  2,  31* 
z^pra\;l.8e^,  Zeitw.  j^shw.  ;9i7  mit  Urm  und  Gertuyeh  nahen«  ;^ö 
kumbt  jr  vmXßx  zugeprwst.^^  II|.  2t  ?2, 

zu  samen,  =s  zusammen«  XLIX.  1.  3. 


480 

ZM schocken)  leitw.asKuschliessen,  zusammenthaii.  ;;seyt  ain  mueder 

Mi  die  lueder  zugesehockt.^^  d.h.  seit  Christus  gestorben  ist.  CIY .  i .  17. 
zuschuren,  Zeitw. schw.  =  erhitzen,  wärmer  mache;i.  CXXI. 82 — 83. 
zusetzen,  Zeitw.  trans.  schw.=  mundartlich  die  zu  kochenden  Spei- 
sen an's  Feuer  stellen.  XXXIX.  2.  4. 
zuYersicht,  die»;  s=r  wie   hochd.  ;^aines  dinges  Zuversicht  haben.^ 

es  gewiss  erwarten.  CXVIII.  4.  1^. 
zbai,  zbay,  =  zwei  an  der  Zahl.  XX.  2.2.  LXXXIX.  3.3.  zbainS.  E. 
zbaien,  zbayen,.  zbain,  sich,  Zeitw.  schw.  =  sich  paaren,  ge- 

seUen,  zwei  zu  zwei.  Part,  gezbait.  XXXYIII.  1.6.  XLIX.  2.  2. 

XXXIII.  2.  22.  LVIII.  4.  5. 
zbainzigk,  =  zwanzig.  XXXYI.  4.  5. 
zbaiung,  die;  =  Theilung,  Uneinigkeit,  Schisma.  VI.  42. 
zbar,  =  fürwahr,  profecto.  Such,  die  wäre, 
zweifeien,  zbeifeln,  Zeitw.  =  zweifeln.  ;^zweifel  ich.^^  LI.  2.  8. 

CV.  1.  9. 
zbelfer,  der;  aa  ;^er  leö  in  seinem  zaichen  ain  zbelfer  ist  genant.^^ 

XVII.  i.  26. 
zfoellferlai,  zwelferlay,  zbelferlaye,=szwölferlei.  XXIII.  1. 13. 
zwelft,  der;  as=  duodecimus.  XXIII.  4.  11. 
zw^n,  zb6n,  =:  zwei. 

zbick,  der;  s=  Zwick,  das  Kneipen.  XIX.  3.  14.  HT.  Zwicker, 
zbtling,  das;  =  die  Zwillinge  im  Thierkreise.  XYII.  1.  30. 
zbingen,   Zeitw.  trans.  st.  =  1.  nöthigen.   ;^mundlin^^  zum  Kasse. 

XXX.  1.  34.    2«  peinigen,  festhalten.  XLII.  3.  6. 
zbir,  =s  zweifach,  zwei  Mal.  ;7zwir  durch  bis  an  den  grundt.^^  LIY. 

1.  4.  mit  einem  zweischneidigen  Schwerte, 
zwisel,  das;  =  Alles,  was  in  zwei  Aeste  sich  theilt,   Ast,  Gabel, 

furca.  Daher  der  untere  Theil  des  Leibes,  Scham  bei  Frauen.  LY. 

3.  1.  Grimm.  II.  100.  MT.  zwislen,  geawiselt,  ss  zweifach, 

doppelt.  Zwislet,  Zwisele  =  zwisel. 
zb6,  =  zwei.  LY.  3.  3.  '       '   , 

zbue,  =s  MT.  zboi,   zbui,    zbue:  warum?  ;;zbue,   Iftt  euch  der 

weil  ,^^   sagt  das  Mfldchen  zum  Liebhaber,  der  Morgens  abziehen, 

zu  früh  für  ihre  Lust.  XXXIX.  1.7.  Aus  ze,  zu  und  weil.  Such. 

wer* 


Amnerkunsen  su  den  Oedlehten  Oswald^«« 

S.  1. 

HandMclirifteift  deriielben« 

Anfangs  kam  mir  die  Innsbrucker  Handschrift  in  die  Hände 
durch  die  Güte  des  verstorbenen  Präsidenten  Andreas  v,  Oipauii.  Sie 
wurde  von  einem  patriotischen  Herrn  v.  Wolkenstein  der  Universitäts- 
bibliothek zu  Innsbruck  geschenkt,  von  der  sie  später  an  das  Museum 
fiberging.  Sie  enthält  auf  100  Quartblättern  den  Text  der  Oswaldischen 
Gedichte  ohne  Sangweisen  von  einer  kundigen ,  aber  nicht  sehr  zier- 
lichen Hand ,  und  selbst  das  Papier  ist  nur  von  gemeiner  Art.  Ein 
Blatt  davon  ist  durch  Unfleiss  früherer  Benutzer  zu  Grunde  gegangen. 
Ich  halte  sie  für  eine  Abschrift  der  Wolkensteiner  Handschrift,  wejt^e 
vor  Jahren  im  Schlosse  Rodenegg  zu  sehen  war  vom  Jahre  1442.  Spä*^ 
tßr  erhielt  ich  die  von  mir  so  benannte  Wolkensteiner  Hand- 
schrift. Sie  ist  auf  Pergament  in  Folio  geschrieben  und  enthält  4ß 
Blätter,  44  bezifferte,  4  unbezifferte  mit  schlechtem  Gekritzel  und  1  Re- 
gisterblatt, fiit  den  S^ngweii^en  für  jedes  einzelne  Lied.  Auf  dem  er- 
sten Blatte  sieht  man  das  gemalte  Porträt  des  Dichters,  fein  und  cha- 
rakteristisch ausgeführt.  £r  trägt  in  demselben  eine  Pelzhaube ,  die 
blauweiss  getupft  und  mit  weissem  Hermelin  verbrämt  ist,  über  grosse« 
Locken,  die  kaum  alle  natürlich  seyn  konnten.  Am  rechten  Auge  blinde 
hat  er  um  den  Hals  ein  rothes  Koller ,  einen  Pelzstreif  über  Schultern 
und  Brust  herab,  und  von  der  linken  zur  rechten  Brustseite  ein  brelfei^ 
Ordensband.  Die  Gedichte  selbst  in  zierlichster  Reinheit  mit  gemalten 
Anfangsbuchstaben  von  gleicher  Hand  der  Innsbrucker  Handschrift  be^ 
ginnen  mit  folgendem  Titel:  In  nomine  Domini.  In  der  järczai  Uiv^ent 
Tiwhunderl  nnd  darnach  in  dem  zway  und  dreissigsten  j&re  an  dem 
nächsten  Samstag  nach  Sant  Augustinnstag  ist  diss  buch  geticht  nnd 
volbracht  worden  durch  mich  Oswalten  von  Wolkenstein  Ritter  des  al- 
lerdurchleuchtigsten  romvschen  kunigs  Sigmund  etc.  Rath,  jfti*  (mX  un«* 
dentUfili^  Ziffern).    Die  Wiener  Handschrift  in  FoUobrmat  auf 

31 


482 

Pei^ament  mit  beigesetzten  Sangwei^n  befindet  sich  unter  Nro.  2777 
In  der  k.  k.  Hofbibliothek  zu.- Wien.    Die  Musiknoten   sind  abwech- 
selnd roth  und  schwarz  und  die  Anfangsbuchstaben   in  Roth  und  Blau 
gemalt.  .Sie  enthält  -58  Blatter,  auf  deren  achtunddreissigstem  angezeigt 
ist ,  dass  sie  1425  geschrieben  worden  sey.    Inwendig  am  yorderen 
Buchdeckel  ist  wie  in  der  Wolkensteiner  Handschrift  das  gemalte  Por- 
trät des  Dichters  eingeklebt.    Oswald  ist  darin  in  ganzer  Leibesgestalt 
vorgestellt,  in  der  rechten  Hand  Musiknoten,  in  der  linken  Handschuhe 
haltend ,   an  der  rechten  Hüfte  mit   einem  Dolch  ^   über  seinem  Kopfe 
mit  seinem  Namenszug,  und  zu  den  Füsi^en  mit  den  Wappen  von  Wol- 
kenstein und  Yillanders.   Sein  Wamms  ist  schwarz,  der  linke  Fuss  mit 
Weiss,  der  rechte  mit  Schwarz  bekleidet,   Gürtelbeschlag  und  Dolch- 
griiF  von  Silber ,    und  sein  Kopf  mit   einem  Pelzbarett  bedeckt.    Von 
zwei  anderen  Handschriften  reden  unsere  Vorlagen  aus  dem  Haasarchive 
des  Schlosses  Trostburg.    Die  eine  davon,  ebenfalls  in  Folio  mit  Os-. 
wald's  Bildniss,  befand  sich  im  Schlosse  Rodenegg  unweit  Brixen.  En- 
gelhard Dietrich  v.  Wolkenstein,  der  sie  eingesehen  hat,  macht  davon 
eine  Beschreibung,  die  schliessen  lässt,  dass  sie  der  oben  aufgeführ- 
ten Wolkensteiner  Handschrift   im  Aeusseren   durchweg  ähnlich  war. 
Nur  führt  er  besonders  an ,  dass  sie  nach  des  Dichters  eigener  Ein- 
Zeichnung  im  Jahre^  1442  vollendet  worden  sey.   Ich  halte  sie  für  eine 
zweite  Ausstattung   der  ersteren  \   die  wahrscheinlich  manche  frühere 
Arbeiten  des  Dichters  als  zu  frei  beseitigte  und  deren  Stelle  mit  mo- 
ralisch-religiösen Betrachtungen  ausfüllte.   Sie  konnte  unseres  emsigen 
Nachfragens  ungeachtet  in  Tijrol  nicht  wieder  aufgefunden  werden.  Ob 
sie  überhaupt  noch  in  Deutschland  vorhanden,  konnte  ich  eben  so  we- 
nig ausmitteln.    Selbst  die  Sage,  dass  in  Jena  eine  Abschrift  der  Os- 
waldischen Gedichte  vorfindig  sey,  verklang  ohne  Erfolg  und  Ausbeute 
für  unsere  Ausgabe./  Die  zweite  verloren   gegangene  Handschrift,  wie 
es  scheint  eine  Abschrift  der  Wolkensteiner  Handschrift  vom  Jahre  1442, 
lag  im  Archive  zu  Trostburg  in  Quartform,  nach  der  Beschreibung  ei- 
nes Augenzeugen  noch  kleiner   als  die  Innsbrucker  Handschrift,   und 
wahrscheinlich  die  Grundlage  dieser  letzteren.     Für  uns  scheint  sie  in 
der  Innsbrucker  Handschrift  als  gleichzeitige  Abschrift  übrig  geblieben 
zu  seyn,  und  somit  den  Inhalt  der  Ausgabe  vom  Jahre  1442  dana- 
stellen.   Ohne  Zweifel  werden  durch  das  Erscheinen  ieac  Oswaidiadien 


Gedichte  von  Sachkundigen  die  allenfalls  noch  vorfindigen  Handischrif- 
ten  derselben  an's  Licht  gezogen  werden ,  deren  kritisches  Ergebniss 
sich  mit  Leichtigkeit  unserer  Ausgabe  einreihen  lässt , .  da  vorauszu- 
sehen ist,  dass  beim  gegenwärtigen  Stande  des  Oswaldischen  Textes 
die  Ausbeute  jedenfai^ls  eine  sehr  beschränkte  seyn  wird. 

Wir  haben  nach  dem  Gesagten  zur  Beurtheilung  des  Oswaldischen 
Liedertextes  drei  Ausgaben,  welche  die  verschiedenen  Wandelungen 
desselben  nach  den  verschiedenen  Zeitperioden,  in  denen  sie  entstan- 
den sind,  und  nach  den  durch  Fortbildung  wechselnden  Ansichten  des 
Dichters  darstellen.  Sie  rühren  nach  meinem  Gefühle  alle  drei  von 
Oswald's  eigener  Hand  her.  Zunächst  sind  sie  alle  drei  gleichmässig 
angelegt  mit  Anmerkungen  und  Beisätzen  späterer  Zeit,  aber  allesammt 
von  der  nämlichen  Hand  des  ursprünglichen  Abschreibers.  In  allen 
dreien  steht  ausdrücklich  angemerkt,  dass  sie  von  Oswald  gedichtet 
und  vollbracht  worden  seyen ,  was  nach  damaliger  Sitte  wohl  kaum 
anders  gedeutet  werden  kann,  als  dass  auch  der  Schreiber  der  Gedichte 
Oswald  selbst  gewesen  sey.  Ueberdiess  sind  die  Schriftzüge  in  allen 
dreien  der  Hauptsache  nach  völlig  die  nämlichen,  und  kommen  mit 
denen  in  Oswald's  eigenen  Briefen  zu  Tro^tburg  vollkommen  überein. 
Endlich  lege  ich  auf  die  Aussage  Engelhard's  Dietrich  v.  Wolkenstein, 
der  im  17.  Jahrhundert  blühte,  auch  einiges. Gewicht,  da  sie  als  lieber- 
lieferung  durch  Oswald's  Nachkommen  beachtenswerth  erscheint.  Er 
versichert  nämlich  an  mehreren  Stellen  seiner  Urkundensammlungen, 
dass  es  konstante  Meinung  seiner  Yorältern  gewesen,  in  den  vorhan- 
denen Handschriften  der  Oswaldischen  Gedichte  Oswald's  eigene  Hand 
zu  sehen.  Selbst  die  innere  Ausbildung  des  Textes  nach  den  verschie- 
denen Z^itperioden,  in  welchen  die  Handschriften  gemacht  worden  sind, 
macht  die  eigenhändige  Theilnahme  des  Dichters  an  denselben  höchst 
wahrscheinlich.  Die  Wiener  Handschrift  als  die  älteste  vom  Jähre  1425 
ist  nadi  älteren  Vorlagen  entstanden,  welche  bis  zum  Jahre  1380  hin- 
aufreichen, und  wovon  ich  noch  im  Archive  zu  Trostburg  Spuren  an^ 
traf  als  Reste  ältester  Aufschreibung,  die  zum  Einbände  von  Urkunden- 
heften gebraucht  waren,  und  unverkennbar,  wenn  gleich  grösstentheils 
zerstört,  Oswald's  Gedichte  enthielten.  Daher  steht  der  Ausdruck  dem 
Mittelhochdeutschen  und  Rheinländischin  am  nächsten,  sogar  im  Bezug 
anfdie  )SdureUiew«ise.    Tirolisdie  AnklilDg«  gdiören  noeh  zur  Aii»- 

3i» 


QfiliBie,  nicbf  fitr  Siegel,  bn  Besag  auf  Reim  uod  Versmass  kommen' 
ooeh  viele  If  achlässigkeiten  vor,  wie  sie'  beim  ersten  Entwürfe  junger 
Dichter  nioht  selten  sind.  Anklänge  des  Niederdeutschen  und  Flfimi- 
«phen  lassen  sich  häuüger  gewahren.  Man  fühlt  es  deutlich,  der  Dich- 
ter ist  im  Be^ug  auf  Sprache  und  Ausdruck«  noch  mehr  von  der  Le»- 
SHQg  seiner  Ritter-  und  Liederbücher  als  vom  Idiome  seiner  Heimath 
bej^mmtt  Einige  Gedichte,  deren  jugendlich  überstürzende  Sinnlichkeit 
4^01  Ernste  des  Alters  zu  frei  erschien,  stehen  hier  noch  unverküm^ 
merl  mit  Anmerkungen,  welche  den  fröhlichen  Leichtsinn  des  Dichters 
treffend  kennzeichnen.  Dagegen  fehlen  andere,  deren  reife  Vollendung 
und  Abrundung  erst  in  späterem  Lebensalter  möglich  geworden  ist. 
Die  Wolkensteiner  Handschrift  vom  Jahre  1432  ist  offenbar  eine  vom 
Oii^Jiter  selbst  veranstaltete  Sammlung  seiner  Gedichte,  zwar  auf  der 
Glüidiage  der  Wiener  Handschrift,  aber  mit  unverkennbarer  Sichtung 
Aiowphl  derGßdijchte  selbst,  als  der  in  ihnen  herrschenden  Sprach- und 
AMsdrucksweise.  Daher  tritt  darin  schon  das  Tirolische  mehr  hervor, 
4i^  ]^0chläsi9igl^iten  des  Versbaues  und  der  Schreibeweise  versehwin^ 
d^n,  imd  der  Uebergaag  aus  dem  Rheinländinchen,  Mittelhochdeutschen 
UPd  S^iederdeutschen  in's  Neuhochdeutsche  mit  tirolischen  Spracheigen* 
thSüJJchkeiten  mftcht  sich  überall  fühlbar.  Die  derbe  Zote  in  denHinnfr- 
U^ern ,  wie  sie  in  4er  Wiener  Handschrift  wohl  bisweilen  anklingt, 
erscheint  hier  fast  durchweg  getilgt  nicht  bloss  an  einzelnen  Stellen, 
aond^n  durch  Auslassung  von  ganzen  Liedern,  die  wir  indess  als  sprach- 
liehe Merkwüi^igkeit  und  Schilderung  damaliger  Volkszustünde  gewis* 
fi^afk  wiedergegeben  haben.  Nur  in  zweifelhaften  oder  schwor  zu 
entrftthselnden  Stellen  trSgt  sie  noch  treu  das  Gepräge  der  Wiener 
Handschrift  und  versucht  nur  selten  eine  Verdeutlichung  des  Sinnes. 
Sie  bildet  zwischen  der  Wiener  und  Innsbrucker  Handschrift  das  Mitf- 
Id,  den  Uebergang  aus  der  alten  in  die  neue  Zeit  durch  die  Fortschritte 
sfuracfalicher  Entwickelung.  Die  Innsbrucker  Handschrift,  wahrseheini- 
lidi  ans  der  ersten  Hälfte  des  Jahres^  1444,  also  kurz  vor  Oswald's 
Tode  verfosst,  steht  der  Wolkensteiner  Handschrift  in  jed^  Beziehung 
weit  nllher  als  der  Wiener,  und  enthält  nur  mehr  schwache  Anklänge 
älterer  Sprachfonnen.  Dagegen  tritt  das  etschländische  Volksidiom  un-^ 
verholen  und  vorwiegend  zu  Tage,  und  die  Schreibeweise  richtet  sieh 
-darnach.    Wir  haben  in  d^selben  keine  Sprache  der  Himesänger  in 


stMiger  M(te]hochdeiit8cher  FoMn,  8ond«m  die  AvsdnieksWeise  de» 
MeisterliedeS)  dfts  die  ältere  Sprachbildung  beteits  abgeworfen  hat,  ohne 
deren  Wurzeln  zu  verläugnen*  Die  Sprache  dieser  Handschrift  trtfgl 
in  sieh  selbst  den  Beweis,  dass  sie  mit  den  ersten  V^enfschungen 
der  Bibel  weit  verwandter  ist  als  mit  Parcival  und  Titurel«  Im  Beztfg 
auf  den  Inhalt  folgt  sie  zwar  fast  durchweg  der  Wolkensteiner  Hand«' 
Schrift,  bessert  aber  an  dunkeln  Stellen  nach,  und  ist  um  einige  Zu** 
gaben  reicher  als  ihre  Vorgängerin.  Eine  aufmerksame  Vergleichüng 
aller  drei  Handschriften  gibt  das  unabweisliche  Resultat,  dass  sie  mi^ 
einander  im  Zusammenhange  stehen,  dass*  sich  die  eine  ads  der  ande- 
ren entwickelt  und  nach  dem  Leben  fortgebildet  hat,  und  dass  dies« 
Fortbildung  nach  so  bestimmten  folgerichtigen  Grundsätzen  erfolgt  ist^ 
wie  sie  nur  rom  Dichter  selbst  ausgegangen  seyn  konnte.  Die  Zeit 
der  Entstehung  und  Vollendung  dieser  Handschriften,  die  eine  Ueber« 
gangsperiode  war,  erklärt  zugleich  die  vielen  Schwankungen  des  Aiuh 
druckes,  der  Schreibeweise,  der  Aussprache,  wie  sie  durch  den  End- 
reim  oft  widersprechend  festgestellt  wird,  besonders  im  Umlaute  und 
in  den  Längen  und  Kürzen  der  Vokale.  Aus  dem  nämlichen  Gtunde 
so  manche  Unreinheit  des  Reims,  da  einerseits  die  alte  Regel  noch 
gar  wohl  fühlbar  ist^  andererseits  der  Andrang  der  neuen  weniger  go« 
wissenhaften  Zeit  sieh  leicht  über  das  scharfe  Gehör  der  Altvordern 
hinaussetzt ,  fast  im  gleichen  Masse  wie  sich  in  unseren  Tagen  die 
politischen  Dichter  über  die  Strenge  des  regelfesten  Verses  biBweg«» 
geseM  haben. 

S.  2. 
00wald'0  C^rmmiiatik« 

Es  ist  «keineswegs  unsere  Absicht  hier  alle  Gesetze  des  Oswaldi- 
schen Grammatik  zu  entwickeln.  Zunächst  liegt  denselben  ohnebin  die 
allgemeine  Lehre  der  Sprache  zu  Grunde,  wie  sie  J$k6b  Grimm  id  sei- 
ner Grammatik  vom  Mittelhochdeutschen  dargestellt  hat.  Wo  diese  nicht 
ausreicht,  wird  unser  Wortbuch  hinlängliche  Aufklärung  geben«  Wir 
fahren  hier  bloss  einige  Eigenthümlichkeiten  der  Oswddischen  Gram- 
matik an,  die  für  gewöhnliche  Leser  der  Gedichte  nicht  ttberfittssig 
seyn  mochten. 

i.  Entschieden  mittelhochdeutseheLäBges  ersehetten  dufokaus  ktri^ 


z.  B.  waiFen  aus  wlfen,  slaffen  aus  slftfen,  straffen  aus  strftfen,  zaffen 
aus  zdfen.  Der  Umlaut  zeigt  daher  regelmässig  e,  während  nebenher 
ein  schwankendes  Umlauten  in  a  mitläuft.  * 

2.  Viele  mittelhochdeutsche  Längen  erscheinen  neben  Kürzen  im 
nämlichen  Worte,  z.  B.  jämer  und  Jammer,  kümer  und  kummer,  kämer 
und  kammer,  getämer  und  getammer.  Beide  vorsteheude  Kürzungen 
gegen  den  mittelhochdeutschen  Sprachgebrauch  haben  ihren  Grund  of- 
fenbar im  Idiom  iles  etschländischen  Volkes,  das  hierin  keine  Längen 
kennt.  ^ 

3.  Der  Umlaut  des  kurzen  mittelhochdeutschen  a  schwankt  zwischen 
a  und  e,  z.  B.  gedenck  und  gedanck  (cogitationes) ,  zärtlich  und 
zertltch. 

4.  Die  Flexionsvoltale  fallen  in  der  Mehrzahl  der  Substantive  gern 
weg;  eben  so  die  weiblichen  Endvokale,  obgleich  seltener,  z.  B.'prüst, 
leut,  sund,  bind. 

5.'  Das  mittelhochdeutsche  d  steht  fast  durchweg  offen,  wie  z.  B. 
wee,  gee,  stee,  und  wo  es  geschlossen  erscheint,  ist  es  entweder  zwei- 
felhafter Lesart  oder  durch  den  Reim  bedingt, 

7.  Das  flexivische  e  fällt  bisweilen  auch  als  Inlaut  weg,  z«  B^ 
rains  =  raines;  alls,  als  =r  alles. 

8.  Die  dritte  Person  der  Zeitwörter  im  Präsens  der  Mehrzahl  nimmt 
oft  ein  t  zu  Hülfe,  z.  B.  umvdhent  statt  umvdhen.  Dafür  steht  manch- 
mal  sogar  d,  z.  B.  tund  ss  faciunt. 

9.  Die  dritte  Person  der  Zeitwörter  des  Sing.  Präs.  ist  allzeit  ge- 
schlossen und  oft  gekürzt,  z.  B.  trost,  laist,  wendt,  plendt.  Aehnlic^e 
Kürzung  tritt  namentlich  im  Mittel worte  derjenigen  Zeitwörter  ein,  welche 
wurzelhaft  in  cht  ausgehen,  z.B.  verpflicht,  betracht,  furcht  statt  -chtet. 

12.  Plur.  Präs.  1.  Person  erscheint  nicht  selten  gekürzt,  z.  B.  sull 
wir,  vor  persönlichen  Fürwörtern. 

13.  Die  zweite  Person  Präs.  und  Imperfekt  lässt  auch  gern  eine 
Verkürzung  eintreten,  z.  B.  du  wild  statt  willst.  , 

14.  Der  Infinitiv  steht  oft  vor  ich,  z.  B.  leicht  tun  Ichs. 

15.  Zeitwörter  mit  Doppelkonsonanten  in  der  Wurzel  vereinfachen 
sich  im  Anschlüsse  anderer  Konjugationsmitlaute,  z.  B.  erstarC,  gefeit 
von  eristarren,  gefallen.  Dessgleichen  verschwindet  im  Auslaut  der  Dop- 
pelkonsenant,  z.  B.  vergas,  m^,  sMs.  ■' 


16.  D^  Budifitabe  k  doppelt  sich  zu  ck  ohne  Bücksicht  der  Yor- 
aosgehenden  Konsonanten,  z.  B«  wurckt,  danck.  Am  Ende  eines  Wor-* 
tes  gestaltet  sich  diese  D.oppeIung  gern  zu  gk,  z.  B.  gesangk,  gangk. 
Dagegen  erscheint  k  nach  einem  Vokale  gern  einfach,  z.  B.  wunnik|tch, 
minnikltch. 

17.  Dem  Gesetze  dieser  rücksichtslosen  Doppelung  folgep  auch 
andere  Konsonanten,  z.  B.  heißen.  Ueberhaupt  herrscht  die  Neigung 
dieser  Konsonantenhfiufung  nach  Konsonanten^  charakteristisch  vor,  und 
scheint  im  Unmasse  tirolischer  Kraftaussprache  ihren  Grund  zu  haben. 

18.  Der  Doppelkonsonant  zz  oder  ss  löst  sichvor  dem  Konsonan- 
ten t  in  sst  auf,  z.  B.  kusst.  Dieser  Analogie  folgen  die  Schreiber 
irrig  auch  in  anderen  Wörtern,  'Z.  B.  hasst  =  hast,  kosst  u.  s.  w. 

24.  SS  wird  vor  1  gern  einfach,  z.  B.  stosltchen. 
29.  Das  kurze  o  lautet  oft  in  u  um,  z.  B.  duriCen  =  spinosus. 
30«  Die  media  b  tritt  allzeit  ein ,  so  oft  die  Hquida  m  vorausgehl 
und  die  Sylbe  geschlossen  wird,  z.  B.  stimbt,  raumbt. 

31.  Die  Theilendung  erscheint  ebenfalls  noch,  z.  B.  kiinges  haben 
wir  nicht. 

32.  Statt  ei  findet  man  grösstentheils  ai,  z.  B.  mainen.  Nur  die 
zueignenden  mein,  dein  bleiben  davon  ganz  verschont. 

33.  Der  Endflexionskonsotiant  s  fehlt  öfter,  z.  B.  des  gaisei. 

34.  Der  Vokal  u  erweitert  sich  gewöhnlich  in  ue. 

35.  Die  zueignenden  Fürwörter  führen  auch  öfter  den  bestimmten 
Artikel,  z.  B.  die  meine  freundtn,  oder  meine  freundin  die. 

36.  Statt  des  unbestimmten  Fürwortes  man  findet  man  auch  mensch. 

37.  Statt  mir  kommt  bisweilen  mein  vor,  z.  B.  zwischen  mein 
und  dir. 

38.  Auch  viel  hat  bisweilen  den  Artikel  aber  nach  dem  Substan- 
tiv, z.  B.  viel  mer  der  sind  sy  frd. 

39.  Dehnungen  älterer  Form  für  Wohllaut  und  Weichheit  der 
Spräche  sind  noch  häufig,  z.  B.  dnefangk,  haubet,  angest. 

40.  Das  ch  in  der  Endung  wird  in  der  Mitte  gern  zu  b,  z.  B. 
hoch,  hdhes,  und  der  verwandte  Konsonant  g  zum  endenden  ck,  z.  B. 
heck  statt  hege. 

41.  Häufig  tritt  Umlaut,  ein,  wo  er  im  Hochdeutschen  nicht  zo 
findeii,  z.  B.  tesehen  statt  tasdien,  seusen  statt  sausen. 


42.  Der  Stuselavt  ist  vor  Koosonanleii  regelmflssig  eiofftch)  z.  B. 
smal^  swach,  aber  seh  vor  Vokalen,  z.  B«  schar,  seherisch. 

43.  Das  Beiwort  hat  vor  weiblichen  Substantiven  4.  E.  Sing,  den 
Buchstaben  n  zum  Beisatz,  z.  B<  die  langen  nacht.  Auch  sonst  z.  B^ 
gattern,  puttern. 

44.  d  wird  vor  Konsonanten  gern  zu  t,  z.  B.  ^suntlfch,  abentstem, 
freundös. 

45.  Die  Yorschlagssylbe  ge  noch  häufig ,  7.  B.  gehaben ,  geseg- 
nen ^  ge^tn.^ 

46.  Die  tonlose  Bildüngsendung  hält  sich  gern  im  Reim  auf  e, 
welches  sonst  apokopirt  wird,  z.  B.  razze,  minne,  raine.   Dieser  Ana- 

*  logie  folgen  auch  andere,   z.  B.   der  trdne  u. s.w.    Besonders  erfolgt 
das  bei  Beiwörtern  sehr  oft,  z.  B.  grüene,  schöne. 

47.  Der  Auslaut  b  wird  im  Inlaut  vor  Konsonanten,  namentlich 
vor  den  liquidis,  zu  p,  z.  B.  liepltch.  Aber  dieser  Gebraiich  wird  sehen 
sehr  schwankend. 

48.  Oft  fehlt  das  Vorwort,  z/B.  gantzer  treuen  danken. 

49.  ff  bisweilen  im  Anfang,  z.  B.  ffriede. 

50.  c  oder  t  vor  2  fast  gewöhnlich. 

S.  3. 
Inlmlt  der  drei  Handseliriften« 

a.    Die  Wjener  Handschrift. 

Ain  anefang  in  gotlteh  foroht  Verheng  und  Idss 

Wadi  mensehltch  tyr  Ain  mensch  von  aehzehn  jdren 

Wen  ich  betracht  Mein  pul  laist  mir  gesellschaft 

H&r  kristenhait  Es  fugt  sich  dd  ich  was 

D6  mrmer  mcinseb  Es  ist  ain  altgesprochen  rftt 

0  weit,  6  weit  Es  seust  dort  her  von  Orient 

0  snode  weit  wie  lang  Ir  alten  weib  nü  frewt 

Wer  ist  dy  da  durchleuchtet  Ich  spech  und  hör  das  mang^  dagt 

Wann  ich  mein  kranek  vemunft  Du  auserweltes  schdns  mein  hercz 

Gesegnet  sey  die  frucht  Frau  ich  enmag 

Wol  auf  als  das  zu  himel  sey  Bog  depremi  (ein  mangelhafter  sla«* 

loh  spiff  ain  luft  .    vischer  Liedertext) 

In  firankreich  WM  auf  g eseit  Wer  Jagen  wel 


«itf  48> 


Fraw  dich  dd  iveUIteh  cr^atÄr 

Frolichen  so  wel  wir  sehir 

Sag  an  hertzlieb  nd  was 

Lieb  dein  verlangen  hft 

Troi^tltcher  hört  wer  tröstet 

Rue  mit  sorgen 

Der  may  mit  lieber  zal 

Ach  senltches  leiden 

Hercz  brich 

Frdleich  geschray  so  well  mir  machen 

Wes  mich  mein  pul 

Sollt  ich  von  sorget  werden  greis 

Es  nähent  g6n  der  vas^acht 

Geluck  und  hall  ain  michel  schar 

Von  rechter  lieb  kraft 

Wol  mich  auw6  der  ii€i)en  stund 

Gar  wunickitch  hftt  sie  mein  hercz 

Henschleichen  got 

Calender 

durch  toren  weiss  so  wird 'ich  greis 

Calender 

Wie  vil  ich  sing  und  dichte 

Des  grossen  herren  wunder 

Mein  hercz  ist  versert 

Hein  hercz  twingt  sich  in  höher  gail 

Ain  tunkle  färb  von  octiident 

Dd  fray  amors 

Her  wirt  uns  durstet 

Mit  gunstigklichem  herczen 

Frolich  zärtlich  liepltch 

Die  mynne  fuget  niemand 

Wol  auf  gesellen  an  die  vart 

Der  seines  laids  ergecz 

Es  leuch  durch  grä 

Des  himels  trdne  enpfarfoet 

Wol  auf  wol  an 


Ain  graseiln 

Syn  gredltn  grU  mein  greMetn 

In  syriä  aio  braiten  hall 

Der  oben  swebt  und  niden 

Ain  eilend  schied 

Ain  6ren  schacz 

Ich  spur  ain  tyer  mit  fiessen  breit 

Der  himmelsfurst  uns  heut 

Catolog 

Ich  hör  sich  manger  freaen  Idsst 

Frdleich  so  weil  mir 

Mich  trdst  ain  adelfche  mmt 

Ain  rainitch  weip 

Sweig  gut  gesell 

Got  gab  ew 

Kein  freud  mit  cläreni  herczen 

Lobleicher.got 

Zwar  alte  silnd 

Durch  abentbcnter  berg  und  tag 

Ain  yetterin 

Vil  lieber  grusse 

Ich  hab  gehoH  durch  manchen  grans 

Wol  auf  wir  wollen  slaffen 

Ain  burger  und  ain  hofman 

Chain  eilend  tet  mir 

Cheuschlich  geboren 

Von  Wolkenstein^  wolt 

Pfalzgräf  Ludewig. 

Ain  gut  geboren  edelman 

Mein  sund  und  schuld 

0  rainer  got 

Zergangen  ist  mein  herczetiwee 

Durch  barbftrey 

Erwach  an  schrick 

Wunickliches  paradiess 

Für  allen  schiffipf 


400 


WaniUtcher  wolgezierter  m«y 
Wer  machen  well  den  peutel 
Freuntitcher  blick 
Sweig  still  gesell 
Senlich  mit  langer 


Treib  her  treib  itberher 
Rasseltchs  lief 
Wach  auf  mein  bort 
Frew  dich  darchleuchtig 
In  Oberland. 


(Wörtlich  aus  der  Wiener  Handschrift  entnommen ,  obgleich  mit  dem 
Inhalte  selbst  nicht  ganz  im  Einklänge.) 

b.    Die  Wolkensteiner  Handschrift. 


Ain  aneCsngk 

Wach  menschlich  tyer 

Wenn  ich  betracht 

Hör  kristenhait 

Ich  sich  und  hör 

Ich  spur  ain  tier 

Löblicher  got 

Dft  armer  mensch 

0  weit  ö  weit  ain 

Wenn  ich  mein  banck 

0  snode  weit  wie 

In  frankereich 

Wer  ist  die  da  durchleuchtet 

Das  benedicit^ 

Das  gracifts 

Ich  spur  ain  luft 

Var  heng  und  Iftss 

Es  fugt  sich  dd  ich  was 

Es  ist  ain  alt  gesprochen 

Es  seust  dort  her 

Ir  alten  weib  nü 

Des  grossen  herren  wunder 

Wie.  vil  ich  sing  und  dichte 

Kain  freud  mit  klftr 

Ain  burger  und  ain 

Durch  aubenteuer 

Ich  hab  gehört  dareh  • 


Menschlichen  got 
Der  himel  fürst 
Kain  eilend  tet  mir 
Der  oben  swebt  und 
Durch  toren  weis 
Ain  tunckle  färb 
Es  leucht  durch  graw 
In  suriä  ain  braiten 
Zwar  alte  sund 
Des  himels  tröne 
Keuschlich  geboren 
Mein  sund  und  schuld 
Erwach  in  s<^hrick 
Von  wolkenstein 
Vil  lieber  grusse 
Ain  gut  geboren 
Durch  barbftrey 
Wer  machen  well  den 
Du  ausserweltes 
Froltchen  so  well 
Sttnd  auf  maredel(?) 
Sag  an  hertz  lieb 
Der  may  mit  lieber 
Ach  senliches  liden 
Wol  auf  gesell  wer 
FroUch  zärtlich 
Froltch  geschray 


\ 


4M 


Wes  mich  mein  pul 

Trosllfcher  hört 

Ain  mensch  von 

Mein  pul  laist  mir 

Solt  ich  von  sorgen 

Es  nähet  g^n  der  vaisenacht 

Geluck  und  hail 

Von  rechter  lieb 

Wol  mich  ftn  w6 

/ 

/ 

Gar  wunicklich 

Mein  hertz  das  ist  ver 

Weiss  röt  mit  braun  ' 

Genner^beschnaid 

Mein  hertz  jungt  sich 

Dö  fraig  amors 

Her  wiert  uns 

Mit  gSnstltchem  herczen 

Mynne  fuget 

Q  herczenlieber  nickel 

Sweig  still  gesell 

Wol  auf  wol  an 

Ain  graserin 

Sym  gredli  grdt. 

Mich  trost  ain  a 

Sfroltch  so  wil  ich 

Ain  rainklich  wib 

Sweig  gut  gesell 

Got  geb  ew  guten 

Ain  yettertn 

Wcfll  auflF  wir  wellen 

Ain  klugen  abt(?) 

Nu  hws  sprach  der 

(Ebenfalls  wörtlich  der  Wolkensteiner  Handschrift  entnommen ,  aber 
noch  mehr  als  die  Wiener  Handschrift  mit  dem  Texte  im  Wid^- 
sprach.)  ' 


0  pfaltzgtaf 
Röt  weyss  ain 
Vierhundert  j4r 
Hercz  mut  leib 
Ach  got  wer  ich 
Freuntifcher  blich 
Treib  her  treib 
Hercz  brich  rieh 
Lieb  dein  verlangen 
'0  rainer  got 
Graseltck  lif 
Senlfch  mit  lang 
0  wunnikltches  par 
Für  allen  schimpf 
O  wunnikltche 'wolgetan 
Wach  auf  mein  hört 
Sich  manger  frewt 
Wer  die  ougen 
Von  trauren  ndocht 
Es  komen  newe 
Nempt  war  der 
Kom  liebster  man 
Ich  klag  ain  en 
Av6  mlter(?) 
Ich  sich  manger 
In  Oberland  ain 
]Hich  frftgt  ain  ritter 
Irbapst,  ir  heiser 
Hort  zu  was  ellent 
Wer  hie  um  diser 

af 

Zergangen  ist  mein. 


49» 


c.    Dici'Inilsbrtcker  Handschrift. 


Ain  anefangk 
Wach,  menschlich  tier 
Wann  ich  betracht 
Hör  kristenhait 
Ich  sich  und  hör 
Ich  spar  ain  Uer 
,  Lobitcher  got 
Dft  armer  mensch 
0  werlt,  ö  werlt 

Wenn  ich  mein  kranck  v^nufft    , 
0  snode  werlt 
In  franckreich  / 

Wer  ist  die  da  durchleuchtet 
Gesegnet  sey  die  frucht 
Wol  auf  alls  das  zu  himel  sey 
Ich  spur  ein  luft 
Var,  heng  und  läss 
Es  füegt  sich  dd  ich  was 
Es  ist  ain  altgesprochen  rAt 
Es  seust  dort  her  von  orient 
Ir  alten  weib  nü  freut  euch 
Des  grossen  herren  wunder 
Wie  vil  ich  sing  und  dichte 
Rain  freud  mit  klarem  hertzen 
Ain  purger  und  ain  hofman 
Durch  abenteuer  perg  und  tal 
Ich  hab  gehört  durch  mangen  grannss 
Menschlichen  got  besniten  schön 
Der  himmelsfurst  uns  beut  bewar 
Kain  ellendt  tet  mir  nie  s6  unt 
Der  oben  swebt 
Durch  tdren  weis 
Ain  tunkle  färb 
Es  leucht  durch  grä 
In  syrift 


Zwar  alte  sund  pringt  nea6fl  laid 

Des  himels  trdne 

Keuschltch  geboren 

Mein  sund  und  schuld 

Erwach  An  schrick  vil  sehoneii  weib 

Von  Wolckenstain 

Vil  lieber  gruesse 

Ain  gut  geboren  edelman 

Durch  barbärei,  aräbiä 

Wer  machen  well  den  peukd  ring 

D(i  auserweltes  schons  mein  heiU 

Froltchen  so  well  wir        ^ 

Frau,  ich  enmag    * 

Sag  an,  hertzlieb 

Ach  senlfches  leiden 

Wol  auf  gesell 

Froltch  zertlfch  liepltch 

Frolltch  geschrai  sd  well  wir 

Was  mich  mein  puel  ye  hat  ertreat 

Trostitcher  hört,  wer  trostel  mich 

Ain  mensch  von  achzeha  jdren  klag 

Solt  ich  von  sorgen  werden  greis 

Es  nechnet  g6n  der  rasenaeht 

Geluck  und  hail  ein  michel  schar 

Von  rechter  lieb  kraft 

Wol  mich  du  wä  der  lieben  slmid 

Gar  wunikltch  hat  sie  meilr  herts 

besessen 
Mein  hertz  das  ist  yersert 
Weib,  röt  mit  praun  verleucht 
Mein  hertz  jungt  sich  in  höher  gati 
Dö  fraig  amors 

Her  wirt  uns  durstet  also  söre 
Hit  gunstltchem  hertzen 
Die  mynne  fuget  nymant 


418 


0  bertoen  lieber  nkkel  meiB 

SweigMill  gesell,  dem  ding  ist  recht 

wol  auff  wol  an 

Am  graserin  dureh  kuelen  tau 

Sym  gredlin  gn^t  mein  gredelein 

Mich  Irost  ain  adeltche  maid 

Sweiggutgesell,  schimpflichen  lach 

Got  geh  ew  aioeo  guten  morgen 

Ain  yettertn  junck  frisch  frö  frut 

Wol  aaff  wir  wellen  slaffen 

Hü,  hnas  sprach  der  raichel 

0  phaltsgraff  Ludewig 

Röt  weis  ain  frolfch  angesicht  - 

Vier  hundert  jär  auff  erd 

Hertz  mut  leib  s61  und  was  ich  hAn 

Adi  got  wer  ich  aia  pilgerin 

Freuntltcher  plick 

Treib  her 

Herts 

Lieb  deift  verlangen 

Rainer  got 

Qrasseltck  Itf 

(Yen  mir  nach  dem  Muster  früherer  Handschriften  für  die  Innsbrueker 
angefertigt.) 

8.  4. 
IT    n   r   i   »   ni   t   e   II. 

a.  Historische  Gedichte. 

I.    I.  W.  X. 

Selbstbekenntniss  über  sein  Wanderleben. 

1)  1.  fagtW.  wazW.  2.  wdtW.  3.  mnigenW.  4.gepauetW. 
krichen  W.  5.  pewtl  I.  6.  lof  W.  loff  X.  8.  geiazaen  X.  syder  W. 
9.  loff  X.W.  13.  viercxto  W.  X.  15,  roupt  X.  raupt  W.  18.  scUd 
W«  21.  marsteller  W.  22.  rüder  W.  26.  anderswo  I.  28.  kytl  I. 
2)  6.  teutzseh  X.  lampertisch  X.  7.  «erran  X.  8.  kond  W.  10. 
insel  X.    18.  vas  fehlt  L  dafür  aabigieiffen.    21.  wargalein  W.    1^2, 


Senlfch  mit  .langer  zeit 

0  wunikltches  paradts 

Für  allen  schimpf  des  ich  vil  sieh 

0  wuniklicher  wolgezierter  may 

Wach  auff  meiohiNrt 

Sich  manger  freut  das  ganze  jlir 

Wer  die  äugen  well  yerschuren 

Vom  trauren  mocht  ich  werden  ta«b 

Es  komen  neue  mer  gerannt 

Nembt  war  der  schonen  plvede 

Kum  liebster  man 

Ich  bor  sich  manger  freuen  lAt 

In  Oberland 

Hort  zu  was  ellentlicher  mer 

Ir.  pabst,  ir  kaiser 

Der  hie  umb  dieser  werlde  last 

Zergangen  ist  meins  hertzen  wee 

Und  swig  ich  Aü  die  lenge  zbftr 

Wol  auff  und  wacht 

Jenner 

Mich  frtgt  ain  ritter  ftn  gever. 


,  ! 


kottfinan  X.  3)  1.  aragftn  W.  4.  disligoides  W.  8.  raycadegW. 
nennt  W.  i2.  spreasst  W.  30.  scfaowten  X.  22.  newn  statt  mein 
W,  X.  4)  1.  verkeren  X.  verlieren  W.  2.  beckl^art  W.  beghart  X. 
3.  anfangk  X.    5.  suchet  X.     6.   ze  W.     16.  meyt  X.     18.  mein 

I.  W.  21.  gibi  I.  26.  vortraib  X.  28.  gelitten  X.  erfröret  W.X. 
statt  erstoret.  5)  1.  erzellenX.  2.  mündltX.  4.  mangen  X.  swaissX. 
6.  genomen  W.  gewunnen  X.  7.  emphunden  W.  X.  13.  getrosst  X. 
15.  und  16.  snd,  w6  W.  18.  wenn  X.  23.  elende  strfts  W.  26. 
gnftd  W.  genädt  X.  28.  kern  W.  6)  2.  insell  X.  insel  W.  5. 
mein  I.  6.  und  8.  burd  —  hurd  X.  14.  gruss  X.  21.  phlegen  X. 
W.  28.  musst  X.  7)  1.  viertzig  X.  mynner  X.  W.  2.  wüten  X.  ' 
6.  uflPX.  ertereich  X.    9.  und   10.  ratt  —  hatt  W.     11.  gesehatzet  X. 

17.  Temiinftiklich  X.  W.    27.  gedienet  X. 

II.    I.  W.  X. 

Die  Zudringlichkeit  des  Todes  in  des  Dichters  Leben 

nachgewiesen. 

1)  2.  weide  W.  louf  X.  4.  wenn  W.  X.  7.  steUt  X.  6.  wö 
ich  in  der  weit  hin  k6r  W.  8,  ging  I.  gieng  W.  X.  not  statt  s^rX. 
9.  wider  p6U  X.    13.   drinn  W.   =*  im  I.    X.    17.   üff  landen  W. 

18.  ze  röss,  ze  fassen  W.  20.  verknufft  X.  21.  schacze  X.  22.  sei- 
den W.  22.  haben  =  hdn  W.  24.  h6tt  er  mich  lassen  Ids  W. 
25.  ßTUen  X.  27.  fert  syben  ich  gedenke  W.  28.  dhainen  W.  X. 
brief  X.  31.  er  I.  =  und  W.  32.  waiss  X.  2)  3.  ze  =  zu  W. 
5.  klimne  X.    6.  dreye  W.     10.  aines  kellers  grünt  W.  eins  kellers  X. 

II.  raffdn  W.  raffen  I.  X.  14.  vas  X.  15.  bdU  X.  16.  frewnden 
SS  gesellen  X.  W.  18.  leich  W.  19.  schiff  X.  zebrochen  W.  2». 
malvisyr  W.  23.  zog  W.  zu  dem  X.^  29.  vol  sprangen  W.  32. 
lanck  X.  3)  1.  swimben  W.  8.  meiner  nasen  X.  16.  geverW.  X. 
17.  innen  W.  20.  gross  laid  W.  23.  nfthent  pelegen  W.  24.  taugkel 
W.  28.  gawkel  W.  gouggels  X.  30.  polirt  W.  edel  X.  edll.  31. 
dauch  W.  =s  doch  aus  I.  hindert  W.  32.  g^awkelt  W.  gauggelt  X 
4)  4.  fremde  W.  land  X.    5.  portigäl,  kränzten  W.  X.    7. .  ze  W.  X. 

.8.  krnmber  W.  X.  11.  beweisst  X.  12.  luczel  W.  18.  stul  X. 
24.  der  bitter  töd  X.  25.  schawr  W.  26.  her  X.  30.  ainer  X. 
&)  1.  war  X.  W.  ze  X.    4.  geanfaenteaert  X.  W.    S.  aUw-r-riltX. 


485 

11*  stampfleich  W.  12.  war  W.  13 — 15.  howen  —  grtwen  X« 
15.  aw6  W.  23.  ubersliche  X.  24.  gerawsch  W.  25.  weit  W.  X. 
nympt  X.  27.  taglich  W.  28.  entwendt  W.  29.  krenklich  W.  31. 
unTerfenkIfch  W.  Am  Eade:  Amen  dreimal  W. 

III.  I.  W.  X. 
Verdriessliche  Stimmung  des  Dichters*  auf  Hauenstein 

1417—1422. 

1)  1.  cftrftbift  W.  2.  hamaney  W.  4.  turggid  X.  7.'  eyflPenlant 
X.  9.  tenemarckh  X.  10.  engellant  W.  X.  15.  auss  X.  17.  mars- 
siUe  X.  19.  dftselben  blaib  W.  6  W.  deselbs  X.  22.  auf  ainem  ko- 
fel  rund  und  smal  W.  24.  höcher  W.  26.'  saoh  W.  27.  twingtss 
tut  W.  28.  kindel  W.  30.  hftt  W.  2)  4.  buss  W.  X.  6.  hfttt  X. 
10.  nyenn  mundl!  W.  13.  wellend  ich  gugg  W.  15.  6  X.  17.  has- 
seltch  W.  hasseleich  X.  18.  roczig  W.  as  rüssig  X.  20.  statt  tut, 
welches  den* Reim  zerstört,  hat  die  W.  fich.  21.  o£Ft  X.  =s  vast  I. 
22.  dann  =  so  W.  kompt  X.  mutter  X.  24.  gabJK.  fawsst  X.  25. 
musst  X.  engelten  X.  26.  erzausst  X.  28.  zoren  W.  X.  =  zom  I. 
29.  mangeln  X.  3)  2.  pfawen  X.  4.  in  =s  nur  W.  hurlahay  X. 
newr  X.  5.  howpt  W.  houbt  X.  7.  swar,  8.  mar,  9.  lar,  lÖ.  ge- 
var  W.  9.  howenstain  X.  13.  lanndes  X.  14.  nyde  W.  15.  dienst. 
17.  susst  X.    23.  miSss  X.    29.  wolf  X. 

IV.  I.  W.  X. 

Bittere  Saiyre  auf  das  Konzil  zu  Konstanz,  das  nich.t  ge«- 
schwind  genug  zu  Ende  kam,  und  das  Vermögen  desAdels 

nufzehrtje. 

1)  l!  pewtl  I.  =  peutel  X.  4.  vi^rtz^n  X.  W.  5.  funfzön  W. 
X.  7.  sechz^n  W.  X.  haller  I.  X.  8.  dreissig  X.  drtssig  W.  9. 
lutzel  W.  krüt  W.  X.  10.  üss  W.  schussl  I.  =s  schussel  W.  X. 
•13.  —  muss  X.  14.  brauten  X.  15.  die- sein  im  pann  W.  wildbrat 
X.  bann  X.  16.  der  tar  man  dd  nit  essen  W.  17.  umb  sss  auff  W. 
tS  X.  .  19.  grosschen  X.  20.  sond  X.  W.  sss  sult  I.  25.  und  27. 
ew  W.  SS  euch  I.  28.  musst  X.  29.  woltz  X.  wellen  W.  30.  kel- 
len W.  2)  1.  fasst  sss  als  X.  getranck  Yf^  3.  veryerrt  W.  X. 
5.  twangk  X.    6;  scharpffen  X.    7.  geU  W.  a  gibt  I.  a  geit  X« 


Wo 

.12.  sehiill  X.  i3.  euck  vindl  maa  wimiler  kurczweil  vilW.  14.  ftflP 
W.  blaue  W.  X.  15.  srnten^piel  X.  16.  rAben  W.  19.  slegelstillX. 
20.  kouffen  W.  X.  25.  zwelff  X.  feder  X.  26.  kam  W.  X.  27.  er 
liess  im  nyena  reder  W.  28.  geprfsen  W.  29.  böm  W.  X.  30.  den- 
selben W.  X.  3)  1.  verschrfb  W.  2.  aide  X.  3.  gemescht  von 
klyb  W.  gemescht  von  kleyb  X.  3.  ^4.  5.  klyb,  vertrtb,  Üb  W.  8. 
dieren  W.  X.  =  diern  t.  9.  brustlfn  X.  12.  t6U  X.  14.  braiten 
W.  X.  =:  paiden  I.  schuhen  X.  15.  beinltn  W.  gedilltW.  16.  bu- 
hao  X.     17.  gevillt  X.     18.  ruhen  X.     20.  fluhen  X.    23.  berltn  X. 

V.    W. 

Im  gleichen  Geiste  Aber  den  nämlichen  Stoff  mit  Anspielnngan, 

die  dem  Dichter  iie  Unterdrückung  des  Gedichtes  in  späteren  Zeitm 

wllnsehenswerth   machten.    Daher  hat  es  weder  die  I.   noch  die  X. 

Fir  uns  bleibt  es    an  einigen  Stellen  dunkel   aus  Hangel  genügender 

Einsicht  in  die  besonderen  Verhältnisse  der  damaligen  Gesellsohnft»- 

Eustände. 

VI.    I.  W.  X. 

Sigmund's  Reise  nach  Perpignan  wegen  der  Kirchenspal- 
tung. 

1.  gesprochen  W.  3.  versuchet  W.  X.  7.  ispanian  W*  8.  ke- 
stanian  W.  kestanien  X.  10.  costentz  X.  W.  erlitten  X.  11.  sigelr- 
stain  W.  X.  mein  X.  12.  gesnitten  X.  14.  ain  W.  I.  X.  zd  zway 
an  ein  ziethem  in  .hin  W.  15.  wider  ez  mir  erging  zu  aragün  W. 
weder  es  mir  erging  X.  17.  fachen  W.  vogel  W.  X.  IS.  enpflige 
W.  empfliege  X.  19.  tuet  W.  20.  dö  mit  betrige  W.  23.  solche  X. 
soltche  W.  26.  slugen  X.  28.  trugen  X.  27.  folgh  W.  volgk  X. 
30.  manighen  W.  31.  islicher  W.  yeslicher  X.  33.  engegen  X. 
Migegent  W.  loff  X.  34.  haisse  W.  35.  wirdickleich  W.  X.  wir«< 
digkifeh  I.  emphangen  X.  36.  chaiser  W.  38.  gehaisst  W.  bal  W. 
40.  es  hi^t)  uns  all(e)  verdrössen  W.  X.  41.  kungen  —  zenckW.X. 
42.  ckisea  W.  44.  nymmer  X.  =ss  nit  vast  I.  wuschen  X.  45.  firoweo 
X.  47—48.  sehreufl  —  tenfl  I.  bei  X.  offen.  50.  leonen  W.  leonon 
X.  phawben  X.  53.  nagel  X.  es  nagl  I.  54.  bot  X.  55.  gebiettftn 
JL  56.  schmacz  X.  57.  konig  W.  kung  X.  58.  achzehn  X.  60« 
wCren  W.  warn  Xf  am  Eide  4ßr  Verszeile.    62«  cisma  L  s«  seisma 


X.=:safimaW.  69.  hdt  W.  70.  ku  X.  71.  mumeW.  geheissenX. 
72.  verdt  X.  73.  ottnig  X.  otting  W.  leut«  X.  74.  kophe  W.  X. 
75.  rab  W.  X.  stier^  W.  X.  76.  «chophe  W.  bicken  X.  77.  dem  I. 
=  dez  W.  manchen  X.  79.  haut  X.  W.  81.  berczog  X.  86.  wil- 
dem W.  X.  fluch  X.  89.  weren  W.  X.  =  wern  I.  91.  schanckt 
W.  X.  pwomgarter  X.  93.  ainen  W.  ungeschmag  I.  ungesmack  X. 
95.  merket  W.  X.  96.  dez  sa  da;s  W.  her  X.  W.  fricz  X.  gloggen  X. 
101.  docht  W.  waiges  W.  gloggelein  X.  106.  jaucht  W.  107.  3ti- 
genW.  fllW.  108.  pumpern  X.  110.  andern  fehlte W,  X.  111.  am- 
begurt  X.  112.  geferte  W.  113.  rewet  W.  114.  von  goldein  W. 
guldin  X.  119.  emphoUen  W.  empholhen  X.  wevolhen  I.  22.  W.  I. 
X.  gleich  offen.  123.  moss  X.  kainer  I.  W.  X.  vielleicht  ainer  ? 
127.  orschen  W.  orssen  X.  rossen  I.  129.  peterün  W.X.  134.  ge- 
loubet  X.  140.  lobleichen  W.  142.  petrö  W.  X.  word  W.  verklait 
W.  X.  143.  diren  W.  s  dieren  I.  X.  144.  hofieren  X.  145.  ver- 
hört X.  W.  knawss  X.  146.  in  dem  sinne  W.  147.  hinaus  W. 
ain  ander  W.  148.  drynne  W.  dynnen  X.  151 — 155.  geheur,  steur, 
tadl,  nadl  W.  I.  bey  X..  offen.  154.  margorith  X.  margoretha  W. 
156.  Sitte  W.  157.  edele  W.  158.  darinn  W.  163.  wont  X.  164. 
baidnischer  X.  W.  köstlich  b6t  X.  167.  darinnen  W.  dorinnen  X. 
168.  haidnisch  W.  169.  päryss  W.  170.  hawsem  W.  171.  kint, 
man  und  weip  W.  172.  zwei  gancz  tege  W.  gancz  X.  173.  täten  X. 
.175.  hicss  X.  176.  naren  W.  177-^180.  schule  —  stule^  wengel, 
engel  X.  178.  pengel  W.  184.  da  stuenden  I.  sss  Studenten  X.  W. 
187.  gestän  X.  188.  nfthen  pftgen  W.  189.  eist  W.  X.  190.  wir- 
dikltch  X.  Die  W.  offen.  192.  dyamandum  W.  193.  michl  L  194. 
iftcht  X.  faght  W.  garnen  W.  X.  196.  ^egh  W.  =  secke  I,  X. 
197.  foUet  W.  X.  198.  manigen  plancken  zier  ohne  groschen  X.  W. 
200.  salb  driti  W.  201.  crafft  nÖt  X.  203.  edel  X.  edl  I.  204. 
schuff  —  peuten  X.  207.  künige  —  antzu  X.  208.  maine  I.  W.  X. 
209.  franczes  W.  210.  getrawen  W.  212.  edel  X.  edl  I.  saphoia 
W.  sbphoya  X.  213.  daz  (dez?)  W.  214.  wirdickltchen  W.  215 
<— 216.  ruggen  X.  stules  bruggen  X.  218.  louff  X.  stryeme  W. 
220.  rime  W.    221.  essich  X.    glokaus  W. 


32 


vn.  L  w.  X* 

A^f  seine  ehemalig«  Freünditi  Stbinft  Jäger. 

1)  3.  bttleii  X..  5.  ainest  W.  «s^  ain  mal*  I.  6.  kettenltn  X. 
7.  verslozzen  X.  6;  h^tl  X.  9.  ein  X.  10.  aisen  W.  13.  mtisst  X. 
16.  leidet  W.  2)  1.  wdgetrauen  I.  W.  X.  versch^ss  X.  3.  hcrr-' 
«ftn  X.  4.  erlitten  X.  6.  reitten  X.  7.  hailig  W.  haiig  X.  irs  W. 
iO.  raifise  W.  11.  gein  himellW.  hymll.  12.  bitten  X.  14.  michll. 
15,  schinbain  W.  X,  3)  4.  ain  lieb  ich  ir  geMnge  W.  g«tirangeX. 
6.  «inUscheW»  gerettW«  7.  zartltchW.  «»  kSbschIfchl.  10.  hoiv«A» 
^in  X.    12.  keren  W.    14.  fert  W.    15.  hyben  W. 

VIII.    1.  W.  X. 
Oswald's  Ungernzug  im  Jahre  1419. 

1)  1.  pul  W.  3.  ungerechten  W.  4.  wegen  «  billen  W.  6^7. 

f«U  ^  quall  W.    &  hing  —  leiblich  —  Stangen  W.     12.  mufls  X. 

b«iteii  «a»  warten  W«    langen  IV.    14.  hungern  woH  W.   18.  knettM 

mm  Yetten  W.    19.  geten  atatt  knetten  W.    2a  fehlt  ganz  W»    %L 

bdssei  W.  X.    2)  1.  pre«bai:g  W.  offenlech  W.  ofenloch  X.    2.  dM 

UnU)  ich  alle  czeü  in  dem  rftt  W.    ebsser  X.    hatten  X.   4.  difurher 

=^  firher.    5.  «eldt  X.    9.  nntwurt  X.    10.  hdtt  X«  h^  W.  peMri 

W»    11.  ewer  W»  X»    ventempt  X.    mar  X.    3)  1»  noch  m  mScfat 

W.    2,  fqFdreicb  W«    stmasa  W,  X.  !k  flegs  X.    6.  kSmpt  W.  tA- 

Achaft  X.    7.  verb6tt  X.    8«  gdn  W,  rugg  X.    9.  ungerlant  W.  X. 

10.  aetela  W.  aatteln  X.    12«  das  W«  t=s  dAmll  L  «chimpfa  X.  «Ig 

ginnhen  X. 

IX.    I.  W.  X. 

Genrebild  aus  Friedrich^s  lustigem  Landleben« 

1)  1.  fslanffen  X.  &  lecM  W.  X.  der  leltat  sey  gßt  vttrteylX. 
v«Ayt  W.  7.  Bit  fehlt  W.  X.  6.  Wb  X.  2)  4.  lamt  W.  X.  JL 
m&al  X.  6«  ew  W.  X.  her  X.  7*  bette  X.  8.  Umkf  W.  X. 
3)  1«  gätt  X.B=  za  h  3.  nngeUehen  W.  X.  4»  stob«  ais  irteenW« 
mWbß  X.  5^  bar  X«  7.  ew  X.  werdt  X*  8.  poUinischeai  W.  pol«- 
tanischM  fiytt  X.  4J  2.  feile  X.  3.  ertereiek  W.  X.  7.  nidit  X. 
5)  2.  hausdiereltn  W.  X.  a  aehaden  W.  Am  Bade :  13  «enantti 
Anfangsbuchstaben  mit  leerem  Raum  ohne  Text,  wahrscheinlich  ftlr  ein 
gleichartiges  Gedicht,  das  aus  Rücksichten  unterdradit  worden  int. 


X.    I.  X. 

BeUgcrnnf  von  C}rei,feastein  im  Jahre  1417. 

1}  1.  wolkenstain  X.  ain  fehlt  I.  3.  cd  hnrss  X.  2)  1—2. 
fjlat  —  plut  X.  I.  3.  banczer  X.  4.  liessens  nns.zu  leeze.  3)  i. 
bandfrerch  X.  3.  uM  I.  4.  fridiitch  X.  4}  2.  gesehaeh  X.  4.  arm- 
iMTttrt  X.  gebielt  X.  5)  1.  ^epawren  X.  as  die  pawea  I.  saut  X. 
4.  nadigepaimi  X.  6)  1.  g\5gg\  I.  3.  flevss  X.  .7)  1.  ritten  X. 
2.  Mf«iDf  X.    faran  X.    3.  fraidige  X.    4.  vergernen  X.    dervenX. 

XI.  I.  X.  W. 

Oswald's  Reise  nach  Deutschland  1409. 

1)  1.  lodewig  W.  X.  2.  by  rtpi  W.  3.  ttn  W.  5.  braale  W. 
feit  X.  &  sehraate  Yf.  13.  Uariteh  X.  14.  badtch  W.  X.  »L 
wisshait  X.  W.  24.  per  jna  foy  W.  25>  gelmwen  W.  26.  fe» 
macheUa  von  spphej  W.  gemtcheln  X,  2}  1.  haidlberg  I.  sg»  hai* 
dehveüg  W.  X.  2.  lob  L  W.  X.  8.  muss  W.  X.  11.  mSccliii  W. 
12.  Jlu«zlhi  W.  13.  kedachein  W.  kadrichti  X.  20.  bandl  I.  19.22. 
irohlgezJert  —  mgefiei«  X.  W.  3)  1.  kdas  X  7.  new  W.  X. 
a  oeckerowW.X.  0.  scjiem  I.  13—14.  nff  —  schaff  X.  22.4ivch 
den  W.    23.  gedecket  X.    i24.  fuxsea  W.  X.  I.    25.  mdder  X.    2& 

loff  W.    louff  X. 

XII.  JL  W,  X.. 

Oswald  Sigmund's  Gesandter  ,gegen  Friedrich  am  Rhein 

1426. 

1)  3.  wiertX.  6.  gemute  X.  12.  haill  X.  16w  Jiistschoff  X. 
17.  gn5ss  X.  ia  her  W.  23.  node  X.  29.  micW  L  dcam^  X. 
2)  1.  geMt  X.  W.  3.  edlen  W.  X.  4.  frewlin  W.  X.  IQ.  einen  X. 
a.  kaa  W.  X.  17.  kus  W.  =s:  haiss  I.  23.  bc^hart  X.  27.  ei- 
Mit  X  2a  schawn  W.  31  schaod  X  3ä.  mandelX.  3)  1.  hai* 
delwerg  W.  X.  2.  rayt  X.  3.  wirdiklkh  W.  X  4-  ial.  s=i  ifVf 
W.X.  tryel  X.  6.  marggrftf  X.  9.  alleW.x.  10.  frumikaitW.X. 
16.  wIn  W.  =  jftmer  I.  21.  myett  X.  22.  eerX.  24.  mandelW.X. 
90.  hftl  X.  82.  sdhaid  I.  »  schalt  W.  X.  4)  1.  v51n  W.  X.  mei- 
nem W.  X.  =  ainetii  I.  2.  schiffen  W.  X.  3.  aach  W.  nnft  If . 
ein  X.  4.  wielg  X.  6.  kumberitch  If .  X.  7.  coln  W.  X.  12.  furder- 
afcseX.  i&kfiitUAeiaL  «3.graffX.  aft.»agirt«.X.  M.pfilrdW.X. 

32* 


900 

XIU.    I.  W.  X. 
Oswald'fi  Gefangenschaft  1426—1427. 

1)  1.  aubenteuerX.  2.  Ich  das  erste  mahl  fehlt  I.  verlage  W.X. 
3.  haidlberg  I.  haidelwerg  X.  4.  was  W.  s=  stund  I.  5.  yerlantW. 
Übersee  X.  6.  grdss  X.  holggen  W.  7.  pumitn  X.  2)  3.  sentft  W. 
septä  X.  5.  hm  X.  6.  kung  X.  W.  h^tt  X.  hat  W.  8.  kindUn 
W.  X.  3)  4.  yersldzzen  X.  8.  verferrent  W.  howenstain  X.  '  10. 
versteret  W.  X.    4)  1.  winckl  I.   2.  zw^n  W.  bdyen  X^  3.  nicht  X. 

5.  ward  X.  7.  gogelhait  W.  X.  9.  trauriklich  X.  5)  1.  darinnW. 
SB  also  I.  ettleichen  tagk  W.    tagk  X.    4.   ward  X.    5.   hinten  X. 

7.  marekel  X.  6)  1.  insbrugk  X.  3.  pfard  W.  X.  9.  zerraiss, 
auff  X.  7)  5.  bain  X.  6.  aatem  W.  autem  X.  gieng  W.  X.  9.  ver- 
ßwellt  X.  10.  das  Wi  =  des  I.  8)  1.  weip  W.  3.  letp  W.  5. 
koczt  W.  X.  6.  bomhart  X.  7.  buxs  W.  X.  9.  hofiem  I.  9)  1. 
frolichkait  X.  tunkel  W.  3.  phalczgraf  X.  5.  faick  X.  6.  sd  gar  I. 
CS  dd  gar  W.  7.  ouch  X.  8.  krüt  X.  auss  X.  9.  was  ich  ab  dem 
viwst  W.    viersst  X.    10)  1.  leuss  W.X.    4.  trumynnerX.  trangX. 

6.  gehört  X.  6.  bedört  X.  7.  houbt  X.  hawpt  W.  8.  als  es  mir 
▼on  ainander  wolte  W.  10.  gelieben  I.  U)  2.  tregsazW.  retten  X. 
1 — 3.  greysnegger  —  neydegger  X.  4.  saldenhoren  X.  6.  hdchge« 
pom  W.  8.  tat  W.  zom  W.  10.  von  holcz  nicht  vil  geporen  W. 
12)  3.  ouch  X.  8.  hendlin  X.  W.  dorumb  X.  13)  1.  auss  X. 
rett  W.  =s  sprach  I.  2.  raten  W.  4.  ,kint  W.  kunt  X.  versliessen 
W.  X.  9.  nrsach  W.  14)  1.  gebdtten  X.  2.  vancknuss  X.  3.  ver* 
sigelt  W.  &=s  geschriben  I.    4.  friedreich  W.    6.  körn  X.  s=:  kaum  I. 

8.  heulen  W.  X.  =  honen  I.  15)  Diese  Strophe  fehlt  in  I.  und  X. 
16)  1.  wirdich  X.  W.  5.  mit  aller  gail  L  =  üppig  6r  W.  X.  8. 
vil  fehlt  I.  9.  verdiente  straf  von  seiner  macht  W;  10.  bestdt  W.  X. 
Am  Ende  hat  die  W. :  Ultimus  o^rersus  est  verissimus  per  Oswaldom 
Wolchenstainer,  in  rother  Tinte. 

XIV.    I.  X. 

Komische  Beschreibung   des  Unfalles  der  Deutschen  za 

Ronciglione  auf  der  Romfahrt  Sigmund*s  zur  Krönung 

1431—1432. 

1)  3.  grauen  X    5.  bapst  X.    7.  bracht  JL    9L  UiwdUi  X.. 


10.  pawern  X.     12.  lieffen  X.    20«  der  van  X.     2)   i.   straus9  X< 

5.  janko  X.    91  oheim  -—  sligk  X.     10.  zu  den  lachen  X.   15.  bick  X. 

16.  grasschel  X.  18.  musschl  X.  muschl  I.  19.  vels  X.  3)  1.  herX« 
2.  knimppe  X.  3.  achsl  I.  4.  hinten  X.  11.  durch  ain  pun  X. 
12.  om  X.     19.  bune  X.    4)  1;  blaw  X.    2.  schrayX.    8.  weyh  X. 

10.  erblawen  X.  13.  eontd  X.  14.  pfaiff  X.  5)  5.  emphand  X. 
8.  gebeidit  X.  14^  erstreicht  X.  16.  kreyssten  X.  18.  reissten  X. 
20.  seyeht  X. 

XV.    I.  X. 
Miss  liehe  Lage  des  Kaisers  zu  Piacenza  auf  der  nlimlicheH 

Romfahrt. 

1)  1.  ougen  —  prenden  X.  5.  lumpardie  X.  11.  teglichen  X.  I. 
2)  1.  kouifen  X.  5.  canczelye  X.  9.  zingk  X.  11.  leberltn  X. 
12.  sutten  hechtigfn  X.     3)  2.   uns   freud   zu  geben  X.    4.  ohem  X; 

6.  peuti  I.    4)  4.  misst  X.     11.  Videlt  X. 

XVI.    I.  X. 
Oswald's  Verdruss  über  seinen  Zwist  mit  dem  Bischof  von 

Brixen  1430. 

1)  3.  behauset  X.  siez  X.    5—6.  tur  —  spur  X.     10.  verdacht  X. 

11.  bosayers  X.  13.  bozem  X.  18.  loubs  X.  20.  howenstain  X. 
2)  2.  brixsen  X.  5.  widerdriess  X.  6.  fuss  X.  9.  fraueltche  X. 
14.  zand  X.  20.  gogeltche  X.  3)  1.  wond  X.  3.  marckt  X.  8. 
geren  h6tt  X.  10.  perczH  vli  X.  12.  stultX.  18.  huIffX.  19.  staffl  I. 
4)  1.  maycz  X.    4.  gan  X.   5.  wys  X.    13.  wolf  X.   14.  dein  wtnX. 

17.  heir  X. 

XVII.    I.  W.  X. 
Oswald's  astrologischer  Glauben« 

1)  5.  formieret  X.  6.  purt  X.  W.  I.  8.  nfttftrt  W.  X.  12. 
tagleichen  W.  13.  maisterleich  W.  18.  fluss  X.  19.  mannen  W. 
mannes  X.  23.  fuge  X.  24.  zu  im  X.  27.  seinem  X.  28.  tarant 
W.  X.  30.  ein  ss  und  W.  X.  2)  3.  gett  W.  X.  5.  fröudig  X. 
fradig  W.  7.  slaflFrig  W.  X.  10.  antlicz  X.  11.  eugellein  W.  12. 
nymt  X.  14.  frö  W.  mer  X.  22.  sybel  X.  23.  lugeren,  lugem 
W.X.«B  lugen  I.   loHgen  X.  a  langen  L    29.  dtin  W.  lebsonX. 


92.  pewertW.  kewariX.  3)  i.  geüderW.  3.  tiMnlW.X  4.  alM  W. 
s^m  X.  9.  volgk  W.  X.  10/  stellmi  W.  Poubeii  X.  12.  sehentW. 
sch^t  X.  14.  iHB  der  praw  X.  15.  mSlig  X.  17.  adelar  X.  20. 
zwilig  ohne  66  X.  21.  eristan  X.  24.  staittmetzen  W.  gold  X. 
4)  4*  edl  I.  =x  edd  X.  W.  6.  b&er  X.  5-*-7.  sehiasen  —  tefdris« 
seil  W.  9.  nnir  W.  claia  boubt  X.  10.  runt  X.  U.  jm»  W.  ss 
hti  h  hrfiw  X.  13.  missMuig  W.  X.  16.  bugldch  W.  hi^ichX. 
18.  waidenltch  X.  20.  goglreich  I.  23.  pullen  W.  bSlen  X.  25. 
dick  hals,  klain  houbt  X.  27.  lanck,  krumb  X.  5)  1.  satarn  I.  =a 
«abtren  X.    3*   b&  X«    4«  stät   W.   X.     5.   mefdeii  L    roubra  X 

6.  frowen  X.  schenter  X.  7.  svretem.  W.  9.  engrin  W.  engring  X.  I. 
VOH  ausßeii  X.  tasig  X.  12.  tordcht  X.  törötht  W.  14.  wanckl- 
hait  I.  15.  üsrichtig  X.  16.  fluss  X.  18.  wazzerman  W.  17-^20. 
stehen  in  W.  vor  13—16.  23.  zu  kunfft  X.  24.  nyeiit  X.  25—27. 
adel,  tadel  W.  s=s  adl,  tadl  I.    32.  orewcz  X. 

XVIII.    I.  W.  X. 

Oswald  gegen  Huss  zur  Zeit  des  Basler  Konzils.  ' 

1)  1.  grans  W.  granns  X.  2.  diek  W.  X.  3.  simm  X.  4. 
newr  X.  6.  loff  W.  X.  7.  prüft  X.  8.  behem  X.  ouch  X.  10.  fe- 
dern X.  2)  2.  häbick  W.  sparwer  W.  =  sparber  I.  X.  3.  baissX. 
4.  tympelHeren  W.  5.  edel  geflechtW.  edel  X.  6.  ganns  X.  7.  ge- 
bissen X.  8.  me  da  X.  turfift  X.  10,  wtsen  W.  3)  1.  edln  I. 
2.  wirdichleich  W.  wirdikleich  X.     5.  gross  X.   6.  forchtikltchW.  X. 

7.  ew  W.  X.  8.  maister  W.  X.  =  herren  I.  9.  alden  X.  4)  1. 
Bagger  W.  X.  blawf&s  X.  2.  edel  X.  4.  cw  X.  7.  al  W,  8. 
swaymen  X.  9.  stöst  W.  lös  X.  scharpfflich  X.  genns  X.  5)  1.  jt 
W.  X.  2.  lüciför  W.  •  4.  wenn  X. .  komst  X.  auss  X.  fremden  X. 
ferre  X.  6.  wietstfl  —  verlaassen  W.  7.  geferten  X.  8.  straassen 
W.  mochartü  X*  9.  wilrt  de»  wigklof  W.  wigkloff  X.  6)  1.  weit 
W.  2.  kalt  X«  3.  gdouben  X.  4.  kramppe  X.  5.  vogt  L  6.  vor- 
alAadt  und  tSi  sieh  etc.  W.  9.  ml  W.  10.  gedenken  X.  7)  4.  tw^ 
Wadkft  sich  etc.  W.  merklteh  X.  8.  bosst  X.  vindl  X.  10.  dt- 
Bt\b  W.  8)  1.  brailten  X.  f&»  X.  2.  wolt  X.  3.  fal  X.  4.  watf^ 
tm  W.  6.  grauselicher  W.  grauseltchem  X.  gratsslkhem  I.  8.  be^ 
tted  W.    *0.  y^niddtcluir  W.    9>  1.  gaaail  I.    orMtft  X.    2.  i6 


efiBtt  ms  W.    iKlffl  X.    zoren  X.    eigelabt  L  W.  X.    6.  Ulnm  X. 
&  gel0uben  X.    9.  atö  W.    10.  amen  fehlt  W. 

XIX.  I.  W.  X. 

Oswald's  Ung«rnzt|g  1429. 

1)  1.  chain  W.  «Uend  X*  aod  X.  2.  fremdanX.W,  3,  wenn 
W.  X.  5.  6.  b^dört,  gehört  X,  §.  gen  dem  W,  X»  9.  wenn  W, 
IQ.  aubent  X.  genOss  X.  11.  stauben  X.  IQ,  mich  bas  erfrewtW« 
frowet  X.  2)  1.  rumppeln  X.  3.  zway  X.  4.  darinn  W.  dorin  X. 
5.  das  mir  gewiert  W.  gewIrt  X.  ^.  Wert  W.  7.  veryerl  X.  W. 
9.  disonaatz  X.  14.  wideiHvarti^ait  W,  X»  3)  3*  krawbe  W*  grawe  X. 
4,  slauffen  X.  6.  das^  W,  =?  des  I.  phlag  W.  7,  ja  W.  =?  aw  I. 
sft  X.  8.  ains  W.  IQ.  war  W.  11.  huner  X.  14.  n^anchen  zwick  Xt 
4)  1.  jnanX.  2.  ziecbenW.  4.  rutteW.  X.  5.  dun^kX.  9.  WuU(p  X* 
9,  habt  ir  W.   13.  hangt  W.   15.  dorumb  X.   16,  ew  W,X.  bos^X. 

XX.  I.  W*  X. 

Rtiekblick  auf  sein  Hofleben. 

1)  1.  5.  werche  X.  6.  geweltiklfch  W.  machtikail  W.  X.  9. 
darfft  I.  10.  6r  X.  13.  des  X.  =*  sein  I.  15.  meniger  W.  17. 
schaml  I.  2)  1.  spewr  X.  3.  rue  W.  7.  ficr  W.  12.  der  helle 
lacz  in  facht  W.  13.  genössen  W.  yindt  X.  14.  16.  schulde,  halde 
W.  17.  beweysen  W.  18.  v^rscKlickt  W.  X.  3)  2.  suchen  X.  4.  ge- 
leichen W.  6.  hoptern  W.  X.  7.  sechen  X.  8.  ainr  X.  11,  seinr 
X.  =r  seiner  I.     13.  wenn  W.    alleczeit  W.  =  allzeit  vast  L     15. 

himl  I.    obrlst  X. 

XXI.    I.  X. 

Osiyald's  Ansicht  über  die  Stände  damaliger  Well* 

1)  1.  bftbst  X.    2.   haiig  X.    3.  ew  X.     4.  sa*lig  X.     S.  Wh^ 

Itchen  X.    6.  entwer  X.    7.  glouben  X.    9.  edel  X.    2)  2.  chrlsten- 

hait  X.    4.  bitten  X.    3)   1.   schierm  X.    3.  wert  X.   ss  mdrt  I. 

3.  dts  lebt  X.    4)  t.  3.  ^eporn ,    verlorn  X.    5)  hertikleieh  X.    7. 

dHirdinal  X. 

XXIL    I.  X. 

I         bitterer  Erguss  d^;»  Dichters  gegen  höfisches  Wesea  gei«r 

I  ne?  Z^it. 

O  ß.  sweift  I.     10.  gfist  X.     11.  fcdi  X.     i».  MgiiitlMi  X. 


804»* 

17.  ecwir  X.  18.  dienst  X.  19.  wew  X.  2)  6.  torleicher  X.  8; 
vindt  X.  11.  wierd  X.  12.  guellt  X.  15.  dem  X.  =  der  I.  17. 
lutzl  I.  18.  bun  X.  3)  4  secht  X.  sech  I.  lüczel  eer  X.  10. 
nyempt  entümt  X.  13.  alder  X.  15.  zymt  X.  schaffes  wat  X.  17. 
geiUikait  X.  bodems  X.  21.  dick  X.  pro  o£Pt  I.  21.  sundigs  X. 
26.  übel  X.  kerleicher  X.  4)  3.  nicht  X.  übel  X.  8.  nagl  I.  10. 
iegltchen  X.  16.  leyt.  26.  fremde  X.  5)  1.  oxs  X.  10.  frowetX. 
manchen  X.     12.  salikait  X.   20.  kompt  X.  22.  freundt  X.  23.  bet  X. 

xxm.  I,  X. 

Gegen  das  Volltrinken  mitleb-ender  Genossen. 

O  3.  churze  X.  10.  nähent  X.  kompt  X.  11.  solche  X.  13. 
noch  X.  =  wol  I.  2)  3.  daz  X.  4.  geschlagen  X.  5.  went  X. 
7.  solher  zeich  X.  9.  Mssig  X.  13.  sundt  X.  14.  michl  I.  an- 
dachtikltch  erzundt  X.  3)  4.  dez  X.  betretten  X.  5.  segste  X. 
kläglich  anpt  X.  6.  swaren  X.  verdampt  X.  7.  erlampt  X.  8.  stet- 
ten  X.  9.  subent  X.  10.  lammen  X,  =  ketten  I.  4)  6.  wussterX. 
11.  geit  X.  5)  1.  houbt,  2.  beroubt,  3.  betoubt  Xr  10.  vemunft  X. 
16.  löblichen  X.  Am  Ende;  das  lied  singt  sich  in  der  melodie :  der 
himelfurst  mich  hewt  lewar. 

XXIV.    I.  X. 

Gedanken  im  Alter. 

1)  5.  fraaeleiche  X.    6.  daz  X..    ^rzunde  X.    überall  w  statt  u. 

14.  alden  X.    2)  6.  dienst  X.     13.  furchtikleichen  X.     15.  plumen  X. 

3)  6.  swarlich  X.     12.  h^t  X.     15.  des  X.  ==  der  I.  4)  5.  mere  X. 

9.  n^ret  X.     11.  wert  X.  =  beret  I.     15.  zorn  X.    5)  3.  uberal  X. 

obral  I. 

XXV.    I.  W.  X. 

Oswald's  HöFle. 

1)  2.  wurd  W.  3.  clainen  W.  5.  vercheren  W.  8.  chomenW. 
der  salb  W.  11.  irem  W.  X.  12.  kamer  X.  erzunt  X.  16.  sSntaehl 
W.  sundst  X.  kouf  X.  2)  3.  chammer  W.  gezellt  X.  4.  quellt  X. 
5.  leihen  W.  6.  fewr  W.  10.  razz  —  erschrecken  W.  11.  salb^ 
W.  12.  unchausch  W.  13.  chreeW.  14.  sachken  W.  15.  wurdW. 
16.  mess  W.    3)  3.  cheit  W.    kell  X.    5.   chiiin.    13.   chlAr  W. 


«05 

15.  war  W.  ungpelo&beii  X.  16.  checzer  W.  18.  blitzen  X.  4)  i«- 
presawn  W.  3.  smach  X.  8.  roaber  X.  12.  schautzen  W.  X« 
i^dhricken  X.  W.  16.  gestaldt  X.  von  gestaldt  und  Uaid  X.  5>  1. 
ckeich  W.  3.  autern  X.  hasig  X.  hasltch  W.  7.  fifrkouf.  X.  11. 
beswart  X.  12.  czagnuss  W.'  zagknuss  X.  14.  munich  W.  17« 
gadms  I.    gadens  W.    gadems  X. 

XXVI.    I.  X. 

Oswald's  politische  und  kirchliche  Denkweise. 

1.  angevar  X.  2.  weide.  4.  lant  X.  24.  hopter  X.  25.  houbtX. 
32.  wurf!  I.  38.  zlieb  X.  uberman  X.  53.  guter  fehlt  X.  54.  durch 
in  abgruntlfch  in  die  hell  X.  56.  gar  fehlt  X.  57.  was  X.  59.  ge- 
rechtikait  X.  60.  weder  umb  lieb  gab  oder  leyt  X.  64.  des  mynder 
statt  dester  X.  66.  sunder  X.  75—76.  nam  —  kam  X.  78.  den 
tewfeln  X.  79.  verloufft  X.  80.  reten,  g&b  und  myet.X.  81.  zengk- 
nnss  X.  83.  kompt  X.  89.  zellen  X.  90.  derselb  X.  93.  garllcben 
X.  94«  selten  X.  101.  yenem  X.  =  dem  ain  I.  104.  krat  X. 
105.  sd  ist  das  recht  in  seiner  haut  X.  107.  des  X.  =  irs  I.  i09. 
trib  X.  118.  argkwonleich  X.  121.  sundt  X.  122.  wechsln  nas  X. 
125.  stät  X.  127.  zympt  X.  134.  unseiger  X.  146.  regieren  X. 
148.  habent  X.  ^153.  doch  dannen  her  X.  154.  gesaczt  X.  156.  sant 
petern  X.  169.  ffür  X.  taile  X.  =  tail  I.  181.  als  er  das  soll  von 
rechte  tun  X.  182.  sun  X.  184.  und  ir  gen6ss  X.  185.  pschichtX. 
187.  durch  sy  das  recht  vil  mer  erkrumpt  X.  188.  wann  das  von 
anders  yemand  kumpt  X.  192.  si  mach  künoen  X.  194.  wie  X;^s: 
als  I.  195.  piegkaney  X.  vor  200.  hat  X.  die  Einschaltung:  das 
durch  die  gierten  für  und  für  |  zu  mercken  ist  ain  solche  spur.  201. 
suUen  X.  202.  zu  Wren  X.  =±=  zu  g6n  I.  203.  hoptern  X,  206. 
verebte  X.  211.  keyser  X.  212.  hän  X.  214..mugen  hin  X.  216. 
recht  wol  X.  218.  gewonhait  X.  224.  man  X.  r=  nit  I.  230.  ver- 
bradit  X.  233.  als  X.  234.  des  grossen  meresX.  habent  X.  24L 
gwonhait  -^  vergundt  X.  246.  mey  den  kurzer  X.  247.  und  gotlfch 
reformieren  X.  251.  gwonhait  X.  254.  peen  X.  vellig  X»  257. 
ain  yeder  sach  der  ist  geseczt  X.  265.  und  dise  weit  darczu  etc.  X. 
266.  ndtdurft  X.  268.  vemuftikltchen  X.  277.  pawer  X.  schlifft  X. 
278.  oxAsen  X.    280.  gewandirl  X*    oder  L  X.    gelArter  X.    Ntoh 


2Ba.  fiel  aiü  Versekmi  mnr  4er  I«.  der  Yerv  w$  i  dt»  man  o^^  s^m 
am  öden  gtttch.  289.  und  der  aieh  sdbs  X«  390«  ew  X.  302.  ^^ 
Ueh  gwUseQ  edel  uad  weys  X.  306«  darff.  31$,  rftlmaMii;  X« 
360—361.  verklärt  —  bewart  X.  370.  sytt  X.  35)}.  niemand  X.  n 
kainen  I.  353.  hiis»  X.  =  hisi  h  369.  kiaertob  X«  403.  dieiaX. 
403.  buchern  X.  Am  Ende  die  JaloszaU:  1438  kaeo  bbala  toa^plitt 
per  me  Oswaldum  militem  X. 

b.  Minnelieder. 

XXVII.    I.  W.  X. 

COen  einfttnuigm  Inhalt  der  nadtfolgenden  MiBBeU«der  wird  der  liesM 

aweh  ohne  Inhaltsangabe  leicbr  entnehmen.) 

13  2.  knien  W.  X.    lufll  X.    2.  tuSi  X.     3.  TerouBill  X.  W. 

6.  Bordpste  W.  X.  I.  8.  prufft  X.  9.  Tinsterm  X.  W.  13.  libnl  I. 
14.  aeyil,  droschlX.'  16.  gesangk  X.  18.  geniet  W.  X.  30.  g»* 
seilen  W.  22.  lutil  I.  23.  rufften  X.  rieffen  W,  wftfen  W.  29. 
freuUn  W.  X.  26.  kunnt  X.  2)  1.  schlucUtn  W.  l-~3.  wey», 
gleiM,  leifls  X.    2.  onll  W.  «=:  im  I.    4.  M  W.  X.    9.  loiff  X. 

7.  bren  X.  8.  er  finden  de(  W.  12.  knmpt  W,  kompt  X.  16.  vtm 
W.  SB  g6n  I.  20.  täten  X.  21.  seaOleik  X.  be*ldisen  X.  3)  2. 
•jnnie  W.  3.  gall  W.  man  en  W.  man  in  I.  4.  kunnt  X.  7.  tcoht 
W.  12.  wereit  W.  13.  emberen  X.  enperen  W.  14.  tübenl  X. 
1&  aeh  X.  18.  höhster  W.  20.  watten  X.  24.  sunder  war  W. 
25.  sesamen  W.  X.    26.  nrnbiiaaigeii  X.    blanck  X.  W. 

xxvm.   I.  W.  X. 

1)  1.  TBriieng  W.  2.  bald  W.  sträs  W.  5.  bys  ^üs  X.  W» 
a  Vf.  7.  atftt  W..  9.  dim  X.  dran  W.  11.  diser  X.  12.  PMg 
dft  X.  W.  woU  W.  16.  wangk  X.  21.  kwate  X.  23.  silen  W. 
30.  seiBt  Vf.  2)  1.  brtf  W.  brvff  X.  3.  ze  hiUF  X.  5.  dt«  W. 
6.  segls  I.  a  gipbel  W.  X.  gipffl  I.  9.  timtn  W.  15.  cluwaa  W. 
kampas  X.  22.  dft  —  A  W.  24.  hutt  W.  X.  25.  aoghM-  W.  9) 
e.  guen  X.  7.  lirkela  Vf.  X.  9,  tue  X.  W.  14.  kwaen  X.  1». 
veratUMB  W.  X.  22.  jagkt  W.  24.  scndte  X.  Die  W.  hal  in 
Mih  eiw»  kkiaiB  Baiaate^  4ia  X.  alMriMhl. 


X 


XXDL    L  W.  X. 

1)  1.  seusst  X.  wintW.  bind!  I.  3.  erkennt  X.  5.  krichenW« 
7.  krändten  W.  8.  portigäl  W.  9.  end  X.  10.  regniit  W.X.  edel 
X.  edl  I.  ii.  zn  bott  gesennt  X.  K.  norbognisph  W.  X.  ge« 
slechte  X.  17.  panten  W.  19.  sy  fehlt  W.  29.  missHng  W.  X. 
lunaart  X.  33.  36.  sldf,  BtHt  W.  37.  ze  W.  41.  lieblelch  W. 
2)  1.  laiwes  W.  =  laures  X.  I.  3.  zärtlich  W.  5.  widerza'm  I.  W. 
6.  misfallen  W.  dich  W.  ä=  dir  I.  8.  sorgleich  W.  9.  mutez  W. 
mutes  X.  10.  wunnesdm  W.  X.  12.  gan  W.  =  yan  X.  =  tin  I. 
43.  pömes  X.  pammes  W.  silsser  =  heller  W.  14.  des  =  das  W. 
gram  W.     18.  6re  W.    20.   klaffer  W.  ;=  merker  X.  =  mcrcker  I. 

23.  daz  Ich  wolt  sein  ein  ainema!  W.  eben  so  X.  mit  animal.  24.  yft  X. 
31.  gann  W.  34.  plind  lieb  die  hat  X.  36.  trahern  kind  W.  tnP- 
hers  X.  37.  augeltn  W.  ogltn  X.  40.  sliessen  X.  3)  2,  frewe- 
lein  X.  rett  W.  3.  ist  an  mir  W.  klein  X.  4.  seind  W.  6.  trn- 
mittn  W.  7.  solcher  W.  X.  9.  spaczieren  hrein  X.  spaziern  W. 
10.  srerkitch  X.  11.  reyn  X.  13.  Iftsst  X.  14.  magathein  W.  16. 
eugelein  W.  20.  geb  W.  22.  tadls  I.  =  tadeis  W.  23.  behut  sant 
balthazar  X.  24.  ungeswS'chet  W.  27—28.  sleusse  —  beleiben  W. 
29—30.  in  W.  Rändglosse,  in  I.  X.  einverleibt.  31.  mait  W.  liesW. 
inn  W.    34.  zendty  W.    36.  Johannes  W.    37.  umbfähen  W.  X. 

XXX.    I.  W.  X^ 

1)  8/  snebes  W.  9.  rersmagen  W.  14.  dlrlein  W.  gras,  wiirmly 
^erlj  X.  15.  Toglein  smyrt  W.  smyerbt  X.  19.  qndl  W.  30.  ge- 
pawr  mdt  W.  gepawer  X.  22.  gefild  W.  geuild  I.  23.  enzalgt  W. 
25.  ii«ielt  W.    27.  orsch  W.  Srsch  X.  =  rds  I.  28.  esl  I.  ssesei  X. 

40.  verbsDgen  W.  44.  btn  W.  X.  2)  1.  quientieret  X.  2.  Üskad- 
tferel  X.  5.  sanieret  X.  8.  Reez  beyssen,  birssen,  schissen,  da«ben 
W«  balssen,  bierssen,  tauben  X.  10.  mayt  W.  X.  beklait  W.  X. 
15.  g«zellt  X.' .  gevellt  X.  16.  greslfn  baden  X.  17.  yegkl!^  It. 
9i.  dro^chlein  W.    troschel  X.    drosekl  I.    23.  all  tn  dem  laod  W. 

24.  trag  W.    28.  bestraichet  - W.    29.  eyne  W.    36.  myed»raittW. 

41.  hat  W.  44.7rembt  W.  frumt  X.  3)  2.  höhe  sprung  X.  3. 
phlicht  X.  10.  wenglein  W.  11.  bötten  W.  X.  15.  neglein  W. 
M^  A#  Min  fr  «In  midMl  tal  »ilafth  Wl    g«wttmie»X    18*  sitzen 


pflegen  sy  snnder  pankh  W.    19.  umbhankh  W.    den  X.    23.  ten- 

marck  X.  W«  eyfen  X.  25.  buckardy  W.  bickardi  X.  26.  nappel  X. 
Romaim  X.    27.  reynstraam  W. ' 

Das  Ritorneü  dieser  Strophe  .in  X.  W.  verdient  besonders  aufge-« 
führt  zu  werden. 

Dd  zeysiy,  musly  Clerly,  metzly 

susly,  fasly  endly  betzly, 

henne,  klusly  dont  ain  seczly 

kampt  ins  hussly  rieht  ewr  leczly 

werfen  ain  tusly  vach  das  veczly 

süsä  sussly              '  dülä  heezly 

Hinnä  groussly  truczä  dreezly 

wel  wir  sicher  hftn.  der  uns  freud  vergann. 

finis  est. 

XXXI.  I.  W.  X. 

I 

1)  2.  tyspitiem  W.  tyspietieren  X.  3.  namenX.  6.  höchenW. 
9.  junglingk  W.  10.  weyss  X.  12.  ganeze  X.  16.  frewlln  W. 
22.  phenning  W.  23.  Wn  W.  24.  vol  X.  29.  verkuppelt  ,W.  X. 
krays  X.  32.  loff  W.  louff  X.  2)  3.  kamer  czicze  W.  czitze  X- 
7.  reitten  X.   11.  geritten  X.  13.  guttat  W.  ^=:  gut  und  I.    14.  wann  X. 

17.  höchen  W.  18.  entbicht  I.  21.  verwegelejchan  W,  24.  newr 
ain  W.  SS  meinem  I.  26.  grieswartlin  X.  W.  3)  1.  junglingk  X. 
2.  zwier  W,  X.  6.  erloufft  X.  8.  werdt  X.  getouflfl  X.  9.  falant 
W.  12.  tofflich  bewart  W.  X.  15.  fliessen  X.  wenn  X.  17.  tur- 
niern  I.  19.  pewtl  I:  21.  edel  gestaine  X.  edel  gstaine  W.  22. 
^nug  X.  "25.  war  fehlt  I.  26.  werdt  X.  hold  X.  28.  wann  X. 
I^old  X.  31.  bekuczlen  W.  4)  1.  hän  W.  4.  auf  dem  nack  X. 
5.  ainlif  W.  X.  6.  empfallen  X.  enphaUen  X.  7.  tiefe!  W.  X« 
9.  zeuch  W.     10.  pewfl  I.     an  W.   =  van  I.    13.  hüner  W.  X. 

18.  seyd  ich  hftn  W.  21.  derwelhen  W.  X.  22.  newt  W.  =  nit  I. 
ku  X.  26.  was  W,  =  wes  I.  28.  uberstritten  X.  scharf  X.  .29. 
maczen  W.    31.  mustü  W.    33.  stritt  W.    34.  al    X.     37.  antea. 

38.  gehören  W.  X.    39.  verkwanten  W.    4.  schnattrot  X.    mdr  l. 

■  * 

XXXII.  I.  W.  X. 

1)  7.  yley<«  X.   iO.  firdleidi  W.  i7.  die  W.  sf  idl  L  i8.  )w- 


£09 

seaffle  X.  ,20.  gir  W.  ,21.  newr  W.  went  W.  weckt  X.  2)  3. 
angeslauffen  W.  X.  5.  ferr  X.  10.  offt  X.  14.  brenn  X.  48.  dann  L 
=  gar  W.  gein  W.  3)  2.  gröt  W.  X.  5.  durchgeet  X.  7.  chum 
W.     10.  erwachen  X.    11.  ru  W.  X.    12.   fru  W.  X.     dorczä  X. 

14.  bettlin  W.  X.    22.  am  Ende:  etcetera.  Amen.  W. 

XXXIII,  I.  W.  X. 

1)  2.  entfärbet  W.  X.  3.  tages  W.  7.  &n6  W.  8.  kl6  W.  X. 
9.  wunnikleich  X.  12.  frowen  X.  17.  minnikleich  X.  22.  gedenck  X» 
23.  an  W.  =  in  1.  29.  weip  W.  2)  i.  schow  X.  11.  emphan- 
gen  X.  enphangen  W.  14.  janck  W.  X.  22.  gefuret  W.  24.  schar- 
lieh  W.  25.  schieret  W.  X.  27.  weipltch  X.  29.  wenn  X. '  3)  3. 
weiss  W.  X.  9.  ew  —  versichret  W.  X.  10 — 11.  owe  —  towe  X. 
awve  —  tawveW.  19.  ew  X.  20.  kuler  X.  21.  clär  W.  30*  solche 
X.  W.    Am  Ende :  et  sie  est  flnis  hnjus. 

XXXIV,  I.  W.  X. 

1)  1.  weip  W.  2.  yerdisch  W.  X.  4.  frowW.  X.  9.  engeUt  X. 
11.  geblennt  X.  12.  verslaaffen  X.  15.  zoltch  X.  zennt  W.  X. 
16.  aabenteuer  W.  aubenteuer  X.  18.  ew  X.  W.  19.  blaeen  X. 
21.  poliert  X.  ewX..23.  sollen W.X.  2)  2.  houbtW.X.  6.  lasstX. 
9.  ewikllch  X.  12.  riehen  schätz  W.  X.  14.  durchleuchtig  W.  3) 
1.  nähet  W.  2.  frow  X.  üflfW.  lugen  X.  3.  warner  X.  7.  gauiÄX. 
8.  frowen  X.  W.  9.  üss  W.  11.  trawm  X.  12.  furcht  X,  schld- 
Itchs  X.    sech  —  inn  W.    15.  pawm  X.    16.  t6tt  X.  ^ 

XXXV,  I.  W.  X/ 

1)  1 — ^2.  grusse  =s  s&se  W.  X*  15.  owen  X.  26.  angerweyt 
W.  X.  34.  gespalt  W.  entspalt  X.  39.  ein  X.  41.  kI6  W.  X. 
4Si.  srA  W.  snee  X.  44.  s6  W.  see  X.  47.  droscht  t.  2)  3.  gar 
achdn  W.  =i  hübsch  I.  6.  schawne  W.  =  schone  I.  schawne  X* 
30—21.  huglich  —  tugltch  W.  X.  26.  virloftncz  W.  .30.  zir  W, 
34.  ein  X.  37.  wers.  erkoren  W.  49.  bulbegeine  W.  ss  pulbegine  L 
bulbegyne  X.  3)  1.  kupffen  W.  2j  stupffen  W.  11.  yns  W.  19. 
«6zzen  W.    25.  dusch   W.  X.    26.  kuscli  W.  X.    44.  strit  W.  X. 

15.  Winkel  X.  winckl  L  48.  laanigen  X.  W.  49.  Tertrtbea  W« 
50«  pliilMi  feUl  W» 


XXXVI.  h  w.x. 

1)  1 .  edel  man  W.  X.  edh  I.  2.  frewltn  X.  v  3.  mit  X.  =  ans  I. 
4.  genld  W.  X.  6.  ew  undertenikleichen  W.  bitten  W.  X.  7.  vcr- 
eHendt  X.  8.  mass  X.  10.  Ids  dir  W.  ew  frow  X.  2)  1.  wol  gfin 
mir  W.  liessl  X.  2.  ew  W.  X.  3.  ew  W.  X.  4.  lait  W.  6,  freu- 
den  W.  7.  sein  W.  X.  sssgesein  I.  8«  scfaowen  X.  10.  powuenX. 
wolt  W.  X.  3)  1.  frow  W.  3.  vil  jär  W,  4.  dienst  X.  5.  himd- 
rtch  W.  6.  sendleich  W.  9.  leiblich  creatür  W.  10.  moss  X.  4) 
Diese  Strophe  1 — 10.  fehk  in  W.  ganz.  Aber  X.  hat  sie.  1.  wellt  X 
6.  lussten  X.  7.  ouch  X.  8.  erfrowen  X.  9.  ewer  leiser  bort  X. 
10.  grewen  X.  5)  1.  difrst  W.  2.  ewer  W.  X.  wandl  I.  4.  frew- 
Itn  Vf.  X.  erhör  mich  X.  7.  saligs  W.  X.  9.  ogltn  X.  6;)  i.  ew 
W.  t.  3.  ew  W.  smfth  X.  4.  beswart  W.  X.  7,  frawen  W.  10. 
leip  W.  =  Iob  I.  entumet  W.  7)  1.  ew  W.  4.  ew  W.  ew  nevnrX. 
6.  ew  W.    8.  dienst  X.    9.  frow  X. 

XXXVII.  I.  W.  X. 

i)  1.  austerweites  W.  auss  X.  3.  betrübten  schmercz  W.  4. 
mynnikltches  X.  5u  süss,  snablin  X.  2)  1.  dierenW.  2.  vokierenJL 
3«  synbel  W.  s^wel  X.  sybell  I.  3)  1.  £z»rte  W.  2.  weipItcheX* 
3.  weide  W,  4.  sendltches  W.  üennUches  X.  Am  Ende  lial  X:  dA 
ausserweltes  cchons  mein  hertz  etc.  ut  «upra  ^tc» 

xxxvni.  1.  w.  X. 

1)  1.  Froleichen  X.    5.   höh  X.    9.  lAh  X.    ii.  röh  X.    11. 

aprechen  W.    15.  enphlAdi  VT.    17.  lielM  W.    ist  das  X.   waisst  X. 

tLnAX.    2i.  liwi  W.  statt  burd.    2>  1.  mipMche  W.    3.  4. 

airftf«,  «oifea  W.    7,  'verlfaven  «tau  verMran  W.    9.  her  4Mshri«k  W. 

i&.ftemden  W«  X.    la  ant  W.    bIteB  X.    31.  i^Mehea  'W.    32. 

bügWah  W.    kogttek  X.    qanil  W.    S)  i.  sealriohe  W.     3.  liiMg< 

m  «.  tfidert  W.    i4.  «Ife  X.    if.  hälkn  X.   16.  «raH  X.    im 

BniBiHtX:«te. 

XXXIX.    I.  W.  X. 

i)  4.  wen  X.  6.  slaofta  X.  7,  «u  Ut  W.  X.  10.  cVhttd 
W.  X.  11.  sttMel  K.  W.  iX,  mMMi  Vf.  iS.  kmpt  K.  Htar 
flidcMi  in  W.  die  Verse  90—36;  uiuerea  Teztee,'  hI 


«ff 

iS^^-afk  M.  wenA  W.  30.  clnmtk,  kflllry  X.  It  W.  liUt  «huttk 
ganz.  31.  jaiMdehis  W«  23.  vordmtz  W.  25.  pin  ich  fehlt  X.  38. 
4Aaiitdis  X.  25.  26.  26.  in  W.  laiateA :  bin  ich  fenctltch  des  diui«i«^ 
leine.  29.  xylertel  W.  31.  kern  W.  35.  geit  W.  3&  eeitftt  X. 
2)  1.  naredel,  2.  gredel^  3.  rube«  W.  X.  5,  fleisch  W.  X.  7.  g«t 
if^  faule  taseh  W.  X.  8.  schussl  I.  scbissel  X.  9.  wet  =  petl  W« 
kSkitxel  X.  kintil  W.  I.  10.  der  dieren  fleck«  X.  13--24.  fMm 
ganz  in  W.  13.  gret  X,  laiilF  X.  stadel  X»  14.  nadel  X«  10» 
gabel,  drischel  X.  gabl  I.  17..  reiUer,  sichel  X.  26.  gredlin  X. 
30 — 33.  lauten  in  W. :  deinen  rock,  pock,  so  wirstü  ain  lock.  34.  vir 
sdiok  W.  X.    36.  mayen  W, 

XL.    L  W.  X. 

In  W.  ist  die  Onhrong  der  Strophen  dieses  Liedes  sehr  verwirrt. 
1)  !.  haH  W.  2.  beteutet  X.  5.  Möss  X.  10.  ftehh  gmi  W.  11. 
gtl  X.  19.  ibgel  W.  20.  amssel,  droschel  X.  21.  zyseltn  X.  22. 
ktiktich  yr.  guggukh  X.  2)  1.  schall  Vf.  2.  tall  W.  3—4.  «ne 
quall,  aberall  "W.  6.  rAie  X.  7.  blas  X.  8.  michl  L  fO.  TtrfT  1f. 
41.  enlrennt  X.  12.  Mennt  X.  44.  vrent  W.  weimt  X.  15.  dtien 
W.  mynnikliche  X.  16.  tolret  W.  poDret  X.  grfmmBdetch  X.  Nach 
16.  Einschiebsel  in'X. :  ieh  her  dich  ivol  du  trübst  die  frowe  mein« 
Am  Ende  hat  X.  den  Beisatz :  etc. 

XLI.    L  W.  X, 

2.  bedeckt  Vf.  ubral  h  3.  puhel  W.  X«  4  auss  süssen  X. 
vogelein  W.  6.  droschel  W.  X.  die  fehlt  W.  7,  fleucht  W.  X. 
9.  gogoleich  liV.  vogeltn  X.  18.  elend  W.  19.  weüent  X.  22.  kun- 
gel,  zeyi^el  W.  X.  28.  sing  —  chaucl  W.  37.  krt  statt  lirl  W. 
38.  leich  statt  lerch  W.  41.  heu  W.  51.  zidiwik  W.  53.  grall  W. 
Das  Folgende  im  Text  hat  die  W,  allein.  Das  Lied  ist  überhaupt  ein 
in  der  Formbildung  sehr  schwankendes  und  verwirrtes ,  weil  die  Ge- 
berdenspiele und  nachgeäfften  Naturlaute  dabei  die  fibuptroUe  für  den 
Zuhörer  spielten ,  so  dass  der  Text  selbst  nicht,  zinächst  in  Betracht 

kam« 

XLIV    L  W,  X 

ä)  &«  «ft  IK«  X.   6.  ^  W..   si»  a.J|.Tn|iirfiliWiiili  W. 


tl.  gern  W.  jds6ph«l  X.  19—20.  schier  —  gier  X.  2)  5.  komer  W, 
6 — 12.  lauten  in  W.  wie  fdgt,  Terkttrzt :  schidIfchcäP  wages  jgrunt,  tot 
dem  iHttmn  und  daraach  wiH  erczurn.  7.  telephift  X.  11.  grund  X. 
12.  enzund  X.  16.  durch  dinch  alle  — W.  gute  W.  21.  unfrudW. 
22.  elenden  W.  eilenden  X.  wut  W.  wut  X.  3)  1.  hanb  W. 
hoübt  X.  3.  slauffen  X.  .6.  twingt  X.  11.  krafft  W.  X.  13.  nye- 
mand  X.  15.  .geroscht  X.  16.  seufften  W.  X.  st6ss  X*  17.  w6W. 
21.  possl  X.    22.  enplöst  W.    emblosst  X. 

XLIII.    L  W.  X.  , 

1.  woU  W.  3.  enkagent  W.  engagent  X.  5.  unverchart  W- 
6.  mort  W.  8.  stym  W.  11.  verlangen  r6sl  W.  15.  hin  =  statt 
heng  W.  16.  fragt  =  jagt  W.  17.  ja  W. .  ew  X.  18.  ab  =  oben 
W.  19.  zwo  by  wil  W.  zu  by  willX.  22.  mud  W.X.  25.  wiss  W. 
wiss  X.  31.  chall  W.  32.  blaus  X.  34.  laufft  W.  loufft  X.  stützen 
X.  35.  wun  W.  38.  vertritt  X.  41.  s6X.  42.  rugg  X.  47.  henkW, 
48.  hach  W.  51.  zu  wi  will  W.  Hier  endet  I.  X.  Die  W.  führt 
im  Ritornell  fort  wie  in  unserem  Text  20 — 22. ,  und  fügt  noch  bei : 
jagt  nach  ir  .lieben  hindes  kind,  jüjd  schenk  utsupra^  letzteres  aus 
16 — 17.,  wo  hindes  statt  hundes  eingeschlichen. 

XLIV.    I.  W.  X. 

1)  1.  zärtlich,  klärltch  W.  zärtlich,  klarltch  X.  2.  feiner  W.  es 
sainer.  3.  weip  W.  6.  leip  W.  7.  sleuss  X.  ^glin  X.  8.  taugen- 
Itch  W.  X.  13.  haytren,  clären  sunnen  W.  14.  schawnen  =  schö- 
nen W.  16.  plawben  W.  X.  20.  sprantz  X.  2)  1.  chunczlot,  mnncz- 
locht,  Uunczlochtf  zyssplocht,  wissplocht  W.  wyssplot  X.  2.  guten, 
rainen  W.  X.  3.  poschelochter  W.  X.  rotten  X.  6.  trefflich  =  liep- 
lich  W.  9.  slaufes  X.  11.  engespalt  I.  14.  trewlisch  W.  15.  mu- 
lisch W.  3)  1.  dolt  =  solt  W.  tat  X.  W.  2.  senikleichen  X. 
3.  brustlin  W.  B;eschmuckt  =  gedruckt  W.  6.  da  verruckt  W.  X." 
s=  gar  verzuckt  [.  7.  dieren  I^  ^.  gezieren  I.  trostlicher  =  luzt- 
Itcher  W.  10.  an  allen  pein  W.  11.  mit  s6  wunniklichem  lieben  rai- 
nen lust  W.    20.  getui^l  ^. 

XLY^    I.  W>  X« 


S43 

schellt  X.  9.  tragt  W.  10.  all  =:  ii  W.  X.  dieren  X.  13.  ge- 
sangk  W.  15.  sisser  winkvank  W.  17.  fraw  W.  18.  hainttel  — 
jackel  W.  X.  19.  checel  W.  20.  snackel  W.  21.  mt  W.  22. 
Jak!  m^  W.    jackline  X. 

XL  VI.    I.  W.  X. 

1)  2.  seil  =  sol  I.  W.  3.  fremdikait  X.  .9.  begierifch  X.  nacht 
und  tag  X.  10.  mancher  W.  hertter  seufften  X.  W.  11.  bekrenktW* 
13.  unzeweiselichen  W.  uozweifeDltchen  X.  14.  statichlfchen  W. 
15.  poschats  W.  posschots  X.  mSndlein  W.  18.  mugltch  W.  23. 
erwellt  X.  26.  prufft  W.  X.  27.  seltzam  W.  X.  28.  pringet  W. 
freuntllchen  W.  34.  newr  =  nur  W.  35.  dadel  W.  tadel  X.  2) 
8.  an  W.  9.  wunschleich  W.  13.  arkh  W.  20.  so  =  sol  W. 
treuen  W.  dafür  freuntschafft  X.  24.  stater  X.  28.  mugUcher  = 
grösser  W.  zirW.  31 — 35.  lauten  in  W.  so:  wunniclich  dich  frewen 
halt  der  einen  krey. 

XL VII.    I.  W.  X. 

1)  1.  achzehen  I.  W.  X.  nach  dem  Yersmass  wohl  achzehn. 
3.  gnug  W.  X.  genug  I.  4.  wandl  I.  wandel  W.  X.  5.  nie  W. 
6.  mundlein  —  frue  W.  8.  süss  X.  2)  1.  nfthent  W.  3.  blick  X. 
umbfähent  X.  4.  bekannt  X.  5.  gedanckhX.  7.  hertt  X.  8.  mich 
fehlt  in  I.  X.  3)  1.  weipllcher  W,  X.  3.  geper  W.  4.  schaiti  W.  I. 
schaittel  X.    6.  smal  X.  * 

XLvni.  I.  w.  X. 

1)  l.'pul  W.  bul  X.  laisst  X.  2.  manet  W.  tun  W.  tunt  X. 
3.  von  Ersten  genner  W.  4.  keltetW.  5.  yerphlicht  X.  7.  niechtW. 
8.  Beisatz  am  Ende  des  Verses  in  X.  das  bekannte  etc.  für  das  Ri- 
tomeil.  9.  gesund  X.  12.  hön  gehöret  W.  13.  gutt  W.  14.  wen  X. 
Am  Ende  des  16.  Verses :  etc.  2)  3.  zeitleich  W.  zdtltch  X.  5—6. 
wengltn,  oglin  X.  7.  9.  Julius  — junius  W.  Schreibeverstoss.  8. 
plud  W.  10.  geleg^t  W.  weiss  W.  11.  hendleyn  W.X.  statt  erm- 
lin  I.  14.  pim  W.  pieren  I.  biern  X.  16.  gutten  W.  X.  3)  1. 
gleich  W.  3.  swar  W.  4.  an  fehlt  primo  loco  W.  dafür:  den. 
5.  dez  W.    7.  pringt  W.     10.   vol  fehlt   in   W.     14.  seyd  X.    ge- 

ferrt  X. 

33 


$14  jn-  ^ 

XLIX.    I.  W.  X. 

1)  1.  nähent  gein  der  vasennacht  W.  nähet  X.  vasennaeht  X. 
2.  sol  W.  H,  vchsen  W.  vechsen  I.  vehsen  X.  44.  gein  der 
vasen  nach  W.  14.  mocht  X.  16.  pldiö  W.  X.  17.  ewer  W, 
2)  1.  seynd  —  die  wilden  voglin  W.  X.  2.  neydt  X.  4.  feyern  X. 
7.  haimltch  W.  haimllchen  X.  8.  alles  W.  Am  Ende :  R^  nnd  ich 
«I  supra  W.  3)  1.  wän  W.  a  pfat  I.  4.  ogen  X.  7.  herbst  W. 
hart  W.  BS  vart  I. 

L.    I.  W.  X. 

1)  1.  michl  I.  2.  new  jär  W.  4.  dienst  X.  5.  inne  W.  7. 
^engltn  W.  10.  krispl,  krumpl  X.  H.  krewss,  guldloch,  gel  durch- 
flockelt  W.  gSldlocht  X.  gel  X.  2)  1.  kin  W.  X.  5.  glit  W. 
7.  hei  X.  8.  volkomen  X.  11.  geschockt  W.  3)  2.  eyll  I.  3.  edelX. 
adeleicher  X.  4.  ivandel  W.  X.  5.  meisterlichem  X.  6.  tadel.  7. 
geselle  W.    9.  aber  —  freyn  I.  X.  W.     10.  gebitten  X. 

LT.    I.  W.  X. 

{)  2.  Ift  W.  länt  X.  9.  pärleich  W.  11.  geseHschaffl  I.  X. 
At.  mild  X.    15.  den  W.    dein  I.  X.    17.  naiii  I.  =  mein  W. 

• 

2)  1.  .frewdenmacherinn  W.    7.  allezeit  X.  stet  X.    8.  zweifei  W.X. 
zbeyfl  I.    13.  trawn  W:  X.     16.  luge  spil  W.     18.  ark  W.   argk  X. 
w6  W.  X.     t9.  Urlaub  W.     3)  3.  ewer  X,    5.  genäd  W.    11.  hästü. 
W.     15.  abentewm  W.     18.  nicht  lang  bestee  W.    20.  crwider  W. 

LH.    I.  W.  X. 

1)  1.  auwÄ  W.  SÄ  an  we€>  L  X,  wd  X.  2.  posehelotter  W. 
j)asche}ochter  X,  A.  roselotter  W.  8.  schaoUichen  W.  X.  tar  X. 
.10.  Sber  X.  Wi  schriems  X.  iwslin  X.  12.  drott  W.  15.  süM 
verhagen  W,  18.  inn  X.  2)  1.  tentkisch  W. .  3.  aweU  kaSf»b  W. 
4,  spitzleicb  gerundet  W.  6.  aw&  VL  ow^  X,  o  wee  L  10.  ler- 
ria  X.  13.  als  W.  aa  also  I.  als  umb  mich  wunde  X.  3)  1.  giirtr* 
^1  X.  2.  stit  W.  X.  fiiss  X.  6.  solchew  W.  nach  W,  kam  X. 
srih  X.  7.  retten  X.  8.  fluh  X.  9.  ab  —  krigs'  —  leg^  W.  der 
xiyder  X.  10«  sd  wurd  mir  X,  teg  X.  12.  grauss  X,  18.  am  Ende : 
finis  istius  tractatuU  W.  X.    etc.  W.  X. 


Lffl.    I.  W.  X. 

0  4.  verslotzen  X.  5v  sdirick  Vf.  2)  T.  lief  W.  3}  i.  dft  I. 
=s  ich  W.    2.  belangen  iJLt    3.  dienst  X.    7.  beroubt  X. 

LIV.    I.  W.  X. 

1)  1.  Ters6i«t  I.    4.  zwier  X.    5.  arcz  W.    6.  itewr  W.    2) 

1.  krön  W.  I.  X.    2.  bewar  W.  X.    3.  verkart  W.    4.  wild  W.  X. 
5,  4«rinn  W.  «s  an  dir  I.  erfrawet  W.  3)  6.  ja«r  W.  ercetera  W.X. 

LY.    I.  X. 

1)  i.  weyss  X*    staltt  weib  I.    6.  oug  X.    2)  1.  itel  X.  eytl  I. 

2.  4.  5.  verdackt,  erwackt,  strackt  X.    8.  ivendt  X.    9.  emphulchX. 
10.  rampt  X.    3)  1.  zwisl  L  4.  gevent  X*   8.  ain  X.    10.  greyssX. 

LVI.    I.  W.  X. 

1)  1.  twingt  W.  3.  erlosrct  X.  8.  meine  W.  band  X.  13.  dö 
W.  i^  das  I.  2)  1.  aaserwehes  6  W.  dren  X.  2.  $d  W.  =^  du  I. 
frewstft  W.  freust  dft  X.  3.  glich  W..X.  5.  edel  X.  edl  L  12. 
ewikait  W.  X.  13.  mein  W.  =  nain  I.  3)  1.  vergiai»  W.  X. 
l£r  W.  5.  diss  W.  X.  liept  X.  14.  pottenbrötW.  bettenbr6t  X. 
15.  m^r  frowen  sol  W.     16.  am  Ende  etqetera  W. 

LVII.    I.  W.  X. 

1)  3.  loat.  W.    min  orss  W.  =  mein   ors   I.    4.  nay  W.    ser 

ceW.   11.  krapW,  X.    12.  wy;*gry  W.   13.  tewtzsch  X.  weichisch  X. 

2)  2.  mann  W.    6.  mett  W«    mit  X,    8.  tzschfttt  X    3)   1.  de  mit 

W.  X.    2.  mai«rUÄ  W.  =  thft  X.   4.  tun  W.  X.    5.  dat  W.  loffX. 

8.  ee  W,  =  et  L  X.    In  der  W.  das  Ritof nell  hier  angeführt  mit : 

welisch  W. 

Exposicio  h  g.    v 

Diese  Ueberschrifi  lieisst  woU :  Auslegung  dieses  Gedichtes  (ex* 
positio  hujus  carminis),  wo  g  statt  c  vorkommt  wie  gewöhnlich  in  da- 
maligen lateinischen  Urkunden. 

,  1)  3.  kmt  W;.  loul  X*  4.  or»s  X.  ross  X.  5.  nay  X.  =«  na  I. 
8.  loflrW.  lottffX.  lottffi,  slauirX.  9.  g6n  X.  11.  kraph  W» 
krapff  X.  16.  scbry  W.  «  rueff  I.  2)  2.  s6  W.  6.  befrw  W, 
befuk  X.  7.  schöner  warW.  8.  werd  '^V.  X.  =  pard  I.    11.  wiltX. 

33* 


616 

15.  iwyw  X.    3)  1.  wlH  X.   2.  margritä  W.    3.  aass  W.  4.  tun  X. 

4.  gloub  X.    9.  not  X.    noyt  W.     10.  emphilch  W.  X,     14.  mi  W. 

=  mein  I. 

LVIII.    I.  W.  X. 

1)  1.  her  W.  wiert  X.  9.  Salden  W.  X.  10.  11.  12.  in  W. 
2)  1.  gredly  W.  treutl  I.  gretl  X.  5.  da  W,  =  ja  I.  pewtl  L 
9.  riss  W.  hewtel  W.  =  hewtl  K  3)  1:  sim  yensei  W,  wolst 
düsW.  12.  jensei  W.X.  4)  1.  haintzel,  lippel,  snaggel  X.  snackel 
W.  Die  I.  hat  hier  überall  geschlossene  Einsylbe.  2.  3.  4.  fraw  W. 
statf  frd.  5.  ew  W.  X.  bjggel  W.  X.  9.  durtä  I.  W.  X.  11.  jü 
hayg,  jü  hayg  W.  12.  Am  Ende:  Amen.  Die  beiden  nachfolgenden 
Strophen  fehlen  W.  5)  1.  mostl  I.  6.  biderbmanX.  welches  es  vier 
Mal  hat.    9.  dowt  X.   kostl  I.    6)  1.  fadert  X.    ew  X.    2.  nemptX. 

5.  nach  in  X.  ^  thschorffe  X.     12.  eyl,  eyl,  eyl  X. 

IIX.    I.  W.  X. 

1>  11.  und  fehlt  W.     12.  liebt  W.    19.  frewtX.  W.   es  fehlt  I. 

2)  2.  rötter  W.  X.  8.  unzweifel  X.  zweifl  I.  5.  6.  7.  8.  verwech- 
selt die  W.  mit  12.  13.  14.  15.  10.  grett  X.  19.  begeren  I.  3) 
4.  drostet  W.  6.  der  I.  =;  des  W.  7.  wenst  —  w6  W.  seharpff- 
lich  X.  15 — 20.  zwar  dem  kom  ich  nach  W.,  wodurch  eine  Strophe 
von  6  Zeilen  in  eine  gezogen  wird.  Alles  andere  fehlt.  Ueberhaupt 
ist  der  Text  in  der  W.  sehr  verwirrt. 

LX.    L  W,  X. 

1)  6.  w6  W.  X.  11.  palde  von  hynne  W.  balde  X.  12.  mynne 
W.   13.  ubl  I.    2)  e.  pfaX.   11.  winder  X.   13.  taschen  W.  syertlX. 

3)  1.  flaschlfn  X.  3.  trenelt  W.  X.  5.  henselein  I.  9.  her  W. 
13.  pyss  inn  W.  platter  fall  W.  blauter  fal  X.  4)  1.  dieren  W. 
3.  poren  I.  born  W.  X.  6.  bloch  W.  X.  9."  sy  hueb  I.  hob  X. 
strö  W.  I.  X.    Stadel  I.  W.  X.     13.  slair  I.  W. 

LXI.    J.  X. 

1)  1.  nickl  I.  4.  elselein  X.  10.  kom  X.  11.  12.  nicke!  X. 
die  I.  geschlossene  Endsylbe.  2)  1.  verhaiss  X.  eis  X.  4.  über 
den  I.  X.  6.  also  X.  8.  nymmer  X.  3)  2.  w6  X.  5.  wenn  X. 
11.  nickl  I.  . 


517 

LXIL    I.  X. 

.  1)  2.  frewlins  bettenbröt  X.    H.  tockl  I.   2)  1.  dienst  X.  5.  ä  X. 
8.  herrn  I.    10.  williklichen  X.   3)  2.  erköss  X.   5.  sol  X.  8.  staten  X. 

LXIII.    I.  W.  X. 

1)  2.  kund  W.  6.  harpffen  W.  X.  11.  droschl  I.  12.  ow  X. 
14.  ffreuntlich  X.  19.  hertte  X.  21.  sol  W.  =  well  I.  2)  1.  stüdly 
W.    2.  krftdly  W.    3.    inn  —  bedly  W.    4.  osly,    gredly  W.  X. 

13.  sehaidly  W.  X.  ^  pfaidly  I.  14.  knabltn  X.  15.  nabltn  X. 
3)  2. 'may  W.  3.  scheas  W.  4.  mauroch  W.  X.  6.  hyerss,  tyer, 
den  has  W.  7.  fuxs  X.  8.  dy  weit  durch  rewt  W.  11.  Ui  W.  = 
vast  I.     17.  deinem  tröst  W.     18.  froleichen  X. 

LXIV.     I.  W.  X. 

10  1.  tow  X.  10.  seyl  W.  12.  frewl  W.  X.  2)  2.  ze  lanckX. 
4.  zbair  I.  5.  hacklin  X.  6.  enpor  W.  7.  dinst  W.  8.  heczet  W. 
gehetzet  L  X.  3)  1.  kld  W.  X.  7.  8.  9.  I.  geschlossene  Einsylbe. 
offen  X.    Dagegen  kranczel,  sw^anczel,  itTnczel  W.     11.  grensl  I. 

LXV.    I.  W.  X. 

1)  1.  synne  W.  X.  gredly  W.  2.  trawt  W.  =  mein  I.  8. 
schul  W.  X.  10.  ewikleich  X-  W.  11.  behalden  W.  12.  grundX. 
16.  fehlt  L  X.  18.  gredltn  W.  X.  2)  1.  nit  I.  5.  kleusener  W.  X. 
7.  wurd  W.  X.  12.  mag  W.  =  sol  I.  18.  brüst  X.  3)  3.  min- 
nikleicher  W.  dorzw  X.  5.  smucket  X.  I.  9.  weip  W.  10.  drucket 
I.  X.  11.  des  W.  =  das  I.  12.  meine  glid  W.  13.  seit  mir  dein 
t  halt  W.     15.  oslin  X.     19-  schyr  W.    Am  Ende:   etcetera  W.  X. 

LXVI.    I.  W.  X. 

1)  1.  mayt  W.  X.  4.  tadl  I.  11.  ewikitch  W.X.  13.  wandl  I. 
liB.  w61!ch  W.  X.  Am  Ende:  etcetera  X.  2)  1.  fraw  W.  X.  weip- 
Ueh  W.  =  weltlich  X.    5.  menczschltcher  W.  X.   12.  possniret  X.  W. 

14.  anplick,  weip  W.    3)  4.  wierdig  X.     8.  newr  W.    9.  gslafelein 
W.  X.     16.  werch  X.  I.    werck  W.     gepar  X. 

LXVII.    L  W.  X. 
1)  1*  firöleieh  so  W.  4.  Sinnreich  W.  6.  deinen  W.*  X.  8.  ^m^ 


mer  W.  sAmmer  X.  11.  lit  W.  13.  dannocht  X.  2)  1.  leip  Yf. 
ewer  X.  3«  annln  L  X.  4.  weip  W.  5;  gurä  L  7.  seeht  rechl 
W.  X.  sam  W.  =3  als  L  umbfaitgen  I.  iß.  verwag  —  zwaier 
oxsen  W.  X.  9.  paw  X.  12.  sprach  W.  X.  13.  hainzl  I.  unge- 
loxsen  W.  X.  3)  1.  ewerX.  4.  brachstfl  X/  5.  iveUX.  8.  hainczel 
raueii  prey'W.  frittenbreT  X.  12.  kamst  W.  4)  1.  mayd  X.  2. 
mich  dunkt  ir  weit  mein  spotten  W.  bedürfft  X.  3.  neur  W.  ess  ja  I. 
firayss  W.  X.  7.  gnag  X.  8.  haintzl  I.  7.  10.  Ott  nach  Ich  und 
vor  meiner  W.  wos  fehlt  I.  X.  10.  muter  W.  als6  W.  smadit  W. 
habt  fehlt  W.    12.  schmyrb  X.   13.  futter  W.  X.   Am  Ende:  etc.  X. 

ixvm.  I.  w.  X. 

1)  4.  tr6  W.  5.  wandl  I.  11.  cziK  W.  12.  versmftchen  W. 
2)  6.  bawpt  untröltch  W.  hoapt  untrolich  X.  10.  fächnn  W.  3) 
2.  statter  X,  gier  X.  9.  frawlin  W.  frewlin  X.  10,  nichen,  W. 
Am  Ende:  etcetera  W. 

LXIX,    I.  W.  X. 

,  1)  1.  schimphlfchen  X.  2.  fluch  X.  3.  verantwartX.  5.  haintz 
W.  X.  ^6.  geit  W.  X.  7.  pharrer  W.  5.  10.  geschray  —  layg  W. 
41— 12.'2*ft,  straft  W.  13.  gJrtlin  W.  X.  18.  wennt  X.  2)  3. 
ffume  W.  6.  sundt  W.  X.  gesaczt  W.  X.  9.  unverhactzt  W.  X. 
40.  ewer  X.  3)  1.  nachtigall.X.  7.  tadeis  I.  8.  rain  W.ä schön  I. 
Am  Ende:  flnis  W. 

LXX.    I.  W.  X. 

1)  3.  dunckt  W.  mut  X.  4.  junckfraw  W.  frow  X.  5.  ferreX« 
6.  pfleg  X.  9.  krä  W.  11.  secht,  secht  X.  13.  knechtlin  W.  X. 
13.  dasselbig  X.  14.  fuder  W.  15.  ime  newt  enphüret  W.  newi 
emphttfQt  X*  17.  wienn  h  wienen  W.  wiennen  X*  21.  fry  W. 
22.  jolach  W.  33.  polen  gleichen  W.  X.  2)  2.  wole  kSnt  W. 
3»  sohöne  W«  4«  rechten  W.  X.  5,  kluges  geludme  X*  10.  ge* 
p5dm«  X.  6.  wersst  X.  7.  förchst  W.  X.  brachten  W,  breobten  X. 
8.  tropffe  X.  11.  trumerdum  W.  14*  ew  I.  «=  ein  W.  14.  gib 
ich  X.  drumb  X.  15.  knechtlein  schamppen  W.  gschamppen  X. 
Am  Ende  mit  rother  Tinte :  risspondit  rusticus.  3)  Am  Anfange :  re* 
s^deC  ruaticHi».    3.  hadewefgh,  yentefai  W.  X.    3.  t«PMiörA&a  W.  X. 


M9^ 

ira  X.  4.  ett  W.  X.  versoHen  W.  5.  nach  doek:  ii6wrW.  Miltl. 
knecht  X.    12.  gelaubeti  X.     16.  how  X.    20,  rewt  X.    gcker  X. 

LXXI.    I.  W.  X. 

1)  2.  sticklem  W.  X.  4.  wenn  X.  5.  eingeschoben  aus  il.  du 
als  verscheuhen  gegen  .  das  Slrophenmass  I.  X.  6.  fuxs  W.  X;  8i 
gugg  W.  X.  9.  ermauss^  X.  9.  ir  fehlt  I.  16.  zuckerleich  W.  15. 
fussUn  X.    19.  biergisch  X«    2)  1.  amsl  I.   2.  droschl  L    4.  feilt  X. 

6.  wolgedeckt  X.  7.  esten  X.  8.  kompt  X.  3)  1.  wenn  W.  vogi- 
l0n  X.  2.  pey  ainander  W.  7.  hän  X.  •  geldrt  X.  gelrt  I.  9.  cu 
dick  X.  W.    11.  lAs  frischltoh  bachen  W. 

LXXIL    I.  Xi 

1)  1.  weyss.    2.  ^mplosst  X.     3.   stieren  X.    4r  schlayerltn  X. 

7.  besteckt  X.    10.  erzittert  X.     12.  gepar  X.     14.  wenn  X.    aigen«* 

lieh  X.     19.   frew  X.     fraw  X.    2)   1.   gedenck  X.     4.   wieser   I. 

wierser  X.    5.  tuczsch  X.    9.  gereicht  X.    3)  1.  sundlichen  X.    % 

tuczsch   X. 

LXXIII.    I.  W.  X. 

1)  4.  af  W.    6.  vertuscht  X.    2)   1.   brys  W.  aa  rum  X.    2. 

erwellt  W.  X.  3.  aigens  W.   4.  desgeltchen  W.   ewikleich  X.   B — 6. 

gewieh ,  tlch  W.    3)   1.  frow  W.    2.  üb  W.    kr6,  wd  W*  X.    4 

poschelochter  X.    rötter  W.    3.  liepltcher  W.    7.    Am  Ende:    etce^ 

tera  W. 

LXXIV.    I.  W.  X. 

1)  1.  hftn  X,  2.  frowt  W.  7.  ouch  W.  3)  1.  ferr  X.  in-* 
brunstkUich  X.    4.  frjwst  W.  X. 

LXXV.    L  W.  X. 

-  1)  1.  eck  W.  bilgerin  X.  belgcrin  W.  pUgerin  L  2.  tytenW. 
ene  =  ainer  W.  3.  In  W.  sästern  W;  4.^  biuderitcken  W.  hass  TL 
5.  abentuwer  W.     aubenteuer  X.    7.   gescharp  W.    dat  origtn  W. 

8.  fireuntltcken  W.  9.  slabicktn  W.  ick  W.  heit  X.  =s  hett  I. 
10^  up  einen  hoggen ,  wier  ick  W.  hoggen  X.  12.  gschön  W. 
13«  sostern  liefer  sockte  wan  die  müdem  W.  müdere  X«  2)  1.  hett 
Öl  Jief  W.    by  n«|ider  W.  X.    2/  durt  s»  wer!  W.  X.    ouge»  W* 


«20 

3.  idi  mick  der  knitleii  fast  W.    4.  begnügen   W.    ergschrack  W. 

5.  bert  bereden  W.  6.  gescbarp  W.  7.  ick  W.  3)  1.  senUckes  W. 
gscheiden  W.  mick  W.  2.  grdler  —  dat  W.  3.  darnach  =  teg- 
lieh  W.    4.  dat  ick  mick  —  gscheiden  W.    5.  undecke  W.    by  W. 

6.  mick  *^  frowen  W.     frowen  X.     8.  dat  mut  mick  rawen   W. 

muss  A. 

LXXVI.    I.  W.  X. 

d)  3.  zeyn  W.  4,  oglin  W.  5.  lüter  W.  lauter  X.  8.  üss  W.' 
slauffes  X.  9.  gedenck  W.  X.  melancoly  L  W.  X.  16.  mündltn 
W.  X.  17-  unmuss  W.  X.  18.  sendüch  W.  22.  umbfächt  W.  X. 
23.  erm  anmacht  W.  X.  29.  üf  sliesst  W.  30.  verwont  W.  X. 
31.  maisterltchen  ain  X.  W.  2)  1.  trüt  —  wtb  W.  3.  dort  W. 
9.  üf  der  yerren  W.  X.     10.  üf  W.     16.  üf  dem  wjlden  wag  W.  X. 

17.  tuglfch  W.  X.  25.  fewer  W.  X.  -  3)  4.  mundli  W.  6.  gröt 
fehlt  I.  9.  wann  allain,  frow  W.  10.  gir  W.  14.  embier  W.  X. 
15.  bedenckft  so  W.  j6  X.  19.  wend  X.  27.  tich  W.  28.  gab  X. 
w6  X.    kr6,  m6  X.  W.    30.  6  W.  X.    33.  kom  —  meeW.    m6  X. 

LXXVIL    I.  W.  X. 

1)  1.  Raib  W.  3.  trütes  barbeltW.  berbelin  X.  4.  schaSlin  X. 
sehafpgtn  W.  5.  schönes  fehlt  W.  kom  berbelin  X.  10.  stät  W.  X. 
14.  loubW.  hut  X.  18.  vogelein  W.  12)  3.  kulen  W.  X.  5.  komW. 
8,  kainerlay  I.  9.  kass  X.  10.  das  mir  mein  mutter  bot  X.  13« 
Struck  W.  14.  ruh  W.  vogltn  W.  X.  15.  kamstü  W.  X.  onch 
W,  X.  20.  sttsst.  3)  3.  üserwelte  W.  4.  wissen  W.  8.  dick  W.  X. 
SS  oSt  L  10.  noch  I.  W.  X.  Schreibfehler  =  n6t?  18.  brüt  W. 
19.  verraucket  X.  haut  X.  =  hat  I.  20.  pfug  W.  X.  =  pfäch  I. 
\kX  X.  mirs  gar  zu  laut  X.  4)  1.  wil  W.  X.  2.  willigkomen  I. 
3.  üsserwelter  schöner  W.  4.  wann  X.  =  dann  I.  5.  lissp  X. 
13.  tüsent  W.    wann  X.    14.  rösenfarber  W.    15.  auf  X.  =s  aus  I. 

18.  alldd  X    19.  aubent  X.    20.  Am  Ende :  etc.  W.  X. 

LXXVIII.    I.  W.  X. 

1)  Eines  jener  Lieder,  wobei  der  Vertrag  und  die  Mimik  das 
Meiste  thun  musate.  Daher  so  viel  Verwirrung  in  den  Worten  des 
TeaEtes.    1—14.  in  W.  durchdnander  geworfen,  regellos«    Die  L  gibt 


92t 

sie  Terständliclier,  aber  bedeutend  kürzer  als  die  W.  7.  stet  W.  s=s 
s6r  I.  11.  icli  felilt  X.  nach  schrey  liat  X.  ey.  14.  kenn  X.  s=s 
wenn  I.  Am  Ende : 'discantus  X.  tenor  I.  2>  13.  quad  W..  14. 
mad  W.  16.  gelücli  W.  17.  rächt.  3)  1.  leid  W.  =maid  I.  laid 
maid  X.  2.  maid  W.  6.  mut  W.  9.  louffen  X.  9 — 12.  suez,  puez 
W.    12.  frawde  werd  W.     18.  plftsen  W.    plausen  X.  I. 

LXXIX.    I.  W.  X. 

1)  1.  verlangen  W.    3)  3.  besaz  W. 

LXXX.    I.  W.  X. 

1)  1.  rasseltch  lief  W.    3.  tzu  W.    4.  lest  W.    2)  2.  yü  W. 

frowen  W.  X.  3.  gschol  ick  X.  geschol  ick  W.  4.  gschein  ewr  W. 
einig  X.  =  ewig  I. 

LXXXI.  I.  W.  X. 

1)  1.  vertraib  fehlt  I.    2.  wib  X.    3.  wenn  X.  W.    7.  geprist  L 
=  gebrist  X.   13.  zu  tailW.X.    2)  1.  du  fehlt  W.  kraut  I.  schaidni. 

2.  ferröst  W.  pruet  I.  =  brüt  W.  4.  tadel  W.  X.  =s  tadl  I.  8. 
beschaech  W.  3)  2.  nü  wendä  y6  mein  senltch  w6  W.  3.  vemunfr 
tikllch  W.  X.  4.  anschowW.X.  5.  gelouben  W.  X.  6.  embricbslW. 
8.  odeleichen  W.    9.  ffancze  W.  X.     13.  W.  hat  am  Ende:  etcetera, 

LXXXII.    I.  W.  X. 

1)  1.  parodeis  W.    2.  zu  costnicz  Mn  ich   fanden  dich  W.    3. 
liss  W.  4.  frowst  W.  X.   5.  üss  W.  7.  regniert  W.  X.  9.  ougen  W. 

12.  sich  X.  15.  trowt  W.  X.  2)  1.  wyss  W;  speh  W.  X.  2. 
schowt  W.  X.  hugeltchen  W.  X.  3.  frowen  weh  W.  X.  4.  sant 
W.  X.    6.  geben  X.  8.  wa*r  W.    3)  1.  w!l  W.  2.  durchlauchlig  W. 

3.  besezzen  W.  ,  Üb  W.  X.    4.  by  W. 

LXXXIII.    I.  W.  X. 

1)  2v  nurenberg  W.  X.  =  nurnberg  I.    3.  frowen  W.  frowen  X. 
5.  frowen  W.    6.  tadl  I.    oflTen  in  W.  X.    9.  üff  W.     12.  fliss  W. 

13.  glich  W.  glthem  daü  X.  2)  6.  frSltchen  X.  3)  2.  Temempt 
W.  X.    4.  Ottch  W.    doKin  X.    7;  fh>w  W.    8.  h6t  X. 


628 

LXXXIV.    I.  W.  X. 

1)  4.  besunderltch  X.  6.  mütiklich  verhendelt  W.  X.  2)  i.  dw 
BS  aw  I.  W.    SX  i.  weniit  liepltch  W.    7.  ambßihen  I.  X. 

LXXXV.    I.  W.  X. 

1)  2.  euch  I.  ass  es  W.  4.  pliekt  L  prd  L  braw  W.  X. 
6.  ain  I.  blaw  W.  X,  8.  graw  W.  X.  2)  5,  schon  W.  7.  speaher 
W.  3)  2.  spor  W.  3.  wunnl  W.  6;  mundlt  W.  7.  sendlich  W. 
10.  daromb  muss  ich  verzagen  W. 

LXXXVI.    I.  X. 

1)  7.  h^t  sy  halb  X.  10.  ragk  X.  11.  brach  X.  13.  unrub  X. 
15.  gryen  X.  =s  gries  I.  16.  erberetX.  2)  4.  baissX.  5.  graussX. 
6.  hanns  X.  7.  torl  I.  19.  tibi  I.  nyel  X.  =  nye  I.  20.  solchen 
rayss  X,  3)  4.  kam  X.  9,  ew  X.  10.  emphangen  X.  11.  kemer- 
I!n  X.  12.  belangen  X.  16.  bolster  X.  18.  bischofX.  19.  unger  X. 
4)  4.  inher  X.  =  zu  mirl.  6.  teuczsch  X.  9.  mynnX.  12.  torflPt  X. 
14.  ungrisch  man  X.  16.  fiaisch,  balge  X.  5)  2.  verjach  X.  3. 
namen  X.  4.  dannocht  X.  5.  si  X.  10.  gebrechen  X.  14.  blawen  X. 
6)  2.  nympt  X.  teufl  I.  6  X.  3.  geschehen  X.  4.  mangem  X. 
6.  see  X.  8.  köstlich  X.  9.  zobry  —  kuppelspil  X.  15.  nicht  ze 
TÜ  X.     16.  segl  I.    17.  aubenteuer  X. 

LXXXVII.    L  X. 

1)  1.  nempt  —  plude  X.  6.  ew  X.  i2 — 13.  graslt  wasli  X. 
17.  droschl  X.  22.  roschen  X.  2)  17.  dienst  X.  20.  bedacht  X. 
21.  burd  X.  22.  embinden  X.  3)  6.  lapfferlich  X.  16.  nems  X. 
20.  unenbundesX. .  21.  mundlt  X.  4)  1.  auffrustigkliche  X.  8.  liebi  X. 
9.  hoptlin  X.    20i  enwende  X.    22.  ende  X. 

LXXXVIII.    L  X. 

1)  1.  kom  X.  4.  6.  9.  idem.  2>  4.  begerd  X.  5.  junck  X. 
9.  wunniklichen  X.  10.  minniklich  X.  3)  1.  2.  3.  not,  ertot,  rot  X. 
5.  blJsslfch  X.    8.  fleusst  X. 

LXXXIX.    I.  W.  X. 
1)  1.  fr&ren  X.    2.  ye^tch  W.  X.     4.  wierff  W.  X  .5.  w 


ragk  X.  t)  I.  0waMii  X.  W.  2.  tadl  1.  5.  <)fltii  W.  6.  ghr<- 
mieret  I.  ss  formieret  W.  X.  3)  6.  wandl  I.  7.  weit  X.  i3*  Die 
W.  enthält  noch  zwei  Verse  von  gleichzeitiger,  aber  fremder  Hand: 

zu  dienst  ich  mich  erpötten  hftnn 

dir  zu  lieb  dem  herczen  dein. 
Wohl  ungehörige  Glosse  zu  diesCIoi  Liede. 

XC.    I.  W.  X, 

0 

1>  1.  w6  W.  X.  2.  snd  W.  snee  X.  7.  castelmt  W.  castell- 
rnt  X.  castimtt  L  ysack  W.  X.  10.  howenstain  X.  11.  io  der 
W.  X.  =  durch  die  I.  12.  notltn  X.  W.  15.  hell  X.  W.  16.  ew 
W.  X.  17.  platzscher  W.  X.  19.  missuall  X.  24.  Am  Ende :  et- 
cetera  W.  2)  6.  gewettcn  W.  X.  10.  J)ozen  X.  W.  11.  gein  W. 
13.  raumbt  X.  14—16.  ew  W.  16.  repeticio  ut  supra  X.  3)  7. 
kompt  X.'  8.  das  W.  9.  her  —  christan  X.  11.  tauschen  W.  13. 
beit  W.  X.     15.  verg^n  W.  X.    Am  Ende :  repeticio  ut  supra  W.  X. 

Folgende  XCI.     W.     , 

XCII.     W. 
'      •  XCIII.    W. 

XCIV.     W. 
blieben  in  den  nachfolgenden  Ausgabe^  weg,  weil  sich  der  reifere 
Sinn  des  Dichters  entwe()er  an  deren  Inhalt  oder  ihrem  Dichtungsver- 
dienst  stiess.  Und  in  der  That  liess^  sich  in  beider  Beziehung  Einiges 
dagegen  sagen* 

c.  Moralisch-religiöse  Gedichte.'  ^ 

XCV.    I.  W.  X. 

(In  einzelnen  bemerkenswerthe  Anklänge  iiber  Oswald^s  Geist,  Gesin- 
nung" und  Leben.) 

1)  1.  frankereich  X.  2.  «rragün  W.  3.  p^emW.X.  6.  krAnW. 
soldans  X.  14.  sun  X.  15.  rech  X.  W.  16.  tun  X.  2)  1.  weip. 
3«  mib  W.  mnss  X.  5.  anplick  W.  amplick  X.  6.  .aagelefn  W. 
7.  leip  W.  9.  an  sehen  I.  13.  Terdruss  W.  17.  krenczelein  W. 
3)  4.  manige '  W.  manche  X.  8.  alle  X.  I.  W.  9.  ftdeldcher  X« 
11.  czncht  W.    13.  dempft  X.    4)  2.  yenedigk  X.    —  dig  W.    ta^ 


924 

madeh.W.  Jhomasch  X.  8.  berlin  X.   6.  munipoliers  X.  9.  tanckl  I» 

13.  tadl  L  14.  tugent  hört  W.  15.  vrandl  I.  iß.  meit  W.  18. 
nyemancz  trd  W.  5)  2.  ew  X.  ttrlaub  W.  4.  unmere  X.  8.  und 
fehlt  X.    13.  gräfPen  nach  herczog  W.    fehlt  I.  X.    18.  phlicUt. 

XCVU    I.  W.  X. 

1)  3.  kuckleiche  W.  keuklich^n  X.  8.  phlancz  W.  X.  14.  vät- 
ter  X.  waz  W.  15.  magltchen  W.  X.  20 — 21.  getrosst — eriosstX. 
2)  2.  ftdeleicher  X.  16.  voUam  W.  3)  9.  schawssen  W.  schössen  I. 
15.  phat  W.    20.  tiefeis  X.    20.  zir  W.    Amen  fehlt  W. 

XCVII.    I.  W.  X. 

Aufschrift:  BenedlcitdX.  W.  1.  gesegentW.  4.  magltch  W.  X. 
9.  «nefang  W.    10.  lieblich  W.    18.  genäd  W.    20.  vorlaitten  W. 

XCVIII.    I.  W.  X. 

Aufschrift:  Graciäs  W.  X.  1)  1.  hyml  I.  als  X.  2.  wonentW. 
mynnikleichen  X.    5.  gesangk  X.     7.   blodikait  X.    W.    speisst  X. 

2)  1.   seystü.      5.   elendlicher  W.     ellendlicher  X.     6.  verczert  X. 

3)  2.  ruff  W.  angestltcher  W.  3.  genczer  W.  mayt  X.  7.  ru  W. 
8.  glouben  erfindt  X.    erfint  W. 

XCIX.    I.  W.  X. 

1)  1.  himlfurst  I.  2.  darzu  sein  etc.  W.  mutter  X.  3.  der 
statt  die  W.  X.  5.  almachlikait  X.  über  I.  W.  X.  als  W.  X. 
8.  himl  I.  9.  der  sey  mein  etc.  W.  unser  X.  10.  mich  W.  be- 
schierm  X.    11.   blut  haiig   X.    hailig  plut  röt   W.     13.   zoren  X. 

14.  meiner  schuld  W.  2)  1.  gesegen  I.  W.  X.  mich  W.  5.  nagl  I. 
8..  haiigen  W.  X.  9.  das  pitter  gallen  tranck  W.  yerlewss  X.  10. 
nicht  X.  12.  mich  W.  ewikleichen  X.  13.  ich  gib  mich  W.  16. 
letzsten  W.  X.  3)  1.  Trif  X.  gaist  X.  2.  versldzzen  X.  5.  kosl- 
leioh  W.  6.  bloss  X.  9.  tiefel  X.  teufl  W.  I.  12.  g6n  X.  13. 
so  ich  Ton  disem  ellent  ktr  W.  'ditzs  X.  14.  freuntlöser  stSmltcli 
vieht  ring  W.  stimmlich  X.  n^ch  des  tddes  s6r  W.  =  mit  des  td* 
des  hend  I.  15;  gotleicher  herr  dein  hilf  mir  dann  W.  16.  gne- 
diklich  X.  • 


526 

C.    I.  W.  X. 

1)  8.  trilitzscht  X.  H.  slrencklich.  14.  junckfrow  X.  15.  ge- 
stiffl  X.  16.  tiefel  W.  X.  vergifft  X.  18.  all  wurlz  W.  X.  2) 
3.  tadlhaftig  I.  4.  darein  W.  8.  Himlsterii  I.  10.  mentzsch  W. 
14.  eussent  W.  16.  gepildtW.X.  18.  waideleich  X.  3)  1.  himll. 
5.  fremde  X.  tüsent  X.  8.  überall  W.  19.  veind  X.  16.  verhow  X. 
18.  den  I.  s=s  dein  W.  X.    dorczu  X. 

CI.    I.  W.  X. 

1)  1.  graw  W.  X.    4.  braw  X.  W.     10.  blasnyeren  X.    fosslin 

W,     12,  er  W.  =  sy  I.     13.  wurdX.     14.  gruslin  W.    2)  1.  scheint 

W.    3.  Owen  X.    4.   dorinn  X.    6.   dienst  X.    7.  scharpfPlichen  X. 

11.  plomitn  X.     14.  höh  X.     18.  ain  frucht  W.    3)  2.  erd  and  wind 

W.    3.  edlen  gestaine  X.    edlen  staine  W.    4.   aubenteuer  X.     18. 

houpt  X.  s  ' 

CIL    I.  W,  X. 

1)  4.  frewt  X*  7.  mar  W.  11.  bloss  X.  12.  verdröss  X. 
13.  tiefel  W.  X.  teufl  I.  14.  das  er  Yon  rechtem  laide  W.  15. 
durch  W.  =  in  I.  19.  betlaheme  W.^X.  2)  4.  lebentigen  rAt  W. 
lebentig  röt  X.  15.  junckfrow  X.  16.  als  mentzsch  ye  wart  ge- 
poren  W.  18»  dd  sy  dich  erkoren  W.  3)  1.  orss  W.  dem  W.  X. 
3.  begeg«n  W.  X.  4.  fesel  W.  X.  8.  sass  X.  9.  was  X.  10. 
muter  W.  X.    12.  bruf  X.    18.  letzsten  X. 

cm.  I.  w.  X. 

1)  3.  laid  W.  13.  wfttlen  X.  wftten  W.  2)  1.  schaffer  W.  X. 
3.  mentzschlicher  W.  X.  4.  seinkleichen  W.  9.  pitterkait  W.  12. 
geslachte  W.  15.  edel  W.  X.  haiig  W.  X.  heiig  I.  3)  2.  er- 
schepffen  W.  X.  7.  den  W.  =s=  die  L  10.  verguld  X.  13.  in-^ 
nikieich  X.    15.  unwirdikleich  X.     16.  enphangen  W.  X. 

CIV.    I.  W.  X. 

0  1*  chewschlich  W.  10.  kindltn  W.  X.  11.  Maine  W.  =s 
raine  I.  12.  lauter  X.  13.  pluder  W.  X.  14.  ew  bruder  W.  X, 
16.  luder  W.  X.  24.  krawde  W.  25.  loub  X.  2)  1.  dieren  W.  X. 
2.  frowe  X,    8.  held  X.    10.  w6  W.  X.    13.  der  X.    14.  ew  W; 


17.  flant  I.  W.  X.  30.  erl^r  X.  3)  2.  aabenteuer  W.  X.  4.  aiu 
den  X.  2 — 5.  abenteur  —  feur  I.  8.  tur  X.  10.  unzaltch  W.  X. 
12.  widerhdbb  X.  18.  erldsst  X.  20.  fruchte —guffte  X.  22.  zorai 
W.  X.    23.  verloren  W.    27.  yat  X.  W. 

CV.    I.  W.  X. 

1)   1.   priester  X.  '  4.   ougen  X.    6.   hink^r  W.    9.    zweifl  I. 

2)  1.  roub,  toten  X.  ä.  ban,  veyrr  X.  5.  fremder  W.  X.  zobry  X. 
7.  verraterschaft  X.  W.    brand  X.     9.  geitikait  W.  X.     12.  esel  X. 

3)  3*  untersten  W.  X.  4.  rewlfchs  W.  rügltchs  X«  6.  nicbt  ge- 
weilt W.  hungers  X.  8.  melden  L  W.  X.  iO.  beswar  X.  11.  km 
W.  4)  !•  vCTnunfft  W.  2.  ritt  X.  ?•  gotz  W.  7.  balt  W.  » 
fiym  I.  9.  unwillig  X.  ubelliait  X.  11.  gdtzrecht  W«  barmhertsi- 
kait  X.  5)  1«  ßechen  und  W.  2.  kossten  X.  3*  mit  W«^^  mein  I. 
5.  himel  W.  X.  6.  dorinne  X.  7.  gab  W.  X.  8.  auss  W.  X.  «: 
auch  I.  11.  verierren  W.  inn  X.  12.  b^hem  X.  W.  6)  1.  zeehen 
W.  X.  5.  haiigen  W.  X*  6,  haUgen  W.  X.  staiii  I.  stein  X. 
11.  salikait  W.  X.    12.  in  {^ot  W.  =.  gaistlidi  I. 

CYL    L  W.  X. 

1)  2.  kung  W.  X.  B.kunig  I.  4.  kiftd  W.  =r  paid  L  9.  ny- 
derland  W,  12.  rott  W.  X.  13.  feUt  g^s  W.  17.  geb«  X.  18. 
mailes  sag  W.  =iz  das  sag  I.  2)  1.  herrlteh  ,  W.  2.  henseU  X. 
allmachtig  X.  3.  vaters  X.  97  zerprechen  X.  =  zu  prechen  I.  13. 
süsser  X.  18.  menschlicher  X^.  3>  2.  betratt  X.  4.  das  W.  ss  die  I. 
5«  ane£ai^  X.  6.  des  fürsieii  wesren  ewig  mäss  W»  Eben  so  X. 
mit  ain  ewig*  .9.  html  I.  himd  ^d  schaff  X.  laub  X.  4>  4»  tuff- 
tikleichen  W.  X.  14.  gefecrt  X.  16.  her»  X.  18—19.  vemiiftftX 
kunfft  X.  »  knnst  I.  &)  1.  kam  X.  W.  6.  geltch  X.  «q:  g«t  JL 
7.  nam  X.  8.  Ui^sOs  W.  iL.  10.  weni  X.  11.  dd  tu  wir  ikteftm 
nezareth  W.  X.  näzar^th  X.  14.  haiigen  X.  18.  dd  er  williklich 
u.  s.  w.  yi.  6)  5.  hesslich  W.  neyt  X.  8.  vinster  X.  I. .  W.  ain 
lehlt  W.  11.  veriogoot  W.  X.  Honfasion  im  W.  Text  darcfa  Kor- 
rektiofien.  7)  10.  gunt  L  :==  ward  W.  16.  widerumb  X.  18.  michlMi 
W.  8)  5.  geduUiklicben  als  W.  6.  smäoUlch  X.  12.  «nd  Yolgt  in 
n^h  W.    13.  i)aniiikltek  X.    .barmkllch  W.    15,  acmkltah  W.  a 


r. 


637 

annikltch  X.  18.  äStnin  Yf.  X.  9)  3.  stymmt  X.  W.  6.  vermanBl  X. 
7»  $mn  W.  L  Eine  Glosse  in  W.  X.  erklärt  ea  mit  hämisch  W. 
hemisok  X.  9.  hämisch  fehlt  W.  Ohne  Zweifel  kam  hier  die  Glosse 
in  den  Te«t  I.  X.  i3.  »Ügten  W.  X.  la  crewci  W.  X.  10)  10. 
lawd^a  W.  X.  geen  W.  X.  11)  1.  nagl  I.  3.  gedennt  X.  11. 
sdirayen  W,  14.  ih  mein  töd  W.  17.  hye  W.  =  da  I.  Betsats 
mit  »rother  Tinte :    Confandantur  omnes  qui  nos  persequuntiur  X.    12) 

3.  haiige  W.    6.  amen  fehlt  W.    dafür:  hucusqae. 

CVII.    I.  X. 

Titel  X.    Compassio  beate  virginis  Marie.     1)  1.  ellentleicher  X. 

4.  himl*  I.  alle  rur  X*  13.  roch  X.  25.  niedersanckh^  X.  2)  1.  nn- 
zalich  X,  2.  bed  —  X.  10,  junckfroleiche  X.  20.  jungern  X.  3) 
2.  verhailgt  X.  10.  michel  X.  michl  L  18,  ryel  X.  ss=  üd  h 
21.  verwnndt  X.  4)  2.  himl  I.  verkront  X.  5.  bewegt  X.  12. 
swarlich  X.  21.  sach  X.  steen  X.  5)  1.  äw^  X.  wainleicb  X. 
7.  kostleich  X,    13.  schamleichen  X.    16,  barm  X.    18.  flogst  X. 

cvm.    I.  W.  X. 

1)  1.  anefang  X.  10.  tue  W.  11.  ze,  kindeltüi  W.  18.  zer- 
gferi  W.  2)  1.  frouwen  X.  2.  s6  lang  fehlt  W.  ,3.  dennoch  W. 
6.  mentzsch  X.  7.,  gewild  W.  8.  eritten  X.  11.  sanklichn  W. 
seinkttehen  X.  3)  8.  swarltch  Vf.  11.  geit  X.  12.  halbs  betrach- 
ten W.  11.  senlich  X.  16.  enphrymbt  W.  emphrembt  X.  18.  bes- 
seret W.  bussest  W..  4)  2.  icht  W.  X.  3.  icht  W.  2.  unvernunf- 
tig X.  6.  pschaffens  ding  W.  bschaffen  X.  15.  gehaben  W.  5) 
2.  nuczleichW.  verpringet  X.  6.  verwennt  W.  =  gancz  wendtl.  X. 
a  *«cfiiQSset  I.  :»  geUendfit  X.  W.  15.  zärtlichen  W.  X.  18.  welt- 
itok  W.  swar  I.  pSnde  W.  6)  2.  den  &avenl!ch  hin  ercziirnet  W. 
üttvelteh  X.  enthurjotel  X.  enthunet  L  6.  eiseney  litst  W.  9.  tyiH- 
km  W.  13.  die  g«t  W.  o=  nein  frau  W.  7)  1.  swintW.  3.  mm 
W.    5,  aiigQStiichen  W.    8.  wolkenstain  W.    10.  totten  L  X. 

CIX.     I.  W.  X. 

1)  1.  tyr,  ment;BachU€li  X.  2.  vernanffl  W.  3.  erpMiiiseit  W. 
erphlunsen  X.    7.  such  und  schyr  W.    louff  X.    8.  düs.    40. 


528 

schehen  X.  14.  plumltn  W.  15.  geit  X.  16.  ogelwaid  X.  18.  ge- 
loubn  X.  2)  1.  himel  W.  X.  3.  tonr  I.  5.  betewta  W.  7.  tymel 
h  W.  X.  8.  nicht  X.  13.  wonnlin  W.  14,  rablin  X.  rebltn  W. 
xuebltn  I.  3)  9.  Iwing  W.  =  drang  I.  14.  latt.  17.  lies  W.  18. 
weit  W.  4)  1.  merkh  W.^  X.  2.  weltltche  W.  X.  3.  und  wer  ich 
hundert  W.  ainst  fehlt  W.  4.  ir  lieb  W.  10.  klogltchem  W.  14. 
ingeschmitt  X,  15.  frow  X»  sals  I.  W.  18.  gedächt  W.  X.  je 
fehlt  W.  X. 

CX.    I.  W.  X. 

1)  1.  ^charphs  gemute  X.  4.  ubl  I.    gute  X.W.    5.  soIichemW. 

6.  ttbel  W.  bosren  I.  8.  houbt  X.  schribet  X.  9.  bioser  X.  11. 
schnöder  X.  12.  bozen  X.  frowen  X.  13.  liephart  W.  13.  Iowen  X. 
15.  abfytdt  X.  2)  2.  nymt  W.  ==  nyemant  I.  4.  gleich  W.  I. 
5.  oder  I.  W.  X.  8.  des  I.  =  das  W.  17.  kung  X.  18.  vfl  W. 
3)  2.  gezirter  W.    spyss  W.    3.  ougenX.  wanlW.  X.    6.  karkerX. 

7.  ain  heilig  leib  W.'  8.  enlhoubet  X.  10.  behüt  W.  X.  ouch  be- 
toubet  X.  12.  von  fehlt  W.  13.  dorumb  X.  14.  bozer  X.  17.  und 
dyent  den  guten  frawen  rain  W.  frewlln  X.  18.  iäer  all  karfunckl- 
stain  I.  X. 

CXI.    I.  W.  X. 

1)  3.  vor  W.  4.  gerawen  X.  5.  willü  X.  14.  untraw  W.  X. 
15.  hofhart  W.  zorn  W.  I.  .  18.  himelreich  W.  X,  2)  13.  michl  I. 
3)  2.  8Ü  W.  statt  hertz.  stözzen  X.  4.  barhouljt  X.  barhaubt  W. 
12.  ougen  X.  13.  armut  W.  X«  14.  bett  yerlich  W.  16.  gedulcltch 
W.    17.  swent  W* 

CXII.    I.  W.  X. 

1)  1.  spech  W.  =  sich  I.  2.  mancher  W.  X.  6.  emphanf  X. 
erden  X.  8.  alder  X.  13.  ewr  W.  &=  mir.  swart  W.  15.  all  gelid 
W.  X.  16.  ftw6  W.  17.  quintier  X.  18.  rimphen  W.  2)  3.  plas- 
nyert  X.  4«  schocket  W.  11«  chauffen  W.  kouffen  X.  12.  wannes 
W.  SS  slaffes  I.  13.  ringen  und  das  lauffen  W.  springen  fehlt  W. 
.  15.  hust  X.  16.  autem  X.  3)  1.  junge  lut  W.  jungelingk  X.  2. 
nym  war  pey  dem  W.  3.  halt  W.  X.  5.  yezund  W.  X.  war  W. 
7.  dingkW.X.  9.  chirchgän  W.  10.  knyen  W.  X.  11.  gestftnW. 
Amen  W.  .  ^ 


529 

cxni.  I.  w.  X, 

1)  5.  de  I.  s=  den  W.  X.  7.  nähet  X.  8.  pesunderüchem  W. 
14;  würt  X.  W.  16.  der  L  =  die  W.  2)  2.  iiewr  W.  X.  4. 
manchen  X.  machen  W.  5.  klainen  I.  W.  10.  bistü  X.  11..  üfent- 
halt  W.  X.  12.  veralten  X.  13.  geselle  mein  W.  14.  wd  W.  18. 
h^tt  W.  X.  3)  1.  almachtikait  X.  5.  lucifer  W.  X.  8.  chind  W. 
12.  droch  W.     18.  schepffer  X.    Am  finde:  ftmen  W. 

CXrV.    I.  W.  X.    Die  I.  and  W.  zum  Theil. 

1)  2.  kung  X.    hymi  I.    trone  X.    4.  gedone   X.    6.  fliess  X. 

8.  gedoltiUeich  W.  X.  11.  salikait  W.  X.  18.  Hier  bricht  durch 
ein  fehlendesr  Blatt  die  I.  ab.  Die  W.  als  die  erste  die  mir  zu  Hän- 
den kam,  trat,  die  ich  mit  den  Varianten  der  X.  begleite.  2)  1.  weibX. 

3.  erlösst  X.  7.  leib  X.  11.  schem  W.  schein  X.  12.  fordert  X. 
15.  bistüs  X.    3)  1.  raiff  X.    2.  vest  X.    3.  gr6ss  X.  =  swer  W. 

5.  erschillt  X.  6.  slauf  X.  8.  mauern  X.  yersldzzen  X.  10.  ver- 
drdzzen  X, 

CXV.    I.  W.  X.    Die  I.  und  W.  zum  TheiL 

1)  1.  menczsch  X.   rewen  X.    5.  got  X.  =  in  W.  Unterlast  X, 

6.  Stern  W.  7.  wesen  X.  =  bösen  W.  umbetast  X.  10.  voglin  X. 
12.  tyer  X.     14.  ew  X.     15.  geuild  X.     2)  3.  dez  X.    mancher  X. 

4.  schepffers  X.  5.  unenpfintltch  X.  16.  irem  X.  18.  posnieren  X. 
3)  2.  inn  W.  nach  wasser  fehlt  I.  in  \^ind  X.  3.  danckparist  X. 
4.  formieret  X.  W.    6.  gebildt  X.    7.  milt  X.    8.  unczelieret  W.  X. 

9.  höt  W.  überall  statt  hat.  13.  fewr  X.  16.  dam  W.  4)  2.  frawd 
W.  X.  himl  I.  4.  dancklich.  7.  8.  9.  erlösst,  trdst  berösst  X. 
6.  lucifer  X.  12.  daz  W.  13.  ubl  I.  und  fehlt  I.  ubernemstW.X. 
18.  frawd  W.  5)  1.  gaist  W.  =  krist  I.  3.  forchtenW.  4.  macht 
geweysen  W.  6.  himl  h  herab  W;  hofhart  W.  7.  in  den  X. 
18.  stahel  X.  L    ysen  X. 

CXVL    I.  W.  X. 

1)  1.  frawd  W.  krancken  X.  W.  =  kalten  I.  3.  üff  X.  7. 
fremder  X.  W.    12.  sawfczen  W.  seufczen  X.    13.  all  heiigen  X.  W» 

34 


engl  I.  himelrfch.X.  W.  2)  1.  küngrleh  X.  künigreich  I.  4.  kun- 
gln X.  13.  heiigen  X.  3)  1.  ider  W.  5.  hätt  X.  6.  merar  W. 
12.  leib  W.  13.  verhenk  W.  15.  schowen  —  frowen  X.  4)  ICU 
weltlich  W.  13.  worumb  W.  14.  wirstü  W.  5)  2.  listen  X.  I- 
3.  begern  X.  4.  beten  W.  X.  8.  ydem  kunigk  W.  14.  balliger 
gaist  W. 

CXVII.    I.  W.  X. 

1)  13.  maniches  W.    laider  fehlt  I.    2)  5.  want  W.    4.8.  ge- 
schlossen W.  tewr  —  gekewr»    9.  marterlfch  X.  I.     15.  nyemantW. 
33  4.  allerhöchsten  W.  X.    7.  bäbst  X.     9.  klimbt  W.  X.  statt  steigt. 
.  10.  nit  I.  =  icht  W.  X.     12.   feyeren   X.     4)  7.  mit  pilter  gelt  W. 

10.  posew  W.     11.  g^n  ainanderW.  X.     13.  himl  —  I.     i4.  ebtn  I. 

5)  1.  kurtzweile  I.  X.     10.11.12.  fehlen  W.  15.  zweifl  I.  zwifel  X. 

6)  1.  in  statt  auff  X.  oder  X.  =  noch  I.  7.  gens  W.  I.  X.  9. 
i6tt  W.  11.  tralle  X.  7)  1.  wiltü  X.  4.  8.  stamen,  flamen  W. 
5.  erenst  X.     10.  ich  W.  ==  nit  I.    icht  X. 

CXVIII,    I.  W.  X. 

1)  1.  vorslisse  X.  W:  3.  eyU  I.  itel  X.  14.  werlüich  X. 
18.  dftbei  W.  =  pey  den  I.  hftn  X.  2)  3.  gut  fehlt  I.  5.  kam  W. 
kom  X.  8.  sultt  W.  sollen  X.  17.  weide  dienst  W.  3)  2.  kondW. 
12.  siecht  solchen  W.  13.  vor  in  X.  18.  nemst  X.  4)  2.  bayde 
W.  I.  X.  4.  gleich  kist  X.  5.  gemächeln  W.  gemachelein  I.  6. 
innoten  X.    bey  ainander  X.    8.   erbrinnen  W.   =  erkrumben  I.  X* 

11.  meinem  gesinde  W.  17.  18.  verdriei^en,  geniessen  W.  5)  2. 
fraude  W.  4.  allr  I.  5.  nit  I.  kund  X.  6.  oder  W.  I.  X.  14. 
emwicht  X.  6)  2.  zweifl  I.  8.  bekümern  X.  9.  trupsal  W.  11. 
sunder  X.  18.  widervertikait  W.  X.  7)  5.  eldem  worden  W.  eldem, 
vodem  X.     14.  heuser  vester  W.     15.  tat  X.    16.  werdt  X. 

CXIX.    I.  W.  X. 

1)  1.  Chain  W.  9.  michl  I.  15.  fiircht  W.  X.  22.  grawss- 
Itcher  W.  X.  2)  X.  fast  überall  nicht  statt  nit.  2.  schrift  W.  X. 
9.  yeckleich  W.  X.  18.  swachltchem  X.  3)  6.  segs  W.  X.  18. 
Junckfrewliche  X.    Am  Ende :  etcetera  W. 


S3t 

CXXI.    L  X. 

2.  bschnaid  X.  3.  cnst  X.  4.  wirdikleich  X.  20.  ffabiln  X. 
22.  vintzentz  X.  26.  pollicarp  X.  30.  czundt  X.  4.  elen  X.  50. 
swarlich  X.  52.  pul  X.  59.  her  X.  66.  gesund  X.  91.  abrell  X. 
142.  krentzlin  X.  147.  kom  X.  155.  konfft  X.  162.  phlantzen  X. 
191.  kerssen  X.  192.  segs  X.  194.  häintz  X.  238.  munichisch  X. 
272.  mictiel  X.  288.  osterreich  X.  297.  crispinum  X.  313.pundtX. 
323.  elsbethft  X.  * 

cxxm.  I.  w.  X. 

1)  1.  mensleichen  W.  besnitten  X.  2.  uad  W.  =  für  I.  3. 
inn  W.  8.  haniw  X.  10.  elenä  W.  14.  inns  W.  2)  1.  adeltn  X. 
3.  bedelein  X.  5.  gedrüt  X.  9.  wankleicher  irntt  W.  13.  jorg  X. 
14.  vitaUis  W.  3)  1.  creucz  X.  3.  brah  X.  5.  basill  X.  7.  tzirill 
X.  9.  bewart  X.  11.  ffaulen  W.  13.  touffl  X.  14.  peyss  X.  4) 
1.  taillunge  •—  allexen  W.  5.  ludt  W.  praxedellein  W.  praxeder- 
lein  X.  6.  magdal^n  W.  cristein  X.  8.  krachsenX.  5)  1.  gill  W. 
sant  X.  8.  michl  I.  weczlä  W.  9.  franczellein  W.  6)  1.  heiligen 
W.  X.  2.  gebrudern  X.  4.  ottl  X.  5.  elzbethft  X.  11.  luceye  W. 
13.  Jhesumlin  X.     14.  sUfrey  W. 

Aus  der  W.  zu  CXX. 
Auf  dem  XLIY.  kommt  folgendes  Gedicht  vor: 

Ave  mater  o  Maria 
pietatis  tota  pia 
sine  te  non  erat  via 
deploranti  seculo. 
Gracia  tu  nobi«  data 
Quam  fidelis  advoclEita 
cell  tronis  es  prelata 
in  etemo  solio. 
0  Maria  tu  solaris 
micans  phebus  Stella  maris 
Christo  rege  colietaris 
quam  portasti  utero. 


532 

Plena  didcfs  medicina 
protegens  a  ruina 
tu  es  portus,  tu  earina 
iu  omni  periculo.. 
Dominus  te  mundi  rosam 
preelegit  spaciosam 
te  vocari  preciosam 
precepit  ab  angelo. 
Tecum  dominus  incarnatus 
puer  nie  nobis  uatus 
pro  nobis  datus 
pro  Salute  gaudio. 
Ben'edicta  tu  sanctarum 
consolatrix  animarum 
per  te  patet  lumen  darum 
deplorautis  oculo. 
Tu  in  valle  delictorum 
es  ocursus  peccatorum 
tu  das  animas  illornm 
ihesu  Christo  domino. 
In  exauditu  benigna 
tocius  mundi  laude  digna 
pia  mater  et  benigna 
demonstrans  in  publlcö. 
Muliebribus  (?)  honorem 
prestas  et  decorem 
tu  das  t)mnibus  dulcorem 
pregustando  mundulo. 
Et  es  tota  amicabilis 
deprecanti  liberabilis 
pritts  te  non  fuit  tialis 
nee  erit  in  perpetuo; 
Benedictus,  quem  portastf 
quem  nberibus  lactasti 
tu  cum  eva  conpensasti 
pregustato  pomulb« 


533 

Frucius  tuius  est  cunctorum 
consolacio  sanctorum 
et  est  cibus  beatoram 
in  celi  convivio. 
ventris  aula  vas  beatum 
Soli  cristo  deputatum 
gestit  illud  occaltatam 
in  tuo  sancto  floscalo. 
Tui  fructus  ventris  lavit 
culpam  ade  nee  peccavit 
nostra  crimina  portavit 
mezuesC?)  patibulo. 
Jhestt  sacri  .yentris  fructus 
pie  matris  per  te  ductus 
Sit  nobis  dux  et  conduetus 
ad  celestem  patriam. 
Amen  ultimo  cantamus 
in  Signum  quod  per  optamus 
quitquit  vite  postulamus 
in  or6mbus(?).    Amen. 

• .    ■ 
'Angekritzelf  findet  sich  noch  folgender  Uebersetzungsversuch  als 

Fortschritt  zu  CXX.,  wohl  nur  Variation  der  Strophen  1.  und  2. 

3. 

Ave  mutter  fraw  magt  und  mayd 
6renreiche  lobesan  beklait 
seyd  und  dir  der  herre  nicht  Tcrsait 
so  hilff  uns  edle  kröne, 

4. 

das  wir  nftch  des  tödes  hynnen  schaid 
vinden  dort  ain  frolich  ogelwaid 
und  besiezen  alle  salikait 
bey  deinem  kindltn  schöne. 


534 

Auch  ein  anderes  Gekritxel  findel  sidi  folgenden  Inhaltes: 

Gratis.   Ich  Idt  hftch 

Gratis  auss  stat  roch 

Gratis  zu  grund 

kunt 

mnnd 

gratis 

her 

per 

gemainiklleh 

Gratis. 


H       'IM 


Abkürzungen. 

I.  =  Innsbrucker  Handschrift 

W.  =  Wiener  Handschrift. 

X.  =  Wolkenstäner  Handschrift 


Verbesserungen. 

e 

lY.  3)  21.  lies  tuehen  statt  tuhen. 
XXin.  4)  1.  den  zu  tilgen. 
LV.  1)  1.  weiss?  statt  weib. 
LXXYI.  2)  16.  aiffl  statt  ain. 
CYI.  1)  9.  niderhind. 
CVI.  8)  8.  grausen  statt  gros. 
CVI.  9)  18.  kreutz  in, 
CIX.  1)  2.  manne  statt  gier. 
(Kleinerer  Versehen  besonders  in  Umlauts-  und  Vokalzeichen  nicht  zu  gedenken.) 


JT^nraül'?  nm  Ufalktnftrt« 


(BlAÜM  durlteidMlirifC) 


»MF,  ^  /T/  ^  vT   \  1    "B 


«r   igtMfbdn  aii  ff»ffU9ekh<  rmt,  mermml 


TV  ^t.    V    T    \.   ^  J*  j  J^ 


9^r  Äundtri^  Järh,  Fhd  Tper  ng^  iaid  v'jtU/üi' 


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